Großmama packt aus Irenes Mutter hat zwei Fehler. Schon bei der Geburt werden sie offenkundig. Zum einen ähnelt das Neugeborene Irenes Großmama nicht in jenen Dingen, auf die es ankommt: "Es hatte Carls riesige dunkle Augen, seine Nase und außerdem ganz von allein - ich weiß nicht, woher sie kamen - rote wulstige Lippen". Zum anderen, und das ist der größte Schock: Irenes Mutter ist ein Mädchen! "Es war schlimm genug, dass ich ein Mädchen war und kein Offizier und Kriegsheld werden sollte", sagt Irenes Großmama. Kein allzu guter Start ins Leben. Aber auch Irenes Großmama ist anders als ihre Brüder und Schwestern. "Otto badete immer nackt, aber ich sollte die Unterhose anbehalten, damit man nichts sah. Ich zog sie trotzdem aus", heißt es in Irene Disches unglaublich komischen, aber auch traurig-schönen Roman. "Meine Schwestern waren immer schon nach fünf Minuten wieder aus dem Beichtstuhl. Ich nicht." So geht es weiter in Großmama packt aus, ein Buch über die unkeusche Katholikin Elisabeth Rother aus dem Rheinland, die wirklich viel zu beichten hat. Und dabei munter drauflos plappert, über den lieben Gott, Juden und Nazis, und vor allem über ihre eigene Familie, mit allen Vorurteilen, die ihr in die Wiege gelegt worden sind. Wie Dische es trotzdem schafft, dass einem diese Frau doch so sehr ans Herz wächst, ist schon ein kleines Meisterstück. Dass Irene Dische im klassischen Sinn gut erzählen kann, das hat sie mit Büchern wie dem Überraschungsbestseller Fromme Lügen (1989), Der Doktor braucht ein Heim (1990), Ein fremdes Gefühl (1993) oder Ein Job (2000) hinlänglich bewiesen. Dass sie mit Großmama packt aus - einer stark autobiographisch angehauchten Geschichte - sogar noch besser hätte werden können, konnte keiner erwarten. So aber ist es tatsächlich. Großmama packt aus ist bunt wie das Leben. Und hat vielleicht sogar das Zeug, zu einem kleinen Klassiker zu werden. -Stefan Kellerer
Hörbuch:
Großmama packt aus - 8 CDs
Autor:
Irene Dische, Ausgabe vom April 2006, Audio CD, Verkaufsrang 233913
Großmama packt aus. 8 CDs Irenes Mutter hat zwei Fehler. Schon bei der Geburt werden sie offenkundig. Zum einen ähnelt das Neugeborene Irenes Großmama nicht in jenen Dingen, auf die es ankommt: "Es hatte Carls riesige dunkle Augen, seine Nase und außerdem ganz von allein - ich weiß nicht, woher sie kamen - rote wulstige Lippen". Zum anderen, und das ist der größte Schock: Irenes Mutter ist ein Mädchen! "Es war schlimm genug, dass ich ein Mädchen war und kein Offizier und Kriegsheld werden sollte", sagt Irenes Großmama. Kein allzu guter Start ins Leben. Aber auch Irenes Großmama ist anders als ihre Brüder und Schwestern. "Otto badete immer nackt, aber ich sollte die Unterhose anbehalten, damit man nichts sah. Ich zog sie trotzdem aus", heißt es in Irene Disches unglaublich komischen, aber auch traurig-schönen Roman. "Meine Schwestern waren immer schon nach fünf Minuten wieder aus dem Beichtstuhl. Ich nicht." So geht es weiter in Großmama packt aus, ein Buch über die unkeusche Katholikin Elisabeth Rother aus dem Rheinland, die wirklich viel zu beichten hat. Und dabei munter drauflos plappert, über den lieben Gott, Juden und Nazis, und vor allem über ihre eigene Familie, mit allen Vorurteilen, die ihr in die Wiege gelegt worden sind. Wie Dische es trotzdem schafft, dass einem diese Frau doch so sehr ans Herz wächst, ist schon ein kleines Meisterstück. Dass Irene Dische im klassischen Sinn gut erzählen kann, das hat sie mit Büchern wie dem Überraschungsbestseller Fromme Lügen (1989), Der Doktor braucht ein Heim (1990), Ein fremdes Gefühl (1993) oder Ein Job (2000) hinlänglich bewiesen. Dass sie mit Großmama packt aus - einer stark autobiographisch angehauchten Geschichte - sogar noch besser hätte werden können, konnte keiner erwarten. So aber ist es tatsächlich. Großmama packt aus ist bunt wie das Leben. Und hat vielleicht sogar das Zeug, zu einem kleinen Klassiker zu werden. -Stefan Kellerer
