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Jose Saramago

Seite 4
Das steinerne Floss. - José Saramago
Buch:Das steinerne Floss.
Autor:José Saramago, Ausgabe vom 1994, Broschiert, Verkaufsrang 1197515
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Jose Saramago, einer der führenden portugiesischen Gegenwartsautoren, läßt seiner ketzerischen Phantasie freien Lauf: auf unerklärliche Weise brechen die Pyrenäen entlang der französisch-spanischen Grenze auseinander, und die Iberische Halbinsel treibt hinaus auf den Atlantik. Panik und Anarchie greifen um sich, Krisenstäbe werden gebildet, die europäischen Nachbarn distanzieren sich erleichtert von dem lästigen EG-Mitglied, halbherzig bieten die USA humanitäre Hilfe an. Auf ironische Weise berichtet der Autor vom Geschick des zu neuen Ufern aufbrechenden Iberias, liefert ein Plädoyer für dessen politische und kulturelle Eigenständigkeit.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 7 Bewertungen)

Leserkommentare:*
Das steinerne Floss (5 von 5 Punkten) meint U.R.B. aus Vitoria, Spanien
Ein Buch, das zum Nachdenken anleitet. Man muss sich erst in den Stil des portugiesischen Autors einlesen.
Doch dann wird es interessant.
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Ursula M. Richter Bress

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Handbuch der Malerei und Kalligraphie - José Saramago
Buch:Handbuch der Malerei und Kalligraphie
Autor:José Saramago, Ausgabe vom 1. Okt. 1997, Taschenbuch, Verkaufsrang 339213
Preis: 7,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Der Maler H. übt noch im Zeitalter der Fotografie die Kunst des Porträts aus. Die von ihm gemalten reichen Köpfe finden Gefallen in den Chefetagen und Villen Lissabons. Bei einem Routineauftrag gerät er jedoch in eine Krise. Sein Ich sträubt sich dagegen, die Porträts weiter aufzubessern und zu vertuschen, was nicht gezeigt werden soll. Der Roman des inzwischen weltberühmten portugiesischen Erzählers ist kein "Handbuch" im eigentlichen Sinn, sondern eine originelle Meditation über dne künstlerischen Prozeß, über die Probleme des Schreibens, und zugleich ist es, auf einer untergründigen Ebene, ein poetisches und politisches Bekenntnis.

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Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 3 Bewertungen)

Leserkommentare:*
Hab mich gut amüsiert bei dieser Lektüre (5 von 5 Punkten) meint M. aus Lübeck
Ich frage mich, wie ein Schriftsteller eigentlich so genau wissen kann, wie es einem Portraitmaler ergeht - was seine zutiefst innersten Gedanken sind, wenn er seinem Modell gegenüber steht/sitzt. Herrlich, wie er die auch noch so kleinsten Momente und Empfindungen mit viel Humor seziert und beschreibt. Toll, dass ein Schriftsteller es geschafft hat, Menschen an den Vorgängen auf der anderen Seite der Leinwand teilhaben zu lassen.

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Handbuch der Malerei und Kalligraphie - Roman. - José Saramago
Buch:Handbuch der Malerei und Kalligraphie - Roman.
Autor:José Saramago, Ausgabe vom 1993, Broschiert, Verkaufsrang 745926
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Der Roman des inzwischen weltberühmten portugiesischen Erzählers ist kein "Handbuch" im eigentlichen Sinn, sondern eine originelle Meditation über den künstlerischen Prozeß, über die Probleme des Schreibens, und zugleich ist es, auf einer untergründigen Ebene, ein poetisches und politisches Bekenntnis. "Grandios erzählt". (Süddeutsche Zeitung)

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Hab mich gut amüsiert bei dieser Lektüre (5 von 5 Punkten) meint M. aus Lübeck
Ich frage mich, wie ein Schriftsteller eigentlich so genau wissen kann, wie es einem Portraitmaler ergeht - was seine zutiefst innersten Gedanken sind, wenn er seinem Modell gegenüber steht/sitzt. Herrlich, wie er die auch noch so kleinsten Momente und Empfindungen mit viel Humor seziert und beschreibt. Toll, dass ein Schriftsteller es geschafft hat, Menschen an den Vorgängen auf der anderen Seite der Leinwand teilhaben zu lassen.

