Aus der Amazon.de-Redaktion Jeanette Baker kann gar nicht mehr aufhören zu weinen. Vor einiger Zeit hat sie ihren Mann und ihr Kind durch Krebs verloren. Schuld daran ist der Chemiekonzern Krane Chemical Inc., der in ihrer Heimatstadt Bowmore illegal und unter Bestechung der örtlichen Politik jahrelang giftigen Abfall ins Grundwasser hat fließen lassen. Davon jedenfalls sind Baker und die restlichen Bewohner von Bowmore überzeugt - ebenso wie das abgehalfterte Anwaltsehepaar Mary Grace und Wes Payton, das Baker vor Gericht vertritt. Dann kommen die Geschworenen zurück in den Gerichtssaal, und als der Richter das Urteil verkündet, ist die Sensation perfekt. Krane Chemical Inc. wird in allen Punkten für schuldig befunden und verurteilt: zur Zahlung von mehr als 40 Millionen Dollar. Das Geld könnte der hoch verschuldeten Kanzlei Payton & Payton die Existenz retten. Und der schwer depressiven Baker könnte es ermöglichen, aus dem verseuchten Bowmore in eine bewohnbarere Gegend der USA zu ziehen. Aber John Grisham wäre nicht John Grisham, wenn er dieses Grundszenario nicht nur entworfen hätte, um darauf eine ungeheuerliche - und ungeheuerlich spannende - Geschichte aufzubauen. Denn der ebenso rücksichtslose wie cholerische Firmenchef Carl Trudeau denkt gar nicht daran, auch nur einen Cent zu bezahlen. Er geht in Berufung - und tritt dabei eine Intrige los, die ihresgleichen sucht. Zu keiner Zeit von Berufung lässt Grisham einen Zweifel daran, dass Krane Chemical Inc. zu recht verurteilt worden sind. Schon auf den ersten Seiten wird ein geheimes Memo zitiert, das in den Schubladen der Firmenjuristen liegt und den Verstoß belegt. Diese Kenntnis macht das Folgende besonders bitter - und für den Leser nur schwer erträglich. So weitet sich Berufung zur packenden Parabel über die Ungerechtigkeiten des Rechtsstaats, bei dem man bis zur letzten Seite gebannt auf ein rettendes Happy-End hoffen will. - Thomas Köster, Literaturanzeiger.de
Nichts deutete darauf hin, dass Danilo Silva 90 Millionen Dollar beiseite geschaft hatte. Bis sie die Falle zuschnappen ließen ... Der unerschrockene Schreiber dieser Kritik ist nicht der einzige - wohl eher einer von Millionen oder Milliarden von Lesern - der sich die Nacht um die Ohren schlägt, um John Grishams neustes Buch Der Partner zu Ende zu lesen. Es "ermordet den Schlaf", um Shakespeare (Macbeth) zu paraphrasieren. Wenn darauf die Todesstrafe stünde, wäre Grisham schon längst auf dem elektrischen Stuhl gelandet. Seine neuste "Filmvorlage" dreht sich um den Rechtsanwalt Patrick Lanigan aus Biloxi im US-Bundesstaat Mississippi. Dieser täuscht seinen Tod vor, beobachtet von einem nahegelegenen Baum aus seine eigene Beerdigung (netter Einfall) und setzt sich dann mit satten 90 Millionen Dollar nach Brasilien ab. Aber Berge von Geld verschwinden nicht so leicht wie Rechtsanwälte aus Biloxi, und Lanigan wird verhaftet. Darauf folgt ein Blitzgewitter von Täuschungsmanövern, Rechtsstreitigkeiten und Zug-um-Zug-Strategien. Genau die Art von Spiel mit hohem Einsatz, die zu Grishams festem Repertoire gehört. Außer der üblichen Liebesbeziehung (Lanigans Komplizin, eine schöne Rechtsanwältin aus Rio de Janeiro) sind die Hauptakteure in Der Partner zu 100% Männer, die alle stark an Grisham selbst erinnern. Leidenschaft gibt es wenig bis gar nicht, und die Auflösung ist raffiniert. Große Gefühle müssen Sie woanders suchen, aber wenn Sie darauf brennen zu erfahren, was im Film geschieht, bevor dieser überhaupt gedreht ist, dann wird Sie Der Partner auf jeden Fall zufriedenstellen.
