Inszenierte Lesung Erscheinungsjahr: 2008 Gewicht: 157 gr Von Grangé, Jean-Christophe / Sprecher: Kerzel, Joachim Als im Pariser Türkenviertel drei unglaublich grausame Morde an rothaarigen Frauen geschehen, tritt Inspektor Paul auf den Plan. Was zunächst wie die Tat eines wahnsinnigen Serienmörders wirkt, steht schonbald in Zusammenhang mit der türkischen Mafia. Bei den Opfern handelt es sich offenbar um "Fehlgriffe". Denn es ist eine ganz bestimmte Frau, auf die es der Mörder abgesehen hat ... Sind Sie auch schon einmal aufgewacht und haben sich gefragt, wo Sie sind und wer Sie sind? Oder hatten Sie als Kind Ihre Eltern im Verdacht, gar nicht Ihre wirklichen Eltern zu sein? Anna Heymes, die junge Ehefrau eines hohen Pariser Polizeibeamten, überkommt angesichts solcher Ungewissheiten die schiere Panik. Sie erkennt, dass ihre Umwelt ihr zunehmend fremder wird und dass sie an akuten Gedächtnisstörungen und erschreckenden Symptomen des Verfolgungswahns leidet. Fern von Annas Welt der Pariser Oberschicht, im Sentier, dem überwiegend von Türken und anderen Einwanderern bewohnten Viertel von Paris, wo illegal ins Land verfrachtete Arbeitskräfte wie Sklaven ausgebeutet werden, spielt sich ein anderes Drama ab: Drei rothaarige Frauen aus dem Kreis dieser Ärmsten der Armen werden offenbar nur aufgrund ihrer Ähnlichkeit auf bestialische Weise getötet. Der junge Kommissar Paul Nerteaux übernimmt die Ermittlungen, bewegt sich aber auf völlig unbekanntem Terrain. Deshalb holt er sich den zwangspensionierten Kollegen Schiffer, genannt "Chiffre", zu Hilfe. Dieser gilt zwar als korrupter und skrupelloser Bulle, kennt sich aber vorzüglich mit den Verhältnissen des Sentiers aus. Bald wird den beiden Ermittlern klar, dass mehrere Killer von der türkischen Mafia auf der Jagd nach einer ganz bestimmten Frau sind und mit den drei Opfern die Falschen erwischt haben. Anna Heymes gelangt unterdessen zu der verstörenden Erkenntnis, dass ihr Mann Laurent und ihr Arzt sie für geheimnisvolle Zwecke missbrauchen. Als sie gegen alle Widerstände nachforscht, wer sie wirklich ist, treibt sie das in eine verzweifelte Flucht. Sie wird auf ihrer Suche mit der schockierenden Wahrheit konfrontiert, dass sie wahrscheinlich die Frau ist, die von Killern der rechtsextremen Organisation der Grauen Wölfe gejagt wird. Jean-Christophe Grangé hat wie schon in Der Flug der Störche und Die purpurnen Flüsse mehr als nur einen raffinierten Psychothriller vorgelegt. Meisterhaft beschreibt er die Welt und die Milieus seiner Helden und Heldinnen, die er gnadenlos durch seine Plots jagt. Das ist fraglos harte Kost für Leser von Serienkrimis mit Kommissaren in der Midlifecrisis und katzenliebenden Zufallsdetektiven. Allerdings lohnt es sich unbedingt, Grangé zu lesen, weil er nicht nur kluge, atmosphärisch dichte und beängstigend spannende Krimis schreibt, sondern inzwischen beginnt, mit seinen Thrillern Maßstäbe zu setzen. Seine Bücher sind dabei politisch sehr aktuell und gleichzeitig gut recherchiert. Leider überschlägt sich gelegentlich seine erzählerische Fantasie, dennoch erinnern seine dunklen, tiefgründigen Kriminalromane an Noir-Klassiker wie z. B. von Cornell Woolrich in ihren düstersten Ausprägungen. -Christian Koch
