Åke Edwardson, Ausgabe vom 1. Aug. 2004, Gebunden, Verkaufsrang 563898
Aus der Amazon.de-Redaktion Irgendwo in der schwedischen Provinz um die Mitte der 60er Jahre: Johnny Bergman fährt übers Land und betreibt in verschiedenen Cafés eine Reihe von Musikboxen. Johnny macht seinen Job schon seit mehr als zehn Jahren und ist allen Leuten nur als der "Jukebox-Mann? bekannt. Freunde hat er nur wenige, und sein ganzes Glück sind sein kleiner Lieferwagen und seine Jukeboxen, die so wohlklingende Namen wie Wurlitzer, Seeburg oder Jensen tragen. Doch mit den beginnenden "roaring sixties? muss Johnny schmerzhaft erfahren, wie sich Zeiten und Menschen ändern. Kaum jemand hört noch Elvis und den amerikanischen Rock `n´ Roll, mit dem seine Jukeboxen früher heißgelaufen sind und mit dem er groß geworden ist. Die Leute haben nun eigene Fernseher und Plattenspieler und bleiben offenbar lieber zu Hause. Mit diesen tief greifenden Veränderungen gerät Johnny in eine schwere Identitätskrise. Dabei holen ihn auch die bitteren Erinnerungen an seine Jugend als Pflegekind ein, als sich sein Bruder Seved sang- und klanglos aus dem Staub gemacht hat und er selber als Ausreißer mit einem Wanderzirkus durchs Land getingelt ist. Inzwischen sind seine einzigen Freunde der Säufer Eskil, der als minderbegabter Barbier sein Leben fristet, und die Kellnerin Elisabeth, die zusammen mit ihrem 10jährigen Sohn Lennart von ihrem Mann sitzen gelassen wurde ... Auf den ersten Blick ist Der Jukebox-Mann eher eine schlichte Verlierergeschichte, angefüllt mit viel Nostalgie, Sehnsucht und starken Gefühlen. Edwardson räumt der Beschreibung dieses lähmenden Zeitgefühls buchstäblich sehr viel Platz ein. Über viele Seiten sind die Jukeboxen und ihre Musik die Hauptdarsteller des Romans, wird ihnen somit in einer detailreichen Erzählung ein kleines Denkmal gesetzt. Genauer betrachtet ist Der Jukebox-Mann jedoch eine vieldeutige Beziehungsgeschichte. Johnny ist ein einsamer Mann, der sich von seiner Illusion von Freiheit und Unabhängigkeit verabschieden musste. Erst nach langem Hin und Her findet er auf diesem schmerzhaften Weg wieder zu sich selbst und seinen wirklichen Freunden. Fans von Åke Edwardson, die sich von dem schwedischen Erfolgsschriftsteller einen neuen Krimi erwartet haben, könnten von dem weitgehend spannungsfreien Buch ziemlich enttäuscht werden. Dennoch verdient Edwardsons Versuch, sich erneut - vergleiche Der letzte Abend der Saison - außerhalb der Krimigenres zu versuchen, Beachtung. Die Geschichte um seinen "Jukebox-Hero? überzeugt, weil er nicht nur einen nostalgischen Roadmovie abliefert, sondern feinfühlig von dem Untergang einer prickelnden Musikära erzählt, die bereits jetzt weitgehend in Vergessenheit geraten ist. -Christian Koch 1
Buch:
Die Schattenfrau: Der zweite Fall für Erik Winter
Autor:
Åke Edwardson, Ausgabe vom 1. März 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 66270
Der Himmel auf Erden. Seltsames passiert in Göteborg: Mehrere Studenten werden nachts von einem Unbekannten niedergeschlagen und beinahe umgebracht. Niemand will etwas gesehen haben, kein Opfer das andere kennen. Kommissar Erik Winter steht vor einem Rätsel: Wo ist das Muster, wo der Zusammenhang? Andere Ereignisse beunruhigen den gerade aus dem Erziehungsurlaub zurückgekehrten Vater allerdings mehr. Ein paar Kinder wurden angeblich von einem "Onkel" aus der Tagesstätte mit dem Auto entführt, aber unbeschadet wieder abgeliefert. Noch ist keinem Kind wirklich etwas passiert, aber das kann sich jederzeit ändern. Doch Winter und sein Team tappen im Dunkeln. Bis langsam deutlich wird, dass beide Fälle auf grausame Weise miteinander verwoben sind. Vier Fälle lang haben die Leser den Göteborger Kommissar Erik Winter bei seiner Entwicklung vom einsamen Jäger zum Teamkämpfer, vom coolen