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Aus der Amazon.de-Redaktion Der Prozeß gegen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem war neben den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen die wichtigste Gerichtsverhandlung gegen Schergen des NS-Regimes. Spätestens mit der Vollstreckung des Todesurteils gegen Eichmann begann auch eine Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen durch juristische Mechanismen. Hannah Arendt hat den Prozeß selbst miterlebt und seine Unterlagen dazu genutzt, ihr eigenes Resümee über den Holocaust und die Person Adolf Eichmann mit seiner Rolle bei der Judenverfolgung zu ziehen. Heraus kam dabei ein Buch, das bis zum heutigen Tag nichts an Gültigkeit oder Bedeutung verloren hat. Eichmann steht prototypisch für viele der verbrecherischen Nazi-Gefolgsleute, die mit oder ohne ideologischer Verblendung, dafür aber immer mit voller Obrigkeitshörigkeit doch stets nur Befehle ausführten. Irgendeine Form der Reue geht ihm ab, denn "Reue ist etwas für kleine Kinder", so Eichmann in den Verhören. Dabei ist Reue und die daraus resultierende Selbsterkenntnis der vielleicht wichtigste Punkt einer sinnvollen Aufarbeitung. Hinter der Maske des vermeintlichen Normalos Eichmann verbirgt sich tausendfacher Schrecken - ein Schrecken, den man auch heute noch an so manchen Stellen des Erdballs in den Personen scheinbar normaler Bürger wiederfinden kann. Arendts Buch ist zudem eine über die persönliche Ebene hinausgehende Zusammenfassung des Holocaust, von den ersten Vertreibungen bis hin zur fürchterlichen Endlösung, denn all dies war Gegenstand des Prozesses. Bei aller berechtigter Kritik - so gibt es heute sicherlich ausführlichere Bücher über die Historie des Holocaust - darf man ihr eigentliches Anliegen nicht übersehen. Es ging ihr gerade um die im Untertitel aufgeführte Banalität des Bösen, um die Betrachtung der Person, die das Töten verwaltet und plant. Und genau diese Betrachtungsweise packt den Leser, denn bei der Analyse der Ereignisse im Dritten Reich sollte man immer auch die einzelnen Täter berücksichtigen. Die Erkenntnis, daß normale Menschen zu Greueltaten solchen Ausmaßes fähig sind, darf nie in Vergessenheit geraten, und so behält dieses Buch auch in Zukunft seinen Stellenwert als Warnung wie auch als Mahnmal. -Joachim Hohwieler
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 9 Bewertungen)
Leserkommentare:* Eine etwas andere Sichtweise auf die nationalsozialistische Vernichtungspolitik (5 von 5 Punkten) meint P.H. Der Prozess gegen Adolf Eichmann (1906-62) steht im Mittelpunkt, nimmt jedoch eine eher untergeordnete Stellung in diesem Buch ein. Der Autorin, Hannah Arendt, geht es vielmehr um eine Darstellung des Holocausts, unter Einbeziehung der Mithilfe der Juden bei ihrer eigenen Vernichtung sowie natürlich Eichmanns Rolle bei selbiger. Hans Mommsen schrieb ein 35-seitiges Vorwort.
Es wird bereits zu Beginn klar, dass Arendt gewisse Ressentiments gegenüber dem leitenden Staatsanwalt Gideon Hausner nicht zu unterdrücken vermochte. Sie sieht in ihm eine Marionette des damaligen israelischen Ministerpräsidenten, David Ben Gurion (1886-1973), der den Prozess dazu nutzen will, die Leiden des jüdischen Volks der Welt zu präsentieren (inwiefern damalige Verhandlungen über Reparationszahlungen der BRD an Israel eine Rolle spielten, bleibt unklar). Hausner gibt während des Prozesses Interviews, nimmt Eichmann ins Kreuzverhör, obgleich Eichmann auf jede Frage ohnehin nur mit Lügen antworte, auch wenn es ihm natürlich nicht gelingt, Eichmann diesbezüglich bloß zu stellen. Das Ganze werde der Autorin zufolge besonders dadurch ins lächerliche gezogen, dass die Anklage obgleich anders lautender Dokumente und Zeugenaussagen an der Auffassung festhalte, Eichmann habe nicht Befehle ausgeführt sondern sei sein eigener Chef gewesen, ja gar der eigentliche Drahtzieher des Holocausts [wenn diese Beschreibung auf einen zutrifft, dann auf Reinhard Heydrich]. Dieser Trugschluss sei dadurch zustande gekommen, dass die Angeklagten der Nürnberger Prozesse - von denen übrigens keiner die nationalsozialistische Weltanschauung zu verteidigen bereit gewesen sei - den schwarzen Peter gerne Abwesenden zuschoben sowie Eichmanns Hang zur Prahlerei.
