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Bücher - Autoren

Joachim Bauer

 
Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone - Joachim Bauer
Buch:Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom 4. Sept. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 968
Preis: 7,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Wie kommt es, dass uns ein Gähnen anstecken kann, dass sich unsere Stimmung bessert, wenn uns jemand anlächelt, und dass wir manchmal auch über große Entfernungen wissen, wie es einem uns nahe stehenden Menschen geht? Intuition und "sechster Sinn?: Das sind nur zwei der Phänomene, die durch die Entdeckung der "Spiegelneurone? erklärt werden können. Diese besonderen Nervenzellen haben es in sich, denn sie bilden die neurobiologische Basis für unser intuitives Verständnis dessen, was andere Menschen fühlen ? und was sie vorhaben. Und sie beeinflussen uns massiv, sowohl psychisch als auch körperlich. In zahlreichen Studien konnte mittlerweile nachgewiesen werden, wie diese Spiegelneurone arbeiten. Und die Ergebnisse sind sensationell. So hat sich herausgestellt, dass bei der Beobachtung einer Handlung eines anderen Menschen bei uns genau dasselbe neurobiologische Programm aktiviert wird, das auch tätig wird, wenn wir diese Handlung selbst ausführen! Und nicht nur das: Schon das Beobachten von Teilen einer Handlungssequenz, oft ein einfaches Geräusch, genügt, damit wir "wissen?, wie es weitergeht. Da die Handlungssequenzen, die wir gespeichert haben, auf unserer individuellen Erfahrung basieren, sind unsere Voraussagen nicht immer richtig ? aber meist treffen sie eben doch zu. Und da wir auf diese Weise nicht nur Handlungen nachvollziehen können, sondern auch Empfindungen, ermöglichen unsere Spiegelnervenzellen auch Intuition und Mitgefühl. Joachim Bauer erklärt diese bahnbrechenden neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse verständlich und ausführlich. Und er zeigt auf, was sie für unser Leben bedeuten. So kann er nicht nur deutlich machen, was geschieht, wenn wir uns verlieben (und auch, wenn Liebe stirbt). Die Entdeckung der Spiegelneurone hat auch weitreichende Konsequenzen für das Verständnis kindlichen Lernens, für das Verstehen von Autismus (als Störung der Spiegelsysteme), für den Zusammenhang von Sprache und Handlungen und für die Probleme, die Kinder in unseren Schulen haben. Als Menschen sind wir angewiesen auf Spiegelungen, und zwar körperlich und psychisch. Die dramatischen Auswirkungen von Mobbing und anderen Formen sozialer Isolation machen das deutlich, und auch die Möglichkeiten der Psychotherapie erweitern sich angesichts der Erkenntnisse über Spiegelneurone. Ein wichtiges Buch, das unser Verständnis über unser Menschsein erweitert und zudem ein neues Verständnis einiger zentraler Probleme unserer Zeit ermöglicht. - Gabi Neumayer


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 71 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
LESEN! (5 von 5 Punkten) meint a. aus Köln/Bonn
Wer sich u.a. für Gehirnforschung interessiert ist hier richtig. Darstellung gut und verständlich nachvollziehbar! Auch wer sich dafür interessiert, wie Menschen aufeinander wirken, ist hier gut aufgehoben -> Kommunikation und Empathie werden anhand von Wirkmechanismen im Gehirn 'beleuchtet'. - Es gibt Hinweise zum Verständnis seines Gegenübers.

Sollte von allen gelesen werden, die mit Mensch zu tun haben; vor allem Ärzte, Lehrer und vor allem auch von Eltern!

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Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern - Joachim Bauer
Buch:Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom 1. Sept. 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 1525
Preis: 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Joachim Bauer verbindet sein breites Wissen als Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Internist und Psychiater zu einem interessanten, leicht zu lesenden Buch. (Münchner Merkur)
Bauers Buch macht eindrucksvoll deutlich, dass ein biologisch fundiertes Bild der Seele diese weder "wegerklärt" noch die Psychotherapie ad absurdum führt. Es liefert vielmehr eine Erklärung für ihr Funktionieren. (Frankfurter Rundschau)

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 54 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Wissenerweiterung mit AHA Effekt (5 von 5 Punkten) meint G.H. aus Schönkirchen, Schleswig-Holstein
Joachim Bauer zeigt,wie in seinen anderen Büchern, die die Epigenetik behandeln, sehr anschaulich und vor allem für Laien verständlich wie aus "Psychologie Biologie" wird. Trotz aller Anschaulichkeit sind die beschriebenen Inhalte auf hohem Niveau. Der Leser wird sehr behutsam in die wissenshaftlichen Welten hineingezogen und erlebt so einige AHA Effekte in der Erkenntnis des eigenen Erlebens bzw. des Umfeldes. Er geht sehr intensiv auf das Erleben in unserer heutigen Gesellschaft und die daraus entstehenden Erkrankungen ein, ohne dabei Angst und Befürchtungen zu erzeugen, sondern bietet durch seine wissenschaftlich fundierten Erklärungen auch Hinweise auf Lösungen. Für alle, die einfach mehr wissen wollen, warum und wie unsere zwischenmenschlichen Beziehungen unseren gesamten Organismus und unser Leben beeinflussen, bietet dieses Buch sehr umfassende Einblicke.

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Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren - Joachim Bauer
Buch:Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom 4. Aug. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 9442
Preis: 7,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Ob das Wesen des Menschen von Natur auf Konflikt und Kampf oder aber auf mitmenschliche Kooperation angelegt ist, ist bis heute umstritten. Als Realist jedenfalls gilt gemeinhin derjenige, der die Auffassung vertritt, dass Kooperation eine Verhaltensweise ist, die lediglich auf der den Menschen als Verstandeswesen auszeichnenden Einsicht beruht, dass man den ansonsten natürlichen Zustand des Kampfes aller gegen aller zum Wohle eines jeden Einzelnen und damit zugleich der Gemeinschaft überwinden und die in jedem Fall aber notwendige Konkurrenz zumindest regeln müsse. Das hört sich zwar einigermaßen vernünftig an, neuere Ergebnisse der neurobiologischen Forschung, über die Joachim Bauer in seinem Buch Prinzip Menschlichkeit berichtet, geben aber Grund zu der Annahme, dass die dieser Auffassung zugrunde liegenden Prämissen einer erneuten Prüfung unterzogen werden müssen. Gemäß der heute (noch) vorherrschenden Meinung gilt Konkurrenz als "der biologische Antrieb des Lebens ? auch des menschlichen": Da sich diese Auffassung "nahtlos zum 'Kampf ums Überleben' fügte, den Charles Darwin zur Grundregel der Natur erklärt hatte, schien für viele die Frage nach der Natur des Menschen geklärt", bringt Joachim Bauer zutreffend die Ursache für den von der Soziobiologie verordneten Diskussionsstillstand auf den Punkt. Unter Neurobiologen beginnt sich nun aber, wie der Autor ausführlich darlegt, die Erkenntnis durchzusetzen, dass das ursprüngliche Leitmotiv menschlichen Handelns eben nicht Konkurrenz ist, sondern ganz im Gegenteil Kooperation ? in der Terminologie Joachim Bauers: das Prinzip Menschlichkeit: "Kern aller menschlichen Motivation ist es, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben." Das Konkurrenzmotiv wäre demnach eben nicht Ausdruck der primären Natur des Menschen, sondern im Gegenteil das Ergebnis einer Störung derselben! Eine sehr aufschlussreiche Lektüre, die Anlass gibt, viele längst für erledigt geglaubte Fragen neu zu diskutieren. In den Natur- wie den Sozialwissenschaften gleichermaßen. - Andreas Vierecke


