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| | Buch: | Die Schule neu denken: Eine Übung in pädagogischer Vernunft |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 7. Okt. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 84992 |
| Preis: | 12,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir." Ein weiser Spruch, doch mal ehrlich: Wer von uns kann behaupten, in der Schule wirklich etwas fürs Leben gelernt zu haben? Leistet unser bis zur PISA-Studie so hoch gelobtes deutsches Bildungssystem wirklich das, was es leisten soll - und zwar jungen Menschen Erfahrungen mit auf den Weg zu geben, die sie zu selbstständigen, mündigen Bürgern machen? Hartmut von Hentig, einer der größten Schulreformer unserer Zeit, hat schon 1993 - also vor PISA, Erfurt und Hoyerswerda - mit Die Schule neu denken für eine andere Schule plädiert, eine Schule, die das Leben zulässt und auf das Leben vorbereitet. Jetzt ist von Hentigs erfolgreiches Buch erstmals als Taschenbuch erschienen, ergänzt durch ein 60-seitiges Vorwort, in dem sich der Pädagoge zum ersten Mal eingehend zur PISA-Studie, zum Amoklauf von Erfurt und zum 11. September äußert. Was sagt PISA wirklich über die Qualität unserer Schulen? Und wie kann Schule der jungen Generation trotz Terrorismus und Massenarbeitslosigkeit Zuversicht geben und sie zu Mündigkeit und Verantwortung erziehen? Von Hentigs antwortet darauf, erschöpft sich dabei jedoch nicht in der Kritik am Ist-Zustand der Schule von heute als "Gemischtwarenladen für nützlich erscheinende Kenntnisse und Fähigkeiten". Vielmehr liefert Die Schule neu denken eine sorgfältige Analyse, warum dem so ist und zeigt auf, wie Lehrer, Schüler, Eltern und die Verantwortlichen in den Ministerien gemeinsam daran arbeiten können, die Schule wieder zu einem Lebens- und Erfahrungsraum werden zu lassen, in dem sich die jungen Menschen in Selbstständigkeit, Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit und Verantwortung für sich selbst und andere üben können. Ein utopischer Gedanke? Eine romantische Vorstellung von Pädagogik? Sicher, es bedarf einer beträchtlichen Anstrengung seitens aller Beteiligten, um das System Schule grundlegend zu reformieren. Aber von Hentigs Erfolge in seiner Versuchsschule in Bielefeld zeigen, dass Veränderung möglich und vor allem lohnenswert ist. Fangen wir an! -Andrea Zeller
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 3 Bewertungen)
Leserkommentare:* meine Erwartungen haben sich erfüllt (5 von 5 Punkten) meint . Die Erwartungen, die ich hatte, haben sich voll erfüllt. Ich bin mit dem Artikel rundum zufrieden
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| | Buch: | Bildung: Ein Essay |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 14. Sept. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 60196 |
| Preis: | 12,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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"Ein hochgebildetes Plädoyer für eine Bildung in weltbürgerlicher Absicht." (Rheinischer Merkur)
"Ein geistreiches Buch, das Spaß macht, die Möglichkeiten von Bildung - losgelöst vom Hier und Jetzt - zu überdenken, um den Alltag vielleicht ein bisschen kindgerechter zu gestalten." (Die Welt)
"Ein gutes Buch, weil es gut tut. Weil es ehrlich ist und radikal. Und weil es Mut macht." (Deutsche Lehrerzeitung)
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)
Leserkommentare:* Sein und Nicht-Sein der "Bildung" (5 von 5 Punkten) meint p. aus Siegen Was ist eigentlich gemeint, wenn man von Bildung spricht? Definitionen des Wörtchens sind ebenso zahlreich wie vage. Definitionen von "Bildung" liegen zumeist zwischen den beiden Polen der materialen und formalen Bildungsvorstellungen. Besitzt man etwa eine materiale Bildungsvorstellung, so subsummiert man also unter den Begriff die Anhäufung von Wissensgegenständen. Ein formales Bildungsverständnis bedient hingegen die Vorstellung von Bildung als Lernen von Verfahren zur Aneignung von Welt, oder kurz gesagt - in Schleiermachers Formulierung - als "Lernen des Lernens". Weitere Bildungsvorstellungen gehen von Bildung als "Mündigkeit","Emanzipation" des Menschen aus oder sprechen von einer "Erziehung auf höherer Stufe".
All diese ehernen Vorstellungen von Bildung werden von v. Hentig nicht einfach abgelehnt. Er entwickelt im Laufe seiner Abhandlung in fünf Abschnitten ein eigenes Verständnis des Begriffs, er gibt ihm - wie von Hentig selber betont - seine "Kleider".
In einem ersten Abschnitt werden erst einmal die "geläufigen Fragen" nach Bildungsgütern und Bildungsgegenständen beleuchtet. Dabei wird schnell klar, dass - als ein Dilemma - die Findung eines angemessenen Bildungsbegriffs häufig schon daran scheitert, dass die falschen Fragen gestellt werden; wie die danach, was Bildung im ökonomischen Sinne zu leisten vermag. Bildung besitzt einen Eigenwert.
In einem zweiten Abschnitt wird dann Bildung von falschen Implikationen bereinigt und ganz rudimentär definiert als Prozess, durch den etwas Gestalt annimmt.
Diese Formulierung ist sehr allgemein; und daher bedarf es "möglicher Maßstäbe", an denen sich Bildung bewähren muss. Diese Maßstäbe sind allerdings nicht zu verwechseln mit etwaigen Bildungsstandards, Schlüsselqualifikationen oder Gegenstänen, Schwierigkeitgraden etc.; d.h. sie sind nicht von Natur aus gegeben, sondern sie sollen vor allem plausibel sein. Maßstäbe sind im Sinne Hentigs das "woran sich Bildung bewährt". Der Autor formuliert insgesamt sechs Maßstäbe und zwar: a) Abscheu und Abwehr von Unmenschlichkeit; b) die Wahrnehmung von Glück; c) die Fähigkeit und den Willen, sich zu verständigen; d) ein Bewusstsein von geschichtlichkeit der eigenen Existenz; e) Wachheit für letzte Fragen; f) die Bereitschaft zur Selbsverantwortung und Verantwortung in der res publica.
