Aus der Amazon.de-Redaktion Frans de Waal, einer der weltweit führenden Primatenforscher, zieht in Der Affe in uns die Summe des gegenwärtigen Kenntnisstandes über die verblüffenden Ähnlichkeiten menschlicher Verhaltensweisen mit unseren engsten Verwandten im Tierreich, den Schimpansen und Bonobos. Während die Schimpansen alles andere als die intelligenten, friedlichen Schmuseäffchen sind, als die sie uns so gerne vorgeführt werden, sondern im Hinblick auf die menschliche Natur vor allem deren machtfixierte Seite repräsentieren, stehen die Bonobos für eine ausgeprägte und freizügige Sexualität. "Vergleicht man in Gefangenschaft lebende Schimpansen und Bonobos, die gleich viel Platz haben, dieselbe Nahrung bekommen und dieselbe Anzahl von Partnern haben, dann geben sich Bonobos im Durchschnitt alle anderthalb Stunden und mit einer viel größeren Zahl von Partnern dem Sex hin als Schimpansen, die nur alle sieben Stunden Sex haben." Letzteres auch deshalb, weil Schimpansen wegen ihrer Macht- und Hierarchiekonflikte nicht so viel Aufmerksamkeit auf die schönen Seiten des Lebens legen können. Während Bonobos selbst Konflikte wegen des Fressens schon mal mit Sex lösen, kommt es bei Schimpansen nicht selten auch ohne einen erkennbar besonderen Anlass zu ausgesprochen handfesten Auseinandersetzungen und sogar regelrechten Gewaltexzessen. "Wenn Schimpansen Schusswaffen und Messer hätten und wüssten, wie man damit umgeht", zitiert de Waal die weltbekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall, "würden sie ohne jeden Zweifel ebenso davon Gebrauch machen wie wir Menschen". Den Unterschied zwischen den beiden Menschenaffenarten vergleicht de Waal mit der humanpsychologischen Unterscheidung zwischen HE- (das heißt Hierarchien erzwingenden) und HA- (Hierarchien abschwächenden) Persönlichkeiten. Der Mensch habe das Glück, "zwei innere Affen zu haben". So sei der Mensch nicht nur in erstaunlichem Maß zur Vernichtung seiner Umwelt und auch seinesgleichen fähig, sondern verfüge zugleich über Quellen der Empathie und der Liebe, die tiefer reichten als alles zuvor gekannte. Da das menschliche Tier "die Herrschaft über alle anderen erlangt hat", schließt der Autor seine ausgesprochen lesenswerte und erhellende Bestandsaufnahme, "ist es um so wichtiger, dass es ehrlich in den Spiegel blickt, damit es sowohl den Erzfeind entdeckt, der ihn da anblickt, als auch den Alliierten, der bereit ist, ihm beim Bau einer besseren Welt zu helfen". - Alexander Dohnberg
Buch:
Eine schöne Verwandtschaft: Das Familienleben der Menschenaffen
Autor:
Frans de Waal, Ausgabe vom 1. März 2004, Gebunden, Verkaufsrang 142442
Product Description Eine schöne Verwandtschaft Das Familienleben der Menschenaffen
Buch:
Wilde Diplomaten: Versöhnung und Entspannungspolitik bei Affen und Menschen
Autor:
Frans de Waal, Ausgabe vom 1. Januar 1991, Gebunden, Verkaufsrang 531847
Buch:
Der Affe und der Sushimeister: Das kulturelle Leben der Tiere
Autor:
Frans de Waal, Ausgabe vom 1. Febr. 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 188723
Aus der Amazon.de-Redaktion Gekleideten Menschenaffen zuzuschauen, wie sie menschliches Verhalten nachahmen - ein uralter Gag in Filmen und Fernsehshows - vermittelt so manchem Zuschauer ein ungutes Gefühl, schreibt der anerkannte Primatologe Frans de Waal in seinem Buch Der Affe und der Sushimeister. Indem die Affen so etwas tun, brechen sie gewissermaßen eine Art Tabu - ein Tabu in Sachen Kultur, die angeblich nur Menschen besitzen können. Nach de Waals Einschätzung bedeutet Kultur jedoch nicht, dass man weiß, wie man eine Austerngabel richtig ansetzt, oder dass man schicke Vernissagen besucht. Kultur bedeutet vielmehr, "dass Kenntnisse und Gewohnheiten von anderen - häufig, aber nicht immer, die ältere Generation - erworben wurden". Kultur beinhaltet Verständigung und soziale Organisation, und darin hat der Mensch gewiss kein Monopol. Ein Sushi-Koch lernt, indem er das Wissen und die Gewohnheiten eines fähigeren Meisters vermittelt bekommt - aber das Gleiche gilt auch für den Schimpansen, wenn er lernt, wie man Bananen im Urwaldfluss wäscht, oder für Vögel, wenn sie lernen, wie man Muscheln aufknackt, um an ihr leckeres Inneres zu gelangen, indem man sie aus luftiger Höhe auf die Felsen fallen lässt. De Waal untersucht anthropozentrische Kulturtheorien und stellt sich deren grundsätzlichen leugnerischen