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| | Buch: | Gott: Eine kleine Geschichte des Größten |
| Autor: | Manfred Lütz, Ausgabe vom 21. Sept. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 27300 |
| Preis: | 19,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Nicht zweifeln, glauben! Zweifel an der Existenz Gottes, sicher so etwas gibt es. Aber das ist heilbar. Das ist die einfache Botschaft, auf die man die Ausführungen des Bestsellerautors, Psychiaters und Theologen Manfred Lütz bringen könnte. Oder: Wer nicht glaubt, der ist selber schuld, wenn er nicht glücklich wird. So weit, so gut. So etwas darf man glauben. Wirklich problematisch aber sind Aussagen wie die folgende: "An Gott glauben oder Nietzsche zu folgen, das scheint die wirkliche Alternative zu sein. Wenn man aber Nietzsche folgt, dann muss man auch bereit sein, den bitteren Kelch des Atheismus bis zur Neige zu trinken. Dann hat man keine Argumente gegen die kraftvoll skrupellose Macht eines Hitler, Stalin oder Mao Tse Tung, die Millionen von Menschen der eigenen irdischen übermenschenartigen Göttlichkeit opferten." Gewiss: Der niemals um eine Pointe verlegene Lütz verhehlt nicht, dass auch er, um zu Gott zu finden, durch ein atheistisches Jammertal hat gehen müssen. Bei der Überwindung seines Unglaubens hat ihm dabei weniger das theologische Studium geholfen ("Theologie ist eine Krücke, eine Dienstleistung für Leute, denen das hilft."), als vielmehr die Erfahrung, die Begegnung mit Menschen, die glaubten, die von Wundern berichteten und die Gutes bewirkten. Und so erzählt Lütz unentwegt kleine Geschichten, die seinen Glauben plausibel machen sollen. Er unternimmt auch immer wieder kleine Ausflüge in die Philosophie-, die Theologie- und die populäre Zeitgeschichte. Aber immer schwingt dabei ein Subtext mit, aus dem wir lesen sollen, dass das Leben viel leichter gelingt, wenn man es sich nicht durch allzu viel Reflexion unnötig erschwert. Nach Beweisen für oder wider die Existenz Gottes zu forschen, ist am Ende für den Autor nur müßig. Fragt sich nur, weshalb er sich dann in kruden Referaten über die angeblich Indizien für die Existenz Gottes liefernde Quantenphysik versteigt. Doch, wie gesagt: Gott, und das ist für Lütz der Gott der katholischen Kirche (warum auch nicht?), ist. Punktum. Doch warum soll man diese "Kleine Geschichte vom Größten" dann überhaupt noch lesen? Ganz einfach: Weil Lütz für all jene, die ohnehin auf seiner Seite sind, sicherlich ein ausgesprochen amüsanter und tatsächlich ja auch zweifellos gelehrter Plauderer ist. Jene aber, die sich von der Lektüre erhoffen, etwas wirklich Neues zu erfahren, werden das Buch am Ende eher enttäuscht zur Seite legen und sich vermutlich auch über die übertrieben zur Schau gestellte, freundliche Selbstgewissheit des Autors ärgern. - Andreas Vierecke
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 88 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Wer ist Gott für uns Menschen? (5 von 5 Punkten) meint M.S.K. aus Villach Manfred Lütz wurde 1954 in Bonn geboren. Er studierte Medizin, Philosophie und Katholische Theologie in Bonn. Wurde zunächst Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, dann Chefarzt im Krankenhaus von Köln-Porz. Er ist Mitglied des "Päpstlichen Rates für die Laien" und Berater der vatikanischen Kleruskongregation. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Lütz hat mehrere Fachbücher im Bereich "Psychotherapie" geschrieben wie: "Irre. Wir behandeln die falschen" oder "Der blockierte Riese - Psychoanalyse der katholischen Kirche und "Lebenslust - Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult". Im religiösen Bereich setzte er sich mit dem Kirchenkritiker und Psychotherapeuten Eugen Drewermann auseinander, dem er wissenschaftlichen Dilettantismus vorwarf.
2008 wurde Lütz' Buch Gott. Eine kleine Geschichte des Größten mit dem Internationalen Literaturpreis Corine ausgezeichnet.
Sein Buch "Gott" ist eher ein populärwissenschaftliches Buch. Es fließen viele Überlegungen hinsichtlich des Glaubens der Menschen an Götter ein. Nicht nur der Gott der Katholiken wird hier behandelt, sondern alle möglichen Vorstellungen über Gott, die die Menschen im Laufe der Geschichte gehabt haben: Buddha, der Gott der Atheisten, aztekische Gottheiten, unbewusste freudsche Gottheiten, der platonische Gott, Feuerbach und sein Gottesverständnis usw.
Viele Erfahrungsberichte des Autors fließen auch mit ein; er erzählt über seine Religionslehrer in der Schule, über die Arbeit mit behinderten Personen, über die Welt der Akademiker. Und er stellt ganz viele Fragen hinsichtlich festgefahrener, sich in der Gesellschaft etablierten Meinungen und versucht eigene Antworten darauf zu geben.
