Aus der Amazon.de-Redaktion Ob man gleich von einem neuen Buchtyp sprechen muss, wie es der Verlag tut, sei dahingestellt. Außer Frage jedoch steht, dass Kai Strittmatters großformatiges Istanbul eine ungewöhnliche und sehr gelungene Mischung aus Text und Fotos darstellt und alles andere als einen x-ten Aufwasch eines Stadtporträts und erst recht als einen herkömmlichen Reiseführer darstellt. Das liegt zum einen am Buchkonzept und zum anderen an Kai Strittmatter selbst, dessen Beobachtungsgabe und ebenso tiefsinniger wie schöngeistiger Schreibstil aus der Masse deutscher Autoren deutlich hervorsticht. Nicht umsonst arbeitet er seit Jahren als Korrespondent bei der Süddeutschen Zeitung, erst in China und seit 2005 in der Türkei. Klar, dass er sich da auch mit der größten und interessantesten Stadt des Landes, nämlich Istanbul, gut auskennt. Diese Erfahrungen verarbeitet er in 14 ganz unterschiedlichen Geschichten, echten Reportagen, die den Themenbogen von der Politik über Religion bis zur Gesellschaft spannen. Strittmatter beschreibt, wie die Türken ihre Vergangenheit entdecken. Wie der Palastdirektor Ilber Ortayli und der Kunstgeschichtler Serdar Gülgün allem Osmanischen zu einer Renaissance verhelfen. Oder über die Stadterneuerung des Viertels Sulukule, das zugleich die Vertreibung für Roma-Musiker bedeutet. Ungewöhnlich und interessant ist auch ein Porträt des "Sultans der Beschneider" Kemal Özkan. Keiner macht die türkischen Jungen so zum Mann wie er. Die Angler von der Galatabrücke kommen ebenso vor wie die ganz großen Fische: Ara Güler, der größte Fotograf der Türkei. Auf seinen Bildern hat er das alte Istanbul eingefangen. Klar, dass da einige Schwarzweißfotos aus den 50er-Jahren folgen. Überhaupt die Bilder. Sie nehmen einen großen Platz ein, auch in Gestalt von Doppelseiten, und verdienen ein Extralob. Reto Guntli, der in Zusammenarbeit mit Agi Simoes die Fotos extra für dieses Buch geschossen hat, trägt damit viel zum Erfolg des Buches bei. Das Tüpfelchen auf dem Istanbul-i sind dann noch eine Zeittafel, ein Glossar sowie eine Adressliste wichtiger Örtlichkeiten.- Christian Haas
Ein Volk schlägt Salto. Kai Strittmatter - Korrespondent der 'SüddeutschenZeitung' in Chinas Hauptstadt - berichtet mitten aus dem Zentrum einesWirbelsturms, der in Peking keinen Stein auf dem anderen lässt und es zurstaubigsten, lautesten und aufregendsten Stadt der Erde macht. Es gibt Bücher, die den Leser bereits nach wenigen Zeilen in ihren Bann schlagen und nicht eher verweilen lassen, als bis das Auge den letzten Quadratzentimeter zwischen den Buchdeckeln durchmessen hat. Kai Strittmatters Artikelsammlung Pekinger Himmelsstürze gehört definitiv zu dieser Kategorie von Büchern. Der Autor, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Peking, ist ein scharfsinniger Beobachter des chinesischen Alltagslebens und versteht sich meisterhaft darauf, ausgehend von konkreten Beispielen ein Panorama der chinesischen Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen und Ungereimtheiten zu skizzieren. Ob die begeisterte Aufnahme der IKEA-Filiale in Peking, die Empörung über das erste Starbucks-Café in der Verbotenen Stadt, dessen Platz nicht einmal für eine Kaffeemaschine ausreicht, oder die erste Techno-Party auf der Großen Mauer vor den staunenden Augen der Dorfbevölkerung, stets wird der Konflikt, das Aufeinanderprallen verschiedener Ansichten und Lebenswelten in den Mittelpunkt gestellt. Was die Artikel Strittmatters auszeichnet, ist der treffsichere Humor. Jeder, der sich für längere Zeit in Peking aufgehalten hat, fühlt sich bei den Themen "Baulärm" und "Warum Chinesen nicht leise sein wollen" nur allzu gründlich an diese Zeit