Der anschließende Abschnitt zeigt dann Anlässe, Quellen und Mittel einer Bildung auf, die solchen oben genannten Maßstäben genügt. Dabei handelt es sich zur Überraschung vieler um ganz alltägliche und normale Lebenstätigkeiten; Hentig nennt zehn. Damit möchte der Autor nicht etwa eine Abkehr von der Schule erreichen, sondern schreibt auch den Bildungseinrichtungen die Chance zu, die zehn Lebenstätigkeiten zu realisieren. Dafür geht er in einem letzten großen Abschnitt auf die wünschenswerten Folgerungen für die Schulpraxis ein und entwickelt anhand seines Bildungsbegriffs vier zentrale Forderungen für die Schule.
Das Essay insgesamt ist sehr anspruchsvoll gehalten, es ist aber gleichzeitig auch geprägt von der Schulpraxis des Autoren; v.a. mit der Bielefelder Laborschule und dem Oberstufenkolleg des Landes NRW. Dennoch ist es eine ansprechende Möglichkeit, das eigene Bildungsverständnis zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
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| | Buch: | Bewährung: Von der nützlichen Erfahrung, nützlich zu sein |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 8. Okt. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 151267 |
| Preis: | 9,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* Bewährung statt Belehrung (5 von 5 Punkten) meint J.R. Alle wollen mehr Bildung! (Süddeutsche Zeitung, 19.10.2006) - An solche Schlagzeilen haben wir uns längst gewöhnt. Meist folgt darauf nicht mehr als stereotyp lautende Proklamationen, Geldforderungen und Schuldzuweisungen, allzu selten indes neue Ideen, die einen Weg aus dem gegenwärtigen Zustand beschreiben.
Der bekannte Erziehungswissenschaftler Hartmut von Hentig (geb. 1925) tritt nun mit einem Manifest an die Öffentlichkeit, von dem er sich eine tief greifende Wirkung auf alle erhofft, die mit Heranwachsenden, insbesondere Jugendlichen zu tun haben. Die viel zitierte (diffus bezeichnete) Bildungsnot sieht er vor allem an zwei Symptomen: 1.) Eine jugendliche Schülerschaft, deren Überdruss an der täglichen Belehrung unmittelbar in einen allgemeinen Lebensüberdruss führt, der schwerwiegende Folgen für das gesamte Weltverhältnis nach sich ziehen kann. 2.) Das Gesellschaftsverhältnis vieler junger Menschen, das entweder von Gleichgültigkeit oder Feindseligkeit geprägt ist. - Nicht höhere Budgets oder neue Lehrpläne, allein eine Stärkung des Menschen kann aus dieser Not helfen. Hartmut von Hentig schlägt zweierlei vor:
- Eine Entschulung der 13-15-Jährigen in allen Schularten; die Schüler sollen zwei Jahre lang in Gruppen mit Betreuung in verschiedensten Bereichen (beispielsweise Landschaftspflege, Tierschutz, Kunst, humanitäre Einrichtungen ...) selbständig und eigenverantwortlich tätig werden und dadurch ermutigende Erlebnisse erfahren.
- Jeder Bürger soll zwischen dem Ende der Schulzeit und dem 25.Lebensjahr ein Jahr lang Dienst an der Gemeinschaft tun, Dienste am Gemeinwesen, die vor allem den Dienenden gut tun.
Hartmut von Hentig hat seine Ideen, insbesondere die Entschulung, in dieser kleinen Schrift konkret ausgearbeitet, mögliche Vorstufen beschrieben, weiterführende Ideen entwickelt. Wir müssen Vorbilder dafür sein, nicht, was man lernt, sondern dass und wie man lernt, und die Jungen nicht lehren, dass sie unseren Entscheidungen zu folgen haben, sondern wie wichtig es ist, eigene Entscheidungen zu treffen und zu verantworten.
Dem eindringlich geschriebenen, vermächtnishaften Manifest ist eine breite Wirkung zu wünschen und sei es nur im Hinblick auf die in diesem Zitat gekennzeichnete Gesinnung.
Ein revolutionärer Vorschlag eines unverbesserlichen Optimisten, der aber in unserem Land kaum Chancen auf Verwirklichung hat (5 von 5 Punkten) meint W.S. aus Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland Hartmut von Hentig ist einer der bekanntesten Pädagogen der Nachkriegszeit. Seine Bielefelder Laborschule ist bis heute ein Ort, wo richtungsweisende Reformen eingeleitet, erprobt und für andere Schulformen fruchtbar gemacht wurden und werden. Ähnlich wie seinlangjähriger Schüler Eberhard Bueb mit seinem Werk Lob der Disziplin" legt nun auch von Hentig sein bildungspolitisches Vermächtnis vor.
Mit seinem Buch Bewährung. Von der nützlichen Erfahrung, nützlich zu sein" legt er zwei revolutionäre Vorschläge vor und begründet sie. Zum einen will er in der Stufe der 13-15 -jährigen, also mitten in der schwierigen Phase der Pubertät, die Schüler an anderen Orten als der Schule Lerngelegenheiten finden lassen, die ihnen einen Sinn und ein Verständnis dafür gegen sollen, was Gemeinschaft ist, und warum es sich lohnt sich für sie zu engagieren und einzusetzen. Zum anderen plädiert er für ein für alle Menschen der Landes verbindliches soziales Jahr zwischen Schulabschluß und Beginn der beruflichen Tätigkeit. Beide Vorschläge begründet er ausführlich und grenzt sich auch ab von Begründungen, die von außen kommen und sich nicht an der Entwicklung der Persönlichkeit der jungen Menschen in unserem Land orientieren. Beispiel: eine externe Begründung für ein soziale Jahr wäre der Hinweis auf den zunehmenden Pflegebedarf für die ältere Generation. Solche Legitimationen lehnt von Hentig ab. Es geht ihm einzig und allein um die Wiederherstellung von so etwas wie Gemeinschaft, ein common sense, ohne den wohl seiner Meinung nach unsere Gesellschaft nicht wirklich auskommt, will sie nicht den von ihm, an die Bibel angelehnt, sogenannten Plagen" anheimfallen und von ihnen langsam aber sicher von innen heraus zerstört werden.
