Aus der Amazon.de-Redaktion Es geht arg verwirrend zu im Roman Ungeschoren des schwedischen Bestseller-Autors Arne Dahl. Es ist Mittsommerzeit, und die Stockholmer Sonderermittlungstruppe hat nach dem Weggang ihres Chefs Jan-Olov Hultin mehr zu tun denn je. An einer späten Stelle des Romans fasst eine der zahlreichen Figuren die Lage zusammen - vielleicht auch, damit der Leser den roten Faden wieder aufnehmen kann. "Hjelm ermittelt gegen Chavez. Jon Anderson wird in Polen niedergestochen. Mörderische polnische Krankenschwester wird in Schweden erschlagen. Chef von Schund-Fernsehsender wird von Fernsehkritiker erschossen. Kurdische Frau ermordet kurdischen Bruder. Moldawischer Schwimmtrainer wird von Prostituierter ermordet." Als würde das nicht reichen, finden die Ermittler der Truppe rund um ihre neue Chefin Kerstin Holm auch noch Leichen, denen ein kreisrundes Stück ihres Schädels im Rachen steckt - und vier Opfer, deren postmortal beigebrachte Tätowierungen (P-U-C-K) gemeinsam den Namen des Kobolds aus Shakespeares Sommernachtstraum ergeben. Wie nur, fragt sich der Leser da öfters mal verzweifelt, mag das alles zusammenhängen - wenn es denn überhaupt zusammenhängt? Aber in Ungeschoren hängt dies alles miteinander zusammen. Und es ist auf derart kunstvolle Art und Weise miteinander verknüpft, dass die langsame Aufklärung der Fälle die Leser für die zuvor heillos wirkende Verwirrung wieder entschädigt. Ungeschoren ist sicher nicht Dahls bester Krimi. Aber er verknüpft Spannung mit Niveau, Irritation mit Erleuchtung. Und auch die überraschende Lösung des Rätsels hat es wieder einmal in sich. - Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de
Buch:
Totenmesse: Kriminalroman
Autor:
Arne Dahl, Ausgabe vom Febr. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 147317
Aus der Amazon.de-Redaktion Staffagefigur, das ist ein seltsames Wort. Cilla Hjelm kommt es in den Sinn, als sie im Stockholmer Viertel Österhalm in der Warteschlange am Bankschalter steht. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Wort aus dem Deutschen ins Schwedische übernommen, fünf Jahrzehnte später durch Staffage ersetzt ? "und in übertragener Bedeutung für eine Person benutzt, die ? in welchem Zusammenhang auch immer ? eine untergeordnete Rolle spielt". Als Staffage fühlt sich auch Cilla Hjelm, als sie in der Schlange steht und auf ihren Einsatz wartet und endlich etwas Bedeutendes sein will im Leben. Dabei zieht ihre belanglos erscheinende Biografie an der Seite ihres Ex-Ehemanns Paul Hjelm an ihr vorüber. Dessen Hilfe allerdings wird sie bald brauchen. Denn Hjelm ist Polizist des A-Teams, und Cilla glaubt schon bald zu wissen, warum ihr Leben so an ihr vorbeigezogen ist. Denn plötzlich ist sie in der Gewalt zweier schwer bewaffneter Bankräuber, die einen Auftrag haben. "Deshalb waren die Gedanken so schnell abgerollt", heißt es in Arne Dahls Roman Totenmesse. "Und Cilla Hjelm war keine Staffagefigur mehr." Danach entwickelt sich alles sehr dramatisch in Dahls spannend geschriebenem Roman. Denn die Bankräuber wollen gar kein Geld. Sie jagen einer chemischen Formel hinterher, die viel mehr Reichtum verspricht ? und weit zurückführt in die Zeit des Kalten Kriegs. Das alles ist überaus packend zu lesen. Totenmesse ist der siebte Fall des A-Teams um Kerstin Holm und Paul Hjelm. Und es ist auf jeden Fall einer der besten.-Stefan Kellerer
Buch:
Misterioso: Kriminalroman
Autor:
Arne Dahl, Ausgabe vom Nov. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 18846