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 52 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Unverzichtbares Basiswissen (5 von 5 Punkten) meint D.G.W.
Aristoteles, der Vater der abendländisch geprägten Wissenschaften, nannte als Ziel und Zweck des menschlichen Lebens das summum bonum, das höchste Gut: das gute Leben. Das gute Leben ist nach Aristoteles gekennzeichnet durch die nachhaltige und gemeinsam mit anderen geteilte Erfahrung von Respekt, Wertschätzung, produktiver Tätigkeit, in der man seine Einzigartigkeit und Unersetzbarkeit erlebt, sowie die Erfahrung von Kunst- und Kultur. Die meisten Menschen werden spontan darin übereinstimmen, dass sie diese Erfahrungen durchaus als erstrebenswertes Ziel und Gut ihres Lebens werten, gleichzeitig aber ehrlicherweise darauf hinweisen, dass eine nachhaltige Erfahrung dieser Ziele nur utopisch sein kann, da die konkrete menschliche Lebenswelt die Möglichkeit dieser Erfahrungen zwar nicht prinzipiell ausschließt, aber zu einem auch historisch betrachtet - sehr seltenen Erlebnis macht.

Die moderne Neurobiologie nun bestätigt die Ergebnisse der aristotelischen Natur- und Menschenbetrachtung nicht nur, sondern konkretisiert sie auf dramatische Weise. Das menschliche Hirnorgan ist nicht nur eines der komplexesten, es ist unglaublich dynamisch organisiert und strukturiert und auf die Kooperation und Kommunikation mit anderen gleichartigen angewiesen. Vergleichsweise wenige Gene (weniger als 3000) determinieren seinen biochemischen Grundaufbau. Ist die Grundstruktur gebaut, braucht es Reize, Informationen, Anforderungen, Reaktionen, ein vielschichtiges dauerndes Geben und Nehmen, damit es seine volle Funktionsfähigkeit ausbilden kann. Das menschliche Hirn ist im besten Sinne ein soziales Organ, das nur als sozial interagierendes Organ seinen Funktionszweck erfüllen kann. Besonders augenscheinlich dokumentiert das die Neurobiologie und die psychosomatische Medizin dann, wenn sich hier Defizite einstellen. Defizite, die das soziale Gehirn des Menschen erdulden und erleiden muss, sind Ausgangspunkt der ganzen Bandbreite an psychogenen Erkrankungen, sofern sie nicht endogener, d.h. vererbter Natur sind.

Die Neurobiologie bestätigt ungewollt auch die Erkenntnisse der modernen Sprach- Kommunikationswissenschaft und Soziologie, die funktionierende Kommunikationsprozesse zur Bedingung der Möglichkeit gelingender gesellschaftlicher und gemeinschaftlicher Koordinationsprozesse untersuchten. Sprechen und Sprechenlernen sind primär soziale Prozesse, die ihre eigentliche Funktion. Mitteilung, Aufforderung, Koordination nur in einer kommunikativen Atmosphäre gegenseitiger herrschaftsfreier Argumentation entfalten können. Sind diese Verhältnisse deformiert, etwa durch Manipulationen, können Verständigungsverhältnisse (als elementare Grundlage gesellschaftlicher Organisation) nicht schadensfrei aufrechterhalten werden. Vertrauen in die Integrität des Anderen ist unersetzbar und lässt sich auf Dauer nicht simulieren. Gesellschaftlicher Fortschritt der Allen zugute kommt, ist nur durch eine Weiterentwicklung der Teilhabe aller Individuen kommunikativ einlösbar.

Zuwendung, soziale Resonanz und die besondere Form davon: Liebe, sind die erstklassigen Motive für sinnerfülltes Leben. Alle empirischen Befunde belegen das. Fehlen sie dauerhaft, wird der Mensch unmenschlich, erkältet gefühlsmäßig und erkrankt. Gesellschaftssysteme, die durch dieses Fehlen gekennzeichnet sind, weisen epidemische Größenordnungen dieser Erkrankungen auf, seien es die Selbstmord- und Suchtraten in den Hochleistungszivilisationen, oder die 38 Millarden Euro, die jährlich die europäischen Gesundheitssysteme belasten die zur Behandlung von Depressionserkrankungen und ihren Folgen aufgewendet werden müssen.

Gesellschaftssysteme sind aber nicht nur das Ergebnis des Willens ihrer Individuen, sondern sind durch Macht, Einfluss und Geld gesteuerte Systeme. So kommt es nicht von ungefähr dass in den Gesellschaftssystemen in denen Ideologien, die den Kampf ums Dasein, den Krieg der Natur als grundlegende Werthaltung akzeptieren und internalisieren, ja propagieren, die soziale Dimension geringen Stellenwert einnimmt, da sie als unnatürlich betrachtet wird. Nicht-humanistische Weltanschauungen kommen aus vordemokratischen, feudalen und theokratisch legitimierten Herrschaftsverhältnissen, die den Unterschied zwischen besseren und weniger guten Herkunftslinien nicht nur betonen, sondern politisch festschreiben wollen. Das sichert für diese Eliten Macht, Einfluss und Kapital und schließt bewusst den Großteil ihrer Mitmenschen davon aus. Seit der Aufklärung und seit der Rolle der Wissenschaften als Legitimationsmittel, gibt es eine Tradition vor allem im angelsächsischen Denken, die ein Menschenbild vertritt, dass sich aus Vorurteilen speist, die die Ungleichheit der Menschen in den Vordergrund stellen. Die Philosophie des frühen Empirismus und Rationalismus um John Locke, Thomas Hobbes und David Hume, ihre dezitiert politische Philosophie der Großgruppenordnungen, in denen der Staat alles und das Individuum nichts bedeuteten, die ökonomischen Philosophien etwa von Adam Smith in der die als Naturgesetz formulierte Vermehrung von Kapital richtig investiert widerspruchslos argumentiert wurde, und über den Industrialismus zu derart Menschenbedürfnisse verachtenden Formen führte, dass ein gewisser Karl Marx enthusiastisch einen Gegenentwurf konstruierte, der die arbeitende Bevölkerung vor den Folgen eines zügellosen Kapitalismus schützen sollte. Oder Francis Bacon der dazu aufrief die Natur auszupressen, umzuformen und neu zu gestalten und damit zum Wegweiser von Legionen von Naturwissenschaftern wurde, mit deren Folgen wir uns heute herumplagen müssen (Stichwort: "Umwelt- und Klimaschutz"). Schon früh wurde eine völlig unwissenschaftliche Vermengung der Interessen von Großgrundbesitz und Kapital mit naturalistischen Vorurteilen betrieben, in denen der homo oeconomicus zum naturgewachsenen Wesen im Kampf ums Dasein stilisiert wurde. Malthus führte ein Vokabular der Ökonomie in die Biologie ein, wie wir es heute noch vorfinden, in denen Wettbewerb, Dominanz, Überlegenheit, Überleben des Stärkeren dominieren. Darwins Verdienste um die Evolutionstheorie sind unbestritten, seine weltanschaulichen Äußerungen sind jedoch nur Spiegelbilder einer allgemein vorherrschenden Meinung des Establishments seiner Zeit.