Das Positive an diesem Buch ist, dass es leicht verständlich geschrieben ist und dass viele geschichtliche Daten enthalten sind. Das etwas weniger positive ist, dass Lütz ein Thema oder eine Fragestellung nicht wirklich zu Ende denkt. Es fehlt an Tiefe. Immer wenn eine Betrachtung gerade spannend wird, wechselt er das Thema. Jedenfalls ist das Buch empfehlenswert für jene, die selbst weiter denken möchten. Eine dieser Fragen die zum weiterdenken anregt ist die Überlegung, dass wenn Gott nicht existiert, alle die davon ausgehen, dass er existiert, pathologische Naturen sind bzw. der Glaube dann sinnlos ist; aber wenn er existiert, und ich ein Atheist bin, dann gilt mein Glaubensverhalten als Flucht. Es sind wichtige Fragen, denn wir Menschen brauchen Beweise, wer will schon ohne Beweis an etwas glauben? Vielleicht muss man Mystiker sein um an Gott glauben zu können, d.h. man muss nicht nur dreidimensional sehen wollen und können sondern mehrdimensional oder pantheistisch. Manfred Lütz wirft auch die Frage auf, was objektiv und was subjektiv sei und welche der beiden Seiten wirklicher sei.
Das Außen, also die eher objektive Seite ist für mich wie die Meeresoberfläche, Innen hingegen, im eher Subjektiven bilden sich verschiedene Denkkonstrukte, die das gesamte Innere beanspruchen. Der Mensch kann sich jedenfalls freiwillig für eine Theorie entscheiden. Ich kann mich entscheiden an Gott zu glauben. Sobald sich der Mensch für eine Sichtweise entscheidet, ändert sich unweigerlich sein Bewusstsein und seine Einstellung zum Leben.
Somit ist dieses Buch für mich zumindest eine Bereicherung im geistigen Sinne gewesen, weil es mich zum weiterdenken angeregt hat.
Hier noch ein paar Sätze aus dem Buch:
In einer selbst gebastelten Welt ist kein Platz für Gott
Wenn die meisten an Gott glauben und sich zu ihm aktiv bekennen, dann gibt es eine starke psychologische Tendenz, das auch zu tun. In Gesellschaften, die noch ganz religiös geprägt waren, erforderte ausdrücklicher Atheismus Mut und war begründungsbedürftig, während der Glaube bisweilen widerstandslos vor sich hin plätscherte. "Man" glaubte halt. In Gesellschaften, in denen Gott außer in abgegrenzten zeitlichen und örtlichen Bezirken kaum mehr vorkommt, erfordert ausdrücklicher Glaube inzwischen Mut und ist begründungsbedürftig, während der praktische oder theoretische Atheismus eines dahinplätschernden Lebens ohne Gott jetzt keiner Begründung mehr bedarf. Das Bedürfnis zur Mehrheit, zu den Siegern zu gehören, ist bei vielen übermächtig.
Atheismus aus Hass auf Gott, auf den einmal nicht (wie noch bei Feuerbach) die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen projiziert werden, sondern die Aggressionen und Enttäuschungen eines ganzen menschlichen Lebens.
Atheismus aus Respekt vor Gott.
Schon das Alte Testament berichtet von handfestem Atheismus. In Psalm 10 heißt es: "Überheblich sagt der Frevler: Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott."
Der Gott der Wissenschaftler, das war offenbar seitdem entweder ein tyrannischer Gott, der die Freiheit des Denkens und Forschens verhindern wollte und gegen den man sich insgeheim oder öffentlich zur Wehr setzen musste. Oder es war ganz im Gegenteil ein privater harmloser selbst gemachter lieber Gott, der aber nicht wirklich ernst zu nehmen war und der sich im Sturm des Lebens sehr schnell vom Winde verwehen ließ.
Nun gibt es aber zu allen Zeiten immer einige enge konservative Geister, die sofort in jeder Veränderung Teufelswerk sehen.
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| | Buch: | Das Leben kann so leicht sein - Lustvoll genießen statt zwanghaft gesund |
| Autor: | Manfred Lütz, Ausgabe vom Nov. 2009, Broschiert, Verkaufsrang 11501 |
| Preis: | 12,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Wer heute glücklich und gesund sein will, nimmt einiges auf sich. Man isst kalorien- und cholesterinbewusst, quält sich im Fitness-Studio und geht zum Psychotherapeuten. Glück und Gesundheit sind zur Ersatzreligion geworden, zum Heil, das es hier und heute uneingeschränkt zu erreichen gilt. Manfred Lütz deckt die Vergeblichkeit dieses Strebens auf. Pointiert, humorvoll und bisweilen ketzerisch geht er ins Gericht mit Gesundheitsaposteln und Fitnesspäpsten, Talkshowtherapeuten und Hobbyanalytikern. Utopischen Glückserwartungen stellt der Autor ein realistisches und umso befriedigenderes Motto gegenüber: Gesund ist, wer mit seinen Einschränkungen glücklich leben kann. Lütz lenkt den Blick auf die Wegbereiter für Lebenslust: Genuss ohne Reue, zwecklose Muße und bewusste Hingabe an den unwiederholbaren Augenblick. Das Buch zielt auf eine Haltung der gelassenen Zustimmung zur Welt, eine "Lebenskunst", die auch unter widrigen Umständen die Lust am Leben erhält.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Lebenslust 2.0 (4 von 5 Punkten) meint P.R. aus Olsberg-Bigge Grundsätzlich auch hier gut herausgestellt hat Herr Dr. Lütz sein zentrales Anliegen, der Verwechselung von Heilung mit Heil entgegenzutreten. Unklar bleibt jedoch: Führt hier der Theologe den Arzt an der Leine spazieren oder geht der Mediziner mit dem Gottesmann Gassi? Oft begegnen uns auch komplette Sätze, Abschnitte und Storys aus "Lebenslust" wieder, was mich zu der Überschrift veranlaßte!
