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| | Buch: | Hitlers Volksstaat |
| Autor: | Götz Aly, Ausgabe vom 20. Juli 2006, Broschiert, Verkaufsrang 40173 |
| Preis: | 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Im sechzigsten Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist an neuer (Forschungs-)Literatur über das Dritte Reich gewiss kein Mangel. Hitlers Volksstaat jedoch gehört zweifelsfrei zu den beachtenswertesten historischen Arbeiten dieses Jahres! Den Deutschen, so Aly, ging es in diesem Krieg - vom Ende freilich abgesehen - besser denn je. "Deutschland wird dann am größten sein, wenn seine ärmsten seine treuesten Bürger sind", wusste der Führer. Und deshalb wurde das Volk mit Wohltaten gezielt korrumpiert - auf Kosten des enteigneten Judentums und der geplünderten Völker in den besetzten Gebieten. Schmuck, Gold und Waren aller Art wurden von dort im großen Stil zur Hebung der Moral an die Heimatfront verbracht. Auch die Soldaten durften sich in der Fremde billig eindecken und an ihren Einsatzorten billig "einkaufen": "Selbst noch während der extrem unwirtlichen Monate Januar, Februar und März 1943 schafften es die Soldaten nach der Statistik des zuständigen Feldpostamtes, von der Leningradfront mehr als drei Millionen Feldpostpäckchen in die Heimat zu schicken - gefüllt mit Beutestücken, Schnäppchen und überschüssigen Lebensmittelzuteilungen." Und allein im besetzten Frankreich summierten sich die aufgrund des wie überall zum Vorteil der Reichsmark festgesetzten Wechselkurses ausgesprochen günstigen Privateinkäufe der deutschen Besatzer auf 125 Millionen Reichsmark, was laut Aly den Wertverlust des Franc eingerechnet mehr als einer halben Milliarde Euro entspricht. Von all dem, aber auch von mancher anderen Wohltat für die Nutznießer des NS-Sozialstaats, für die die Völker des geplünderten Europas im wahrsten und im übertragenen Sinne bluten mussten, berichtet Götz Aly kenntnisreich und gut belegt. Eine äußerst erhellende Lektüre! - Andreas Vierecke
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 18 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Missverstandene Geschichtsstunde (5 von 5 Punkten) meint e. Ich beziehe mich auf die durchgesehene und erweiterte Ausgabe von 2006.
Götz Alys Buch gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten der neuesten Geschichtsforschung, verschiebt es doch den Focus von der sicher vorhandenen "Verblendung" der deutschen Bevölkerung in Nazideutschland (wohlgemerkt nicht Hitlers Verlendung)auf das dunkle Kapitel des Nutznießertums weiter Bevölkerungsgruppen auf Kosten der Minderheiten und später der besetzten, ausgeplünderten Länder.
Aly vorzuwerfen, dass sein Buch populärwissenschaftlich sei, halte ich bei der Fülle von neuen Fakten falsch (Man beachte den gut gefüllten Anhang).
Als Fazit bleibt: Ein gut lesbares, unbequemes Buch!