'Plagen' sind peinigende, verstörende, entmutigende Ereignisse; sie kommen meist in großer Zahl oder gestaffelt daher; sie hängen auf tückische Weise miteinander und mit früheren Segnungen zusammen; sie sind schwer einzeln zu bekämpfen und gar nicht alle zugleich."
Und von Hentig zählt sie auf:
-mangelnde Schulleistungen - durch internationale Vergleichsuntersuchungen plötzlich messbar und sichtbar gemacht;
-ungleiche Erfolgschancen von Jugendlichen in einem Bildungs- und Ausbildungssystem, das über vierzig Jahre lang ,reformiert' worden ist, ausdrücklich um dieser Ungerechtigkeit zu begegnen;
- die nachgewiesene Existenz einer erheblichen ,Risikogruppe' unter den Fünfzehnjährigen - Schüler, die nicht lesen können und die sich obendrein durch Schulunlust und Abwesenheit (Schwänzen), durch eine eigene Subkultur und schrille Selbstinszenierung gegen die ihnen zug4edahcten pädagogischen Wohltaten resistent machen;
- ein hohes (zunehmend bekanntes) Maß an Gewaltdelikten an Schule (und außerhalb) bis hinab ins Kindesalter; ein raffiniertes Mobbing unter Kindern und jungen Menschen, ein gnadenloses Ranking nach Statussymbolen;
- eine abnehmende Wachsamkeit der Jugendlichen gegenüber der Ansteckung durch AIDS, den Folgen des Rauchens, des Alkohol- und Drogenkonsums;
- das von jugendlichen Gangs selbst als ,happy slapping' bezeichnete brutale Verprügeln von Passanten als Zeitvertreib;
- die Verführung einer erheblichen Minderheit junger Menschen durch martiale Lebensformen - meist im Dienst von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit , Verachtung für Minderheiten, neofaschistische Ideen;
- die Bildung von ,Parallelkulturen' unter Immigranten, Widerstand gegen Ingeration, gegen ,Entmündigung' durch die Sprache des Gastlandes;
- eine frühe Vereinnahmung durch das Fernsehen, seine Dramatik, seine Permanenz, seine Unverbindlichkeit - mit der Folge, daß den jungen Menschen die großen gemeinsamen Geschichten unserer Kultur vorenthalten werden;
- ein ezessiver Hang zu Computerspielen, elektronischer Berauschung, ununterbrochene Beschallung: chatten, surfen, Handy-Dauerkommunikation und walkman, verbunden mit der zeitlichen Verdrängung von Realität;
- ein Mangel an physischer Arbeit und Bewegung, der zusammen mit falscher Ernährung zu Fettleibigkeit, Verkümmerung der Organe und Unglück im Kindes - und Jugendalter führt;
- die Ausbildungsunfähigkeit vieler Schulabsolventen;
- die Überforderung der Lehrer: durch größere Klassen, längere Arbeitszeit, vermehrte Konferenzen, Schulentwicklung, Qualitätsmanagement, Fortbildung und Selbstevaluation mit der Folge, dass weniger zeit und weniger Aufmerksamkeit für das einzelne Kind bleiben; die Lehrer ( und auch die Erzieher in den Kitas;d.R.) bilden die Berufsgruppe mit den deutlichsten Erschöpfungsmerkmalen (burn-out)
Neben diesen Plagen nennt von Hentig noch viele andere Widersprüche und Probleme unsere Bildungslandschaft, die im Endeffekt alle gutgemeinten Vorschläge und vor allem die individuellen Anstrengungen vieler engagierter Pädagogen und Erzieher ins Leere laufen lassen.
Es muß dringend etwas geschehen in unserem Land; Deutschland belegt in der EU den drittletzten Platz bei den Bildungsausgaben, gleichzeitig wird über PISA und die Folgen lamentiert. Die von Hentig angerissenen Probleme bilden einen Sprengsatz ungeheuerlichen Ausmasses, der durch kleine angebliche Reformen wie z. B. das beitragsfreie dritte Kindergartenjahr oder wie in Hessen die Unterrichtsgarantie plus" nur noch verschlimmbessert werden.
Von Hentigs Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer, aus diesem selbstgebauten Gefängnis auszubrechen. Ob seine Vorschläge verwirklicht werden ,ist sehr zu bezweifeln, zu stark sind in unserem Bildungssystem die Kräfte, die am Status Quo festhalten wollen. Doch es braucht solche radikale und lauten Stimmen in der Landschaft und in den Einrichtungen vor Ort, soll sich überhaupt irgendetwas bewegen.
Es braucht die unverbesserlichen Optimisten, die um unserer Kinder willen nicht aufgeben und den Glauben an eine bessere, weil gebildetere Gesellschaft nicht aufzugeben bereit sind.
