Was machen wir jetzt? "Ich bin im Begriff, meine Familie zu verlieren. Meine Ehe ist auf dem Hund und meine Tochter Franka hat sich in einen Kerl verknallt, der sie nach Indien entführen will". In dieser beklagenswerten Lebenssituation befindet sich Fred Kaufmann, Mitte 40 und Besitzer einer erfolgreichen Bagel-Fastfoodkette. Es ist offensichtlich: Fred steckt in einer handfesten Midlifecrisis - sein Leben ist aus dem Gleichgewicht geraten, der Sinn seines Tuns ist ihm abhanden gekommen. Da er momentan nicht weiß wie weiter, hält er Rückschau auf sein Leben und sinniert, wie es überhaupt so weit kommen konnte: vom kreativen Filmstudenten zum frustrierten Unternehmer, von der glücklichen Kleinfamilie zur entfremdeten Zwangsgemeinschaft. Fred muss schmerzhaft erfahren, dass Geld, Erfolg und Calvin-Klein-Unterwäsche allein nicht glücklich machen. Doch Freds Fahrt nach Südfrankreich, wohin er widerwillig seine Tochter in ein Buddhisten-Kloster begleitet, wird zur Reise zu sich selbst. Doris Dörries Geschichte über die Dramen des Alltags und das Scheitern einer Kleinfamilie ist zum Weinen komisch. Die sieben CDs, in einer schönen Box verpackt, entstanden als Livemitschnitt bei einer Marathonlesung im Münchner Literaturhaus. Gelesen werden die Kapitel abwechselnd von Doris Dörrie selbst und ihren "Männern", will heißen den Schauspielern Uwe Ochsenknecht, Michael von Au, Pierre Sanoussi-Bliss und Gustav-Peter Wöhler. Ein sehr abwechslungsreiches Hörvergnügen. Für den Hörer ist die Frage "Was machen wir jetzt?" einfach zu beantworten: es sich bequem machen, zuhören und entspannen. -Alexandra Plath
Buch:
Lotte langweilt sich
Autor:
Doris Dörrie, Ausgabe vom 1. Januar 2009, Gebunden, Verkaufsrang 229343
Buch:
Und was wird aus mir?
Autor:
Doris Dörrie, Ausgabe vom Febr. 2009, Broschiert, Verkaufsrang 367641
Und was wird aus mir? Nach diesem Buch träumen Sie garantiert in Farbe. Hollywood, wir kommen: Rainer, Johanna und Heidi landen als Schauspielerinnen und Regisseur in der Traumfabrik, der erste Film des ?Triumvirats? wird ein Knüller. Vom Erfolg hoch katapultiert, folgt jedoch schnell der tiefe Absturz. Eine hinreißende Geschichte über Karrieren, Menschen und die Liebe. "Er war am Ende, eine stinkende Hollywood- Leiche und jeder konnte das riechen." Rainer, einst ?hoffnungsvoller Jungregisseur? hält sich mit Kleinstrollen in zweifelhaften Fernsehserien, wie "Hitler and his dog" über Wasser, spielt dem verwöhnten Töchterchen in den Ferien den vom Erfolg verwöhnten Hollywood -Star vor und bewohnt Luxus- Villen, auf die er eigentlich als Haushüter achten soll. Brillant und szenisch pointiert, wie sollte ein Regie- Profi es anders machen, setzt Doris Dörrie ein populäres Thema um, die Welt der Stars und Sternchen, sie zieht immer. Aber sie beläßt es nicht bei seichter Kulissenschau, sondern entwickelt Schicksale, die tragisch sind, aber auch herzlich komisch. Eine wunderbare und sehr gelungene Mischung von Story aus der Welt der Reichen und mit Implantaten Versehenen und der so ganz ehrlich und intim geschilderten Suche nach bescheidenem Glück, Anerkennung und Liebe. "Ich belüge meine Tochter, meine Exfrau, mich selbst, die ganze Welt". "Nur in der Fiktion ist man hier echt", das ist Hollywood, wo ?alle Sklaven sind, Sklaven der Unterhaltungsindustrie, selbst die Chefs. Der Unterschied liegt nur in der Höhe des Gehalts...? Erkenntnisse, die die drei erst spät machen. In Rückblenden und Kapiteln, die sich den einzelnen Protagonisten widmen, entsteht eine plastische und runde Geschichte, die mit über 400 Seiten allerdings vielleicht doch stellenweise etwas kürzer hätte sein können. Liebenswert an Doris Dörrie wie eh und je: ihr Blick für Menschen und Schwächen, für Komik und Tragik, für Fehler, die menschlich sind und die man schließlich verzeihen kann. "Vor jedem Drehtag bekommst du Durchfall vor Angst. Während des Schnitts leidest du an Depressionen. Vor jeder Premiere kotzt du deine Innereien aus. Bei jeder schlechten Kritik drohst du regelmäßig erst mit Mord und dann mit Selbstmord...Und jetzt stirbst du fast vor Angst, wenn dein Produzent dich anruft." - Barbara Wegmann