Kurzum, der gesamte Prozess sei eine Farce. Einzig die Richter, insbesondere der Gerichtsvorsitzende Landau, hätten versucht, dem entgegenzuwirken.
Insgesamt ist dieses Buch sehr lesenswert, auch wenn es teilweise etwas durcheinander ist und die Autorin eine leichte Tendenz hat, die Dinge nur in hellen oder dunklen Farbtönen zu sehen. Auch wenn Hans Mommsen das ein oder andere per Endnote korrigierte, so liefert das Buch doch einen eher ungewöhnlichen Blick auf die Ereignisse dieser Zeit.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Vita activa oder Vom tätigen Leben |
| Autor: | Hannah Arendt, Ausgabe vom Dez. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 16979 |
| Preis: | 12,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Hannah Arendts politische Theorie kritisiert die Reduktion tätigen Lebens auf Arbeit und Konsum und insistiert auf dem Freihalten und der Erweiterung der Öffentlichkeit. "Dem Menschen den notwendigen Raum für die Politik, das heißt für das freie Handeln offenzuhalten, dies war das wesentliche Ziel von Hannah Arendts politischer Theorie." (Kurt Sontheimer)
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Animal laborans, homo faber, zoon politikon - eine Anthropologie des menschlichen Verhaltens (5 von 5 Punkten) meint l. aus Köln Im Wechsel von vita activa und vita contemplativa steckt das Glück des Lebens, mutmaßten die Altvorderen. Wie aber verhalten sich beide zueinander und vor allem: was sind ihre Bestandteile? Die klassische Antwort auf diese Frage gibt die politische Anthropologie der deutschjüdischen Philosophin Hannah Arendt in ihrem Buch "Vita activa oder vom tätigen Leben".
Zunächst eine Überraschung, denn die Autorin ordnet im Unterschied zur landläufigen Meinung die vita contemplativa der vita activa eindeutig unter. Ihre These: Die vita activa ist die Seinsweise, in der sich der Mensch in der Welt behauptet und bewährt, nur auf ihre Grundlage kann es überhaupt eine vita contemplativa geben.
Wie verhält es sich aber nun mit der Vita activa im Einzelnen? "Mit dem Wort Vita Activa sollen im Folgenden drei Grundtätigkeiten zusammengefasst werden: Arbeiten; Herstellen und Handeln", erklärt die Autorin, wobei sie der Arbeit eindeutig den untersten Rang zuordnet. "Arbeiten" bedeutet die immer erneute Sicherstellung der lebenserhaltenden Prozesse, sie ist ein weltloser Zustand der "Mühe", die den Arbeitenden, den "animal laborans" zu den immer gleichen, "kreisenden" Verrichtungen zwingt. "Herstellen", die nächsthöhere Tätigkeit, ist das Werk des "homo faber, der sein Tun im "Modus der Absonderung" vollbringt. Herstellen als Prozess hat einen Anfang und ein Ende, der dann erreicht ist, wenn das fertige Produkt vorliegt. Herstellen folgt dem Zweck-Mittel-Denken und erschafft eine Dingwelt, in der sich der Mensch häuslich einrichten kann.
Wie aber steht es mit dem Handeln? "Das Handeln", schreibt Arendt "ist die einzige Tätigkeit der vita activa, die sich ohne Vermittlung von Materie, Material und Dingen direkt zwischen Menschen abspielt.". Sie ist die höchste Seinsform der Vita activa, weil sie sich in der Pluralität bzw. in der Öffentlichkeit abspielt, in der sich die Menschen im Medium der Freiheit und unter dem Risiko des Scheiterns als die erweisen, die sie sind.
Hannah Arendt wird in dem vorliegenden Buch und übrigens auch in ihren anderen Schriften nicht müde, dieses Handeln als die höchste Seinsform des Menschen zu feiern. Der erste "Erscheinungsraum" dieses Handelns war die klassische Polis in der Antike, in deren Öffentlichkeit Perikles und Ephialtes, Alkibiades und Sokrates vor aller Augen jeder für sich als "zoon politikon" agierten. Politik ist also nichts anderes als der Erscheinungsraum des Handelns unter den Bedingungen der Freiheit
Unnötig anzumerken, dass es eine so definierte politische Sphäre der Öffentlichkeit, in der freie Individuen unter dem Risiko des Scheitern die Chance der Freiheit ergreifen und "handeln" in der Moderne nicht mehr gibt. In der Epoche der Massendemokratien sind es nur die kurzen Startphasen der Revolutionen, in denen handelnde Menschen auftauchen und dem Rad der Geschichte eine neue Richtung geben. Das Faszinierende und zugleich Befremdliche an diesem Ansatz ist allerdings, dass es die Autorin nicht sonderlich zu interessieren scheint, in welche Richtung sich dieses Rad dann dreht, wenn nur hinreichend Gelegenheit besteht, für Menschen im Medium der Pluralität frei und öffentlich an diesem Rad zu drehen.
