Die Stimme der Violine - Commissario Montalbano hat einen Traum
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 7. Dez. 2000, Gebunden, Verkaufsrang 276869
Commissario Montalbano gereicht Commissario Brunetti aus den vielgelobten Kriminalromanen von Donna Leon zur Ehre. Und macht ihm Konkurrenz. Vielleicht liegt es daran, dass Andrea Camilleri zugleich Drehbuchautor und Theaterregisseur ist und deshalb über seine Dialoge eine bildhafte Spannung erzeugen kann. Der Sizilianer, dessen Werke bereits achtfach in die italienischen Bestsellerlisten geklettert sind, gilt in Italien als Erzählwunder. Auch in Deutschland grassiert mittlerweile durch die deutschen Übersetzungen das Commissario Montalbano-Fieber. In seinem neuesten Krimi klärt Montalbano den Mord an der jungen, schönen und reichen Arztgattin Michela Licalzi auf. Der Commissario arbeitet gleichermaßen mit Herz und Verstand. Der Autor hat eine Figur herausgearbeitet, die sympathisch ist und die der Leser einfach mögen muss. Ihm zur Seite stehen Mitarbeiter, denen jener eigenwillige, unorthodoxe Charakter fehlt, der Montalbano so unverwechselbar macht. Ohne jegliche Arroganz lässt er auch Hinweise und Gedankengänge einfacher Zimmermädchen gelten. Der Leser wird in ein spannendes Detektivspiel miteingebunden. Puzzleteil für Puzzleteil setzt sich zusammen, um nach anfänglichem Gelingen doch als Fata Morgana zu verschwimmen. Camilleri legt Köder aus, die der Leser begierig schnappt und auf die falsche Fährte lockt. Michela Licalzi wurde von vielen Männern begehrt. Als sie nackt in ihrer Villa aufgefunden wird, deutet alles auf einen Sexualmord hin. Zu diesem Verdachtsmoment passt der Lebenswandel, den die Frau geführt zu haben schien. Sie residierte regelmäßig in denselbem Hotel, blieb über Nacht weg und kehrte erst im Morgengrauen wieder zurück. Nach und nach wird das Geheimnis um die Dame aus besseren Kreisen gelüftet. Ein bemerkenswerter Roman, der Appetit auf weitere Abenteuer des Commissario Montalbano macht. -Corinna S. Heyn Er ist ein schwieriger Charakter, nicht unbedingt freundlich, vor allem nicht zu seinen Mitarbeitern. Seine Ermittlungsmethoden sind, sagen wir, manchmal etwas fragwürdig. Aber er hat ein untrügliches Gespür. Er liebt die feinen Mahlzeiten, die Adelina für ihn kocht. Und er ist in vielen Dingen altmodisch. Seine Geliebte Livia lebt in Genua ... und er in Vigata. Die Rede ist von Commissario Salvo Montalbano, einem Mann mit vielen Ecken und Kanten. Einem Polizist, der sich nicht so leicht täuschen lässt und der alles gegen seine Beförderung tut. Durch einen Zufall gerät Salvo in diesen neuen Fall, in dem Verwechslungen und Täuschungen einander jagen. Er entdeckt aus reiner Neugierde in einer kleinen Villa die tote Hausbesitzerin Michela. Sie wurde nackt erwürgt. Doch es sieht weder nach Einbruch noch nach Vergewaltigung aus. Seltsam ist, dass ihre Kleider fehlen. Mauricio, ein junger Mann, der Michela nachstellte und seit Tagen verschwunden ist, wird vom Chef der Mordkommission in einer spektakulären Aktion erschossen. Selbstverständlich glaubt Salvo nicht, dass der zurückgebliebene Mauricio Michelas Mörder ist. Doch: Man entzieht ihm den Fall! Was ihn natürlich wenig stört. Andrea Camilleri wurde 1925 in dem sizilianischen Küstenstädtchen Porto Empedocle geboren. Er lebt in Rom und arbeitet als Drehbuchautor und Theaterregisseur. Neben Büchern mit dem Serien-Kommissar Montalbano hat er auch einige historische Romane geschrieben. Camilleri lehrt seit mehr als 20 Jahren an der Accademia d'arte drammatica. Die Hörspielbearbeitung mit der bewährten Sprechercrew (Gerd Wameling, Horst Mendroch, Frank Stöckle u.v.a.) bleibt bis zur letzten Sekunde spannend und fesselnd. Den Ton geben die perfekt arrangierten Dialoge und Pointen an, begeleitet und geführt von dem lakonisch-raffenden Erzähler. Purer Genuss nicht nur für Montalbano-Fans! Lesung, Spieldauer: ca. 210 Minuten, 2 MC. - culture.text
Buch:
Das Medaillon