Buch:
Der Gefangene
Autor:
John Grisham, Ausgabe vom 2. Januar 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 48772
Der Gefangene Halt! Bevor Sie Ihren neuen Grisham bestellen, haben wir eine wichtige Nachricht für Sie: Das ist kein Grisham, wie Sie ihn kennen! Denn Der Gefangene ist das erste Sachbuch des Bestsellerautors. Doch das ist natürlich kein Grund, dieses Buch nicht zu kaufen - ganz im Gegenteil! Mehr als 20 Jahre liegt der bestialische Mord an einer jungen Frau zurück. Tatort ist eine Kleinstadt im beschaulichen Oklahoma, wo Recht und Ordnung noch etwas gelten. Im Zentrum der Ermittlungen findet sich ein junger Mann wieder, der einst die Hoffnung des örtlichen Baseballteams gewesen ist. Psychische Probleme und seine Alkoholsucht verhindern allerdings, dass Ron Williamson zum Stolz der Kleinstadt wird. In einer haarsträubenden Herleitung und durch unglaubliche Versäumnisse von Ermittlern, Staatsanwälten und Richtern wird Ron des Mordes "überführt". Zusammen mit einem alten Freund wird er zum Tode verurteilt und sitzt zuletzt in der "Death Row", der Todeszelle. Mit viel Glück gelingt eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Und der - neu eingeführte - DNA-Test beweist: Ron und sein "Komplize" sind unschuldig! Mit Ron Williamson stellt Grisham einen Menschen in den Mittelpunkt, der wie er in einer Kleinstadt aufgewachsen ist und Baseballstar werden wollte. Das hatte Grisham fasziniert, als er zum ersten Mal von dem Fall hörte. Er, selbst Anwalt, hat sich einen Fall vorgenommen, der die Schwächen des amerikanischen Justizsystems zeigt. Schwächen, die tödliche Folgen haben können für unschuldig Verdächtigte .... Der Gefangene berichtet von ohnmächtigen Einwohnern einer Kleinstadt, die mit einem brutalen Mord klarkommen müssen. Das Buch porträtiert sowohl die Angehörigen des Opfers, die die Schwere des Verbrechens fast erdrückt, als auch die der "Täter", die mit der vermeintlichen Schuld kaum leben können. Es stellt zynische Polizisten vor, die einen "Fahndungserfolg" erzwingen wollen. Es erzählt von Richtern, die Unschuldige zu "Tätern" machen. John Grishams Buch beweist, dass die Wirklichkeit bisweilen schlimmer sein kann als die Fantasie. Der Gefangene ist ein beklemmendes Buch. Es ist spannend zu lesen und öffnet einem die Augen. Ob das Buch in Amerika selbst etwas bewegen kann, bleibt abzuwarten. Der Leitende Richter, der für die Verurteilung von Ron Williamson verantwortlich ist, ist jedenfalls noch im Amt. -Mathias Voigt, Literaturtest
Buch:
Der Regenmacher: Roman
Autor:
John Grisham, Ausgabe vom 1. Sept. 1997, Taschenbuch, Verkaufsrang 12484
Rudy Baylor, ein Jurastudent im letzten Semester, gewinnt seine ersten "Mandanten", ein Ehepaar, dessen Sohn an Leukämie erkrankt ist. Die Krankenversicherung weigert sich, für die wahrscheinlich lebensrettende Therapie zu zahlen. Rudy erkennt bald, daß er es mit einem riesigen Versicherungsskandal zu tun hat. Er nimmt den Kampf gegen eines der mächtigsten, korruptesten und skrupellosesten Unternehmen Amerikas auf... Es gibt ganz wenige Autoren, denen es aus dem Stand