Aus der Amazon.de-Redaktion "Bevor ich Ich war" fängt alles an. Mit diesen Worten jedenfalls hat der Ruhrgebietsautor Frank Goosen ein Kapitel seines neuen Buches überschrieben, das sich bereits im Titel auf witzige, ironisch distanzierte Art autobiografisch gibt. Und so beginnt auch alles vor der Geburt des Ichs, in der Nachkriegszeit, mit Onkel Theo, einem Kriegsheimkehrer aus russischer Gefangenschaft. Als der nach Hause kam, trug er "etwas anderes" auf seinen Schultern, jedenfalls nicht mehr den eigenen Kopf. Tagtäglich lief Onkel Theo in Bochums Straßen herum, sammelte die Kippen aus dem Rinnstein auf und klaute überall Zigaretten. Denn die waren in der Kriegsgefangenschaft "wertvoller als Gold". Über das exotische Gebaren ihres Mannes ist dann letztlich auch Tante Wilhelmine "bescheuert" geworden: "Daran war der Russe in jedem Fall schuld." So ragt der kohleschwarze Schatten des Krieges mitten in den Ruhrpott hinein. "Komische Geschichten" hat Goosen seine Erzähl-, Glossen- und Kolumnensammlung Mein Ich und sein Leben - wiederum mit ironischem Anhauch - untertitelt. Denn tatsächlich schwanken die Geschichten zwischen Komik, Skurrilität und Tragik hin und her. Das gilt auch für die Zeit, als Goosens Ich geboren wurde, als es noch Debby Harry gab und Mücke und schon Spüli. Später muss sich das Ich mit neuen Klassenlehrern herumschlagen, erkennt aber auch das "Glück der Pinguine" (die das Cover zieren) und die Vorzüge von Minibars ("Das Ich unterwegs"). Hin und wieder klingt das nach Max Goldt, aber auch nur hin und wieder. Denn Goosen hat einen ganz eigenen, unverwechselbaren Ton - zum Beispiel dort, wo er beschreibt, wie über der neuen Wohnung von Daniel Audrey Hepburn Geige übt. -Stefan Kellerer
Buch:
Ein Mann eine Frage: Endlich klare Antworten von Frank Goosen, Axel Hacke, Harald Martenstein, Martin Suter u.v.a
Autor:
Frank Goosen, Axel Hacke, Harald Martenstein, Christian Ankowitsch, und vielen anderen, Ausgabe vom 5. März 2008, Gebunden, Verkaufsrang 398845
Buch:
So viel Zeit
Autor:
Frank Goosen, Ausgabe vom Juli 2007, Gebunden, Verkaufsrang 81031
Aus der Amazon.de-Redaktion So viel Zeit ist vergangen in So viel Zeit. Konni, Rainer, Ole und Bulle, die sich schon seit der Schulzeit kennen, sind in die Jahre gekommen. Sie hatten hehre Ideale, damals, auf der Abiturfeier im Sommer 1982. Sie wollten eine Band gründen und in New York auftreten. Das weiß der Leser, weil So viel Zeit mit einem Prolog über jene hoffnungsvolle Zeit beginnt, in der sich die vier unsterblich fühlen - allerdings nur, um diese Hoffnung gleich wieder zu zerstören. "Fünfundzwanzig Jahre später würde einer der vier verlassen auf einer Baustelle sitzen und der vermeintlichen Liebe seines Lebens nachtrauern", heißt es in So viel Zeit; "der Zweite würde Vater von Zwillingen sein, aber keine Frau mehr haben, der Dritte in einem billigen Loch sechshundert Kilometer weiter östlich liegen, und der Vierte könnte nachts nicht mehr schlafen. Außerdem würden sie zu fünft sein, denn fünf war eine magische Zahl". Dieser Fünfte ist Thomas, der eine 18 Jahre jüngere Freundin namens Corinna hat. Aber er ist nicht mehr zu beneiden als der Rest der Truppe, die immer noch ihren New-York-Auftrittstraum träumt, ansonsten aber ihrer Vergangenheit hinterher trauert. Ansonsten wird viel Doppelkopf gespielt in So viel Zeit - etwas zu viel für einen Leser, der nicht Karten spielen kann. Die Fachausdrücke nerven ein wenig, und der Satz von Corinna ("Ihr nehmt den Scheiß zu ernst") kann man in diesem Fall getrost auf den Autor übertragen. Ansonsten aber nimmt Frank Goosen gar nichts ernst, auch sich selber nicht, denn das, was er beschreibt, hat auch sehr viel mit seinem Ich und dessen Leben zu tun. Das ist gut so. Denn an den besten Stellen gelingen Goosen Sätze von Woody-Allen?scher Tragikomik, die die Personen trefflich charakterisieren ("Leben ist eine tolle Sache. Ich liebe es, den anderen dabei zuzusehen"). Alles in allem ist So viel Zeit Pflichtlektüre für Enddreißiger und Anfangvierziger, die langsam merken, dass sie nostalgisch werden (und nach Gründen dafür suchen). Aber auch Abiturienten sollten Goosens Buch lesen. Damit sie wissen, was einmal aus ihnen zu werden droht. - Isa Gerck, Literaturanzeiger.de