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| | Buch: | Unser Kampf: 1968 - ein irritierter Blick zurück |
| Autor: | Götz Aly, Ausgabe vom Febr. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 255333 |
| Preis: | 19,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Dass der Titel einer Faust in die Magengrube gleichkommt, merkt heute wohl nur noch die ältere Generation. Ein Vergleich der 68er-Generation mit der ihrer Väter: Schlimmer geht's nicht. Wer ein Buch über die Protagonisten von 68 lesen will, liegt mit "Unser Kampf" aber unbedingt richtig. Götz Aly stellt einen Schweigekodex fest, dem alle Politaktivisten von damals folgen - sofern sie clever genug waren, ihre Spuren auch frühzeitig zu verwischen. Von Thomas Schmid, dem Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt", bis zum ehemaligen Außenminister Joschka Fischer: Alle werden sie abgehandelt. Aly ging dafür an die Akten des Bundesinnenministeriums und des Bundeskanzleramtes, aber auch ins Archiv des Verfassungsschutzes. Aly, damals selbst aktiv in einer der Splittergruppen der KPD und in den 70er-Jahren deshalb vom Radikalenerlass betroffen, wertete stapelweise Flugblätter und Broschüren der 68er-Aktivisten aus. Und er verfolgte deren Biografien weit über die Zeit der Studentenunruhen hinaus. Auch wer seinen fundamentalkritischen Ansatz an der 68er-Bewegung überhaupt nicht teilt, erfährt dadurch Fakten, die er in keinem anderen Buch lesen kann. Und: Aly kann flüssig schreiben; anders als der ebenfalls 68er-kritische Wolfgang Kraushaar mit seinem Buch "Achtundsechzig. Eine Bilanz" (Propyläen Verlag, 19,90 Euro) etwa. Im Vergleich zum persönlichen Bericht von Peter Schneiders "Rebellion und Wahn" (Kiepenheuer & Witsch, 18,95 Euro) beschreibt er zudem erfrischend distanziert. Schneider und Kraushaar müssen dennoch empfohlen werden, und zwar als relativierende Sichtweise zu Aly. (jw)
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 18 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Selbstreflektion für uns Linke (5 von 5 Punkten) meint J.S. aus Utrecht [Holland] Perfektes Buch. Gut als Selbstreflektion für uns Linke der 60er und 70er Jahre. Da gehört Mut dazu. Zum Begriff dieser Epoche> absolut empfohlen, ein augezeichneter Spiegel!
Jan Scheffers [Utrecht/Holland]
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| | Buch: | Fromms: Wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F - unter die deutschen Räuber fiel |
| Autor: | Götz Aly, Michael Sontheimer, Ausgabe vom 28. Nov. 2008, Broschiert, Verkaufsrang 436500 |
| Preis: | 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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| Die Geschichte der Firma "Fromms Act" und ihres Gründers Julius Fromm ist ein eindrucksvolles Stück politischer Sittenkunde der Deutschen im 20. Jahrhundert. Götz Aly und Michael Sontheimer erzählen, wie der Sohn armer jüdischer Wirtschaftsmigranten aus Russland 1923 in Berlin mit der Massenproduktion von Kondomen anfing und das begehrte wie umstrittene Produkt in Deutschland zum Erfolg führte. Hermann Göring ließ die florierende Firma 1938 seiner Patentante zukommen. Im Gegenzug schenkte sie ihm zwei Ritterburgen. Fromms erhebliches Vermögen überführten deutsche Beamte in Hitlers Kriegskasse. Der Gummifabrikant und die meisten Mitglieder seiner Familie konnten aus Berlin fliehen und überlebten den Holocaust - über den Globus verstreut. Doch nach dem Krieg enteigneten deutsche Kommunisten Julius Fromm ein zweites Mal. |
| | Buch: | Endlösung: Völkerverschiebung und der Mord an den europäischen Juden |
| Autor: | Götz Aly, Ausgabe vom Mai 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 223933 |
| Preis: | 12,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Über die "Endlösung" wurde viel geschrieben, aber die politischen Entscheidungsprozesse, die der Tat vorausgingen, liegen noch immer im dunkeln. Die Mörder hatten die Dokumente weitgehend verbrannt und logen später nach Kräften. Auch wenn das Wissen über den Holocaust fragmentarisch bleiben wird, so gelingt es Götz Aly doch, die Entscheidungsgeschichte in einer Gründlichkeit zu rekonstruieren, wie das bisher noch nicht versucht wurde. Sein Buch endet mit dem Konsenspapier der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942. Es beginnt mit dem 1. September 1933. Denn so amoralisch und rassistisch die antijüdische Politik in Deutschland schon seit 1933 angelegt war, so wurden die wichtigsten Bedingungen, die zur "Endlösung" führten, doch erst im Krieg geschaffen: "Jetzt", notierte Goebbels im März 1942 zur "Judenfrage", "haben wir eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die uns im Frieden verwehrt sind. Die müssen wir ausnützen." Die Dokumente, die der Autor in russischen, polnischen und deutschen Archiven neu erschlossen hat, lassen sichtbar werden, daß es den einen "Entschluß" nicht gab: Der Mord an den europäischen Juden wurde weder an einem Tag noch von einer Person noch für alle Juden gleichzeitig beschlossen. Vielmehr handelte es sich um einen für die Verhältnisse des "Führerstaates" ungewöhnlich langen und komplexen Entscheidungsprozeß. |
