Oryx und Crake Während wir uns im wirklichen Leben noch vor dem fürchten, was Margaret Atwood in ihrem Science-Fiction-Roman Der Report der Magd beschrieben hat - dem Heraufziehen eines religiös fundamentalistisch-totalitären Staates in Nordamerika nämlich -, ist die Fantasie der kanadischen Autorin schon in der Zeit der Katastrophe danach, der wahrhaft absoluten gesellschaftlichen und ökologischen Apokalypse angekommen: Die heutigen Klimaszenarien haben sich allesamt als zu optimistisch erwiesen. Die großen Metropolen sind sämtlich versunken, und unter den extremen Umweltbedingungen können nur noch "Menschen" eines gentechnisch veränderten Typs bestehen. Gerade noch der nicht ganz unbeschädigte Jimmy ist ein Mensch, wie wir ihn kennen. Aus seiner nicht ganz lückenlosen Erinnerung rekapituliert er für uns die Zeit des Untergangs. Und was wir da über diese Zeit erfahren, liest sich als erschreckend konsequente Fortschreibung dessen, was sich heute am Horizont als durchaus reale Möglichkeit abzeichnet. Da sind die besonders gesicherten Siedlungen der Privilegierten, für deren medizinische Versorgung gesorgt ist und die sich - dem Wohlwollen der sie unterhaltenden Biotech-Firmen ausgeliefert - noch satt essen können. Außerhalb der gesicherten Camps liegt das verbotene Land der Armen. In den firmengesponserten Camps aber arbeitet man - allen voran Jimmys Freund Crake - an der gentechnischen Verbesserung des von Natur aus so unzulänglichen Menschen. Doch was dabei herauskommt, ist das blanke Grauen. Margaret Atwoods Oryx und Crake gehört in eine Reihe mit Carl Amerys Der Untergang der Stadt Passau. Lesenswert auch dann, wenn man ansonsten vielleicht nicht allzu viel mit dem Science-Fiction-Genre anzufangen weiß. -Andreas Vierecke
Buch:
Interpretationshilfe Englisch - The Handmaid's Tale.
Autor:
Christoph M. Peters, Ausgabe vom 1. Juli 2006, Broschiert, Verkaufsrang 175523
Das Unglück hieß Zenia. Neben dieser Räuberbraut stehen Roz, Charis undTony, die das Unglück zusammengebracht hat. Zenia erschlich sich das Vertrauender drei, nützte mit gespenstischem Scharfsinn ihre Schwächen aus und gingschließlich mit ihren Männern auf und davon. Wie war das möglich? DieseRäuberbraut ist ein maskierter Archetypus Frauen projizieren ihre Wünscheauf sie, wollen sein wie sie - schön, begehrenswert, schicksalhaft - undfallen ihr zum Opfer. Die Räuberbrautist ein Roman vom Kampf unter Frauen,Männer spielen kaum eine Rolle, höchstens als Beute, das eigentliche Themaist die Macht. Margaret Atwoods neuer Roman Die Räuberbraut erzählt die Geschichte einer Frau, die ihre Mitmenschen benutzt, sie durchwühlt und ausleert wie eine Hosentasche. Das Schlimme daran ist, daß ihre Freundinnen das widerstandslos mit sich geschehen lassen und erst begreifen, was mit ihnen passiert, wenn Zenia, die Räuberbraut, das Schlachtfeld schon wieder verlassen hat. Meistens hat sie dabei den Freund oder Ehemann der Geschädigten im Schlepptau. So erging es auch Tony, der Historikerin, Charis, die eigentlich Karen heißt, und Roz, der selbständigen Geschäftsfrau. Alle drei hatten in ihrem Leben das Pech, dem Unglück in der Person von Zenia zu begegnen. Einmal monatlich gehen sie gemeinsam zum Essen, und obwohl Zenia seit vier Jahren tot ist, lecken sie noch immer die offenen Wunden, die sie in ihrem Leben hinterlassen hat. Margaret Atwood hat ihren Roman exakt durchkonstruiert: Bei einem gemeinsamen Essen schildert jeweils eine der drei Hauptpersonen ihre Biographie und wie es zur Begegnung mit Zenia kam. Die Überraschung ist perfekt, als gegen Ende des Treffens die totgeglaubte Zenia aus dem Nichts auftaucht und an ihnen vorbeirauscht. Alles deutet darauf hin, daß sich der Alptraum in neuer Besetzung zu wiederholen scheint. Zenia verkörpert die reine Bosheit - sie will Zerstörung um jeden Preis. Sie nutzt die Schwächen ihrer Opfer hinterlistig aus. Gleich einem Zauberer, läßt sie jede Protagonistin nur den Teil ihrer Geschichte sehen, den sie selbst erkennen will. Sie kann über die Frauen nur deshalb Macht gewinnen, weil diese ihre Wünsche und Sehnsüchte auf sie projizieren. Zenia arbeitet mit Spiegeln: Spiegel ist jeder, der ihr zusieht. Aber hinter dem zweidimensionalen Bild ist nichts anderes als eine dünne Schicht aus Quecksilber. Die Bosheit macht auch vor den Männern nicht halt. Folgendermaßen widerfährt es dem Ehemann von Roz: "Zenia hat ihm etwas gestohlen, hat ihm das eine gestohlen, das er immer beschützt hat! Vor 'allen' Frauen, selbst vor Roz. Vielleicht könnte man es 'seine Seele' nennen. Zenia hat sie ihm aus der Brusttasche geklaut, als er gerade nicht hinsah - mit derselben Leichtigkeit, mit der man einen total Besoffenen ausnehmen kann - hat sie begutachtet und hineingebissen, um zu sehen, ob sie echt ist, und die Nase gerümpft, weil sie ihr doch zu mickrig war, und sie weggeworfen, weil sie zu der Sorte Frau gehört, die haben will, was sie nicht hat, und bekommt, was sie will, und es dann, wenn sie es hat, verachtet". Die Räuberbraut ist ein gelungener Roman, der durch seine sehr präzise und detaillierte Beschreibung besticht. Die kleinen, unscheinbaren Nebensätze, die ganz genau geplant sind und auf zukünftige Ereignisse hindeuten, lassen das Buch einen Sog entfalten, dem man sich nur schwer entziehen kann. Margaret Atwood gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen Kanadas - dies hat sie mit diesem Roman erneut unter Beweis gestellt. -Manuela Haselberger
Buch:
Katzenauge
Autor:
Margaret Atwood, Ausgabe vom 12. Aug. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 331744
Product Description Katzenauge, einer der erfolgreichsten Romane von Margaret Atwood, erzähltvon der schillernden Gefühlswelt kleiner Mädchen. Die erwachsene Elaineerinnert sich an ihre Freundschaft mit Cordelia, die, grausam und schlagfertig,der Quälgeist ihrer Kindheit war. Ein großer Roman über die Kindheit unddie von Haßliebe geprägte Beziehung zweier Frauen.
Hörbuch:
Meine schönsten Prinzessinnen-Geschichten
Autor:
Cornelia Funke, Margaret Atwood, Ursel Scheffler, Werner Färber, Ausgabe vom 27. März 2008, Audio CD, Verkaufsrang 301337