Das Paradies der kleinen Sünder: Commissario Montalbano kommt ins Stolpern
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 2. Januar 2002, Gebunden, Verkaufsrang 372730
Aus der Amazon.de-Redaktion Ein Landstreicher wird ermordet, weil er zu viel über ein 50 Jahre zurückliegendes Verbrechen weiß. Ein verbitterter alter Mann tarnt seinen Selbstmord als grausamen Mord, um sich damit an seinem verhassten Bruder zu rächen. Ein Mafiakiller setzt den eigenen Partner außer Gefecht und rettet dem Beinahe-Opfer das Leben. Und Commissario Salvo Montalbano, der launische, aber gutmütige, kluge und ungewöhnlich belesene Chef des Polizeikommissariats von Vigàta, löst diese und viele weitere Fälle wie immer mit viel Witz, Herz und Verstand. Vigàta ist eine fiktive Kleinstadt in Sizilien. Ihre Einwohner - von den Honoratioren und Mafiabossen über große und kleine Geschäftsleute bis hin zu den Armen und Gescheiterten - bevölkern die kurzweiligen Kriminalgeschichten Andrea Camilleris. Es sind meist kleine Sünder, wie der Titel sie nennt. Selbst Kapitalverbrechen werden bei Camilleri mit so viel Unbekümmertheit und Humor geschildert, dass sie eher unterhaltsam als gruselig daherkommen. Der Autor lässt ein Panorama einer kleinstädtischen Gesellschaft fernab von den Machtzentren Europas entstehen. So erfährt der Leser nebenbei allerhand über italienische Geschichte und Kultur, über das Land und seine Menschen. Ein besonderes Lob gebührt der Übersetzerin: Christiane von Bechtolsheim ist es gelungen, Eigenheiten des sizilianischen Dialekts in die deutschsprachige Fassung herüberzuretten und den Geschichten auch sprachlich eine gewisse "Italianità" zu bewahren. -Anna Hochsieder
Buch:
Der zerbrochene Himmel: Roman
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 2005, Gebunden, Verkaufsrang 743239
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 29. März 2006, Audio CD, Verkaufsrang 568839
Aus der Amazon.de-Redaktion Vier Romane und insgesamt sieben Jahre hat es gedauert, bis Andrea Camilleri und seinem Romanhelden Salvo Montalbano der Sprung über die Alpen nach Deutschland gelang. Spät zwar, aber zum Glück für den Leser, denn Montalbano fügt den Brunettis und Scalzis einen weiteren eigenständigen Charakter innerhalb der italienischen Kriminalliteratur hinzu. Andrea Camilleri ist gebürtiger Sizilianer. Sein erster Roman in deutscher Sprache spielt auf Sizilien und handelt vom immerjungen Thema der Verfilzung von politischer Macht und Verbrechen, ohne dabei die üblichen Mafia-Klischees zu bedienen. Camilleri bewegt sich auf der Höhe der Zeit wie damals sein Vorgänger Leonardo Sciascia, ohne die tiefe Resignation des großen Autors zu teilen. Der Tote, der eines Morgens an der Küste in einem Auto gefunden wird, gehört dort eigentlich nicht hin. Der Ingenieur Luparello galt als wirklich ehrenwerter Mann. Was sollte er also dort am Strand, einer Art Bordell unter freiem Himmel, verloren haben? Außerdem hat es den Anschein, als sei er in Gesellschaft einer Prostituierten einem Herzanfall erlegen. Wer war diese Frau und wie konnte das Auto an diesen absolut unzugänglichen Küstenabschnitt gelangen? Merkwürdige Umstände, denkt sich der Commissario Montalbano. Die Befragung der Zeugen und der fast freundliche Kontakt zu einem der wichtigen Zuhälter der Gegend lassen ihn schon bald an der Todesursache zweifeln. Er heftet sich an die Spur der unbekannten Frau und bemerkt schnell, daß die hohe Politik tief in diesen "Todesfall" verwickelt ist. Der Autor ist in der Lage, die Spannung sehr subtil zu entwickeln und auf Temperatur zu halten. Die Dialoge sind ungemein unterhaltsam, mit feinem Humor und glaubwürdig gestaltet. Commissario Montalbano ist ein Mann mit Schwächen, aber auch mit Charakter und - er liebt seine von Sizilien so ferne Frau tatsächlich. Eine richtig schöne Entdeckung des Frühjahrs! Die Leser dürfen sich auf weitere Romane Andrea Camilleris und seines sehr menschlichen Helden freuen. -Ulrich Deurer
Buch:
Die sizilianische Oper.