| | Buch: | Unser Kampf: 1968 - ein irritierter Blick zurück |
| Autor: | Götz Aly, Ausgabe vom 7. Juli 2009, Broschiert, Verkaufsrang 45489 |
| Preis: | 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Dass der Titel einer Faust in die Magengrube gleichkommt, merkt heute wohl nur noch die ältere Generation. Ein Vergleich der 68er-Generation mit der ihrer Väter: Schlimmer geht's nicht. Wer ein Buch über die Protagonisten von 68 lesen will, liegt mit "Unser Kampf" aber unbedingt richtig. Götz Aly stellt einen Schweigekodex fest, dem alle Politaktivisten von damals folgen - sofern sie clever genug waren, ihre Spuren auch frühzeitig zu verwischen. Von Thomas Schmid, dem Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt", bis zum ehemaligen Außenminister Joschka Fischer: Alle werden sie abgehandelt. Aly ging dafür an die Akten des Bundesinnenministeriums und des Bundeskanzleramtes, aber auch ins Archiv des Verfassungsschutzes. Aly, damals selbst aktiv in einer der Splittergruppen der KPD und in den 70er-Jahren deshalb vom Radikalenerlass betroffen, wertete stapelweise Flugblätter und Broschüren der 68er-Aktivisten aus. Und er verfolgte deren Biografien weit über die Zeit der Studentenunruhen hinaus. Auch wer seinen fundamentalkritischen Ansatz an der 68er-Bewegung überhaupt nicht teilt, erfährt dadurch Fakten, die er in keinem anderen Buch lesen kann. Und: Aly kann flüssig schreiben; anders als der ebenfalls 68er-kritische Wolfgang Kraushaar mit seinem Buch "Achtundsechzig. Eine Bilanz" (Propyläen Verlag, 19,90 Euro) etwa. Im Vergleich zum persönlichen Bericht von Peter Schneiders "Rebellion und Wahn" (Kiepenheuer & Witsch, 18,95 Euro) beschreibt er zudem erfrischend distanziert. Schneider und Kraushaar müssen dennoch empfohlen werden, und zwar als relativierende Sichtweise zu Aly. (jw)
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 18 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Selbstreflektion für uns Linke (5 von 5 Punkten) meint J.S. aus Utrecht [Holland] Perfektes Buch. Gut als Selbstreflektion für uns Linke der 60er und 70er Jahre. Da gehört Mut dazu. Zum Begriff dieser Epoche> absolut empfohlen, ein augezeichneter Spiegel!
Jan Scheffers [Utrecht/Holland]
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| | Buch: | Hitlers Volksstaat: Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus |
| Autor: | Götz Aly, Ausgabe vom Juni 2005, Gebunden, Verkaufsrang 324357 |
| Preis: | 22,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Im sechzigsten Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist an neuer (Forschungs-)Literatur über das Dritte Reich gewiss kein Mangel. Hitlers Volksstaat jedoch gehört zweifelsfrei zu den beachtenswertesten historischen Arbeiten dieses Jahres! Den Deutschen, so Aly, ging es in diesem Krieg - vom Ende freilich abgesehen - besser denn je. "Deutschland wird dann am größten sein, wenn seine ärmsten seine treuesten Bürger sind", wusste der Führer. Und deshalb wurde das Volk mit Wohltaten gezielt korrumpiert - auf Kosten des enteigneten Judentums und der geplünderten Völker in den besetzten Gebieten. Schmuck, Gold und Waren aller Art wurden von dort im großen Stil zur Hebung der Moral an die Heimatfront verbracht. Auch die Soldaten durften sich in der Fremde billig eindecken und an ihren Einsatzorten billig "einkaufen": "Selbst noch während der extrem unwirtlichen Monate Januar, Februar und März 1943 schafften es die Soldaten nach der Statistik des zuständigen Feldpostamtes, von der Leningradfront mehr als drei Millionen Feldpostpäckchen in die Heimat zu schicken - gefüllt mit Beutestücken, Schnäppchen und überschüssigen Lebensmittelzuteilungen." Und allein im besetzten Frankreich summierten sich die aufgrund des wie überall zum Vorteil der Reichsmark festgesetzten Wechselkurses ausgesprochen günstigen Privateinkäufe der deutschen Besatzer auf 125 Millionen Reichsmark, was laut Aly den Wertverlust des Franc eingerechnet mehr als einer halben Milliarde Euro entspricht. Von all dem, aber auch von mancher anderen Wohltat für die Nutznießer des NS-Sozialstaats, für die die Völker des geplünderten Europas im wahrsten und im übertragenen Sinne bluten mussten, berichtet Götz Aly kenntnisreich und gut belegt. Eine äußerst erhellende Lektüre! - Andreas Vierecke
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 18 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Missverstandene Geschichtsstunde (5 von 5 Punkten) meint e. Ich beziehe mich auf die durchgesehene und erweiterte Ausgabe von 2006.