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 1. April 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 290111
Aus der Amazon.de-Redaktion Sie wäre nicht von Camilleri, spielte die Erzählung nicht auf Sizilien: in Belcolle, wo die Menschen "anständig und friedlich" sind. Die Ruhe aber ist dahin, als Ciccinos Frau Marta in hohem Alter stirbt, Herzinfarkt. Was mag es sein, dass den zurückgezogen lebenden Witwer veranlasst, sich noch mehr von der Dorfgemeinschaft abzukapseln und sogar zu einer Gefahr für andere zu werden? Eine charmante und warmherzige Erzählung, in deren Mittelpunkt der vermeintlich trauernde Witwer und ein Medaillon an einem schwarzen Samtband stehen. "Das habe ich Martha drei Monate nach unserer Hochzeit geschenkt," erinnert sich Ciccino, über vier Jahrzehnte war er mit ihr verheiratet. Obwohl Maresciallo Antonio Brancato, Kommandant der Carbinieri in Belcolle gar nicht aus dem Ort stammt, haben ihn alle ins Herz geschlossen, er soll "Probleme lösen", "Frieden stiften" oder "ein gutes Wort einlegen". Das tut er, und natürlich nimmt er sich auch Ciccinos ?Fall? an. Es ist ein buntes Treiben, das Camilleri, der großartige Geschichten und Krimi- Erzähler aus Sizilien skizziert. Bei Pasqualino, dem Barbier trifft man sich: der Landvermesser Albanese, der Professor Lumia. So anschaulich schreibt Camilleri, dass man meint, das bunte Stimmengewirr zwischen den Zeilen herauszuhören. Man ist sich einig: "Marta war der einzige Mensch auf der Welt, den Ciccino ein bisschen lieb hatte." Aber welche Rolle spielt das Medaillon? Und warum schießt Ciccino wild in der Gegend herum? Eine kleine Erzählung, die selbst wie ein Medaillon ist: man schlägt das Büchlein auf und ist gefangen vom Bild der dörflicher Atmosphäre, jener ganz besonderen Art des südlichen Miteinanders. Auf wenigen Seiten schafft Altmeister Camilleri es, dass Ciccinos Schicksal anrührt und bewegt. Aber, bei allem Gefühlsaufkommen, es gibt da auch die berühmt-berüchtigte sizilianische Schlitzohrigkeit, die der Geschichte letztlich ihren sympathischen und bezaubernden Dreh gibt, bevor man das Medaillon wieder schließt. Nicht zu vergessen, die wunderschönen Illustrationen von Roberto Innocenti aus Florenz, Italiens ganz großem Illustrator. Seine Bilder betrachtet man lange: immer wieder gibt es neue Details, Kleinigkeiten, haarscharf ist alles, selbst jeder Buchstabe auf einem Brief. Mit dem Illustrieren von Klassikern machte Innocenti Weltkarriere, unvergessen: Pinocchio, das zu den Meisterwerken des in Florenz lebenden Künstlers gehört. -Barbara Wegmann 1
Buch:
Die Form des Wassers: Commissario Montalbanos erster Fall
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 18. Okt. 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 66053
Commissario Montalbano ist verblüfft, als er die Nachricht vom Tod des angesehenen Politikers Luparello erhält Seine Leiche wurde nämlich ausgerechnet an der Stelle der sizilianischen Südküste aufgefunden, die in der Gegend als "Bordell unter freiem Himmel" bekannt ist. Dort soll sich der feinsinnige, generöse Luparello kurz vor seinem Tod mit einer hübschen Blondine vergnügt haben. War es ein Verbrechen, und - wenn ja - wer sind die Schuldigen? Und das Motiv? Geld? Macht? Mordlust? Das hängt, muss Montalbano erkennen, ganz von der Form ab, die man dem Fall gibt. Eben wie beim Wasser. Und so kommt der Commissario schon bald einem trickreich inszenierten Täuschungsmanöver auf die Spur... Vier Romane und insgesamt sieben Jahre hat es gedauert, bis Andrea Camilleri und seinem Romanhelden Salvo Montalbano der Sprung über die Alpen nach Deutschland gelang. Spät zwar, aber zum Glück für den Leser, denn Montalbano fügt den Brunettis und Scalzis einen weiteren eigenständigen Charakter innerhalb der italienischen Kriminalliteratur hinzu. Andrea Camilleri ist gebürtiger Sizilianer. Sein erster Roman in deutscher Sprache spielt auf Sizilien und handelt vom immerjungen Thema der Verfilzung von politischer Macht