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 2000, Broschiert, Verkaufsrang 837547
Am 10. Dezember 1874 brennt im verschlafenen sizilianischen Städtchen Vigata das Opernhaus. Kommissar Puglisi vermutet Brandstiftung, denn dieser geplante kulturelle Höhepunkt war von Anfang an von Schwierigkeiten begleitet. Der neue Präfekt in Montelusa, der zu allem Unglück aus der Toskana stammt, hat nicht mit dem Starrsinn der Vigateser gerechnet. Er möchte am liebsten "das Wohlgefallen an einer Oper polizeilich verordnen". Doch sein gut gemeinter Einsatz für die Kunst scheitert schmählich. Die Oper mit dem nicht unbedingt rasend interessanten Titel Der Bierbrauer von Preston wird vom Publikum ab der ersten Szene boykottiert und ins Lächerliche gezogen. Wobei niemand sich um die Oper als solche auch nur einen Deut schert. Allerdings, keiner in Vigata lässt sich aus Montelusa irgendetwas vorschreiben. Schon gar nicht Musik. Camilleri hat sich für den Leser einige nette Spielereien einfallen lassen. So beginnt jedes Kapitel und der erste Satz mit einer Überschrift aus bekannten Romanen. Auch die Reihenfolge der Abschnitte lässt mehr als nur eine mögliche Lesart zu. Jeder kann sich die Ereignisse um den Brand des Opernhauses selbst zusammenstellen, denn die Kapitel sind in sich abgeschlossen. Der Erzählstil ist, wie von Camilleri gewohnt, deftig und prall. Das sizilianische Leben eben. Hier nimmt keiner ein Blatt vor den Mund, und wenn es darum geht, Klartext zu reden, dann bestehen die Sizilianer darauf, lateinisch zu sprechen. Das muss man einfach wissen. Und wenn sie im Unklaren bleiben wollen? Dann weichen sie aufs Sizilianische aus, logisch. -Manuela Haselberger Eigentlich sollten sich die Bürger des sizilianischen Nestes Vigàta freuen, dass auch ihr Dorf ein Opernhaus vorweisen kann. Das Gegenteil ist der Fall. Denn Initiator des Opernprojekts ist der neue Präfekt aus Montelusa. Und der stammt erstens aus der Toscana, was an sich schon ein Fehler ist, und zweitens werden Vorschläge aus Montelusa in Vigàta aus Prinzip abgelehnt. Und so geht es bereits bei der Theaterpremiere drunter und drüber und die Oper zu guter Letzt in Flammen auf. So einfach wie seine Erfolgskrimis um Commissario Montalbano lässt sich Andrea Camilleris historische Erzählung Die sizilianische Oper nicht in eine Hörversion verwandeln. Denn der italienische Kultautor hat sich ein paar hübsche Spielereien ausgedacht. So sind die Kapitel in sich abgeschlossen und deren Reihenfolge variabel. Wer will, beginnt also mit CD sechs und arbeitet sich zur ersten vor. Auf diese Weise kann man die Camillerische Farce mehrfach anhören und ihr immer neue Aspekte abgewinnen. Wiederholtes Abspielen empfiehlt sich ohnehin, da der Roman mehr als komplex und die Personenzahl verwirrend groß ist - auch wenn Vorleser Frank Arnold sich größte Mühe gibt, jeder Figur eine eigene Stimme, einen Charakter zu verleihen. Deshalb ist die erste Lesung noch Arbeit pur - das Vergnügen über diese deftig-derbe Landposse wächst aber proportional zur Anzahl der Hörversuche. -Beate Strobel Ungekürzte Lesung, Spieldauer: 420 Minuten, 6 CDs; auch erhältlich als 5 MCs.