Götz Alys Buch gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten der neuesten Geschichtsforschung, verschiebt es doch den Focus von der sicher vorhandenen "Verblendung" der deutschen Bevölkerung in Nazideutschland (wohlgemerkt nicht Hitlers Verlendung)auf das dunkle Kapitel des Nutznießertums weiter Bevölkerungsgruppen auf Kosten der Minderheiten und später der besetzten, ausgeplünderten Länder.
Aly vorzuwerfen, dass sein Buch populärwissenschaftlich sei, halte ich bei der Fülle von neuen Fakten falsch (Man beachte den gut gefüllten Anhang).
Als Fazit bleibt: Ein gut lesbares, unbequemes Buch!
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| | Buch: | Vordenker der Vernichtung: Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung - (Die Zeit des Nationalsozialismus) |
| Autor: | Götz Aly, Susanne Heim, Ausgabe vom April 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 257818 |
| Preis: | 12,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Namen wie Hitler, Himmler und Heydrich stehen für den Mord an den europäischen Juden. Ein ganzes Heer von Namenlosen jedoch, die Vordenker der Vernichtung, haben diesen Genozid erst möglich gemacht. Die beiden Autoren versuchen in ihrem Buch, das seit seinem Erscheinen heftig diskutiert wird, die höchst widersprüchliche Politik des nationalsozialistischen Staates aufzuzeigen: Einerseits habe er eine in Deutschland bis dahin nicht bekannte Modernisierung und Dynamik entwickelt, andererseits eine bis heute unbekannte Systematik der Ausrottung und Zerstörung. Götz Aly und Susanne Heim arbeiten heraus, wie eine junge Wissenschaftlerelite ehrgeizig und äußerst effizient ihr Ziel verfolgt: zunächst Deutschland, dann aber auch dem gesamten europäischen Kontinent neue soziale, vor allem aber ökonomische Strukturen aufzuzwingen. Für diese "Expertokratie" war im moralischen wie im politischen Sinne alles machbar. Sie verfügte über ein Maß an Macht und Einfluß, wie es vergleichbaren Beraterstäben sonst nicht zugestanden wird. Ihre Pläne verbanden sich mit der aggressiven und inhumanen Ideologie des Nationalsozialismus zu dem alles beherrschenden Zweck, eine nach ihrem Verständnis "besser organisierte" Zukunft zu gestalten. Das Reißbrett-Denken mit seinen Strukturmodellen und Generalplänen stürzte statt dessen Millionen von Menschen in eine beispiellose Katastrophe: in den Raub- und Vernichtungskrieg und schließlich direkt in die Gaskammern der Konzentrationslager. Wer nicht in das Konzept paßte und der Modernisierung Europas im Wege stand, wurde bedenkenlos vertrieben und vernichtet. Auschwitz war deshalb - so lautet eine These der beiden Autoren - auch das furchtbare Ergebnis des Reißbrett-Denkens dieser gnadenlosen Experten, die ihr Wissen und ihr Können dazu nutzten, den millionenfachen Mord vorzubereiten.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Schockierend (5 von 5 Punkten) meint M.F. aus Duisburg Das Wissen um den Holocaust und um den Eroberungskrieg des Dritten Reichs beschränkt sich bei den meisten Menschen leider nur auf absolute Oberflächlichkeiten und so vermögen sie oftmals nicht zu erkennen, dass dem Ganzen eine Berater- und Planungsriege erst Leben eingehaucht hat. Die wirklichen Monster waren kalte Technokraten, die sich in ihren Planspielen nicht im geringsten darum scherten, welche Menschen sie da quer über die Landkarten verschoben; denen sie ein Sklavendasein zudachten oder die sie vom Antlitz des Planeten tilgen wollten.
