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Bücher - Autoren

Helene Hegemann

 
Axolotl Roadkill - Helene Hegemann
Buch:Axolotl Roadkill
Autor:Helene Hegemann, Ausgabe vom 22. Januar 2010, Broschiert, Verkaufsrang 77
Preis: 14,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Man kann Helene Hegemanns Axolotl Roadkill nicht mehr unbefangen zur Hand nehmen. Selbst Leser, die sich nicht durchs deutsche Feuilleton oder seine Kompilation im "Perlentaucher" wühlen, wissen, dass im Buch nicht alles von der Autorin, sondern vieles aus fremder Feder, zumeist von einem ehemaligen Techno-Blogger, stammt. So sah sich die zunächst als Junggenie gefeierte Schriftstellerin von der Literaturkritik schon bald als Kopistin entlarvt. Warum also, so wird sich da mancher fragen, soll man das Buch über eine ebenso verwöhnte wie verwahrloste 16-jährige Schulverweigerin namens Mifti, ihre selbstzerstörerischen Berliner Drogen-, Party- und Sprachexzesse überhaupt noch lesen? Nüchtern betrachtet muss man es wohl konstatieren: Ja, Hegemann hat abgeschrieben. Nein, es ist nicht okay, wie die Autorin den Diebstahl fremder Kreativität im Nachhinein nicht nur herunterzuspielen, sondern gar als natürliche Copy-and-Paste-Geste einer Generation Google zu stilisieren suchte ? auch wenn sich in eben dieser Generation Google das Verhältnis zum Urheberrecht gerade offenbar tatsächlich bedrohlich zu wandeln scheint. Aber Hegemann hat Axolotl Roadkill auch nicht, wie hin und wieder im Feuilleton behauptet, eins zu eins kopiert. Das in der 4. Auflage des Buchs nachgereichte Quellenverzeichnis zeigt, dass ihre Raubzüge durchaus überschaubar sind. Der Rest ist ganz eigen, mitunter originell, manchmal sperrig, oft auf kalkulierte Weise abstoßend, hin und wieder kindisch, aber zumeist doch erfrischend zu lesen. Nein, Helene Hegemann hat das, was sie schildert, wohl nicht erlebt. Vielleicht war ihre Jugend öde, wie jetzt mancher Kritiker, etwas höhnisch mutmaßt. Egal. Auch Günter Grass musste kein Glas zersingen können, um die Blechtrommel zu schreiben. Und Vladimir Nabokov ist (glücklicherweise) nicht verliebt mit einer Minderjährigen von Motel zu Motel gereist, und trotzdem ist Lolita ein Meisterwerk. Dies nun ist Axolotl Roadkill, leider, nicht. Aber es ist um vieles besser als manches, was sonst so als neue deutsche Literatur auf den Markt schwemmt.
- Thomas Köster


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 2.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 120 Bewertungen)

Leserkommentare:*
Gemischter Eindruck (3 von 5 Punkten) meint B. aus Köln
Nach der Lektüre von Helene Hegemanns Buch stehe ich vor einem schwierigen Problem: Wie bewerte ich das Buch, das, wie zwischenzeitlich bekannt ist, so viele Anleihen im Buch Strobo von Airen nimmt.
Ich habe versucht unvoreingenommen an die Geschichte heranzugehen und war dann auch durchaus positiv überrascht. Weniger von den Passagen, in denen die Autorin über Gott und die Welt, über Seelenzustände und über Themen reflektiert hat, die ihr offenbar beim Schreiben spontan in den Sinn gekommen sind. Passagen, bei denen man Lesen am liebsten laut rufen will: komm endlich auf den Punkt und lass das pseudointellektuelle Geschwafel und die leeren Worthülsen bei Seite.

Überrascht haben mich die Passagen, in denen Mifti von ihren Begegnungen mit Ophelia, Alice oder Pörksen erzählt, von ihren Zügen durch die Berliner Clubs und durchs Nachtleben. In diesen Passagen war exzessives Leben am Limit zu spüren, aber auch Verletzlichkeit, Ziellosigkeit aber keine Hoffnungslosigkeit und immer wieder eine Prise Humor. Passagen, die so gar nicht zu einer 17 Jährigen Autorin passen wollen und die, wie ich im Nachhinein der vierseitigen Danksagung entnehmen konnte, die der Verlag auf seiner Website online gestellt hat, auch gar nicht von der 17 Jährigen Autorin stammen. Es sind die Passagen, die Airen zuzuordnen sind, die von Hegemann teilweise übernommen und in seinem Stil weitergeführt wurden.

Das Werk lässt sich auch nicht als Ganzes beurteilen, weil man beim Lesen oft das Gefühl hat, in diesem Buch schlagen zwei Seelen, als hätten zwei unterschiedliche Autoren den Stift geführt (was im Nachhinein betrachtet ja auch ungefähr hinkommt). Dass die Erzählung an sich so ziellos dahingleitet wie Mifti selbst, keine Struktur hat sondern eine Aneinanderreihung von einzelnen Erlebnissen, Gedanken, Fragmenten ist, hat mich nicht gestört. Sie spiegelt Miftis Seelenleben in seiner Orientierungslosigkeit und Unordnung wider.

Sprachgewaltig fand ich die Passagen, die auf Airens Texte zurückgehen. Die Hegemannschen Ergüsse sind für mich nur ein fehlgeschlagener Versuch, es Airen im Ausdruck gleichzutun.

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Axolotl Roadkill - Helene Hegemann
Hörbuch:Axolotl Roadkill
Autor:Helene Hegemann, Ausgabe vom Febr. 2010, Audio CD, Verkaufsrang 9816
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