Product Description Hinter dem gängigen Namen der 'Frankfurter Schule' verbirgt sich ein Forschungszusammenhang,der Ende der 20er Jahre im Rahmen des Frankfurter Instituts für Sozialforschungvon Max Horkheimer begründet wurde. Erst im amerikanischen Exil entsteht1937 ihre programmatische Selbstbezeichnung Kritische Theorie der Gesellschaft.Nach der Rückkehr von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno aus der Emigrationwaren die kritischen Theoretiker zunächst nur eine beargwöhnte Minderheit.Nach 1968 änderte sich das jedoch so stark, daß die kritische Theorie inzwischenfür manche ausländische Beobachter als die wichtigste sozialtheoretischeDenkrichtung der Bundesrepublik gilt. Dieses Buch rekonstruiert den Gesamtzusammenhangder kritischen Theorie der Gesellschaft von den Anfängen bis zu Habermas''Theorie des kommunikativen Handelns'. Dabei geht der Autor jedoch nichthistorisch vor. Die Darstellung orientiert sich vielmehr an den systematischenGesichtspunkten der Kulturtheorie, der Sozialpsychologie und der politischenÖkonomie und ist jeweils bezogen auf gegenwärtige wissenschaftliche undpolitische Entwicklungen. Die Theorie von Jürgen Habermas wird vornehmlichunter dem Gesichtspunkt interpretiert, ob sie als Fortführung der klassischenkritischen Theorie gelten kann, oder ob es inzwischen zwei kritische Theoriengibt.
Buch:
Niemand ist frei von der Geschichte: Die nationalsozialistische Herrschaft in den Debatten des Deutschen Bundestages
Autor:
Helmut Dubiel, Ausgabe vom 22. Febr. 1999, Gebunden, Verkaufsrang 971253
Aus der Amazon.de-Redaktion Niemand ist frei von der Geschichte ist eine Reflexionsgeschichte der Bundesrepublik von ihrer Gründung bis zur Gegenwart. Gestützt auf die Protokolle des Deutschen Bundestages vertritt Helmut Dubiel die provokante These, daß dem politischen System der Bundesrepublik eine demokratische Kultur nur in dem Maße zugewachsen ist, wie den Erinnerungen der nationalsozialistischen Vergangenheit ein Raum eröffnet wurde. Der parlamentarischen Auseinandersetzung mit der Nazi-Herrschaft fällt damit eine Schlüsselrolle bei der Konstituierung und Festigung der Demokratie in Deutschland zu. Für den Autor wird sie zum Maßstab des demokratischen Reifegrads unserer Gesellschaft. Niemand ist frei von der Geschichte! - Der Titel des Buches zieht sich wie ein roter Faden durch Dubiels Analyse. Er macht deutlich, daß es nach der militärischen Zerschlagung des Dritten Reiches keinen wirklichen Bruch, keine "Stunde Null" gab, und die Mentalitäten und Einstellungen noch lange nicht verschwunden waren, auf die sich jenes hatte stützen können. Zwischen der Unfähigkeit der Deutschen zur Übernahme der kollektiven Verantwortung für ihre Geschichte und der notorischen Unterentwicklung demokratischer Tugenden besteht ein enger Zusammenhang, und die anfängliche Neigung des Bundestages, die NS-Vergangenheit "fast hermetisch zu beschweigen" zeugt von diesem Defizit. Erst in den 80er Jahren konnten sich die Spannungen einer in langen Jahrzehnten gestauten Erinnerung im offenen parlamentarischen Streit entladen, und die Intensität dieser Auseinandersetzung wuchs noch in den 90ern. Daß dies allen Versuchen ihrer vergangenheitspolitischen Neutralisierung zum Trotz - und oft gerade wegen dieser - gelingen konnte, bietet für Dubiel die einmalige "Chance einer authentischen, von ideologischen Verzerrungen befreiten Konfrontation mit dem Erbe der Nazi-Zeit". Sie allein kann den Deutschen die Möglichkeit einer neuen politischen "Legitimationskultur" eröffnen, einer Legitimationskultur, die sich nicht den konventionellen Formen nationaler Identitätsbildung zu bedienen braucht. Ob sich in Deutschland die demokratischen Tugenden einer zivilen, solidarischen Gesellschaft aber letztlich durchsetzen werden, darüber wagt auch der Autor keine abschließende Prognose. -Stephan Fingerle
Buch:
Tief im Hirn
Autor:
Helmut Dubiel, Ausgabe vom 25. Aug. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 172821