Kaum ist Paul Hjelm, Inspektor der Stockholmer Polizei, zur Sondereinheit für besonders schwierige Fälle berufen worden, da hat er es schon mit einem kaltblütigen Serienmörder zu tun drei unbescholtene Geschäftsleute - hingerichtet mit Kopfschüssen aus nächster Nähe, nach einem präzisen Ritual. Eine erste Spur, die zu einer Geheimloge führt, erweist sich als Sackgasse. Ist womöglich die russische Mafia in die Morde verwickelt? Doch dann die heiße Spur ein Jazzstück mit dem bezeichnenden Titel Misterioso ... Sein Erzählstil ist dicht, seine Figuren sind glaubwürdig gezeichnet, seine Geschichte gut durchdacht und geschickt konstruiert. Westdeutsche Zeitung Hochbrisant und top secret - eine Spezialaufgabe für ein Sonderkommando: drei Morde nach gleichem kaltblütigen Muster, drei Geschäftsmänner brutal hingerichtet. Inspektor Paul Hjelm, verheiratet, zwei Kinder, ermittelt: Russische Mafia? Organisiertes Verbrechen? Als bester schwedischer Thriller des Jahres wurde Dahls erster Paul-Hjelm-Krimi gelobt, gar auf eine Stufe mit Åke Edwardson und Håkan Nesser gestellt. Verdient hat er's ganz sicher, denn es dauert nur wenige Seiten und man wird zum stillen Mitglied in jenem "handverlesenen" Sonderkommando. "Eine Art ritualisierte Hinrichtungsmethode mit Wiedererkennungseffekt?". Wer waren die drei Männer, hatten sie gleiche Freunde, Feinde, Geschäfte, Hobbys? Minutiös werden Recherchen geschildert, Details bleiben nicht unerwähnt, fast pedantisch genau wird der Fall literarisch seziert; das klingt dröge, ist es aber nicht. Im Gegenteil: "Man stößt ständig auf neue Verästelungen... neue Triebe, die aus den Stengeln sprießen" - je sachlicher und distanzierter die Schilderungen, desto spannender und fesselnder die Stimmung. Fünf Männer und eine Frau im Sonderteam, "und sie wissen, was auf dem Spiel steht", ganz unterschiedliche Charaktere, gut heraus gezeichnet, individuell, jeder mit nachvollziehbaren Absichten handelnd, dynamisch in der Gruppe. Ein gelungenes Potpourri. Ein gewöhnlicher Fall ist es nicht, Arbeit, Einsatz und Gefahr gehen weit über andere Ermittlungen hinaus; an Gesellschaftskritik wird nicht gespart: "Was bis vor wenigen Jahren echten Verbrechern vorbehalten war, Geldwäsche, Geldschieberei... sind inzwischen salonfähige Geschäftsfelder." Wenn die Toten "Kapitalisten der neuen Sorte waren, nichtproduzierende Wirtschaftskapitäne", wo sind dann die Täter zu suchen? Und dann ist da noch ein Saxofonstück, das eine große Rolle spielt, "er könnte das Stück wieder und immer wieder hören" - aber wer? Der Täter? Der Mörder? -Barbara Wegmann
Buch:
Rosenrot: Kriminalroman
Autor:
Arne Dahl, Ausgabe vom Sept. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 23405
Kriminalroman Erscheinungsjahr: 2007 Aus d. Schwed. v. Wolfgang Butt Gewicht: 354 gr / Abmessungen: 190 mm x 119 mm x 22 mm Von Dahl, Arne / Übersetzt v. Butt, Wolfgang Dag Lundmark war Leiter der rasch und effektiv durchgeführten Razzia. Winston Modisane mußte dabei sterben aber war der Tod des Südafrikaners wirklich unvermeidlich? Paul Hjelm und Kerstin Holm ermitteln in einem Fall, der im Milieu illegaler Einwanderer beginnt und in der trügerischen Idylle eines schwedischen Sommers atemlos endet. Ein Fall, der mehr mit ihnen selbst zu tun hat, als sie wahrhaben wollen ... Pressestimmen: "Der schwedische Bestsellerautor Arne Dahl zählt unbestritten zu den Größten seines Fachs: Seine Thriller sind nicht nur packend, sondern auch modern, international und sensibel." (Iris Alanyali, Die Welt) Arne Dahls Krimis sind anders. Seine anspielungsreichen, intelligenten und facettenreichen Fälle sind keine ganz einfach zu konsumierende Krimikost, sondern spannende Unterhaltung der Extraklasse. So