Håkan Nesser, Ausgabe vom Aug. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 240034
Aus der Amazon.de-Redaktion Eine schrecklich nette Familie, die da zu zwei runden Geburtstagen kurz vor Weihnachten zusammenkommt. Es ist das klassische Setting einer "family reunion", die hier als klaustrophobische Familienhölle erzählt wird, die nur in einer Katastrophe enden kann. Mit Mensch ohne Hund meldet sich Håkan Nesser und bringt einen neuen Ermittler mit: Gunnar Barbarotti. Nesser lässt sich Zeit, ehe die Handlung an Fahrt gewinnt. Da werden alle Familienmitglieder ausführlich porträtiert, ihre Zwänge und Abgründe, gegenseitigen Antipathien, die Wut und der unterdrückte Hass. Ähnlich den länglichen Reisevorbereitungen der Protagonisten (ganz praktischer und seelischer Natur) hat es Nesser nicht eilig, einen Spannungsbogen zu konstruieren, der mit dem plötzlichen Verschwinden zuerst des missratenen Sohnes Walter und dann des Enkels Henrik seinen Anfang nimmt. Doch zuerst zu den dramatis personae: Da ist zunächst Karl-Erik der tyrannische Patriarch, ein frisch pensionierter Lehrer, der seinen Lebensabend in Spanien plant. Seine resignierte Frau Rosemarie funktioniert seit Jahrzehnten und fantasiert, wie sie ihren Mann umbringt. Ebba, Papas Lieblingstochter mit dem großen Potenzial, hat es bis zur Oberärztin gebracht, ihre Söhne haben sich innerlich längst von ihr verabschiedet. Kristina, die jüngste ist im Fernsehgeschäft tätig, unglücklich verheiratet, empfand ihre Familie immer schon als Gefängnis. Und dann ist da noch "Wichs-Walter", der glücklose Schöngeist und Weltenbummler, über den ganz Schweden lacht, seitdem er in einer Art "Dschungel-Camp" kompromittierend abgefilmt wurde. Sie alle fallen in das elterliche Haus ein "wie zwangsrekrutierte Soldaten zu einem befohlenen Krieg." Nachdem zuerst Walter nicht von einem nächtlichen Spaziergang zurückkehrt, verschwindet auch der Vorzeige-Enkel Henrik, der einen schwulen Lover hat, von dem niemand weiß - außer Tante Kristina, die ihn bei einem Rendezvous "auf den rechten Weg" zurückbringen will. Leider ist zur gleichen Zeit ihr Mann zu einem Überraschungsbesuch unterwegs... Gunnar Barbarotti, Nessers "Neuer", beginnt also zunächst in einer Vermisstensache zu ermitteln. Er ist Mitte Vierzig, geschieden, Vater von drei Kindern, und bislang hat er es - trotz des Jurastudiums - nur bis zum Inspektor gebracht. Ihm erspart der neue Fall ein Weihnachtsfest mit der Ex-Frau bei den Ex-Schwiegereltern, sodass er sich mit viel psychologischem Gespür und einiger Lust an der Provokation daran macht, die beharrlich schweigende Familie unter die Lupe zu nehmen. Vorsichtig klopft er deren Panzer ab, macht hier und da eine Probebohrung, horcht, tastet sich weiter, findet schließlich einen Riss, den er aufbrechen kann. Nesser scheint es in Mensch ohne Hund nicht in erster Linie um das so genannte "Who's dunnit" zu gehen - schließlich mündet das Buch in ein erstaunlich vorhersehbares Ende. Er erzählt eine Geschichte, die um die Grausamkeit der Heimkehr rotiert. Ein hervorragend respektloses Geschenk für das Frohe Fest! -Henrik Flor, Literaturtest
Buch:
Das grobmaschige Netz
Autor:
Håkan Nesser, Ausgabe vom Januar 1999, Taschenbuch, Verkaufsrang 42187
Product Description Als Janek Mitter eines Morgens mit einem entsetzlichen Kater aufwacht, liegt seine Frau Eva ermordet in der Badewanne. Er ist sich sicher, daß er nicht der Mörder ist, aber beweisen kann er es nicht. Am Vorabend hatte er mit seiner Frau mächtig gezecht, und nun fehlt ihm die Erinnerung an einige Stunden...