Buch:
Die Ermittlungen des Commissario Collura
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 1. Sept. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 235582
Aus der Amazon.de-Redaktion Andrea Camilleri, dessen Romane um den Commissario Montalbano auch in deutscher Sprache zahllose Krimifans begeistern, zaubert einen weiteren beamteten Ermittler aus dem Hut: Commissario Collura, mindestens ebenso bärbeißig wie sein Kollege, aber in einem völlig anderen Umfeld tätig. Während eines Schusswechsels mit Bankräubern hat sich Collura eine Verletzung eingehandelt und sieht sich zu einer längeren Rekonvaleszenzzeit gezwungen. Um sich zu beschäftigen, übernimmt er den vorgeblich erholsamen Job eines "Commissario di bordo", eines Zahlmeisters auf einem Kreuzfahrtschiff. Doch auch auf hoher See gilt es, Missverständnisse aufzuklären und Betrügereien zu verhindern. Das vorliegende Bändchen enthält acht kürzere Erzählungen, die Camilleri ursprünglich für eine italienische Tageszeitung verfasste. Aus der Einschränkung, eine bestimmte Textlänge einzuhalten, macht der große Erzähler eine Tugend: Mit wenigen Sätzen führt er seinen Lesern eine ganze Welt vor Augen. Commissario Colluras Aufgabe besteht darin, die Ruhe an Bord aufrecht zu halten, ob nun ein Kleinkind verschwindet, ein Gespenst eine Kabine heimsucht oder ein Falschspieler reiche Passagiere betrügt. Dabei erweist er sich als großer Menschenkenner, der immer wieder ein Unglück zu verhindern weiß und sogar gebrochenen Herzen Trost spendet. Commissario Collura ist ein Fremder an Bord des großen Kreuzfahrtschiffes, und mit den Augen eines Fremden beschreibt er die dekadente und von heimlichen Leidenschaften geprägte Welt. Mit der Zeit gelangt er immer mehr zu der Feststellung, dass die Kreuzfahrt gar nicht wirklich, sondern nur virtuell stattfindet, zu viele Menschen und Dinge erweisen sich als etwas anderes, als sie zu sein scheinen. In einem Interview am Schluss des Bandes erklärt Camilleri, dass er gerne einen Roman schreiben würde, in dem seine beiden Commissarios - die miteinander befreudet sind - gemeinsam ermitteln. Das wäre auf jeden Fall ein interessantes Projekt, denn so verschieden Collura und Montalbano auch sein mögen, so sehr sind sie doch beide vom Camilleri'schen Charme durchdrungen. -Hannes Riffel
Hörbuch:
Die Generalprobe / Die Entführung
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 2006, Audio CD, Verkaufsrang 673863
Buch:
Die Nacht des einsamen Träumers: Commissario Montalbano kommt ins Grübeln: Commissario Montalbano kommt ins Grübeln - Commissario Montalbanos siebter Fall
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 30. Juli 2002, Gebunden, Verkaufsrang 233363
Aus der Amazon.de-Redaktion Mit Die Nacht des einsamen Träumers liegt der siebte Band der Krimireihe um den italienischen Commissario Montalbano vor - kein Roman dieses Mal, sondern zwanzig Erzählungen, die die ganze Bandbreite des schriftstellerischen Könnens von Andrea Camilleri zeigen. Die Ausgangssituation der einzelnen Fälle wiederholt sich mit selbstironischer Regelmäßigkeit: Montalbano wird von seinem trotteligen Kollegen Catarella frühmorgens aus dem Bett geklingelt ("Sind Sie das ganz persönlich selber, Dottori?") und an den Schauplatz eines Verbrechens gerufen. Dabei kann es sich um einen brutalen Mord handeln oder um den Diebstahl einer Schachtel