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Handbuch der Malerei und Kalligraphie - José Saramago, Maria E. Alvelos
Buch:Handbuch der Malerei und Kalligraphie
Autor:José Saramago, Maria E. Alvelos, Ausgabe vom 1990, Gebunden, Verkaufsrang 579528
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José Saramago, geboren 1922 in einem Dorf in der portugiesischen Provinz Ribatejo, entstammt einer Landarbeiterfamilie. Der Romancier, Erzähler, Lyriker, Dramatiker und Essayist erhielt 1998 den Nobelpreis für Literatur. Er lebte auf Lanzarote, wo er im Juni 2010 verstarb.

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Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 3 Bewertungen)

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Hab mich gut amüsiert bei dieser Lektüre (5 von 5 Punkten) meint M. aus Lübeck
Ich frage mich, wie ein Schriftsteller eigentlich so genau wissen kann, wie es einem Portraitmaler ergeht - was seine zutiefst innersten Gedanken sind, wenn er seinem Modell gegenüber steht/sitzt. Herrlich, wie er die auch noch so kleinsten Momente und Empfindungen mit viel Humor seziert und beschreibt. Toll, dass ein Schriftsteller es geschafft hat, Menschen an den Vorgängen auf der anderen Seite der Leinwand teilhaben zu lassen.

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Das steinerne Floß - José Saramago
Buch:Das steinerne Floß
Autor:José Saramago, Ausgabe vom 19. Okt. 1998, Gebunden, Verkaufsrang 348067
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Jose Saramago, einer der führenden portugiesischen Gegenwartsautoren, läßt seiner ketzerischen Phantasie freien Lauf: Auf unerklärliche Weise brechen die Pyrenäen entlang der französisch-spanischen Grenze auseinander, und die Iberische Halbinsel treibt hinaus auf den Atlantik. Panik und Anarchie greifen um sich, Krisenstäbe werden gebildet, die europäischen Nachbarn distanzieren sich erleichtert von dem lästigen EG-Mitglied, halbherzig bieten die USA humanitäre Hilfe an. Auf ironische Weise berichtet der Autor vom Geschick des zu neuen Ufern aufbrechenden Iberias, liefert ein Plädoyer für dessen politische und kulturelle Eigenständigkeit.

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Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 7 Bewertungen)

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Das steinerne Floss (5 von 5 Punkten) meint U.R.B. aus Vitoria, Spanien
Ein Buch, das zum Nachdenken anleitet. Man muss sich erst in den Stil des portugiesischen Autors einlesen.
Doch dann wird es interessant.
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Ursula M. Richter Bress