Hörbuch:
Die purpurnen Flüsse: gekürzte Romanfassung
Autor:
Jean-Christophe Grangé, Ausgabe vom 2. Juli 2009, Audio CD, Verkaufsrang 29533
Aus der Amazon.de-Redaktion "Damit du's nicht vergißt, ... ein Bulle ist immer ein Problem. Aber ein arabischer Bulle ist ein gottverdammtes Problem." Karim Abdouf, der Maghrebiner, arbeitet für die französische Polizei und er ist bei seinen Ermittlungsmethoden überhaupt nicht zimperlich. Zunächst sieht sein neuer Fall nach gewöhnlicher Routine aus. Unbekannte sind in die Schule von Sarzac eingebrochen und haben sämtliche schriftlichen Unterlagen einer ganzen Klasse gestohlen, noch nicht einmal ein Klassenfoto existiert mehr. In der gleichen Nacht wird das Grab eines vor zehn Jahren verstorbenen Kindes aufgebrochen. Widerwillig beginnt Karim seine Ermittlungen und gleich dem Öffnen der Büchse der Pandorra quellen ihm immer schrecklichere Alpträume entgegen. Er verfolgt seine mysteriösen Spuren bis in ein abgelegenes Universitätsstädtchen in der Nähe von Grenoble. Hier wartet schon ein Kollege auf ihn, den eine Reihe grausamer Mordfälle in Atem halten. Die Lösung der bestialischen Taten liegt darin, dem Verlauf der purpurnen Flüsse zu folgen. Ein Hinweis sei vorab für die Leser erlaubt: Einige Spinner in der französischen Provinz haben sich darauf verlegt, genetische Experimente an Menschen vorzunehmen und es bekommt ihnen äußerst schlecht. Grange erzählt seine Geschichte in raschen Schnitten und treibt sie in rasantem Tempo voran. Die Unterscheidung zwischen guten Polizisten und bösen Tätern hebt er auf. Seine Gesetzeshüter sind, unabhängig von der Hautfarbe, cholerisch, brutal und ungeheuer aggressiv. Sie leiden unter einer psychotischen Gewaltbereitschaft und ziehen ohne langes Zögern ihre Automatik aus dem Hosenbund. Die purpurnen Flüsse tragen ihre Leser durch einen spannenden Thriller, der jedoch für die Fans gemütlicher Häkelkrimis nicht geeignet ist. -Manuela Haselberger
Hörbuch:
Der Flug der Störche: bearbeitete Romanfassung
Autor:
Jean-Christophe Grangé, Ausgabe vom 25. März 2011, Audio CD, Verkaufsrang 41143
Das schwarze Blut, 6 CDs (ADAC Motorwelt Thriller-Edition)
Autor:
Jean-Christophe Grange, Ausgabe vom 1. April 2008, Audio CD, Verkaufsrang 216116
Audio Media ADAC: Grange | Das schwarze Blut (6 CDs), VÃ-Datum: 01.04.08 Der Pariser Gerichtsreporter und Sensationsjournalist Mark Dupeyrat hat schon einiges in seinem Leben gesehen. Doch nicht die oberflächlichen Boulevardgeschichten und falschen Zeitungswahrheiten nagen an seinem Gewissen, sondern der unerklärliche Mord an seiner Geliebten Sophie, die vor Jahren während eines gemeinsamen Sizilienurlaubs Opfer einer genauso sinnlosen wie brutalen Bluttat geworden war. Seither lässt ihm die Frage nach dem wahren Wesen des Bösen keine Ruhe mehr. Als ihm angeboten wird, über den berühmten Tiefseetaucher Jacques Reverdi zu berichten, der inzwischen als Serienmörder in einem malaysischen Gefängnis auf sein Todesurteil wartet, wittert er die große Story. Doch bald realisiert Mark, dass er sich mit den gewöhnlichen Mitteln des Journalismus der "Bestie" nicht wird annähern können. Deshalb erfindet er in einer teuflischen Eingebung "Elisabeth" und