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| | Buch: | Lebenslust: Über Risiken und Nebenwirkungen des Gesundheitswahns |
| Autor: | Manfred Lütz, Ausgabe vom 21. Aug. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 48793 |
| Preis: | 12,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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"Unsere Vorfahren bauten Kathedralen, wir bauen Kliniken. Unsere Vorfahren retteten ihre Seele, wir retten unsere Figur. Keine Frage, wir haben eine neue Religion: die Gesundheitsreligion." Vor lauter Fitnesskult und Selbstkasteiung haben wir schon fast vergessen, was das Leben ausmacht. Höchste Zeit für die Verteidigung der Lust, höchste Zeit, etwas gegen den Gesundheitswahn zu tun! Scharfsinnig und unterhaltend analysiert der renommierte Psychotherapeut und begnadete Essayist Manfred Lütz, wie Gesundheit zu einer fundamentalistischen Religion geworden ist, und feuert satirische Breitseiten auf das übertriebene Streben nach Hyper-Fitness und einem Alter ohne Falten. Vor allem aber setzt Lütz an die Stelle der heiligen Kuh "Gesundheit" ein ganzheitliches Konzept, bei dem der Spaß am Leben nicht länger ein künstliches Produkt der Gesundheitsindustrie ist.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 30 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Mal was zum Nachdenken (4 von 5 Punkten) meint A.L. Lebenslust ist ein Buch zum Nachdenken aber auch zum Schmuzeln. Es ist keine leichte Kost, man muss schon machmal schlucken. Geeignet auch für Leute die gerne zum Sport gehen oder für Fitnesstrainer. Die gute Schulmedizin bekommt auch ihr Fett weg. Am Schluss des Buches muss jeder für sich selber herausfinden, was für ihn gut ist. Man darf nicht immer alles zu verkniffen sehen.
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Product Description Hersteller: Hersteller Originalnummer: 3-426-77695-2 EAN-Code: 9783426776957
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 30 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Mal was zum Nachdenken (4 von 5 Punkten) meint A.L. Lebenslust ist ein Buch zum Nachdenken aber auch zum Schmuzeln. Es ist keine leichte Kost, man muss schon machmal schlucken. Geeignet auch für Leute die gerne zum Sport gehen oder für Fitnesstrainer. Die gute Schulmedizin bekommt auch ihr Fett weg. Am Schluss des Buches muss jeder für sich selber herausfinden, was für ihn gut ist. Man darf nicht immer alles zu verkniffen sehen.
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Aus der Amazon.de-Redaktion Nicht zweifeln, glauben! Zweifel an der Existenz Gottes, sicher so etwas gibt es. Aber das ist heilbar. Das ist die einfache Botschaft, auf die man die Ausführungen des Bestsellerautors, Psychiaters und Theologen Manfred Lütz bringen könnte. Oder: Wer nicht glaubt, der ist selber schuld, wenn er nicht glücklich wird. So weit, so gut. So etwas darf man glauben. Wirklich problematisch aber sind Aussagen wie die folgende: "An Gott glauben oder Nietzsche zu folgen, das scheint die wirkliche Alternative zu sein. Wenn man aber Nietzsche folgt, dann muss man auch bereit sein, den bitteren Kelch des Atheismus bis zur Neige zu trinken. Dann hat man keine Argumente gegen die kraftvoll skrupellose Macht eines Hitler, Stalin oder Mao Tse Tung, die Millionen von Menschen der eigenen irdischen übermenschenartigen Göttlichkeit opferten." Gewiss: Der niemals um eine Pointe verlegene Lütz verhehlt nicht, dass auch er, um zu Gott zu finden, durch ein atheistisches Jammertal hat gehen müssen. Bei der Überwindung seines Unglaubens hat ihm dabei weniger das theologische Studium geholfen ("Theologie ist eine Krücke, eine Dienstleistung für Leute, denen das hilft."), als vielmehr die Erfahrung, die Begegnung mit Menschen, die glaubten, die von Wundern berichteten und die Gutes bewirkten. Und so erzählt Lütz unentwegt kleine Geschichten, die seinen Glauben plausibel machen sollen. Er unternimmt auch immer wieder kleine Ausflüge in die Philosophie-, die Theologie- und die populäre Zeitgeschichte. Aber immer schwingt dabei ein Subtext mit, aus dem wir lesen sollen, dass das Leben viel leichter gelingt, wenn man es sich nicht durch allzu viel Reflexion unnötig erschwert. Nach Beweisen für oder wider die Existenz Gottes zu forschen, ist am Ende für den Autor nur müßig. Fragt sich nur, weshalb er sich dann in kruden Referaten über die angeblich Indizien für die Existenz Gottes liefernde Quantenphysik versteigt. Doch, wie gesagt: Gott, und das ist für Lütz der Gott der katholischen Kirche (warum auch nicht?), ist. Punktum. Doch warum soll man diese "Kleine Geschichte vom Größten" dann überhaupt noch lesen? Ganz einfach: Weil Lütz für all jene, die ohnehin auf seiner Seite sind, sicherlich ein ausgesprochen amüsanter und tatsächlich ja auch zweifellos gelehrter Plauderer ist. Jene aber, die sich von der Lektüre erhoffen, etwas wirklich Neues zu erfahren, werden das Buch am Ende eher enttäuscht zur Seite legen und sich vermutlich auch über die übertrieben zur Schau gestellte, freundliche Selbstgewissheit des Autors ärgern. - Andreas Vierecke
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 88 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Wer ist Gott für uns Menschen? (5 von 5 Punkten) meint M.S.K. aus Villach Manfred Lütz wurde 1954 in Bonn geboren. Er studierte Medizin, Philosophie und Katholische Theologie in Bonn. Wurde zunächst Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, dann Chefarzt im Krankenhaus von Köln-Porz. Er ist Mitglied des "Päpstlichen Rates für die Laien" und Berater der vatikanischen Kleruskongregation. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Lütz hat mehrere Fachbücher im Bereich "Psychotherapie" geschrieben wie: "Irre. Wir behandeln die falschen" oder "Der blockierte Riese - Psychoanalyse der katholischen Kirche und "Lebenslust - Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult". Im religiösen Bereich setzte er sich mit dem Kirchenkritiker und Psychotherapeuten Eugen Drewermann auseinander, dem er wissenschaftlichen Dilettantismus vorwarf.