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Geschichte der Belagerung von Lissabon - José Saramago
Buch:Geschichte der Belagerung von Lissabon
Autor:José Saramago, Ausgabe vom 1992, Gebunden, Verkaufsrang 691001
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Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Geschichte der Belagerung von Lissabon
OT História do Cerco de Lisboa OA 1989 DE 1992Form Roman Epoche Gegenwart
In seinem heiteren Liebesroman aus dem modernen Lissabon macht José Saramago zugleich grundsätzliche Fragen - nach der Erkennbarkeit der Geschichte und den Quellen der künstlerischen Kreativität - zum Thema.
Inhalt: Raimundo Silva, ein bescheidener und zurückhaltender Mann um die Fünfzig, arbeitet als Korrektor für ein Lissabonner Verlagshaus. In ein historisches Werk über die Belagerung und Einnahme des maurischen Lissabon durch den späteren portugiesischen König Dom Afonso Henrique und die europäischen Kreuzritter (1147), allgemein als Gründungsmythos der portugiesischen Nation geltend, fügt er aus einem Impuls heraus an entscheidender Stelle ein "nicht" ein: Die Kreuzritter hätten den Portugiesen in jenem Kampf nicht beigestanden. Während sich Raimundo Silva gegenüber für diese Eigenmächtigkeit verantworten muss, wächst seine Sympathie für eine neue Vorgesetzte, die Lektorin Doktor Maria Sara. Sie ermuntert ihn, jenes "nicht" als Ausgangspunkt einer "anderen" Geschichte Lissabons ernst zu nehmen und diese Geschichte zu schreiben. In dem Maße, wie er der Empfehlung nachkommt, entdeckt er seine bislang verschütteten kreativen und emotionalen Möglichkeiten. Mit dem Abschluss seiner Geschichte der Eroberung Lissabons findet auch die Liebesgeschichte zwischen ihm und Maria Sara ihre Erfüllung.
Aufbau: Der Reiz des Romans liegt einerseits in der Kombination verschiedener Ebenen, die sich gegenseitig reflektieren - er ist Schriftsteller-Roman, Liebesroman und historischer Roman zugleich. Andererseits ist die Erzählperspektive bemerkenswert, die Saramago hier wie in den meisten Romanen benutzt: Ein allwissender und redseliger Erzähler, in der Gegenwartsliteratur sonst nur noch selten anzutreffen, berichtet souverän und greift zuweilen auch in die Zukunft vor; er kommentiert, bewertet und relativiert das Erzählte, wobei er über philosophische Kategorien ebenso verfügt wie über Volksweisheiten und Sprichwörter. Damit bleibt er nicht nur nah am Lebensraum der Figuren, sondern bezieht auch seine Leser kommunikativ ein. Die politisch motivierte Sympathie mit seinen "einfachen" Figuren hindert Saramago nicht, weit reichende moralische und erkenntnistheoretische Probleme abzuhandeln - hier etwa die "postmoderne" Frage nach dem Verhältnis von Geschichte, Geschichtsschreibung und Fiktion.
Wirkung: Im Gegensatz zu einigen späteren Romanen Saramagos erreichte die Geschichte der Belagerung... nicht das große Publikum. Die Kritik reagierte fast einhellig begeistert auf die kunstvoll verwobene Geschichte, in der Schreiben und Lesen selbst zum Thema werden. J. V.

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NEIN statt JA (5 von 5 Punkten) meint R.F. aus Vienna, Austria
Nein - statt ja... der Anfang einer Liebesgeschichte, wie sie wahrscheinlich nur José Saramago schreiben kann. Er versteckt seine "Story" hinter einer "Was wäre wenn die Kreuzritter NEIN gesagt hätten" (NEIN zu Hilfe bei der Vertreibung der Mauren aus dem besetzten Lissabon). Es knistert ab der ersten Begegnung zwischen dem Korrektor (eine am Anfang eher typische Saramago Figur - allein lebend, etwas weltfremd) und der Frau Doktor (seiner Chefin - eine "Powerfrau", geschieden). Es ist ein Vergnügen, die langsame Annäherung (der erste Kuß fällt nach ca. 350 Seiten - von ca. 430) der beiden mitzuverfolgen. Ein wunderbares Buch, geschrieben mit einer sprachlichen Eleganz, die ihresgleichen sucht...

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Das Todesjahr des Ricardo Reis. - José Saramago
Buch:Das Todesjahr des Ricardo Reis.
Autor:José Saramago, Ausgabe vom 1996, Broschiert, Verkaufsrang 1180118
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Welch überraschendes Aufeinandertreffen! Ricardo Reis, das andere Ich des berühmten Dichters Fernando Pessoa, begegnet seinem Erfinder kurz nach dessen Tod in einem Lissabonner Hotel... Der große Erzähler Jose Saramago inszeniert diese Fiktion zu einem meisterhaft ironischen Verwirrspiel über eine dunkle Epoche Portugals.

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Eine Affäre mit der Wirklichkeit (5 von 5 Punkten) meint H. aus Köln
"Das Todesjahr des Ricardo Reis" des großen José Saramago ist ein phänomenaler Roman. Das Buch ist eine wunderbare Hommage an einen der bedeutendendsten Dichter Portugals, an Fernando Pessoa. Es ist gleichzeitig Rückblick und Deutung der Geschichte Portugals zur Zeit von Salazar.Und damit ein eminent politischer Roman. Und: es ist eine großartige Dichtung.