und Verbrechen, ohne dabei die üblichen Mafia-Klischees zu bedienen. Camilleri bewegt sich auf der Höhe der Zeit wie damals sein Vorgänger Leonardo Sciascia, ohne die tiefe Resignation des großen Autors zu teilen. Der Tote, der eines Morgens an der Küste in einem Auto gefunden wird, gehört dort eigentlich nicht hin. Der Ingenieur Luparello galt als wirklich ehrenwerter Mann. Was sollte er also dort am Strand, einer Art Bordell unter freiem Himmel, verloren haben? Außerdem hat es den Anschein, als sei er in Gesellschaft einer Prostituierten einem Herzanfall erlegen. Wer war diese Frau und wie konnte das Auto an diesen absolut unzugänglichen Küstenabschnitt gelangen? Merkwürdige Umstände, denkt sich der Commissario Montalbano. Die Befragung der Zeugen und der fast freundliche Kontakt zu einem der wichtigen Zuhälter der Gegend lassen ihn schon bald an der Todesursache zweifeln. Er heftet sich an die Spur der unbekannten Frau und bemerkt schnell, daß die hohe Politik tief in diesen "Todesfall" verwickelt ist. Der Autor ist in der Lage, die Spannung sehr subtil zu entwickeln und auf Temperatur zu halten. Die Dialoge sind ungemein unterhaltsam, mit feinem Humor und glaubwürdig gestaltet. Commissario Montalbano ist ein Mann mit Schwächen, aber auch mit Charakter und - er liebt seine von Sizilien so ferne Frau tatsächlich. Eine richtig schöne Entdeckung des Frühjahrs! Die Leser dürfen sich auf weitere Romane Andrea Camilleris und seines sehr menschlichen Helden freuen. -Ulrich Deurer
Buch:
Der verführerische Teufel - Der verliebte Teufel: Zwei Erzählungen
Autor:
Andrea Camilleri, Jacques Cazotte, Ausgabe vom 1. Dez. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 465376
Die Passion des stillen Rächers: Commissario Montalbano stößt an seine Grenzen
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 18. Dez. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 277522
Aus der Amazon.de-Redaktion "Die Sache sieht mir nicht nach einer simplen Erpressung aus." Commissario Montalbano, noch ganz schön lädiert durch seinen letzten Fall, muss wieder in den Ring, wird mit dem mysteriösen Verschwinden einer jungen Studentin konfrontiert und stößt bei seinen Ermittlungen auf ein "finsteres Pläneschmieden". Wie sollte es anders sein: Camilleri vom Feinsten! Susanna Mistretta ist verschwunden, Vater, Freund und Onkel sind in größter Sorge, die Mutter seit langem bettlägerig, sie leidet "an einer unheilbaren Krankheit, ... nämlich Lebensüberdruss. Eine Art tödlicher Depression." Zunächst gibt es keinerlei Hinweise oder Forderungen, zumal auch jeder weiß, dass die Familie in ?würdiger Armut? lebt. Doch dann ein Anruf: "Er sagt nicht drei Millionen Euro, er sagt sechs Milliarden (Lire). Das heißt für mich, dass der Anrufer nicht mehr der Jüngste ist." Erste Hinweise, mit Hochdruck setzt die Spurensuche ein. Dabei machen Vorgesetze Montalbano das Leben schwer, aber, es wäre ja nicht das erste Mal, dass der ausgefuchste Commissario seine so ganz eigenen Wege geht und findet. Andrea Camilleri hat schon vor langem eines geschafft: seinen Commissario sieht man hautnah vor sich, man liest nicht über ihn, man erlebt ihn, man verfolgt nicht die Geschichte, man begleitet ihn und er ist ein sympathischer Vertrauter. Glaubwürdig, seriös, gradlinig, ein Eigenbrödler und Genussmensch. Zu seinen Mitarbeitern hat er ein bestes Verhältnis, auch wenn er über Catarella sagt, er bringe es fertig, "nach dem Diebstahl einer Handtasche einen Atomkrieg auszulösen." Livia, seine Lebensgefährtin mit dem energischen südländischen Temperament oder Pippo Ragonese, das "Hühnerarschgesicht vom Televigàta", Camilleri stattet seine Figuren mit klarem Gesicht, Charakter, Wesen und Witz aus. Für das Zusammenspiel aller von größter Bedeutung. Der neue Fall des Comissarios entpuppt sich zu etwas ganz Besonderem: ein Fall, der ohne Blutvergießen und Leiche auskommt, in dem es mehr um Moral und die Funktion des Paten geht, die, selbst auf Sizilien, einmal nicht nur mit Korruption und Betrug zu tun haben muss. Also auch ohne Mord und Totschlag nicht minder spannend und bis zur letzten Seite ein Genuss. Auf die entscheidenden Sprünge hilft dem Commissario der Anblick eines Spinnennetzes, der ihm klar macht, dass sich die Entführung zu einem raffinierten Racheakt entpuppt. ".... ob seine Idee ein absurdes Phantasiegebilde war oder die nicht weniger absurde Wahrheit" - nach 250 Seiten ist man klüger! -Barbara Wegmann