Einzelgänger zum Ehemann und Familienvater begleitet. Mit Der Himmel auf Erden liegt nun der fünfte Kriminalroman des schwedischen Bestsellerautoren Ake Edwardson vor: blutarm, aber das nur im wahrsten Sinne des Wortes. Die Grausamkeit der Verbrechen ist hier nicht in Liter Blut pro Seite zu bemessen. Wie so oft bei Edwardson ist das Geschehen vor allem deshalb so erschreckend, weil es die beinahe logische Folge einer brutalen, entmenschlichten Gesellschaft ist. Wer sind die Täter, wer die Opfer? Die Grenzen verschwimmen in Der Himmel auf Erden. Am Ende herrscht Stille - und eiskaltes Entsetzen beim Leser. "Heaven is a place on earth", schnulzt an einer Stelle im Buch Belinda Carlisle im vorweihnachtlichen Göteborg. "Das ist unsere Aufgabe", meint Winters Kollege Halders, "die Erde zum Himmelreich zu machen." "Es ist umgekehrt", antwortet Winter mit resigniertem Zynismus: "Der Himmel ist ein Erdenreich." -Beate Strobel
Buch:
Das vertauschte Gesicht: Der dritte Fall für Erik Winter
Autor:
Åke Edwardson, Ausgabe vom 1. Aug. 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 61974
Das vertauschte Gesicht. Neben Henning Mankell, Hakan Nesser und Liza Marklund gilt Ake Edwardson als wichtigster Vertreter des neuen schwedischen Kriminalromans. Das vertauschte Gesicht ist Edwardsons dritter Krimi mit Kommissar Erik Winter aus Göteborg - nach Tanz mit dem Engel und Die Schattenfrau. In seinem Privatleben steht Erik Winter, der Star der Göteborger Fahndung, vor einem wichtigen Einschnitt: Kurz vor seinem vierzigsten Geburtstag zieht Freundin Angela bei ihm ein, die ein Kind von ihm erwartet. Doch bevor er sich an die neue Lebenssituation gewöhnen kann, wird er nach Marbella, Spanien, gerufen, wo sein Vater schwer krank im Krankenhaus liegt. Während Winter am Sterbebett des Vaters an der sonnigen Costa del Sol weilt, geschieht im regenreichen Göteborg ein grausamer Mord an einem Ehepaar. Zurück in Schweden nimmt sich Winter dem Fall an. Doch die Ermittlungen kommen nur langsam voran. Winter verfolgt verschiedene Hinweise, die in Richtung der Death-Metal-Musikszene und Swingerclubs weisen. Erst im letzten Drittel des Buches, nach einem zweiten grausamen Doppelmord, zieht sich die Schlinge um den psychisch schwer gestörten Täter, der aus Winters unmittelbaren Umfeld kommt, langsam zusammen. Doch parallel dringt auch der Täter immer tiefer in Winters Leben ein... Die Geschichte ist mit ihren wechselnden Erzählebenen clever und spannend aufgebaut. Verschiedene Handlungsstränge werden szenenartig eingeblendet, die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven vorangetrieben, weshalb der Leser den Ermittlungen stets ein Stück voraus ist. Damit schafft Edwardson eine Atmosphäre der Bedrohung, der sich der Leser nicht entziehen kann. Das vertauschte Gesicht hat alles, was einen guten Krimi ausmacht: atmosphärische Spannung, raffinierter Aufbau, klare Sprache und Charaktere mit psychologischem Tiefgang. -Alexandra Plath
Buch:
Allem, was gestorben war
Autor:
Åke Edwardson, Ausgabe vom 1. Dez. 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 346465
Die Hitze liegt bleischwer in den Straßen von Göteborg. Auf einer Parkbank am Hafen sitzt ein Mann. Er ist tot - durchbohrt von einem langen Messer. Zusammen mit seinen ehemaligen Kollegen von der Kriminalpolizei beginnt Privatdetektiv Jonathan Wide zu ermitteln. Die Spur führt in die höchsten Kreise der Stadt. Doch erst als Wide das letzte fehlende Teil des mörderischen Puzzles findet, wird ihm das ganze Ausmaß des abgründigen Verbrechens bewusst ... Dunkle Machenschaften, eiskalte Verbrechen und ein Sommer mit fast unerträglicher Hitze. Kein leichtes Spiel für Kommissar Ard und Privatdetektiv Wide, zumal die morgendliche Leiche auf der Parkbank am Hafen Rätsel aufgibt: Georg Laurelius, erfolgreicher