Und wehe dem "bios theoretikos", der mit dem Anspruch absoluten Wahrheit die politische Sphäre nach den Regeln der Zweck-Mittel-Logik gleichsam optimal "herstellen" will. Er wird die Erfahrung machen müssen, dass er aus der Sphäre der vita contemplativea in die Welt des Handelns hinausfällt, in der es keine absolute Wahrheit sondern nur das Wagnis des eigenen Handelns und immer auch die Möglichkeit des Scheiterns gibt.
Ich habe Hannah Arendts epochales Werk schon als Student und später immer aufs Neue mit zunehmendem Interesse gelesen und kann die Lektüre dieses in ganz besonderem Maße zeitgemäß-unzeitgemäßen Werkes nur jedermann empfehlen. Es besticht nicht nur durch eine schier unüberschaubare Vielzahl von Einzelstudien sondern es ermöglicht mit seinen kategorialen Grundbestimmungen des menschlichen Tätigseins ein ganz neues Verständnis der menschlichen Welt. |
| | Buch: | Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus - Imperialismus - Totale Herrschaft |
| Autor: | Hannah Arendt, Ausgabe vom Januar 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 89789 |
| Preis: | 24,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Unter dem Eindruck des Holocaust, der nationalsozialistischen Vernichtung des europäischen Judentums, hat Hannah Arendt mit 'Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft' - zuerst 1951 in New York erschienen, in deutscher Übersetzung 1955 - zugleich eine Geschichte und eine Theorie des Totalitarismus geschrieben. Hier hat sie "die allgemein gültige Vorstellung vom monolithischen Charakter des Dritten Reiches erschüttert und auf die eigentümliche Strukturlosigkeit totaler Regierungen hingewiesen. Hannah Arendt analysiert den Nationalsozialismus und den Stalinismus als verwandte Herrschaftstypen und als Folgeerscheinungen von Antisemitismus und Imperialismus." (Deutschlandfunk)
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Die Bedeutung des Terrors in Hannah Arendts Erklärungsmodell (4 von 5 Punkten) meint D.A. Hannah ARENDT liefert in ihrem Erklärungsmodell totalitärer Herrschaft (1951 / New York / The Origins of Totalitarianism) sehr schnell nach Ende des zweiten Weltkrieges ein Konstrukt, mit dessen Hilfe das Verständnis der Zusammenhänge, bei aller Kritik und der Frage nach der Vergleichbarkeit der zugrunde liegenden Systeme, deutlich werden. Die Bedeutung des Terrors stellt sie nicht zuletzt durch ihr 1966 angefügtes neues Kapitel 'Ideologie und Terror' in den Vordergrund. Ist die Interpretation insgesamt auch einer Entwicklung unterworfen, so zeigt ARENDT heute nicht mehr zu diskutierende Tatbestände wie die Multiplikation innerhalb des Staatsapparates auf. Die über Frankreich aus Deutschland emigrierte Jüdin stellt sowohl innerhalb des Nationalsozialismus als auch im Stalinismus den ideologisch motivierten totalitären Terror nicht allein als Mittel der Machtergreifung, sondern vielmehr als einzige Konsequenz der menschenunwürdigen Grundfiktion einer über allem anderen stehenden Elite. Wenn Eric A. JOHNSON die Totalität der Bewegung in den Vordergrund stellt, da sie allumfassend ist und den Anspruch hat, alle zu betreffen, schließt er sich zwar auf den ersten Blick nicht zur Gänze ARENDT an, jedoch sieht auch sie in der Zusammenfassung der Masse zu einem einzigen Objekt durch den Druck des Terrors das Kernelement des totalitärer Herrschaft. Terror wird in ARENDTS Konstrukt von einem Mittel zur Machtergreifung zu einem Mittel der Herrschaftssicherung, das sich nicht auf den reinen Druck einer willkürlichen Vernichtung einzelner Elemente stützt, sondern im Zusammenhang einer Ideologie die Freiheit des Einzelnen total beschneidet. Der Raum zum Handeln zwischen den Individuen ist der zentrale Verlust, der den Menschen ihre Menschlichkeit nimmt und die Mitglieder der Bewegung ihre Pluralität entzieht und zu einem Singular der Masse macht. Nicht nur der Totalitarismustheorien, sondern auch die Werke ARENDTS dokumentieren anschaulich den aktuellen Diskurs. Vielfach scheint die