Buch:
Die Farbe der Sonne: Ein Caravaggio-Roman
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 16. Januar 2010, Gebunden, Verkaufsrang 294463
Product Description Ein Caravaggio-Roman Erscheinungsjahr: 2010 16 Farbtaf. Deutsch v. Moshe Kahn Gewicht: 265 gr / Abmessungen: 205 mm x 125 mm Von Camilleri, Andrea / Übersetzt v. Kahn, Moshe Es geschehen seltsame Dinge auf Sizilien: Während einer Theateraufführung steckt ein Fremder Andrea Camilleri einen Zettel mit einer geheimnisvollen Nachricht zu: Er soll sich am folgenden Tag vor seinem Hotel einfinden und werde dort abgeholt. Und tatsächlich: Mit verbundenen Augen wird der Schriftsteller in ein abgelegenes Haus in die Campagna gebracht. Dort trifft er den Mann vom Vorabend wieder, der ihn mit einer unglaublichen Überraschung empfängt: Er verfügt über ein bisher unveröffentlichtes Tagebuch des berühmten Malers Caravaggio. Die Tagebuchseiten erzählen von den bewegenden letzten Jahren des Malers auf Malta. Caravaggio hatte im Affekt Totschlag begangen und musste daraufhin aus Rom fliehen. Auf Malta verfällt der Künstler langsam dem Wahnsinn. Außerdem plagt ihn eine seltene Augenkrankheit, aufgrund derer er das Sonnenlicht nicht mehr ertragen kann. Und doch ist es gerade dieses Leiden, das es ihm ermöglicht, eine ganz neue Theorie über die Farbe der Sonne aufzustellen. Eine Theorie, die für seine Hell-Dunkel-Malerei maßgeblich wurde. Ein hochorigineller Roman über die letzten Lebensjahre Caravaggios - mit Camilleri in der Hauptrolle!
Buch:
Eine Sache der Ehre: Zwei wahre Geschichten
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom Juli 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 609187
Der falsche Liebreiz der Vergeltung: Commissario Montalbano findet seine Bestimmung
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 16. Dez. 2005, Gebunden, Verkaufsrang 275251
Aus der Amazon.de-Redaktion "Sagen Sie mal, kennen wir uns irgendwoher?" "Ja", sagte Montalbano. "Sind wir uns dienstlich begegnet?" "Gewissermaßen, ja." Schon peinlich, wenn man seinem obersten Dienstherrn, dem Polizeipräsidenten Questore Alabìso beim Vorstellungsgespräch seine Aufwartung macht und betreten feststellen muss, dass man ihn als Jungspund bei einer 68er-Demo in Palermo mit einem saftigen Schwinger in den Staub der Straße geschickt hatte. So hatte sich Commissario Montalbano seine Ankunft in Vigàta nicht vorgestellt. Doch kurz darauf liegen sich die beiden Männer lachend in den Armen. Der Commissario ist an seinem Bestimmungsort angekommen. Andrea Camilleri hatte ein Einsehen. Zu viele Leser trieb die Frage um, wie wohl die Lehrjahre ihres Lieblingscommissarios ausgesehen haben mochten. Nun, sein Lehrherr war Commissario Sanfilippo, bei dem Montalbano sich das Rüstzeug für seine künftige Karriere holte. Und doch wollte er in dem staubtrockenen Bergnest Mascalippa nicht recht glücklich werden. Montalbano vermisste das Meer. Einzig die Nächte in seiner kleinen Zweizimmerwohnung werden ihm von Mery, der schönen Lateinlehrerin, versüßt (danach sollte Linda folgen, erst dann darf Livia in Montalbanos Leben treten). Der kluge Commissario Sanfilippo war es, der ein Einsehen mit seinem leidenden Angestellten hatte. Ihm verdanken wir, dass Montalbano befördert und in die Stadt seiner Kindheit versetzt wurde. Vigàta, der Stadt am Meer! Drei kluge, spannende - und nicht zuletzt zutiefst menschliche Geschichten erwarten uns. Alle kreisen - wie anders - um mafiöse Verstrickungen, Entführung und das Lieblingslaster