Die Liebe einer Frau Drei Erzählungen und ein kurzer Roman Tb In der Welt von Alice Munro ist der beste Weg nicht unbedingt die kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten. Ihre neunte überragende Sammlung von Kurzgeschichten, Die Liebe einer Frau, hat erneut das westliche Kanada als Handlungsort, und das Thema ist klassisch für Munro: Geheimnisse, Liebe, Betrug und das ganz normale Leben. Aber wie wir es von dieser Meisterin der Kurzgeschichte bereits kennen, ist der Weg, den sie nimmt, alles andere als normal. Die überwältigende Titelgeschichte ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Sie ist eine Erzählung in vier Teilen und beginnt mit dem Ertrinkungstod eines Optikers in einer Kleinstadt. Die Geschichte wird ausgeweitet und befasst sich zuerst mit den Jungen, die die Leiche entdeckt hatten, und dann mit einer boshaften Frau, die im Sterben liegt, und ihrer jungen Pflegeschwester. Wessen Geschichte ist es nun? Nicht die des Optikers, das steht fest - obwohl dessen Tod sie zusammenhält. Der Effekt ist auch nicht unbedingt "Rashomon"-mäßig, obwohl jeder Teil ihn aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Die Liebe einer Frau ist statt dessen ein gründliches und umfassendes Porträt des Kleinstadtlebens, wie man es sich nur vorstellen kann, mit all seinen Spannungen, Betrügereien und unfreiwilligen Bindungen. Innerhalb seiner 75 Seiten fängt es eine Welt ein, die geräumiger ist als die der meisten Romane. Wie immer ist Munros Erzählstil sowohl einfach als auch bewegend, beispielsweise wenn die Briefe schreibende Protagonistin in "Before the Change" ihre Liebe an einen Ex-Verlobten zurückschickt: "Was wäre, wenn Menschen das wirklich täten - ihre Liebe mit der Post verschicken, um sie loszuwerden? Was würden sie da verschicken? Eine Schachtel Pralinen mit Füllungen wie die Dotter von Puteneiern? Eine Lehmpuppe mit leeren Augenhöhlen? Ein Haufen Rosen, dessen Duft knapp über 'verrottet' einzustufen ist? Ein mit blutigem Zeitungspapier eingewickeltes Päckchen, das niemand freiwillig öffnen würde?" Die Geschichten in diesem Band brennen mit einer Art emotionsloser Anti-Romantik - sogar die, die sich an der Grenze zum häuslichen Melodram bewegen (zum Beispiel der Beinah-Tod eines Babys in "My Mother's Dream" oder eine ehebrecherische Frau in "Teh Children Stay"). Dicht bevölkert und elliptisch im Aufbau, kreist jede Geschichte um ihre Hauptereignisse und Beziehungen wie Planeten um eine Sonne. Das Ergebnis ist vielschichtig und komplex und seine Muster nicht immer auf Anhieb erkennbar. Anders ausgedrückt: wie im richtigen Leben. -Mary Park
Buch:
Tricks - Acht Erzählungen
Autor:
Alice Munro, Ausgabe vom 23. Aug. 2011, Taschenbuch, Verkaufsrang 52762
Die Liebe einer Frau Drei Erzählungen und ein kurzer Roman In der Welt von Alice Munro ist der beste Weg nicht unbedingt die kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten. Ihre neunte überragende Sammlung von Kurzgeschichten, Die Liebe einer Frau, hat erneut das westliche Kanada als Handlungsort, und das Thema ist klassisch für Munro: Geheimnisse, Liebe, Betrug und das ganz normale Leben. Aber wie wir es von dieser Meisterin der Kurzgeschichte bereits kennen, ist der Weg, den sie nimmt, alles andere als normal. Die überwältigende Titelgeschichte ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Sie ist eine Erzählung in vier Teilen und beginnt mit dem Ertrinkungstod