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Bücher - Autoren

Dieter Hildebrandt

 
Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort - Die Weltgeschichte der Lüge -
Hörbuch:Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort - Die Weltgeschichte der Lüge
 Ausgabe vom 28. Sept. 2007, Audio CD, Verkaufsrang 46165
Preis: 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Tag, an dem Kabarettistenlegende Dieter Hildebrandt zusagte, bei der Aufführung von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort" mitzumachen, war für Roger Willemsen nach eigner Aussage "ein glücklicher Tag". Das Publikum der Kölner Lese- und Veranstaltungsreihe lit.Cologne, auf dem das bekannte Duo erstmals mit seinem Programm über die Lügenhaftigkeit des Menschengeschlechts gemeinsam auf der Bühne stehen sollte, empfand das offenbar ähnlich. Die tausend Karten für die Uraufführung 2007 waren so schnell verkauft, dass in aller Eile eine Nachmittagsveranstaltung anberaumt werden musste. "Ja, die Nervosität war spürbar, als wir uns mit Dieter Hildebrandt nur Stunden vor der Premiere zur allerersten Probe trafen", schreibt Willemsen im (leider wieder allzu schmalen) Booklet von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!". Das Alter des Kollegen - immerhin war Hildebrandt inzwischen stolze 80 Jahre - schwang da sicher mit.
Die Uraufführung von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!" geriet dann tatsächlich zu einer Show, die man getrost als legendär bezeichnen kann. Das kann selbst der behaupten, der bei der Premiere nicht zu den tausend Glücklichen gehörte. Denn man kann das Ursprungsprogramm, dass sich in der Folge seiner Tournee immer weiter entwickelte, jetzt auf CD in über zwei Stunden nachhören. Darin präsentiert sich nicht nur Willemsen, sondern vor allem auch Hildebrandt in Höchstform. Wie sich die beiden in ihren Dialogen die Bälle zuspielen, wie souverän sie selbst Versprecher einbauen und wie spontan sie auf den jeweils anderen reagieren, ist schon grandios. Da mag man es auch verschmerzen, dass das Publikum bei derlei Veranstaltungen inzwischen offenbar derart darauf fixiert ist, über Alles und Jedes zu lachen und zu grölen, dass selbst die (wenigen) flacheren und billig kalkulierten Scherze unerklärliche Beifallsstürme entfachen.
Nur eins sei noch gesagt: Die zweite Überschrift von "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort" - Die Weltgeschichte der Lüge - ist etwas hoch gegriffen. Beim Programm handelt es sich keineswegs um einen systematischen Gang durch die Historie der internationalen Heuchelei. Aber das ist bei dieser Besetzung auch gut so. Denn der Tag, an dem Kabarettistenlegende Dieter Hildebrandt zusagte mitzumachen, war für alle ein glücklicher Tag. - Thomas Köster
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Vater unser - gleich nach der Werbung - Dieter Hildebrandt
Buch:Vater unser - gleich nach der Werbung
Autor:Dieter Hildebrandt, Ausgabe vom 1. April 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 303471
Aus der Amazon.de-Redaktion
In 50 Jahren wird mehr als ein Drittel aller Deutschen über 60 Jahre alt sein, eine Senioren-Armada, die immer gesünder herumhoppelt, schwarz arbeitet, keine Steuern zahlt und Geld haufenweise hortet. Für Dieter Hildebrandt liegt daher die Quotenmacht der Alten klar auf der Hand. Sein Entschluss steht fest: Sich selbst kasteiend, steigt unser kabarettistisches Urgestein hinab in die tiefsten Canyons des TV-Flachsinns. Zusammen mit seiner Frau Renate beschließt Hildebrandt, seinen Erfahrungsschatz um eine der furchtbarsten Varianten zu erweitern - den Einzug in einen Senioren-Container.
