Erscheinungsjahr: 2003 8. Aufl. Gewicht: 852 gr / Abmessung: 23 cm Von Popper, Karl R. / Hrsg. v. Kiesewetter, Hubert Nur wenige sind fähig, eine politische Konzeption zu entwerfen und durchzuführen, aber wir sind alle fähig, sie zu beurteilen. (Perikles von Athen) Die offene Gesellschaft und ihre Feinde ist ein sozialphilosophisches Hauptwerk dieses Jahrhunderts. In Deutschland lange Zeit unterschätzt bzw. absichtsvoll missverstanden, nicht zuletzt durch Diffamierungen aus dem Umkreis der Frankfurter Schule ( Adorno, Habermas et al.), gilt es heute selbstverständlich als ein Standardwerk zum Thema Totalitarismus und Geschichtsphilosophie. Popper versteht unter offenen Gesellschaften die diversen Formen der Demokratie, vom klassisch-demokratischen Athen bis hin zu den modernen Gesellschaften der "western civilization", im Unterschied zu den geschlossenen (statischen) Gesellschaften der Stammeskulturen, der antiken Diktaturen und Tyranneien, bis hin zu den diktatorischen Regimen unseres Jahrhunderts. Von 1939 bis 1942, Anlass war der Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Österreich, hat Popper an den beiden Bänden der Offenen Gesellschaft geschrieben: Gegen Hitler und Stalin; gegen Nazismus und Kommunismus. Im ersten Band geht es vor allem um eine Kritik an Platon, insbesondere an der platonischen Staatsphilosophie und Ideenlehre: "So ging ich auf Spurensuche in der Geschichte; von Hitler zurück zu Platon: dem ersten großen politischen Ideologen, der in Klassen und Rassen dachte und Konzentrationslager vorschlug." Ohne die nicht zu überschätzende Bedeutung des griechischen Genies für die Philosophie und die Entwicklung des abendländischen Denkens zu schmälern, findet Popper in den staatsphilosophischen Schriften Platons politische Programme, die man mit gutem Recht als totalitär bezeichnen kann: Strenge Klasseneinteilung, Identifikation des Schicksals des Staates mit dem Schicksal der herrschenden Klasse, starre Regeln zur Züchtung und Erziehung dieser Klasse, Kollektivierung aller ihrer Interessen, Alleinrecht dieser Klasse auf militärische Ausbildung. Der Staat selbst ist unwandelbar, da er als "Idealstaat" (Platon) ohnehin nicht zu verbessern ist; der durch seine Weisheit legitimierte Herrscher ist als Herr und Kenner der "historischen Gesetzmäßigkeiten" (Lenin, Stalin, Hitler lassen grüßen!) ohnehin legitimiert und, auf die Stimmen des Volkes, der "Herde", nicht angewiesen, darf er "..Lügen verbreiten und die Feinde sowie die eigenen Bürger zum besten des Staates..täuschen, und kein anderer darf dieses Vorrecht anrühren." ( Platon, Der Staat, 389b) Popper ist es ausdrücklich nicht darum zu tun, große und größte Geister herabzusetzen, aber: "Große Männer können große Fehler machen, und ich versuche hier zu zeigen, das einige der größten geistigen Führer der Vergangenheit einen immer wieder erneuerten Angriff auf Freiheit und Vernunft unterstützt haben" (Popper 1945). Eine auch im Lichte der neuesten Geschichte überaus aktuelle Bemerkung. Platon lesen? Unbedingt! Aber nehmen wir auch große Geister nicht in allem allzu wörtlich und hüten wir uns, unter Vorgabe sozialtherapeutischer Offenbarungen offene Gesellschaften in geschlossene zu verwandeln. -Dietrich Thieden
Buch:
Das Ich und sein Gehirn: Mit 66 Abbildungen
Autor:
Karl R. Popper, John C. Eccles, Ausgabe vom Mai 1989, Taschenbuch, Verkaufsrang 86995
Karl R. Popper 1902 - 1994 war einer der einflußreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Er hat die Wissenschaftstheorie, die Diskussion um das Leib-Seele-Problem und das politische Denken maßgeblich beeinflußt. Dieser Band führt mit zentralen Texten Poppers in dessen Denken ein. Er macht deutlich, wie klar der Philosoph schwierige Fragen analysieren und wie verständlich und einfach er schreiben konnte. Poppers intellektuelle Unabhängigkeit - die in unseren Tagen allein schon ans Wunderbare grenzt - ist zweifellos das Ergebnis von Poppers Idee der Kritik, der Suche nämlich nach Fehlern, aus denen wir am meisten lernen können. Die Zeit Rechtzeitig zum 100. Geburtstag des 1994 verstorbenen Wissenschaftstheoretikers und Philosophen Karl Raimund Popper am 28. Juli 2002 ist bei Piper ein neuer Band erschienen. Darin präsentieren Heidi Bohnet und Klaus Stadler anhand von klug ausgewählten Texten einen Querschnitt der Gedankenwelt des Begründers des Kritischen Rationalismus. Der Titel der Textsammlung trägt der zentralen Grundüberzeugung Poppers Rechnung, dass die Philosophie nicht nur alle Menschen angeht, sondern dass jeder Mensch notwendig Philosoph ist, weil es ihm aufgrund seines Menschseins aufgegeben ist, über die Grundfragen des Lebens nachzudenken. Wenngleich Popper anerkannte, dass manche Menschen mehr als andere über die Begabung zum Philosophieren verfügen, so stand er - obgleich als