Joachim Bauer entspinnt dieses seltsamen Amalgam aus wissenschaftlich revolutionärer Innovation und weltanschaulichen Vorurteilen Darwins und diagnostiziert deren fatale Folgewirkungen auf den auch machtpolitischen Gang der abendländischen Neuzeit und Gegenwart, in der zur Begründung von Unrechtsverhältnissen, kolonialistischer Ausbeutung, Völkermord an indigenen Bevölkerungen und Ungleichbehandlung vermeintlich niederer Rasse immer stärker auch eine auf Darwin gestützte biologistische Begründung erfolgt: Die sich durchsetzenden Machteliten spiegelten die Erfolgreichen der Evolution wider, die unterlegenen, mittellosen, repräsentierten die evolutionär unterlegenen, die Verliererklasse.

Ergänzend könnte man sagen, die biologistisch unterlegte Rassenlehre wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts derart forciert, dass selbst gemäßigte Zeitgenossen sich dem mainstream dieser Ideologie nur schwer entziehen konnten. Die in regelmäßigen Abständen auftauchenden Epigonen des weltanschaulichen Darwinismus, etwa im Neo-Darwinismus Konrad Lorenz sah wie Thomas Hobbes den Krieg als natürlichen Zustand des Urmenschen an und sprach voller Inbrunst über die großen Kontrukteure (gemeint sind die Gene als universale Determinanten jeglichen Verhaltens) über die Soziobiologen bis hin zu dem fundamentalistischen Wissenschaftsideologen Richard Dawkins und dessen besonders platten Mechanizismus, in dem Organismen nur Maschinen seien, die den Willen ihrer Gene ausführten, dienen ganzen Generationen von Wirtschaftswissenschaftern, Biologien, Anthropologen als Matrix wissenschaftlicher Legitimität und Wahrheit ex cathedra, deren bloße Anzweiflung unehrenhaft sei. Natürlich dient diese Weltanschauung der Fortsetzung von Macht, Einfluss und Kapital herrschender Eliten und behindert demokratischen Fortschritt, der in den Augen biologistischer Fundamentalisten ohnedies unnatürlich sei, weil sie auch die Fortpflanzung niederer Ränge legitimiere.

Doch Joachim Bauer rekonstruiert diesen wissenschaftsgeschichtlich gesehen - blinden Fleck der Biologie nicht nur, sondern zeigt auch die Folgen, die Gesellschaftssysteme mit diesem Hintergrund auf das menschliche Zusammenleben zeitigen. Sie zerstören nicht nur die Grundvoraussetzungen des sozialen Gehirns des Menschen, Zuwendung, Respekt, Menschlichkeit, sie militarisieren die Gesellschaft bis in Schule und Kindergarten, in denen Erziehungsmodelle Vorteile der egoistischen Gene befördern sollen. Wie wissenschaftlich verkleidete Ideologie selbst ideologiekritisch völlig unbedarft zum herrschenden Instrument wissenschaftlichen Fortschrittes verkommt, demonstriert er eindrücklich an den Voraussetzungen zur Publikation wissenschaftlicher Artikel in Wissenschaftsjournalen, in denen darwinistische und neodarwinistische Positionen ausdrücklich begrüßt und diesbezüglich kritische Anmerkungen besonders streng sanktioniert werden.

Wenn die Gene die zentrale Machtinstanz in lebenden Organismen sind, dann muss die Beherrschung der Gene auch zu einer Beherrschung der lebenden Organismen führen können. Die Qualität der Erbmasse wird so zum Machtfaktor, die Rassenlehren legitimierten ihre Weltanschauung damit ebenso, wie heute die Pharmaindustrie ihre Biotechnologie legitimiert.
Dies ist der Punkt in dem sich Joachim Bauers Buch freilich noch ideologiekritisch ergänzen ließe. Denn die Rassenlehre der Nationalsozialisten ist ja nicht deren Erfindung, sondern reicht in die Zeit zurück in der von der Optimierung der Gene, der aktiven Rassenhygiene, der Eugenik die Rede war. Selektive Züchtung, Einmischung in die Evolution zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit und Rasse, waren Ideen die in der amerikanischen Eugenikbewegung ihren Ursprung haben (siehe: Jeremy Rifkin. Das Biotechnische Zeitalter. Die Geschäfte mit der Genetik. Bertelsmann, München 1998). Nur wünschenswerte Personen sollten das Recht auf Fortpflanzung haben, die anderen müssten daran gehindert werden. Verbote seien auszusprechen und zu sanktionieren. Biologisch unterlegene Individuen seien zu eliminieren. Wenn eine bessere Rasse die Geschäfte dieser Welt übernommen hat, werden sich Gesetze, Sitten und Gebräuche, Bildung und materielle Bedingungen von selbst ergeben. Diese Bewegung begann mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts. (Die Idee vom neuen Menschen bescherte uns in diesem Jahrhundert Ideologien, denen an die 100 Millionen Menschen zum Opfer fielen: Hitler 15 Mio, Stalin 35 Mio, Mao TseTung 50 Mio ). In allen großen Städten Amerikas entstanden Eugenikgesellschaften, 1928 wurde an aller amerikanischen Universitäten und Colleges Eugenik gelehrt. Schon in der Indiana Convention von 1907 wurde ein Sterilisationsgesetz erlassen, das die Zwangssterilisation überführter Krimineller, Unzurechnungsfähiger, Schwachsinniger und sonstiger Personen veranlasste, über die ein Expertenausschuss zu befinden hatte. 1914 war es durchsetzungsfähig zu behaupten, dass das Erbgut des Einzelnen Besitz der Gesellschaft sei, die darüber zu bestimmen habe. Zehntausende Zwangssterilisationen waren in Amerika die Folge. Das im Jahre 1924 beschlossene amerikanische Einwanderungsgesetz nach eugenischen Maßstäben blieb bis 1965 in Kraft. Erst 1929 beim großen Börsenkrach, als hunderte Finanzjongleure der Eliten aus dem Fenster sprangen, ging der Aufstieg der eugenischen Bewegung in Amerika zu Ende. 1936 verlieh die Universität Heidelberg dem führenden Vertreter der Eugenikbewegung in Amerika, Harry Laughlin, die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste um die Eugenik.

Auch später noch wurde dieses Konzept beständig weiterentwickelt, wenn auch in anderem Namen. Die Optimierung des genetischen Codes war nun die Hauptaufgabe, die Optimierung der Babys, Die Ausmerzung aller Kriminellen, geistig Behinderten und Unwerten, die Optimierung der Volksgesundheit waren nun Ziele. Noch im Human Genome Projekt schwang diese Überzeugung mit und wurde als der heilige Gral der Genetik bezeichnet.

