Arthur C. Clarke, Gentry Lee, Ausgabe vom 1996, Taschenbuch, Verkaufsrang 661787
Aus der Amazon.de-Redaktion Dies ist der vierte und letzte Band des RAMA-Zyklus um ein Alien-Raumschiff, das in regelmäßigen Abständen unser Sonnensystem besucht. Nicole, die Grande Dame der RAMA-III-Kolonie, wurde vom lokalen Despoten, dem Shogun Nakamura, ins Gefängnis geworfen, um sie wegen Hochverrats auf den elektrischen Stuhl zu bringen. In dieser wenig aussichtsreichen Lage beginnt die Story des Schlußbandes mit dem Superkurztitel Nodus. Nicole wird natürlich in letzter Minute gerettet und gelangt auf ihrer Flucht in ein völlig anderes Habitat im Innern des Alien-Raumschiffs. Das Habitat gehört spinnenartigen Wesen, die in den früheren Büchern als unheimliche Monster geschildert wurden. Nun lernen Nicole und ihre Mitflüchtlinge, die Farbensprache der "Oktoarachniden" zu verstehen und bringen diesen die eigene Sprache bei. Mit deutlichem Bemühen um einen "Sense of Wonder" schildern die Autoren die Okto-Gesellschaft und ihre Sitten und Gebräuche. Die Oktos lassen sich am ehesten mit einer genialen, mit phänomenalem Gedächtnis ausgestatteten Art von Chinesen vergleichen, deren Gesellschaft nach dem Prinzip funktioniert: Das Volk ist alles, der Einzelne nichts und daher entbehrlich. Ungehorsame Individuen werden "terminiert" - so wie man ein fehlerhaftes Geräteteil entfernt. Offensichtlich spiegelt sich hier der aktuelle Konflikt des Westens mit den Asiaten, was die Kulturen und Ideologien anbelangt. Durch das Auftauchen ihrer Königin werden die chinesenhaften Oktos mit Ameisen und Bienen gleichgesetzt. Doch auch hier werden Nicole und ihre Familie von den Schergen des Shoguns Nakamura eingeholt. Dessen Armee führt einen völkermordenden Krieg gegen alle Spezies innerhalb RAMAs, und auch die Oktos werden nicht verschont. Kurz vor der endgültigen Vernichtung schlagen die Oktos mit einer biologischen Waffe zurück, und der Shogun stirbt von der Hand eines seiner Opfer, der drogensüchtigen Katie, Nicoles ältester Tochter. Die "Schöpfer" intervenieren endlich und schicken alle Überlebenden des Krieges wieder in die Schlafkammern des Schiffs, in denen sie erst 15 Jahre später wieder erwachen. Nicoles physisches Alter ist nun mindestens 80, ihr irdisches weitaus höher. Gebrechlich und herzkrank bereitet sie sich auf den Tod vor. Zuvor erlebt sie ein Wiedersehen mit ihrer Tochter Simone und ihrem Ex-Geliebten Michael O'Toole. In einem letzem Rundgang werden ihr die Wunder der "Schöpfer" - und der Schöpfung an sich - gezeigt, bis sie schließlich zu verstehen scheint, wozu ihr ganzes Leben diente. Sie stirbt mit einem Lächeln. Fazit: Als "atemberaubenden SF-Thriller" beschreibt Heyne den letzten Band Nodus, dabei mündet doch alles eher in Friede, Freude, Schicksal - von Spannung keine Spur. Die ist am ehesten in den ersten zwei Bänden zu finden. Daher müssen RAMA III und IV nicht unbedingt ihren Weg in die Klassiker-Bibliothek des SF-Lesers finden. -Michael Matzer
Buch:
Rendezvous mit übermorgen - Roman.