schlüpft damit in die Rolle einer wissbegierigen jungen Frau, die zu Reverdi mit viel subtileren Mitteln Kontakt aufnehmen kann. Mit einigem Einfallsreichtum verleiht er "Elisabeth" eine eigene Identität und mit der gestohlenen Fotografie eines befreundeten Models, der jungen Khadidja, zudem auch eine sehr reizvolle Authentizität. Und die Falle schnappt zu. In einem wahren Katz-und-Maus-Spiel führt der Serienmörder nun aus dem Gefängnis heraus Mark mit geheimen Botschaften in sein makabres Universum des Bösen ein. "Elisabeth"/Mark folgt der Blutspur seiner bizarren Ritualmorde quer durch Südostasien. Doch Marks kaltschnäuziger Plan hat unerwartete Folgen. Reverdi durchschaut sein Lügenspiel, und während Mark in Paris bereits an seinem Bestseller schreibt, sieht Reverdi in Kuala Lumpur keineswegs dem Tod in die Augen, sondern schafft es in einer waghalsigen Aktion, aus dem Gefängnis zu entkommen ... Das schwarze Blut ist die tragische Geschichte eines Journalisten, der von der Faszination des Bösen geradezu verzehrt wird. Und angesichts der Verve und kaltblütigen Ironie, mit der Jean-Christophe Grangé seinen Reporter des Satans beschreibt, möchte man dieses Buch auf das Kopfkissen so manchen Sensationsjournalisten legen. Sein Blick in den Spiegel am nächsten Morgen wäre sicher aufschlussreich. Jean-Christophe Grangé legt mit Das schwarze Blut erneut einen subtilen und intelligenten Psychothriller vor. Das wirkt routiniert. Dennoch sollte man über seine rasante Handlung, die sich teilweise ziemlich überschlägt, nicht die versteckten Qualitäten des Autors übersehen: Grangé ist nicht nur ein Meister der Hochspannung, sondern bietet hier wie schon in Der Flug der Störche oder Das Imperium der Wölfe beeindruckende Milieuschilderungen und tiefgründige Erzählwelten. Kurz: Konzentrierte Hochspannung à la française! -Robert Schmidt
Aus der Amazon.de-Redaktion Mathieu hat es nicht leicht mit seiner Mutter. Eigentlich war sie nie da in seiner Kindheit, und jetzt kommt sie nur noch von Zeit zu Zeit vorbei, um ihm ein schlechtes Gewissen zu machen. "Du liebst mich nicht", hält sie ihm zum Beispiel entgegen, als sie ihn auf der Treppe zu seiner Wohnung abpasst. "Ganz im Gegenteil", hält Mathieu ihr entgegen: "Ich liebe alle Menschen". - "Auch die Verbrecher?" - "Vor allem die Verbrecher". Eigentlich hatte Mathieu Priester werden wollen, aber jetzt sieht er dem alltäglichen Bösen auf den Straßen von Paris als Polizist ins Gesicht. Ebenso wie sein Freund Luc, der sich seit Jahren besonders fasziniert vom Teufel und seinem Wirken auf Erden zeigt. Jetzt hat Luc versucht, sich das Leben zu nehmen - und ist wie durch ein Wunder gerettet worden. Wie aber, fragt sich Mathieu, kommt Luc als gläubiger Katholik dazu, die Todsünde des Selbstmords zu begehen? Warum hatte er Einstiche in den Armen, als man ihn gefunden hat? Und welchem wahrhaft diabolischen Verbrechen war er auf der Spur, als er seinen unglaublichen Entschluss zur Selbsttötung fasste? Die Spur führt Mathieu zunächst zu einem Organisator für Pilgerfahrten, um dann immer tiefer hineinzuführen ins teuflische Herz einiger ungeheuerlicher Taten, die vor allem eines verbindet: alle mutmaßlichen Mörder galten als tot, bevor