Guido Knopp, Ausgabe vom 1. Mai 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 311245
Aus der Amazon.de-Redaktion Der Trick ist eigentlich einfach: Man nehme Kinder und Jugendliche (vermeintlich) ernst, biete ihnen Freizeitaktivitäten, Kameradschaftsgefühl, Abenteuer und eine Aufgabe und was bekommt man? Eine nachwachsende Generation, die die Werte des herrschenden politischen Systems gnadenlos verinnerlicht hat - und seien sie auch noch so abwegig. Der Nationalsozialismus nutzte diesen Ansatz wie kein Regime zuvor. Die Jungen wurden in der "Hitlerjugend" zu künftigen Soldaten herangezogen, die Mädchen erfuhren im "Bund Deutscher Mädel" von ihrer Aufgabe, dem Reich Nachwuchs zu schenken. Nahezu alle Kinder wurden "lückenlos erfasst, gedrillt, belogen", berichtet Guido Knopp in seinem Buch über die Mechanismen, mit denen das NS-System die Jüngsten in die ideologischen Klauen nahm. In altbewährter Knopp-Manier (analytische Passagen ergänzt mit Zeitzeugenaussagen und gutem Bildmaterial) vertieft dieser Begleitband zur ZDF-Dokumentationsreihe die bewegten Bilder des Fernsehens. Knopp belegt auch, wie neben den Massenorganisationen HJ und BDM eigene Eliteschulen den Nationalsozialisten dazu dienten, ihren Führungsnachwuchs gemäß der Vorstellung des "neuen deutschen Herrenmenschen" heranzuziehen. Die Realität sahen die Verblendeten dann ab 1939: Gerade mal Achtzehnjährige erlebten in der Wehrmacht die Schrecken eines Krieges, während in der Heimat Minderjährige als Luftschutzhelfer oder in der Brandbekämpfung Dienst taten. All dies geschah im Hinblick auf ein "Tausendjähriges Reich", das jedoch nur zwölf Jahre hielt und am Ende viele Jugendliche im "Volkssturm" als letztes Aufgebot in sinnlosen Rückzugsgefechten verheizte. Angesichts der ideologischen Einpeitschung fand dann für die, die überlebten, 1945 nicht nur eine politische Phase ihr Ende, für sie ging - dies zeigt Knopp nachdrücklich - tatsächlich die Welt unter. Über den Zerfall des Dritten Reiches hinaus "fraß der NS-Wahn so seine Kinder".-Joachim Hohwieler
Buch:
Die SS: Eine Warnung der Geschichte
Autor:
Guido Knopp, Ausgabe vom 1. Nov. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 179665
SS - zwei Buchstaben in altgermanischer Runenschrift, die für kaltblütigen Massenord, gewissenlosen Terror, menschenverachtenden Rassenwahn und grenzenlose Macht stehen. Hitlers "Schutzstaffel" verkörpert wie keine andere NS-Organisation die grausame Vorstellung vom Herrenmenschen, sie stellte die nationalistische Elite dar, eine ihrem Führer blind ergebene Führungskaste. Obgleich die SS in der Bilanz des Nazi-Regimes als Inbegriff des Bösen gewertet wird, bleibt Hitlers gefährlichstes Machtinstrument ein ebenso dunkles wie geheimnisvolles Kapitel deutscher Geschichte. Warum waren Tausende bereit, für den Wahn von "Blut und Boden" ihre Menschlichkeit zu opfern? SS - diese Buchstaben stehen für das effektivste und gefährlichste Machtinstrument der NS-Diktatur. Die SS war der Inbegriff des Terrors. Sie vollzog den Massenmord. Die SS war die nationalsozialistische Elite und ihrem Führer blind ergeben. In sechs Kapiteln zeichnen Guido Knopp und sein Team ein umfassendes Bild der Schutzstaffel. Sie behandeln ihren blutigen Aufstieg von einer unbedeutenden Leibwache zur "schärfsten Waffe im Arsenal des Hitler-Staates" (Ian Kershaw), porträtieren den Reichsführer SS, Heinrich Himmler, sowie Reinhard Heydrich, seinen Stellvertreter und Beauftragten für die "Endlösung der Judenfrage". Geschildert werden Entstehung und Einsatz des bewaffneten Arms der NS-Organisation, der neben den berüchtigten Totenkopfverbänden, die die KZ-Wachmannschaften stellten, auch über eigene militärische Formationen, die so genannte Waffen-SS, verfügte. Nach dem Krieg gelang vielen