Autor:
Arthur C. Clarke, Gentry Lee, Ausgabe vom Sept. 2002, Broschiert, Verkaufsrang 777056
Aus der Amazon.de-Redaktion Der erste Roman um das außerirdische Raumschiff Rama, der 1973 erschien, gehört längst zum festen Repertoire der klassischen Science-fiction. Es ist wohl auch der Roman aus Clarkes mittlerer Schaffensperiode, der am besten funktioniert. Kein Wunder also, daß er dieses Buch, das immer neue Auflagen erlebt, 1989 fortgesetzt und den Zyklus vier Jahre später abgeschlossen hat. Insgesamt sind das knapp 2.000 Seiten. Das heißt aber nicht, daß auch die Fortsetzungen die Lektüre lohnen. Rama Nr. 1 schildert die Entdeckung eines gigantischen zylindrischen Hohlkörpers, der die Erdumlaufbahn kreuzt. Eine Expedition erforscht das Innere und findet faszinierende Landschaften und Gebäude, eine Studie in künstlicher Schwerkraft. Die Crew bleibt zum Teil verschollen, ihre Aufzeichnungen dienen der Erde zum Studium der Außerirdischen. 70 Jahre später: Rama Nr. 2 nähert sich der Erde, einer Erde, die sich gewaltig verändert hat - so bleibt das Interesse des Lesers während der seitenlangen Schilderungen halbwegs wach. Zur neuerlichen Expedition gehört die Ärztin Nicole des Jardins, eine frühere Olympiasiegerin mit illustrer Herkunft. Ihre Mutter war eine westafrikanische Prinzessin, ihr Vater ein berühmter Romanschriftsteller aus Frankreich. Ihre einzige Tochter entstammt einer geheimgehaltenen Liebesnacht mit dem britischen Thronfolger. Man merkt schon: Wir schweben in die Gefilde der Trivialliteratur. An Bord der Rama II fallen der Kapitän und andere Crewmitglieder den Intrigen einer ruhmsüchtigen Clique zum Opfer. Nicole strandet im Inneren des fremden Raumschiffs, zusammen mit zwei Männern, dem ehemaligen Priester Michael O'Toole und dem genialen Ingenieur und Wissenschaftler Richard Wakefield. Das von den anderen als verschollen zurückgelassene Trio schafft es, Kontakt mit dem Computer der Aliens herzustellen und sich mit den friedfertigen, vogelartigen Aliens anzufreunden. RAMA nimmt Kurs auf Sirius; Nicole & Co. richten sich häuslich an Bord ein. Eine Robinsonade: Nicole und ihre zwei Männer haben Kinder und erkunden ihre kleine Welt. Doch wohin geht die Reise? In der zweiten Hälfte des Buches gelangen Nicole und ihre Familie, etwa 15 Jahre älter aus einem Kälteschlaf erwacht, zu einer großen Raumstation der Aliens. Man wird von Cyborgs freundlich begrüßt und auf eine neue Aufgabe vorbereitet. Nicole soll eine weitere Probe von menschlichen Exemplaren zu den Aliens bringen. Die Sirius-Station "Nodus" dient ihren Schöpfern als Sammelpunkt und Beobachtungszentrum für die raumfahrenden Spezies unserer Galaxie. Doch über ihre eigene Identität schweigen sich die Schöpfer aus. Wie man sich denken kann, wird dieses Geheimnis erst am Ende des Zyklus gelüftet. Michael und Simone, eine Tochter Nicoles, bleiben zurück, während sich die übrigen wieder auf den langen Weg zur Erde machen. Fazit: Der Rama-Zyklus ist Science-fiction auf Familienunterhaltungsniveau. Zwar wird manches Tabu gestreift, was zum Beispiel die Sexualmoral anbelangt, doch ansonsten bewegt sich die Aussagekraft innerhalb der political correctness auf der Ebene pseudoliberaler, konservativer Ansichten zu Familie, Gesellschaft und Universum. So gibt es etwa auch einen Schöpfer und seine "Primärmonitoren", die die "Nodus"-Stationen erschufen. -Michael Matzer
Buch:
Die nächste Begegnung - Roman.
Autor:
Arthur C. Clarke, Gentry Lee, Ausgabe vom Dez. 2000, Broschiert, Verkaufsrang 355779
Aus der Amazon.de-Redaktion Im dritten Band des Zyklus mit dem einfallsreichen Titel Die nächste Begegnung gehen sehr unterschiedliche Menschenexemplare an Bord des Schiffes RAMA III. Ein ganzes Zubringerschiff mit Kolonisten entstammt einer Strafkolonie mit jugendlichen Delinquenten. Das kann ja nicht gut gehen, denkt sich der Leser. An Bord der startenden RAMA gründen die Menschen eine Demokratie, nur der junge japanische Rebell Toshio Nakamura sondert sich ab und beginnt, den Frieden zu unterminieren. Eine AIDS-ähnliche Seuche zerstört das Vertrauen in die neue Umgebung, Sexismus und Rassismus greifen um sich. Im Lauf der Zeit endet das soziale Experiment "New Eden" kläglich in einem Putsch mit zahlreichen Toten. Nakamura schwingt sich zum despotischen Shogun auf und läßt Nicole, die Grande Dame der Kolonie, ins Gefängnis werfen, um sie wegen Hochverrats auf den elektrischen Stuhl zu bringen. Fazit: Ein "Böser" genügt, um das Paradies zu zerstören, da kann es noch soviele Gutgesinnte geben - so oder ähnlich lautet wieder einmal die Moral von der Geschicht'. Das ist leider ein bißchen wenig für einen so umfangreichen SF-Roman. -Michael Matzer
Buch:
Boten des Lichts - Ein Science Fiction Roman aus dem Rama- Universum.
Autor:
Gentry Lee, Ausgabe vom 1997, Broschiert, Verkaufsrang 1483621
Buch:
RAMA REVEALED
Autor:
ARTHUR C CLARKE / GENTRY LEE, Ausgabe vom 1993, Gebunden,