Product Description Roman Erscheinungsjahr: 1986 Gewicht: 233 gr / Abmessung: 19 cm Von Jelinek, Elfriede Einer der meistdiskutierten deutschsprachigen Romane der letzten Zeit: Der Klavierlehrerin Erika Kohut, von ihrer Mutter zur Pianistin gedrillt, ist es nicht möglich, aus ihrer Isolation heraus eine sexuelle Identität zu finden. Unfähig, sich auf das Leben einzulassen, wird sie zur Voyeurin. Als einer ihrer Schüler mit ihr ein Liebesverhältnis anstrebt, erfährt sie, daß sie nur noch im Leiden und in der Bestrafung Lust empfindet.
Buch:
Die Liebhaberinnen (Fiction, Poetry & Drama)
Autor:
Elfriede Jelinek, Ausgabe vom 2. März 1989, Taschenbuch, Verkaufsrang 11746
Aus der Amazon.at-Redaktion In diesem "Unterhaltungsroman", der niemanden unterhalten kann oder soll, geht es um den obersteirischen Gendarm Kurt Janisch, der "besessen" von Gier ist - der Gier nach Frauen, der Gier nach Besitz, der Gier nach Häusern. Seine Realität besteht aus drei Ebenen: seiner Ehefrau, seinem Opfer Gerti, der Städterin, die aufs Land gezogen ist, und deren Haus er unbedingt besitzen möchte und der 16-jährigen Gabi, die zwar kein Haus, aber ungenutzte Räume in sich birgt. Da diese "Dreigleisigkeit" auf Dauer nicht gut gehen kann, greift er zur brutalsten aller Möglichkeiten: Er bringt die junge Gabi um und versenkt sie im Baggerteich. Ineinander und miteinander verwoben sind die Erzählstränge - die erzählenden Personen wechseln ständig oder die Erzählerin greift ein - ohne Rücksicht auf den Leser. Erzählt wird eine Geschichte der Brutalität, der "Gier", der Vereinnahmung bis zum Tod. Wobei sich diese beiden Begriffe - Frauen und Häuser - derart ineinander verweben und zu austauschbaren "Objekten" werden, dass die Erzählerin oft selbst nicht mehr unterscheiden kann, von welchem der beiden Begriffe sie eben erzählt. Der Mann als besitzergreifender Eindringling in Häuser und Frauen, der Mann aber letztlich auch als Opfer seiner Umgebung, des - kaum angedeuteten - politischen Umfeldes, der neuen Gesellschaft, in der Besitz wichtiger ist als alles andere. Nicht zuletzt dokumentiert Jelinek mit der Beschreibung des Baggersees, in dem die Leiche der 16-jährigen Gabi liegt - einer der eindringlichsten Teile des Romans - den Zustand der Gesellschaft dieses Landes. Ein schwer lesbarer Roman, ein "stilloser" Roman, der dem Leser einiges abverlangt, der jegliche humane Einstellung bewusst im Keim erstickt, der die Menschen als Täter und Opfer zeigt, und der letztlich dem Leser keinerlei Spielraum lässt - zu eindringlich und despotisch zeichnet er die Wirklichkeit. -Lisbeth Legat
Buch:
Theaterstücke: Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaft - Clara S - musikalische Tragödie - Burgtheater - .. - / Burgtheater / Krankheit oder Moderne Frauen
Autor:
Elfriede Jelinek, Ausgabe vom 1. Aug. 1992, Taschenbuch, Verkaufsrang 84823
Erscheinungsjahr: 2004 2. Aufl. Gewicht: 200 gr / Abmessung: 19 cm Von Jelinek, Elfriede Die Büchner-Preisträgerin stellt in ihrem provozierenden Stück Massenphänomene von heute bloß: den Sport, die Hooligans, die Bürgerkriege. Sieger und Besiegte im Sport wie im Krieg. Die Soldaten treten in Jeans und Baseballkappen auf, und die griechischen Chöre, adidas, Reebok oder Nike an den Füßen, geben dem Publikum die letzten Sportergebnisse bekannt. In der Sportbekleidung feiert die Uniform ihre Triumphe. Bruch. Heimatflucht. Partielle Emigration. Als Elfriede Jelinek, die femme fatale der österreichischen Gegenwartsliteratur, vor zwei Jahren erklärte, ihre Stücke seien künftig nur noch außerhalb der Alpenrepublik zu sehen, klang das wie der medienheischende Spleen einer, die Angst vor dem Vergessenwerden hat. "Feigheit und Müdigkeit" im Kampf gegen die "verkommene österreichische Presse", deren "Gegeifere" sie nicht mehr ertragen konnte, gab die stets umstrittene, gelegentlich "Wegbereiterin linken Terrors" genannte Autorin als Motivation an. Als Zeichen der Kapitulation vor den Entwicklungen in ihrem Heimatland wurde sie ihre eigene Rattenfängerin. Ihr Drama "Stecken, Stab und Stangl", ein Stück über den Mord an vier Roma im Burgenland und die Serie von Briefbombenattentaten, ist damals in Hamburg