In den 60iger Jahren wurde diese genetische Ideologie auch außerhalb Amerikas zum zentralen Paradigma biologischer Forschung. Auf einem Symposium der CIBA-Foundation trafen sich 1962 in London 27 der führenden Biologen, darunter 6 Nobelpreisträger. Man and his future hieß der englische Titel und es ging um die Verbesserung der genetischen Qualität des Menschen durch eugenische Verfahren (Siehe: Das umstrittene Experiment Der Mensch herausgegeben von Robert Jungk/Hans Josef Mundt, Verlag Kurt Desch, 1966). Gentechniker JBS Haldane sprach über die Biologischen Möglichkeiten für die menschliche Rasse in den nächsten 10.000 Jahren und erörterte die Züchtung einer genetisch überlegenen Rasse und die Klonierung bestimmter Wunschrassen, die z.B. optimal in Bergwerken arbeiten konnten (klein, kräftig, dunkeladaptiert), widerstandsfähig gegen atomare Verstrahlung. Joshua Lederberg hielt ein Referat in dem er die Anwendung der Gentechnik auf die Vergrößerung des menschlichen Gehirns durch vorgeburtliche oder frühe nachgeburtliche Eingriffe pries und einräumte, dass nur jene ein Recht auf Kinder hätten, bei denen genetische Unbedenklichkeit nachgewiesen sei. Hochrangige Kritiker dieser genzentrischen Verirrungen wurden aus der Forschungsgemeinschaft verstoßen, ihre Leistungen tabuisiert, wie z.B. Erwin Chargaff.

Joachim Bauers Buch konzentriert sich nicht auf diese Wissenschaftsideologien, fasst aber ihren Tenor treffend zusammen und zeigt, dass dies den neuen Erkenntnissen der Neurobiologie vom Menschen diametral widerspricht. Neurobiologisch gesehen ist Menschlichkeit für Menschen ein grundlegendes und unersetzbares Prinzip. Die Kooperation von Menschen erst ermöglicht sozialen Hirnorganen ihre gedeihliche Entwicklung. Wird ihnen das vorenthalten oder durch Gewalt deformiert, erkranken sie. Mögen die ideologisch motivierten Weltanschauungen vom Menschen als egoistische Bestie, die von Natur auf Kampf und Krieg programmiert seien, Jahrhunderte geprägt und in eine self fulfilling prophecy getrieben haben, neuerdings sogar als massentaugliche Kampf- und Kriegstrainingsspiele in unseren Kinderzimmern Einzug gehalten haben. Angesichts der neueren Erkenntnisse der Neurobiologie sind sie als Ideologien entlarvt, als falsche Denkansätze, die nur wenigen Eliten Macht und Geld sichern. Wer sich dieser Auseinandersetzung stellen will, kann nicht umhin, Joachim Bauers Buch zu lesen.

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Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus - Joachim Bauer
Buch:Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom 5. Sept. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 110534
Preis: 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Vor über 3,5 Milliarden Jahren entstand auf unserem Planeten Leben. Vor 600 Millionen Jahren begann ein Prozess, der aus einzelligen Organismen schließlich den Menschen hervorgehen ließ. Was hat sich entlang dieser ungeheuren Zeitachse in den Genen, den Hauptakteuren des Geschehens, abgespielt? Wie wurden wir, was wir sind?
Nachdem das Erbgut des Menschen und vieler weiterer Spezies vollständig entschlüsselt werden konnte, vollzieht sich in der Biologie eine Revolution des Denkens. Erstmals lässt sich vergleichen, wie sich Gene im Verlauf der Evolution entwickelt haben. Erkenntnisse, die sich aus diesem Vergleich ergeben, stellen bislang gültige zentrale Dogmen des großen Biologen Charles Darwin und seiner neodarwinistischen Nachfolger infrage. Es wird Zeit, Phantasieprodukten wie dem egoistischen Gen und der Vorstellung, die Evolution sei ein blinder Uhrmacher , den Platz zuzuweisen, der ihnen gebührt: die Versenkung.
Joachim Bauer, Mediziner und selbst jahrelang in der Genforschung tätig, zeigt: Das System der Gene eines jeden Organismus, das Genom, verfügt über Werkzeuge, mit denen es sich selbst in Richtung zunehmender Komplexität verändern kann. Anders, als von Darwin postuliert, entstanden neue Arten nicht im Zuge eines langsam-kontinuierlichen, zufallsgesteuerten Werdens, sondern als Folge von genomischen Umbauschüben. Diese wiederum waren Reaktionen auf globale Bedrohungen, mit denen das Projekt Leben mehrfach konfrontiert wurde.
Dieses Buch stellt Ergebnisse der modernen Genforschung in einer auch für Nichtfachleute verständlichen Weise dar. Die Botschaft lautet: Lebewesen mitsamt ihren Genen sind keine steuerlos auf dem Fluss der Erdgeschichte treibenden Objekte, sondern Akteure der Evolution. Als deren Grundprinzipien erweisen sich Kooperation, Kommunikation und Kreativität.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 56 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Die lange fällige Ablösung des Vulgär-Darwinismus (5 von 5 Punkten) meint M.K. aus Dresden
"Das kooperative Gen" verschafft dem Leser einen verständlichen Einblick in zahlreiche bislang kaum berücksichtigte Erkenntnisse. Dieses faktenreiche und dazu angenehm zu lesende Buch ist eine wohltuende Ablösung vulgär-darwinistischer Darstellungen. Neu zu überdenken sind sowohl die Mechanismen der Variation (und damit die Frage der Artenentstehung) als auch der Selektion (Gründe des Aussterbens von Arten). Joachim Bauers Buch ist ein intellektuelles Highlight, das ich ohne Einschränkung empfehle.

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Lob der Schule: Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern - Joachim Bauer
Buch:Lob der Schule: Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom 6. Okt. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 8715
Preis: 6,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 33 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Selten etwas erfrischenderes zu diesem Thema (5 von 5 Punkten) meint P.C.
Tatsächlich ein Buch, das man allen Eltern, Lehrern und Schülern (und Kultuspolitikern) empfehlen kann.
Es führt aus dem allseitigen Klagen heraus und zeigt tatsächlich Perspektiven, die vielleicht nicht alle hundertprozentig umsetzbar sind, die aber das oft festgefahrene Denken öffnen und zeigen, dass sobald alle Beteiligten bereit sind eigene Denkgewohnheiten zur Disposition zu stellen unser derzeit diskreditiertes Schulsystem gute Chancen hat.
Die unterirdische Polemik ehemaliger Spitzenpolitiker gegenüber Lehrenden verbietet sich nach der Lektüre genauso wie die Haltung mancher Lehrenden "der falsche Schüler für meinen Unterricht".

Sollten jeder Lehrer, Schulleiter und das Kultusministerim lesen (5 von 5 Punkten) meint D.S. aus Valley
Lesen Sie dieses Buch und geben Sie es einfach gleich weiter, es bietet sich gerade als Geschenk an für den Lehrer Ihrer Kinder...