Lebenslänglich vertragsmäßig gebunden, findet das Leben der Eheleute H. von nun an nur noch in ihrer Küche statt, kameraüberwacht, versteht sich. Alle restlichen Zimmer des Hauses wurden von ORA-TV in Beschlag genommen, einer von finsteren Medienmonstern beherrschten Sendeanstalt. Wie ein großer Bruder steuert eine ganze Hierarchie von Weisungsbefugten den Alltag der Hildebrandts per Regieanweisung fern. Ganz oben entscheidet eine letzte, rätselhafte Instanz, schelmisch HÖWEI (Höhere Weisung) getauft. Bald wendet sich der Spaß zum Irrsinn. Einer medialen Gehirnwäsche gleich, gerät unser Seniorenpaar in einen Albtraum aus Reality und Reality-TV - um sich am Ende dramaturgisch perfekt durchgestaltet wiederzufinden.
Ein Thema, bei dem der 74-jährige Dieter Hildebrandt seinem Affen Zucker geben kann. Seine Visionen künftiger Medien- und Money-Allmacht schlagen Purzelbäume: Peter Stein toppt seinen Expo-Faust demnächst mit der Ilias, alles wesentlich größer und üppiger natürlich. 36 Stunden, finanziert von kunstsinnigen Sponsoren, unterbrochen lediglich durch 72 Werbeblöcke. Ob Hildebrandt Bandenwerbung in Kathedralen wittert, Kochs Schwarzgeldkonten plündert, die Love Parade oder Jauch beseufzt, es ist eine Ehre, vom Altmeister abgewatscht zu werden.
Zeitgeist-Kids und Stefan-Raab-Surfer im Ozean der riesigen Spaßgesellschaft, benötigen schon etwas feinere Sensoren, Hildebrandts giftigen, tröpfchenweise verabreichten Humor im Kampf gegen die Verblödung heraus zu destillieren. Trotz des zuweilen etwas antiquiert mahnenden Zeigefingers hält sich der alte "Lach- und Schieß"-Kämpe noch immer recht gut. -Ravi Unger
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Nie wieder achtzig! - Dieter Hildebrandt
Buch:Nie wieder achtzig!
Autor:Dieter Hildebrandt, Ausgabe vom 3. Nov. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 21138
Preis: 8,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Nie wieder achtzig!
Über die Schulter blickend und etwas fies schmunzelt er uns vom Buchdeckel aus zu, Deutschlands dienstältester Satireteufel. Alles schon dagewesen, alles schon gesehen, Leute, scheint sein Blick zu sagen. Trotzdem solltet ihr mit mir noch rechnen. Das Schandmaul ist noch aktiv! Und liefert sogleich den Nachweis. Dieter Hildebrandt, unvorstellbare achtzig (womit er so gar nichts rechtes anzufangen weiß), legt noch einmal einige Filetstücke eines langen (Kabarettisten)-lebens vor. Falls jemand zu jung ist oder es vergessen haben sollte: Insignien bürgerlicher Wohlanständigkeit, Saubermann-Mentalität, Law-and-Order-Geschwafel, Wasserprediger und Weinsäufer, so etwas konnte der Meister der flinken Zunge schon immer auf dem Tablett der Lächerlichkeit blitzartig vorführen.
Dies gilt bis heute, wie seine Meditationen zu Schäubles Überwachungsfantasien, die ätzende Kurnaz-Aktennotiz "Steinmeiers Erntedankfest", sowie der Alptraumbericht über die Segnungen des Alters, "Geschlossene Gesellschaft", aufzeigen. Hildebrandt, der mit seiner Lach- und Schießgesellschaft der Bundesrepublik seit ihren Anfängen den Spiegel der Lächerlichkeit und gefährlichen Abwege vorhielt, schreitet noch einmal die politischen Haupt- und Nebenschauplätze seines Lebens ab. Die "Spiegel"-Affäre, den an mittelalteralterliche Hexenfanale gemahnenden Abtreibungsprozess in Memmingen, die bürgerkriegsähnlichen Zustände in der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, schließlich die Ära Kohl, jene Zeit, "in der Skrupel keine Chance mehr hatten." Notizen aus der Provinz, wie es sie leider kaum mehr gibt!