Buch:
Liegen lernen
Autor:
Frank Goosen, Ausgabe vom 1. Okt. 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 116595
Roman Erscheinungsjahr: 2002 Gewicht: 258 gr / Abmessung: 18 cm Von Goosen, Frank Eine Stadt im Ruhrgebiet. Anfang der 80er Jahre. Helmut ist 16, besucht die Oberstufe eines Gymnasiums, hat Eltern, die nicht miteinander reden und eine Mutter, die immer nur wissen möchte, was er eigentlich will. Vom Leben, zum Beispiel. Wenn er das nur selbst so genau wüßte. Seine lakonische Selbsteinschätzung: drogenabstinenter, heterosexueller Nichtdemonstrierer, so wenig Engagement wie nötig, so viel Leben (lassen) wie möglich. Helmut hört Platten von den Beatles und Dylan, tanzt zu Madness und Fischer Z, trägt wie alle anderen Bäckerhosen und verliebt sich in die Schulsprecherin Britta. Ihr zuliebe engagiert er sich in der Nicaragua-Gruppe, sie führt den kleinbürgerlichen, immer etwas schüchternen Jungen in die Liebe ein. Zur ersten Liebe aber gehört auch die erste Enttäuschung. Und so erzählt Helmut rückblickend sein Leben als Suche nach der einzigen Frau, die ihm etwas bedeutet hat, während seine amourösen Abenteuer ihn in Wirklichkeit kaltließen. Nix los Frank Goosen erzählt sein Erwachsenwerden in den 80er-Jahren der alten Bundesrepublik. Man nehme ein bisschen Zeit, einen Laptop und den Bestseller Die Generation Golf von Florian Illies. Hinzu schütte man ein paar persönliche Erfahrungen, vermenge sie gut mit Altbekanntem und fertig ist ein Roman über die 80er-Jahre. Der Held in Frank Goosens Romandebüt "liegen lernen" heißt Helmut. Seine Mutter ist dick und Hausfrau, sein Vater geht immer in den Keller, um seine riesige Plattensammlung zu bestaunen und um heimlich gedankenverloren zur Musik zu tanzen. Helmut schaut fern, neuerdings sogar in Farbe. Diese Welt ist so lange in Ordnung bis Britta, die Neue, in der Klasse auftaucht. Ihre Eltern wohnen in einem Haus am Waldrand, sie sind Künstler und Britta nennt sie beim Vornamen. Helmut verliebt sich unsterblich in sie, die beiden schlafen miteinander und er beginnt durch sie beeinflusst, sich politisch in Aktionsgruppen zu engagieren. Von heute auf morgen verlässt Britta ihn, um, wie sie sagt, in Amerika neue Erfahrungen zu sammeln. Für Helmut jedoch bleibt sie die große Liebe seines Lebens und es dauert bis in die zweiten Hälfte der 90er-Jahre und bedarf drei weiterer Beziehungsversuche, bis er sich von diesem Schock erholt. Das alles muss der Leser mit ansehen: jede neue Beziehung mit beginnen, sich durch die Mühen der Ebene schleppen und jedes Mal ihr Scheitern durchleiden. Das alles auf der Folie der 80er-Jahre, mit ihren bekannten Symptomen Friedensbewegung, Kohl-Lethargie und Konsumrausch. Alles nichts wirklich Neues. Aber alles spannend für die Kinder dieser Zeit. Die alte Bundesrepublik beginnt nun nach der Wiedervereinigung langsam, sich ihre Geschichte zu erzählen. Sie scheint von den Ereignissen um 1989 ebenso mitgenommen worden zu sein wie die ehemalige DDR. Anders ist diese Bestandsaufnahme und das ewige Kreisen um Kindheit als Versicherung einer Herkunft nicht zu erklären. Frank Goosen hat zu dem Puzzle, das westdeutsche Identität bedeuten könnte, seinen Teil beigetragen. Leider jedoch keinen großen und man glaubt langsam wirklich, dass es damals sehr langweilig gewesen sein muss. -Jana Hensel