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Lob der Schule: Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern - Joachim Bauer
Buch:Lob der Schule: Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom 12. April 2007, Broschiert, Verkaufsrang 15496
Preis: 12,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Was treibt junge Menschen dazu, Anstrengungen auf sich zu nehmen und Ziele zu verfolgen? Die Lösung dieses Rätsels wurde in unseren Schulen offensichtlich noch nicht gefunden. Denn warum scheitert ein immer größerer Teil der Kinder am Bildungsprozess, obwohl Lehrkräfte Schwerstarbeit im Klassenzimmer leisten? Der Neurobiologe, Mediziner und Psychotherapeut Joachim Bauer legt eine schonungslose Analyse vor. Seine Kritik gilt nicht nur jenen, die Politik für Familien als Gedöns und Lehrer als faule Säcke bezeichnet haben. Bauer zeigt moderne, auf neurobiologischen Erkenntnissen basierende Perspektiven auf, die in eine andere Richtung weisen als die bürokratischen Verschlimmbesserungen im Gefolge der Pisa-Studien. Wer in Kindern und Jugendlichen Motivation wecken will, muss gelingende Beziehungen mit ihnen gestalten können. Joachim Bauer zeigt, welche Konsequenzen sich daraus für Eltern, für Lehrer und deren Ausbildung, aber auch für die Schulpolitik ergeben.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 33 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Selten etwas erfrischenderes zu diesem Thema (5 von 5 Punkten) meint P.C.
Tatsächlich ein Buch, das man allen Eltern, Lehrern und Schülern (und Kultuspolitikern) empfehlen kann.
Es führt aus dem allseitigen Klagen heraus und zeigt tatsächlich Perspektiven, die vielleicht nicht alle hundertprozentig umsetzbar sind, die aber das oft festgefahrene Denken öffnen und zeigen, dass sobald alle Beteiligten bereit sind eigene Denkgewohnheiten zur Disposition zu stellen unser derzeit diskreditiertes Schulsystem gute Chancen hat.
Die unterirdische Polemik ehemaliger Spitzenpolitiker gegenüber Lehrenden verbietet sich nach der Lektüre genauso wie die Haltung mancher Lehrenden "der falsche Schüler für meinen Unterricht".

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Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren - Joachim Bauer
Buch:Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom Sept. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 110907
Preis: 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Ob das Wesen des Menschen von Natur auf Konflikt und Kampf oder aber auf mitmenschliche Kooperation angelegt ist, ist bis heute umstritten. Als Realist jedenfalls gilt gemeinhin derjenige, der die Auffassung vertritt, dass Kooperation eine Verhaltensweise ist, die lediglich auf der den Menschen als Verstandeswesen auszeichnenden Einsicht beruht, dass man den ansonsten natürlichen Zustand des Kampfes aller gegen aller zum Wohle eines jeden Einzelnen und damit zugleich der Gemeinschaft überwinden und die in jedem Fall aber notwendige Konkurrenz zumindest regeln müsse. Das hört sich zwar einigermaßen vernünftig an, neuere Ergebnisse der neurobiologischen Forschung, über die Joachim Bauer in seinem Buch Prinzip Menschlichkeit berichtet, geben aber Grund zu der Annahme, dass die dieser Auffassung zugrunde liegenden Prämissen einer erneuten Prüfung unterzogen werden müssen. Gemäß der heute (noch) vorherrschenden Meinung gilt Konkurrenz als "der biologische Antrieb des Lebens ? auch des menschlichen": Da sich diese Auffassung "nahtlos zum 'Kampf ums Überleben' fügte, den Charles Darwin zur Grundregel der Natur erklärt hatte, schien für viele die Frage nach der Natur des Menschen geklärt", bringt Joachim Bauer zutreffend die Ursache für den von der Soziobiologie verordneten Diskussionsstillstand auf den Punkt. Unter Neurobiologen beginnt sich nun aber, wie der Autor ausführlich darlegt, die Erkenntnis durchzusetzen, dass das ursprüngliche Leitmotiv menschlichen Handelns eben nicht Konkurrenz ist, sondern ganz im Gegenteil Kooperation ? in der Terminologie Joachim Bauers: das Prinzip Menschlichkeit: "Kern aller menschlichen Motivation ist es, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben." Das Konkurrenzmotiv wäre demnach eben nicht Ausdruck der primären Natur des Menschen, sondern im Gegenteil das Ergebnis einer Störung derselben! Eine sehr aufschlussreiche Lektüre, die Anlass gibt, viele längst für erledigt geglaubte Fragen neu zu diskutieren. In den Natur- wie den Sozialwissenschaften gleichermaßen. - Andreas Vierecke


Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 52 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Unverzichtbares Basiswissen (5 von 5 Punkten) meint D.G.W.
Aristoteles, der Vater der abendländisch geprägten Wissenschaften, nannte als Ziel und Zweck des menschlichen Lebens das summum bonum, das höchste Gut: das gute Leben. Das gute Leben ist nach Aristoteles gekennzeichnet durch die nachhaltige und gemeinsam mit anderen geteilte Erfahrung von Respekt, Wertschätzung, produktiver Tätigkeit, in der man seine Einzigartigkeit und Unersetzbarkeit erlebt, sowie die Erfahrung von Kunst- und Kultur. Die meisten Menschen werden spontan darin übereinstimmen, dass sie diese Erfahrungen durchaus als erstrebenswertes Ziel und Gut ihres Lebens werten, gleichzeitig aber ehrlicherweise darauf hinweisen, dass eine nachhaltige Erfahrung dieser Ziele nur utopisch sein kann, da die konkrete menschliche Lebenswelt die Möglichkeit dieser Erfahrungen zwar nicht prinzipiell ausschließt, aber zu einem auch historisch betrachtet - sehr seltenen Erlebnis macht.

Die moderne Neurobiologie nun bestätigt die Ergebnisse der aristotelischen Natur- und Menschenbetrachtung nicht nur, sondern konkretisiert sie auf dramatische Weise. Das menschliche Hirnorgan ist nicht nur eines der komplexesten, es ist unglaublich dynamisch organisiert und strukturiert und auf die Kooperation und Kommunikation mit anderen gleichartigen angewiesen. Vergleichsweise wenige Gene (weniger als 3000) determinieren seinen biochemischen Grundaufbau. Ist die Grundstruktur gebaut, braucht es Reize, Informationen, Anforderungen, Reaktionen, ein vielschichtiges dauerndes Geben und Nehmen, damit es seine volle Funktionsfähigkeit ausbilden kann. Das menschliche Hirn ist im besten Sinne ein soziales Organ, das nur als sozial interagierendes Organ seinen Funktionszweck erfüllen kann. Besonders augenscheinlich dokumentiert das die Neurobiologie und die psychosomatische Medizin dann, wenn sich hier Defizite einstellen. Defizite, die das soziale Gehirn des Menschen erdulden und erleiden muss, sind Ausgangspunkt der ganzen Bandbreite an psychogenen Erkrankungen, sofern sie nicht endogener, d.h. vererbter Natur sind.

Die Neurobiologie bestätigt ungewollt auch die Erkenntnisse der modernen Sprach- Kommunikationswissenschaft und Soziologie, die funktionierende Kommunikationsprozesse zur Bedingung der Möglichkeit gelingender gesellschaftlicher und gemeinschaftlicher Koordinationsprozesse untersuchten. Sprechen und Sprechenlernen sind primär soziale Prozesse, die ihre eigentliche Funktion. Mitteilung, Aufforderung, Koordination nur in einer kommunikativen Atmosphäre gegenseitiger herrschaftsfreier Argumentation entfalten können. Sind diese Verhältnisse deformiert, etwa durch Manipulationen, können Verständigungsverhältnisse (als elementare Grundlage gesellschaftlicher Organisation) nicht schadensfrei aufrechterhalten werden. Vertrauen in die Integrität des Anderen ist unersetzbar und lässt sich auf Dauer nicht simulieren. Gesellschaftlicher Fortschritt der Allen zugute kommt, ist nur durch eine Weiterentwicklung der Teilhabe aller Individuen kommunikativ einlösbar.