Immobilienmakler, wird heimtückisch erstochen. Ein bestechend guter Edwardson und auch ein typischer Edwardson: Sprache, Stil und Story harmonisieren professionell und machen einmal wieder klar: spannende Verbrechen und eine fesselnde Handlung müssen nicht in knallharte Diktion verpackt werden, um Atem und Nerven zu rauben! Edwardson schafft nicht nur Situationen, sondern Stimmungen, schildert nicht nur Abläufe, sondern ein farbiges Geschehen. Beschreibungen werden zum Flair, logische Überlegungen zum vertrauten Nachdenken. Und wenn Laternen wie "eine Perlenkette auf dunkelblauem Samt" aussehen oder die Tage sich wie "Bretter in einer Holzhandlung" aneinanderfügen, dann ist das einfach schön. War Laurelius denn nun ein "feiner Drecksack"? Die beiden so unterschiedlichen Ermittler, irgendwie aber auch Freunde, stoßen auf unsaubere Machenschaften, undichte Stellen, Korruption und Drogengeschäfte. Angenehm und auffällig: die beiden sind nicht nur Akteure, sie haben ein Gesicht, ein Leben, überzeugen nicht nur durch harte Handkantenschläge, sondern durch Persönlichkeit und Charakter. Das schafft Lebendigkeit und zieht ins Geschehen. Tempo gebend auch die kurzen Kapitel, oft wie Momentaufnahmen, kurze Einblicke in eine Szene. Im flott zu lesenden Sommer-Krimi liegt immer wieder Gesellschaftskritik zwischen den Zeilen, spülen aktuelle soziale Entwicklungen ihre Auswirkungen in den Roman hinein. Drogen aus Osteuropa und Asien: ein großes Problem. "Göteborg ist... jungfräulicher Boden für einschlägig Interessierte." Da braucht Polizeiarbeit auch ein halbes Prozent "Idiotie", wie Ard meint. "Manchmal war Idiotie erforderlich, um den Job überhaupt auszuhalten." -Barbara Wegmann
Buch:
In alle Ewigkeit: Der vierte Fall für Erik Winter
Autor:
Åke Edwardson, Ausgabe vom April 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 24470
In alle Ewigkeit. "Wenn es vorbei ist, werde ich aufhören zu rauchen... und ich nehme mir ein Jahr frei und danach werden wir weitersehen." Klare Sache: Ehe Kommissar Erik Winter daran auch nur einen Gedanken verschwenden kann, dauert's nicht nur 350 Seiten, sondern es gilt außergewöhnlich abscheuliche Morde aufzuklären. Ein Serienkiller scheint es auf junge Frauen abgesehen zu haben, Tatort: ein öffentlicher Park in Göteborg. "Unter der Oberfläche schlummert einiges." sagt Edwardson, der die gesellschaftliche Entwicklung in seinem Land ähnlich kritisch beäugt wie Krimi-Konkurrent Henning Mankell. Beide baden sie im Erfolg, führen die Hitlisten an, schicken ihre so grundverschiedenen Kommissare Wallander und Winter für ihr Land mit außerordentlichem Erfolg ins literarische Rennen. Sachlich, fundiert und distanziert, oft wie ein Protokoll so nüchtern und dennoch hochgradig spannend, klare Konturen in Sprache und Inhalt: Der neue Fall von Kommissar Winter wird zum Virus, für das es glücklicherweise kein Gegenmittel gibt. Süchtig folgt man diesem Polizeibeamten, der gute Schuhe, Designeranzüge und Jazz liebt, der trotzdem kein Snob ist, nicht oberflächlich oder unempfindsam. Edwardson schätzt Detailtreue, beste Recherche, Stimmigkeit bis ins Letzte. Früher war er selbst einmal Journalist und hat Sachbücher geschrieben, ein Handwerk, dass dem 1953 geborenen Autor für seine Kriminalromane natürlich wie gelegen kommt. Ganz wichtig: An Authentizität ist ihm gelegen. "Der Leser muss spüren, dass sich die Geschichte tatsächlich so ereignet haben könnte", sagte er einmal in einem Interview. Und damit das so ist, lässt Edwardson seinen Kommissar Winter, der stets das "Ereignis hinter dem Ereignis" sucht, profimäßig, routiniert, überzeugend und glaubhaft ermitteln. -Barbara Wegmann
Buch:
Segel aus Stein: Der sechste Fall für Erik Winter
Autor:
Åke Edwardson, Ausgabe vom 1. März 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 17494