erinnert. Sehr realitätsgetreu sind auch die Schilderungen des Fliegens mit Maschinen der staatlichen chinesischen Gesellschaft CAAC (von bösen Zungen mit "China Airlines Always Crashes" oder neuerdings mit "China Airlines Always Cancels" übersetzt) im Allgemeinen und dem Verhalten der chinesischen Mitreisenden im Besonderen. Am eindrucksvollsten ist indes das Kapitel anläßlich des 10. Jahrestags des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Auf wenigen Seiten gelingt es dem Autor hier, die komplexe Lage darzustellen und den Umbruch vom jugendlichen Idealismus des Frühlings 1989 zur inneren Immigration einer ganzen Generation in der Folgezeit zu beschreiben. Alles in allem ein Buch, das ebenso unterhaltend wie tiefsinnig ist. -Daniel Leese
Buch:
Vorwärts, Genossen!: Chinesische Sternenfischer
Autor:
Kai Strittmatter, Ausgabe vom 1. Aug. 2003, Gebunden, Verkaufsrang 441151
Product Description China befindet sich im rasanten Aufbruch in die Gegenwart und schlägt süss-saure Purzelbäume in eine verheissungsvolle Zukunft. Kai Strittmatter, Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung", porträtiert in seinen Geschichten die Menschen eines der ältesten Kulturvölker der Erde, die sich zwischen den Überresten des Kommunismus, alten Traditionen und den Erfordernissen der Moderne neu orientieren.
Hörbuch:
Atmen einstellen, bitte!, 2 Audio-CDs
Autor:
Kai Strittmatter, Roland Koch, Ausgabe vom 2001, Audio CD, Verkaufsrang 2034295
Aus der Amazon.de-Redaktion Es gibt Bücher, die den Leser bereits nach wenigen Zeilen in ihren Bann schlagen und nicht eher verweilen lassen, als bis das Auge den letzten Quadratzentimeter zwischen den Buchdeckeln durchmessen hat. Kai Strittmatters Artikelsammlung Pekinger Himmelsstürze gehört definitiv zu dieser Kategorie von Büchern. Der Autor, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Peking, ist ein scharfsinniger Beobachter des chinesischen Alltagslebens und versteht sich meisterhaft darauf, ausgehend von konkreten Beispielen ein Panorama der chinesischen Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen und Ungereimtheiten zu skizzieren. Ob die begeisterte Aufnahme der IKEA-Filiale in Peking, die Empörung über das erste Starbucks-Café in der Verbotenen Stadt, dessen Platz nicht einmal für eine Kaffeemaschine ausreicht, oder die erste Techno-Party auf der Großen Mauer vor den staunenden Augen der Dorfbevölkerung, stets wird der Konflikt, das Aufeinanderprallen verschiedener Ansichten und Lebenswelten in den Mittelpunkt gestellt. Was die Artikel Strittmatters auszeichnet, ist der treffsichere Humor. Jeder, der sich für längere Zeit in Peking aufgehalten hat, fühlt sich bei den Themen "Baulärm" und "Warum Chinesen nicht leise sein wollen" nur allzu gründlich an diese Zeit erinnert. Sehr realitätsgetreu sind auch die Schilderungen des Fliegens mit Maschinen der staatlichen chinesischen Gesellschaft CAAC (von bösen Zungen mit "China Airlines Always Crashes" oder neuerdings mit "China Airlines Always Cancels" übersetzt) im Allgemeinen und dem Verhalten der chinesischen Mitreisenden im Besonderen. Am eindrucksvollsten ist indes das Kapitel anläßlich des 10. Jahrestags des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Auf wenigen Seiten gelingt es dem Autor hier, die komplexe Lage darzustellen und den Umbruch vom jugendlichen Idealismus des Frühlings 1989 zur inneren Immigration einer ganzen Generation in der Folgezeit zu beschreiben. Alles in allem ein Buch, das ebenso unterhaltend wie tiefsinnig ist. -Daniel Leese 1
Buch:
Dai Oing - Zwei Studien über eine oppositionelle Journalistin der VR China
Autor:
Claudia Kaiser, Kai Strittmatter, Ausgabe vom 1995, Broschiert,