Buch:
Die Schatten und der Regen: Roman
Autor:
Håkan Nesser, Ausgabe vom 14. Sept. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 25540
Aus Doktor Klimkes Perspektive Ein Schriftsteller fährt nach Venedig, um sich inspirieren zu lassen und endlich eine Novelle zu schreiben. Wer den schwedischen Erfolgsautor Håkan Nesser kennt, wird wissen, dass es sich dabei nur um eine mörderische, klug komponierte Erzählung handeln kann. Genauso ist es in "Eine ganz andere Geschichte", dem Eröffnungstext von Aus Doktor Klimkes Perspektive, dessen Titel das Konzept genau umreißt. Denn tatsächlich entwickelt sich das, was der Schriftsteller erlebt, ganz anders - und damit eben so, dass er es für seine eigene Novelle verwenden kann. Denn das verliebte Pärchen, dem er im Hotel begegnet und das ihn von Anfang an auf magische Weise fasziniert, ist gar nicht so verliebt, wie es vorgibt zu sein. Der weinselig im Gespräch offenbarte Gemeinschaftsselbstmord entpuppt sich als getarntes Tötungsdelikt. Und der völlig unschuldige Schriftsteller wird am Ende von der Polizei, die den Ablauf aus ihrer Sicht völlig logisch rekonstruiert, als vermeintlicher Täter abgeführt. Was ist Aus Doktor Klimkes Perspektive? Schwer zu sagen. Auf den ersten Blick ist es ein Buch, das aus drei kleinen Erzählungen und drei veritablen Kurzromanen, also sechs unabhängigen Texten besteht, von denen "Eine ganz andere Geschichte" neben "Die Wildorchidee aus Samaria" der beste ist und von denen einer ("Das unerträgliche Weiß zu Weihnachten), speziell für die deutsche Ausgabe geschrieben worden ist. Wenn man aber genauer hinschaut, dann sieht man, dass die raffinierte Geschichten über klug eingefädelte Kriminalfälle, Täuschungsmanöver psychisch labiler falscher Väter oder tragische Familienverbrechen gerade durch die im Titel angesprochene Perspektive zusammengehalten werden. Es ist eine Perspektive, die bei der Lektüre auf ebenso anschauliche wie desillusionierende Art und Weise offenbart, dass sich unglücklich verlaufende Biografien unter anderen Umständen ganz anders (und, wie anzunehmen ist, erheblich glücklicher) hätten entwickeln können "Nichts ist unmöglich", heißt es an einer Stelle bei Nesser. Gerade diese Erkenntnis, die sich nicht nur auf die zahlreichen überraschenden Wendungen der Geschichten bezieht, macht Aus Doktor Klimkes Perspektive zu einem verstörenden, lesenswerten Buch. Und zu einem kleinen Meisterwerk. - Stefan Kellerer
Buch:
Kim Novak badete nie im See von Genezareth: Roman (Das Besondere Taschenbuch)
Autor:
Håkan Nesser, Ausgabe vom 29. Sept. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 66222
Kim Novak badete nie im See vo Erik und Edmund, beide 14 Jahre alt, verbringen ihre Sommerferien an einem See in Schweden. Henry, Erics älterer Bruder, beginnt eine Affäre mit Ewa, jener umwerfend schönen jungen Frau, die Kim Novak so sehr ähnelt und eigentlich leider schon vergeben ist. Eines Tages findet man die Leiche von Ewas Verlobtem. Ein Buch, das man leicht und flott durchliest; da passiert über lange Strecken gar nichts sonderlich Aufregendes, auf einen Krimi Deutendes. Dafür stimmungsvolle Sommertage am