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| | Buch: | Kreativität: Hohe Erwartungen an einen schwachen Begriff |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 1. Juli 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 307468 |
| Preis: | 9,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion In der deutschen Pädagogik ist Professor Hartmut von Hentig seit Jahrzehnten wohl der Bedeutendste - und zugleich einer ihrer schärfsten Kritiker. Nach Streitschriften wie "Die Schule neu denken" als "Übung in praktischer Vernunft" (1993) liegt hier seine jüngste Attacke vor. Ausgerechnet von Hentig, der mit seiner Bielefelder Laborschule durchaus für Experimente steht (Tierpflege und Kochen gleichrangig neben Rechnen und Schreiben, Zensuren erst in den letzten Schuljahren), ausgerechnet er tadelt nun das Schlagwort der pädagogischen Spielwiesen schlechthin: Kreativität. Doch Hentig ist Humanist. Und er hat etwas gegen Mode-Erziehung. Deshalb betrachtet er die lateinischen Wurzeln des Wortes und notiert mit Abscheu, wie ein an den urmenschlichen Schöpfungsakt gemahnender Begriff pädagogische Konzepte sprachlich tunen soll - als neues, aber viel zu anspruchsvolles Etikett auf alten Ideen. Hentig berichtet von dem Unterricht an einer "sympathischen Gesamtschule", vorgeführt bei einem internationalen "Kreativitätskongreß". Dort "sah ich nichts", bekundet der 73jährige, "was ich nicht in meiner eigenen Schulzeit auch schon hätte erleben können." Es sei sogar anzunehmen, daß das verschulte Zeichnen und Malen das spontane Zeichnen und Malen verdirbt, "so wie verordnete Lektüre das Lesen und veranstaltetes Spielen das Spiel." Kreativität könne nicht erzeugt werden, sondern passiere. "Spiel ist Spiel, wenn es sich selbst gehört, und nicht dem Einüben von 'problemlösendem Verhalten' oder der 'Erzeugung von Interaktionsbereitschaft' oder der 'Entfaltung und Lockerung der Phantasie'." Hentig liefert auch Sprachkritik und einiges zur Entstehung der Bezeichnung. Dabei deutet er zwar recht anmaßend an, er sei der erste Kritiker des Wortes ("niemand kritisiert es"), zeigt sich aber andererseits unprätentiös bis hin zum Bekenntnis, "weder in der deutschen noch in der amerikanischen Literatur" zur Geschichte der Kreativität "wirklich bewandert" zu sein. Das wäre aber kein Mangel, denn Etymologie ist wahrlich nicht das Hauptanliegen seines Essays. Zu empfehlen ist es allen, deren Glauben an dieses "Heilswort unserer Gesellschaft" noch stark ist. -Frank Rosenbauer
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* Kreativität von allen Seiten beleuchtet (5 von 5 Punkten) meint R.J. Die Vertiefung in das Thema Kreativität war für mich Neuland, als ich mir unter anderem dieses Werk zugelegt habe. Es war eine sehr gute Entscheidung. Der Autor beleuchtet kritisch die verschiedenen Aspekte und Ansätze Rund im die Kreativität. Gleichzeitig liest es sich flüssig und interessant!
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| | Buch: | Warum muss ich zur Schule gehen?: Eine Antwort an Tobias in Briefen |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 16. Aug. 2001, Gebunden, Verkaufsrang 389540 |
Direkt bei Amazon nicht vorrätig, andere Angebote über Amazon hier (Versandkosten beachten). |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Die schlechten Ergebnisse der PISA-Studie haben Ende 2001 mehr als deutlich gezeigt, dass Bildung in Deutschland keinen guten Stand hat. Die schrillenden Alarmglocken klingen noch allen in den Ohren und der Ruf nach einer Bildungsoffensive wird immer lauter. Wie aber lassen sich Lösungen finden, wenn Lehrer, Eltern und Politiker nun anfangen, sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben? Vielleicht kommt da ein Buch, das sich in erster Linie an die Schüler als wahre Betroffene der Bildungsmisere wendet, gerade zur rechten Zeit. Hartmut von Hentig, renommierter Erziehungswissenschaftler und Schulexperte, versucht seinem Neffen Tobias zu erklären, warum es heute so wichtig ist, in die Schule zu gehen. Dabei hat der Autor eine äußerst ansprechende und persönliche Form der Kommunikation gewählt: Er schreibt Tobias Briefe, in denen er von seinen eigenen Erfahrungen als Schüler und Pädagoge berichtet. Er hat einiges zu erzählen, denn als Sohn eines Diplomaten ist von Hentig schon als Kind in der Welt herumgekommen und besuchte verschiedene Schulen im Ausland. So erfährt Tobias, dass die Schule durchaus ein Ort sein kann, an dem das Lernen Spaß macht und nicht nur lästige Pflicht ist. Schule kann mehr sein als reine Wissensvermittlung, die Schüler können hier auch lernen, selbstständig zu handeln, sich gegenseitig zu respektieren und einander zu helfen. Von Hentig verzichtet zu jeder Zeit auf den erhobenen Zeigefinger - anders kennen wir ihn ohnehin nicht. Er gibt lediglich Ratschläge und überlässt es dem Leser, sich ein Bild zu machen. So ist Warum muss ich zur Schule gehen? ein Buch geworden, das jedem Mut macht, der mit der Schule unzufrieden ist. Das gilt nicht nur für enttäuschte Schüler, sondern auch für besorgte Eltern, ratlose Politiker und resignierte Lehrer. Denn es ist ohnehin Zeit, den schiefen Eindruck, den die PISA-Studie vermittelt hat, wieder gerade zu rücken. -Christoph Reudenbach
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)
Leserkommentare:* Ich gehe zur Schule weil... (5 von 5 Punkten) meint A.W. Dieses Buch erklärt Kindern im Grundschulalter die Vorzüge der Schule ohne belehrend zu sein. Hartmut von Hentig ist ein genialer Pädagoge, der die Kinder neugierig macht und Kindern wie Erwachsenen Antworten gibt, die einem spontan nicht einfallen würden.