Ricardo Reis ist eines der Heteronyme, eine der Masken, eines der Spiegelbilder von Fernando Pessoa. Eines also seiner vielen Ichs als Mensch und als Dichter. Der Leser begegnet Ricardo in den letzten Monaten seines Romanlebens. Aus Brasilien zurückgekehrt in seine Heimat, nach Lissabon, verbringt Reis seine Zeit erst in einem Hotel, später in einer eigenen Wohnung. Der Arzt, der Gedichte schreibt (wie sie auch der Pessoa-Reis geschrieben hat), erlebt seine Stadtim politischen und gesellschaftspolitischen Umbruch. Und nicht nur seine Stadt, sondern die Welt, in der sich Kriege abspielen, Diktaturen entstehen und Bürgerkriege stattfinden.

Mehr noch: Ricardo Reis gerät in die Fänge des portugiesischen Geheimdienstes, wird überwacht, Die Gründe sind fadenscheinig. Allerdings beeindruckt ihn das weniger. Mehr dafür ist er beeindruckt von Lidia, Zimmermädchen in dem Hotel, in dem Ricardo Reis lebt. Und dann gibt es noch das Mädchen mit dem gelähmten Arm, zu dem er eine platonische Liebesbeziehung entwickelt.

Wer also ist dieser Ricardo Reis? Die Figur, die Pessoa geschaffen hat oder die, die der Dichter Saramago geschaffen hat? Ist er nur eine flüchtige Erscheinung, der das Leben noch gerade einmal neun Monate Lebenszeit zugestanden hat? Existentielle Fragen diskutiert er mit einem nächtlichen Besucher - mit seinem Schöpfer und Alter ego Fernando Pessoa, der im Jahre der Rückkunft von Ricardo Reis - also 1935 - gestorben ist. Über seinen Tod will er mehr wissen, forscht in Zeitungsarchiven. Dabei trifft er auch auf Àlvaro de Campos, Alberto Caeiro und eben - ja wen? Auch auf Ricardo Reis? Was also ist Imagination, was ist Fiktion und Realität? Dieser Pessoa - spöttisch und ironisch - verdächtigt jedenfalls Reis, "eine Affäre mit der Wirklichkeit" zu haben.

Immer wieder findet Saramago neue Vermutungen über das eine und andere, über den einen und anderen. Am Ende hat der Leser das Gefühl, dieser Ricardo Reis ist eine rein "ätherische Existenz".

Der Roman ist ein meisterhaftes Vexierspiel, brillant konstruiert und blendend geschrieben. José Saramago weiß auf der geamten Klaviatur der Literarischen Formen souverän zu spielen. Ein komplexes Werk, ein hervorragender Roman und - für den, der sich auf das Buch einlässt - eine faszinierende Lektüre.



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Das Evangelium nach Jesus Christus - José Saramago
Buch:Das Evangelium nach Jesus Christus
Autor:José Saramago, Ausgabe vom 1993, Gebunden, Verkaufsrang 586767
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Saramagos Jesus ist sehr irdisch, klug, voller Fragen: Ist seine große Liebe zu Maria Magdalena verwerflich? Warum heben die Wunder, die er (übrigens wider Willen) vollbringen kann, den Tod nicht auf, sondern verschieben sein Eintreten nur? Und warum schlägt Gott die Versöhnung mit Luzifer aus? Fragen, auf die er nur sehr unzureichende Antworten bekommt. Jesus muß erkennen, daß sein Vater ein despotischer Gott mit einem unstillbaren Hunger nach Macht ist. Eine skandalöse neue Heilandsgeschichte, die nach dem Erscheinen im katholischen Portugal für heftige Debatten sorgte.

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Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 13 Bewertungen)

Leserkommentare:*
"Du kannst Gottes Willen nicht zuwider handeln, Nein, aber meine Pflicht ist es, dies zu versuchen" (501). (5 von 5 Punkten) meint M.D. aus Bochum
"Wann, Herr, kommt der Tag, daß du dich uns zuwendest und vor den Menschen deine Irren, eingestehst" (164). Es verwundert nicht, dass die katholische Kirche in all ihrer Borniertheit gegen Jose Saramagos Roman "Das Evangelium nach Jesus Christus" Sturm lief und ihn aus den Buchläden verbannt sehen wollte. Diese satanischen Verse wollte man den eigenen Schäfchen nicht zumuten. Humorlose Fundamentalisten gibt es halt nicht nur im Morgen- sondern auch im Abendland. Alle anderen erwartet hier ein Roman der Extraklasse des kürzlich verstorbenen portugiesischen Literaturnobelpreisträgers.