gelingt, sofort nach Erscheinen ihres Buches, den dritten Platz der Spiegel-Bestsellerliste zu erobern. John Grisham gehört zu dieser sagenhaften Spezies. Auch wenn er mit seinen letzten Romanen bei der Kritik auf kein gutes Wort stieß, hat er sich die Gunst des Publikums bewahrt. Worum geht es in seinem neuesten Roman Der Regenmacher? Wie schon seine vorigen Bücher spielt die Geschichte im Justizmilieu. Rudy Baylor befindet sich im letzten Semester seines Jurastudiums und er ist dabei, wie so viele seiner Kommilitonen auch, sich mit zwei Problemen herumzuschlagen. Zum einen sucht er einen passenden Job als Anwalt, wenn er das Studium beendet hat, zum anderen bereitet er sich in jeder freien Minute auf das anstehende Examen vor. Er wäre so gerne einer jener jungen, erfolgreichen Anwälte, mit großem Büro und ordentlichem Firmenwagen, ein sogenannter "Regenmacher", der das Glück hat, eine Menge solventer Mandanten für die neue Firma anzuziehen. Leider läuft nicht alles nach seinen Vorstellungen. Der neue Job, der ihm bei einer großen Kanzlei in Aussicht gestellt wird, ist schneller weg, als er ihn bekommen hat. Dafür hat er Aussicht, in einer zwielichtigen Sozietät mitzuarbeiten. Seine Aufträge muß er sich allerdings im Krankenhaus direkt besorgen, wenn er Arbeit haben will. Und da gibt es noch Donny Ray, der an Leukämie sterben muß, weil sich die Versicherung weigert, für die lebensrettende Therapie die Kosten zu übernehmen. Rudy erlebt hautnah, wie die Unversicherten in der amerikanischen Gesellschaft sterben. "In einer Gesellschaft voll reicher Ärzte und funkelnder Krankenhäuser und mit den allerneuesten medizinischen Gerätschaften und dieser Unmenge von Nobelpreisträgern in aller Welt, ist es empörend, daß jemand wie Donny Ray dahinsiechen und ohne angemessene ärztliche Behandlung sterben muß." Rudy nimmt den juristischen Kampf gegen die übermächtige Versicherungsgesellschaft auf. John Grisham, der mit seinen Romanen wie zum Beispiel Die Firma, Die Akte und Die Kammer zum meistgelesenen Autor der Welt wurde, hat in Der Regenmacher sein rasantes Tempo, für das er von seinen vorigen Romanen bekannt ist, etwas gedrosselt. Dies wirkt sich sehr wohltuend auf die psychologische Tiefe seiner Hauptperson aus und auch auf die Schilderung des gesellschaftlichen Hintergrunds, den er überaus präzise und plastisch darstellt. Es soll nicht verschwiegen werden, daß es in der Mitte des Romans durchaus einige Längen gibt, die ein guter Lektor hätte kürzen können. Ganz bestimmt schreibt John Grisham keine Weltliteratur, doch als gut gemachter Unterhaltungsroman kann Der Regenmacher ohne Bedenken empfohlen werden. -Manuela Haselberger
Product Description Tonya Hailey, ein zehnjähriges Mädchen, wurde von zwei betrunkenen Männern brutal vergewaltigt und missbraucht. Wenige Tage später erschießt Tonyas Vater Carl Lee Hailey die beiden Täter im Gerichtsgebäude, in dem sie zu einer ersten Anhörung vorgeführt wurden. Das Gerichtsverfahren, dass gegen ihn eingeleitet wird, gerät zum Sensationsprozess. Denn die beiden Gewaltverbrecher sind Weiße; Carl Lee ist ein Schwarzer ...