Das Ergebnis ist die unheilvolle Verquickung von amoralischen und eiskalten Planern, die mit den direkten Auswirkungen ihrer Entscheidungen nicht konfrontiert werden, sondern nur am Reißbrett planen und so alle Moral und Ethik schnell über Bord zu werfen vermögen, auf der einen - und den Ausführenden, die diese Pläne in die Tat umsetzen und daher zwar mit den Auswirkungen direkt leben müssen, sich aber immer auf die Befehlskette berufen und sich damit Erleichterung verschaffen und ihre Verantwortung abgeben können, auf der anderen Seite.
Dieses Buch beschreibt anschaulich, was sonst untergeht; wie perfide ausgearbeitet das Modell des 1000-Jährigen-Reichs bereits am Reißbrett war und welches Schicksal in diesen Plänen die Bevölkerung der eroberten Ostgebiete erwartete. Ein spannendes und schockierendes Buch!
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| | Buch: | Fromms: Wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F - unter die Räuber fiel |
| Autor: | Götz Aly, Michael Sontheimer, Ausgabe vom März 2007, Gebunden, Verkaufsrang 366658 |
| Preis: | 19,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Ein Berliner Jude, Kondome und die Nazis: Das Schicksal der Firma Fromms Act, ihres Gründers Julius Fromm und seiner Familie führt mitten in die politische Sittengeschichte der Deutschen. Götz Aly und Michael Sontheimer erzählen, wie der Sohn armer jüdischer Einwanderer 1917 in Berlin mit der Massenproduktion von Kondomen begann und bald den Markt beherrschte. Hermann Göring ließ 1938 seiner Patentante die florierende Firma zukommen. Fromms restliches Vermögen überführten deutsche Beamte in Hitlers Kriegskasse. Julius Fromm und die meisten seiner Angehörigen überlebten den Holocaust - über den Globus verstreut. Nach dem Krieg enteigneten deutsche Kommunisten den genialen Gummifabrikanten ein zweites Mal. Götz Aly, 1947 in Heidelberg geboren, besuchte die Deutsche Journalistenschule und studierte Politische Wissenschaft und Geschichte. Für sein essay-istisches Werk erhielt er 2002 den Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste zu Berlin. Zuletzt veröffentlichte er "Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus" ( S. Fischer 2005) und als Herausgeber "Volkes Stimme. Skepsis und Führervertrauen im Nationalsozialismus" (Fischer Taschenbuch Verlag, 2006). Michael Sontheimer, 1955 in Freiburg i.Br. gebo-ren, studierte an der Freien Universität Berlin Ge-schichte, Politologie und Publizistik. Als Journa-list arbeitete er für die tageszeitung, die Zeit und seit 1995 für den Spiegel. Zuletzt veröffent-lichte er Bilder des Zweiten Weltkriegs, SPIEGEL-Buchverlag/DVA, München 2005.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 3 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Gegen das vergessen (5 von 5 Punkten) meint M.P. aus Weimar eine wirklich interessante,eindrucksvolle Geschichte ist das Leben von Julius Fromm und seiner Familie. Nach der Auswanderung seiner Eltern von Rußland nach Berlin ist er binnen kurzer Zeit zum angesehenen Großfabrikanten aufgestiegen.Dann im Nationalsozialismus hält sich Fromm trotz Represalien und Drohungen noch erstaunlich lange,bis auch er 1938 die Flucht ergreift.Aber nicht alle Familienmitglieder überleben den Holocaust.Julius Fromm wird fast alles weggenommen und auch normale Bürger berreichern sich an seinem Vermögen.
