Frontberichte: Die Macht der Medien in Zeiten des Krieges
Autor:
Bettina Gaus, Ausgabe vom 13. Sept. 2004, Gebunden, Verkaufsrang 531764
Aus der Amazon.de-Redaktion Ein desillusionierendes Buch zu einem unschönen Thema haben wir hier anzuzeigen. Trotzdem sollte man es lesen! Die taz-Korrespondentin Bettina Gaus berichtet darin von ihren journalistischen Fronterfahrungen, analysiert die journalistischen Produktionsbedingungen in Zeiten des "militainment" und entlarvt die Informationsgesellschaft als "eine große, kollektive Selbsttäuschung". Auch wenn man uns die Bilder live ins Wohnzimmer einspielt, wie im Golfkrieg 2003, sind wir noch lange nicht wirklich informiert! "Für seriöse und verantwortungsbewusste Fotografen, Reporter, Kameraleute, Moderatoren und Nachrichtenredakteure besteht eine der wichtigsten, aber zugleich schwierigsten Aufgaben darin zu erkennen, wann sie instrumentalisiert werden sollen und wie sie sich dem entziehen können", schreibt Gaus, die jahrelang für verschiedene Medien aus den Krisengebieten Afrikas berichtet hat und dabei selbst hat erleben müssen, wie man Journalisten gezielt zu instrumentalisieren sucht. Viel zu oft erfolgreich! Nicht nur muss man das falsche Spiel erst einmal durchschauen, man ist darüber hinaus schließlich auch auf die Duldung einer der beteiligten Parteien angewiesen ist - und auf deren "Informationen". Nicht minder schwer wiegen selbstgemachte Zwänge: "Der Wunsch nach Zuspitzung, nach Personalisierung sachlicher Fragestellungen und Probleme, nach einer Dynamik der Ereignisse, kurz: nach einer Berichterstattung, die nicht langweilt", eine Tendenz befördert hat, "über Kriege auf eine Art und Weise zu informieren, als handele es sich um sportliche Ereignisse." Und dies gilt nicht nur für das Fernsehen, sondern auch für weite Teile der so genannten Qualitätspresse. In der Summe droht deshalb eine schleichende Verharmlosung des Krieges. Nicht nur in den Medien, sondern vor allen Dingen auch in unser aller Köpfen. All dies führt Gaus' Buch sehr anschaulich vor Augen. ? Hasso Greb
Buch:
Jahrbuch Fernsehen 2002
Autor:
Klaudia Brunst, Sandra Kegel, Thomas Schuler, Nils Minkmar, Bettina Gaus, Rainer Braun, D Leder, Ausgabe vom 2002, Broschiert, Verkaufsrang 2733853
Buch:
Die scheinheilige Republik
Autor:
Bettina Gaus, Ausgabe vom 2000, Gebunden, Verkaufsrang 1596070
Aus der Amazon.de-Redaktion Ob Währungsunion, Kosovokrieg oder Rentenreform, der berühmt-berüchtigte Grundkonsens der bürgerlichen Parteien wird immer breiter. Unterschiede werden bis zur Profillosigkeit verwischt und was an politischem Streit übrig bleibt, reduziert sich auf öffentliche Schaukämpfe in der Medienarena, passend zurechtgestutzt für die Abendnachrichten. Bettina Gaus war sechs Jahre lang Afrikakorrespondentin, bevor sie 1996 nach Deutschland zurückkehrte. Ihre Erfahrungen haben sie sensibel gemacht für die demokratischen Defizite in unserer Gesellschaft. Presse- und Meinungsfreiheit sind in Afrika noch immer Fremdworte und kritischer Journalismus erfordert Mut. Trotzdem erlebte sie dort eine lebendige und engagierte Diskussion über Themen, die über den unmittelbaren Lebensumkreis hinausreichen. In Deutschland, diesem "zivilisierten, freien Land" braucht es keine Diktatur, um den Wettstreit der Meinungen zu unterbinden. Seine Bürger entmündigen sich selbst. Ohne Not verzichten sie auf ihre Grundrechte und lassen zu, dass sich die politische Entscheidungsfindung in informelle Zirkel verlagert, dass sich die Presse, diese viel beschworene "Vierte Macht", mit der Politik verbündet, statt zu kontrollieren und zu informieren. Wirklich neu ist diese Kritik nicht. Das Wort "Streit" wird in unserer Gesellschaft meist negativ benutzt. Streit gilt als eine Art Sprengsatz guter sozialer Beziehungen, den es möglichst rasch zu entschärfen gilt, und Streitvermeidung hat in Deutschland eine lange Tradition. Hellsichtige Beobachter sprechen daher seit langem von der "Kapitulation" der demokratischen Streitkultur und beklagten die deutsche "Sehnsucht nach Harmonie". Und auch Bettina Gaus hat keine Patentlösung parat, um das Konsens-Kartell zwischen Politikern, Parteien und Medienvertretern aufzubrechen. Aber sie will auf die daraus erwachsende Bedrohung für die deutsche Demokratie aufmerksam machen, und das ist ihr mit diesem engagierten und fundierten Buch eindrucksvoll gelungen. -Stephan Fingerle
Buch:
Die scheinheilige Republik
Autor:
Bettina Gaus, Ausgabe vom 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 460016
Aus der Amazon.de-Redaktion Ob Währungsunion, Kosovokrieg oder Rentenreform, der berühmt-berüchtigte Grundkonsens der bürgerlichen Parteien wird immer breiter. Unterschiede werden bis zur Profillosigkeit verwischt und was an politischem Streit übrig bleibt, reduziert sich auf öffentliche Schaukämpfe in der Medienarena, passend zurechtgestutzt für die Abendnachrichten. Bettina Gaus war sechs Jahre lang Afrikakorrespondentin, bevor sie 1996 nach Deutschland zurückkehrte. Ihre Erfahrungen haben sie sensibel gemacht für die demokratischen Defizite in unserer Gesellschaft. Presse- und Meinungsfreiheit sind in Afrika noch immer Fremdworte und kritischer Journalismus erfordert Mut. Trotzdem erlebte sie dort eine lebendige und engagierte Diskussion über Themen, die über den unmittelbaren Lebensumkreis hinausreichen. In Deutschland, diesem "zivilisierten, freien Land" braucht es keine Diktatur, um den Wettstreit der Meinungen zu unterbinden. Seine Bürger entmündigen sich selbst. Ohne Not verzichten sie auf ihre Grundrechte und lassen zu, dass sich die politische Entscheidungsfindung in informelle Zirkel verlagert, dass sich die Presse, diese viel beschworene "Vierte Macht", mit der Politik verbündet, statt zu kontrollieren und zu informieren. Wirklich neu ist diese Kritik nicht. Das Wort "Streit" wird in unserer Gesellschaft meist negativ benutzt. Streit gilt als eine Art Sprengsatz guter sozialer Beziehungen, den es möglichst rasch zu entschärfen gilt, und Streitvermeidung hat in Deutschland eine lange Tradition. Hellsichtige Beobachter sprechen daher seit langem von der "Kapitulation" der demokratischen Streitkultur und beklagten die deutsche "Sehnsucht nach Harmonie". Und auch Bettina Gaus hat keine Patentlösung parat, um das Konsens-Kartell zwischen Politikern, Parteien und Medienvertretern aufzubrechen. Aber sie will auf die daraus erwachsende Bedrohung für die deutsche Demokratie aufmerksam machen, und das ist ihr mit diesem engagierten und fundierten Buch eindrucksvoll gelungen. -Stephan Fingerle