Vorstellungen entgegen, dass es zwischen Menschen und Tieren keine gemeinsamen Charakteristika gebe, obwohl sie sehr wohl existieren könnten. Er setzt sich mit den so genannten "Selfish-Gene"-Verhaltenstheorien um "egoistische Gene" auseinander und argumentiert temperamentvoll, dass es bessere Modelle gebe, um zu erklären, warum sich Tiere - und Menschen - so verhalten, wie sie es tun. Auch Aristoteles bleibt nicht verschont: De Waal vertritt den Standpunkt, dass der Mensch nicht das einzige "politische Tier" sei, wenn man Politik als gesellschaftlichen Prozess definiere, in dem entschieden werde, wer was wann und auf welche Weise bekomme. Was Tiere und Menschen eindeutig gemein haben, fasst de Waal zusammen, seien Gesellschaften, in denen Stabilität unmöglich sei - eine Beobachtung, die so manchen Utopist enttäuschen dürfte, die aber hilft, einige der Eigentümlichkeiten der Welt zu erklären. Es gibt vermutlich keinen Menschen auf der Welt, der mehr von Menschenaffen versteht, als Frans de Waal. Mit diesem Buch beweist er, dass er auch jede Menge vom Menschen versteht. Leser, die sich mit Biologie, Kultur und Kommunikation befassen, dürften hier viel Stoff zum Nachdenken finden. -Gregory McNamee
Buch:
Unsere haarigen Vettern - Neueste Erfahrungen mit Schimpansen
Autor:
Frans de Waal, Ausgabe vom April 1986, Gebunden, Verkaufsrang 632878
Buch:
Bonobos
Ausgabe vom 25. Aug. 1998, Gebunden, Verkaufsrang 584512
Buch:
Wilde Diplomaten - Versöhnung und Entspannungspolitik bei Affen und Menschen.
Autor:
Frans de Waal, Ausgabe vom 1993, Broschiert, Verkaufsrang 745462
Buch:
Der gute Affe
Autor:
Frans de Waal, Frans DeWaal, Ausgabe vom 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 636113
Buch:
Der Affe in uns: Warum wir sind, wie wir sind
Autor:
Frans de Waal, Ausgabe vom 1. Sept. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 101529
DER AFFE IN UNS - WARUM WIR SIND, WIE WIR SIND Frans de Waal, einer der weltweit führenden Primatenforscher, zieht in Der Affe in uns die Summe des gegenwärtigen Kenntnisstandes über die verblüffenden Ähnlichkeiten menschlicher Verhaltensweisen mit unseren engsten Verwandten im Tierreich, den Schimpansen und Bonobos. Während die Schimpansen alles andere als die intelligenten, friedlichen Schmuseäffchen sind, als die sie uns so gerne vorgeführt werden, sondern im Hinblick auf die menschliche Natur vor allem deren machtfixierte Seite repräsentieren, stehen die Bonobos für eine ausgeprägte und freizügige Sexualität. "Vergleicht man in Gefangenschaft lebende Schimpansen und Bonobos, die gleich viel Platz haben, dieselbe Nahrung bekommen und dieselbe Anzahl von Partnern haben, dann geben sich Bonobos im Durchschnitt alle anderthalb Stunden und mit einer viel größeren Zahl von Partnern dem Sex hin als Schimpansen, die nur alle sieben Stunden Sex haben." Letzteres auch deshalb, weil Schimpansen wegen ihrer Macht- und Hierarchiekonflikte nicht so viel Aufmerksamkeit auf die schönen Seiten des Lebens legen können. Während Bonobos selbst Konflikte wegen des Fressens schon mal mit Sex lösen, kommt es bei Schimpansen nicht selten auch ohne einen erkennbar besonderen Anlass zu ausgesprochen handfesten Auseinandersetzungen und sogar regelrechten Gewaltexzessen. "Wenn Schimpansen Schusswaffen und Messer hätten und wüssten, wie man damit umgeht", zitiert de Waal die weltbekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall, "würden sie ohne jeden Zweifel ebenso davon Gebrauch machen wie wir Menschen". Den Unterschied zwischen den beiden Menschenaffenarten vergleicht de Waal mit der humanpsychologischen Unterscheidung zwischen HE- (das heißt Hierarchien erzwingenden) und HA- (Hierarchien abschwächenden) Persönlichkeiten. Der Mensch habe das Glück, "zwei innere Affen zu haben". So sei der Mensch nicht nur in erstaunlichem Maß zur Vernichtung seiner Umwelt und auch seinesgleichen fähig, sondern verfüge zugleich über Quellen der Empathie und der Liebe, die tiefer reichten als alles zuvor gekannte. Da das menschliche Tier "die Herrschaft über alle anderen erlangt hat", schließt der Autor seine ausgesprochen lesenswerte und erhellende Bestandsaufnahme, "ist es um so wichtiger, dass es ehrlich in den Spiegel blickt, damit es sowohl den Erzfeind entdeckt, der ihn da anblickt, als auch den Alliierten, der bereit ist, ihm beim Bau einer besseren Welt zu helfen". - Alexander Dohnberg