Ich hatte 3000 Frauen Harald Schmidt ist ein Phänomen. Im Laufe der Jahre hat er sich vom eher mittelmäßigen Kabarettisten am Düsseldorfer Kom(m)ödchen zum Grandseigneur der deutschen Late-Night-Show gemausert ? und dabei eine feine Mischung aus Selbstironie und Zynismus kultiviert, die ihn nahezu unangreifbar macht. Schmidt darf politisch unkorrekt über polnischen Autoklau kalauern, sexistische Schoten reißen und über das eigene, von vielen als unverhältnismäßig hoch kritisierte TV-Gehalt witzeln ? übel nimmt's ihm keiner Zu den Schmidtschen Freiheiten gehört es auch, sich humortechnisch überall dort zu bedienen, wo bisher erfolgreich gelacht oder Geld gemacht wurde. Das zeigt sich in der Kulisse seiner Late-Night-Show genauso wie in seinen Büchern. Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv führte dies 2007 geradezu exemplarisch vor, indem bereits im Titel schlagwortartig alles angerissen war, was halbwegs Bestsellererfolg versprach. Und auch Ich hatte 3000 Frauen. Deutschlands größter TV-Star packt aus suggeriert in Personalunion mit dem vom Verlag gelieferten Anreißtext, dass hier autobiografischer Zündstoff lauert. Aber die gelegte Lunte verglüht: Statt Neuem, Explosivem gibt es, wie das Cover im Kleingedruckten eher nebenbei verrät, Altbewährtes: eine Sammlung von Schmidts Kolumnen aus dem "Nachrichtenmagazin" Focus nämlich. Was soll man sagen: Ich hatte 3000 Frauen ist, mal wieder, eine Mogelpackung. Und dem Leser ist's, mal wieder, ganz egal. Denn Schmidt kann schreiben, ist über weite Strecken witzig ? und serviert bei der Lektüre genau jene Mischung aus Selbstironie und Zynismus, für die sein Publikum ihn liebt. Alles wie gehabt also. Und äußerst unterhaltsam. Da will man auch als Rezensent nicht als erster meckern. -Thomas Köster
Buch:
Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv - Eine Vermessung
Autor:
Harald Schmidt, Ausgabe vom 1. Sept. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 210887
Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv Eine Vermessung. Focus Ko Das Beste an Focus ist zweifellos die Kolumne von Harald Schmidt; und das Beste an den Büchern mit den gesammelten Kolumnen ist, dass man dieses bunte Info-Magazin gar nicht Woche für Woche zu kaufen braucht, um sich von Onkel Harald so unnachahmlich die Welt erklären zu lassen. Das heißt: vor allem die deutsche Welt - von Ursula Engelen-Kefer und Christian Klar über Winterreifenpflicht und Reichensteuer bis zu Leser-Reporter und Online-Durchsuchung. Und selbst als sich Schmidt während seiner "Kreativpause" zwischen SAT1 und ARD mal die Welt da draußen angesehen hat, blieb Deutschland der satirische Maßstab: "Halbmond über Colon. Am Horizont der karibischen Nacht funkeln die Lichter an der Einfahrt auf der atlantischen Seite des Panamakanals. Es wird gefilmt und fotografiert, aus meiner Sicht ins Stockdunkle hinein. Aber ich bin Laie, und in der digitalen Nachbearbeitung sind sicherlich kleine Wunder möglich. Was das Motiv angeht, wäre es auch auf der Autobahn zwischen Köln und Bonn zu haben, Richtung Wesseling." Nach Warum?, Wohin?, Quadrupelfuge, Avenue Montaigne und Mulatten in gelben Sesseln setzt die neueste Kolumnen-Sammlung Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv. Eine Vermessung schon mal punkto Titeloriginalität neue Maßstäbe (wäre der Abgabetermin etwas später gewesen, schreibt der Autor im Vorwort, "hätte das Buch vielleicht Jesus in Tannöd geheißen. Aber man kann nicht alles haben"). Mag Harald Schmidt zukünftig immer seltener