Buch:
Die Firma: Roman
Autor:
John Grisham, Ausgabe vom 1994, Taschenbuch, Verkaufsrang 57896
Der Bestseller, der die Welt im Sturm erobert hat! Mitch McDeere kommt frisch von der Uni und sucht nach dem geeigneten Einstieg in eine viel versprechende Anwaltskarriere. Die angesehensten Kanzleien reißen sich um den jungen Mann, der dank eines ausgezeichneten Examens die Qual der Wahl hat. Das beste Angebot kommt aber weder aus New York noch aus Washington, sondern aus dem eher verschlafenen Tennessee. Die Kanzlei Bendini, Lambert & Locke aus Memphis lockt mit einem traumhaften Einstiegsgehalt, fetten Prämien und hervorragenden Aufstiegsmöglichkeiten. Mitch kann diesen Verlockungen nicht widerstehen und nimmt das Angebot an. Zunächst läuft alles ganz fantastisch. Trotz hoher Arbeitsbelastung genießt McDeere die Vorzüge des neuen Jobs. Die Kollegen sind freundlich, die Arbeit macht ihm Spaß und seine Frau fühlt sich in der neuen Umgebung ebenfalls äußerst wohl. Aber der schöne Schein trügt. Mitch merkt plötzlich, dass er überwacht wird: Er findet Mikrofone im Auto, in der Wohnung und in seinem Büro. Wohin er auch geht, er wird stets beschattet. Nach einem rätselhaften Unfall, bei dem zwei Anwaltskollegen ums Leben kommen, beginnt er schließlich Nachforschungen anzustellen. Schon bald dämmert ihm, dass die Kanzlei in dunkle Geschäfte verstrickt ist. Mitch will weg, doch lebend ist bisher noch kein Mitarbeiter aus der Firma ausgeschieden. Einen Grisham lesen ist schon ein Hochgenuss. Einen Grisham hören ist noch einmal eine Steigerung. Doch ein Hörbuch ist immer nur so gut wie sein Sprecher. Mit Charles Brauer, dem ehemaligen Tatort-Kommissar an der Seite von Manfred Krug, liest hier glücklicherweise ein versierter Schauspieler, der in jeder Situation den passenden Ton trifft. Vier Stunden Hochspannung; 4 CDs, Spieldauer: 240 Minuten. Und wer noch mehr aufs Ohr braucht, kann sich gleich noch drei weitere Grishams von Brauer vorlesen lassen: Der Verrat, Das Testament und Die Bruderschaft. -Christoph Reudenbach
Buch:
Die Begnadigung: Roman
Autor:
John Grisham, Ausgabe vom 7. Aug. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 76760
Die Begnadigung Arthur Morgan ist mit Abstand der mieseste Präsident, den Amerika jemals hatte. Durch diplomatische Tollpatschigkeit hätte er fast einen dritten Weltkrieg ausgelöst. Noch niemals hat ein amtierender Präsident nach vier Jahren Amtszeit bei den Neuwahlen so wenige Wahlmänner für sich gewinnen können - drei gegen hundertachtunddreißig für den Gegenkandidaten, um genau zu sein. Nur Alaska war ihm gnädig - und das wohl auch nur, weil er den Bundesstaat während des Wahlkampfs nicht besucht hat: "Nur in Amerika schafft es so ein Idiot bis an die Spitze". Eigentlich ist Morgan nur durch einen Skandal ins Amt gekommen, in den der damals bedeutendste und skrupelloseste Lobbyist des Landes, Joel Backman, verwickelt war. Jetzt drängt der CIA darauf, dass Morgan Backman am letzten Tag seiner Amtszeit noch schnell begnadigt. Für den gescheiterten Präsidenten ist das eine brillante Gelegenheit, seinem Nachfolger mit einem Skandal noch einmal richtig ins Schwitzen zu bringen. Aber der US-Geheimdienst verfolgt andere Ziele. "Wir dürfen keine amerikanischen Staatsbürger ins Visier nehmen", bringt es ein hochrangiger CIA-Mann auf den Punkt. "Das würde gegen unsere Gesetze verstoßen. Uns wäre es lieber, wenn andere das für uns erledigten." Backman hat nämlich so manches Geheimnis mit ins Gefängnis genommen: Wenn er wieder in Freiheit ist, muss man nur abwarten, welche Nation letztlich den Auftrag zu seiner Ermordung gibt. Und so wird Backman mit einer neuen Existenz ausgestattet und außer Landes gebracht. Nach einem Jahr werden entsprechende Informationen an die Russen oder Israelis gegeben. Das Spiel kann beginnen - und der CIA legt die Füße hoch ? Tatsächlich passiert eine ganze Menge in John Grishams Thriller Die Begnadigung, der die Schlinge auch erzähltechnisch immer enger zieht und aus seinem raffinierten Plot alles heraus holt, was der zu bieten hat. Mit vielen Seitenhieben auf das US-amerikanische Rechts- und Politsystem entwickelt sich sein Roman nach gemächlichem Anfang zu einer wahren Berg- und Talfahrt. Spannung bis zur letzten Minute! -Stefan Kellerer