Hörbuch:
A40: Geschichten von hier
Autor:
Frank Goosen, Ausgabe vom 20. Juli 2011, Audio CD, Verkaufsrang 35684
Pokorny passt. Das klingt ein bisschen fies, ein bisschen nach Hausmeister, auf jeden Fall: spaßfrei. Friedrich Pokorny ist zwar der Sohn eines Schrotthändlers, aber keinesfalls zum Lachen geboren. In der Schule ist er der getretene Underdog aus dem Milieu. Nur einer hilft dem Sohn vom "Klüngelskarl", der schlaue und kräftige Nachbarssohn Zacher, selbst Sohn einer "versoffenen Nutte". Noch in der Schule entdeckt Pokorny, wie er sich selber helfen kann: als Sprücheklopfer. Mit Maulheldentum begräbt Pokorny junior sein Schicksal als ewig Unterlegener im Wettkampf mit Zacher und dem Rest der Welt. An der Uni, wo ihn nur die Frauen interessieren, legt er den Grundstein für eine Entertainer-Karriere. Zu Eitelkeit und Geld kommt schließlich auch eine spleenige Affäre mit Ellen, der Freundin Zachers. Bingo! Einmal ist er besser als dieser, einmal sticht er ihn aus und lässt es schließlich auch so aussehen, als sei Ellen von ihm, nicht von Zacher schwanger. Die Wahrheit nimmt sie bei einem Verkehrsunfall mit in den Tod. Das liegt lange zurück. In seinem zweiten Roman nach Liegen lernen erzählt Frank Goosen über weite Strecken in der Rückschau vom Aufbau dieser brüchigen Männerfreundschaft. Von einem Komiker, der auf der Bühne vor allem wegen seiner Ernsthaftigkeit auffällt, und der jetzt, trotz Putzfrau und Fernsehauftritten, ein "frustrierter Enddreißiger" ist und sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert sieht. Denn Zacher meldet sich nach Jahren wieder und fordert Pokorny zu einer Aussprache über die Sache mit Ellen auf. Goosen, selbst jahrelang als Kabarettist durch die Lande getingelt, erzählt straight, dialogsicher und kennt sich mit wirksamen Pointen aus. Pokorny lacht liest sich nett, tut keinem weh und hinterlässt einen leicht pappigen Nachgeschmack. Das liegt zum einen an der Plakativität, mit der er die heiklen Verhältnisse zwischen seinen Figuren liefert. Zum anderen an der Vielzahl der Nebenschauplätze, die alle symbolische Bedeutung für den Plot haben wollen. Und vielleicht auch einfach noch daran, dass Pokornys Geschichte nicht zum Lachen ist. -Nikolaus Stemmer Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt? Hört man Frank Goosens Geschichte, möchte man an dieser alten Schlagerweisheit zweifeln. Pokorny und Zacher kommen beide als Schüler nicht aus der Außenseiterrolle heraus. Sie werden Freunde und sind es auch noch als sie schon an ihren Uniabschluss denken. Doch wie sehr ihre Freundschaft auf einem Fundament aus Konkurrenz und Missgunst gründet, wird deutlich, als sich beide in die attraktive Ellen verlieben und die Situation eskaliert. Nach seinem Debüterfolg Liegen lernen erzählt Frank Goosen nun zum zweiten Mal vom schwierigen Erwachsenwerden in den 80er-Jahren. Und gewährt einen aufschlussreichen Blick in die Abgründe der ganz normalen Männerseele. Pokorny lacht - ansonsten geht es aber eher ernst zu in diesem Roman. Und es bleibt die Frage, ob Goosen bei seiner Vergangenheit als Komiker sich in den ernsten Gefilden als Autor wirklich wohl fühlt. Was er aber wirklich kann: seinen eigenen Text wunderbar zu Gehör bringen (was man nicht von vielen Autoren behaupten kann). Da macht sich seine langjährige Erfahrung als Mitglied des Comedy-Duos Tresenlesen bezahlt. Dieser Stimme und ihrem Hang zum Ruhrpotthaft-Schnoddrigen hört man gerne über vier Stunden lang zu. -Christian Stahl Spieldauer: ca. 256 Minuten, 4 CDs, vom Autor gelesen und gekürzt.
