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Bücher - Autoren

Marcel Reich-Ranicki

 
Mein Leben - Marcel Reich-Ranicki
Buch:Mein Leben
Autor:Marcel Reich-Ranicki, Ausgabe vom 1. März 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 98130
Marcel Reich-Ranicki, viel bewundert und viel gescholten, ist so bekanntund populär, so einflußreich und schließlich auch so umstritten wie wohlkein deutscher Kritiker zuvor. Mit seinem "Literarischen Quartett" beweister seit 1988, daß die Vermittlung von anspruchsvoller Literatur im Fernsehenhöchst unterhaltsam sein kann. Was steckt hinter Reich-Ranickis unvergleichlichemAufstieg, hinter diesem unglaublichen Erfolg? Als er, kaum neun Jahre alt,aus seiner polnischen Geburtsstadt Wloclawek nach Berlin übersiedelt, verabschiedetihn seine Lehrerin mit den Worten "Du fährst, mein Sohn, in das Land derKultur." Doch das Land der Kultur stellt sich schon dem Kind nicht ohnedüstere Seiten dar. Wie ein roter Faden zieht sich diese widerspruchsvolleErfahrung durch sein weiteres Leben Das Glück, das er der deutschen Literaturverdankt, der Musik und dem deutschen Theater, ist untrennbar verknüpftmit der Angst vor der deutschen Barbarei. Im Jahre 1938 wird Reich-Ranickinach Polen deportiert. Als Jude erfährt er im Warschauer Getto die schrecklichstenDemütigungen, die Menschen Menschen bereiten können. Zusammen mit seinerFrau Tosia überlebt er das Inferno. Im Polen der Nachkriegsjahre wird erKommunist und Zeuge des größten Verrats an der Idee einer gerechten Gesellschaft.1958 kehrt er nach Deutschland zurück und wird beinahe sofort als Kritikeranerkannt.
Lange Zeit hatte Marcel Reich-Ranicki die Niederschrift seiner Autobiografie vor sich hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen.
Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik.
Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches - z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. - etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und - natürlich - zur Literatur.
Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert - doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität." -Alexander Simon

Mein Leben - Marcel Reich-Ranicki, Marcel Reich- Ranicki
Buch:Mein Leben
Autor:Marcel Reich-Ranicki, Marcel Reich- Ranicki, Ausgabe vom 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 21300
Aus der Amazon.de-Redaktion
Lange Zeit hatte Marcel Reich-Ranicki die Niederschrift seiner Autobiografie vor sich hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen.
Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik.
Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches - z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. - etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und - natürlich - zur Literatur.
Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert - doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität." -Alexander Simon

Mein Leben - Marcel Reich-Ranicki
Buch:Mein Leben
Autor:Marcel Reich-Ranicki, Ausgabe vom 1. Sept. 1999, Gebunden, Verkaufsrang 3004
Preis: 25,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Erscheinungsjahr: 2001
17. Aufl.
Gewicht: 737 gr / Abmessung: 21 cm
Von Reich-Ranicki, Marcel
Marcel Reich-Ranicki wird viel bewundert und viel gescholten, ist bekannt und populär, einflußreich und schließlich aber auch umstritten. Mit seinem "Literarischen Quartett" beweist er seit 1988, daß die Vermittlung von Literatur im Fernsehen höchst unterhaltsam sein kann und daß gerade das Fernsehen wie kein anderes Medium imstande ist, der anspruchsvollen Literatur den Weg zum Leser zu bahnen. Was steckt hinter seinem unvergleichlichen Aufstieg, hinter diesem verblüffenden Erfolg?
Als Reich-Ranicki, kaum neun Jahre alt, aus seiner polnischen Geburtsstadt Wloclawek an der Weichsel nach Berlin übersiedelt, verabschiedet ihn seine Lehrerin mit den Worten: "Du fährst, mein Sohn, in das Land der Kultur." Doch das Land der Kultur stellt sich schon dem Kind nicht ohne düstere Seiten dar. Wie ein roter Faden zieht sich diese zwiespältige und widerspruchsvolle Erfahrung durch sein weiteres Leben: Das Glück, das er der deutschen Literatur verdankt, der deutschen Musik und dem deutschen T heater, scheint untrennbar verknüpft und verquickt mit der deutschen Barbarei.
Im Jahre 1938, kurz nach dem Abitur an einem Berliner Gymnasium, wird Reich-Ranicki nach Polen deportiert. Als Jude erfährt er im Warschauer Getto die schrecklichsten Demütigungen die Menschen Menschen bereiten können.
"Immer wieder haben wir versucht", so schreibt er, "unsere Trauer zu vergessen und unsere Angst zu verdrängen. Die Poesie war unser Asyl, die Musik unsere Zuflucht." Zusammen mit seiner Frau Tosia überlebt er das Inferno - durch Zufall und auf dramatische Weise. In Polen der Nachkriegsjahre wird er Kommunist und Zeuge des größten Verrats, den die herrschende Partei der Idee einer gerechte
Lange Zeit hatte Marcel Reich-Ranicki die Niederschrift seiner Autobiografie vor sich hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen.
Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik.
Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches - z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. - etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und - natürlich - zur Literatur.
Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert - doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität." -Alexander Simon