SS-Tätern auf unerklärliche Weise die Flucht. Deshalb brodelte die Gerüchteküche. Von einer geheimnisumwitterten Nazi-Organisation Namens "Odessa" war die Rede - und von riesigen Schätzen, die angeblich ins Ausland geschafft wurden, um ein "Viertes Reich" zu finanzieren. Nichts davon lässt sich beweisen. Wie man jedoch inzwischen weiß, hatten viele Kriegsverbrecher einflussreiche Helfer. Mit ihnen beschäftigt sich das letzte Kapitel des Buches, das auch die vielfältigen Aktivitäten diverser SS-Seilschaften in der Bundesrepublik und deren enge Kontakte zur rechten Szene näher beleuchtet. Der Begleitband zur gleichnamigen ZDF-Fernsehreihe präsentiert die bewährte Knopp'sche Mischung aus Fakten, Dokumenten, Fotos und Zeitzeugen-Interviews. Viel Neues gibt es dabei nicht zu erfahren. Aber der komplexe Stoff ist leicht verständlich, informativ und spannend aufbereitet - eben typisch Knopp. Und allen, die tiefer in die Materie einsteigen wollen, hilft nach der Lektüre ein Blick ins Literaturverzeichnis weiter. -Stephan Fingerle
Buch:
Stalingrad: Das Drama
Autor:
Guido Knopp, Ausgabe vom 12. Dez. 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 130015
Aus der Amazon.de-Redaktion Stalingrad bezeichnet nicht nur eine von vielen Schlachten im Zweiten Weltkrieg. Stalingrad ist ein Mythos, heute wie damals. Das zeigt auch dieses Buch. Schon wenige Tage nach dem Untergang der 6. Armee Anfang 1943 verklärte die NS-Presse das Gemetzel zum "Heldenepos deutscher Unsterblichkeit". Zugleich spürten viele, dass der Krieg für das nationalsozialistische Deutschland nicht mehr zu gewinnen war. 60 Jahre danach hat sich die ZDF-Redaktion Zeitgeschichte unter ihrem Chef Guido Knopp des Stoffes angenommen. Entstanden sind ein Fernseh-Dreiteiler sowie dieses Begleitbuch. Es basiert, ebenso wie die TV-Serie, auf vielen Zeitzeugen-Aussagen, die in den Text eingerückt sind: Die Erinnerungen von Soldaten und Zivilisten beider Seiten lassen das abstrakte Kriegsgeschehen konkret werden. Denn Geschichte wird für den Autor durch das Schicksal einzelner Menschen repräsentiert. Auch die teilweise pathetische Sprache (der Schnee "senkte eine zartweiße Decke auf das blutdurchtränkte Schlachtfeld") verrät die Herkunft aus dem Hause Knopp. Das Buch ist gleichwohl populär aufgemacht und spannend zu lesen, also eine eindrückliche Schilderung der Ereignisse von Stalingrad. Fassungslos macht dabei vor allem die Feigheit der Wehrmacht-Führung: Keiner der Militärs wagte es, sich Hitlers aussichtsloser Order vom "Kampf bis zur letzten Patrone" zu widersetzen. Stattdessen ließ Generalfeldmarschall Paulus seine Armee lieber in Stalingrad untergehen, rettete sich aber selbst in sowjetische Gefangenschaft und später in die DDR. Die langen Schilderungen von Vormärschen und Schlachten sind ermüdend. Stark ist das Buch dagegen in der Darstellung der menschlichen Dimension von Stalingrad: Die eingekesselten deutschen Soldaten hatten oft nur Sommeruniformen, um der eisigen Kälte zu trotzen. Der Hunger zwang sie dazu, auch noch das rohe Fleisch von verendeten Pferden zu essen. Von über 250.000 Wehrmachtssoldaten kehrten schließlich nur 6.000 wieder nach Deutschland zurück. Die unteren Dienstränge mussten dabei den größten Blutzoll entrichten. Das "Drama Stalingrad" erzählt, wie ideologischer Fanatismus und blinde Gefolgschaft in die Katastrophe führen und, dass Krieg nichts mit Heldentum zu tun hat, sondern aus "Dreck und Blut und Tod" besteht, wie Knopp es formuliert. Wer sich dies noch einmal eindringlich vor Augen führen will, ist mit diesem Buch gut bedient. -Christoph Peerenboom
Buch:
Holokaust: Begleitbuch zur 6-teiligen ZDF-Dokumentation
Autor:
Guido Knopp, Ausgabe vom 1. Nov. 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 553429