Dabei ist der Titel durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Plot des Romans dreht sich rund um die Lebensgeschichte des Jesus von Nazareth beginnend mit seiner Zeugung bis zur Kreuzigung. Berichtet wird die Geschichte aus Sicht des für Saramagos typischen allwissenden Erzählers, der sich mit ironisch-süffisanten Bemerkungen nicht zurückhält. Und die arme gerade in den vergangenen Monaten so geplagte katholische Seele wird gleich zu Beginn des Romans zutiefst erschüttert, da hier äußerst anschaulich der Jungfrauenmythos, ein Zeichen der neurotisch-verlogenen Sexualmoral der katholischen Kirche, dekonstruiert wird: "Gott, der allenorts ist, war auch hier zugegen, doch da er ist, was er ist, rein ein Geist, konnte er nicht sehen, wie die Haut des einen die Haut des anderen berührte, wie sein Fleisch in ihr Fleisch drang [...] und sicherlich war er schon nicht mehr zugegen, als Josefs geheiligter Samen sich in das geheiligte Innere Marias ergoß" (27).

So und so ähnlich interpretiert der Roman die bekannten Geschichten aus dem Neuen Testament: Der Kindsmord des Herodes, die Jugendzeit Jesu, die so in keinem der bekannten Evangelien nachzulesen ist, seine sehr körperlich vonstatten gehende Liebesbeziehung zu Maria Magdalena und schließlich seine Zeit als Menschenfischer mit bekanntem Ausgang. Dabei gehört das Vorspiele zur Kreuzigung zu den absoluten Highlights des Romans. In einem Gespräch mit dem Teufel (!!), der mit Gott eine Einheit bildet, offenbart der Allwissende seinem Sohn die Pläne, die er für ihn vorgesehen hat: "Die des Märtyrers, mein Sohn, des Opfers, so lässt sich der Glaube noch am ehesten verbreiten und entfachen" (423). Der ziemlich perplexe Jesus, in dessen Lebensplanung ein qualvoller Tod eigentlich nicht vorgesehen war, fragt nach, wie der Herr denn auf so eine Idee gekommen sei. Diese entpuppt sich als genialer Marketingstratege und antwortet: "Die Zeiten, da man denen Gehör schenkte, sind vorbei, heute wirken nur noch radikale Mittel, etwas, das schockiert, das die Gefühle mitreißt, Ein Gottessohn am Kreuz, zum Beispiel" (430). Was denn aus diesem neuen Glauben, dem Christentum, in der Zukunft werden wird, verlangt Jesus zu wissen. Als Antwort gibt Gott etwas missmutig einen kurzen Abriss des Blutzolls, den dieser Glaube verlangen wird. Erschüttert und angewidert schleudert Jesus Gott sein persönliches Non Serviam entgegen: "Du kannst Gottes Willen nicht zuwider handeln, Nein, aber meine Pflicht ist es, dies zu versuchen" (501). Doch schon bald muss Jesus feststellen, dass er die Perfidität Gottes noch unterschätzt hat.

Fazit: Witzig, provozierend und höchstaktuell. Ein Gott, der die Vorteile eines öffentlich zur Schau getragenen Opfertodes erörtert, erinnert doch sehr an die Planer der zahlreichen Selbstmordattentate rund um den Globus. Nach Saramagos Tod am 18. Juni 2010 beschimpfte das Kampfblatt des Vatikans L'Osservatore Romano Saramago als "populistischen Extremisten". Wie so oft sagt dieses Nachtreten mehr über den Urteilenden als über den Geurteilten aus. Es bleibt zu hoffen, dass die Romane dieses großen Schriftstellers noch lange gelesen werden.