man sie ins Leben zurückgeholt hat... Über lange Stecken wirkt Das Herz der Hölle wie eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten - so, als hätte der französische Autor Jean-Christophe Grangé vor allem den Plan, seine Leser von der Verderblichkeit der Welt zu überzeugen und ihnen alle Liebe an die Menschheit auszutreiben. Im Laufe seines packenden Plots aber merkt man, dass all dies eine Methode ist, die innerhalb der Handlung ihre Logik hat - bis zum bitteren, wahrhaft überraschenden Ende, das jedem Leser den Atem raubt.- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de
Hörbuch:
Der steinerne Kreis
Autor:
Jean-Christophe Grangé, Ausgabe vom 17. März 2009, Audio CD, Verkaufsrang 118665
Die purpurnen Flüsse. "Damit du's nicht vergißt, ... ein Bulle ist immer ein Problem. Aber ein arabischer Bulle ist ein gottverdammtes Problem." Karim Abdouf, der Maghrebiner, arbeitet für die französische Polizei und er ist bei seinen Ermittlungsmethoden überhaupt nicht zimperlich. Zunächst sieht sein neuer Fall nach gewöhnlicher Routine aus. Unbekannte sind in die Schule von Sarzac eingebrochen und haben sämtliche schriftlichen Unterlagen einer ganzen Klasse gestohlen, noch nicht einmal ein Klassenfoto existiert mehr. In der gleichen Nacht wird das Grab eines vor zehn Jahren verstorbenen Kindes aufgebrochen. Widerwillig beginnt Karim seine Ermittlungen und gleich dem Öffnen der Büchse der Pandorra quellen ihm immer schrecklichere Alpträume entgegen. Er verfolgt seine mysteriösen Spuren bis in ein abgelegenes Universitätsstädtchen in der Nähe von Grenoble. Hier wartet schon ein Kollege auf ihn, den eine Reihe grausamer Mordfälle in Atem halten. Die Lösung der bestialischen Taten liegt darin, dem Verlauf der purpurnen Flüsse zu folgen. Ein Hinweis sei vorab für die Leser erlaubt: Einige Spinner in der französischen Provinz haben sich darauf verlegt, genetische Experimente an Menschen vorzunehmen und es bekommt ihnen äußerst schlecht. Grange erzählt seine Geschichte in raschen Schnitten und treibt sie in rasantem Tempo voran. Die Unterscheidung zwischen guten Polizisten und bösen Tätern hebt er auf. Seine Gesetzeshüter sind, unabhängig von der Hautfarbe, cholerisch, brutal und ungeheuer aggressiv. Sie leiden unter einer psychotischen Gewaltbereitschaft und ziehen ohne langes Zögern ihre Automatik aus dem Hosenbund. Die purpurnen Flüsse tragen ihre Leser durch einen spannenden Thriller, der jedoch für die Fans gemütlicher Häkelkrimis nicht geeignet ist. -Manuela Haselberger
Buch:
Das schwarze Blut: Thriller
Autor:
Jean-Christophe Grangé, Ausgabe vom 18. Nov. 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 14646
Das schwarze Blut Der Pariser Gerichtsreporter und Sensationsjournalist Mark Dupeyrat hat schon einiges in seinem Leben gesehen. Doch nicht die oberflächlichen Boulevardgeschichten und falschen Zeitungswahrheiten nagen an seinem Gewissen, sondern der unerklärliche Mord an seiner Geliebten Sophie, die vor Jahren während eines gemeinsamen Sizilienurlaubs Opfer einer genauso sinnlosen wie brutalen Bluttat geworden war. Seither lässt ihm die Frage nach dem wahren Wesen des Bösen keine Ruhe mehr. Als ihm angeboten wird, über den berühmten Tiefseetaucher