auch dieses Mal... Kerstin Holm und Paul Hjelm sind Ermittler der "A-Gruppe", einer Spezialeinheit der Stockholmer Polizei für Gewaltverbrechen mit internationalem Charakter. Die zahlreichen gemeinsam bearbeiteten Fälle haben sie zu einer Art "Dream-Team" verschmelzen lassen, das manchmal wie ein einziges Gehirn zu funktionieren scheint. Doch der aktuelle Fall bringt die beiden Profi-Ermittler gehörig aus dem Gleichklang. Ein schwarzer Asylbewerber aus Südafrika wird von einem Polizisten erschossen. Der Polizist behauptet, in Notwehr gehandelt zu haben - doch es kommen immer mehr Zweifel an dieser Version des Tathergangs auf. Die internen polizeilichen Ermittlungen laufen an, Paul Hjelm und Kerstin Holm leiten die Befragungen. Dabei kommt ans Tageslicht, dass Kerstin vor Jahren mit dem Polizisten verlobt war, gegen den nun ermittelt wird. Die Verbindung, die sich schnell als unglücklich erwiesen hatte, wurde schon vor langer Zeit gelöst. Doch warum trägt die Kommissarin noch immer den Verlobungsring von damals? Und warum musste der Südafrikaner sterben? Dann stößt ein Einbrecher auf eine weitere Leiche. Der Abschiedsbrief des scheinbar freiwillig aus dem Leben Geschiedenen enthält kryptische Hinweise, die wiederum auf die Spur eines Verbrechens in der schwedischen Provinz führen. Ganz langsam beginnt sich der Kreis zu schließen... Dahls "A-Team" besteht aus einer ganzen Reihe von Ermittlern, und in jedem seiner Krimis rückt der Autor ein anderes Teammitglied in den Mittelpunkt. In Rosenrot ist es Kerstin Holm, und so wird z.B. immer wieder über die Inschrift ihres Verlobungsrings gerätselt: "Auch viele Wasser löschen die Liebe nicht". Sehr lange kann sich keiner einen Reim auf diese Verse aus dem Hohelied machen... - Ulrike Künnecke, Literaturtest
Buch:
Böses Blut: Roman
Autor:
Arne Dahl, Ausgabe vom Dez. 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 16991
Ein schwedischer Literaturkritiker wird auf dem New Yorker Flughafen auf ebenso ungewöhnliche wie grausame Weise getötet. Die Spur des Täters führt zu einer Mordserie, die fünfzehn Jahre zurückliegt. Paul Hjelm und Kerstin Holm von der Stockholmer Sonderkommission stoßen auf einen ungeheuerlichen Fall ... Mit diesem Roman hat sich der Schwede Dahl in die erste Reihe der internationalen Thriller-Autoren geschrieben. Böses Blut9 ist weit mehr als die schnell konsumierte und ebenso schnell wieder vergessene Thriller-Konfektion. Dahls Roman hat literarisches Niveau. Der Spiegel Der Mord an einem schwedischen Literaturkritiker in den USA ruft die Spezialeinheit für "Gewaltverbrechen von internationalem Charakter" auf den Plan. Arne Dahls hochspannender Politthriller Böses Blut zeigt die atemlose Jagd Paul Hjelms und seiner Kollegen auf einen scheinbar motivlosen Serienkiller. Der schwedische Literaturkritiker Lars-Erik Hassel wird auf dem Flughafen von New York in einer Besenkammer grausam gefoltert und ermordet. Ein Motiv? Fehlanzeige! Die Spezialeinheit A-Gruppe um den Ermittler Paul Hjelm soll in Stockholm den mutmaßlichen Täter abfangen, der sich Informationen des FBI zu Folge auf dem Flug nach Schweden befindet. Doch der Zugriff misslingt kläglich. Eine atemberaubende Jagd unter großem Zeitdruck beginnt. Weitere Morde geschehen, scheinbar zusammenhanglos, doch mit der gleichen unverkennbaren Handschrift des Gesuchten. Hjelm und seine Kollegin Kerstin Holm reisen in die USA, um dort Details über den so genannten Kentucky-Mörder zu erfahren, der einst nach der gleichen Methode mordete, aber bei einem Autounfall ums Leben kam. Dort entwickeln beide eine aberwitzige Theorie. Auch die