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| | Buch: | Warum muss ich zur Schule gehen?: Eine Antwort an Tobias in Briefen |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 1. Juni 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 38108 |
| Preis: | 7,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Die schlechten Ergebnisse der PISA-Studie haben Ende 2001 mehr als deutlich gezeigt, dass Bildung in Deutschland keinen guten Stand hat. Die schrillenden Alarmglocken klingen noch allen in den Ohren und der Ruf nach einer Bildungsoffensive wird immer lauter. Wie aber lassen sich Lösungen finden, wenn Lehrer, Eltern und Politiker nun anfangen, sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben? Vielleicht kommt da ein Buch, das sich in erster Linie an die Schüler als wahre Betroffene der Bildungsmisere wendet, gerade zur rechten Zeit. Hartmut von Hentig, renommierter Erziehungswissenschaftler und Schulexperte, versucht seinem Neffen Tobias zu erklären, warum es heute so wichtig ist, in die Schule zu gehen. Dabei hat der Autor eine äußerst ansprechende und persönliche Form der Kommunikation gewählt: Er schreibt Tobias Briefe, in denen er von seinen eigenen Erfahrungen als Schüler und Pädagoge berichtet. Er hat einiges zu erzählen, denn als Sohn eines Diplomaten ist von Hentig schon als Kind in der Welt herumgekommen und besuchte verschiedene Schulen im Ausland. So erfährt Tobias, dass die Schule durchaus ein Ort sein kann, an dem das Lernen Spaß macht und nicht nur lästige Pflicht ist. Schule kann mehr sein als reine Wissensvermittlung, die Schüler können hier auch lernen, selbstständig zu handeln, sich gegenseitig zu respektieren und einander zu helfen. Von Hentig verzichtet zu jeder Zeit auf den erhobenen Zeigefinger - anders kennen wir ihn ohnehin nicht. Er gibt lediglich Ratschläge und überlässt es dem Leser, sich ein Bild zu machen. So ist Warum muss ich zur Schule gehen? ein Buch geworden, das jedem Mut macht, der mit der Schule unzufrieden ist. Das gilt nicht nur für enttäuschte Schüler, sondern auch für besorgte Eltern, ratlose Politiker und resignierte Lehrer. Denn es ist ohnehin Zeit, den schiefen Eindruck, den die PISA-Studie vermittelt hat, wieder gerade zu rücken. -Christoph Reudenbach
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)
Leserkommentare:* Ich gehe zur Schule weil... (5 von 5 Punkten) meint A.W. Dieses Buch erklärt Kindern im Grundschulalter die Vorzüge der Schule ohne belehrend zu sein. Hartmut von Hentig ist ein genialer Pädagoge, der die Kinder neugierig macht und Kindern wie Erwachsenen Antworten gibt, die einem spontan nicht einfallen würden.
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| | Buch: | Die Menschen stärken, die Sachen klären: Ein Plädoyer für die Wiederherstellung der Aufklärung |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 1986, Taschenbuch, Verkaufsrang 245806 |
| Preis: | 5,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Von Hentigs Texte sind praxisnah, getränkt von eigener Lebenserfahrung und geleitet von einem undogmatischen Geist. 'Frankfurter Allgemeine Zeitung'
Leserbewertungen: Durchschnitt: 2.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Leserkommentare:* Konsequenzen der Aufklärung für die Erziehung der Menschen (3 von 5 Punkten) meint . Im ersten der drei Teile dieses Buches widmet sich der Autor den Prinzipien der Aufklärung und auch den Bereichen, in denen die Pädagogik angeklagt wird "aufklärerisch geirrt" (S.40) zu haben und daher desorientierte, unselbstständige, staatsfeindliche, kritikunfähige Jugendliche geschafften zu haben - etwa durch antiautoritäre Pädagogik, zu starker Pädagogik von Kinde aus oder ausschließlicher wissenschaftsbasierender Bildung etc. (vgl. S.40ff.). Die Pädagogik sollte, seiner Meinung nach, die Aufklärung neu bestimmen bzw. sich auf ihre ursprünglichen Merkmale rückbesinnen: Der Mensch ist freiheitsfähig, vernunftfähig, als Kind unverdorben und kann sich die Welt verständlich machen (weitere vgl. S.22ff.). Der zweite Teil behandelt die "Konsequenzen für die Erziehung heutiger Menschenkinder", die sich daraus ergeben: die Menschen zu klären und die Sachen zu stärken. Die Schule soll neu gedacht und bewertet werden, falsche Stützen weggerissen und Menschen selbstbestimmt gemacht werden. Dabei ist ihm besonders die Aufklärung des Bewusstseins ein Anliegen. Weiter plädiert er für ganzheitliches Lernen, dafür, Belehrung durch Erfahrung zu ersetzen und stellt 13 Lernbedingungen auf (darunter: Zuversicht ermöglichen, Zeit haben, Arbeiten mit Sinn, Medien dienstbar halten, dem Therapismus widerstehen etc.). Die Menschen sollten mit Zuversicht, Selbstbewusstsein und Solidarität ins Leben gehen. Im dritten Teil erklärt von Hentig, warum Aufklärung oft nicht Ergebnis einer an Aufklärung orientierten Erziehung ist. Obwohl die Menschen prinzipiell gut aufgeklärt sind - etwa über Gott, Autoritäten, Sexualität, Gewalt, Rassen, Tod, Fortschritt - stammt die Aufklärung nicht aus ihrem Bewusstsein. Kant meinte schon, die Menschen sollten sich aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit befreien und das funktioniert nur, wenn sie ihre Abhängigkeiten erkennen und es selbst tun. Zusätzlich nennt von Hentig sogenannte "aufklärerische Mittel und Merkmale" (S.137ff.), die durch ihre absolute Anwendung nicht mehr förderlich für die Aufklärung sind, sondern sie "behindern oder gar verhindern"(ebd.). Mir persönlich hat die Erkenntnis, dass Wissenschaft Wissen (und nicht Sinn) schafft, gut gefallen und die Tatsache, dass sie uns keine Führung geben kann, aber Kritik ermöglicht und neue Chancen eröffnet. Deswegen müssen sich die Menschen auch selbst aufklären und selber Skepsis aufbringen, mitdenken und kritisch sein. Ich bin grundsätzlich skeptisch gegenüber der allgemeinen Auffassung, dass Vernunftfähigkeit eine der wichtigsten Eigenschaften der Menschen ist, aber von Hentig hat mir gezeigt, dass wir in einer Vernunftkultur leben und sie deswegen Berechtigung und Potenzial für unsere Welt hat.
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| | Buch: | Bewährung: Von der nützlichen Erfahrung, nützlich zu sein |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 5. Aug. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 295455 |
| Preis: | 12,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* Bewährung statt Belehrung (5 von 5 Punkten) meint J.R. Alle wollen mehr Bildung! (Süddeutsche Zeitung, 19.10.2006) - An solche Schlagzeilen haben wir uns längst gewöhnt. Meist folgt darauf nicht mehr als stereotyp lautende Proklamationen, Geldforderungen und Schuldzuweisungen, allzu selten indes neue Ideen, die einen Weg aus dem gegenwärtigen Zustand beschreiben.