2008 wurde Lütz' Buch Gott. Eine kleine Geschichte des Größten mit dem Internationalen Literaturpreis Corine ausgezeichnet.
Sein Buch "Gott" ist eher ein populärwissenschaftliches Buch. Es fließen viele Überlegungen hinsichtlich des Glaubens der Menschen an Götter ein. Nicht nur der Gott der Katholiken wird hier behandelt, sondern alle möglichen Vorstellungen über Gott, die die Menschen im Laufe der Geschichte gehabt haben: Buddha, der Gott der Atheisten, aztekische Gottheiten, unbewusste freudsche Gottheiten, der platonische Gott, Feuerbach und sein Gottesverständnis usw.
Viele Erfahrungsberichte des Autors fließen auch mit ein; er erzählt über seine Religionslehrer in der Schule, über die Arbeit mit behinderten Personen, über die Welt der Akademiker. Und er stellt ganz viele Fragen hinsichtlich festgefahrener, sich in der Gesellschaft etablierten Meinungen und versucht eigene Antworten darauf zu geben.
Das Positive an diesem Buch ist, dass es leicht verständlich geschrieben ist und dass viele geschichtliche Daten enthalten sind. Das etwas weniger positive ist, dass Lütz ein Thema oder eine Fragestellung nicht wirklich zu Ende denkt. Es fehlt an Tiefe. Immer wenn eine Betrachtung gerade spannend wird, wechselt er das Thema. Jedenfalls ist das Buch empfehlenswert für jene, die selbst weiter denken möchten. Eine dieser Fragen die zum weiterdenken anregt ist die Überlegung, dass wenn Gott nicht existiert, alle die davon ausgehen, dass er existiert, pathologische Naturen sind bzw. der Glaube dann sinnlos ist; aber wenn er existiert, und ich ein Atheist bin, dann gilt mein Glaubensverhalten als Flucht. Es sind wichtige Fragen, denn wir Menschen brauchen Beweise, wer will schon ohne Beweis an etwas glauben? Vielleicht muss man Mystiker sein um an Gott glauben zu können, d.h. man muss nicht nur dreidimensional sehen wollen und können sondern mehrdimensional oder pantheistisch. Manfred Lütz wirft auch die Frage auf, was objektiv und was subjektiv sei und welche der beiden Seiten wirklicher sei.
Das Außen, also die eher objektive Seite ist für mich wie die Meeresoberfläche, Innen hingegen, im eher Subjektiven bilden sich verschiedene Denkkonstrukte, die das gesamte Innere beanspruchen. Der Mensch kann sich jedenfalls freiwillig für eine Theorie entscheiden. Ich kann mich entscheiden an Gott zu glauben. Sobald sich der Mensch für eine Sichtweise entscheidet, ändert sich unweigerlich sein Bewusstsein und seine Einstellung zum Leben.
Somit ist dieses Buch für mich zumindest eine Bereicherung im geistigen Sinne gewesen, weil es mich zum weiterdenken angeregt hat.
Hier noch ein paar Sätze aus dem Buch:
In einer selbst gebastelten Welt ist kein Platz für Gott
Wenn die meisten an Gott glauben und sich zu ihm aktiv bekennen, dann gibt es eine starke psychologische Tendenz, das auch zu tun. In Gesellschaften, die noch ganz religiös geprägt waren, erforderte ausdrücklicher Atheismus Mut und war begründungsbedürftig, während der Glaube bisweilen widerstandslos vor sich hin plätscherte. "Man" glaubte halt. In Gesellschaften, in denen Gott außer in abgegrenzten zeitlichen und örtlichen Bezirken kaum mehr vorkommt, erfordert ausdrücklicher Glaube inzwischen Mut und ist begründungsbedürftig, während der praktische oder theoretische Atheismus eines dahinplätschernden Lebens ohne Gott jetzt keiner Begründung mehr bedarf. Das Bedürfnis zur Mehrheit, zu den Siegern zu gehören, ist bei vielen übermächtig.