Kollegen in Schweden bleiben nicht untätig, doch die Zeit drängt. Der schwedische Literaturwissenschaftler Jan Arnold, der unter dem Pseudonym Arne Dahl nach Misterioso seinen zweiten Krimi in Deutschland vorlegt, sieht sich gerne in der Tradition seiner großen Vorbilder Sjöwall/Wahlöö. "Krimis sind eine recht gute Art und Weise, das den Geschehnissen der Gegenwart innewohnende Verbrechen hervor zu locken", hat der Autor einmal in einem Interview deutlich gemacht. Diesen Anspruch löst Dahl in seinen sozialkritischen Politkrimis vorbehaltlos und radikal ein. Die Ereignisse der Gegenwart sind seine Quellen, Internet und Tageszeitungen seine Informanten. Nach Dahls Aussage repräsentiert jeder Ermittler der A-Gruppe außerdem eine ganz besondere charakterliche Seite des Autors. Auf zehn Romane hat Dahl seine Serie ausgelegt, in deren Zentrum jeweils eine andere Figur des Teams stehen soll. Das Konzept klingt viel versprechend: Serienkrimi ohne Verschleiß der Hauptfigur. Ich lege mich gerne fest, Arne Dahl wird die Krimileser noch mit einer Reihe hervorragender Thriller der Extraklasse verwöhnen. -Ulrich Deurer
Buch:
Falsche Opfer Tiefer Schmerz: Zwei Bestseller in einem Band
Autor:
Arne Dahl, Ausgabe vom April 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 311055
Aus der Amazon.de-Redaktion Es ist zum Verzweifeln. Dem schwedischen Ermittlerteam Paul Hjelm und Kerstin Holm bietet sich ein chaotisches Bild: Zum Zeitpunkt der Tat wurde die Szenekneipe Kvarnen offensichtlich von einer regelrechten Schar multikultureller Wahnsinniger bevölkert. Schnöselige Yuppies, einander spinnefeinde Fantrupps zweier Fußballteams, Schwule zwischen Damenkränzchen, sinistre Jugoslawen und mittendrin Per Karlsson, ein seltsamer junger Intellektueller, der, als es passierte, seelenruhig Ovids Metamorphosen las. Die ohnehin aufgeladene Atmosphäre in der brodelnden und vollen Kneipe begann zu kippen, bis in einer Massenschlägerei einem Fan mit einem Bierseidel der Schädel zertrümmert wurde. Nun will keiner etwas gesehen haben. Wie gesagt, es ist zum Verzweifeln! Eigentlich kleine Fische für die Top-Ermittler der ehemaligen A-Gruppe der Reichskriminalpolizei (nein, wir befinden uns in Schweden). Doch wie gewohnt ist bei Arne Dahl das Kleine eng mit dem Großen verknüpft. So auch die mysteriöse Explosion in einer Zelle im Hochsicherheitsgefängnis von Kumla, die einen Ex-Jugoslawen als unappetitliches Puzzle an der Zellenwand verewigt. Verwirrend häufige Szenenwechsel und ein enormes Personenaufkommen leiten den nunmehr dritten Fall der einst so legendären Spezialeinheit ein. Nach den desaströsen Ereignissen um den Kentuckymörder (festgehalten in Dahls letzem Buch, Böses Blut) aufgelöst, scheint es nun, dass sie dringender denn je gebraucht wird! Der Leichenberg wächst beunruhigend schnell. In einem (für den Leser wenig magenschonenden) Bandengemetzel bleiben fünf Mitglieder auf der Strecke. Grund für das Blutbad war offensichtlich ein mysteriöser verschwundener Aktenkoffer. Bald watet die A-Gruppe in einem menschlichen Morast aus Neonazis, Pädophilen, Kriegsverbrechern aus Ex-Jugoslawien, mittendrin ein Junge, der gerne Ovid liest. Am Ende droht gar ganz Stockholm zu leuchten. Und das nicht der Mittsommernacht wegen! Breiten Raum in Dahls ohnehin prallvollem Plot nehmen die Biografien der Polizisten ein, Charaktere, mindestens ebenso gebrochen und seelisch zerklüftet wie jene, die sie bekämpfen sollen. Zehn Romane sind angekündigt, in denen jeweils eines der A-Mitglieder im Mittelpunkt stehen soll. Für den Fall, dass Arne Dahl seine etwas ausufernde Räuberpistolenlyrik und manch leerlaufenden Wortwitz bändigt, darf man mächtig gespannt sein. -Ravi Unger 1