Auseinandersetzung mit der organisierten Schuld der Deutschten, der ?Banalität des Bösen' oder der Freiheit im aktiven und spontanen Handel im Zuge des Eichmann Buches oder der ablehnenden Haltung während der Studentenbewegung erst heute die Diskussion zu beflügeln. Der humanistische Skeptizismus, die Interdisziplinarität und Unabgeschlossenheit passten lange nicht zu einem Idealismus und der Suche nach der objektiven Wahrheit. Dies mag ein Grund für die Renaisance der Totalitarismusforschung überhaupt und speziell der Auseinandersetzung ARENDTS sein. Die Furore um Daniel Jonah GOLDHAGENS ?Hitlers willige Vollstrecker', vielfach kritisiert wegen des Schlusses eines einzigartig deutschen "eliminatorischen Antisemitismus", zeigt doch, wie auch die hohen Besucherzahlen der ebenfalls umstrittene Wehrmachtsausstellung, den starken Wunsch nach weiterer Klärung der Umstände und der weiteren Verifizierung der Hauptverantwortung an den Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Als sich einig erscheinen Historiker und Wissenschaftler anderer Disziplinen, das Interesse wieder zurück zu einer globaleren Sichtweise zu lenken, um die Bedeutung des Konstrukts des Totalitarismus für gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen hervorzuheben. Im Zusammenhang mit der Entmachtung des Kommunismus und dem resultierenden "zumindest vorläufigen Untergang einer Herrschaftsform [der totalitären], die bis dahin das 20. Jahrhundert entscheidend geprägt hatte", erwächst ein erneutes vergleichendes Forschungsmotiv. ARENDT kann dazu eine breite Basis liefern, nicht zuletzt weil viele Autoren sich ihrer Argumentation anschließen, ihr versuchen zu widersprechen oder sich zumindest auf ihr Hauptwerk als Grundlage einer politisch-philosophischen Debatte beziehen. Es ließe sich die Frage aufwerfen, ob das vielfach benutzte geflügelte Wort des ?Jahrhunderts des Totalitarismus' für das 20. Jahrhundert wirklich zutrifft. Ist dies nicht nur die eine Seite der Medaille und vernachlässigt, dass es sich gleichzeitig um das Zeitalter der Demokratie handelt? Ein Jahrhundert der Unmenschlichkeit liegt hinter uns, aber auch bedeutende Veränderungen wie das Ende der kolonialen Imperien, aus denen nicht zuletzt viele unabhängige teilweise eben demokratische Staaten hervorgegangen sind. Leider kann aber die Zunahme des Anteils der Demokratien aller unabhängigen Staaten auf beachtliche 61% über zwei entscheidende Tatsachen nicht hinwegtäuschen: Zum einen sind nicht alle zumindest formell demokratisch organisiert und Unmenschlichkeit, Gewalt und Terror sind nicht das Monopol des Totalitarismus allein. In jedem Fall wirken die aktuell zu beobachtenden Veränderungen und Zerwürfnisse der polystrukturellen Weltordnung, die quasi als Demokratie über nationale Grenzen hinweg in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts für ein mehr oder weniger von Frieden geprägtes Zeitalter verantwortlich war, beängstigend. Daraus erwächst der Wunsch nach der Perspektive eines Historikers, der sich am Ende des 21. Jahrhunderts mit den heutigen Entwicklungen auseinandersetzt, mag dieser auch ebenso unerfüllbar sein, wie der nach einer von Frieden und Freiheit dominierten Welt. Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich mich ARENDT anschließen und meine Hoffnung in die Hände einer weitsichtigen Politik legen: Der Sinn des Politischen ist, dass Menschen in Freiheit, jenseits von Gewalt, Zwang und Herrschaft, miteinander verkehren, Gleiche unter Gleichen. |
| | Buch: | Serie Piper, Bd.1, Macht und Gewalt |
| Autor: | Hannah Arendt, Ausgabe vom Sept. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 48820 |