Der bekannte Erziehungswissenschaftler Hartmut von Hentig (geb. 1925) tritt nun mit einem Manifest an die Öffentlichkeit, von dem er sich eine tief greifende Wirkung auf alle erhofft, die mit Heranwachsenden, insbesondere Jugendlichen zu tun haben. Die viel zitierte (diffus bezeichnete) Bildungsnot sieht er vor allem an zwei Symptomen: 1.) Eine jugendliche Schülerschaft, deren Überdruss an der täglichen Belehrung unmittelbar in einen allgemeinen Lebensüberdruss führt, der schwerwiegende Folgen für das gesamte Weltverhältnis nach sich ziehen kann. 2.) Das Gesellschaftsverhältnis vieler junger Menschen, das entweder von Gleichgültigkeit oder Feindseligkeit geprägt ist. - Nicht höhere Budgets oder neue Lehrpläne, allein eine Stärkung des Menschen kann aus dieser Not helfen. Hartmut von Hentig schlägt zweierlei vor:
- Eine Entschulung der 13-15-Jährigen in allen Schularten; die Schüler sollen zwei Jahre lang in Gruppen mit Betreuung in verschiedensten Bereichen (beispielsweise Landschaftspflege, Tierschutz, Kunst, humanitäre Einrichtungen ...) selbständig und eigenverantwortlich tätig werden und dadurch ermutigende Erlebnisse erfahren.
- Jeder Bürger soll zwischen dem Ende der Schulzeit und dem 25.Lebensjahr ein Jahr lang Dienst an der Gemeinschaft tun, Dienste am Gemeinwesen, die vor allem den Dienenden gut tun.
Hartmut von Hentig hat seine Ideen, insbesondere die Entschulung, in dieser kleinen Schrift konkret ausgearbeitet, mögliche Vorstufen beschrieben, weiterführende Ideen entwickelt. Wir müssen Vorbilder dafür sein, nicht, was man lernt, sondern dass und wie man lernt, und die Jungen nicht lehren, dass sie unseren Entscheidungen zu folgen haben, sondern wie wichtig es ist, eigene Entscheidungen zu treffen und zu verantworten.
Dem eindringlich geschriebenen, vermächtnishaften Manifest ist eine breite Wirkung zu wünschen und sei es nur im Hinblick auf die in diesem Zitat gekennzeichnete Gesinnung.
Ein revolutionärer Vorschlag eines unverbesserlichen Optimisten, der aber in unserem Land kaum Chancen auf Verwirklichung hat (5 von 5 Punkten) meint W.S. aus Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland Hartmut von Hentig ist einer der bekanntesten Pädagogen der Nachkriegszeit. Seine Bielefelder Laborschule ist bis heute ein Ort, wo richtungsweisende Reformen eingeleitet, erprobt und für andere Schulformen fruchtbar gemacht wurden und werden. Ähnlich wie seinlangjähriger Schüler Eberhard Bueb mit seinem Werk Lob der Disziplin" legt nun auch von Hentig sein bildungspolitisches Vermächtnis vor.
Mit seinem Buch Bewährung. Von der nützlichen Erfahrung, nützlich zu sein" legt er zwei revolutionäre Vorschläge vor und begründet sie. Zum einen will er in der Stufe der 13-15 -jährigen, also mitten in der schwierigen Phase der Pubertät, die Schüler an anderen Orten als der Schule Lerngelegenheiten finden lassen, die ihnen einen Sinn und ein Verständnis dafür gegen sollen, was Gemeinschaft ist, und warum es sich lohnt sich für sie zu engagieren und einzusetzen. Zum anderen plädiert er für ein für alle Menschen der Landes verbindliches soziales Jahr zwischen Schulabschluß und Beginn der beruflichen Tätigkeit. Beide Vorschläge begründet er ausführlich und grenzt sich auch ab von Begründungen, die von außen kommen und sich nicht an der Entwicklung der Persönlichkeit der jungen Menschen in unserem Land orientieren. Beispiel: eine externe Begründung für ein soziale Jahr wäre der Hinweis auf den zunehmenden Pflegebedarf für die ältere Generation. Solche Legitimationen lehnt von Hentig ab. Es geht ihm einzig und allein um die Wiederherstellung von so etwas wie Gemeinschaft, ein common sense, ohne den wohl seiner Meinung nach unsere Gesellschaft nicht wirklich auskommt, will sie nicht den von ihm, an die Bibel angelehnt, sogenannten Plagen" anheimfallen und von ihnen langsam aber sicher von innen heraus zerstört werden.
'Plagen' sind peinigende, verstörende, entmutigende Ereignisse; sie kommen meist in großer Zahl oder gestaffelt daher; sie hängen auf tückische Weise miteinander und mit früheren Segnungen zusammen; sie sind schwer einzeln zu bekämpfen und gar nicht alle zugleich."