Hildebrandts Perlenkette bundesrepublikanischer Realsatire enthält zahlreiche Giftpillen, lässt aber auch, speziell in unserer gaga- und gagverliebten Haudrauf-TV-Gesellschaft manche Pointen etwas altväterlich schwächelnd erscheinen (Hildebrandt live zu erleben schlägt eben noch immer das geschriebene Wort!). Und doch kann sich sich der Mann in Nullkommanichts wieder in Rage oder Verzweiflung reden. Etwa beim Bericht über das Zimmer, das eine Hartz IV-"Bedarfsgemeinschaft" nur noch zum Belüften betreten darf, da es behördlicherseits als zu groß eingestuft wurde. Bei soviel deutschem Einfallsreichtum wird Hildebrandt ganz schnell wieder blutjung. Und wir sehen ganz alt aus! -Ravi Unger

Nie wieder achtzig! - Dieter Hildebrandt
Buch:Nie wieder achtzig!
Autor:Dieter Hildebrandt, Ausgabe vom 2. Okt. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 64113
Preis: 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Aus der Amazon.de-Redaktion
Über die Schulter blickend und etwas fies schmunzelt er uns vom Buchdeckel aus zu, Deutschlands dienstältester Satireteufel. Alles schon dagewesen, alles schon gesehen, Leute, scheint sein Blick zu sagen. Trotzdem solltet ihr mit mir noch rechnen. Das Schandmaul ist noch aktiv! Und liefert sogleich den Nachweis. Dieter Hildebrandt, unvorstellbare achtzig (womit er so gar nichts rechtes anzufangen weiß), legt noch einmal einige Filetstücke eines langen (Kabarettisten)-lebens vor. Falls jemand zu jung ist oder es vergessen haben sollte: Insignien bürgerlicher Wohlanständigkeit, Saubermann-Mentalität, Law-and-Order-Geschwafel, Wasserprediger und Weinsäufer, so etwas konnte der Meister der flinken Zunge schon immer auf dem Tablett der Lächerlichkeit blitzartig vorführen.
Dies gilt bis heute, wie seine Meditationen zu Schäubles Überwachungsfantasien, die ätzende Kurnaz-Aktennotiz "Steinmeiers Erntedankfest", sowie der Alptraumbericht über die Segnungen des Alters, "Geschlossene Gesellschaft", aufzeigen. Hildebrandt, der mit seiner Lach- und Schießgesellschaft der Bundesrepublik seit ihren Anfängen den Spiegel der Lächerlichkeit und gefährlichen Abwege vorhielt, schreitet noch einmal die politischen Haupt- und Nebenschauplätze seines Lebens ab. Die "Spiegel"-Affäre, den an mittelalteralterliche Hexenfanale gemahnenden Abtreibungsprozess in Memmingen, die bürgerkriegsähnlichen Zustände in der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, schließlich die Ära Kohl, jene Zeit, "in der Skrupel keine Chance mehr hatten." Notizen aus der Provinz, wie es sie leider kaum mehr gibt!
Hildebrandts Perlenkette bundesrepublikanischer Realsatire enthält zahlreiche Giftpillen, lässt aber auch, speziell in unserer gaga- und gagverliebten Haudrauf-TV-Gesellschaft manche Pointen etwas altväterlich schwächelnd erscheinen (Hildebrandt live zu erleben schlägt eben noch immer das geschriebene Wort!). Und doch kann sich sich der Mann in Nullkommanichts wieder in Rage oder Verzweiflung reden. Etwa beim Bericht über das Zimmer, das eine Hartz IV-"Bedarfsgemeinschaft" nur noch zum Belüften betreten darf, da es behördlicherseits als zu groß eingestuft wurde. Bei soviel deutschem Einfallsreichtum wird Hildebrandt ganz schnell wieder blutjung. Und wir sehen ganz alt aus! -Ravi Unger

Nie wieder achtzig! - Dieter Hildebrandt
Hörbuch:Nie wieder achtzig!
Autor:Dieter Hildebrandt, Ausgabe vom Okt. 2007, Audio CD, Verkaufsrang 101862
Preis: 9,99 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Über die Schulter blickend und etwas fies schmunzelt er uns vom Buchdeckel aus zu, Deutschlands dienstältester Satireteufel. Alles schon dagewesen, alles schon gesehen, Leute, scheint sein Blick zu sagen. Trotzdem solltet ihr mit mir noch rechnen. Das Schandmaul ist noch aktiv! Und liefert sogleich den Nachweis. Dieter Hildebrandt, unvorstellbare achtzig (womit er so gar nichts rechtes anzufangen weiß), legt noch einmal einige Filetstücke eines langen (Kabarettisten)-lebens vor. Falls jemand zu jung ist oder es vergessen haben sollte: Insignien bürgerlicher Wohlanständigkeit, Saubermann-Mentalität, Law-and-Order-Geschwafel, Wasserprediger und Weinsäufer, so etwas konnte der Meister der flinken Zunge schon immer auf dem Tablett der Lächerlichkeit blitzartig vorführen.