Buch:
Tiefer Schmerz: Kriminalroman
Autor:
Arne Dahl, Ausgabe vom Okt. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 19280
Ein toter Nobelpreiskandidat und eine bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leiche in einem Stockholmer Freizeitpark – haben sie etwas miteinander zu tun? Fieberhaft suchen die Sonderermittler um Paul Hjelm und Kerstin Holm nach dem Verbindungsglied in einer bizarren Mordserie. Der Fall führt sie nicht nur durch halb Europa, sondern auch in die Vergangenheit, bis hin zu einem monströsen Verbrechen vor langer Zeit.»Arne Dahl beherrscht das Spiel mit der Spannung professionell. Seine Figuren sind vitale Geschöpfe, die in den Köpfen der Leser weiterleben.«Der Spiegel In ihrem vierten Fall ermitteln die Stockholmer Polizisten Paul Hjelm und Kerstin Holm in einer Serie von äußerst brutalen Morden: Ein international agierender Zuhälter wurde im Stockholmer Zoo in den Tod getrieben und Vielfraßen vorgeworfen. Kurze Zeit später wird ein neunzigjähriger Gehirnforscher und Nobelpreiskandidat auf einem Friedhof grausam zugerichtet und erhängt aufgefunden. Doch was haben die Fälle außer ihrer Bestialität und einem verblüffend identischen Tatmuster miteinander zu tun? Erst als auf einem U-Bahnhof ein Kleinkrimineller von einer jungen Frau zusammengeschlagen und vor einen Zug geworfen wird, stoßen die Ermittler auf eine erste Spur. Arne Dahl hat sein Krimiprojekt um die Spezialeinheit für internationale Verbrechen in der Tradition von Sjöwall/Wahlöö auf zehn Romane angelegt. Und wie seine Vorbilder nimmt er auch in Tiefer Schmerz angesichts der politischen und gesellschaftlichen Dimensionen des internationalen Frauenhandels kein Blatt vor dem Mund. Zudem perfektioniert Dahl seinen Stil von Buch zu Buch. Härter und direkter als zum Beispiel Henning Mankell setzt er auf actiongeladene Thriller mit politischem Hintergrund. Und trotz seiner zum Teil ungestümen und temporeichen Erzählweise findet er immer besser seinen eigenen Rhythmus. Bezeichnenderweise spielen bei Dahl oft musikalische Motive eine bedeutende Rolle. Wie schon in Misterioso, wo das gleichnamige Jazzstück von Thelonious Monk zentrale Bedeutung hatte, wählt er hier Kind of Blue von Miles Davis als "Begleitmusik". Arne Dahl hat sich in Deutschland schnell in die Spitzengruppe der skandinavischen Bestsellerautoren geschrieben. Seine Figuren gewinnen zunehmend an Reife und Nachdenklichkeit. So ist Tiefer Schmerz nicht nur ein einfacher Thriller, sondern erzählt eine Geschichte fast klassisch-tragischen Zuschnitts. Auf diesem Weg wird von dem schwedischen Autoren noch vieles (und Gutes) zu erwarten sein. -Christian Koch
Buch:
Falsche Opfer: Kriminalroman
Autor:
Arne Dahl, Ausgabe vom April 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 23737
Taschenbuch Falsche Opfer Kriminalroman, 387 Seiten, von Arne Dahl Es ist zum Verzweifeln. Dem schwedischen Ermittlerteam Paul Hjelm und Kerstin Holm bietet sich ein chaotisches Bild: Zum Zeitpunkt der Tat wurde die Szenekneipe Kvarnen offensichtlich von einer regelrechten Schar multikultureller Wahnsinniger bevölkert. Schnöselige Yuppies, einander spinnefeinde Fantrupps zweier Fußballteams, Schwule zwischen Damenkränzchen, sinistre Jugoslawen und mittendrin Per Karlsson, ein seltsamer junger Intellektueller, der, als es passierte, seelenruhig Ovids Metamorphosen las. Die ohnehin aufgeladene Atmosphäre in der brodelnden und vollen Kneipe begann zu kippen, bis in einer Massenschlägerei einem Fan mit einem Bierseidel der Schädel