Buch:
Der Doktor braucht ein Heim - Erzählung
Autor:
Irene Dische, Ausgabe vom Aug. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 261574
Irenes Mutter hat zwei Fehler. Schon bei der Geburt werden sie offenkundig. Zum einen ähnelt das Neugeborene Irenes Großmama nicht in jenen Dingen, auf die es ankommt: "Es hatte Carls riesige dunkle Augen, seine Nase und außerdem ganz von allein - ich weiß nicht, woher sie kamen - rote wulstige Lippen". Zum anderen, und das ist der größte Schock: Irenes Mutter ist ein Mädchen! "Es war schlimm genug, dass ich ein Mädchen war und kein Offizier und Kriegsheld werden sollte", sagt Irenes Großmama. Kein allzu guter Start ins Leben. Aber auch Irenes Großmama ist anders als ihre Brüder und Schwestern. "Otto badete immer nackt, aber ich sollte die Unterhose anbehalten, damit man nichts sah. Ich zog sie trotzdem aus", heißt es in Irene Disches unglaublich komischen, aber auch traurig-schönen Roman. "Meine Schwestern waren immer schon nach fünf Minuten wieder aus dem Beichtstuhl. Ich nicht." So geht es weiter in Großmama packt aus, ein Buch über die unkeusche Katholikin Elisabeth Rother aus dem Rheinland, die wirklich viel zu beichten hat. Und dabei munter drauflos plappert, über den lieben Gott, Juden und Nazis, und vor allem über ihre eigene Familie, mit allen Vorurteilen, die ihr in die Wiege gelegt worden sind. Wie Dische es trotzdem schafft, dass einem diese Frau doch so sehr ans Herz wächst, ist schon ein kleines Meisterstück. Dass Irene Dische im klassischen Sinn gut erzählen kann, das hat sie mit Büchern wie dem Überraschungsbestseller Fromme Lügen (1989), Der Doktor braucht ein Heim (1990), Ein fremdes Gefühl (1993) oder Ein Job (2000) hinlänglich bewiesen. Dass sie mit Großmama packt aus - einer stark autobiographisch angehauchten Geschichte - sogar noch besser hätte werden können, konnte keiner erwarten. So aber ist es tatsächlich. Großmama packt aus ist bunt wie das Leben. Und hat vielleicht sogar das Zeug, zu einem kleinen Klassiker zu werden. -Stefan Kellerer Als der Roman im Jahr 2005 erschien, waren die Stimmen der Kritik doch eher gespalten. Priesen die einen, wie tieftragisch und zugleich hochkomisch hier eine jüdische Familiengeschichte über ein Jahrhundert hinweg von der auspackenden Großmutter erzählt wird, fanden andere ausgerechnet diesen "Quasselton" der allwissenden Großmama, die sogar aus dem Jenseits noch weitererzählt, auf die Dauer doch enervierend und den Roman am Ende nicht mehr als eine mehr oder weniger amüsante Ansammlung von Anekdoten. Worüber es aber wenig zu diskutieren gibt: Hannelore Hoger macht ihre Sache ausgezeichnet und gibt dieser Großmutter eine Stimme, die man nicht so schnell vergisst. -Christian Stahl Spieldauer: ca. 606 Minuten, 8 CDs, gekürzte Lesung
Buch:
Zwischen zwei Scheiben Glück
Autor:
Irene Dische, Ausgabe vom 1. Sept. 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 335147
Peter hat Glück. Vom langweiligen Landleben bei seinem Großvater befreitihn sein Vater und nimmt ihn mit nach Berlin. Peter ist begeistert undgenießt das neue Leben. Doch die Idylle dauert nicht lange. Berlin spieltplötzlich verrückt, in der ganzen Stadt gehen Fensterscheiben zu Bruchund Peter wird wieder zurück aufs Land geschickt. Erst viel später erfährter den Grund. Nach dem Bilderbuch Esterhazy hat Irene Dische nun ihr zweites Buch für junge Leser veröffentlicht. Zwischen zwei Scheiben Glück spielt in den 30er und 40er Jahren in der ungarischen Provinz und in Berlin. Laszlo, der Sohn des Kleinstadtarztes Dr. Nagel, ist so ganz anders als sein Vater, der sehr viel Wert auf Disziplin und Ordnung legt. Nach dem Tod seiner Frau tritt Laszlo, der Jude, eine Stelle im diplomatischen Dienst in Berlin an und nimmt seinen kleinen Sohn Peter kurzerhand mit. Für Peter ist Berlin ein einziges Fest. Wer träumt nicht von