Die vierte Schwester Roman In vielen Familien gibt es die berühmten "Leichen im Keller". Im Falle der Familie Land ist das wortwörtlich zu nehmen, denn vor mehr als 30 Jahren verschwand dort in einer lauen Sommernacht die dreijährige Olivia, die jüngste von vier Schwestern, spurlos. Ihr mysteriöses Verschwinden, das nie aufgeklärt wurde, lastet schwer auf der Familie, veränderte das Leben der Geschwister grundlegend und ließ sie niemals wieder los. Erst als der Vater stirbt, findet sich in seinem Schreibtisch ein Indiz, welches das Schicksal der verlorenen Schwester vielleicht aufzuklären vermag ... Schockiert beauftragen die drei Schwestern den Londoner Detektiv Jackson Brodie, dieser unerwarteten Spur nachzugehen. Damit ist Brodie nun allerdings gleichzeitig schon mit drei, weit in die Vergangenheit zurückreichenden Fällen beschäftigt: Ein ehemaliger Anwalt hat ihn engagiert, Licht ins Dunkel um den tragischen Tod seiner Tochter zu bringen. Und auch Brodies dritte Klientin, Shirley Morrison, beauftragt ihn zu Recherchen in einer geheimnisvollen Familientragödie ... Mit ihrem beeindruckenden Roman Die vierte Schwester beschwört Kate Atkinson gleich mehrere Familiendramen herauf. Das Aufeinandertreffen von drei sehr ähnlichen Fällen (der englische Originaltitel lautet dementsprechend Case Histories) wirkt allerdings ein wenig unglaubwürdig. Vielleicht hat sich Atkinson auch bei ihrem Versuch, mit den Mitteln des Kriminalromans die Schicksalhaftigkeit von Familienverhältnissen darzustellen, vertan. Gleichwohl beschreibt sie erneut eindrucksvoll, wie sehr die Lügen und der Selbstbetrug der Vergangenheit auf einer Familie lasten können. Atkinsons Faszination für Familiengeschichten wurde schon in ihrem Erfolgsroman Familienalbum deutlich. Auch in Die vierte Schwester zeigt sie sich als souveräne Erzählerin und konterkariert mit ihrem zentralen Motiv der Schwesterngeschichte ironisch klassisch-romantische Vorlagen vom heilen Familienleben. (Man denke nur an den amerikanischen Klassiker Little Woman von Louisa May Alcott.) So drängen sich gleich mehrere Vergleiche auf bei diesem ambitionierten Roman, der nach der Lektüre doch eine gewisse Ratlosigkeit hinterlässt. Atkinson überzeugt durch ihre lebendigen Charakterzeichnungen und durch eine feine, hintergründige Ironie, mit der sie ihre Forschungsreisen durch die Pathologie des Familienlebens untermalt. Schade nur, dass sie ihre zentrale Figur, den Detektiv Jackson Brodie, erst sehr spät einführt, und dass dieser nicht recht als Bindeglied taugt, um drei sehr tragische Geschichten miteinander zu verknüpfen ... -Christian Koch
Buch:
Lebenslügen: Roman
Autor:
Kate Atkinson, Ausgabe vom 6. Okt. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 172697
Buch:
Familienalbum
Autor:
Kate Atkinson, Ausgabe vom 1. Sept. 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 35451
Product Description Alles beginnt im Jahr 1888, als Rubys Urgroßmutter Alice, obwohl mit ihrem siebten Kind schwanger, den Verführungskünsten eines durchreisenden Fotogra-fen erliegt und bald mit ihm für immer verschwindet. Zurück bleiben die Kinder und die Generationen, die auf sie folgen- und die Fotos, an die sich vor allem die Träume und Sehnsüchte der Frauen knüpfen. Die heiteren wie traurigen Geschichten, die sich um diese Fotos ranken, werden von Ruby erzählt. Und sie besitzt die Gabe, noch im Tragischen das Komische zu entdecken, eine Gabe, die ihr die Kraft gibt, zu überleben und ihr Glück zu finden.
Buch:
Ein Sommernachtsspiel
Autor:
Kate Atkinson, Ausgabe vom 1999, Taschenbuch, Verkaufsrang 1079967
Aus der Amazon.de-Redaktion Menschliches Krocket ist ein Spiel, in dem einige Spieler als Tore dienen, während andere einen "Ball", dessen Augen verbunden sind, um den Platz treiben. Obwohl das Spiel in Kate Atkinsons bemerkenswertem Roman nie tatsächlich gespielt wird, sind die Parallelen zwischen der Handlung und diesem Zeitvertreib unverkennbar. Atkinson, die 1995 in Großbritannien den Whitbread-Award gewann, erzählt die Geschichte von Isobel Fairfax und deren älteren Bruder Charles. Die Eltern der Kinder verschwanden, als sie noch klein waren, und ließen sie damit in der Obhut ihrer mittlerweile verstorbenen Großmutter und ihrer Tante Vinny zurück. Vor kurzem ist ihr Vater zurückgekehrt, mit "der Debbie-Frau" im Schlepptau, und nun leben sie alle in Arden, dem Stammsitz der Familie, der auf den Fundamenten des ursprünglichen Herrenhauses steht, das im Jahre 1605 bis auf die Grundmauern niederbrannte. Laut der Familiensage, hatte sich der erste Fairfax eine Frau genommen, die eines Tages unter mysteriösen Umständen verschwand und damit den Namen Fairfax mit einem Fluch behaftet. Nun, nach über 300 Jahren, haben die Nachfahren der Fairfax' noch immer mit diesem schmerzlichen Erbe zu kämpfen. Atkinsons Roman ist eindeutig nicht in der trüben Realität verwurzelt. Die Erzählerin Isobel besitzt eine geradezu übernatürliche Kenntnis der Vergangenheit und der Zukunft, Charles ist von der Vorstellung paralleler Universen und Zeitreisen besessen, und ein Elfenfluch schwebt über allen. Glücklicherweise ist Kate Atkinson eine meisterhafte Schriftstellerin, die es vermag, ihre Wunderwelten in Schach zu halten. Ein Sommernachtsspiel ist kein gewöhnlicher Roman, und die Leser, die sich in das Fairfax-Universum vorwagen, können sich auf eine zauberhafte Fahrt gefaßt machen.
Buch:
Die Ebene der schrägen Gefühle
Autor:
Kate Atkinson, Anette Grube, Ausgabe vom 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 146841
Buch:
Liebesdienste: Roman
Autor:
Kate Atkinson, Ausgabe vom 21. Febr. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 151199
Buch:
Nicht das Ende der Welt
Autor:
Kate Atkinson, Anette Grube, Ausgabe vom 2003, Gebunden, Verkaufsrang 469171
Buch:
Familienalbum
Autor:
Kate Atkinson, Ausgabe vom März 2000, Gebunden, Verkaufsrang 503169
Buch:
Die Ebene der schrägen Gefühle
Autor:
Kate Atkinson, Ausgabe vom 2000, Gebunden, Verkaufsrang 46050