Martin Walser, Ausgabe vom 28. Juli 2003, Gebunden, Verkaufsrang 838111
Aus der Amazon.de-Redaktion Seit den 1980er-Jahren hat Martin Walser einen kleinen Mann im Kopf und wird ihn nicht mehr los. Dieser kleine Mann flüstert ihm Ideen ein, versorgt ihn mit Gedankensplittern, und stellt seine Gedanken selbst wieder auf den Kopf. "Phantasie ist Erfahrung", flüstert der kleine Mann, der auf den schönen Namen Tassilo Herbert Meßmer hört, oder: "Wer dich betrügt, ist wenigstens interessiert an dir." Walser kann sich nur befreien, indem er diese Kopfgeburten niederschreibt. Zuerst in Meßmers Gedanken (1985), nun in Meßmers Reisen. Und das ist Lesevergnügen auf höchstem Niveau. Nur in seinen schlechtesten Momenten reagiert Meßmers Reisen mit zwar verständlicher, aber wenig produktiver Verbitterung auf die unsägliche Walser-Debatte im Umfeld des Romans Tod eines Kritikers - und rechnet ab mit den scheinheiligen Attacken des Feuilletons: "Solange man Zeitung liest, ist einem nicht zu helfen", steht da zu lesen. Ansonsten changiert das Buch gekonnt zwischen politischem Bonmot, literarischem Aphorismus und autobiografisch gefärbter Stellungnahme hin und her. An einer Stelle wird die "überall gegenwärtige deutsche Minderwertigkeit" bemängelt; an anderer Stelle ist sehr privat von der "Niederlage des Alters" die Rede. Überhaupt ist Meßmers Reisen ein ungemein persönliches Buch geworden. Folgerichtig hat Walser den gedankenwendigen Protagonisten des Bandes in einem Interview einmal als "meine innerste Figur" bezeichnet: "In Meßmer stelle ich mich bloß." Aber nicht nur Walser-Freunde wird die messerscharfe Kurz- und Kürzestprosa des Buches begeistern. Denn dank der vom altersweisen Autor erdachten Ideenfahrten Meßmers durch die fulminanten Höhen und Tiefen seines Hirns ist Meßmers Reisen wieder einmal auch literarisch geglückt. Und natürlich geht es auch viel ums Reisen in Walsers Buch: Reisen, bei denen der Held oftmals nicht weiß, "fährt er hin oder zurück". Dieses Drehen und Wenden - die "Spaziergänge" der Gedanken - war laut Michel de Montaigne der Wesenszug des Essays. Walser hat ihn in Meßmers Reisen hinüber gerettet, durch seinen Mann im Kopf, der immer wieder alles in Frage stellt, was er kurz zuvor konstatierte. Hier ist aus Fantasie tatsächlich Erfahrung geworden. Ein kleines Meisterwerk. -Thomas Köster 1
Buch:
Ich habe ein Wunschpotential: Gespräche mit Martin Walser (suhrkamp taschenbuch)
Ausgabe vom 28. Sept. 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 1146976
Martin Walser, Ausgabe vom Mai 1990, Broschiert, Verkaufsrang 2633834
Buch:
Anselm Kristlein- Trilogie - Halbzeit / Das Einhorn / Der Sturz.: 3 Bde.
Autor:
Martin Walser, Ausgabe vom Febr. 1999, Broschiert, Verkaufsrang 306258
Product Description Der Schuber wurde gestaltet von Rambow Lienemeyer van de Sand und enthält die drei Bücher "Die Anselm Kristlein Trilogie", Erster, Zweiter, Dritter Band.
Klappentext Erster Band:" Martin Walser hat eines jener gesellschaftskritischen Bücher geschrieben, die keinen Leser und keinen Kritiker, sofern sie auch nur geringsten Teil am gesellschaftlichen Leben haben, unbehelligt lassen. "(Jürgen Becker)
Klappentext Zweiter Band: "Das Einhorn ist ein witizig ironisches und glaubhaft pathetisches Buch über die Liebe." (Urs Jenny)
Dritter Band: "Walser hat im 'Sturz' das Höllenhafte unserer Existenz zum Furchtbaren hin zugespitzt. ... Seine Gegen- Utopie trägt die realen Züge des Spätkapitalismus." (Peter Laemmle)
" ... das konsequenteste Denkspiel der deutschen Nachkriegsliteratur." (ARD-Fernsehen)
Buch:
Die Gallistl'sche Krankheit.
Autor:
Martin Walser, Ausgabe vom Dez. 1988, Broschiert, Verkaufsrang 2964700
Buch:
Leben und Schreiben: Tagebücher 1963-1973
Autor:
Martin Walser, Ausgabe vom 21. Sept. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 761012
Buch:
Jagd: Roman
Autor:
Martin Walser, Ausgabe vom 4. Sept. 1988, Gebunden, Verkaufsrang 493761