Auf der Suche nach einer öffentlichen Moral - Deutschland vor dem neuen Jahrhundert
Autor:
Helmut Schmidt, Ausgabe vom 1. Febr. 2000, Gebunden, Verkaufsrang 396693
Aus der Amazon.de-Redaktion Lügen strafft der Altbundeskanzler mit diesem Buch seine Kritiker, die ihm immer wieder unterstellt haben, Moral würde für diesen Technokraten der Macht nur aus der Vergötterung des Pragmatismus bestehen. Die Tiefe der Gedanken zeugt von einem frühen Beginn und einer sehr intensiven Suche nach einer öffentlichen Moral; die Vehemenz des Stils und seine zuweilen sarkastischen Urteile nicht nur gegen politische Gegner sind Ausweis der Unabhängigkeit eines elder statesman, dem schon zu seiner Amtszeit als Bundeskanzler parteipolitischer Opportunismus zuwider war. Dementsprechend will Helmut Schmidt seine Streitschrift auch an die gesamte politische Klasse gerichtet wissen. Sie gehe nicht mehr voran, zeige keinen Willen zu politischer Führung, "Karrierestreben fördert Anpassung und Konformismus". Statt auf die Rückseite der Bürgerrechtsmedaille, nämlich auf die Pflichten hinzuweisen und diese einzufordern, wird sie selbst zum Beispiel dafür, daß im "öffentlichen Raum die Moral von den Rändern her zerbröselt". Die Folge ist der schleichende Zerfall der Moral insgesamt. Was abhanden komme, so Schmidt, "ist das schlechte Gewissen", die Fähigkeit, in Kategorien von Gerechtigkeit, Solidarität, Verantwortung und Gemeinwohl zu denken und zu handeln. Statt dessen ist es die Ideologie des rücksichtslosen Egoismus, die alle gesellschaftlichen Schichten ergreift. Wohl gewählt ist der Rekurs auf Max Webers Unterscheidung zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik. Schmidt greift diese Differenzierung auf und verbindet sie mit dem erleuchtenden Hinweis, daß Verantwortungsethik nicht nur die Konsequenzen des Handelns berücksichtigen muß, sondern schon viel früher ansetze: bei der Formulierung der Zielsetzung. Die schonungslose Analyse ist zugleich ein kraftvolles Plädoyer für die Reanimation eines moralischen Minimalkonsensus in unserer Gesellschaft und ein Appell zum Mut zur öffentlichen Moral am Ende des 20 Jahrhunderts. -Manfred Schwarzmeier
Buch:
Jahrhundertwende: Gespräche mit Lee Kuan Yew, Jimmy Carter, Shimon Peres, Valéry Giscard d'Estaing, Ralf Dahrendorf, Michail Gorbatschow, Rainer .. - Kissinger, Helmut Kohl und Henning Voscherau
Autor:
Helmut Schmidt, Ausgabe vom 1. März 1998, Gebunden, Verkaufsrang 444713
Product Description Die Zukunftsvisionen der Großen Zum Ende eines wechselvollen Jahrhunderts geht der Blick zurück und nach vorn. Der ehemalige Bundeskanzler und ZEIT-Herausgeber Helmut Schmidt, Deutschlands engagiertester elder statesman, wagt in zehn Gesprächen mit herausragenden Persönlichkeiten der deutschen und internationalen Politik, die sein politisches Leben geteilt oder ihn stark beeindruckt haben, Bilanz und Ausblick zugleich. Was war, was bleibt, und was kommt auf uns zu? Was sind die Themen und Probleme, die über die Umbrüche des vergangenen Jahrzehnts hinweg und im Zuge der Globalisierung auch für die nachwachsenden Generationen vordringlich sind? Was erwartet Deutschland und die Weltgemeinschaft im 21. Jahrhundert? Gemeinsam mit Helmut Kohl, Michail Gorbatschow, Henry Kissinger, Shimon Peres, Valry Giscard d'Estaing, Jimmy Carter und anderen geht Helmut Schmidt diesen Fragen nach. Mit Blick auf die anstehende Jahrhundertwende sind im Zusammentreffen ehemaliger Mitstreiter, Freunde und Gegner spannende, nachdenkliche und erstaunlich offene Dialoge entstanden. Ausgehend von den eigenen grundlegenden politischen Erfahrungen und Einsichten werden Hoffnungen und Sorgen geäußert, Antworten und Ratschläge gegeben und Prognosen für das kommende Jahrhundert gewagt. Ein weitgespanntes Panorama von Themen und Perspektiven tut sich auf, das den Blick von Deutschland und seinen besonderen Problemen immer wieder auf die Bühne der internationalen Politik weitet. Was trennt und vereint die globale Gemeinschaft im Hinblick auf Ökonomie und Umwelt, Politik und Demokratie, kulturelle, ethnische und religiöse Bedingungen, auf Wachstum und Arbeitslosigkeit, Armut und Migration, Nationalstaat und grenzenlosen Wirtschaftsraum? Was bedeuten Krieg und Frieden, Freundschaft und Feindschaft in der Politik des 21. Jahrhunderts? Einer der Großen unser ...