| Preis: | 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Neue Taschenbücher Ein neues Outfit 25 Jahre Taschenbuchreihe "Serie Piper" In 25 Jahren kann sich eine Taschenbuchreihe bis zur Unkenntlichkeit wandeln. So ist es in gewisser Weise der Serie Piper ergangen. Sie veränderte sich durch Nebenserien und Sonderreihen mit jeweils anderem Outfit so gründlich, dass sie immer unübersichtlicher wurde. Mehr und mehr verlor sie ihre - wie man heute sagt - Corporate Identity und damit ihre Attraktivität. Um diese wiederzufinden, musste etwas getan werden. Das Jubiläum - 25 Jahre Serie Piper - kam da gerade recht. Die Bände der Serie Piper (SP) haben zum Jubiläum ein neues Layout bekommen. In der Fülle der Taschenbuchreihen werden die SP-Bände dank ihrer markanten Ausstattung nicht mehr untergehen, sondern ordentlich Eindruck machen. Sie werden nicht mehr zu übersehen sein. In neuem Gewande sollen von Oktober 1995 bis März 1996 sechzig Titel aus 25 Jahren Serie Piper vorgelegt werden. Die ersten zehn Bände der Jubiläumsedition "The Best of Piper" konnten rechtzeitig zur Buchmesse erscheinen. Unter ihnen befindet sich auch jener Band, mit dem im August 1970 die Serie Piper ihren Anfang nahm: mit der Studie "Macht und Gewalt" von Hannah Arendt (1906-1975). Gelesen mit dem Blick auf die grossen globalen Veränderungen seit 1989, erweisen sich Arendts Analysen vielfach als prophetisch hellsichtig. In den Band wurde auch ein Interview aufgenommen, das Adelbert Reif mit Hannah Arendt geführt hat. Arendt zeigt sich darin "wirklich schockiert", als Reif auf marxistische Intellektuelle verweist, die der Meinung sind, "dass der Sozialismus trotz aller Verfremdungen immer wieder aus eigener Kraft im Stande ist, sich zu regenerieren". Die Herrschaft Stalins eine "Verfremdung" zu nennen sei, erwidert die Philosophin, "ein Euphemismus, mit dem man nicht nur Tatsachen, sondern ungeheure Verbrechen unter den Teppich kehrt". Ein solcher "Jargon" verändere Tatsachen, indem er Verfremdung nenne, was nichts anderes gewesen sei als "ein Verbrechen von gigantischen Ausmassen". Hannah Arendt war davon überzeugt, dass Wirtschaftsreformen den Sozialismus nicht mehr retten können. Denn den Menschen gehe es nicht um ökonomische, sondern um politische Reformen: "Worum es ihnen geht, ist Freiheit mit allem, was dazu gehört: eine geltende Verfassung, gesetzlich gesicherte Rechte, Pressefreiheit, Mitbestimmungsrecht; vor allem das Recht zu sagen, zu schreiben und zu drucken, was ihnen beliebt." Die Sowjetunion werde immer "zuschlagen", wo sich dieses "Streben nach Freiheit" manifestiere. Aber sie könne nicht mehr überall zuschlagen, denn - so Arendt 1970 - "als Grossmacht sitzt sie nicht mehr so fest im Sattel". 1989 fiel sie dann, um bei diesem Bild zu bleiben, endgültig aus dem Sattel der Weltgrossmacht, weil das Streben nach Freiheit nicht mehr zu unterdrücken war. Zu den anderen SP- Editionen, die im neuen Outfit eine neue Auflage erleben, gehören zum Beispiel der Roman "Das Geheimnis der Pineta" von Carlo Fruttero und Franco Lucentini; von Edith Wharton der Roman "Zeit der Unschuld", den Martin Scorsese 1993 verfilmt hat; als ein weiteres Buch zum Film figuriert Jim Carrolls Roman "In den Strassen von New York" auf der SP-Bestenliste; "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny - mit 1,7 Millionen verkauften Exemplaren der Gesamtauflage ein Bestseller - findet sich ebenso darunter wie Reinhold Messners Bericht über sein Bergsteigerleben "Die Freiheit aufzubrechen, wohin ich will"; ausserdem noch von Paul Watzlawick der Versuch, eine Antwort zu geben auf die Frage "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?"; oder von Karl Jaspers der erste Band eines nicht vollendeten Opus, das einer "unerhörten Aufgabe" gewidmet ist: "Die grossen Philosophen". Die unerhörte Aufgabe des Buches sieht Jaspers darin, durch die grossen Philosophen "uns den Raum erhellen zu lassen, in dem wir selbst wirklich werden": "Wir möchten in die Welt der Grossen gelangen, als Hörende, Lernende und Liebende dort Heimatrecht erwerben dadurch, dass wir in ihrer Gesellschaft, der besten, die wir finden können, zu dem gelangen, was sie selbst sein können." Dass die Gesellschaft der Philosophen die beste aller möglichen gesellschaftlichen Welten sein soll, mag man in idealistischer Hochstimmung freudig