Dies gilt bis heute, wie seine Meditationen zu Schäubles Überwachungsfantasien, die ätzende Kurnaz-Aktennotiz "Steinmeiers Erntedankfest", sowie der Alptraumbericht über die Segnungen des Alters, "Geschlossene Gesellschaft", aufzeigen. Hildebrandt, der mit seiner Lach- und Schießgesellschaft der Bundesrepublik seit ihren Anfängen den Spiegel der Lächerlichkeit und gefährlichen Abwege vorhielt, schreitet noch einmal die politischen Haupt- und Nebenschauplätze seines Lebens ab. Die "Spiegel"-Affäre, den an mittelalteralterliche Hexenfanale gemahnenden Abtreibungsprozess in Memmingen, die bürgerkriegsähnlichen Zustände in der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, schließlich die Ära Kohl, jene Zeit, "in der Skrupel keine Chance mehr hatten." Notizen aus der Provinz, wie es sie leider kaum mehr gibt!
Hildebrandts Perlenkette bundesrepublikanischer Realsatire enthält zahlreiche Giftpillen, lässt aber auch, speziell in unserer gaga- und gagverliebten Haudrauf-TV-Gesellschaft manche Pointen etwas altväterlich schwächelnd erscheinen (Hildebrandt live zu erleben schlägt eben noch immer das geschriebene Wort!). Und doch kann sich sich der Mann in Nullkommanichts wieder in Rage oder Verzweiflung reden. Etwa beim Bericht über das Zimmer, das eine Hartz IV-"Bedarfsgemeinschaft" nur noch zum Belüften betreten darf, da es behördlicherseits als zu groß eingestuft wurde. Bei soviel deutschem Einfallsreichtum wird Hildebrandt ganz schnell wieder blutjung. Und wir sehen ganz alt aus! -Ravi Unger

Tennis: Kleine Philosophie der Passionen - Dieter Hildebrandt
Buch:Tennis: Kleine Philosophie der Passionen
Autor:Dieter Hildebrandt, Ausgabe vom 1. Juli 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 21239
Preis: 8,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Product Description
Tennis Kleine Philosophie der Passionen

Antrag auf ständige Ausreise: Und andere Mythen der DDR - Jakob Hein
Hörbuch:Antrag auf ständige Ausreise: Und andere Mythen der DDR
Autor:Jakob Hein, Ausgabe vom Aug. 2008, Audio CD, Verkaufsrang 286660
Preis: 12,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 5 bis 9 Tagen.

Ich musste immer lachen: Dieter Hildebrandt erzählt sein Leben - Dieter Hildebrandt, Bernd Schroeder
Buch:Ich musste immer lachen: Dieter Hildebrandt erzählt sein Leben
Autor:Dieter Hildebrandt, Bernd Schroeder, Ausgabe vom 28. Sept. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 59577
Preis: 18,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Ich musste immer lachen Dieter Hildebrandt erzählt sein Leben
Sehr sympathisch. Dieter Hildebrandt könnte mühelos ganze Bände füllen, doch er wählt das kleine Format. Vom Schriftsteller Bernd Schroeder in die Vergangenheit gelockt, entsteht so Biografiearbeit als intensive Gesprächsrunde. Schroeder prägte ein ganz spezielles Verhältnis zum Gegenstand seiner Lebensbetrachtung. Sein Vater, ein Nazimitläufer, wurde aus Scham und Schuldbewusstsein zum glühenden Demokraten und Hildebrandt-Verehrer. Nicht wenigen jungen Menschen der Nachkriegsgeneration dürfte es aus anderen Gründen ähnlich gegangen sein: Der blitzgescheite Mann mit der Honbrille wurde ihnen zur wichtigsten politischen Instanz einer grauen Adenauer-Ära. Hildebrandt machte hellhörig! Das vielleicht größte Verdienst des nun bald 80-Jährigen!