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| | Buch: | Volkes Stimme: Skepsis und Führervertrauen im Nationalsozialismus |
| | Ausgabe vom 1. Nov. 2006, Broschiert, Verkaufsrang 221209 |
| Preis: | 12,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Was dachten die Leute eigentlich wirklich über den "Führer"? Wie zufrieden oder unzufrieden waren sie mit der Politik der Nazi-Regierung? Dies zu wissen wäre nicht nur aus heutiger Sicht ausgesprochen interessant, auch die Polit-Strategen der NSDAP waren an diesen Fragen außerordentlich interessiert. Und weil man damals noch nicht über das heute der Meinungsforschung zur Verfügung stehende demoskopische Instrumentarium verfügte, lauschten die Nazis unter anderem mithilfe von Spitzeln in die Bevölkerung hinein und "versuchten mit allerlei populistischen Maßnahmen die innenpolitische Betriebstemperatur warm zu halten". Im Nachhinein lässt sich die tatsächliche Stimmung in der Bevölkerung "historisch-demoskopisch", wie Götz Aly seinen Forschungsansatz nennt, anhand zahlreicher quantifizierbarer Fakten zumindest ausschnittsweise rekonstruieren. Mit einer Reihe von je für sich und in der Gesamtschau gleichermaßen interessanten Einzelstudien geben Aly und seine Mitautoren tiefe Einblicke in die Befindlichkeit des deutschen Volkes zu bestimmten Phasen des Dritten Reichs: Da wäre zunächst die von Oliver Lorenz untersuchte "Adolf-Kurve", an der sich entlang der Häufigkeit, mit der Eltern ihre Söhne auf den Namen des Führers tauften, die an- und abschwellende Hoffnung, die man mit dem Nazi-Regime verband, recht gut ablesen lässt. Und dies erst recht, wenn man in die Untersuchung auch Namen wie Horst (nach dem "Liebling der Bewegung" Horst Wessel) oder Herman (nach dem sich volksnah gerierenden Hermann Göring) in die Betrachtung einbezieht. Tatsächlich steigt und fällt die Beliebtheit aller drei Namen während des zwölf Jahre währenden tausendjährigen Reichs in bemerkenswertem Gleichklang. Ähnliches gilt für das Aufkommen nordischer Namen, die gegen Ende des Krieges rasch wieder in dem Maße an Bedeutung verloren, wie man sich als Ausdruck der Ent-Täuschung wieder auf christliche Namen besann. Ebenso wie Namensmoden Auskunft über die ideologische Nähe zum Nationalsozialismus geben können, geben die Sparquote und vor allem die bevorzugten Sparformen Hinweise auf das allgemeine Zukunftsvertrauen, wie Philipp Kratz in seinem Beitrag anschaulich macht. Auch die übrigen Untersuchungen liefern erhellende Einsichten in den Entwicklungsverlauf der allgemeinen Stimmung während der zwölfjährigen Nazi-Diktatur. - Andreas Vierecke
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Lesermeinungen:* Der Outlaw und die "Adolf-Kurve" (4 von 5 Punkten) meint M.D. aus Bochum Die Jahre zwischen 1933 und 1945 gehören zum besterforschtesten Zeitraum der deutschen Geschichte. Mittlerweile sind wir detailliert über des Führers Haustiere und Cousinen zweiten Grades informiert. Doch eine richtige Alltagsgeschichte des Dritten Reiches gibt es noch nicht, was auch nicht sonderlich verwundert. Meinungsforschungsinstitute sind ein Phänomen der Mediendemokratie und entstanden erst im Laufe der Bonner Republik. Anhand welcher Quellen soll der heutige Historiker also die allgemeine Stimmung der Bevölkerung während der Nazidiktatur rekonstruieren?
Götz Aly, der Outlaw unter Deutschlands Historikern, hat sich nun etwas ganz Witziges einfallen lassen. Mit seinen studentischen Hilfskräften wirft er unter anderem einen Blick auf die Entwicklung der Vornamen, der Kirchenaustritte oder der Sparquote, um somit ein Stimmungsbild der Bevölkerung zu zeichnen. Das ganze funktioniert so: Laut Statistik nahm die Anzahl deutscher Vornamen (Adolf, Hermann, zum Beispiel; die entsprechende Kurve ist daher auch sehr eloquent als "Adolf-Kurve" bezeichnet) von 1933 bis 1939 stetig zu, um dann wieder abzufallen. Ähnliches lässt sich bei den Kirchenaustritten und der Sparquote beobachten. Während bis 1939 die Anzahl der Kirchenaustritte stetig stieg, um dann wieder zurückzugehen, zeigt die Sparquote bis zum Kriegsausbruch einen Rückgang auf, um dann drastisch anzusteigen. Interpretation: Das Regime erfreute sich bis 1939 großer Beliebtheit, die dann aber mit fortschreitendem Kriegsverlauf stetig abnimmt.