Und von Hentig zählt sie auf:
-mangelnde Schulleistungen - durch internationale Vergleichsuntersuchungen plötzlich messbar und sichtbar gemacht;
-ungleiche Erfolgschancen von Jugendlichen in einem Bildungs- und Ausbildungssystem, das über vierzig Jahre lang ,reformiert' worden ist, ausdrücklich um dieser Ungerechtigkeit zu begegnen;
- die nachgewiesene Existenz einer erheblichen ,Risikogruppe' unter den Fünfzehnjährigen - Schüler, die nicht lesen können und die sich obendrein durch Schulunlust und Abwesenheit (Schwänzen), durch eine eigene Subkultur und schrille Selbstinszenierung gegen die ihnen zug4edahcten pädagogischen Wohltaten resistent machen;
- ein hohes (zunehmend bekanntes) Maß an Gewaltdelikten an Schule (und außerhalb) bis hinab ins Kindesalter; ein raffiniertes Mobbing unter Kindern und jungen Menschen, ein gnadenloses Ranking nach Statussymbolen;
- eine abnehmende Wachsamkeit der Jugendlichen gegenüber der Ansteckung durch AIDS, den Folgen des Rauchens, des Alkohol- und Drogenkonsums;
- das von jugendlichen Gangs selbst als ,happy slapping' bezeichnete brutale Verprügeln von Passanten als Zeitvertreib;
- die Verführung einer erheblichen Minderheit junger Menschen durch martiale Lebensformen - meist im Dienst von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit , Verachtung für Minderheiten, neofaschistische Ideen;
- die Bildung von ,Parallelkulturen' unter Immigranten, Widerstand gegen Ingeration, gegen ,Entmündigung' durch die Sprache des Gastlandes;
- eine frühe Vereinnahmung durch das Fernsehen, seine Dramatik, seine Permanenz, seine Unverbindlichkeit - mit der Folge, daß den jungen Menschen die großen gemeinsamen Geschichten unserer Kultur vorenthalten werden;
- ein ezessiver Hang zu Computerspielen, elektronischer Berauschung, ununterbrochene Beschallung: chatten, surfen, Handy-Dauerkommunikation und walkman, verbunden mit der zeitlichen Verdrängung von Realität;
- ein Mangel an physischer Arbeit und Bewegung, der zusammen mit falscher Ernährung zu Fettleibigkeit, Verkümmerung der Organe und Unglück im Kindes - und Jugendalter führt;
- die Ausbildungsunfähigkeit vieler Schulabsolventen;
- die Überforderung der Lehrer: durch größere Klassen, längere Arbeitszeit, vermehrte Konferenzen, Schulentwicklung, Qualitätsmanagement, Fortbildung und Selbstevaluation mit der Folge, dass weniger zeit und weniger Aufmerksamkeit für das einzelne Kind bleiben; die Lehrer ( und auch die Erzieher in den Kitas;d.R.) bilden die Berufsgruppe mit den deutlichsten Erschöpfungsmerkmalen (burn-out)
Neben diesen Plagen nennt von Hentig noch viele andere Widersprüche und Probleme unsere Bildungslandschaft, die im Endeffekt alle gutgemeinten Vorschläge und vor allem die individuellen Anstrengungen vieler engagierter Pädagogen und Erzieher ins Leere laufen lassen.
Es muß dringend etwas geschehen in unserem Land; Deutschland belegt in der EU den drittletzten Platz bei den Bildungsausgaben, gleichzeitig wird über PISA und die Folgen lamentiert. Die von Hentig angerissenen Probleme bilden einen Sprengsatz ungeheuerlichen Ausmasses, der durch kleine angebliche Reformen wie z. B. das beitragsfreie dritte Kindergartenjahr oder wie in Hessen die Unterrichtsgarantie plus" nur noch verschlimmbessert werden.
Von Hentigs Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer, aus diesem selbstgebauten Gefängnis auszubrechen. Ob seine Vorschläge verwirklicht werden ,ist sehr zu bezweifeln, zu stark sind in unserem Bildungssystem die Kräfte, die am Status Quo festhalten wollen. Doch es braucht solche radikale und lauten Stimmen in der Landschaft und in den Einrichtungen vor Ort, soll sich überhaupt irgendetwas bewegen.
Es braucht die unverbesserlichen Optimisten, die um unserer Kinder willen nicht aufgeben und den Glauben an eine bessere, weil gebildetere Gesellschaft nicht aufzugeben bereit sind.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Kreativität |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 16. Febr. 1998, Gebunden, Verkaufsrang 530511 |
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Aus der Amazon.de-Redaktion In der deutschen Pädagogik ist Professor Hartmut von Hentig seit Jahrzehnten wohl der Bedeutendste - und zugleich einer ihrer schärfsten Kritiker. Nach Streitschriften wie "Die Schule neu denken" als "Übung in praktischer Vernunft" (1993) liegt hier seine jüngste Attacke vor. Ausgerechnet von Hentig, der mit seiner Bielefelder Laborschule durchaus für Experimente steht (Tierpflege und Kochen gleichrangig neben Rechnen und Schreiben, Zensuren erst in den letzten Schuljahren), ausgerechnet er tadelt nun das Schlagwort der pädagogischen Spielwiesen schlechthin: Kreativität. Doch Hentig ist Humanist. Und er hat etwas gegen Mode-Erziehung. Deshalb betrachtet er die lateinischen Wurzeln des Wortes und notiert mit Abscheu, wie ein an den urmenschlichen Schöpfungsakt gemahnender Begriff pädagogische Konzepte sprachlich tunen soll - als neues, aber viel zu anspruchsvolles Etikett auf alten Ideen. Hentig berichtet von dem Unterricht an einer "sympathischen Gesamtschule", vorgeführt bei einem internationalen "Kreativitätskongreß". Dort "sah ich nichts", bekundet der 73jährige, "was ich nicht in meiner eigenen Schulzeit auch schon hätte erleben können." Es sei sogar anzunehmen, daß das verschulte Zeichnen und Malen das spontane Zeichnen und Malen verdirbt, "so wie verordnete Lektüre das Lesen und veranstaltetes Spielen das Spiel." Kreativität könne nicht erzeugt werden, sondern passiere. "Spiel ist Spiel, wenn es sich selbst gehört, und nicht dem Einüben von 'problemlösendem Verhalten' oder der 'Erzeugung von Interaktionsbereitschaft' oder der 'Entfaltung und Lockerung der Phantasie'." Hentig liefert auch Sprachkritik und einiges zur Entstehung der Bezeichnung. Dabei deutet er zwar recht anmaßend an, er sei der erste Kritiker des Wortes ("niemand kritisiert es"), zeigt sich aber andererseits unprätentiös bis hin zum Bekenntnis, "weder in der deutschen noch in der amerikanischen Literatur" zur Geschichte der Kreativität "wirklich bewandert" zu sein. Das wäre aber kein Mangel, denn Etymologie ist wahrlich nicht das Hauptanliegen seines Essays. Zu empfehlen ist es allen, deren Glauben an dieses "Heilswort unserer Gesellschaft" noch stark ist. -Frank Rosenbauer
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* Kreativität von allen Seiten beleuchtet (5 von 5 Punkten) meint R.J. Die Vertiefung in das Thema Kreativität war für mich Neuland, als ich mir unter anderem dieses Werk zugelegt habe. Es war eine sehr gute Entscheidung. Der Autor beleuchtet kritisch die verschiedenen Aspekte und Ansätze Rund im die Kreativität. Gleichzeitig liest es sich flüssig und interessant!