Aus der Amazon.de-Redaktion "Mit seinen Dokumentationen zum Nationalsozialismus wie Hitler - Eine Bilanz, Die Saat des Krieges oder Hitlers Helfer hat sich Guido Knopp langsam, aber kontinuierlich an das beherrschende Thema in Sachen Drittes Reich herangearbeitet: die Massenvernichtung der europäischen Juden, den Holocaust. Das Hörbuch entstand - als Auszug der Buchausgabe - im Zuge der Recherchen für die Fernsehreihe Holokaust. Guido Knopp liest aus den Buchtexten der Kapitel "Ghetto", "Mordfabrik", "Widerstand" und "Befreiung" und dokumentiert den hohen Forschungsstand eines weltweit einzigartigen Projektes. Über Sinn und Unsinn des "K" im Titel sollte man sich nicht allzu viele Gedanken machen (unterstützt ein Buchstabe wirklich das hehre Unterfangen, "sich der eigenen Geschichte ganz zu stellen"?) - und sich stattdessen lieber hineinhören in das Audiobook. Man findet dort nämlich eine sehr gute Aufbereitung der modernen Forschungserkenntnisse zum Holocaust. Wenngleich es kaum grundlegend Neues zu entdecken gibt, versteht es Knopp dennoch glänzend, bekannte Sachverhalte packend und verständlich zu vermitteln. Übung macht auch hierbei den Meister und diesmal ist die knoppsche Mischung aus Fakten, Dokumenten und Augenzeugenberichten so wirkungsvoll wie nie zuvor. Das Grauen steigert sich von den ersten Morden in den eroberten Ostgebieten bis zu den industrialisierten Tötungsmaschinerien der KZs, für Knopp "die apokalyptische Welt des Bösen". Ein informatives, aber auch emotionales Hörbuch: Man erschauert bei der Ahnung des Leids der Juden, zittert angesichts der teils "gespenstischen Normalität" der Deportationen, versteht den aussichtslosen Widerstand gegen den NS-Apparat und begreift die Abscheu der Alliierten angesichts der Konzentrationslager. Eine beeindruckende und erschütternde Dokumentation des Holocausts. Gekürzte Hörfassung, gelesen von Guido Knopp, 2 CDs mit 16 seitigem Booklet, Spieldauer: ca. 210 Minuten. Holokaust gibt es auch auf 2 Kassetten. -Joachim Hohwieler und Alexandra Plath 1
Buch:
Hitlers Manager: Hjalmar Schacht - Gustav Krupp - Fritz Thyssen - Albert Speer - Alfred Jodl - Wernher von Braun - Ferdinand Porsche
Autor:
Guido Knopp, Ausgabe vom 11. Dez. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 78851
Aus der Amazon.de-Redaktion In jeden Winkel der deutschen Zeitgeschichte leuchtet der Haushistoriker des ZDF mit immer den gleichen Scheinwerfern hinein und befragt die Geschichte und ihre Zeugen mit immer derselben beruhigend sonoren Stimme. Besonders in das düsterste aller dunklen Kapitel gewährt uns Guido Knopp regelmäßig Einblick. Und immer wieder ist man erstaunt, woher er immer noch die vielen Zeitzeugen vor seine Kamera bekommt, die berichten, wie es wirklich war damals zur Zeit des "tausendjährigen Reichs". Erstaunlich auch, wie kompakt und schnörkellos es ihm gelingt, noch so verfahrene historischen Dramen zu rekapitulieren. Im Film ebenso, wie in dem jeweils dazu vorgelegten Buch. Nach Hitler selbst (Hitler. Eine Bilanz, 1995), Hitlers Helfern (1996), Hitlers Kriegern (1998), Hitlers Kindern (2000), Hitlers Frauen (2001) und seinen Attentätern (Sie wollten Hitler töten, 2004) führen uns Knopp und seine Autoren diesmal anhand einer einschlägigen Auswahl Hitlers Manager vor. Behandelt werden Rüstungsminister Albert Speer, dem der Führer unter anderem nicht weniger als den Umbau Berlins übertragen hatte (Zitat Goebbels: "Das ist schön. Er wird's gewiss schaffen."), der "Raketenmann" Wernher von Braun, der General Alfred Jodl, der Waffenfabrikant Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, der für die "Motorisierung des Volkes" zuständige Ferdinand Porsche und schließlich der Bankier Hjalmar Schacht: "Ohne sie, die 'Meister' ihres Fachs (?) wäre Hitlers Reich nicht effektiv gewesen. Und so ergriffen sie die Chance für kometenhafte Karrieren, enorme Profite und wirtschaftliche Expansion." Wie andere auch haben die hier angeführten, allesamt hochbegabten Helfer des Nazi-Regimes später für sich an der Legende gewoben, sie hätten "nur das eigene Metier im Blick gehabt und nicht die Machenschaften des Regimes". Wie untauglich diese Ausrede ist, das so gründliche moralische Versagen zu bemänteln, belegt der vorliegende Band sehr deutlich, der allein deshalb die Lektüre lohnt. - Hasso Greb