Und ist ein Fest geworden: 33 Gedichte mit Interpretationen (insel taschenbuch) - Rainer Maria Rilke
Buch:Und ist ein Fest geworden: 33 Gedichte mit Interpretationen (insel taschenbuch)
Autor:Rainer Maria Rilke, Ausgabe vom 27. März 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 467195
Preis: 7,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Product Description
Aus dem lyrischen Werk Rilkes werden in diesem Band 33 Gedichte vorgelegt,jedes kommentiert von einem Kenner lyrischen Sprechens, herausgegeben vonMarcel Reich-Ranicki, der mit seiner 'Frankfurter Anthologie' das Interpretierenvon Gedichten zu einem wahren Lesevergnügen gemacht hat.

Mein Schiller (insel taschenbuch) - Marcel Reich-Ranicki, Friedrich Schiller
Buch:Mein Schiller (insel taschenbuch)
Autor:Marcel Reich-Ranicki, Friedrich Schiller, Ausgabe vom 25. Januar 2009, Gebunden, Verkaufsrang 758635
Preis: 10,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Product Description
Erscheinungsjahr: 2009
Gewicht: 272 gr / Abmessungen: 181 mm x 116 mm x 19 mm
Von Schiller, Friedrich von / Zus.-gest. v. Reich-Ranicki, Marcel
M e i n Schiller? Warum eigentlich? Und seit wann?
Ich liebe Schiller, ich liebe ihn seit meiner Jugend, wenn nicht seit meiner Kindheit. Ich liebe den Dichter der Freiheit.
Ich schätze den engagierten Schriftsteller (übrigens gab es diesen Begriff damals noch nicht), ihn, der mit jeder seiner literarischen und philosophischen Arbeiten unbedingt etwas erreichen, etwas bewirken wollte.
Ich verehre den größten der deutschen Theaterautoren, ihn, dessen Dramen mir zeigten, was die Bühne zu leisten imstande ist. Ich habe eine Schwäche für nicht wenige seiner geistreichen Gedichte, zumal für seine herrliche Ballade "Die Kraniche des Ibykus". Sein Werk hat mir die Augen geöffnet: Schiller war der erste Dichter, der mich in meiner frühen Jugend ahnen und vielleicht sogar begreifen ließ, daß Literatur Kritik der Gesellschaft ist, ja Kritik des Lebens. So wurde er m e i n Schiller.
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort von Marcel Reich-Ranicki [Gedichte:] An die Freude Würde des Menschen Die Teilung der Erde Die Kraniche des Ibycus Nänie [Erzählung:] Verbrecher aus Infamie [Essays:] Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken? (Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet) Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen Über die ästhetische Erziehung des Menschen; Fünfzehenter Brief Über das Erhabene Über den Gebrauch des Chors in der Tragödie [Drama:] Kabale und Liebe; Ein bürgerliches Trauerspiel

Thomas Mann und die Seinen - Marcel Reich-Ranicki
Buch:Thomas Mann und die Seinen
Autor:Marcel Reich-Ranicki, Ausgabe vom 9. Sept. 2011, Taschenbuch, Verkaufsrang 208048
Preis: 12,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Marcel Reich-Ranicki antwortet auf 99 Fragen (insel taschenbuch) - Marcel Reich-Ranicki
Buch:Marcel Reich-Ranicki antwortet auf 99 Fragen (insel taschenbuch)
Autor:Marcel Reich-Ranicki, Ausgabe vom 24. April 2006, Gebunden, Verkaufsrang 60281
Preis: 8,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Der Fall Heine - Marcel Reich-Ranicki
Buch:Der Fall Heine
Autor:Marcel Reich-Ranicki, Ausgabe vom 1. Juni 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 262503
Preis: 7,50 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Product Description
Wenn es um Heine ging, wurde in Deutschland seit eh und je scharf geschossen.Ein geborener Provokateur war er und ein ewiger Ruhestörer...Er ging insExil, um nie in Deckung gehen zu müssen. Seine Biographie reicht vom jüdischenMittelalter bis zur europäischen Neuzeit, sein Werk führt von der deutschenRomantik zur Moderne der Deutschen... Stets setzte er sich zwischen alleStühle. Und fast will es scheinen, als sei da immer noch sein Platz. Aberes spricht nicht gegen Heine, dass sein Werk uns immer wieder beunruhigt.Dass es noch ist, was es war eine Provokation und eine Zumutung. MarcelReich-Ranicki.