einem Vater, der davon überzeugt ist, "starke Männer brauchen jede Woche wenigstens einen Abend im Kino und jeden Monat einen Nachmittag im Zirkus". Herrlich sind auch Straßenbahnfahrten, bei denen die Länge der Bratwurst das Ende der Fahrt bestimmt. Sobald der letzte Bissen vertilgt ist, wird an der nächsten Haltestelle ausgestiegen. "Die Wurst bestimmt unsere Route", sagte Laszlo, der nie ohne Stadtplan, Taschenmesser, Flaschenöffner und ein paar Stück Lakritze aus dem Haus ging. Doch die politische Situation in Berlin spitzt sich zu. Peter ahnt nicht, daß er und sein Vater Juden sind, und so hält er die Kristallnacht für eine riesige Geburtstagsparty zu Ehren ihrer Haushälterin Thea. Laszlo, der sich als absoluten Glückspilz betrachtet, kommt nicht umhin, seinen Sohn wieder zurück nach Ungarn zu seinem eigenen Vater zu bringen. Peter wartet dort Woche für Woche auf die versprochenen, in der krakeligen Handschrift seines Vaters verfaßten Briefe aus Berlin, die ihm der Großvater vorliest. Bis zu dem Tag, als die heißersehnte Post plötzlich mit der Schreibmaschine getippt ist... Irene Dische schildert die Zeit des Nationalsozialismus mit dem naiven Blick eines 6jährigen Buben, der eine wunderbare Kindheit mit einem sehr unkonventionellen Vater erlebt. Ein wenig erinnert ihr Buch an Jurek Beckers Jakob der Lügner. Auch bei Irene Dische wird aus der Not heraus eine Utopie entworfen, die die Grausamkeit der Realität abmildern soll - zumindest für die Zeit der Kindheit eines kleinen Jungen, der unbeschwert groß werden soll. Peter erfährt von seiner klugen Großtante, daß "großes Unglück immer zwischen zwei Scheiben Glück liegt. Nur wie dick die verschiedenen Scheiben sind, sagte sie nicht". -Manuela Haselberger
Buch:
Großmama packt aus: Roman
Autor:
Irene Dische, Ausgabe vom 1. Mai 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 284498
Großmama packt aus Irenes Mutter hat zwei Fehler. Schon bei der Geburt werden sie offenkundig. Zum einen ähnelt das Neugeborene Irenes Großmama nicht in jenen Dingen, auf die es ankommt: "Es hatte Carls riesige dunkle Augen, seine Nase und außerdem ganz von allein - ich weiß nicht, woher sie kamen - rote wulstige Lippen". Zum anderen, und das ist der größte Schock: Irenes Mutter ist ein Mädchen! "Es war schlimm genug, dass ich ein Mädchen war und kein Offizier und Kriegsheld werden sollte", sagt Irenes Großmama. Kein allzu guter Start ins Leben. Aber auch Irenes Großmama ist anders als ihre Brüder und Schwestern. "Otto badete immer nackt, aber ich sollte die Unterhose anbehalten, damit man nichts sah. Ich zog sie trotzdem aus", heißt es in Irene Disches unglaublich komischen, aber auch traurig-schönen Roman. "Meine Schwestern waren immer schon nach fünf Minuten wieder aus dem Beichtstuhl. Ich nicht." So geht es weiter in Großmama packt aus, ein Buch über die unkeusche Katholikin Elisabeth Rother aus dem Rheinland, die wirklich viel zu beichten hat. Und dabei munter drauflos plappert, über den lieben Gott, Juden und Nazis, und vor allem über ihre eigene Familie, mit allen Vorurteilen, die ihr in die Wiege gelegt worden sind. Wie Dische es trotzdem schafft, dass einem diese Frau doch so sehr ans Herz wächst, ist schon ein kleines Meisterstück. Dass Irene Dische im klassischen Sinn gut erzählen kann, das hat sie mit Büchern wie dem Überraschungsbestseller Fromme Lügen (1989), Der Doktor braucht ein Heim (1990), Ein fremdes Gefühl (1993) oder Ein Job (2000) hinlänglich bewiesen. Dass sie mit Großmama packt aus - einer stark autobiographisch angehauchten Geschichte - sogar noch besser hätte werden können, konnte keiner erwarten. So aber ist es tatsächlich. Großmama packt aus ist bunt wie das Leben. Und hat vielleicht sogar das Zeug, zu einem kleinen Klassiker zu werden. -Stefan Kellerer
Buch:
Ein Job: Krininalroman
Autor:
Irene Dische, Ausgabe vom 1. Nov. 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 97642
