Das Wort "Big brother ist watching you!" ist allgemein bekannt. Es ist Synonym für den perfekten Überwachungsstaat, für das Ende jeder Individualität und Menschlichkeit, für das Eindringen eines Herrschaftsbereichs in die Intimsphäre und sogar in die Gedanken geworden. Mit "1984", seinem letzten Roman, den George Orwell 1948 kurz vor seinem Tod veröffentlichte, wurde der Verfasser der wohl bekanntesten Schreckens-Utopie des 20. Jahrhunderts populär. Die Anti-Utopie, eingebettet in die totalitären Erfahrungen des Stalinismus wie auch des Faschismus in Spanien und des Nationalismus in Deutschland, aber auch des britischen Imperialismus, muss als Absage an jedwede Form von Totalitarismus gesehen werden. Orwell verstand das Buch ebenso wie seine Satire "Farm der Tiere" als Negativfolie für einen demokratischen Sozialismus. Das Jahr 1984 ist zwar vergangen, ohne dass sich die Schreckensvisionen erfüllt hätten, an Aktualität hat dieses Werk trotzdem kein bisschen verloren. Die aus dem Jahr 1977 stammende Hörspielfassung fokussiert das Geschehen auf die Darstellung der Hauptfigur, Winston Smith. Der kleine Beamte arbeitet im Wahrheitsministerium systematisch an der Verfälschung der Geschichte. Gemeinsam mit seiner Geliebten Julia lehnt er sich gegen das System, gegen den Staat des "Großen Bruder" auf. Beide werden gefoltert - besonders einprägsam und grausam ist die Rattenszene in Zimmer 101 - und kehren mit gereinigtem Bewusstsein, bar aller Gefühle, Wünsche und Träume geläutert in die Gesellschaft zurück. Nach dieser Gehirnwäsche werden sie nicht mehr gegen die Spielregeln, die da lauten "Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke." aufbegehren. Sie werden keine Gedankenverbrechen begehen und den "Großen Bruder", der dank modernster Technik die Bewohner Ozeaniens bis in ihre intimsten Bereiche verfolgt, lieben. Mit Ernst Jacobi als Held Winston Smith ist eine hervorragende Besetzung gelungen. Aber auch Dieter Borsche als O'Brian und Angela Winkler als Julia sind glänzende Sprecher. Die Verhöre und Foltern sind eindrucksvoll in Szene gesetzt. Grauen macht sich breit. Alle Geräusche kommen direkt und echt rüber, man bekommt Gänsehaut. Ein Highlight des Hörspiels ist die Musik von Friedrich Scholz, die die totale Überwachung genial umsetzt: beispielsweise die Szene mit der Morgengymnastik. Insgesamt ein in jeder Hinsicht gelungenes Hörspiel mit geschliffenen Dialogen, dramaturgisch beeindruckend in Szene gesetzt. Unbedingt zu empfehlen! "1984" und "Farm der Tiere" machten George Orwell, der vor 100 Jahren geboren wurde und bereits 1950 an Tuberkulose verstarb, zu einem der einflussreichsten politischen Schriftsteller. Der Sohn eines britischen Beamten in Nordostindien war ein erbitterter Gegner des englischen Imperialismus und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg. Als Journalist stand er stets auf der sozialistischen Seite. Dogmatiker war Orwell jedoch nicht, dazu war er viel zu ironisch und kannte den Menschen zu sehr. Hörspiel, Spieldauer: ca. 106 Minuten, 2 CD. Mit Booklet. Eine Produktion des Rias Berlin und des Südwestfunks. - culture.text Among the seminal texts of the 20th century, Nineteen Eighty-Four is a rare work that grows more haunting as its futuristic purgatory becomes more real. Published in 1949, the book offers political satirist George Orwell's nightmare vision of a totalitarian, bureaucratic world and one poor stiff's attempt to find individuality. The brilliance of the novel is Orwell's prescience of modern life-the ubiquity of television, the distortion of the language-and his ability to construct such a thorough version of hell. Required reading for students since it was published, it ranks among the most terrifying novels ever written.