behaupten. Dass es aber in dieser Gesellschaft oft so furchtbar menschlich oder allzu menschlich zugeht wie in anderen menschlichen Gesellschaften, weiss man auch. In ihr herrscht "die kategorische Impertinenz". So lautet der Untertitel einer Sammlung mit Verbalinjurien, die sich Philosophen gegenseitig - heimlich oder öffentlich - angetan haben. Der Philosoph Steffen Dietzsch hat sie herausgegeben: "Philosophen beschimpfen Philosophen - Die kategorische Impertinenz seit Kant" (Reclam Leipzig). Und wie sie sich beschimpfen; z. B. als "Spassmacher", "Sesselfurzer", "Playboy", "Wirrkopf", "Moraltrompeter", "Plattkopf", "Dreiviertelskopf", "Begriffskrüppel", "Maschinist", "Magister Dunkelhut" usw. Man sieht: Philosophen beweisen Geschmack und erweisen sich als geistreich auch dort, wo es um ihren besonderen Beitrag zur Sitten- oder Unsittengeschichte der Menschheit geht. Rainer Hoffmann
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)
Leserkommentare:* Praktische Philosophie wie man sie selten liest (5 von 5 Punkten) meint S.P. aus Wien Philosophische Abhandlungen sind oft ein hartes Laster, vor allem wenn man sich erst in die Thematik einarbeitet. Bei Hannah Arendt ist das ganz anders. Scharfsinnigkeit, eine makellose Argumentation, ein roter Faden bis zum Schluss hilft all jenen die sich mit Ihr befassen.
Die Zielgruppe des Buches ist breit gestreut: Für alle die sich für politischer Philosophie, Politik, Soziologie, Psychologie, Konfliktforschung, Gesichte, Krieg, Terror, rechter und linker Gewalt interessieren, können aus diesem Buch einen großen Nutzen ziehen. Für Studenten: Absolut Referattauglich!
Was sehr gelungen ist Arendts Bezug auf (damalige) aktuelle Ereignisse bzw. zu historischen Gegebenheiten, die den ganzen Text wie eine spannende Erzählung wirken lassen. Auch wenn Arendt den Terror, den wir heute haben, nicht kannte, hat Sie ihn in seinen Grundzügen voll und ganz erfasst.
Inhaltlich Wichtig ist, dass Hannah Arendt sich ausschließlich an der Wirklichkeit orientiert (was ja bei vielen Philosophen nicht immer der Fall ist). Rechte sowie auch Linke Extremisten und Fundamentalisten werden gleichermaßen denunziert, Gewalt und Macht werden in ihren negativen und positiven (!) Auswirkungen analysiert.
Mein Fazit: absolut lesenswert!
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Über das Böse: Eine Vorlesung zu Fragen der Ethik |
| Autor: | Hannah Arendt, Ausgabe vom Okt. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 43120 |
| Preis: | 9,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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"Hannah Arendt wollte wissen, was alle wissen wollen, die angesichts der NS-Verbrechen fassungslos sind: Wie konnte dies geschehen?" Franziska Augstein in ihrem Nachwort "Die Kraft ihrer Texte liegt darin, daß Arendts Denken an konkrete Geschehnisse gebunden ist wie der Kreis an einen Mittelpunkt." Der Tagesspiegel
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* Gleichgültigkeit als die Wurzel des ultimativ Bösen (5 von 5 Punkten) meint M.D. aus Bochum Was ist das Böse? Hannah Arendt, die 1933 aus Deutschland floh und über Umwegen nach Amerika ins Exil ging und dort nach und nach über die schrecklichen Details der "Endlösung" informiert wurde, hat sich bereits vor ihrer 1965 in New York gehaltenen Vorlesung "Some Questions on Moral Philosophy", die in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Über das Böse" vorliegt, an einem konkreten Beispiel mit dem Bösen auseinandergesetzt. 1961 verfolgte sie in Jerusalem den Prozess gegen Adolf Eichmann. Das wahrhaft Schockierende an Eichmann stellte für Arendt seine geradezu obszöne Normalität und Durchschnittlichkeit dar, wo man doch im Angesicht von sechs Millionen ermordeter Menschen eigentlich den Teufel in Menschengestalt erwartet hätte. Wohl auch die exemplarisch an Eichmann beobachtete Banalität des Bösen veranlasste Arendt dazu, sich auf allgemeinerer Ebene mit dieser Thematik auseinander zu setzen.