Kindheit im schlesischen Bunzlau. Die großmütterliche Villa (geliebt). Der väterliche Bauernhof (verhasst). Onkel Ernst, Paradiesvogel und einziger Lichtblick in einer hitlertreuen Familie. Die Zeit in der HJ und die letzten Kriegsjahre als Luftwaffenhelfer schreitet Hildebrandt bissig kommentierend und selbstkritisch ab. Politisches Kabarett im Kriegsgefangenenlager. Daneben Realsatire in Gestalt österreichischer Inhaftierter, die sich zu Hitlers Opfern erklärten. Erste Symptome "großdeutscher Amnesie", erste Munition für den künftigen Kabarettisten. In München warten die zwei Lieben seines Lebens, Irene und Sammy Drechsel. Zaghafte Schauspielversuche während des Studiums der Theaterwissenschaften und ein unfreiwillig komischer Auftritt als Satan in Strumpfhosen begraben den Traum von den Brettern, die die Welt bedeuten. "Kleinkunst" lautet Hildebrandts Zukunft.
Man mag es dem Leser verzeihen. So interessant Hildebrandts prägende Kriegs-, Wander- und Lehrjahre sich auch gestalten, man lechzt nach jenem Startschuss 1957, als die "Lach- und Schießgesellschaft" als eine Art APO die Messer wetzte und zur festen Institution des jungen deutschen Fernsehens wurde. Noch in der Erinnerung an die Wortfechtereien gegen die Parteibonzen jener Tage lugt der streitlustige und scharfzüngige Hildebrandt durch. Doch bald schon wehte ein anderer öffentlich-rechtlicher Wind. Dass parteibeflissene Fernsehintendanten im Strauß-Wahljahr 1980 die Absetzung seiner "Notizen aus der Provinz" durchsetzten, erbittert noch immer. Und wir lieben ihn noch immer, diesen heiligen Zorn, der, in ätzende Texte gegossen, sämtliche bürgerlichen Nähte platzen lässt. Kabarettistisches Urgestein. Eine aussterbende Gattung. Aber bitte, nicht so schnell! ?Ravi Unger

Vater unser, gleich nach der Werbung. - Dieter Hildebrandt
Buch:Vater unser, gleich nach der Werbung.
Autor:Dieter Hildebrandt, Ausgabe vom 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 640252
Illustr.
In 50 Jahren wird mehr als ein Drittel aller Deutschen über 60 Jahre alt sein, eine Senioren-Armada, die immer gesünder herumhoppelt, schwarz arbeitet, keine Steuern zahlt und Geld haufenweise hortet. Für Dieter Hildebrandt liegt daher die Quotenmacht der Alten klar auf der Hand. Sein Entschluss steht fest: Sich selbst kasteiend, steigt unser kabarettistisches Urgestein hinab in die tiefsten Canyons des TV-Flachsinns. Zusammen mit seiner Frau Renate beschließt Hildebrandt, seinen Erfahrungsschatz um eine der furchtbarsten Varianten zu erweitern - den Einzug in einen Senioren-Container.
Lebenslänglich vertragsmäßig gebunden, findet das Leben der Eheleute H. von nun an nur noch in ihrer Küche statt, kameraüberwacht, versteht sich. Alle restlichen Zimmer des Hauses wurden von ORA-TV in Beschlag genommen, einer von finsteren Medienmonstern beherrschten Sendeanstalt. Wie ein großer Bruder steuert eine ganze Hierarchie von Weisungsbefugten den Alltag der Hildebrandts per Regieanweisung fern. Ganz oben entscheidet eine letzte, rätselhafte Instanz, schelmisch HÖWEI (Höhere Weisung) getauft. Bald wendet sich der Spaß zum Irrsinn. Einer medialen Gehirnwäsche gleich, gerät unser Seniorenpaar in einen Albtraum aus Reality und Reality-TV - um sich am Ende dramaturgisch perfekt durchgestaltet wiederzufinden.