Zuwendung, soziale Resonanz und die besondere Form davon: Liebe, sind die erstklassigen Motive für sinnerfülltes Leben. Alle empirischen Befunde belegen das. Fehlen sie dauerhaft, wird der Mensch unmenschlich, erkältet gefühlsmäßig und erkrankt. Gesellschaftssysteme, die durch dieses Fehlen gekennzeichnet sind, weisen epidemische Größenordnungen dieser Erkrankungen auf, seien es die Selbstmord- und Suchtraten in den Hochleistungszivilisationen, oder die 38 Millarden Euro, die jährlich die europäischen Gesundheitssysteme belasten die zur Behandlung von Depressionserkrankungen und ihren Folgen aufgewendet werden müssen.

Gesellschaftssysteme sind aber nicht nur das Ergebnis des Willens ihrer Individuen, sondern sind durch Macht, Einfluss und Geld gesteuerte Systeme. So kommt es nicht von ungefähr dass in den Gesellschaftssystemen in denen Ideologien, die den Kampf ums Dasein, den Krieg der Natur als grundlegende Werthaltung akzeptieren und internalisieren, ja propagieren, die soziale Dimension geringen Stellenwert einnimmt, da sie als unnatürlich betrachtet wird. Nicht-humanistische Weltanschauungen kommen aus vordemokratischen, feudalen und theokratisch legitimierten Herrschaftsverhältnissen, die den Unterschied zwischen besseren und weniger guten Herkunftslinien nicht nur betonen, sondern politisch festschreiben wollen. Das sichert für diese Eliten Macht, Einfluss und Kapital und schließt bewusst den Großteil ihrer Mitmenschen davon aus. Seit der Aufklärung und seit der Rolle der Wissenschaften als Legitimationsmittel, gibt es eine Tradition vor allem im angelsächsischen Denken, die ein Menschenbild vertritt, dass sich aus Vorurteilen speist, die die Ungleichheit der Menschen in den Vordergrund stellen. Die Philosophie des frühen Empirismus und Rationalismus um John Locke, Thomas Hobbes und David Hume, ihre dezitiert politische Philosophie der Großgruppenordnungen, in denen der Staat alles und das Individuum nichts bedeuteten, die ökonomischen Philosophien etwa von Adam Smith in der die als Naturgesetz formulierte Vermehrung von Kapital richtig investiert widerspruchslos argumentiert wurde, und über den Industrialismus zu derart Menschenbedürfnisse verachtenden Formen führte, dass ein gewisser Karl Marx enthusiastisch einen Gegenentwurf konstruierte, der die arbeitende Bevölkerung vor den Folgen eines zügellosen Kapitalismus schützen sollte. Oder Francis Bacon der dazu aufrief die Natur auszupressen, umzuformen und neu zu gestalten und damit zum Wegweiser von Legionen von Naturwissenschaftern wurde, mit deren Folgen wir uns heute herumplagen müssen (Stichwort: "Umwelt- und Klimaschutz"). Schon früh wurde eine völlig unwissenschaftliche Vermengung der Interessen von Großgrundbesitz und Kapital mit naturalistischen Vorurteilen betrieben, in denen der homo oeconomicus zum naturgewachsenen Wesen im Kampf ums Dasein stilisiert wurde. Malthus führte ein Vokabular der Ökonomie in die Biologie ein, wie wir es heute noch vorfinden, in denen Wettbewerb, Dominanz, Überlegenheit, Überleben des Stärkeren dominieren. Darwins Verdienste um die Evolutionstheorie sind unbestritten, seine weltanschaulichen Äußerungen sind jedoch nur Spiegelbilder einer allgemein vorherrschenden Meinung des Establishments seiner Zeit.

Joachim Bauer entspinnt dieses seltsamen Amalgam aus wissenschaftlich revolutionärer Innovation und weltanschaulichen Vorurteilen Darwins und diagnostiziert deren fatale Folgewirkungen auf den auch machtpolitischen Gang der abendländischen Neuzeit und Gegenwart, in der zur Begründung von Unrechtsverhältnissen, kolonialistischer Ausbeutung, Völkermord an indigenen Bevölkerungen und Ungleichbehandlung vermeintlich niederer Rasse immer stärker auch eine auf Darwin gestützte biologistische Begründung erfolgt: Die sich durchsetzenden Machteliten spiegelten die Erfolgreichen der Evolution wider, die unterlegenen, mittellosen, repräsentierten die evolutionär unterlegenen, die Verliererklasse.

Ergänzend könnte man sagen, die biologistisch unterlegte Rassenlehre wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts derart forciert, dass selbst gemäßigte Zeitgenossen sich dem mainstream dieser Ideologie nur schwer entziehen konnten. Die in regelmäßigen Abständen auftauchenden Epigonen des weltanschaulichen Darwinismus, etwa im Neo-Darwinismus Konrad Lorenz sah wie Thomas Hobbes den Krieg als natürlichen Zustand des Urmenschen an und sprach voller Inbrunst über die großen Kontrukteure (gemeint sind die Gene als universale Determinanten jeglichen Verhaltens) über die Soziobiologen bis hin zu dem fundamentalistischen Wissenschaftsideologen Richard Dawkins und dessen besonders platten Mechanizismus, in dem Organismen nur Maschinen seien, die den Willen ihrer Gene ausführten, dienen ganzen Generationen von Wirtschaftswissenschaftern, Biologien, Anthropologen als Matrix wissenschaftlicher Legitimität und Wahrheit ex cathedra, deren bloße Anzweiflung unehrenhaft sei. Natürlich dient diese Weltanschauung der Fortsetzung von Macht, Einfluss und Kapital herrschender Eliten und behindert demokratischen Fortschritt, der in den Augen biologistischer Fundamentalisten ohnedies unnatürlich sei, weil sie auch die Fortpflanzung niederer Ränge legitimiere.

Doch Joachim Bauer rekonstruiert diesen wissenschaftsgeschichtlich gesehen - blinden Fleck der Biologie nicht nur, sondern zeigt auch die Folgen, die Gesellschaftssysteme mit diesem Hintergrund auf das menschliche Zusammenleben zeitigen. Sie zerstören nicht nur die Grundvoraussetzungen des sozialen Gehirns des Menschen, Zuwendung, Respekt, Menschlichkeit, sie militarisieren die Gesellschaft bis in Schule und Kindergarten, in denen Erziehungsmodelle Vorteile der egoistischen Gene befördern sollen. Wie wissenschaftlich verkleidete Ideologie selbst ideologiekritisch völlig unbedarft zum herrschenden Instrument wissenschaftlichen Fortschrittes verkommt, demonstriert er eindrücklich an den Voraussetzungen zur Publikation wissenschaftlicher Artikel in Wissenschaftsjournalen, in denen darwinistische und neodarwinistische Positionen ausdrücklich begrüßt und diesbezüglich kritische Anmerkungen besonders streng sanktioniert werden.

