Christian Nürnberger, Ausgabe vom Nov. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 148457
Aus der Amazon.de-Redaktion Was geschieht nach dem Tod? Diese Frage stellt sich jeder Mensch. Die Antwort hängt davon ab, ob wir an Gott glauben oder nicht. Christian Nürnberger hatte seinen Kinderglauben verloren und sein Theologiestudium abgebrochen. Doch dann bemerkte der Journalist, dass ihm die Heilige Schrift mehr sagen möchte: Seiner heutigen Überzeugung nach erzählt die Bibel eine große Freiheits- und Emanzipationsgeschichte. Beispiel Exodus: Nürnberger zufolge trägt die Flucht der Juden aus Ägypten die Idee der Gleichheit aller Menschen in sich - und das zu einer Zeit, als ringsherum hierarchische Gesellschaften mit teils gewalttätigen Gottesvorstellungen dominierten. Dass die Bibel überlebte, verdanke sie einem "Überlebenscode", vermutet Nürnberger und fragt weiter: "Es hat eine Weile gedauert, bis die Sinaigesetze bei uns angekommen sind. Könnte es nicht doch daran liegen, dass Gott seine Hand im Spiel gehabt hat?" Mit seiner sehr persönlichen Bibel-Exegese lehnt sich Nürnberger an die Lehre von Rudolf Bultmann an. Bereits vor über einem halben Jahrhundert konstatierte der Theologe, dass die Bibel Glaubensaussagen im Kleid des Mythos träfe. Heute sind diese Annahmen Teil der historisch-kritischen Methode, die Nürnberger zufolge auch Islam und Koran gut zu Gesicht stünde. Was das Leben im Alltag anbelangt, wendet sich Nürnberger gegen "aberwitzigen Esoterikquatsch". Ihm stellt der Journalist die fruchtbare europäische Geistesgeschichte entgegen, die den christlichen Glauben als zentralen Teil unserer Kultur begreift. Nürnberger setzt sich zudem für eine liberale Erziehung und demokratische Werte ein. Und Wandel müsse durch radikale Selbstveränderung begründet werden, wie dies vorbildlich die "Integrierte Gemeinde" vorlebe. Trotz zahlreicher grundsätzlicher Überlegungen mutet Nürnbergers Argumentation letztendlich sehr persönlich an. Sein religiöser Optimismus nährt die Hoffnung, dass mit dem Tod doch nicht alles vorbei sei. Mit dieser Annahme wiederum unterscheidet sich Nürnberger nicht sonderlich von den frömmelnden Menschen im fränkischen Dorf seiner Jugend. So gesehen hat sich Nürnbergers Glaube gar nicht so stark verändert, aber seine Argumente wurzeln wesentlich verzweigter als früher. -Herwig Slezak
Buch:
Mutige Menschen: Für Frieden, Freiheit und Menschenrechte
Autor:
Christian Nürnberger, Ausgabe vom 18. Sept. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 114277
Der Erziehungsnotstand Wie wir die Zukunft unserer Kinder retten. Tb Expertenmangel in Deutschland. Die Wirtschaft schlägt Alarm: Schulen seien nicht praxisorientiert, die Ausbildung dauere zu lange. Und die Politik reagiert: Das Bildungssystem ist wieder Thema - für Petra Gerster und Christian Nürnberger ein Zeichen, dass sich politische Entscheidungen in erster Linie an den Interessen der Wirtschaft orientieren. Dabei liegt ihrer Meinung nach die Misere nicht in fehlenden Wirtschaftsspezialisten, sondern im Erziehungsnotstand: Lehrermangel, veraltete Unterrichtsmethoden, eine vernachlässigte Erziehung und verhaltensauffällige Kinder. Mit ihrem Buch Der Erziehungsnotstand wollen die Autoren daher eine öffentliche Diskussion über Werte und Erziehung anregen. Gerster und Nürnberger haben beobachtet, dass viele Eltern in der Erziehung unsicher geworden sind und sie deshalb auf ein Minimum reduzieren. Doch nur erzogene Kinder können sich in der Schule so verhalten, dass ein erfolgreicher Unterricht möglich ist. "Wer eine bessere Bildung will, muss daher zuerst die Erziehung verbessern", fordern die Autoren. Sie sehen Bildung als reinen Selbstzweck. Wie bereits Humboldt forderte, sollen Humanität und "gelungenes Menschsein" Ziele der Bildung sein - und nicht Nützlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Gerster und Nürnberger akzeptieren daher nicht, dass Schulen und Universitäten lediglich als "Fitmacher" für künftige Jobs missbraucht werden. Denn nur aus Bildung entstehe Kultur. Und nur in einem kultivierten Umfeld können Kinder wichtige Eigenschaften wie Interesse, Neugier, Leistungswille und Engagement entwickeln, betont das Autoren-Paar. Die profilierten Journalisten Petra Gerster und Christian Nürnberger sind selbst Eltern zweier schulpflichtiger Kinder und beschreiben den Erziehungsnotstand aus eigener Erfahrung. Sie analysieren Situationen in Familie und Schule, die dem Leser nur allzu bekannt vorkommen. Der Erziehungsnotstand ist ein äußerst lesenswerter Beitrag zur aktuellen Diskussion um das Bildungssystem. -Gabriele Hilchenbach
Hörbuch:
Die Bibel - 6 CDs: Was man wirklich wissen muss
Autor:
Christian Nürnberger, Ausgabe vom Febr. 2007, Audio CD, Verkaufsrang 765274