Product Description Es gibt wohl kaum eine fulminantere Entlarvung der bestehenden gesellschaftlichenVerhältnisse und eine in ihrem wortgewaltigen Pathos düsterere Abrechnungmit dem westlichen Fortschrittsglauben als die Dialektik der Aufklärung.Der einzelne Mensch wird gegenüber den ökonomischen Mächten annulliert,vom Apparat verschlungen, zum Teilchen einer unmündigen Masse degradiert.Der verdinglichte Geist stirbt in der Flut von Information und Amüsementab, wird zur bloßen Ware. Die Kulturindustrie trägt in subtiler Weise dazubei, sich der eigenen Verdummung und Versklavung nicht einmal mehr bewusstzu werden. So erweist sich Aufklärung als Massenbetrug. Diese allesbeherrschende Form eines bloß instrumentellen Verstandes unterdrückt jenesSubjekt, das sich gerade mittels Verstandes von Mythos und Irrationalitätbefreien und so zum Herrn über sich selbst machen wollte. Am Bild des anden Mast gefesselten Odysseus verdeutlichen Horkheimer und Adorno den ursprünglichenZusammenhang der Herrschaft des Verstands und Unterdrückung menschlicherNatur. Die Dialektik der Aufklärung ist nicht nur eine kritische Theorieder modernen Massenkultur, sondern auch radikale Sprach- und Wissenschaftskritiksowie negative Geschichtsphilosophie. Aufklärendes Denken, das untrennbarmit gesellschaftlicher Freiheit verbunden ist, hat in einem dialektischenProzess die völlige Unfreiheit einer verwalteten Welt hervorgebracht. Dialektikbedeutet hier das notwendige Umschlagen einer sich entwickelnden Sache,der Aufklärung, in ihr Gegenteil, in die Unvernunft einer irrationalenWelt. Die dramatische Konsequenz dieser Annahme liegt in der Ausweglosigkeitdes erreichten Zustands.
Buch:
Gesammelte Schriften, 19 Bde., Bd.5, Dialektik der Aufklärung und Schriften 1940-1950
Autor:
Max Horkheimer, Gunzelin Schmid Noerr, Theodor W. Adorno, Ausgabe vom Nov. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 45343
Product Description "Die dreißiger und frühen vierziger Jahre waren für Horkheimer eine Zeitvon außerordentlicher Produktivität In rascher Folge verfaßte er diejenigenTexte, die heute als Kernbestand der Kritischen Theorie gelten. Eine entscheidendeRolle spielte dabei der lebendige intellektuelle Zusammenhang, in den Horkheimerdurch die Zeitschrift für Sozialforschung und das in jenen Jahren besondersaktive Institut für Sozialforschung eingebettet war. Die tägliche Arbeitmit Wissenschaftlern verschiedener Geistes- und Sozialwissenschaften ermöglichteihm eine ständige Diskussion und Erprobung seines Konzepts einer ""kritischen""Theorie der Gesellschaft, die die engen Fachgrenzen überschreiten und sichan den realen Bedürfnissen der Menschen orientieren sollte."