Mein Leben - Großdruck - Marcel Reich-Ranicki, Marcel Reich- Ranicki
Buch:Mein Leben - Großdruck
Autor:Marcel Reich-Ranicki, Marcel Reich- Ranicki, Ausgabe vom 2002, Gebunden, Verkaufsrang 471166
Aus der Amazon.de-Redaktion
Lange Zeit hatte Marcel Reich-Ranicki die Niederschrift seiner Autobiografie vor sich hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Im Alter von 79 hatte er sie dann vorgelegt. 2003 sind die Erinnerungen des 1920 Geborenen im Taschenbuch erschienen.
Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik.
Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches - z. B. seine Zeit bei der F.A.Z. - etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. Mein Leben ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und - natürlich - zur Literatur.
Marcel Reich-Ranicki hat im Grunde alles erreicht, was ein Kritiker erstreben kann: Er wurde zum bedeutendsten und einflussreichsten Kritiker seiner Zeit. Nach wie vor ist er gefürchtet und respektiert - doch kaum geliebt. Vor allem aber ist er eins geblieben: ein Außenseiter. Und man spürt über die 560 Seiten hinweg, wie sehr ihn das geschmerzt hat. So steht gegen Ende des Buches nicht zufällig ein Zitat des von ihm geschätzten Friedrich Schlegel, das Reich-Ranicki auf sich selbst bezieht: "Man findet mich interessant und geht mir aus dem Wege... Am liebsten besieht man mich aus der Ferne, wie eine gefährliche Rarität." -Alexander Simon

Der Kanon: 20 Bde. - Marcel Reich-Ranicki, Marcel Reich- Ranicki
Buch:Der Kanon: 20 Bde.
Autor:Marcel Reich-Ranicki, Marcel Reich- Ranicki, Ausgabe vom 18. Sept. 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 245200
Aus der Amazon.de-Redaktion
Einstmals umfasste ein Kanon die Summe aller kirchlich anerkannten biblischen Texte. Während der bildungsbürgerlichen Revolution dann wurde der Begriff zum Bündlungspol all jener heiligen Schriften der Literaturgeschichte, die man zur gepflegten Konversation in gebildetem Kreise unbedingt gelesen haben musste. Nun ist bei Suhrkamp die von Marcel Reich-Ranicki besorgte 20-bändige Roman-Bibliothek Der Kanon erschienen: Was man da aufgrund der teils doch recht radikalen Ansichten Reich-Ranickis etwa zur gerade noch erträglichen Länge von Büchern erwartet hatte, war wohl eine engstirnige Auswahl mit dem Anspruch auf letztgültige Ausschließlichkeit.
Wer Derartiges befürchtet hatte, wird arg enttäuscht. Denn Reich-Ranickis Vorwort schränkt die Ansprüche einer verbindlichen Top 20 gleich zu Anfang wieder ein. "Kann man da eine verbindliche Liste, ob nun kurz oder lang, überhaupt in Erwägung ziehen?", fragt der Kritiker rhetorisch. Und er fährt fort: "Nein, das kann man nicht, denn die Literatur ist frei." Neben objektiven Kriterien hat Reich-Ranicki denn vor allem auch die Wirkung seiner eigenen begeisternden Lektüre berücksichtigen wollen: "An diesem Glück wollte ich auch andere teilhaben lassen." So ist die Buchkassette, so paradox das klingen mag, vor allem ein sehr persönlicher Kanon geworden.
Tatsächlich hat Reich-Ranicki Bände aufgenommen, die "frei sind vom Duft und Staub des Museums" sind: Darunter jeweils zwei seiner erklärten Lieblingsautoren Goethe (Die Leiden des jungen Werther, Die Wahlverwandtschaften), Theodor Fontane (Frau Jenny Treibel, Effi Briest) und Thomas Mann (Buddenbrooks, Der Zauberberg). Mit je einem Buch sind E.T.A. Hoffmann (Die Elexiere des Teufels), Gottfried Keller (Der grüne Heinrich), Heinrich Mann (Professor Unrat), Hermann Hesse (Unterm Rad), Robert Musil (Die Verwirrungen des Zöglings Törleß), Franz Kafka (Der Proceß), Alfred Döblin (Berlin Alexanderplatz), Joseph Roth (Radetzkymarsch), Anna Seghers (Das siebte Kreuz), Heimito von Doderer (Die Strudlhofstiege), Wolfgang Koeppen (Tauben im Gras), Günter Grass (Die Blechtrommel), Max Frisch (Montauk) sowie Thomas Bernhard (Holzfällen) vertreten.
So viel ist sicher: In dieser Reihe "freundlicher Hinweise, Vorschläge und Empfehlungen" wurde kein Titel aufgenommen, der des Lesens nicht für wert befunden werden müsste. Da ist eigentlich nur ärgerlich, dass Reich-Ranicki bis auf die paar Zeilen Klappentext nichts Erläuterndes zu den Romanen selbst verfasst hat - Nachworte fehlen völlig. So bleibt Der Kanon leider "ein eher diskreter Fingerzeig". -Thomas Köster
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