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| | Buch: | Caesar. |
| Autor: | Christian Meier, Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 485790 |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 7 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Individuum gegen Gesellschaft (5 von 5 Punkten) meint N.G. aus Berlin Mittlerweile gibt es viele neuere, detaillierte Biographien über den römischen Feldherren und Politiker. Was jedoch dieses Werk aus den frühen 80er Jahren auszeichnet, dass ist die Wahl des Schwerpunktes. Es geht um die Nacherzählung einer Lebensgeschichte, die wie ein Scharnier zwischen dem Aufstieg Roms als Republik und seinem Höhepunkt und der späteren Stagnation als Kaiserreich zu stehen scheint. Vor Caesar gab es den permanenten Konflikt zwischen Optimaten und Popularen. Nach Caesar gab es Augustus und seine Nachfolger.
Die politische Dynamik dieser Zeit ist von Meier mit ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen sehr klar und meistens auch spannend beschrieben. So setzt das Buch auch bereits mit der Erzählung früherer Konflikte und der Genese der Vorgänger von Caesar ein, die auf der Basis von Militärgewalt in die Konflikte der Republik gewaltsam eingriffen. Wie Augustus ohne Caesar nicht denkbar ist, ist es wohl Caesar nicht ohne Marius und Sulla. Der Machtverlust - besser: Der Verlust an intellektuellem Potential und gesellschaftlicher Autorität - des römischen Senats wird gut beschrieben. Und so lernt der Leser, dass die Geschichte dieser Welt eben nicht immer in Form einer Entwicklung von autoritären Systemen in Richtung einer demokratischen Mitbestimmung von freien Bürgern verläuft. Möglicherweise hatte der Autor dann doch eine kleine Warnung im Hinterkopf: Wenn ein demokratisches System (und sei es auch nur eine Adelsrepublik) seine Probleme nicht mehr lösen kann, dann führt das erzwungenermaßen in die Diktatur.
Schlüsselpunkt nach Meier scheint es hier gewesen zu sein, dass es dem Senat nicht mehr gelang, unterschiedliche Persönlichkeiten in die Gesellschaft zu integrieren. Möglicherweise war das Problem aber auch, dass durch die besondere Geschichte Roms Persönlichkeiten entstanden, die einfach nicht mehr integrierbar waren. Ceasar scheint ein Mann gewesen zu sein, der persönliche Leistungsfähigkeit, Überlegenheit, Klugheit, Mut, Heldentum usw. weit mehr schätzte als das Funktionieren einer Gemeinschaft. Nicht zuletzt dieses Ethos war dann einer der Hintergründe seiner Verachtung der Institutionen des alten Roms.
Man muss allerdings sagen, dass die Persönlichkeit Caesars einem doch beim Lesen oft etwas fremd bleibt. Zwar sind auch von ihm selbst Texte überliefert geblieben. Diese stellen jedoch einen eher kalten Machtmenschen dar, so dass man meint, auf den Menschen hinter der für die Nachwelt geschaffenen Oberfläche nicht wirklich erkennen zu können. Dies mag aber wohl kein Fehler von Meier sein, sondern zeigt eher, wie sehr man auch in der Antike die Kunst der Selbstdarstellung beherrschte. So bleibt das Bild eines Menschen, dem bis zu seinem Tod praktisch alles gelungen ist, was er sich vorgenommen hat, und der die kurzen Krisen in seinem Leben nicht als Bruch sondern nur als temporäre Herausforderung erfahren hat.
Nur an den Iden des März stellte sich dann doch heraus, dass seine Mitmenschen dieses Maß an Erfolg nicht ertragen konnten.