Wenn die Gene die zentrale Machtinstanz in lebenden Organismen sind, dann muss die Beherrschung der Gene auch zu einer Beherrschung der lebenden Organismen führen können. Die Qualität der Erbmasse wird so zum Machtfaktor, die Rassenlehren legitimierten ihre Weltanschauung damit ebenso, wie heute die Pharmaindustrie ihre Biotechnologie legitimiert.
Dies ist der Punkt in dem sich Joachim Bauers Buch freilich noch ideologiekritisch ergänzen ließe. Denn die Rassenlehre der Nationalsozialisten ist ja nicht deren Erfindung, sondern reicht in die Zeit zurück in der von der Optimierung der Gene, der aktiven Rassenhygiene, der Eugenik die Rede war. Selektive Züchtung, Einmischung in die Evolution zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit und Rasse, waren Ideen die in der amerikanischen Eugenikbewegung ihren Ursprung haben (siehe: Jeremy Rifkin. Das Biotechnische Zeitalter. Die Geschäfte mit der Genetik. Bertelsmann, München 1998). Nur wünschenswerte Personen sollten das Recht auf Fortpflanzung haben, die anderen müssten daran gehindert werden. Verbote seien auszusprechen und zu sanktionieren. Biologisch unterlegene Individuen seien zu eliminieren. Wenn eine bessere Rasse die Geschäfte dieser Welt übernommen hat, werden sich Gesetze, Sitten und Gebräuche, Bildung und materielle Bedingungen von selbst ergeben. Diese Bewegung begann mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts. (Die Idee vom neuen Menschen bescherte uns in diesem Jahrhundert Ideologien, denen an die 100 Millionen Menschen zum Opfer fielen: Hitler 15 Mio, Stalin 35 Mio, Mao TseTung 50 Mio ). In allen großen Städten Amerikas entstanden Eugenikgesellschaften, 1928 wurde an aller amerikanischen Universitäten und Colleges Eugenik gelehrt. Schon in der Indiana Convention von 1907 wurde ein Sterilisationsgesetz erlassen, das die Zwangssterilisation überführter Krimineller, Unzurechnungsfähiger, Schwachsinniger und sonstiger Personen veranlasste, über die ein Expertenausschuss zu befinden hatte. 1914 war es durchsetzungsfähig zu behaupten, dass das Erbgut des Einzelnen Besitz der Gesellschaft sei, die darüber zu bestimmen habe. Zehntausende Zwangssterilisationen waren in Amerika die Folge. Das im Jahre 1924 beschlossene amerikanische Einwanderungsgesetz nach eugenischen Maßstäben blieb bis 1965 in Kraft. Erst 1929 beim großen Börsenkrach, als hunderte Finanzjongleure der Eliten aus dem Fenster sprangen, ging der Aufstieg der eugenischen Bewegung in Amerika zu Ende. 1936 verlieh die Universität Heidelberg dem führenden Vertreter der Eugenikbewegung in Amerika, Harry Laughlin, die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste um die Eugenik.

Auch später noch wurde dieses Konzept beständig weiterentwickelt, wenn auch in anderem Namen. Die Optimierung des genetischen Codes war nun die Hauptaufgabe, die Optimierung der Babys, Die Ausmerzung aller Kriminellen, geistig Behinderten und Unwerten, die Optimierung der Volksgesundheit waren nun Ziele. Noch im Human Genome Projekt schwang diese Überzeugung mit und wurde als der heilige Gral der Genetik bezeichnet.

In den 60iger Jahren wurde diese genetische Ideologie auch außerhalb Amerikas zum zentralen Paradigma biologischer Forschung. Auf einem Symposium der CIBA-Foundation trafen sich 1962 in London 27 der führenden Biologen, darunter 6 Nobelpreisträger. Man and his future hieß der englische Titel und es ging um die Verbesserung der genetischen Qualität des Menschen durch eugenische Verfahren (Siehe: Das umstrittene Experiment Der Mensch herausgegeben von Robert Jungk/Hans Josef Mundt, Verlag Kurt Desch, 1966). Gentechniker JBS Haldane sprach über die Biologischen Möglichkeiten für die menschliche Rasse in den nächsten 10.000 Jahren und erörterte die Züchtung einer genetisch überlegenen Rasse und die Klonierung bestimmter Wunschrassen, die z.B. optimal in Bergwerken arbeiten konnten (klein, kräftig, dunkeladaptiert), widerstandsfähig gegen atomare Verstrahlung. Joshua Lederberg hielt ein Referat in dem er die Anwendung der Gentechnik auf die Vergrößerung des menschlichen Gehirns durch vorgeburtliche oder frühe nachgeburtliche Eingriffe pries und einräumte, dass nur jene ein Recht auf Kinder hätten, bei denen genetische Unbedenklichkeit nachgewiesen sei. Hochrangige Kritiker dieser genzentrischen Verirrungen wurden aus der Forschungsgemeinschaft verstoßen, ihre Leistungen tabuisiert, wie z.B. Erwin Chargaff.

Joachim Bauers Buch konzentriert sich nicht auf diese Wissenschaftsideologien, fasst aber ihren Tenor treffend zusammen und zeigt, dass dies den neuen Erkenntnissen der Neurobiologie vom Menschen diametral widerspricht. Neurobiologisch gesehen ist Menschlichkeit für Menschen ein grundlegendes und unersetzbares Prinzip. Die Kooperation von Menschen erst ermöglicht sozialen Hirnorganen ihre gedeihliche Entwicklung. Wird ihnen das vorenthalten oder durch Gewalt deformiert, erkranken sie. Mögen die ideologisch motivierten Weltanschauungen vom Menschen als egoistische Bestie, die von Natur auf Kampf und Krieg programmiert seien, Jahrhunderte geprägt und in eine self fulfilling prophecy getrieben haben, neuerdings sogar als massentaugliche Kampf- und Kriegstrainingsspiele in unseren Kinderzimmern Einzug gehalten haben. Angesichts der neueren Erkenntnisse der Neurobiologie sind sie als Ideologien entlarvt, als falsche Denkansätze, die nur wenigen Eliten Macht und Geld sichern. Wer sich dieser Auseinandersetzung stellen will, kann nicht umhin, Joachim Bauers Buch zu lesen.

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Lob der Schule: Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern - Joachim Bauer
Hörbuch:Lob der Schule: Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom 25. Juni 2008, Audio CD, Verkaufsrang 374478
Preis: 9,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 33 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Selten etwas erfrischenderes zu diesem Thema (5 von 5 Punkten) meint P.C.
Tatsächlich ein Buch, das man allen Eltern, Lehrern und Schülern (und Kultuspolitikern) empfehlen kann.
Es führt aus dem allseitigen Klagen heraus und zeigt tatsächlich Perspektiven, die vielleicht nicht alle hundertprozentig umsetzbar sind, die aber das oft festgefahrene Denken öffnen und zeigen, dass sobald alle Beteiligten bereit sind eigene Denkgewohnheiten zur Disposition zu stellen unser derzeit diskreditiertes Schulsystem gute Chancen hat.
Die unterirdische Polemik ehemaliger Spitzenpolitiker gegenüber Lehrenden verbietet sich nach der Lektüre genauso wie die Haltung mancher Lehrenden "der falsche Schüler für meinen Unterricht".