Atheismus aus Hass auf Gott, auf den einmal nicht (wie noch bei Feuerbach) die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen projiziert werden, sondern die Aggressionen und Enttäuschungen eines ganzen menschlichen Lebens.
Atheismus aus Respekt vor Gott.
Schon das Alte Testament berichtet von handfestem Atheismus. In Psalm 10 heißt es: "Überheblich sagt der Frevler: Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott."
Der Gott der Wissenschaftler, das war offenbar seitdem entweder ein tyrannischer Gott, der die Freiheit des Denkens und Forschens verhindern wollte und gegen den man sich insgeheim oder öffentlich zur Wehr setzen musste. Oder es war ganz im Gegenteil ein privater harmloser selbst gemachter lieber Gott, der aber nicht wirklich ernst zu nehmen war und der sich im Sturm des Lebens sehr schnell vom Winde verwehen ließ.
Nun gibt es aber zu allen Zeiten immer einige enge konservative Geister, die sofort in jeder Veränderung Teufelswerk sehen.
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| | Buch: | Der blockierte Riese: Psycho-Analyse der katholischen Kirche |
| Autor: | Manfred Lütz, Ausgabe vom 1. Sept. 2001, Taschenbuch, Verkaufsrang 63461 |
| Preis: | 8,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Der renommierte Psychologe, Theologe und Essayist Manfred Lütz lebt in Köln. Er ist Chefarzt eines psychiatrischen Krankenhauses und als Experte in Hörfunk und Fernsehen bekannt. Darüber hinaus ist er als Berater großer Wirtschaftsunternehmen tätig.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 10 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Konstruktive Kritik ohne Polemik (5 von 5 Punkten) meint U.J. aus Mainz Ein gutes, witzig geschriebens Buch, das ohne ideologische Scheuklappen, jedweder Art, versucht ein konstruktiv kritisches Bild der Katholischen Kirche zu zeichnen. Lütz' Ansatz einer psychoanalytischen Betrachtungsweise ist originell und bietet zahlreiche interessante Perspektiven, die für eine Diskussion sehr anregend sein können. Das Buch ist dabei nicht der Weisheit letzter Schluss- will es seinem Verständins nach auch gar nicht sein. Vielmehr will es insbesondere Katholiken zum Nachdenken und zu einem gesunden Maß an Selbstkritik anregen. Denkanstöße dazu liefert es allemal.
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| | Hörbuch: | Gott - Eine kleine Geschichte des Größten - 4 CDs |
| Autor: | Manfred Lütz, Ausgabe vom März 2008, Audio CD, Verkaufsrang 55199 |
| Preis: | 19,99 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Nicht zweifeln, glauben! Zweifel an der Existenz Gottes, sicher so etwas gibt es. Aber das ist heilbar. Das ist die einfache Botschaft, auf die man die Ausführungen des Bestsellerautors, Psychiaters und Theologen Manfred Lütz bringen könnte. Oder: Wer nicht glaubt, der ist selber schuld, wenn er nicht glücklich wird. So weit, so gut. So etwas darf man glauben. Wirklich problematisch aber sind Aussagen wie die folgende: "An Gott glauben oder Nietzsche zu folgen, das scheint die wirkliche Alternative zu sein. Wenn man aber Nietzsche folgt, dann muss man auch bereit sein, den bitteren Kelch des Atheismus bis zur Neige zu trinken. Dann hat man keine Argumente gegen die kraftvoll skrupellose Macht eines Hitler, Stalin oder Mao Tse Tung, die Millionen von Menschen der eigenen irdischen übermenschenartigen Göttlichkeit opferten." Gewiss: Der niemals um eine Pointe verlegene Lütz verhehlt nicht, dass auch er, um zu Gott zu finden, durch ein atheistisches Jammertal hat gehen müssen. Bei der Überwindung seines Unglaubens hat ihm dabei weniger das theologische Studium geholfen ("Theologie ist eine Krücke, eine Dienstleistung für Leute, denen das hilft."), als vielmehr die Erfahrung, die Begegnung mit Menschen, die glaubten, die von Wundern berichteten und die Gutes bewirkten. Und so erzählt Lütz unentwegt kleine Geschichten, die seinen Glauben plausibel machen sollen. Er unternimmt auch immer wieder kleine Ausflüge in die Philosophie-, die Theologie- und die populäre Zeitgeschichte. Aber immer schwingt dabei ein Subtext mit, aus dem wir lesen sollen, dass das Leben viel leichter gelingt, wenn man es sich nicht durch allzu viel Reflexion unnötig erschwert. Nach Beweisen für oder wider die Existenz Gottes zu forschen, ist am Ende für den Autor nur müßig. Fragt sich nur, weshalb er sich dann in kruden Referaten über die angeblich Indizien für die Existenz Gottes liefernde Quantenphysik versteigt. Doch, wie gesagt: Gott, und das ist für Lütz der Gott der katholischen Kirche (warum auch nicht?), ist. Punktum. Doch warum soll man diese "Kleine Geschichte vom Größten" dann überhaupt noch lesen? Ganz einfach: Weil Lütz für all jene, die ohnehin auf seiner Seite sind, sicherlich ein ausgesprochen amüsanter und tatsächlich ja auch zweifellos gelehrter Plauderer ist. Jene aber, die sich von der Lektüre erhoffen, etwas wirklich Neues zu erfahren, werden das Buch am Ende eher enttäuscht zur Seite legen und sich vermutlich auch über die übertrieben zur Schau gestellte, freundliche Selbstgewissheit des Autors ärgern. - Andreas Vierecke
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 88 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Wer ist Gott für uns Menschen? (5 von 5 Punkten) meint M.S.K. aus Villach Manfred Lütz wurde 1954 in Bonn geboren. Er studierte Medizin, Philosophie und Katholische Theologie in Bonn. Wurde zunächst Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, dann Chefarzt im Krankenhaus von Köln-Porz. Er ist Mitglied des "Päpstlichen Rates für die Laien" und Berater der vatikanischen Kleruskongregation. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Lütz hat mehrere Fachbücher im Bereich "Psychotherapie" geschrieben wie: "Irre. Wir behandeln die falschen" oder "Der blockierte Riese - Psychoanalyse der katholischen Kirche und "Lebenslust - Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult". Im religiösen Bereich setzte er sich mit dem Kirchenkritiker und Psychotherapeuten Eugen Drewermann auseinander, dem er wissenschaftlichen Dilettantismus vorwarf.