Jacques Reverdi zu berichten, der inzwischen als Serienmörder in einem malaysischen Gefängnis auf sein Todesurteil wartet, wittert er die große Story. Doch bald realisiert Mark, dass er sich mit den gewöhnlichen Mitteln des Journalismus der "Bestie" nicht wird annähern können. Deshalb erfindet er in einer teuflischen Eingebung "Elisabeth" und schlüpft damit in die Rolle einer wissbegierigen jungen Frau, die zu Reverdi mit viel subtileren Mitteln Kontakt aufnehmen kann. Mit einigem Einfallsreichtum verleiht er "Elisabeth" eine eigene Identität und mit der gestohlenen Fotografie eines befreundeten Models, der jungen Khadidja, zudem auch eine sehr reizvolle Authentizität. Und die Falle schnappt zu. In einem wahren Katz-und-Maus-Spiel führt der Serienmörder nun aus dem Gefängnis heraus Mark mit geheimen Botschaften in sein makabres Universum des Bösen ein. "Elisabeth"/Mark folgt der Blutspur seiner bizarren Ritualmorde quer durch Südostasien. Doch Marks kaltschnäuziger Plan hat unerwartete Folgen. Reverdi durchschaut sein Lügenspiel, und während Mark in Paris bereits an seinem Bestseller schreibt, sieht Reverdi in Kuala Lumpur keineswegs dem Tod in die Augen, sondern schafft es in einer waghalsigen Aktion, aus dem Gefängnis zu entkommen ... Das schwarze Blut ist die tragische Geschichte eines Journalisten, der von der Faszination des Bösen geradezu verzehrt wird. Und angesichts der Verve und kaltblütigen Ironie, mit der Jean-Christophe Grangé seinen Reporter des Satans beschreibt, möchte man dieses Buch auf das Kopfkissen so manchen Sensationsjournalisten legen. Sein Blick in den Spiegel am nächsten Morgen wäre sicher aufschlussreich. Jean-Christophe Grangé legt mit Das schwarze Blut erneut einen subtilen und intelligenten Psychothriller vor. Das wirkt routiniert. Dennoch sollte man über seine rasante Handlung, die sich teilweise ziemlich überschlägt, nicht die versteckten Qualitäten des Autors übersehen: Grangé ist nicht nur ein Meister der Hochspannung, sondern bietet hier wie schon in Der Flug der Störche oder Das Imperium der Wölfe beeindruckende Milieuschilderungen und tiefgründige Erzählwelten. Kurz: Konzentrierte Hochspannung à la française! -Robert Schmidt
Buch:
Der Flug der Störche: Thriller
Autor:
Jean-Christophe Grangé, Ausgabe vom 2. Febr. 2011, Taschenbuch, Verkaufsrang 10539
Product Description Jedes Frühjahr kehren die Störche aus dem Süden zurück in ihre alten Nester.Als die Rückkehr ausbleibt, gerät ein Schweizer Ornithologe in Panik undengagiert Louis Antioche, der Sache nachzuforschen. Für Antioche wird eseine Reise ins Grauen. Der Bestseller aus Frankreich, 'ein Buch, das denLeser noch vom Regal aus verfolgt.' TIP, Berlin
Buch:
Das Imperium der Wölfe: Roman
Autor:
Jean-Christophe Grangé, Ausgabe vom 23. Aug. 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 62186
