Intensity Dean Koontz porträtiert in diesem 1997 für das Fernsehen verfilmten Thriller einen Mörder, der tötet um der Intensität willen, die er dabei spürt: Jede Empfindung auszukosten bis zur Neige, Süßes und Saures, Schönheit und Schrecken, Schmerz und Ekstase, ist seine Lebensphilosophie. Eine Philosophie ohne jede Moral, so dass ein Mensch nichts bedeutet außer als Spenderobjekt für "intensive" Empfindungen - eine Moral ohne Gewissen, ohne Angst, ohne Reue. Edgler Foreman Vess, so heißt der Killer, lebt ein Leben am Rande des Wahnsinns, irgendwo in der Bergeinsamkeit von Oregon. Die Begegnung mit ihm konfrontiert die junge Frau Chyna Shepherd mit ihren tiefsten Ängsten und veranlasst sie zu vorher undenkbaren Taten. Chyna Shepherd ? "china" bedeutet Porzellan, "shepherd" Hirte, Hüter - hat eine harte Kindheit hinter sich, die sie die Regeln des Überlebens gelehrt hat, z.B. sich niemals in fremde Angelegenheiten einzumischen. Nur als ihre Freundin Laura sie zu ihren Eltern aufs Land einlädt, kann sie nicht nein sagen. Doch selbst nach einem schönen Abend, geborgen im Schoß von Lauras Familie, findet sie keine Ruhe - ihre Rettung. Vess, der Killer, dringt in das Haus ein und tötet fast alle Bewohner außer Chyna, die sich versteckt, und Laura, die er zunächst mißbraucht. Chyna findet Laura auf dem Bett, angekettet, doch kann sie ihr nicht helfen, denn der Killer kehrt zurück und tötet Laura. Sie hat Todesangst und denkt nur an Flucht. Als sie durch Zufall erfährt, wer das nächste Opfer des Mörders sein soll - ein kleines Mädchen, so unschuldig wie Laura -, begibt sie sich auf die Verfolgung und in ein tödliches Spiel zwischen Jäger und Opfer, als Vess sie entdeckt. Nur 24 Stunden umfasst die Handlung des Romans, doch in dieser kurzen Zeitspanne erreicht sie Höhepunkte von unerträglicher "Intensität" - ein Fall für Fingernagelbeisser. Daher soll hier auch nicht verraten werden, ob es Chyna gelingt, Vess zu entkommen und das nächste Opfer zu retten. Das sollte man unbedingt selbst lesen - oder im TV ansehen. Allerdings ist die Verfilmung durch Einfügung unlogischer Figuren verwässert worden - sie sollen nur die Werbeunterbrechungen vorbereiten und die Handlung auflockern. -Michael Matzer
Buch:
Todeszeit: Thriller
Autor:
Dean Koontz, Ausgabe vom Okt. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 31384
Aus der Amazon.de-Redaktion "In der Haut von Odd Thomas möchte man als Leser nicht stecken. Seine Freundin hat der ehemalige Koch eines Schnellrestaurants ebenso verloren wie seinen Job, und über die grausame Entführung seines besten Freundes ist er auch noch nicht hinweg. Viel schlimmer aber wiegt wohl, dass Thomas mit dem Übersinnlichen im Bunde ist und Todesfälle wenn nicht vorhersehen, so doch durch ihre Vorboten erahnen kann. Der Grund sind so genannte Bodachs: merkwürdige Jenseitswesen, die sich immer dort ansammeln, wo die Sense des Todes wüten wird, und die Thomas sehen kann. So ist es auch im alten Gemäuer jenes Klosters, in das sich der Protagonist und Ich-Erzähler von Dean Koontz? Roman Schattennacht zurückgezogen hat, um mit den schrecklichen Ereignissen der Vergangenheit fertig zu werden. Nun aber nehmen ausgerechnet in diesem vermeintlichen Hort der Stille und des Glaubens die diabolischen Ereignisse der Gegenwart ihren Lauf. Und dann wird Thomas auch noch von einer unheimlichen Mönchsgestalt angegriffen. Aber das ist erst der Anfang... "Batman hätte sicher verächtlich die Nase gerümpft, und Odysseus hätte bestimmt auch kein Verständnis für mich gehabt", heißt es einmal in Schattennacht, "aber ich hätte den beiden erklärt, dass ich nie behaupten würde, ein Held zu sein. Im Herzen bin ich nur ein Grillkoch, der momentan keine Stelle hat." Eigentlich ist in dieser Passage alles enthalten, was die Schauer-Literatur von Dean Koontz auszeichnet - und irgendwie auch so unwiderstehlich macht: der Hang zum übersinnlichen Kontakt mit Figuren aus dem Jenseits etwa, oder die großartige Verknüpfung von Elementen der Hoch- und Pop-Kultur, der Film- und Literaturgeschichte. Aber auch der leise ironische Humor, der es selbst schärfsten Kritikern von Horror-Mystik-Thrillern fast unmöglich macht, über den Autor herzufallen. Von all dem hat Schattennacht wieder reichlich zu bieten. Da kann Stephen King eigentlich einpacken. - Stefan Kellerer "
Buch:
Das Haus der Angst: Roman
Autor:
Dean Koontz, Ausgabe vom 6. Juni 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 310090
Buch:
Tür ins Dunkel: Roman
Autor:
Dean Koontz, Ausgabe vom 2. Juli 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 19416