2008 wurde Lütz' Buch Gott. Eine kleine Geschichte des Größten mit dem Internationalen Literaturpreis Corine ausgezeichnet.
Sein Buch "Gott" ist eher ein populärwissenschaftliches Buch. Es fließen viele Überlegungen hinsichtlich des Glaubens der Menschen an Götter ein. Nicht nur der Gott der Katholiken wird hier behandelt, sondern alle möglichen Vorstellungen über Gott, die die Menschen im Laufe der Geschichte gehabt haben: Buddha, der Gott der Atheisten, aztekische Gottheiten, unbewusste freudsche Gottheiten, der platonische Gott, Feuerbach und sein Gottesverständnis usw.
Viele Erfahrungsberichte des Autors fließen auch mit ein; er erzählt über seine Religionslehrer in der Schule, über die Arbeit mit behinderten Personen, über die Welt der Akademiker. Und er stellt ganz viele Fragen hinsichtlich festgefahrener, sich in der Gesellschaft etablierten Meinungen und versucht eigene Antworten darauf zu geben.
Das Positive an diesem Buch ist, dass es leicht verständlich geschrieben ist und dass viele geschichtliche Daten enthalten sind. Das etwas weniger positive ist, dass Lütz ein Thema oder eine Fragestellung nicht wirklich zu Ende denkt. Es fehlt an Tiefe. Immer wenn eine Betrachtung gerade spannend wird, wechselt er das Thema. Jedenfalls ist das Buch empfehlenswert für jene, die selbst weiter denken möchten. Eine dieser Fragen die zum weiterdenken anregt ist die Überlegung, dass wenn Gott nicht existiert, alle die davon ausgehen, dass er existiert, pathologische Naturen sind bzw. der Glaube dann sinnlos ist; aber wenn er existiert, und ich ein Atheist bin, dann gilt mein Glaubensverhalten als Flucht. Es sind wichtige Fragen, denn wir Menschen brauchen Beweise, wer will schon ohne Beweis an etwas glauben? Vielleicht muss man Mystiker sein um an Gott glauben zu können, d.h. man muss nicht nur dreidimensional sehen wollen und können sondern mehrdimensional oder pantheistisch. Manfred Lütz wirft auch die Frage auf, was objektiv und was subjektiv sei und welche der beiden Seiten wirklicher sei.
Das Außen, also die eher objektive Seite ist für mich wie die Meeresoberfläche, Innen hingegen, im eher Subjektiven bilden sich verschiedene Denkkonstrukte, die das gesamte Innere beanspruchen. Der Mensch kann sich jedenfalls freiwillig für eine Theorie entscheiden. Ich kann mich entscheiden an Gott zu glauben. Sobald sich der Mensch für eine Sichtweise entscheidet, ändert sich unweigerlich sein Bewusstsein und seine Einstellung zum Leben.
Somit ist dieses Buch für mich zumindest eine Bereicherung im geistigen Sinne gewesen, weil es mich zum weiterdenken angeregt hat.
Hier noch ein paar Sätze aus dem Buch:
In einer selbst gebastelten Welt ist kein Platz für Gott
Wenn die meisten an Gott glauben und sich zu ihm aktiv bekennen, dann gibt es eine starke psychologische Tendenz, das auch zu tun. In Gesellschaften, die noch ganz religiös geprägt waren, erforderte ausdrücklicher Atheismus Mut und war begründungsbedürftig, während der Glaube bisweilen widerstandslos vor sich hin plätscherte. "Man" glaubte halt. In Gesellschaften, in denen Gott außer in abgegrenzten zeitlichen und örtlichen Bezirken kaum mehr vorkommt, erfordert ausdrücklicher Glaube inzwischen Mut und ist begründungsbedürftig, während der praktische oder theoretische Atheismus eines dahinplätschernden Lebens ohne Gott jetzt keiner Begründung mehr bedarf. Das Bedürfnis zur Mehrheit, zu den Siegern zu gehören, ist bei vielen übermächtig.