uraufgeführt worden, und Theater heute wählte es zum Stück des Jahres 1996. Die alliterierten Begriffe im Titel stehen für ein konservatives Plebiszit - etwas, das Sigrid Löffler als "Verhausmeisterung" Österreichs beschrieben hat. Stangl war Kommandant von Treblinka, Staberl heißt ein Kommentator der Wiener Kronen-Zeitung - in Jelineks Augen einer derjenigen, die das "Regime des Pöbels" in Österreich vorangetrieben haben. Jeder ist Stab, Stab ist der deutsche Alltag. In dieser Konsequenz sind die Jelinekschen Figuren sich selbst Marionette und einander Abziehbild. Die Autorin macht sie zu Akteuren in einer Metzgerei, welche zum Zeichen für die Pathologisierung von Vergangenheitsbewältigung wird. In dieser Arena sind die Kunden die Empfänger dessen, was der Fleischer propagiert. Dieser, in seiner Tendenz zur Relativierung vergangener Verbrechen, ist gewissermaßen der Stab der Stäbe - und als Figur der Spiegel des Kommentators der Kronen-Zeitung. Alles in dieser Metzgerei wird von den Akteuren allmählich mit rosafarbenem Häkelwerk überzogen. Man strickt sich ruhig, permanent und akribisch. Faden und Maschen sind der Mantel, den man über die Geschichte zieht. Die Häkelmetapher macht deutlich: Vergessen ist schon nicht mehr nur Selbstschutz, sondern gerät zur Manie. Der Imperativ des Heineschen "wir weben" ist von der unauslöschlichen Kampfansage zur triebhaften Verdrängung degeneriert. Nur der Gedenkstein muß noch überwacht werden, sagen die Kunden im Fleischerladen. Qui parle? Wer führt eigentlich welches Wort? Jelinek schreibt Wortstücke, bei ihr regiert die kontrollierte Konglomerierung - Phrasen und Sprachhülsen greifen ineinander. Ich will ein "kontrapunktisches Sprachgeflecht" erzeugen, nennt sie das, und so mischen sich Biederkeiten mit Celanschen Lyrikfetzen, Jelinek mit Heidegger zu einem großen allegorischen Zynismus. Der Text ist unruhig, manchmal fast schon zu dicht, um nicht zu sagen: übertrieben moralisierend gewichtet. Einzelne Passagen verunsichern dann so, daß man nicht weiß, ob man lachen soll, weil man den Bezug kennt, oder weil man damit überrascht wurde. Letzten Endes lacht man inmitten des Gewirrs der lakonischen Konterkarikaturen gar nicht. Die Story, die uns im Drama erzählt werden soll, ist das Drama der Beiläufigkeit in der Welt. Eine Welt, die den Tod zum Smalltalk-Thema macht. "Ich bin im Grunde ständig tobsüchtig über die Verharmlosung", meint die Jelinek in einem Interview. "Stecken, Stab und Stangl" ist konsequenterweise als Anschlag auf die Zeremonisierung von Trauer gemeint, durch die man sich zu beruhigen sucht. Die von ihrem "Stück-Fleischer" als "doppeltkohlensaure Gletscherspalte" angegriffene Autorin konstruiert eine Scheinwelt - als Parabel auf eine Welt mit schönem Schein, die sie allerorts wittert. "Für die, die sprachlos sind oder deren Sprache wir nicht verstehen, zu sprechen, das war mir sehr wichtig." Wenn der Text dann teilweise trivialkabarettistisch gerät, dann drückt man schon mal ein Auge zu - das moralische Tremolo muß stimmen. Das Trauma wird als Kopf eines deutschen Schäferhundes mit Zeitung in der Schnauze am Ende noch bebildert, und die Didaktik wird beinahe unbeschwert, als der Konservativgeist Fleischer (Die Welt ist ein Rubbellos!) mephistophelisch süffisant droht: "[W]o immer man reibt, kommt der Fleischer zum Vorschein". Nichts wird gut, aber wie es besser wird, weiß auch eine Jelinek nicht. -Ron Winkler
Buch:
Die Ausgesperrten
Autor:
Elfriede Jelinek, Ausgabe vom 3. April 1985, Taschenbuch, Verkaufsrang 154255
Product Description 'Die Ausgesperrten' erzählt von jungen Leuten, die aus dem Schatten derälteren Generation herauskommen möchten. Sie schließen sich ein authentischerFall zu einer Bande zusammen, um im Schutz der Dunkelheit und ihres schülerhaft-harmlosenAussehens Passanten zu überfallen, auszurauben und zu mißhandeln. Ihr geistigerAnführer ist Rainer, zugleich ihr größter Versager, ob es um ein Verbrechenoder um die Liebe geht.
Buch:
Königs Erläuterungen und Materialien, Bd.471, Die Klavierspielerin
Autor:
Elfriede Jelinek, Stefan Helge Kern, Ausgabe vom 15. Januar 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 193758