Buch:
Sie wollten Hitler töten
Autor:
Guido Knopp, Ausgabe vom 13. Juni 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 624566
Aus der Amazon.de-Redaktion Am 20. Juli 2004 jährt sich zum 60. Mal das gescheiterte Stauffenberg-Attentat auf den "Führer" Adolf Hitler. Anlass genug für eine Reihe neuer Publikationen über den deutschen Widerstand im Dritten Reich. Guido Knopp hat den gescheiterten Tyrannenmördern von Elser bis Stauffenberg eine seiner historischen Fernsehdokumentationen und das hier anzuzeigende Begleitbuch gewidmet. Wäre das Stauffenberg-Attentat geglückt, wären den Deutschen immerhin die letzten schlimmen Monate der Naziherrschaft erspart worden. Und das wäre nicht wenig gewesen! Denn, darauf weist Guido Knopp zu Recht hin: "Allein auf deutscher Seite sind zwischen August '44 und Mai '45 mehr Menschen umgekommen als in den fünf Kriegsjahren zuvor." Auch Hunderttausenden von Juden hätte Hitlers Tod im Juli 1944 noch das Leben gerettet - "denn der Holokaust erreichte erst im Sommer 1944 seinen Gipfelpunkt". Und wenn der Krieg in diesem Sommer hätte beendet werden können, wäre darüber hinaus auch vielen Städten, die zum Zeitpunkt des Attentats noch unversehrt waren - Würzburg etwa, Dresden, Breslau oder Königsberg - der zerstörerische Bombenhagel erspart geblieben. Doch Stauffenbergs später Anschlag war nicht der erste Versuch, den Diktator zu töten. Insgesamt 42 Mal hatte man versucht, den Tyrannen zu ermorden. Bereits am 8. November 1939 hätte es um ein Haar der Schreiner Georg Elser vermocht, mit einer in mühevoller Kleinarbeit gebauten Zeitbombe Deutschland und die Welt von dem braunen Ungeheuer zu befreien, das ein paar Wochen zuvor mit dem Überfall auf Polen die Lunte für den Weltenbrand des Zweiten Weltkrieges entzündet hatte. Das zeitgleich mit dem Start des Mehrteilers vorgelegte Buch folgt im Wesentlichen dem Ablauf der Fernsehserie. Das erste, "Der einsame Held" überschriebene Kapitel ist Georg Elser gewidmet, einem Mann, der jede Bewunderung verdient hat, auch wenn seiner von langer Hand geplanten Tat unschuldige Menschen zum Opfer gefallen sein mögen. Wie viele mehr er wohl gerettet hätte, wenn Hitler den Bürgerbräukeller an diesem Abend nicht unerwartet früh verlassen hätte, führt das Buch uns noch einmal vor Augen. Das zweite Kapitel lässt die vielen von den zaudernden Generälen "verpassten Chancen" Revue passieren, im dritten und vierten wird Stauffenberg, "der Attentäter", und "das Attentat" aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet, und der letzte Abschnitt schließlich handelt von der "Rache des Regimes". Das alles präsentieren uns der ZDF-Historiker Knopp und seine Mitarbeiter in gewohnter Souveränität. Mit seinen zahlreichen Marginaltexten und Fotografien ein rundherum empfehlenswerter Band! -Andreas Vierecke
Buch:
Die Königskinder: Die Thronfolger der Großen europäischen Monarchien
Autor:
Guido Knopp, Ausgabe vom 25. Juni 2007, Gebunden, Verkaufsrang 424017