Um Missverständnissen vorzubeugen: "Über das Böse" ist keine Fortsetzung des Eichmann-Buches. Nur sehr selten geht Arendt auf gegenwärtige Entwicklungen ein. Im Zentrum der Vorlesung steht ihre Auseinandersetzung mit der Moralphilosophie Kants und Aristoteles sowie deren Konsequenten für gutes oder böses Handeln. So entwickelt sie zuerst an Kant angelehnt ihren zentralen Maßstab für moralisch korrektes Verhalten: "Es geht bestimmt nicht um die Sorge für den Anderen, sondern um die Sorge für das Selbst, nicht um Demut, sondern um menschliche Würde, ja menschlichen Stolz. Maßstab ist weder die auf irgendeinen Nachbarn gerichtete Liebe, sondern die Selbstachtung" (35). Des Weiteren hält sie, wiederum mit Kant, fest, dass "moralisches Verhalten nichts mit Gehorsam gegenüber irgendeinen von außen gegebenen Recht zu tun" (36) hat. Hier kommt deutlich der Unterschied zwischen Legalität und Moral zur Geltung. Unweigerlich muss der Leser an dieser Stelle an Eichmann denken, der während des Prozesses stets betont hat, sich doch während seiner aktiven Tätigkeit im Dienste der SS immer penibel an geltendes Gesetz gehalten zu haben und somit doch selbst Opfer eines verbrecherischen Regimes gewesen zu sein. Aus der von Arendt aufgestellten Prämisse, dass das zentrale Kriteriums moralischen Verhaltens die Selbstachtung einer Person sei, entwickelt sie ihre Definition des Bösen: "Das größte begangene Böse ist das Böse, das von Niemanden getan wurde, das heißt, von menschlichen Wesen, die sich weigern, Personen zu sein" (101). Wieder denkt man an Eichmann, der sich selbst nie als handelnde Person, sondern lediglich als kleines Rädchen im Gesamtgetriebe des NS-Staates sah.
Das Böse als Flucht vor der Verantwortung, als die Weigerung, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, als den permanenten Verweis auf als heilig geltende Befehlsketten. Ein Fazit ihrer Analyse liefert Arendt im legendären Abschlusssatz ihrer Vorlesung, der in einer Welt von Mitläufern und Wegsehern aktueller denn je ist: "Diese Indifferenz stellt [...] die größte Gefahr dar, auch wenn sei weit verbreitet ist. Und damit verbunden und nur ein bißchen weniger gefährlich ist eine andere gängige moderne Erscheinung: die häufig anzutreffende Tendenz, das Urteilen überhaupt zu verweigern. Aus dem Unwillen oder der Unfähigkeit, seine Beispiele und seinen Umgang zu wählen, und dem Unwillen oder der Unfähigkeit, durch Urteil zu Anderen in Beziehung zu treten, entstehen die wirklichen 'skandala', die wirklichen Stolpersteine, welche menschliche Macht nicht beseitigen kann, weil sie nicht von menschlichen oder menschlich verständlichen Motiven verursacht wurden. Darin liegt der Horror des Bösen und zugleich seine Banalität" (150).
Fazit: Große Philosophie von immerwährender Aktualität. Das Böse ist nicht das Monströse als das wir es gerne hätten, sondern die banal-alltägliche Gleichgültigkeit des Menschen, von der jeder auch einen Teil in sich selbst findet.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Denken ohne Geländer: Texte und Briefe |
| Autor: | Hannah Arendt, Ausgabe vom Mai 2010, Broschiert, Verkaufsrang 35135 |
| Preis: | 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Sie versuchte, "ohne Geländer" zu denken. Das Werk der großen deutsch-jüdischen Philosophin, politischen Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt (1906-1975) ist bis heute aktuell. Dieses Lesebuch bietet eine Einführung in Arendts umfangreiches Werk. In ausgewählten Texten und zentralen Passagen aus ihren Briefen äußert sie sich zu Fragen der Philosophie sowie des politischen Denkens und Handelns, außerdem zur Situation des Menschen und zu Personen, die für ihr Leben wichtig waren.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Gelungene Einblicke in das Denken (ohne Geländer) (5 von 5 Punkten) meint M.C. Hannah Arendt ist als Denkerin aufregend und nach wie vor in der politischen Theorie präsent.
Das vorliegende Buch vermittelt einen weit gefächerten Eindruck über ihr Denken und führt Elemente aus den Hauptwerken, Fragmente aus dem Nachlass und aus persönlichen Briefe zusammen, die sonst nur für viel Geld zu haben wären, da man sich mindestens 15 Bücher kaufen müsste.
Zu fünf Themenkomplexen wurde das Material aus dem reichhaltigen Werk der Theoretikerin zusammengestellt und in der jeweiligen Kategorie weiter nach Schlüsselbegriffen oder grundsätzlichen Statements unterteilt.