Kronkorken - die Bandbreite ist groß. Montalbano schaut sich den Tatort an und zieht sich dann nachdenklich in sein Büro zurück. Oder auf die Veranda seines Häuschens, mit Blick auf das Meer. Und dann wird es richtig spannend: Wie ein Chamäleon passt der Commissario seine Herangehensweise dem jeweiligen Fall an, und diese Fälle haben es in sich: Wer hatte ein Motiv, die alternde Prostituierte Maria aus dem Weg zu räumen? Wie kommt der Zettel mit dem Hilferuf in den Wasserkrug des Bauern? Warum wird Montalbano von seinem alten Freund Preside Burgio (aus Der Hund aus Terracotta) plötzlich zum Essen eingeladen, nachdem sie sich so lange nicht gesehen haben? Wo hat sich die junge Frau in der Zeit nach ihrem Verschwinden und vor ihrem gewaltsamen Tod aufgehalten? Eigentlich hatte man auf eine Erklärung der Chamäleon-Taktik gewartet, stattdessen kommt eine Reihe Fragen - ist das Absicht? Bei aller Lust am Kriminalfall und dessen Lösung verliert Andrea Camilleri jedoch eins nie aus dem Blick: Eine kurze, pointierte Erzählung überzeugt die Leser nur, wenn es gelingt, die Figuren auf wenigen Seiten lebendig werden zu lassen - und darin ist der sizilianische Autor ein Meister! Nicht nur die Protagonisten der bisherigen Montalban-Romane rücken ins Rampenlicht, auch Täter, Opfer und Zufallsbekanntschaften sind erstaunlich präsent. Und wenn Commissario einmal alles zu viel wird, ruft er einfach seinen Schöpfer an und erklärt ihm, er solle von dieser Geschichte doch bitte die Finger und ihn in Ruhe lassen. Er müsse jetzt essen gehen. Während seine Fans auf sein nächstes Abenteuer hoffen. -Hannes Riffel 1
Buch:
Der Hund aus Terracotta: Commissario Montalbanos zweiter Fall
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 17. Okt. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 775486
Aus der Amazon.de-Redaktion Er ist ein ausgesprochener Genießer sizilianischer Küche und bekommt Herzklopfen, wenn er den Kühlschrank aufmacht. Er will im Job auf keinen Fall befördert werden, hat eher auf Pressekonferenzen Hemmungen als bei schönen Frauen, kämpft als "einsamer Wolf", schlägt sich schon mal eine Nacht um die Ohren. Mit einem Paukenschlag - der Festnahme eines mehrfachen Mörders - beginnt Commissario Montalbanos zweiter Fall. Aber was bei anderen Krimis schon fast das Ende wäre, ist hier der Auftakt zu einer feingesponnenen, liebevoll, fast zärtlich erzählten und überdies mystisch angehauchten Geschichte. Im harten Ermittlungsgeschäft zwischen sizilianischer Mafia, dunklen Waffengeschäften und Mord entdeckt Montalbano in einer Grotte die Skelette einer Frau und eines Mannes, bewacht von einem Hund aus Terrakotta. Ganz eindeutig ein Liebespaar, das allerdings viele Rätsel aufgibt und ins Sizilien der 40er Jahre führt, Kriegsende, Nachkriegszeit. Und hier, auf dem die kriminalistischen, Spuren sichernden Weg in die Vergangenheit, wird die Spannung zum Virus und steckt von Seite zu Seite mehr an. Andrea Camilleri, Bestseller-Autor aus Sizilien, entfaltet sein Erzähltalent nur zögernd, aber was stellenweise ein wenig spröde beginnt, nimmt dann um so schneller und intensiver gefangen: die rekonstruierte Geschichte zweier Menschen, eingebettet in eine überzeugende, atmosphärisch dichte Schilderung von Raum und Zeit. Der Commissario und sein Autor, oder ist es vielleicht umgekehrt? Einerlei: Sizilien, die gute Küche und vertrackte Fälle lieben beide. Ein Team mit schlitzohriger Spitzfindigkeit und mediterranem Charme, das die Zutaten für spannende Unterhaltung genausogut kennt wie die Menüfolge eines guten sizilianischen Essens. -Barbara Wegmann