Ein Thema, bei dem der 74-jährige Dieter Hildebrandt seinem Affen Zucker geben kann. Seine Visionen künftiger Medien- und Money-Allmacht schlagen Purzelbäume: Peter Stein toppt seinen Expo-Faust demnächst mit der Ilias, alles wesentlich größer und üppiger natürlich. 36 Stunden, finanziert von kunstsinnigen Sponsoren, unterbrochen lediglich durch 72 Werbeblöcke. Ob Hildebrandt Bandenwerbung in Kathedralen wittert, Kochs Schwarzgeldkonten plündert, die Love Parade oder Jauch beseufzt, es ist eine Ehre, vom Altmeister abgewatscht zu werden.
Zeitgeist-Kids und Stefan-Raab-Surfer im Ozean der riesigen Spaßgesellschaft, benötigen schon etwas feinere Sensoren, Hildebrandts giftigen, tröpfchenweise verabreichten Humor im Kampf gegen die Verblödung heraus zu destillieren. Trotz des zuweilen etwas antiquiert mahnenden Zeigefingers hält sich der alte "Lach- und Schieß"-Kämpe noch immer recht gut. -Ravi Unger

Vater unser - gleich nach der Werbung - Dieter Hildebrandt
Buch:Vater unser - gleich nach der Werbung
Autor:Dieter Hildebrandt, Ausgabe vom 5. Sept. 2001, Gebunden, Verkaufsrang 260528
Preis: 19,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
255 S. Mit Zeichnungen von Dieter Hanitzsch. Originalpappband mit OU.
In 50 Jahren wird mehr als ein Drittel aller Deutschen über 60 Jahre alt sein, eine Senioren-Armada, die immer gesünder herumhoppelt, schwarz arbeitet, keine Steuern zahlt und Geld haufenweise hortet. Für Dieter Hildebrandt liegt daher die Quotenmacht der Alten klar auf der Hand. Sein Entschluss steht fest: Sich selbst kasteiend, steigt unser kabarettistisches Urgestein hinab in die tiefsten Canyons des TV-Flachsinns. Zusammen mit seiner Frau Renate beschließt Hildebrandt, seinen Erfahrungsschatz um eine der furchtbarsten Varianten zu erweitern - den Einzug in einen Senioren-Container.
Lebenslänglich vertragsmäßig gebunden, findet das Leben der Eheleute H. von nun an nur noch in ihrer Küche statt, kameraüberwacht, versteht sich. Alle restlichen Zimmer des Hauses wurden von ORA-TV in Beschlag genommen, einer von finsteren Medienmonstern beherrschten Sendeanstalt. Wie ein großer Bruder steuert eine ganze Hierarchie von Weisungsbefugten den Alltag der Hildebrandts per Regieanweisung fern. Ganz oben entscheidet eine letzte, rätselhafte Instanz, schelmisch HÖWEI (Höhere Weisung) getauft. Bald wendet sich der Spaß zum Irrsinn. Einer medialen Gehirnwäsche gleich, gerät unser Seniorenpaar in einen Albtraum aus Reality und Reality-TV - um sich am Ende dramaturgisch perfekt durchgestaltet wiederzufinden.
Ein Thema, bei dem der 74-jährige Dieter Hildebrandt seinem Affen Zucker geben kann. Seine Visionen künftiger Medien- und Money-Allmacht schlagen Purzelbäume: Peter Stein toppt seinen Expo-Faust demnächst mit der Ilias, alles wesentlich größer und üppiger natürlich. 36 Stunden, finanziert von kunstsinnigen Sponsoren, unterbrochen lediglich durch 72 Werbeblöcke. Ob Hildebrandt Bandenwerbung in Kathedralen wittert, Kochs Schwarzgeldkonten plündert, die Love Parade oder Jauch beseufzt, es ist eine Ehre, vom Altmeister abgewatscht zu werden.
Zeitgeist-Kids und Stefan-Raab-Surfer im Ozean der riesigen Spaßgesellschaft, benötigen schon etwas feinere Sensoren, Hildebrandts giftigen, tröpfchenweise verabreichten Humor im Kampf gegen die Verblödung heraus zu destillieren. Trotz des zuweilen etwas antiquiert mahnenden Zeigefingers hält sich der alte "Lach- und Schieß"-Kämpe noch immer recht gut. -Ravi Unger

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