Als im Pariser Türkenviertel, wo billige, illegal eingeschmuggelte Arbeitskräfte unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten, drei unglaublich grausame Morde an rothaarigen Frauen geschehen, tritt Inspektor Paul auf den Plan. Was zunächst wie die Tat eines wahnsinnigen Serienmörders wirkt, steht schon bald in Zusammenhang mit der türkischen Mafia. Bei den Opfern handelt es sich offenbar um "Fehlgriffe" - es ist eine ganz bestimmte Frau, auf die es der Mörder abgesehen hat. Zur gleichen Zeit wird Anna Heymes, Gattin eines hoch stehenden Pariser Polizeibeamten, im Krankenhaus neurologisch behandelt, weil sie auf unerklärliche Weise ihr Gedächtnis verloren hat. Angeblich. Als Anna gegen den Willen von Arzt und Ehemann herauszufinden versucht, wer sie wirklich ist, gerät sie in Lebensgefahr und gelangt zu einer furchtbaren Erkenntnis... Sind Sie auch schon einmal aufgewacht und haben sich gefragt, wo Sie sind und wer Sie sind? Oder hatten Sie als Kind Ihre Eltern im Verdacht, gar nicht Ihre wirklichen Eltern zu sein? Anna Heymes, die junge Ehefrau eines hohen Pariser Polizeibeamten, überkommt angesichts solcher Ungewissheiten die schiere Panik. Sie erkennt, dass ihre Umwelt ihr zunehmend fremder wird und dass sie an akuten Gedächtnisstörungen und erschreckenden Symptomen des Verfolgungswahns leidet. Fern von Annas Welt der Pariser Oberschicht, im Sentier, dem überwiegend von Türken und anderen Einwanderern bewohnten Viertel von Paris, wo illegal ins Land verfrachtete Arbeitskräfte wie Sklaven ausgebeutet werden, spielt sich ein anderes Drama ab: Drei rothaarige Frauen aus dem Kreis dieser Ärmsten der Armen werden offenbar nur aufgrund ihrer Ähnlichkeit auf bestialische Weise getötet. Der junge Kommissar Paul Nerteaux übernimmt die Ermittlungen, bewegt sich aber auf völlig unbekanntem Terrain. Deshalb holt er sich den zwangspensionierten Kollegen Schiffer, genannt "Chiffre", zu Hilfe. Dieser gilt zwar als korrupter und skrupelloser Bulle, kennt sich aber vorzüglich mit den Verhältnissen des Sentiers aus. Bald wird den beiden Ermittlern klar, dass mehrere Killer von der türkischen Mafia auf der Jagd nach einer ganz bestimmten Frau sind und mit den drei Opfern die Falschen erwischt haben. Anna Heymes gelangt unterdessen zu der verstörenden Erkenntnis, dass ihr Mann Laurent und ihr Arzt sie für geheimnisvolle Zwecke missbrauchen. Als sie gegen alle Widerstände nachforscht, wer sie wirklich ist, treibt sie das in eine verzweifelte Flucht. Sie wird auf ihrer Suche mit der schockierenden Wahrheit konfrontiert, dass sie wahrscheinlich die Frau ist, die von Killern der rechtsextremen Organisation der Grauen Wölfe gejagt wird. Jean-Christophe Grangé hat wie schon in Der Flug der Störche und Die purpurnen Flüsse mehr als nur einen raffinierten Psychothriller vorgelegt. Meisterhaft beschreibt er die Welt und die Milieus seiner Helden und Heldinnen, die er gnadenlos durch seine Plots jagt. Das ist fraglos harte Kost für Leser von Serienkrimis mit Kommissaren in der Midlifecrisis und katzenliebenden Zufallsdetektiven. Allerdings lohnt es sich unbedingt, Grangé zu lesen, weil er nicht nur kluge, atmosphärisch dichte und beängstigend spannende Krimis schreibt, sondern inzwischen beginnt, mit seinen Thrillern Maßstäbe zu setzen. Seine Bücher sind dabei politisch sehr aktuell und gleichzeitig gut recherchiert. Leider überschlägt sich gelegentlich seine erzählerische Fantasie, dennoch erinnern seine dunklen, tiefgründigen Kriminalromane an Noir-Klassiker wie z. B. von Cornell Woolrich in ihren düstersten Ausprägungen. -Christian Koch