Aus der Amazon.de-Redaktion Sie haben es nicht immer leicht, ein Leben zwischen Etikette und Tradition, Macht und Verantwortung in einer sich verändernden Gesellschaft zu führen: Königskinder heute. Da kommen filmreife Liebesgeschichten zusammen, man denke an Felipe und Letizia von Spanien, Willem-Alexander und seine Máxima von Holland oder Victoria von Schweden und ihren Fitnesstrainer Daniel. Aber aus Liebe zu heiraten, das war den Königsgeschlechtern früher wahrlich fremd. Ehen wurden nicht aus Liebe, sondern aus "knallhartem Kalkül" geschlossen. Die königliche "Brut" heute, so konstatiert Knopp, mache die Königshäuser mit den hohen Mauern von einst jedoch offen und modern. Weltoffenheit, eine gute Geistes- und Sprachenbildung zeichne die jungen Thron-Anwärter aus. Guido Knopp, versierter und brillant erzählender Autor, porträtiert den englischen, schwedischen, niederländischen, dänischen, spanischen und norwegischen Königsnachwuchs. Der Historiker ist einer der ganz wenigen, die es schaffen, schwierige Materie verständlich, ja unterhaltsam darzustellen. Seine Geschichtsfilme und ?bücher wurden wiederholt ausgezeichnet. In seinem erhellenden Buch über die Royals belässt er und sein Team es nicht nur bei Porträts, sondern macht überdies klar, welche veränderte Rolle, Aufgabe und politische Verantwortung die heutigen Thron-Anwärter zu erfüllen haben. Denn "will die Monarchie im 21. Jahrhundert überleben, so muss sie den Spagat zwischen Kontinuität und Flexibilität, zwischen Popularität und Mythos wagen und bestehen", so Knopp. Dieses klar gegliederte Buch mit Niveau und Distanz - illustriert mit leider nur wenigen Bildern - zeigt auch. "Die Königskinder der Moderne haben längst begriffen, dass die Zukunft ihrer Herrscherhäuser nicht zuletzt auch davon abhängt, wie beliebt sie sind.? Und zur Beliebtheit tragen Bücher wie dieses auch bei. -Barbara Wegmann
Buch:
Göring: Eine Karriere
Autor:
Guido Knopp, Ausgabe vom 1. Nov. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 92597
Eine Karriere. In Zus.-Arb. mit Friedrich Scherer, Gerlinde Preis u. a. Erscheinungsjahr: 2007 m. zahlr. Fotos. Gewicht: 324 gr / Abmessung: 18,5 cm Von Knopp, Guido Guido Knopp, Deutschlands bekanntester und renommiertester Historiker, enthüllt die vielen Gesichter des Hermann Göring und entwirft das Psychogramm von Hitlers Paladin, der trotz Terror, Machtwahn und hemmungslosem Luxus bis zum Ende der beliebteste NS-Führer blieb. Er war der zweitmächtigste Nazi-Führer, zeitweilig beliebter als Hitler selbst; er war leutselig und brutal. Fast alle Gewaltaktionen sind mit seinem Namen verbunden: Hermann Göring ebnete Adolf Hitler den Weg zur Macht, verkörperte das joviale Gesicht der NS-Diktatur und verfiel dem Wahn absoluter Herrschaft. Guido Knopp stieß bei den Recherchen zu seinem Göring-Porträt auf unbekanntes Material - Filmaufnahmen aus Görings Privatbesitz, die seit Kriegsende als verschollen galten, bisher unzugängliches Archivmaterial und persönliche Notizen von Hitlers designiertem Nachfolger. Knopp legt die schillernde Biografie des Mannes frei, der als hochdekorierter Fliegerheld des Ersten Weltkrieges 1922 in die NSDAP eintrat, zeitweise die SA befehligte und seinem Führer bis zur Selbstverleugnung diente. Göring stellte die Weichen für Terrorherrschaft, Holocaust und Großmachtpolitik. Doch Drogensucht schwächte schließlich seinen Einfluss ebenso wie die Ablehnung von Hitlers Kriegskurs, der Göring um seinen Reichtum, seine Schlösser, seine Kunstwerke fürchten ließ. Der "Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches" zog sich angesichts der Niederlagen seiner Luftwaffe in ein bombastisch-bizarres Privatleben zurück. Nur seine ungebrochene Beliebtheit selbst angesichts von Kriegselend und sinkender Moral schützte ihn. Als Hauptangeklagter in den Zu Guido Knopps Begleitbüchern zu den von ihm verantworteten historischen ZDF-Dokumentationen muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. In ihnen referieren Knopp und seine Mitarbeiter noch einmal in Text und