Grisham: Die Bücher Die Jury, 1989Die Firma, 1991Die Akte, 1992Der Klient, 1993 Die Kammer, 1994 Der Regenmacher, 1995 Das Urteil, 1996Der Partner, 1997Der Verrat, 1998Das Testament, 1999 Die Bruderschaft, 2000 Die Farm, 2001 Das Fest, 2001Der Richter, 2002Die Schuld, 2003Der Coach, 2003 Die Liste, 2004Die Begnadigung, 2005
Buch:
Die Schuld: Roman
Autor:
John Grisham, Ausgabe vom 5. Juli 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 92949
Taschenbuch Die Schuld Roman, 447 Seiten, von John Grisham Für europäische Leser haben die Justiz-Thriller von John Grisham einen Reiz, der über ihre spannende Handlung und den gründlich recherchierten Hintergrund hinausgeht: Es ist die morbide Faszination eines aus den Fugen geratenen US-amerikanischen Justizsystems. In seinem neuesten Roman hat sich Grisham jene Anwälte als Zielscheibe ausgesucht, die mit aufgebauschten Schadensersatzklagen gegen Großkonzerne Millionen verdienen. Clay Carter, ein hart arbeitender Pflichtverteidiger in Washington, sieht sich vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt: Seine Freundin Rebecca möchte ihn heiraten und eine Familie gründen, doch Rebeccas Vater ist ein reicher Baulöwe, was Clay nicht mit seinem Gewissen als Umweltschützer vereinbaren kann. Außerdem bereitet es ihm Schwierigkeiten, wie selbstverständlich Rebecca Unmengen von Geld ausgibt, während er mit einem nicht eben üppigen Gehalt auskommen muss. Da erhält er plötzlich die Chance, selbst in höhere gesellschaftliche Schichten aufzurücken. Ein großer Pharmakonzern bietet ihm viel Geld dafür, einen Skandal zu verhindern: Eines ihrer Medikamente hat in wenigen Fällen eine fatale Nebenwirkung - sie macht aus harmlosen Menschen kaltblütige Mörder. Clay soll dafür sorgen, dass die Angelegenheit außergerichtlich geregelt wird. Nach kurzem Nachdenken beschließt er, sein Gewissen auf Eis zu legen und den Auftrag zu übernehmen. Er kündigt seinen verhassten Job und gründet eine eigene Anwaltskanzlei. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten, und zwar in einer Größenordnung, von der Clay früher nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Aber auch der Preis, den er dafür entrichten muss, übersteigt sein Vorstellungsvermögen. "Vertrauen Sie mir, ich bin Anwalt", lautet einer der schönsten Sätze in Grishams neuestem Justiz-Thriller - wissen wir doch alle, dass Anwälte (nicht nur, aber vor allem in den USA) ungefähr so vertrauenswürdig sind wie Gebrauchtwagenhändler. Die Schuld ist ein Großangriff auf all jene, die aus berechtigten Ansprüchen zahlreicher Kläger mehr Gewinn ziehen als die Klienten selbst. Dabei geht es gelegentlich recht plakativ zu und Grisham scheut sich auch nicht, einige altbekannte Klischees zu bemühen, um seine Ansichten deutlich zu machen. Aber die Mischung stimmt: Abenteuer aus der Welt der Reichen und Berühmten, mit einer ordentlichen Portion Sozialkritik angereichert - Grisham-Fans werden nicht enttäuscht sein. -Felix Darwin
Buch:
Die Bruderschaft
Autor:
John Grisham, Ausgabe vom 1. Sept. 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 36975