eines Optikers in einer Kleinstadt. Die Geschichte wird ausgeweitet und befasst sich zuerst mit den Jungen, die die Leiche entdeckt hatten, und dann mit einer boshaften Frau, die im Sterben liegt, und ihrer jungen Pflegeschwester. Wessen Geschichte ist es nun? Nicht die des Optikers, das steht fest - obwohl dessen Tod sie zusammenhält. Der Effekt ist auch nicht unbedingt "Rashomon"-mäßig, obwohl jeder Teil ihn aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Die Liebe einer Frau ist statt dessen ein gründliches und umfassendes Porträt des Kleinstadtlebens, wie man es sich nur vorstellen kann, mit all seinen Spannungen, Betrügereien und unfreiwilligen Bindungen. Innerhalb seiner 75 Seiten fängt es eine Welt ein, die geräumiger ist als die der meisten Romane. Wie immer ist Munros Erzählstil sowohl einfach als auch bewegend, beispielsweise wenn die Briefe schreibende Protagonistin in "Before the Change" ihre Liebe an einen Ex-Verlobten zurückschickt: "Was wäre, wenn Menschen das wirklich täten - ihre Liebe mit der Post verschicken, um sie loszuwerden? Was würden sie da verschicken? Eine Schachtel Pralinen mit Füllungen wie die Dotter von Puteneiern? Eine Lehmpuppe mit leeren Augenhöhlen? Ein Haufen Rosen, dessen Duft knapp über 'verrottet' einzustufen ist? Ein mit blutigem Zeitungspapier eingewickeltes Päckchen, das niemand freiwillig öffnen würde?" Die Geschichten in diesem Band brennen mit einer Art emotionsloser Anti-Romantik - sogar die, die sich an der Grenze zum häuslichen Melodram bewegen (zum Beispiel der Beinah-Tod eines Babys in "My Mother's Dream" oder eine ehebrecherische Frau in "Teh Children Stay"). Dicht bevölkert und elliptisch im Aufbau, kreist jede Geschichte um ihre Hauptereignisse und Beziehungen wie Planeten um eine Sonne. Das Ergebnis ist vielschichtig und komplex und seine Muster nicht immer auf Anhieb erkennbar. Anders ausgedrückt: wie im richtigen Leben. -Mary Park
Buch:
Tricks: Acht Erzählungen (Fischer Taschenbibliothek)
Autor:
Alice Munro, Ausgabe vom 13. Okt. 2011, Gebunden, Verkaufsrang 86951
Product Description Alice Munro ist die Meisterin der Ambivalenz. Komik und Tragik, scheinbar Alltägliches und Schicksalhaftes mischen sich in ihren Erzählungen und locken den Leser in ein Reich dunkler Ahnungen.
Buch:
Tricks: Acht Erzählungen
Autor:
Alice Munro, Ausgabe vom Sept. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 333663
Product Description Acht Erzählungen. Ausgezeichnet mit dem Giller Prize 2004 Erscheinungsjahr: 2006 Aus d. Engl. v. Heidi Zerning Gewicht: 485 gr / Abmessung: 21 cm Von Munro, Alice / Übersetzt v. Zerning, Heidi Tricks neue meisterliche Erzählungen von Alice Munro. Geschichten, die von Frauen und Mädchen handeln, von Bedrohungen, geheimen Sehnsüchten und Leid, von rätselhaften Mustern in vermeintlich unscheinbaren Leben - Geschichten von bestürzender Intensität und Dramatik. Imponierend bekräftigen die Erzählungen ihrer jüngsten Sammlung ''Tricks'' Alice Munros geradezu legendären Ruf als Meisterin der subtilen Erkundung weiblicher Seelenregungen. Dabei erweist sich die besondere Subtilität der Autorin vor allem bei der Annäherung an den geheimen, unerschließbaren Wesenskern ihrer Figuren, jenen rätselhaft-dunklen Bereich, wo Selbstbetrug und Lebenslügen, gefährliche Illusionen und Tricksereien ihren Ausgang nehmen und wo all jenes seinen Grund in uns hat, das stärker ist als der eigene Wille.