eines jeden echten Sizilianers, den Liebreiz der Vergeltung. Dass es dabei gänzlich ohne Leichen abgeht, schmälert die Spannung in keinster Weise. Auch der liebenswert pedantische Kollege Fazio darf seinen ersten Auftritt absolvieren. Dank Camilleris sorgfältiger und bedächtiger Beschreibungssprache leuchtet und duftet Sizilien, dass es eine wahre Pracht ist. Die inzwischen legendär gewordenen und detailliert beschriebenen Speisefolgen Montalbanos fallen diesmal etwas weniger üppig aus. Aber schließlich muss sich auch ein frischgebackener Commissario erst einarbeiten. -Ravi Unger 1
Buch:
Die sizilianische Oper: Roman
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom Juli 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 61039
Am 10. Dezember 1874 brennt im verschlafenen sizilianischen Städtchen Vigata das Opernhaus. Kommissar Puglisi vermutet Brandstiftung, denn dieser geplante kulturelle Höhepunkt war von Anfang an von Schwierigkeiten begleitet. Der neue Präfekt in Montelusa, der zu allem Unglück aus der Toskana stammt, hat nicht mit dem Starrsinn der Vigateser gerechnet. Er möchte am liebsten "das Wohlgefallen an einer Oper polizeilich verordnen". Doch sein gut gemeinter Einsatz für die Kunst scheitert schmählich. Die Oper mit dem nicht unbedingt rasend interessanten Titel Der Bierbrauer von Preston wird vom Publikum ab der ersten Szene boykottiert und ins Lächerliche gezogen. Wobei niemand sich um die Oper als solche auch nur einen Deut schert. Allerdings, keiner in Vigata lässt sich aus Montelusa irgendetwas vorschreiben. Schon gar nicht Musik. Camilleri hat sich für den Leser einige nette Spielereien einfallen lassen. So beginnt jedes Kapitel und der erste Satz mit einer Überschrift aus bekannten Romanen. Auch die Reihenfolge der Abschnitte lässt mehr als nur eine mögliche Lesart zu. Jeder kann sich die Ereignisse um den Brand des Opernhauses selbst zusammenstellen, denn die Kapitel sind in sich abgeschlossen. Der Erzählstil ist, wie von Camilleri gewohnt, deftig und prall. Das sizilianische Leben eben. Hier nimmt keiner ein Blatt vor den Mund, und wenn es darum geht, Klartext zu reden, dann bestehen die Sizilianer darauf, lateinisch zu sprechen. Das muss man einfach wissen. Und wenn sie im Unklaren bleiben wollen? Dann weichen sie aufs Sizilianische aus, logisch. -Manuela Haselberger Eigentlich sollten sich die Bürger des sizilianischen Nestes Vigàta freuen, dass auch ihr Dorf ein Opernhaus vorweisen kann. Das Gegenteil ist der Fall. Denn Initiator des Opernprojekts ist der neue Präfekt aus Montelusa. Und der stammt erstens aus der Toscana, was an sich schon ein Fehler ist, und zweitens werden Vorschläge aus Montelusa in Vigàta aus Prinzip abgelehnt. Und so geht es bereits bei der Theaterpremiere drunter und drüber und die Oper zu guter Letzt in Flammen auf. So einfach wie seine Erfolgskrimis um Commissario Montalbano lässt sich Andrea Camilleris historische Erzählung Die sizilianische Oper nicht in eine Hörversion verwandeln. Denn der italienische Kultautor hat sich ein paar hübsche Spielereien ausgedacht. So sind die Kapitel in sich abgeschlossen und deren Reihenfolge variabel. Wer will, beginnt also mit CD sechs und arbeitet sich zur ersten vor. Auf diese Weise kann man die Camillerische Farce mehrfach anhören und ihr immer neue Aspekte abgewinnen. Wiederholtes Abspielen empfiehlt sich ohnehin, da der Roman mehr als komplex und die Personenzahl verwirrend groß ist - auch wenn Vorleser Frank Arnold sich größte Mühe gibt, jeder Figur eine eigene Stimme, einen Charakter zu verleihen. Deshalb ist die erste Lesung noch Arbeit pur - das Vergnügen über diese deftig-derbe Landposse wächst aber proportional zur Anzahl der Hörversuche. -Beate Strobel Ungekürzte Lesung, Spieldauer: 420 Minuten, 6 CDs; auch erhältlich als 5 MCs.
Buch:
Der zerbrochene Himmel: Roman
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom Januar 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 457259