idyllischen See, ein altes Haus mit Namen Genezareth. Ferienidylle eben. Probleme, pubertäre Wünsche und Fantasien von 14-Jährigen. Kindheitsgeschichten eben. Alles so normal, so vorstellbar, so alltäglich. Und dann kommt sie: Ewa, Kim Novak wie aus dem Gesicht geschnitten. Alle macht sie verrückt, das hormonelle Leben in der kleinen Gemeinschaft gerät in den Schleudergang. Eifersucht und Imponiergehabe, Rivalitätsgefühle und Hengstmanieren bringen die ruhige Sommeridylle gehörig auf Trab. Auch das normal, vorstellbar, alltäglich. Und dann, schon geahnt und angedeutet, aber doch erst weit in der zweiten Buchhälfte: ein Mord, brutal, ohne jede Spur. Wie ein Paukenschlag. Es wäre kein Håkan-Nesser-Buch, wenn da nicht doch noch der Hammer käme - spät, aber genial, eingebettet in eine tiefe psychologische Kenntnis der Situation, die man sich bis dahin äußerst lesewillig und -süchtig erworben hat. "Mich interessiert der ... Hintergrund der Verbrechen. Die Motive", sagt Nesser, der erklären möchte, "warum die Dinge passieren". Mord, Ermittlung, Täter, Strafe? Nein, dieser Schablone folgt Nesser, der so poetisch, eigenwillig und individuell schreibt, natürlich nicht. Erst nach langen 25 Jahren wird der Icherzähler Erik noch einmal mit dem Mord konfrontiert. -Barbara Wegmann
Buch:
Die Fliege und die Ewigkeit: Roman
Autor:
Håkan Nesser, Ausgabe vom 1. April 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 135572
Die Fliege und die Ewigkeit Der letzte Wille eines alten Freundes konfrontiert einen verurteilten Mörder mit einer schockierenden Wahrheit. Håkan Nesser inszeniert in gewohnt perfekter Dramaturgie ein perfides Spiel um Leben und Tod. In zehn Romanen und auf über 3.500 Seiten hat Håkan Nesser den legendären Van Veteren ermitteln lassen. Sein letzter Fall sollte tatsächlich der letzte bleiben. Auch in Die Fliege und die Ewigkeit müssen wir auf den lakonischen Ermittler wider Willen verzichten und stellen einmal mehr erstaunt fest, dass die Faszination, die von Nessers Romanen ausgeht, nicht an diesem einen Ermittler hängt. Der berühmte Philosoph Tomas Borgmann verfügt testamentarisch, dass sein ehemals bester Freund und Studienkollege Maertens eine Woche Zugang zu seiner exquisiten Bibliothek in einem abgelegenen Haus am Meer bekommen soll. Für Maertens, den die lange Gefängnisstrafe für einen Mord zum kauzigen Eigenbrötler gemacht hat, erkennt langsam, dass er eine Figur im grausamen Spiel des Verstorbenen ist. Vor der Kulisse einsamer schwedischer Landschaften führt uns Nesser zu menschlichen Abgründen - intelligent erzählt, mit moralischen Einsichten, die nicht belehren wollen. Und er verzichtet darauf, sich am "Wettrüsten" zahlreicher Krimiautoren zu beteiligen, die sich an Grausamkeit und Todesopfern zu überbieten versuchen. Nesser versteht es meisterhaft, hintergründig über Gewalt zu schreiben. Einmal mehr erweist sich Nessers Diktum auf beklemmende Art als richtig: dass wir über den Tod lesen und dabei Fragen über das Leben stellen. -Henrik Flor, Literaturtest
Buch:
In Liebe, Agnes - Roman
Autor:
Håkan Nesser, Ausgabe vom 4. Sept. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 88651