Ein Job. Also gut, sie macht das gern. Sie schreibt spitz und gern makaber und sorgt dafür, dass wir uns im Gestrüpp von Erwartungen und political correctness verheddern. Juden, verfolgte Minderheiten, Amerikaner, Deutsche in West und Ost - wer will sagen, wo die Guten sind, wo die Bösen? Kommt überhaupt jemand ohne fromme Lügen aus? Irene Dische, Tochter jüdischer Emigranten, in New York aufgewachsen, seit 1980 in Berlin lebend, zieht uns auch in ihrem neuen Buch in ein irritierendes Vexierspiel. Fromme Lügen hieß ihr erster, überaus erfolgreicher Erzählband (1989). Daraus ist vor allem das Bild der Pathologin in Erinnerung, kühl sezierend, den Knoten der Verwirrung beim Aufeinandertreffen von Kulturen und Religionen mit ungerührter Kälte durchschneidend. Irene Dische schreibt grundsätzlich gegen den Strich, so auch diesmal. Ein Job ist angeblich ein Kriminalroman über einen kurdischen Attentäter (Alan, alias Allen, kein unbekannter Name für Dische-Leser), einen eiskalten und hoch professionellen Berufskiller, der nach einer spektakulären Flucht aus einem türkischen Gefängnis nach New York kommt, wo er die schöne Frau und die kleinen Töchter eines verhassten Türken liquidieren soll. Versuche des Lesers, über das Schicksal der unterdrückten kurdischen Minderheit Zugang zur Geschichte zu finden (das eingestreute kurdische Kulturgut legt dies nahe), werden zynisch zurückgewiesen. Alan denkt nicht politisch: "Ein Kurde ist zu wenig, zwei Kurden sind zu viel." Sein Job soll ihm ein teures Haus verschaffen, ein Bett, breit genug für drei Mädchen auf einmal, Joop!-Socken und Brioni-Anzüge, der Finger am Abzug der Waffe wird frisch manikürt sein. Er hat einen Job zu erledigen, sonst nichts. Fachmännisch inspiziert er den Mordort - alles bestens: "Messer zum Abschneiden der Ohren und einen Gummihandschuh, um sie darin einzupacken", sind in der Küche vorhanden. Wer sich bei der Lektüre nun auf Action einstellt, läuft ebenfalls ins Leere. In die Fremde New Yorks exportiert, in das "Gewimmel von übereinander kletternden, namenlosen Menschen", wo alles möglich und nichts vorhersehbar ist und wo vor allem die Frauen sich äußerst befremdlich benehmen, wird der Macho-Killer von den eigenartigsten Anwandlungen überkommen. Beim Beschatten seines Zielobjektes stellt er sich so ungeschickt an, dass einem erfahrenen Krimileser die Haare zu Berge stehen. Er trägt sogar seiner alten Nachbarin (Mrs Allen! schon wieder!) die Einkaufstüten ins Zimmer und setzt sich mit ihr vor den Fernseher, während die Geschichte sich immer unwahrscheinlicher verwickelt. Die Attentäter-Attitüde löst sich auf in Angst und Scham. Die fremde New Yorker Lebensart hat offenbar die Kraft, ihn so zu sozialisieren, dass er am Ende, in den Bergen Nevadas eingenistet mit Frau und Kind, eine Tankstelle so friedlich und gründlich führt, dass er im Scheinwerferlicht der TV-Kameras den Preis für die saubersten Kundentoiletten in Empfang zu nehmen glücklich bereit ist. Ein seltsames Happy End. "Und wenn sie nicht gestorben sind..." Der Aha-Effekt kommt am Schluss: dieser Text ist ein Lebensmärchen, das ein Vater seiner Tochter erzählt. Manche Merkwürdigkeiten der Erzählhaltung erklären sich jetzt. Aber nicht alle. Da ist immer noch eine andere Stimme, die Alan, "unseren Helden", mit unpassenden Einmischungen und seltsamem schwarzen Humor in eine sarkastische Spielart des "American Dream" hineinschickt. Die Brüche sind bewusst gesetzt, so als ob Irene Dische Scheu hätte, sich zu ihren Figuren zu bekennen und auf diese Weise vielleicht sich selbst in fromme Lügen zu verstricken. So hält aber auch der Leser Distanz. Ursprünglich war der Text ein Drehbuch - vielleicht tatsächlich die bessere Form, ohne das Medium dieses unentschiedenen Erzählers. -Eva Leipprand
Buch:
Fromme Lügen: Sieben Erzählungen
Autor:
Irene Dische, Ausgabe vom März 2007, Gebunden, Verkaufsrang 713332