Martin van Creveld, Ausgabe vom 1999, Gebunden, Verkaufsrang 524926
Aus der Amazon.de-Redaktion Der Staat - dieses für viele abstrakte und doch zugleich alle betreffende Gebilde, ist als regelndes Element in unserer modernen Welt kaum mehr wegzudenken. Es fällt schwer, sich ein Zusammenleben ohne Staaten vorzustellen. Und doch leben wir nach Ansicht Martin van Crevelds in einer Zeit, in der die Bedeutung der Staaten abnimmt und der Zenit dieser Idee überschritten ist. Darauf laufen die Betrachtungen hinaus, die der Historiker van Creveld über das Entstehen und die Entwicklung von Staaten anstellt. Er beginnt mit der Vorgeschichte und skizziert zunächst einfache Formen des Zusammenlebens ohne übergeordnete Staatsform. Um 1300 setzt für van Creveld die Entwicklung hin zu selbständigen Staatsgebilden ein, die zunehmend den Einfluß der früher beherrschenden Kräfte Kirche, Kaiser, Adel und Städte überwanden. Mit der Zeit formten diese Staatsgebilde große Verwaltungen und kontrollierten immer mehr Bereiche des Lebens - Staaten moderner Prägung entstanden weltweit. Doch seit Mitte der siebziger Jahre sieht van Creveld den Stellenwert von Staaten schwinden: Wohlfahrtsstaatliche Konzepte erweisen sich als nicht mehr finanzierbar, übergeordnete oder nichtstaatliche Organisationen wie die Europäische Union übernehmen mehr und mehr Aufgaben. So beschließen denn Gedanken über die Zukunft des Konzeptes "Staat" seine Ausführungen. Dieses Buch ist ein Basiswerk für alle, die sich dem Gebilde "Staat" nähern wollen - besonders für Soziologen, Politologen und Historiker. Zeit sollte man aber mitbringen für dieses wirklich umfassende und dadurch auch seitengewaltige Werk. Mit seiner sachkundigen, historischen Darlegung der Abläufe erklärt van Creveld nachvollziehbar die komplexen Zusammenhänge einer Thematik, die ob ihrer Selbstverständlichkeit bei vielen eher unbeachtet bleibt. Zudem mag sein Buch auch als Auslöser dafür dienen, sich in den einen oder anderen Aspekt der Geschichte tiefer einzulesen. -Joachim Hohwieler
Buch:
Gesichter des Krieges: Der Wandel bewaffneter Konflikte von 1900 bis heute
Autor:
Martin van Creveld, Ausgabe vom 27. April 2009, Gebunden, Verkaufsrang 306862
Buch:
Kampfkraft
Autor:
Martin van Creveld, Ausgabe vom Aug. 1997, Broschiert, Verkaufsrang 1412569
Buch:
Frauen und Krieg
Autor:
Martin van Creveld, Ausgabe vom 2001, Gebunden, Verkaufsrang 852251
Buch:
Das bevorzugte Geschlecht
Autor:
Martin van Creveld, Ausgabe vom 2003, Gebunden, Verkaufsrang 55109
Buch:
Countering Modern Terrorism - History, Current Issuses and Future Threats
Autor:
Katharina von Knop, Heinrich Neisser, Martin van Creveld, Ausgabe vom Juni 2005, Gebunden, Verkaufsrang 576271
Buch:
Vom Krieg zum Terrorismus?: Mosse-Lectures Winter 2002/2003
Autor:
Étienne Balibar, Friedrich A Kittler, Martin van Creveld, Ausgabe vom April 2003, Kalender,
Buch:
Israelische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik der Zukunft
Autor:
Martin van Creveld, Ausgabe vom 2005, Broschiert, Verkaufsrang 4989232
Buch:
Die Zukunft des Krieges
Autor:
Martin van Creveld, Ausgabe vom 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 356127
Aus der Amazon.de-Redaktion Der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld ist bekannt für seine klare historische Diagnostik. Deren Ergebnisse freilich sind für den unvorbereiteten Leser nicht selten eine einzige Provokation. Mit dem kühlen Gestus des Universalhistorikers wischt er, beinahe könnte man sagen rücksichtslos, überkommene Denkmuster beiseite. Gleichwohl oder gerade deswegen hat sein Wort in Fachkreisen und darüber hinaus erhebliches Gewicht. Der Professor an der Jerusalemer Hebrew-Universität ist viel gefragter Berater verschiedener Regierungen und in dieser Eigenschaft auch häufig Gast im Pentagon. Dort wird man sich in den vergangenen Wochen oft an seine Mahnungen erinnert haben, der Krieg in seiner bisherigen Form gehöre der Geschichte an und werde abgelöst von neuen Formen des bewaffneten Kampfes, denen zu begegnen es vollkommen neuer Strategien bedürfe. Die Rede ist vom organisierten Terror und den so genannten "Low Intensity Conflicts", deren Akteure nicht mehr eindeutig identifizierbare staatliche Armeen, sondern schwer fassbare Aktions-Netzwerke sind. Die Zukunft des Krieges ist zunächst eine universalgeschichtlich inspirierte Rückschau auf den Krieg (auch als einem anthropologisch relativ konstanten Phänomen) samt seiner taktischen, technischen und (völker-)rechtlichen Entwicklungsgeschichte. Entstanden ist das Werk Ende der 80er-Jahre, zu einer Zeit also, als die erst bevorstehenden grundstürzenden und grundlegenden Umwälzungen im Machtbereich der damaligen Sowjetunion in ihrer tatsächlichen Tragweite für die politische Weltordnung noch gar nicht absehbar waren. Und wo van Creveld aus der damaligen Perspektive die Zukunft ins Visier nahm, kann man heute über die Weitsicht des Autors bereits ein erstes Urteil fällen. Vieles von dem, was er vor nunmehr einem guten Jahrzehnt prognostizierte, ist heute bereits Realität. "Wenn sich die neuen Formen des bewaffneten Konflikts ausbreiten, verschwimmen die Grenzen zwischen Öffentlichem und Privatem, Regierung und Volk, Militärischem und Zivilem", eine Prognose, über die man gestern vielleicht noch mit den Schultern gezuckt hätte. Heute freilich wird kaum jemand darüber nicht kopfnickend erschaudern. Ein bemerkenswertes Buch, dass große Aufmerksamkeit verdient. -Andreas Vierecke