Atheismus aus Hass auf Gott, auf den einmal nicht (wie noch bei Feuerbach) die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen projiziert werden, sondern die Aggressionen und Enttäuschungen eines ganzen menschlichen Lebens.
Atheismus aus Respekt vor Gott.
Schon das Alte Testament berichtet von handfestem Atheismus. In Psalm 10 heißt es: "Überheblich sagt der Frevler: Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott."
Der Gott der Wissenschaftler, das war offenbar seitdem entweder ein tyrannischer Gott, der die Freiheit des Denkens und Forschens verhindern wollte und gegen den man sich insgeheim oder öffentlich zur Wehr setzen musste. Oder es war ganz im Gegenteil ein privater harmloser selbst gemachter lieber Gott, der aber nicht wirklich ernst zu nehmen war und der sich im Sturm des Lebens sehr schnell vom Winde verwehen ließ.
Nun gibt es aber zu allen Zeiten immer einige enge konservative Geister, die sofort in jeder Veränderung Teufelswerk sehen.
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| | Hörbuch: | Lebenslust |
| Autor: | Manfred Lütz, Ausgabe vom 7. März 2005, Audio CD, Verkaufsrang 240828 |
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Der Gesundheitswahn macht uns krank. Fitnesskult, Diätterror, Botox und Co. sind nicht nur körperlich bedenklich, sondern auch seelisch: Wir jagen einer falschen Vorstellung von Gesundheit nach und vergessen dabei zu leben. Manfred Lütz rechnet ab mit dem Gesundheitswahn. Er plädiert für einen gelasseneren Umgang mit unseren kleinen körperlichen Unzulänglichkeiten und zeigt, wie wir zu echter Lebensfreude und Lebenslust zurückfinden können.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 30 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Mal was zum Nachdenken (4 von 5 Punkten) meint A.L. Lebenslust ist ein Buch zum Nachdenken aber auch zum Schmuzeln. Es ist keine leichte Kost, man muss schon machmal schlucken. Geeignet auch für Leute die gerne zum Sport gehen oder für Fitnesstrainer. Die gute Schulmedizin bekommt auch ihr Fett weg. Am Schluss des Buches muss jeder für sich selber herausfinden, was für ihn gut ist. Man darf nicht immer alles zu verkniffen sehen.
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| | Buch: | Lebenslust - Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult |
| Autor: | Manfred Lütz, Ausgabe vom 26. März 2002, Gebunden, Verkaufsrang 284353 |
Direkt bei Amazon nicht vorrätig, andere Angebote über Amazon hier (Versandkosten beachten). |
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Höchste Zeit, etwas gegen den Gesundheitswahn zu tun!, fand Manfred Lütz, renommierter Psychologe und begnadeter Essayist, dem in punkto Wortwitz so leicht keiner das Wasser reicht. Lütz feuert satirische Breitseiten auf das übertriebene Streben nach Hyper-Fitness, ein Alter ohne Falten und die künstliche Selbstkasteiung beim Essen. Die verbissenen Apostel des gesunden Lebens werden an diesem Buch zu kauen haben, ebenso die Halbgötter in Weiß. Lütz...
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 30 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Mal was zum Nachdenken (4 von 5 Punkten) meint A.L. Lebenslust ist ein Buch zum Nachdenken aber auch zum Schmuzeln. Es ist keine leichte Kost, man muss schon machmal schlucken. Geeignet auch für Leute die gerne zum Sport gehen oder für Fitnesstrainer. Die gute Schulmedizin bekommt auch ihr Fett weg. Am Schluss des Buches muss jeder für sich selber herausfinden, was für ihn gut ist. Man darf nicht immer alles zu verkniffen sehen.
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| | Buch: | Lebenslust |
| Autor: | Manfred Lütz, Ausgabe vom Juni 2007, Broschiert, Verkaufsrang 756634 |
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Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 30 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Mal was zum Nachdenken (4 von 5 Punkten) meint A.L. Lebenslust ist ein Buch zum Nachdenken aber auch zum Schmuzeln. Es ist keine leichte Kost, man muss schon machmal schlucken. Geeignet auch für Leute die gerne zum Sport gehen oder für Fitnesstrainer. Die gute Schulmedizin bekommt auch ihr Fett weg. Am Schluss des Buches muss jeder für sich selber herausfinden, was für ihn gut ist. Man darf nicht immer alles zu verkniffen sehen.
Lustzweifel (3 von 5 Punkten) meint E. aus Würzburg Ach, es beginnt so lustig und lebensklug. Kenntnisreich und mit köstlicher Ironie nimmt der Autor die Auswüchse des Gesundheitswahns auf die Schippe, schüttet seinen Spott über die Wunderwelt der Körner, der Fitnesshallen und der mehr oder weniger esoterisch unterfütterten Heilsbotschaften von der Ganzheitlichkeit und dem Segen der Dauerdiät aus. Wohltuend die Mischung aus Lockerheit und Ernst, mit der all diese asketischen Aufgeregtheiten in Beziehung gesetzt werden zum unausweichlichen Zielpunkt auch der gesündesten Lebensführung: Zum Tod bzw. seiner Verdrängung durch das zeitgeistige Phänomen, für welches Dr. Lütz den schönen und durchaus zutreffenden Begriff "Gesundheitsreligion" prägt.