Hörbuch:
Die Pension Eva
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 3. März 2008, Audio CD, Verkaufsrang 835307
Aus der Amazon.de-Redaktion Eigentlich ist die Pension Eva für den heranwachsenden Nenè gar kein Bordell. Nicht nur, dass sich der Junge, der schon früh von seiner Cousine in die Geheimnisse der Liebe eingewiesen worden ist, als Zwölfjähriger vorgestellt hatte, dass in der dreistöckigen Villa im italienischen Vigàta bezaubernde Feen wohnten. Auch ist die "Pension" auf den Überresten eines Tempels und einer Kirche errichtet worden. Und tatsächlich erscheint das Haus im Roman vor allem ein heiliger Ort, in dem die Männer in den Armen des zweiwöchentlich wechselnden Personals für eine halbe Stunde auch den Krieg und die Lieblosigkeit ihrer Umgebung vergessen können. So verwundert es Nenè nicht, dass er nach der Zerbombung des Bordells am Ende des Romans eine Statue von griechischer Schönheit in den Trümmern findet, die die Hände zum Gebet gefaltet hat - und die die Illusion des wahren Ortes im falschen Leben gleich wieder entlarvt: "Er berührte sie. Und da bemerkte er, dass sie nicht aus Marmor war, sondern aus Fleisch und Blut. Die Totenstarre hatte längst eingesetzt, und so hatte die Leiche wie eine Statue ausgesehen. Der Staub bedeckte ihren ganzen Körper, und wahrscheinlich war sie daran qualvoll erstickt." Der Lektüre des Kurzromans Die Pension Eva aus der Feder des inzwischen 82-jährigen italienischen Bestsellerautors Andrea Camilleri ist zunächst befremdlich. Das hat weniger damit zu tun, dass man vom Autor, der hierzulande nicht zuletzt durch seine spannenden Geschichten rund um den Commissario Montalban bekannt geworden ist, eher einen Krimi als eine leise Erzählung über das Heranwachsen in Zeiten des Krieges erwartet hätte. Vielmehr ist es der etwas altertümelnde Erzählton, der überrascht. Denn bei der Lektüre von Die Pension Eva hat man über weite Strecken das Gefühl, man halte die - unbedingt notwendige, da ungemein faszinierende - Wiederentdeckung eines wundervoll schreibenden Autors aus den zwanziger Jahren in den Händen, die die Lektoren des Kindler-Verlags da der Vergessenheit entrissen haben, und nicht eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2008. Wenn man sich aber auf den zwar nostalgischen, aber stringent durchgehaltenen und irgendwie ja auch passenden Erzählton Camilleris eingelassen hat, wird man Die Pension Eva die gegen Ende immer mehr zu einer Sammlung kleiner Geschichten und Anekdoten wird, mit Hochgenuss verschlingen. Da gibt es eigentlich nur eine kurze Passage, in der der allwissende Erzähler seine Leser, den vermeintlichen Tod eines liebestollen Barons im Bombenhagel betreffend, an der Nase herumführt. Da hätte man sich eine weniger effektvolle, dafür aber gelungenere Schreiblösung gewünscht. Aber das ist in dem Roman, der auf kleinstem Raum ein kluges Panorama der faschistischen italienischen Gesellschaft unter Mussolini entfaltet, nun wirklich ein verschmerzbarer Einzelfall. - Thomas Köster, Literaturanzeiger.de
Buch:
Jagdsaison
Autor:
Andrea Camilleri, Ausgabe vom 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 354614