Sollten jeder Lehrer, Schulleiter und das Kultusministerim lesen (5 von 5 Punkten) meint D.S. aus Valley
Lesen Sie dieses Buch und geben Sie es einfach gleich weiter, es bietet sich gerade als Geschenk an für den Lehrer Ihrer Kinder...

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Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone - Joachim Bauer
Buch:Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom 12. April 2005, Gebunden, Verkaufsrang 10783
Preis: 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Wie kommt es, dass uns ein Gähnen anstecken kann, dass sich unsere Stimmung bessert, wenn uns jemand anlächelt, und dass wir manchmal auch über große Entfernungen wissen, wie es einem uns nahe stehenden Menschen geht? Intuition und "sechster Sinn?: Das sind nur zwei der Phänomene, die durch die Entdeckung der "Spiegelneurone? erklärt werden können. Diese besonderen Nervenzellen haben es in sich, denn sie bilden die neurobiologische Basis für unser intuitives Verständnis dessen, was andere Menschen fühlen ? und was sie vorhaben. Und sie beeinflussen uns massiv, sowohl psychisch als auch körperlich. In zahlreichen Studien konnte mittlerweile nachgewiesen werden, wie diese Spiegelneurone arbeiten. Und die Ergebnisse sind sensationell. So hat sich herausgestellt, dass bei der Beobachtung einer Handlung eines anderen Menschen bei uns genau dasselbe neurobiologische Programm aktiviert wird, das auch tätig wird, wenn wir diese Handlung selbst ausführen! Und nicht nur das: Schon das Beobachten von Teilen einer Handlungssequenz, oft ein einfaches Geräusch, genügt, damit wir "wissen?, wie es weitergeht. Da die Handlungssequenzen, die wir gespeichert haben, auf unserer individuellen Erfahrung basieren, sind unsere Voraussagen nicht immer richtig ? aber meist treffen sie eben doch zu. Und da wir auf diese Weise nicht nur Handlungen nachvollziehen können, sondern auch Empfindungen, ermöglichen unsere Spiegelnervenzellen auch Intuition und Mitgefühl. Joachim Bauer erklärt diese bahnbrechenden neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse verständlich und ausführlich. Und er zeigt auf, was sie für unser Leben bedeuten. So kann er nicht nur deutlich machen, was geschieht, wenn wir uns verlieben (und auch, wenn Liebe stirbt). Die Entdeckung der Spiegelneurone hat auch weitreichende Konsequenzen für das Verständnis kindlichen Lernens, für das Verstehen von Autismus (als Störung der Spiegelsysteme), für den Zusammenhang von Sprache und Handlungen und für die Probleme, die Kinder in unseren Schulen haben. Als Menschen sind wir angewiesen auf Spiegelungen, und zwar körperlich und psychisch. Die dramatischen Auswirkungen von Mobbing und anderen Formen sozialer Isolation machen das deutlich, und auch die Möglichkeiten der Psychotherapie erweitern sich angesichts der Erkenntnisse über Spiegelneurone. Ein wichtiges Buch, das unser Verständnis über unser Menschsein erweitert und zudem ein neues Verständnis einiger zentraler Probleme unserer Zeit ermöglicht. - Gabi Neumayer


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Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 71 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
LESEN! (5 von 5 Punkten) meint a. aus Köln/Bonn
Wer sich u.a. für Gehirnforschung interessiert ist hier richtig. Darstellung gut und verständlich nachvollziehbar! Auch wer sich dafür interessiert, wie Menschen aufeinander wirken, ist hier gut aufgehoben -> Kommunikation und Empathie werden anhand von Wirkmechanismen im Gehirn 'beleuchtet'. - Es gibt Hinweise zum Verständnis seines Gegenübers.

Sollte von allen gelesen werden, die mit Mensch zu tun haben; vor allem Ärzte, Lehrer und vor allem auch von Eltern!

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Das Gedächtnis des Körpers - Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern - Joachim Bauer
Buch:Das Gedächtnis des Körpers - Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
Autor:Joachim Bauer, Ausgabe vom Okt. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 43989
Direkt bei Amazon nicht vorrätig,
andere Angebote über Amazon hier (Versandkosten beachten).
Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 54 Bewertungen)

Lesermeinungen:*
Wissenerweiterung mit AHA Effekt (5 von 5 Punkten) meint G.H. aus Schönkirchen, Schleswig-Holstein
Joachim Bauer zeigt,wie in seinen anderen Büchern, die die Epigenetik behandeln, sehr anschaulich und vor allem für Laien verständlich wie aus "Psychologie Biologie" wird. Trotz aller Anschaulichkeit sind die beschriebenen Inhalte auf hohem Niveau. Der Leser wird sehr behutsam in die wissenshaftlichen Welten hineingezogen und erlebt so einige AHA Effekte in der Erkenntnis des eigenen Erlebens bzw. des Umfeldes. Er geht sehr intensiv auf das Erleben in unserer heutigen Gesellschaft und die daraus entstehenden Erkrankungen ein, ohne dabei Angst und Befürchtungen zu erzeugen, sondern bietet durch seine wissenschaftlich fundierten Erklärungen auch Hinweise auf Lösungen. Für alle, die einfach mehr wissen wollen, warum und wie unsere zwischenmenschlichen Beziehungen unseren gesamten Organismus und unser Leben beeinflussen, bietet dieses Buch sehr umfassende Einblicke.

Das breite Echo... (5 von 5 Punkten) meint R.G.
...auf dieses Buch kommt nicht von ungefähr: vieles von dem, was man ohnehin für naheliegend hielt, aber bisher nicht bestätigt fand, findet sich hier wieder - und wird auf fundierte Weise untermauert.

Das Gehirn leistet offenkundig viel mehr, als man ihm bisher zugetraut hat. Es ist eben nicht einfach nur eine "Bio-Maschinerie", die quasi im menschlichen "Maschinenraum" brav funktioniert, sondern sie ist auch für das zuständig, was wir als Inhalt unseres Denkens, Fühlens, Handelns und Wollens identifizieren. Diejenigen, die hierüber die "technischen" Einzelheiten erfahren wollen, kommen bei diesem Buch genauso auf ihre Kosten. Natürlich ist es kein wissenschaftliches Fachbuch, aber trotzdem bietet es eine Fülle von Fakten. Wer will, kann ja weiter recherchieren.

Alle, die den Menschen als ein ganzheitlich zu betrachtendes und zu behandelndes, interaktives Wesen auffassen, werden sich hier voll bestätigt fühlen. Bauer weist nach, dass und wie jeder Eindruck von außen seine Spuren hinterlässt, uns prägt und künftige Handlungen im Vorfeld beeinflusst. So ergibt sich fast nebenher, dass uns kein "Geist" von außen steuert, sondern dass wir es immer selbst sind, die wir aus unserer Vorstellungswelt heraus denken und handeln - wobei darüber hinaus genetisch fixierte Erfahrungen unserer Vorfahren eine wichtige Rolle spielen.

Eine leicht lesbare, klar gegliederte, faszinierende Lektüre!

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