"Volkes Stimme" wird wahrscheinlich heftig attackiert werden. Kann es denn überhaupt legitim sein, anhand von selektiv ausgewähltem Zahlenmaterial Aussagen über das Gesamtbefinden einer Bevölkerung zu treffen? Ist es dem Leser überhaupt zuzumuten, auf knapp 230 Seiten nahezu ebenso viele Statistiken und Tabellen abzudrucken? Mag sein, mag auch nicht sein, das interessiert mich recht wenig. Interessant ist diese rein quantitative Darstellung alltäglicher Phänomene auf jeden Fall. Und wofür Aly auf jeden Fall ein Lob verdient ist die Tatasche, dass er seine studentischen Mitarbeiter nicht nur im Vorwort erwähnt, sondern ihnen Autorenstatus einräumt und selber als Herausgeber (relativ) in den Hintergrund tritt. Ein Beispiel, das Schule machen sollte!
Fazit: Provokant, interessant, lesenswert!
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| | Buch: | Im Tunnel |
| Autor: | Götz Aly, Ausgabe vom Febr. 2005, Broschiert, Verkaufsrang 411734 |
| Preis: | 7,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 24.04.2004 Die Rezensentin Franziska Sperr erklärt erst einmal, wie es überhaupt zu diesem Buch kam: Vom jüdischen Mädchen Marion Samuel waren bislang nur die Lebensdaten bekannt, und dass sie 1943, mit elf Jahren, in Auschwitz vergast wurde. Aufgrund dieser "nackten Eckdaten" wurde der von der "Stiftung Erinnerung" vergebene Preis nach ihr benannt, stellvertretend für die von den Nazis ermordeten jüdischen Kinder. Als Götz Aly besagter Preis verliehen wurde, begann er sich für Marion Samuel zu interessieren und unternahm daraufhin die biografischen Recherchen, die zum vorliegenden Band geführt haben. Anhand der wahnhaft peniblen Dokumente der NS-Bürokratie, die in den Archiven der zuständigen Behörden zu finden sind, rekonstruiere Aly "den detaillierten Lebensablauf eines Kindes und seiner Familie". In diesen "Belegen fortgesetzter Entwürdigung" begegne dem Leser nicht nur die gewundene NS-Terminologie, sondern auch schiere "Absurdität", etwa ein Vermerk der städtischen Gaswerke über die Rückzahlung von 2,01 Mark. Den offiziellen Quellen stehe das Zeugnis einer ehemaligen Klassenkameradin gegenüber, die Aly über eine Suchanzeige ausfindig gemacht hat, und die sich an ihre letzte Begegnung mit Marion erinnert: "Plötzlich fing Marion an zu weinen und sagte, sie hätte Angst. Ich war verwundert, denn sie sagte: 'Da gehen Menschen durch einen Tunnel im Berg und da ist auf dem Weg ein großes Loch und alle werden hineinfallen und sind weg'." Insgesamt, so die Rezensentin, zeigt dieser Band, indem er preisgibt, "wie bürokratische Korrektheit im Mordsystem der Nazis ins Groteske gesteigert wurde", den "Zynismus" und die "Menschenverachtung" des NS-Systems auf. © Perlentaucher Medien GmbH
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Durch ihre Nüchternheit bewegende Darstellung des Irrsinns (5 von 5 Punkten) meint M.R. aus Österreich Nach der Lektüre dieses Buches habe ich mir gewünscht, es gäbe für jeden der 6 Millionen Tote ein solches Buch. Gerade wegen der nüchternen, sachlichen, nicht Effekt haschenden Darstellung eines der besten Bücher über den Holocaust, das ich gelesen habe.
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