Ein Mensch von wahrer historischer Größe? (5 von 5 Punkten) meint M.D. aus Bochum Der Autor selbst bewertet seine Darstellung zu Beginn des Nachwortes als "wissenschaftliche Biographie in erzählerischer Absicht" zu der jeder Leser, sei es der interessierte Laie ohne jedwegige Vorkenntnisse oder aber der bereits in der Geschichte der späten römischen Republik Bewanderte, Zugang haben solle. Diesen Anspruch hat Christian Meier voll erfüllt! Die zuerst 1982 erschienende Biographie beweist, dass historische Forschung nicht, wie oftmals behaupet, per se in trockener steifer Sprache daherkommen muss. "Caesar" hingegen mutet stellenweise fast schon wie ein historischer Roman, mit einem antiken Superhelden in all seinen positiven wie negativen Eigenschaften, an. Dabei ist das Buch zuerst der Versuch einer hermeneutischen Rekonstruktion von Caesars Intentionen sowie der Quelle seiner, auch heute noch schier unmenschlich anmutenden, Energie und Durchsetzungskraft. Da jedoch für die Wirkungskraft der Person Caesar die institutionellen Gegebenheiten der späten römischen Republik den Rahmen bildeten, wirft Meier auch einen ausführlichen Blick auf die Struktur von Politik und Macht in dieser Zeit. Diese Passagen sind teils wörtlich aus Meiers eigner Analyse "Res publica amissa" (1966) übernommen, bis Heute das Standarswerk überhaupt über die Verfassung der römischen Republik. Doch wer war Caesar denn nun eigentlich? Ein genialer Feldherr und Staatsmann, dem der Respekt der Nachwelt gebührt, oder ein brutalere Kriegstreiber, der 50 Feldzüge mit annäherungsweise zwei Millionen Opfer nur seiner Ehre, seiner dignitas, wegen führte und damit der res publica, ob gewollt oder ungewollt, den finalen Todesstoß gab. Die Antwort auf diese Frage, so Meier, dürfe nicht nach modernen Maßstäben und Wertekriterien erfolgen. Vielmehr müsse sich der heutige Betrachter "der Fremdheit und der Distanz einer fernen Zeit ganz bewußt" werden, um sie dann in "seiner Gegenwart verständlich [zu] machen" (580). Demzufolge versucht Meier das Politikverständniss sowie das Weltbild von Caesar und seinen Zeitgenossen zu rekonstruieren. Dabei kommt er zu dem Ergebniss, dass die res publica von ausnahmslos allen Schichten, und auch von Caesar selbst, als alternativlos betrachtet wurde, obwohl deren Institutionen offensichtlich nicht mehr zur Beherrschung eines Weltreiches in der Lage waren. In dieser "Krise ohne Alternative" nun schuf sich Caesar durch seine Begabung und seine Energie eine Sonderrolle, basierend auf der Macht seiner Legionen, die das Prinzip der aristokratischen Gleichheit bedrohten. Das Paradoxe dieser Zeit liege nämlich darin, dass Caesar seine Eroberungen in Spanien, Africa und (ganz) Gallien wohl hauptsächlich wegen der aristokratischen Kardinltugend, der dignitas, führte und das dann sein unheimlicher Erfolg die auf der dignitas beruhenden Gesellschaft in ihrer Existenz bedroht. Ein Außenseiter sei er gewesen, ein enfant terrible, ein Mensch von wahrer Größe (wobei dieser Begriff bei Meier wertneutral gebraucht wird), welcher die Schwäche der alten Institutionen wohl erkannt und auch auch vielfach ignoriert habe, ohne aber ein gesellschaftliches Alternativmodell zu entwickeln. So wurde Caesar an den Iden des Märzes (15. März) 44 v. Chr. im Senat niedergestochen, um die res publica von dem Tyrannen zu befreien. Sein Stiefsohn Octavius, der spätere Augustus, stellte dann tatsächlich offiziell die Republik wiederher. Doch de facto war die Staatsform ab 27 v. Chr. die einer Monarchie, der von Caesar der Weg geebnet worden war.
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| Autor: | Christian Meier, Ausgabe vom 1995, Broschiert, Verkaufsrang 365595 |
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In das Athen 500 Jahre v. Chr. führt der Historiker Christian Meier in seinem Buch. Er schildert die Geburt Europas und die der Demokratie, beschreibt eine Zeit, in der auf den Gebieten der Kunst, Philosophie, Dichtung, Architektur und der Politik ein Neubeginn stattfand.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Das fremde Athen (5 von 5 Punkten) meint B. Das Buch kommt ohne wissenschaftlichen Apparat aus (Quellenangaben, Literaturverzeichnis), bietet aber davon abgesehen eine anspruchsvolle Darstellung der Thematik und ist sehr lebendig und anregend geschrieben. Das Unerhörte der Demokratie im Athen des Altertums, eine Art von Anachronismus bedenkt man die sonst überall damals üblichen Regierungsformen, aber auch die kaum glaubliche, konsequente Rationalisierung der Politik (so gibt etwa Themistokles Athen aufgrund langer, strategischer Vorausplanung preis um sich mit den im Grunde überlegenen Persern auf dem für die Athener noch ungewohnten Meer bei Salamis zu messen), stellt das Buch wunderbar dar. Zugrunde geht dann Athen letztlich, trotz aller unerhörter Rationalität, die es auch späterhin immer wieder kennzeichnet, an Überspannung der Kräfte und der eigenen Hybris. Dabei macht das Buch auch immer wieder deutlich, wie fremd uns Heutigen die