Buch:
Beat Stories
Autor:
Alex Capus, Franz Dobler, Tanja Dückers, Frank Goosen, Helmut Krausser, Albert Ostermaier, Georg M. Oswald, Jan Weiler, Ingo Schulze, Ausgabe vom 13. März 2008, Broschiert, Verkaufsrang 393393
Buch:
So viel Zeit: Roman
Autor:
Frank Goosen, Ausgabe vom 5. Januar 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 51517
Aus der Amazon.de-Redaktion So viel Zeit ist vergangen in So viel Zeit. Konni, Rainer, Ole und Bulle, die sich schon seit der Schulzeit kennen, sind in die Jahre gekommen. Sie hatten hehre Ideale, damals, auf der Abiturfeier im Sommer 1982. Sie wollten eine Band gründen und in New York auftreten. Das weiß der Leser, weil So viel Zeit mit einem Prolog über jene hoffnungsvolle Zeit beginnt, in der sich die vier unsterblich fühlen - allerdings nur, um diese Hoffnung gleich wieder zu zerstören. "Fünfundzwanzig Jahre später würde einer der vier verlassen auf einer Baustelle sitzen und der vermeintlichen Liebe seines Lebens nachtrauern", heißt es in So viel Zeit; "der Zweite würde Vater von Zwillingen sein, aber keine Frau mehr haben, der Dritte in einem billigen Loch sechshundert Kilometer weiter östlich liegen, und der Vierte könnte nachts nicht mehr schlafen. Außerdem würden sie zu fünft sein, denn fünf war eine magische Zahl". Dieser Fünfte ist Thomas, der eine 18 Jahre jüngere Freundin namens Corinna hat. Aber er ist nicht mehr zu beneiden als der Rest der Truppe, die immer noch ihren New-York-Auftrittstraum träumt, ansonsten aber ihrer Vergangenheit hinterher trauert. Ansonsten wird viel Doppelkopf gespielt in So viel Zeit - etwas zu viel für einen Leser, der nicht Karten spielen kann. Die Fachausdrücke nerven ein wenig, und der Satz von Corinna ("Ihr nehmt den Scheiß zu ernst") kann man in diesem Fall getrost auf den Autor übertragen. Ansonsten aber nimmt Frank Goosen gar nichts ernst, auch sich selber nicht, denn das, was er beschreibt, hat auch sehr viel mit seinem Ich und dessen Leben zu tun. Das ist gut so. Denn an den besten Stellen gelingen Goosen Sätze von Woody-Allen?scher Tragikomik, die die Personen trefflich charakterisieren ("Leben ist eine tolle Sache. Ich liebe es, den anderen dabei zuzusehen"). Alles in allem ist So viel Zeit Pflichtlektüre für Enddreißiger und Anfangvierziger, die langsam merken, dass sie nostalgisch werden (und nach Gründen dafür suchen). Aber auch Abiturienten sollten Goosens Buch lesen. Damit sie wissen, was einmal aus ihnen zu werden droht. - Isa Gerck, Literaturanzeiger.de