Buch:
Mitten ins Herz: und andere Geschichten
Autor:
Doris Dörrie, Ausgabe vom Aug. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 92845
Das blaue Kleid. In Doris Dörries Film Keiner liebt mich besucht die Heldin Fanny einen Volkshochschulkurs zum Thema "Selbstbestimmtes Sterben" inklusive Do-it-yourself-Sarg und Probebeerdigung. Auch in Dörries Büchern spielt der Tod immer wieder eine Rolle - und natürlich die Liebe. In ihrem zweiten Roman gehen diese zwei großen Themen der Literatur eine dramatische Verbindung ein: Der Zufall bzw. Das blaue Kleid bringt zwei Menschen zusammen, denen der Tod ihren Liebsten entrissen hat. Dörries Figuren sind immer auf der Suche: nach der großen Liebe, dem kleinen Glück im Alltag oder dem Sinn des Lebens. Manchmal findet man allerdings Unerwartetes, so wie Florian. Er sucht das blaue Kleid, um für Alfred - verstorbener Geliebter und zudem genialer Modedesigner - eine "Gedächtnismodenschau" zu veranstalten. Und findet dabei Babette, die ihren Mann bei einem Verkehrsunfall auf Bali verloren hat. Die beiden ungleichen Leidensgenossen freunden sich an, erproben gemeinsam mit vorsichtigen Schritten ein Leben nach dem Schicksalsschlag. Das Schöne an dem Roman und eigentlich an allen Werken der Autorin und Regisseurin: Das Tragische ist immer nur einen Katzensprung vom Komischen entfernt. Selbst bei einem solchen Thema verlässt Doris Dörrie, die selbst vor einigen Jahren ihren Mann durch Krebs verloren hat, nie ihr Sinn für Humor und ihre Fähigkeit das Leben in seiner Komplexität und existenziellen Schwere federleicht in Worte zu fassen. Am Ende der Geschichte fliegen Babette und Florian gemeinsam nach Mexiko, wo an Allerheiligen der Friedhof zur Partyzone wird: Musik, Tanz und Totenköpfe aus Zucker, die man seinen Lieben schenkt - der Verlorenen gedenken und zugleich das Leben feiern. Und genau das gelingt auch diesem Roman auf eindrucksvolle Weise. -Christian Stahl
Buch:
Mimi
Autor:
Doris Dörrie, Julia Kaergel, Ausgabe vom Okt. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 256735
Mimi. Welches Kind möchte nicht einmal gern jemand anderes sein? Mimi will das auch - wenn nur das leidige Thema der Namensgebung nicht wäre. Wie soll man sich nennen, wenn man seine Identität wechseln will? Susi Schmidt etwa? Oder besser Laura Liebe? Oder Anna Anders? Mimi entscheidet sich für Anna Anders, stülpt sich ihre Strumpfhose über den Kopf - schließlich hat Anna lange Haare! -, geht aus dem Haus, klingelt und stellt sich ihren neuen alten Eltern vor. Die brauchen ein wenig, um zu begreifen, dass das nicht Mimi ist, die da vor ihrer Haustür steht. Aber dann lassen sie Anna herein und trinken mit ihr Kakao am Frühstückstisch, den Mimi ja bekanntlich gar nicht mag. Dann verrät Anna auch noch Sachen, die Mimi Mama und Papa zu erzählen sich nie und nimmer trauen würde. Trotzdem kommt am Ende heraus, dass die Eltern Anna zwar sehr gerne zu Besuch gehabt haben, dass ihnen Mimi trotz ihrer Streiche aber doch irgendwie viel lieber ist. Dieses kindliche Verwirrspiel um Mimi und ihr ganz anderes Alter Ego hat das inzwischen brillant eingespielte Team aus der Autorin und Filmemacherin Doris Dörrie und ihrer kongenialen Illustratorin Julia Kaergel in schöne Texte und fast noch schönere Bilder gekleidet. Bei Ravensburger hieß ihre Heldin noch Lotte, deren Abenteuer man in Lotte will Prinzessin sein, Lotte in New York, Lotte und die Monster oder Wo ist Lotte? mitverfolgen konnte. Nach dem Wechsel zu Diogenes ist Mimi der neue Kinderbuch-Star. Und von dem erwarten wir hoffentlich bald wieder neue Geschichten. -Thomas Köster
Buch:
Ladies of Crime: Kriminalgeschichten
Autor:
Agatha Christie, Patricia Highsmith, Margaret Millar, P. D. James, Ingrid Noll, Doris Dörrie, Ausgabe vom 15. Dez. 2008, Broschiert, Verkaufsrang 802903