im Fernsehen zu sehen sein - bald nur noch eine Stunde wöchentlich, die er sich auch noch mit Oliver Pocher teilen muss -, seinen Fans bleibt als Zuflucht immer noch die Kolumne, wo sie seinen in langen Jahren ausgereiften hohen Ton satirischer Gelassenheit und Welterkenntnis genießen können. Ketzerische Gedanken, ob der Meister hier wirklich alles höchstpersönlich formuliert oder sich wie bei seiner Show von einem Autorenteam unterstützen lässt, verbieten sich naturgemäß. Hauptsache man bekommt den anbetungswürdigen original Harald Schmidt-Sound, den man hier gleich 74-mal genießen kann. Und allen, die für die Größe und Herrlichkeit dieses Mannes unempfänglich sein sollten, sei mit seinem ehemaligen Mitstreiter Herbert Feuerstein gesagt: "Ein Buch, das in keinem Haushalt fehlen darf, wo ein Tischbein zu kurz ist." -Christian Stahl
Buch:
Die drei ??? Kids: Die drei ??? Bd.30 : Im Geisterschiff
Autor:
Ulf Blanck, Ausgabe vom Febr. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 381363
Buch:
Der Technische Betriebswirt 3 - Lehrbuch: Zur Weiterbildung Technische Betriebswirt/in - Organisation und Unternehmensführung, Personalmanagement, .. - Projektarbeit und Fachgespräch
Autor:
Harald Beltz, Jan Glockauer, Gerhard Tolkmit, Frank Wessel, Ausgabe vom 29. Okt. 2008, Broschiert, Verkaufsrang 405203
Buch:
Tränen im Aquarium: Ein Kurzausflug ans Ende des Verstandes
Autor:
Harald Schmidt, Ausgabe vom 1993, Taschenbuch, Verkaufsrang 151111
Mängelexemplar, ungelesen, geringe Lagerspuren Die Sturzgeburt verläuft dermaßen schnell, dass selbst die werdende Mutter nicht dabei sein kann. Später wiegen Schlummerlieder von Arnold Schönberg das Baby in den Schlaf. So beginnt das Leben, aus dem Harald Schmidt in Mulatten in gelben Sesseln erzählt. "Die Tagebücher 1945-52" nennt der Entertainer den ersten Teil seines Werks. Darin lässt Schmidt Stätten und Gestalten der Literatur und des Films in (s)einer fiktiven Biografie aufgehen, spielt mit Jack Nicholsons angeritzter Nase im Klassiker Chinatown oder Joseph Conrads finsterem Dschungel. Und die privat geschossenen Schwarzweiß-Fotos mit wundervoll bescheuerten Bildunterschriften, aber auch die eskalierende Absurdität der sprunghaft erzählten Geschichten zeugen von einer kaum für möglich gehaltenen epischen Verwandtschaft zu Helge Schneiders wenig älterer Weltreise Globus Dei. Der zweite Teil von Mulatten in gelben Sesseln enthält dann aktuelle Kolumnen, die bereits im Magazin FOCUS erschienen sind. Darin spricht Schmidt viele große Worte gelassen aus und erweist sich als schlagfertiger Analytiker von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Seine Beiträge handeln vom goldenen Silbermarkt, von "Harald & Maut" oder Condoleezza Rice und rauchenden Colts. Obwohl brillant wie witzig verfasst, stehen diese lesenswerten Glossen im Schatten von Teil eins. Einmal mehr beweist Harald Schmidt, dass er nicht nur vor der Kamera Hochkarätiges leistet. Auch als Schriftsteller weiß der gelernte Schauspieler zu überzeugen - leidenschaftlich, pointenreich, hintergründig. Und während wir sehnsüchtig darauf warten, dass uns der Late-Night-Comandante aus dem Schwabenland spätabends den Marsch bläst, finden wir Trost und Erbauung in seinen kuriosen Tagebüchern und furiosen Glossen. -Herwig Slezak
Buch:
Pharmakologie und Toxikologie: Für Studium und Praxis - Mit einem Geleitwort von Eckart von Hirschhausen
Autor:
Claus-Jürgen Estler, Harald Schmidt, Ausgabe vom 12. Sept. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 266466