1. Zur Philosophie (Themen: Denken, Sprache, Arbeit, Verstehen usw.)
2. Zum politischen Denken (Sinn von Politik, Macht und Gewalt, Freiheit, Gleichheit, Totalitarismus, Krieg usw.)
3. Zum politischen Handeln (Judentum, Antisemitismus, Israel, Eichmann-Kontroverse usw.)
4. Zur Situation des Menschen (Arbeit, Leben, Massengesellschaft, Liebe, Ehe usw.)
5. Lebensgeschichten (Heidegger, Jaspers, Rahel Varnhagen uvm.)
Jeweils kurze Textpassagen aus den Hauptwerken verdeutlichen die markantesten Thesen und so kann die Kompilation auch als primärliterarische Einführung dienen oder als Pseudo-Lexika bzw. Mini-Handbuch benutzt werden.
Wer das Buch durchgängig liest, wird schnell die Nachteiligkeit des Potpourris bemerken, da man immer nur oberflächlich mit den wichtigsten Äußerungen und Thesen konfrontiert wird und das Lesen keinen themenbezogenen vertiefenden Charakter hat. Eine engere Themenwahl hätte jedoch kaum diese Breite ermöglicht und mit ca. 250 Seiten Umfang ist das Ziel der Herausgeberinnen einen Überblick zu schaffen und die Neugierde auf mehr zu wecken sicher gut erreicht. |
| | Buch: | Was ist Politik?: Fragmente aus dem Nachlaß |
| Autor: | Hannah Arendt, Ausgabe vom Juli 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 124986 |
| Preis: | 12,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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| | Buch: | Ich will verstehen: Selbstauskünfte zu Leben und Werk |
| Autor: | Hannah Arendt, Ausgabe vom April 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 176697 |
| Preis: | 10,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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| Hannah Arendt gibt hier über sich selbst Auskunft. Die Texte - Briefe, Aufzeichnungen von Gesprächen - geben der Person Hannah Arendt Farben, Konturen und immer wieder überraschende Glanzlichter. Ein vollständige Werkverzeichnis dient als wertvolle Quelle für die Beschäftigung mit Hannah Arendt. |
| | Buch: | Über die Revolution |
| Autor: | Hannah Arendt, Ausgabe vom 1968, Gebunden, Verkaufsrang 609980 |
Direkt bei Amazon nicht vorrätig, andere Angebote über Amazon hier (Versandkosten beachten). |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* alternative Aspekte (5 von 5 Punkten) meint h. zum thema revolution. als ideal wird die amerikanische revolution gesehen, die eine politische gewesen sei, im gegensatz zu den sozusagen eher sozial motivierten in frankreich und russland.
Revolution and Revulsion (5 von 5 Punkten) meint d.d. aus England The guy/girl who wrote the 'I'm doing an essay...' review needs a slap
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| | Buch: | Rahel Varnhagen: Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik |
| Autor: | Hannah Arendt, Ausgabe vom Mai 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 90106 |
| Preis: | 12,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Arendt, Hannah, Rahel Varnhagen (4 von 5 Punkten) meint D.T. Hannah Arendt möchte nur Rahels Lebensweg nacherzählen, sich des Psychologisierens und Kommentierens enthalten, was sie allerdings kaum durchhält, besonders des Kommentierens nicht, auch ist ihre Einbettung in die Geschichte, die Romantik und Geschichte des Judentums in Deutschland ergiebig und aufschlussreich. Kennzeichnend ist auch Arendts harter Realitätssinn, der Rahels gesellschaftliche Einbettung (oder besser: mangelnde) und z.B. Varnhagens Umtriebigkeit sehr überzeugend und nachvollziehbar darstellt. Der Hauptvorzug aus meiner Sicht: Arendt führt gut in Rahels Ausdrucksweise und Denkweise ein, indem sie sich so eng an ihre Quellen hält. Der Nachteil: Dieses Umkreisen des Sachverhalts in Rahels Terminologie - und wie es scheint, mit Arendts eigener philosophischer Terminologie - wirkt doch etwas ermüdend und erschwert den Zugang. Sie unterlässt es auch deutlich Akzente zu setzen, stattdessen umschreibt sie Rahels Bewusstseins- und Lebenslagen in vielen Variationen und Wiederholungen. Mich hätte schon interessiert, mehr über Zusammenhänge psychologischer Art zu erfahren, schließlich stellt Arendt diese ja in historischer und sozialer Hinsicht auch her. Also: Wie konnte aus der jüdischen Familie diese ungewöhnliche Frau hervorgehen? Wieso dieser intensive Wunsch der Rahel, am Leben und zwar am Leben der Mächtigen teilzunehmen? Später trennt sich Rahel von der Familie, als sie mit Varnhagen ökonomisch und gesellschaftlich unabhängig geworden ist - warum? |
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