damaligen Athener im Grunde sind, nicht zuletzt in dem unheimlichen politischen Engagement aller Bürger (gemeint sind natürlich nur die in Athen geborenen freien Männer), das ihr ganzes Leben durchdrang. Das Leben dieser Menschen spielte sich viel mehr im öffentlichen Bereich ab, als das Unsrige, und die Möglichkeiten der Teilnahme am öffentlichen Geschehen auch für den normalen Vollbürger im demokratischen Athen sind ziemlich beeindruckend. Besonders interessant fand ich auch zu erfahren, wie sich die damalige politische Situation immer wieder in der Kunst wiedergespiegelt hat, sozusagen einem der "klassischen" Prunkstücke und Vermächtnisse Athens. Unter anderem (Meisterwerke der bildenden Kunst, der Philosophie und Architektur) wird hier besonders auch die überragende Bedeutung der Tragödie für diese Polis herausgestellt, deren sie, die Wege des Üblichen immer wieder kühn verlassend, besonders bedürftig gewesen zu sein scheint. Ich bin mit diesem Buch vollauf zufrieden.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Die parlamentarische Demokratie. |
| Autor: | Christian Meier, Ausgabe vom 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 988220 |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Weder Lehrbuch noch wissenschaftliches Großwerk: Der Leser hat es mit einem Essay in Buchstärke zu tun, der zwar ohne Anmerkungsapparat auskommt, aber einiges an historischem Wissen voraussetzt. Etwas irreführend ist der allgemein formulierte Titel, denn Meier geht es in erster Linie um Deutschland und den deutschen Parlamentarismus, vor allem um die vergangenen 50 Jahre Bundestag. Der Emeritus der Münchner Universität sucht zunächst einmal die Wurzeln des Parlamentarismus (Kapitel Herkunft des Parlaments) in den Ständeversammlungen des Mittelalters und der frühen Neuzeit auf. Dabei umfaßt sein Blick - für jene Zeiten unumgänglich - nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa. Aber lang Vergangenes steht nicht im Mittelpunkt, sondern der lebendige Organismus Parlament. Er möchte Verständnis wecken für die Gepflogenheiten des Deutschen Bundestages, wie sie sich in einem halben Jahrhundert parlamentarischer Arbeit herausgebildet haben (Kapitel Die Organisation des Bundestages). Die Schlichtheit derzeitiger Debatten vergleicht er mit lebhafteren Perioden und plädiert unter anderem dafür, die allzu gern reklamierte Würde des hohen Hauses nicht gar zu hoch zu bewerten. Für ihn besaß Joschka Fischers berühmt gewordene Unverschämtheit: "Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch, mit Verlaub" vom 18. Oktober 1984 durchaus parlamentarischen Charme. Und wer sich etwa noch an die geradezu legendären Invektiven eines Herbert Wehner erinnert, wird dem nur zustimmen können. Der deutsche Bundestag war vor 20 Jahren lebendiger als heute. Christian Meier hat die Parlaments-Statistiken durchforstet und kann die Arbeitsweise der Volksvertretung immer wieder anhand gut gewählter Beispiele beleuchten. Ein wichtiges Buch, dem nur an manchen Stellen vielleicht eine weniger trockene Sprache zu wünschen gewesen wäre. -Michael Winteroll
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Eher ein Fachbuch (3 von 5 Punkten) meint F.N.P. aus Aachen Ich habe dieses Buch gekauft um mir ein besseres Bild der parlamentarischen Demokratie meines Landes zu machen. Leider konnte es mir dabei nicht sehr hilfreich sein. Das liegt nicht nur daran, dass der Autor wenig über die gesamte parlamentarische Demokratie sondern mehr über den Bundestag an sich schreibt. Es liegt vor allem an Gedankensprüngen und einer schwierigen Sprache. Außerdem benötigt der Leser einiges an politischem Vorwissen um Zitate und Begriffe richtig einordnen zu können. Ich möchte als Orientierung ein paar Beispiele angeben. Folgender Satz handelt über die Wahlmänner in den USA, die verwendeten Fachwörter Werden nicht weiter erklärt: "Sobald im wesentlichen Parteien zur Wahl stehen, sind sie sinnlos; dass die Wahl des amerikanischen Präsidenten eine Wahl von Elektoren ist, wird heute normalerweise in den Berichten darüber selten auch nur erwähnt; denn die Wahlmänner sind durch imperatives Mandat je auf einen Kandidaten festgelegt." Personen wie: Otto Hintze, Theodor Eschenburg, Carlo Schmid sind für die deutschen Politik bestimmt wichtige Größen. Ich würde mir allerdings wünschen etwas über Personen zu erfahren, bevor sie zitiert werden. Der Autor beschreibt jedoch weder Parteiangehörigkeit, politisches Amt oder andere Daten. Ich muss gestehen, dass ich selten so viel Mühe hatte ein Buch zu Ende zu lesen. Insgesamt drängte sich mir das Gefühl auf als Unwissender einer Rede an ein Fachpublikum bei zu wohnen. Die Vielzahl an Fakten und die detaillierte Beschreibung der Geschäftsordnung des Bundestages, die in diesem Buch durchaus gegeben ist, ist bestimmt für Fachleute durchaus nützlich. Für den Einstieg in das politische System bzw. das auffrischen und vertiefen der Schulkenntnisse kann ich von diesem Buch jedoch nur abraten.
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