Bild, was sie für ihre Sendungen akribisch recherchiert und wozu sie Wissenschaftler und - wo möglich - Zeitzeugen befragt haben. Jeder Film und jedes Buch aus der Knopp-Werkstatt folgt dem immer gleichen, vielfach erprobten Erfolgsrezept. Wer weiß, was man davon erwarten darf, wird nicht enttäuscht. Für das Projekt Göring konnten die Autoren erstmals auf privates Filmmaterial des passionierten Schmalfilmers zurückgreifen, das als längst verschollen galt. Es zeigt den zweiten Mann in der Nazi-Hierarchie so, wie er sich selbst sah und wie er von der Öffentlichkeit gesehen werden wollte. Der Band zeichnet ein in manchem überraschendes, insgesamt differenziertes Bild von dem selbstverliebten Reichsfeldmarschall, der schon als Kind stunden- und tagelang traumversunken mit Armeen aus kleinen Zinnsoldaten berauschende Triumphe feierte, denen er mit Hilfe diverser Spiegel besondere Größe zu verleihen verstand. Eine Größe, die der prunk- (und später auch morphium-)süchtige "Reichsjägermeister" im wahren Leben für sich selbst zu reklamieren von Beginn an fest entschlossen war. Koste es, was es wolle! Der Band führt uns an die Orte und Wegmarken, die Görings Leben die Richtung gaben: in die Himmel über den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, wo der junge und äußerst treffsichere Bomberpilot sich die ersten Sporen als Krieger verdiente (bevor er Jahre später unter Verletzung des Versailler Vertrags eine neue deutsche Luftwaffe aufbaute und sie seinem großen Förderer Adolf Hitler wie ein persönliches Geschenk überreichte), auf seinen legendär-pompösen Landsitz Carinhall, in den Nürnberger Gerichtssaal, in dem ihn das Kriegsverbrechertribunal zum Tode verurteilte und zuletzt auch in seine Zelle, wo er der Vollstreckung des Urteils mit einer Zyankalikapsel zuvorkam. Eine umfassende Bilanz. -Andreas Vierecke
Buch:
Hitler - Eine Bilanz
Autor:
Guido Knopp, Ausgabe vom 1. Mai 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 172596
Guido Knopp, Ausgabe vom 1. März 2003, Gebunden, Verkaufsrang 304031
Aus der Amazon.de-Redaktion "Große Bilder sind stets mehr als nur Momentaufnahmen. Sie stehen für eine ganze Epoche." Mit diesen Worten leitet Guido Knopp seinen eindrucksvollen Band über das ausklingende 20. Jahrhundert ein. Und die Worte sind Programm: Knopp erlaubt uns einen Blick auf außerordentliche einhundert Jahre durch die Linse der Fotografen und zeigt auf diesem Weg die wichtigsten Entwicklungen dieser Zeit. Kaum ein Ereignis dieses Jahrhunderts blieb undokumentiert und so kann Knopp aus einem reichen Fundus an Bildmaterial schöpfen. Er wählte 100 Begebenheiten für seinen Begleitband zur TV-Reihe 100 Jahre - Der Countdown, wobei die Mischung zwischen altbekannten, dennoch aber berührenden Fotos und neuen, unbekannten Aufnahmen gelungen ist. Man kennt zwar den Kniefall Willy Brandts in Warschau oder den tödlich getroffenen Soldaten aus dem spanischen Bürgerkrieg, dennoch entfalten diese Bilder immer noch ihre Wirkung. Andere Aufnahmen, etwa aus dem Zweiten Weltkrieg, sind bei weitem nicht so populär, aber nicht minder eindrucksvoll. Alle Bilder zusammen machen den Band zu einem fotographischen Dokument der vergangenen 100 Jahre. Aber nicht die Photographien allein zeichnen diesen Band aus, Knopp kommentiert jedes Ereignis in einem umfangreichen Text, damit das Bild nicht für sich alleine steht. Diese Informationen machen das Buch auch zu einer inhaltlichen Chronik. Beeindruckend schon durch seine schöne Gestaltung und seine Bilderfülle, ist Knopps Buch gerade durch diese Begleitinformationen mehr als nur ein rein visueller Beitrag zur derzeit allerorten zu findenden Jahrhundert-Aufbereitung. Er erinnert an die vielen Einzelereignisse, die im wörtlichen Sinne Geschichte machten.-Joachim Hohwieler