Drei verurteilte Richter brüten im Gefängnis über einem genialen Coup. Wenn alles klappt, haben sie für die Zeit nach dem Knast ausgesorgt. Sie sind gerissen und haben die richtigen Kontakte, aber ist ihre Strategie wirklich wasserdicht? Ein raffiniertes Szenario entlang der Säulen der Macht. Die Romane von John Grisham sind alle auf so geradezu systematische Weise erfolgreich gewesen, dass man leicht vergisst, dass er auch nur ein Schriftsteller ist, der sich still mit seinem Kugelschreiber abmüht, herumexperimentiert und mit jedem Buch besser wird. Wenn er als Prosa-Stilist auch nicht so begabt ist wie ein Scott Turow, so ist Grisham doch einer der besten Storyschreiber im Krimigeschäft. Seine Bücher sind von einer moralischen Anziehungskraft und einer kreativen Vision, die sie deutlich von denen seiner Kollegen abheben. Die Bruderschaft ist in vielerlei Hinsicht sein bisher kühnstes Werk. Die Geschichte entwickelt sich aus zwei unterschiedlichen Nebenhandlungen heraus. In der ersten hecken drei inhaftierte ehemalige Richter (die im Titel erwähnte "Bruderschaft"), frustriert von ihrem Verlust von Macht und Einfluss, einen ausgeklügelten Erpressungsplan aus, der wohlhabende, verdeckt homosexuelle Männer zum Opfer haben soll. Die zweite Geschichte zeichnet den Aufstieg des Präsidentschaftskandidaten Aaron Lake nach, einer Marionette des machtgierigen CIA-Chefs Teddy Maynard. Beide Erzählstränge werden im im Laufe der Handlung zusammengeführt. Grishams sorgfältige Personenbeschreibungen sind besonders beeindruckend. Ex-Richter Hatlee Beech beispielsweise ist ein faszinierender, tragischer Antiheld: ein Millionär mit lebenslanger Berufung auf sein Richteramt, der sich nach seiner Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer mit Todesfolge als einsamer, von Ehefrau und Freunden verlassener Mann wieder findet und obendrein noch pleite ist. Die zynische Betrachtung der präsidialen Politik und des Strafrechts Amerikas wirft einen düsteren Schatten auf die Geschichte. CIA-Direktor Maynard ist ein allmächtiger Dämon, der sich bestens mit dem öffentlichen Willen und den öffentlichen Geldern auskennt und auch Macht über sie ausübt. Sogar sein Präsidentschaftskandidat, der Kongressabgeordnete Lake, ist eine Schachfigur in Maynards egomanischem Spiel um Anzeigenkampagnen, illegale Spenden und internationale Intrigen. Spannung bis zum Schluss! -Patrick O'Kelley
Die ganze Welt wartet auf das Urteil von zwölf Geschworenen in einer kleinen Stadt in Mississippi Die Witwe eines Rauchers, der an Krebs gestorben ist, klagt auf Schadensersatz. Für die mächtigen Tabakkonzerne geht es um Milliarden. Jenseits der großen Synchronstudios, die den Hollywood-Stars markante deutsche Stimmen schenkt, hat auch die Hörbuch-Industrie Schauspieler gefunden, die optimal zu den gelesenen Werken passen - und sich mit Rolle und Buch hin und wieder vollständig identifizieren. Für die immer weiter wachsende Hörbuchgemeinde etwa ist Rufus Beck gleichsam Harry Potter. Und Charles Brauer, etwas weniger bekannt, ist sozusagen Die Schuld, Die Firma - oder jetzt Das Urteil. Mit Manfred Krug hat der Tatort-Kommissar nicht nur kriminalistische Fälle gelöst, sondern auch, als Runninggag am Ende, Schlager oder Jazz gesungen. Die Liebe zum Kriminalfall und die stimmliche Qualität kommen auch dieser Hörbuch-Produktion zugute. Dieser Grisham ist eigentlich wieder ein alter: Denn auch hier geht es um einen juristischen Basis-Plot, der sich zum verbrecherischen Thriller weitet. Die Witwe eines an Lungenkrebs verstorbenen Rauchers hat einen Tabakkonzern verklagt - und nun werden die Geschworenen das Gefühl nicht los, dass ihnen jemand ans Leben will. Berechtigterweise, wie sich bald herausstellt. Denn die großen Tabakkonzerne haben einen Fond gegründet, der sich um die Geschworenen "kümmern" soll. Das ist wieder einmal spannend, aber mit der Stimme Brauers wird es zum Hochgenuss. Spannung also vom ersten bis zum letzten Satz. Hörbuch, 5 CDs, zirka 383 Minuten. -Stefan Kellerer