Buch:
Im Innern des Wals: Erzählungen und Essays
Autor:
George Orwell, Ausgabe vom Mai 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 314874
George Orwell, Ausgabe vom 2003, Audio CD, Verkaufsrang 646390
Audiobook-Rezensionen Georges Orwell, den der Spiegel als "den meistgelesenen englischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts" bezeichnete, schuf mit "Farm der Tiere" einen Klassiker der Weltliteratur. Neben "1984" zählt seine Parabel vom Machtmissbrauch der Tiere zu den bekanntesten Schreckensvisionen des Totalitarismus. Dass die offenkundigsten Parallelen die zum Stalinismus sind, ändert nichts an der Wucht der allgemeinen Kritik von "Animal Farm" am Despotismus, egal von wem und von welcher Seite er begangen wird. Das Buch ist eines der bedeutendsten humanistischen Lehrstücke gegen totalitäre Systeme jeder Couleur. Es ist absolut zeitlos und aktuell wie nie! 1945 war "Farm der Tiere" als Parabel auf die Russische Revolution von 1917 und die folgende Entartung in die stalinistische Sowjetunion entstanden. Die Geschichte ist ganz einfach: Old Majors Vision von Revolution, Animalismus und dem "Lied der Tiere" trägt Früchte. Die Tiere der "Herrenfarm" übernehmen die Macht. Ihre Führer sind die Schweine Napoleon und Schneeball. Was so herrlich begann, endet in Terror und groteskem Personenkult. Dabei sind die Parallelen der Figuren und Handlungen nicht zu leugnen: Der Bauer und die davongejagte Frau stellen die Oktoberrevolution dar, die beiden Schweine-Rivalen Schneeball und Napoleon sind Trotzki und Stalin, dem Bau der Windmühle entspricht der Fünfjahresplan, und die Hunde, die Schneeball vertreiben, stehen für die Geheimpolizei. Selbstverständlich überschreitet die Moral der Geschichte diese historischen Entsprechungen. Am deutlichsten tritt sie in dem grotesken Leitspruch "Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere." zu Tage. Denn dieser abwegige Spruch trifft beileibe nicht nur auf Diktaturen zu, sondern ist alltägliche Wirklichkeit auch in Demokratien. Wenngleich sich der Autor in "Farm der Tiere" sehr pessimistisch zeigt, ist er doch ein kritischer Sozialist geblieben. Da er bereits 1950 an Tuberkulose starb, ist unsicher, wohin er sich später gewandt hätte. Fest steht jedoch: Der Sohn eines britischen Beamten in Nordostindien war ein erbitterter Gegner des englischen Imperialismus und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg. Als Journalist stand er stets auf der sozialistischen Seite. Dogmatiker war Orwell jedoch nicht, dazu war er viel zu ironisch und kannte den Menschen zu sehr. Die Hörspielfassung unter der Regie von Manfred Marchfelder inszeniert die bitterböse Satire als eine äußerst schaurige Entwicklung vom Traum zum Albtraum. Das Aufgebot an glänzenden Sprechern setzt die Parabel lebendig-prall in Szene. Es beginnt mit dem brillanten Bernhard Minetti, der seine Vision von einem schöneren Leben vorträgt, geht über eine beängstigende Stimmen-Collage von Schweine-Fußvolk über die genial abwechselnden Parts der Erzähler Harry Wüstenhagen, Otto Sander und Lothar Blumhagen bis hin zur grotesk umgedrehten Endveranstaltung des Paktierens mit dem einstigen Feind, dem Mensch. Eine gelungene Bearbeitung der bekannten Satire, mit dem unüberhörbaren Appell zu echter Menschlichkeit und individueller gesellschaftlicher Verantwortung. Absolut empfehlenswert! Eine DeutschlandRadio-Aufnahme aus dem Jahr 1981. Hörspiel, Spieldauer: ca. 58 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. - culture.text
Buch:
George Orwell: 1984 - Lektüreschlüssel
Autor:
Kathleen Ellenrieder, Ausgabe vom Juli 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 187743
Product Description In diesem Band sind enthalten Essays über Politik, Literatur und Kunst;Berichte aus der Dritten Welt vor 1933, Spanien 1937, Deutschland 1945;Reportagen über den Bergbau, englische Kolonialoffiziere, die Penner vonLondon; autobiographische Notizen und Bekenntnisse.
Buch:
Animal Farm - Kursmodell - Schülerbuch: Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe II
Autor:
George Orwell, Ausgabe vom 28. Juli 2006, Broschiert, Verkaufsrang 429329