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Ach, die Werte!: Ein öffentliches Bewußtsein von zwiespältigen Aufgaben - Über eine Erziehung für das 21 - Jahrhundert |
| Autor: | Hartmut von Hentig, Ausgabe vom 1. Januar 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 353570 |
| Preis: | 10,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Verzagte Lehrer, aufgebrachte Eltern, gleichgültige oder zynische, uneinholbar entfremdete oder zum Verzweifeln angepaßte Schüler - schuld daran sei "die Öffentlichkeit", weil sie so widersprüchlich urteile, klage und fordere. Das beklagt Deutschlands wohl bedeutendster Reformpädagoge, Hartmut von Hentig, in seinem jüngsten Buch. Beschreibt er auch Auswege? Nun: Der Lehrer der Lehrer trübt die Hoffnung, "mit dieser oder jener Forderung sei irgend etwas zu bessern." Gehe es um Werte-Erziehung, und darum soll es in seinem Buch gehen, so sei sie der Schule sogar eine "bedrohliche Forderung", die, fordert von Hentig, zu "entzaubern" sei. Die teils widerstrebenden Werte zu vermitteln, das solle "in erster Linie von der Polis als Ganzer bewältigt werden". Das Totschlagargument "gesamtgesellschaftlicher Zusammenhang" frisch formuliert - daß Pädagogen damit gerne ihren Schwarzen Peter zurückgeben, ist nicht neu. Von der Schule nun verlangt der renommierte Oberlehrer, sie solle befähigen, Neues zu prüfen und, was zu bewahren ist, mit neuen Mitteln erhalten. Wie Lehrer das im Alltag verwirklichen sollen, davon schreibt der Altmeister leider weniger als man von ihm erhoffen darf. Ausführlicher diskutiert der 73jährige "Erfahrungsfelder" der Werte wie Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit. Manches Mal schweift er ab, wobei ja eine gewisse Geschwätzigkeit nötiges Berufsgerät für Pädagogen ist. Daß er aber beispielsweise erst nach 68 Seiten festmacht, worüber er überhaupt spricht, ist schon einigermaßen ärgerlich. Kern seiner Definition: Werte werden bestimmt, bestehen aber seit jeher. Es gebe "zwölf bis fünfzehn". Er bleibt vage, listet sie nicht auf - ganz bewußt. Denn, betont von Hentig, nicht ihr Auswendiglernen wertet die Werte wieder auf, sondern die Erfahrung, daß sie etwas taugen. -Frank Rosenbauer
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Hentigs Buch ist ein Plädoyer für mehr Erfahrungslernen (4 von 5 Punkten) meint . Hartmut Hentig: Ach, die Werte Die Werte neu denken Aufrufe zur verstärkten Werteerziehung in Schulen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Oftmals werden Lehrer für ihr Tun bzw. für die angebliche Nicht-Vermittlung von Werten öffentlich angegriffen. Anlässe sind die regelmäßig steigende Kinder- und Jugendkriminalität, die schulischen Verhaltensauffälligkeiten, der übertriebene Individualismus, die neuen Medien und anderes mehr. Der Reformpädagoge Hartmut von Hentig prüft in seinem jüngsten Buch, ob dieses Problem überhaupt in den Zuständigkeitsbereich der nunmehr ins Schußfeld geratenen Pädagogik fällt. Von der Frage ausgehend, was ein junger Mensch eigentlich braucht, um in dieser Gesellschaft "frei, würdig, für andere nützlich zu leben", bespricht Hentig bereits seit langem angewendete Mittel und Verfahren der Pädagogik für die Werteerziehung. Nach einer, für die politischen Akteure wenig schmeichelhaften Analyse des aktuellen Zustandes unser parlamentarischen Demokratie, kommte der 73jährige zu dem Schluß, daß die teilweise widerstrebenden Werte nicht vermittelt werden können, sondern nur in der Polis, also in der Gesellschaft, erfahrbar sind. Kritik wird gleichermaßen an Schule und Gesellschaft formuliert. Sie gilt sowohl den Schwächen der heutigen Lehrerbildung wie auch der gesellschaftlichen Verneinung jeder Aussicht auf eine "bessere Welt". Mit anderen Worten gesprochen, müssen sich Schule und Gesellschaft gemeinsam Gedanken machen, wie Kinder und Jugendliche eine ethisch ausgerichtete "Lebenshaltung und Lebensabsicht" entwickeln können. Er weist mit aller Deutlichkeit darauf hin, daß die veränderten Lebensverhältnisse keine neuen Werte hervorbringen, sondern "die gewohnten und eingeübten Mittel zu ihrer Erreichung und Sicherung untauglich machen". Werte müßen in Schule und Gesellschaft, also gesamtgesellschaftlich erfahren werden. Hentigs Erörterung der Politik, der Religion und Philospohie, in Abgrenzung zum Ethikunterricht, versucht eine Antwort auf die Frage zu geben, wo Kinder und Jugendliche diese Erfahrung machen können. Wer sich jedoch von dieser Schrift bloß eine Praxisanweisung für den Lehreralltag erhofft oder eine Auflistung von Werten zum Mitschreiben erwartet, wird enttäuscht sein und womöglich die Diskussion von existentiellen "Erfahrungsfeldern" wie Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit als pädagogische Geschwätzigkeit abtun. Hentig will aber eben nicht nur für die oft attackierten Lehrer in die Bresche springen, sondern er will zwischen Gesellschaft und Schule gemeinwohlorientiert vermitteln. Er will Bezüge herstellen, wo sich auf den ersten Blick keine zeigen. Hentigs Buch ist ein mutiges Plädoyer für mehr Erfahrungslernen statt Belehrung und macht sensibel für die Stärken und Schwächen unserer Demokratie. Seine ausgefeilte Rhetorik und seine altsprachliche Ausdrucksweise machen Spaß beim Lesen und regen nicht nur den pädaogisch Tätigen zum Nachdenken an. |
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