Universitätsprofessor selbst "Berufsphilosoph" - der professionellen Philosophie immer skeptisch gegenüber: dies vor allem wegen seines Misstrauens gegenüber einer vermeintlichen "philosophischen Elite". In einem Interview sagte er einmal: "Ich glaube vor allem nicht, dass es eine philosophische Elite gibt in dem Sinne, dass die Berufsphilosophen eine besonders wichtige Gruppe in unserer Gesellschaft bilden." Bei alledem wies Popper den Berufsphilosophen eine wichtige Aufgabe zu, nämlich: "die Dinge, die manche andere als selbstverständlich hinnehmen, kritisch zu untersuchen. Denn viele dieser Ansichten sind einfach Vorurteile, die unkritisch und selbstverständlich hingenommen werden, aber sehr oft einfach falsch sind. Um das herauszubekommen, braucht es vielleicht so etwas wie einen Berufsphilosophen, der sich Zeit zum kritischen Nachdenken nimmt." In dieser Hinsicht verstand sich Popper als sokratischer Therapeut, der seinen Hörern und Lesern das Rüstzeug an die Hand gibt, das Nicht-Selbstverständliche des scheinbar Selbstverständlichen zu erkennen. Auch das vorliegende Buch legt Zeugnis von dieser Grundausrichtung der Popper'schen Philosophie ab. Der gelungene Auswahlband enthält einschlägige Texte, die den Themenbereichen gewidmet sind, die Popper sein Leben lang begleitet haben: "Bewusstsein und menschliches Selbstbewusstsein", "Erkenntnis - Lernen - Wissen" sowie "Politik und Geschichte". Die Zusammenschau zeigt sehr schön, wie sehr die verschiedenen Themen im Denken Poppers miteinander verwoben sind. -Andreas Vierecke
Buch:
Die offene Gesellschaft und ihre Feinde - Band 2 - Falsche Propheten - Hegel, Marx und die Folgen (UTB 473)
Autor:
Karl R. Popper, Ausgabe vom 1980, Taschenbuch, Verkaufsrang 88841
Buch:
Gesammelte Werke 3 - Logik der Forschung: BD 3
Autor:
Karl R. Popper, Ausgabe vom 20. Mai 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 97109
Ein Leben lang hat sich der aus Wien stammende Philosoph Karl R. Popper mit den Vorsokratikern Parmenides, Xenophanes, Heraklit und anderen auseinandergesetzt. Europa verdankt ihnen die Grundlegung seiner Philosophie, seiner Wissenschaft und seines Humanismus. In dieser einzigartigen Sammlung von Texten wird deutlich, wie die Urväter der Philosophie und Naturwissenschaft Probleme durchdacht haben. Popper zeigt in seiner klaren Sprache die erstaunliche Vielfalt und ungebrochene Aktualität frühgriechischen Denkens. Parmenides öffnete mir die Augen für die poetische Schönheit der Erde und des gestirnten Himmels. Er lehrte mich, sie mit neuem Forscherblick zu betrachten. Karl R. Popper Die Behauptung, die Philosophie des Vorsokratikers Parmenides markiere den "Ursprung des europäischen Denkens", wird manchen zum Widerspruch reizen. Sie kann aber - obwohl mit Parmenides in der europäischen Philosophiegeschichte seit Aristoteles oft recht harsch ins Gericht gegangen wurde - immerhin auch manchen Zeugen für sich in Anspruch nehmen, so etwa Martin Heidegger. Gerade den aber bei der Parteinahme für einen Denker mit dem kritischen Rationalisten Karl Raimund Popper auf der selben Seite zu sehen, das ist schon einigermaßen überraschend. Doch zur Beruhigung: Die Parmenides-Interpretationen Heideggers und Poppers unterscheiden sich gewaltig. Wie entschieden Poppers Lesart von Beginn an alles andere als eine ontologische ist, wird deutlich in den wenigen Sätzen, die der Herausgeber Arne F. Petersen aus seiner Erinnerung an eine Diskussion Poppers mit dem Studenten Petersen zitiert: "Parmenides war weder ein Sprachanalytiker noch ein Ontologe, sondern ein Kosmologe. Sein 'Sein' hat nichts mit Ontologie zu tun. Der Satz 'es ist' oder die logische copula erscheint mir leer. Sie könnte höchstens Teil der formalen Logik sein, aus der nur Tautologien abgeleitet werden können. Ich halte deshalb Ontologie für ein leeres Wort (...) Wenn wir also darüber zu sprechen wünschen, welche Dinge existieren (...), dann schlage ich in Anlehnung an Parmenides vor, dass wir besser beraten wären, hier von Kosmologie zu sprechen." Während Heidegger Parmenides als Seins-Philosophen verstanden wissen wollte und sein Denken so gründlich deutete, bis es ihm seine ontologische Substanz offenbarte, meint Popper - darin ebenso fleißig -, in Parmenides einen frühen Vertreter des kritischen Rationalismus ausmachen zu können. Dem werden Popperianer bereitwillig folgen, Ontologen wird es die Haare sträuben. Wohl dem, der unbefangen an die Lektüre geht. Der nämlich wird belohnt nicht nur mit gewohnt logisch-präzisen Analysen, sondern auch - und das ist nun wirklich überraschend - geradezu poetischem Sprachverstand. -Andreas Vierecke
Buch:
Gesammelte Werke: Das Elend des Historizismus - Studienausgabe: BD 4
Autor:
Karl R. Popper, Ausgabe vom 13. Januar 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 402854