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Der Stuhl und andere Dinge - José Saramago
Buch:Der Stuhl und andere Dinge
Autor:José Saramago, Ausgabe vom 1. Okt. 1997, Taschenbuch, Verkaufsrang 357021
Preis: 6,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Ein Sofa erkrankt an Fieber, Türen werden zu angriffslustigen Kreaturen, Briefkästen und ganze Gebäude verschwinden, um zu Menschen zu werden. In seinen phantastischen Erzählungen nähert sich der große portugiesische Schriftsteller José Saramago einem tiefgründigen und facettenreichen Thema. Was hat es mit "den Dingen" auf sich, die uns alltäglich mit scheinbarer Selbstverständlichkeit umgeben ? Welche Macht haben sie über uns ?

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)

Leserkommentare:*
aufwühlende Literatur (5 von 5 Punkten) meint A.R. aus Sauerland
Diese Sammlung von Kurzgeschichten ist literarisch anspruchsvoll und regt zum Denken an. Jede Geschichte hat ihren eigenen Charakter, manchmal verwirrend aber immer erhellend und unvergesslich.

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Hoffnung in Alentejo - Roman. - Jose Saramago
Buch:Hoffnung in Alentejo - Roman.
Autor:Jose Saramago, Ausgabe vom Okt. 1997, Broschiert, Verkaufsrang 684566
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Die Provinz Alentejo, das Land der Sonne, des Weizens, der Olivenhaine und Korkeichen, das Land der Großgrundbesitzer und der Tagelöhner. Der portugiesische Romancier Jose Saramago verfolgt hier das Schicksal einer Tagelöhnerfamilie über vier Generationen, von der Jahrhundertwende bis kurz nach der Revolution 1974.

Leserbewertungen:
Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 9 Bewertungen)

Leserkommentare:*
Nehmen wie diese Ameise... (Seite 140) (5 von 5 Punkten) meint K.W.
Saramago kann nicht genug gelobt werden; er schreibt in einem Stil, der einem das Herz aufgehen lässt. Ich habe den Roman als 4. Buch Saramagos gelesen (Alle Namen, Ricardo Reis, Evangelium; als erstes hatte ich Kontakt mit ihm über "Die Stadt der Blinden" - als Hörbuch, nach dessen "Auditüre" mir völlig klar war, dass Saramago den Literaturnobelpreis hatte erhalten müssen). Es ist ein politisches Buch, das auch noch der Schönheit der Sprache (dessen, der sie nicht nur beherrscht, sondern liebevoll und ehrfürchtig behandelt) sich verpflichtet fühlt. Die Folterszene, die hier auf Seite 140 beginnt, ist das sich zutiefst mir Eingebrabene dieses Buches und steht einem Aleksandar Tisma ("Schule der Gottlosigkeit") in nichts nach - im Gegenteil es ist parteiisch und engagiert.
Zwei "Wegen-mit-Dativ-Fehler" sind der Übersetzung vorzuhalten, aber auch das kann einen Sprachtitanen wie Saramago nicht verwässern... Es ist nicht nötig, Portugal bereist zu haben, um die Großartigkeit dieses Buches würdigen zu können. Die Detailverliebheit Saramagos, die ungewöhnlichen Einsichten, die so scheinbar nebensächlich eingestreut werden, lassen die tiefe Verbundenheit Saramagos mit den unterdrückten Menschen nie in den Hintergrund treten, sondern bereichern das Lesevergnügen zusätzlich. Der Roman ist auch eine schonungslose Kritik an der Amtskirche, die immer auf Seiten derer steht, die Macht und Geld besitzen, die ihre falschen Versprechungen dazu missbraucht, die Menschen klein zu halten, anstatt sie zu ermuntern aufzustehen und ihr Recht durchzusetzen. Gäbe es nicht die Befreiungstheologie in Lateinamerika, man müsste jedem Katholiken nach dieser Lektüre dringend empfehlen, den heiligen Stuhl auf den Scheiterhaufen zu werfen...
Weltliteratur, voller Liebe, Philosophie, und genialer Ausdrucksmöglichkeiten, schelmisch, ironisch, zynisch, humanistisch und ohne Agitation; absolute Spitze des Eisberges an Bedrucktem, das die Buchhandlungen auslegen können!

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