Und dabei kennt er sich aus: Als gelernter Theologe und bekennender katholischer Rheinländer verfügt er über die intimen Einblicke in die zahlreichen unfreiwillig komischen, bizarren oder auch nur befremdlichen Manifestationen gerade des katholischen Glaubenslebens. Dass diese der Ausbildung eines guten Sinns für Humor förderlich sind, kann ich gerne bestätigen: Wie außer mit viel tolerantem Frohsinn soll man beispielsweise eine katholische Reliquienprozession betrachten können, wo wie zum Kiliansfest in Würzburg drei vergilbte, löchrige Totenschädel auf einem Damastbett in einer gülden gefassten Glaskiste rund um den Dom geschleppt werden, begleitet von einer Anzahl mehr oder minder beleibter, mit durchwirkten Spitzenkleidchen transenähnlich verkleideter geistlicher Herren, welche mit bierernstem Gesicht silberne Töpfe schwingen, ihnen Schwaden von Weihrauch entlocken und dabei weitgehend sinnfreie Leiergesänge anstimmen? Das ist absurdes Theater pur, und entsprechend kann Dr. Lütz aus dem Vergleich zwischen traditionellem religiösem Kult und Gesundheitskult eine Vielzahl stimmiger Parallelen von beträchtlichem Heiterkeitswert ziehen. Dass selbst der Leser, der dank einer Herkunft aus katholischem Milieu das Ganze recht gut kennt, immer wieder überrascht ob der verblüffenden Ähnlichkeiten innehält, schmunzelt oder auch laut auflacht, spricht für Witz und Schwung der Darstellung.
Das tut der Leser vor allem dann, wenn er als Anhänger von Churchills Verdikt "No Sports" und Freund gepflegter Küche und Weine - beides zweifellos eher katholischem denn protestantischem Lebensgefühl entsprungen - die Lütz'schen Sottisen als Bestätigung aus berufenem Munde (im Hauptberuf ist der Autor ja schließlich Arzt) für eine Art der Daseinsgestaltung auffasst, die sich zunehmend defensiv des vorherrschenden Zwangs zum Leben als Aktivbolzen erwehren muss. Die gleiche Erfahrung aus einem katholischen Hintergrund heraus freilich nimmt im Lauf der Lektüre zunehmend Anstoss an einem Trend, der sich im Buch deutlich herausstellt: Es scheint dem Autor letztlich gar nicht so sehr um das Lächerliche der Wellness- und Fitnessrituale zu gehen, sondern darum, dass diese außerhalb des alleinseligmachenden Rahmens seiner Kirche stattfinden. Dabei scheut er auch vor der Formulierung haarsträubenden Unsinns nicht zurück, wenn er etwa der Catholica ein besonders freundliches Verhältnis zur Erotik attestiert. Jeder (oder auch nur fast jeder - Herr Lütz hatte ja vielleicht Glück) Mensch, der in seiner Kindheit und Adoleszenz häufig einen katholischen Beichtstuhl betrat, wird bezeugen können, welch unfassbar überdimensionierten Anteil die detaillierte Befragung zu Sünden wider das 6. Gebot im Beichtgespräch einnahm. Da ich nie einen Mord begangen habe, kann ich das natürlich nicht beweisen: Aber ich bin überzeugt, die Untersuchung einer Bluttat durch den Beichtiger wäre weniger wissbegierig ausgefallen! Von daher wundert es nicht, dass die armen Zölibatäre dieser so erosfreundlichen Kirche immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommen, weil sie in ihrer sexuellen Not kleinen Buben oder Mädchen so gerne ins Höschen greifen. Wenn man dies als Aspekt der katholischen Lustfreundlichkeit ansieht, dann freilich hat Dr. Lütz völlig recht.
Man könnte fortfahren in der Aufzählung der aus unkritischer Kirchenfreundlichkeit auftretenden Ärgernisse: Die Verharmlosung der Inquisition als "Befragung" beispielsweise ( Daumenschrauben und glühende Zangen kommen nicht vor - gewiss notwendiges Beiwerk zur ergiebigen Befragung), die zwecks Vorbildcharakter geschönten Heiligenviten, wo die z.T. erschreckenden Neurosen der strahlenden Glaubenshelden wohl zu sehr stören würden, die Verklärung des mittelalterlichen Sterbens, von angesehenen Fachhistorikern schon längst als Legende entlarvt, und das Darstellen der Dogmen als notwendige Waffe gegen den Fundamentalismus (wobei das Glaubenmüssen an die Unfehlbarkeit des Papstes etwa oder die leibliche Himmelfahrt Mariens natürlich überhaupt nichts Fundamentalistisches an sich haben..)sind nur einige Beispiele, die für sich sprechen . Schade!
Schade vor allem deswegen, weil das Buch so viele gescheite, aufmunternde und erheiternde Aspekte enthält: Alles Elemente, die per se sicher mehr zur Gesunderhaltung des Menschen beitragen als Pillen oder Stunden von Nordic Walking. Wenn es gelingt, zugunsten dieser Gesichtspunkte den eifernden Traktatstil anderer Passagen auszublenden, wird man das Buch mit viel Gewinn für innere Ruhe und Zwerchfelltraining lesen können. Wenn dies nicht gelingt, und das war beim Rezensenten mit einer langen und gar nicht lustigen katholischen Vorgeschichte so: leider nur drei Punkte.
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