Buch:
Menschen und Mächte - ( Ein Siedler Buch).
Autor:
Helmut Schmidt, Ausgabe vom Mai 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 842277
Buch:
Vom deutschen Stolz: Bekenntnisse zu Erfahrungen von Kunst
Autor:
Helmut Schmidt, Ausgabe vom 1. Sept. 1986, Gebunden, Verkaufsrang 1065037
Buch:
Kindheit und Jugend unter Hitler
Autor:
Helmut Schmidt, Ausgabe vom Sept. 1997, Gebunden, Verkaufsrang 345678
Buch:
Die Deutschen und ihre Nachbarn - Menschen und Mächte II.
Autor:
Helmut Schmidt, Ausgabe vom Aug. 2000, Broschiert, Verkaufsrang 1076993
Buch:
Handeln für Deutschland - Wege aus der Krise
Autor:
Helmut Schmidt, Ausgabe vom Dez. 1996, Taschenbuch, Verkaufsrang 962018
Buch:
Auf dem Weg zur deutschen Einheit - Rückblick und Ausblick
Autor:
Helmut Schmidt, Ausgabe vom 2005, Gebunden, Verkaufsrang 660624
Aus der Amazon.de-Redaktion Hätte Helmut Schmidt die deutsche Wiedervereinigung nicht als Herausgeber von DIE ZEIT, sondern als Bundeskanzler erlebt, so stünde Deutschland nach seiner eigenen Einschätzung heute besser da: weniger Staatsverschuldung, geringere Arbeitslosigkeit, weniger Transferleistungen und ähnliche Produktivitätsraten. Immer wieder äußerte sich der Bundeskanzler a.D. seit dem Mauerfall zu den ökonomischen, aber auch zu den sozialen und menschlichen Herausforderungen der Wiedervereinigung. Zahlreiche seiner Beiträge für DIE ZEIT, aber auch ein Interview, Buchauszüge und Reden enthält dieser Band. Er beschreibt den Vereinigungsprozess als historisches Ereignis voller Chancen, von denen aber zu wenige genutzt wurden. Helmut Schmidt ist ein genauer und hervorragend informierter Beobachter. So lesen sich die Beträge keinesfalls als reine Auflistung der Versäumnisse der Kohl-Regierung. Vielmehr mahnte er zu jedem Zeitpunkt konkrete Kursänderungen an, etwa im "Acht-Punkte-Programm" von 1991. Zu einer Zeit, in der Kohl noch von "blühenden Landschaften" sprach, präsentierte Schmidt bereits eine ungeschönte Zustandsbeschreibung, eine ehrliche Analyse, um daraus Forderungen abzuleiten: zu den Kompetenzen der Treuhandanstalt, zu Investitionsförderung oder zu Steuererhöhungen. Wer angesichts der wirtschaftspolitischen Analysen die befürchtete "Schmidt-Schnauze" vermissen sollte, sei auf das ebenfalls abgedruckte Interview verwiesen, in dem die fragenden Journalisten einiges einstecken müssen. Interessant ist auch die Entwicklung von Schmidts Einstellung zu Negativreaktionen aus Ostdeutschland. Brachte Schmidt in den ersten Jahren noch viel Verständnis für die Ängste und Nöte der östlichen Mitbürger auf, ist in den vergangenen Jahren eher von deren "Wehleidigkeit" zu lesen. Am interessantesten ist vielleicht das Schlusskapitel, das analytische Destillat des Buches. In der abschließenden Betrachtung werden nicht nur die Kardinalfehler der Vereinigung zusammengefasst, sondern Schmidt stellt - ganz wirtschaftspolitischer Pragmatiker und Realist - ein konkretes Maßnahmenpaket vor: mehr Kompetenzen und den halben Mehrwertsteuersatz für den Osten sowie Konzentration auf "Wachstumskerne". Vor allem aber müsse der wirtschaftliche Aufholprozess der östlichen Bundesländer wieder ganz oben auf die politische Agenda. Und dies ist die vielleicht wichtigste Lektion für das politische Berlin. -Henrik Flor