zertrümmert wurde. Nun will keiner etwas gesehen haben. Wie gesagt, es ist zum Verzweifeln! Eigentlich kleine Fische für die Top-Ermittler der ehemaligen A-Gruppe der Reichskriminalpolizei (nein, wir befinden uns in Schweden). Doch wie gewohnt ist bei Arne Dahl das Kleine eng mit dem Großen verknüpft. So auch die mysteriöse Explosion in einer Zelle im Hochsicherheitsgefängnis von Kumla, die einen Ex-Jugoslawen als unappetitliches Puzzle an der Zellenwand verewigt. Verwirrend häufige Szenenwechsel und ein enormes Personenaufkommen leiten den nunmehr dritten Fall der einst so legendären Spezialeinheit ein. Nach den desaströsen Ereignissen um den Kentuckymörder (festgehalten in Dahls letzem Buch, Böses Blut) aufgelöst, scheint es nun, dass sie dringender denn je gebraucht wird! Der Leichenberg wächst beunruhigend schnell. In einem (für den Leser wenig magenschonenden) Bandengemetzel bleiben fünf Mitglieder auf der Strecke. Grund für das Blutbad war offensichtlich ein mysteriöser verschwundener Aktenkoffer. Bald watet die A-Gruppe in einem menschlichen Morast aus Neonazis, Pädophilen, Kriegsverbrechern aus Ex-Jugoslawien, mittendrin ein Junge, der gerne Ovid liest. Am Ende droht gar ganz Stockholm zu leuchten. Und das nicht der Mittsommernacht wegen! Breiten Raum in Dahls ohnehin prallvollem Plot nehmen die Biografien der Polizisten ein, Charaktere, mindestens ebenso gebrochen und seelisch zerklüftet wie jene, die sie bekämpfen sollen. Zehn Romane sind angekündigt, in denen jeweils eines der A-Mitglieder im Mittelpunkt stehen soll. Für den Fall, dass Arne Dahl seine etwas ausufernde Räuberpistolenlyrik und manch leerlaufenden Wortwitz bändigt, darf man mächtig gespannt sein. -Ravi Unger
Hörbuch:
Böses Blut - Kriminalroman - 6 CDs
Autor:
Arne Dahl, Jan Arnald, Ausgabe vom 25. Januar 2006, Audio CD, Verkaufsrang 366989
Arne Dahl, Ausgabe vom Okt. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 274204
Aus der Amazon.de-Redaktion Es geht arg verwirrend zu im Roman Ungeschoren des schwedischen Bestseller-Autors Arne Dahl. Es ist Mittsommerzeit, und die Stockholmer Sonderermittlungstruppe hat nach dem Weggang ihres Chefs Jan-Olov Hultin mehr zu tun denn je. An einer späten Stelle des Romans fasst eine der zahlreichen Figuren die Lage zusammen - vielleicht auch, damit der Leser den roten Faden wieder aufnehmen kann. "Hjelm ermittelt gegen Chavez. Jon Anderson wird in Polen niedergestochen. Mörderische polnische Krankenschwester wird in Schweden erschlagen. Chef von Schund-Fernsehsender wird von Fernsehkritiker erschossen. Kurdische Frau ermordet kurdischen Bruder. Moldawischer Schwimmtrainer wird von Prostituierter ermordet." Als würde das nicht reichen, finden die Ermittler der Truppe rund um ihre neue Chefin Kerstin Holm auch noch Leichen, denen ein kreisrundes Stück ihres Schädels im Rachen steckt - und vier Opfer, deren postmortal beigebrachte Tätowierungen (P-U-C-K) gemeinsam den Namen des Kobolds aus Shakespeares Sommernachtstraum ergeben. Wie nur, fragt sich der Leser da öfters mal verzweifelt, mag das alles zusammenhängen - wenn es denn überhaupt zusammenhängt? Aber in Ungeschoren hängt dies alles miteinander zusammen. Und es ist auf derart kunstvolle Art und Weise miteinander verknüpft, dass die langsame Aufklärung der Fälle die Leser für die zuvor heillos wirkende Verwirrung wieder entschädigt. Ungeschoren ist sicher nicht Dahls bester Krimi. Aber er verknüpft Spannung mit Niveau, Irritation mit Erleuchtung. Und auch die überraschende Lösung des Rätsels hat es wieder einmal in sich. - Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de