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Wie kommt es, dass Kinder auch der Nach-Achtundsechziger-Generation von Eltern auf der Nase herumtanzen? Dass bereits Vierjährige mit ihren Erziehern machen (und machen können), was sie wollen? Dass in unserer Gesellschaft die Respektlosigkeit der Jugend gegenüber dem Alter regiert und so viele Schulabgänger (deshalb?) nicht im Mindesten gerüstet sind fürs Leben? Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit aus der Feder des 50-jährigen Bonner Mediziners Michael Winterhoff legt den Finger nicht zuletzt an einer Stelle in die Wunde, die besonders schmerzt: Mitten ins Herz der liebenden Eltern, die doch nur eines wollen: von ihre Kindern geliebt zu werden. Und die doch genau deshalb das Gegenteil erreichen. In neun Kapiteln beleuchtet Winterhoff mit medizinischer Analyse, aber auch mit journalistischem Geschick, welche Gründe dafür sprechen, dass Mütter aufhören sollten, zwischen Super-Nanny und Verzweiflung hoffnungslos hin- und herzupendeln. Er hinterfragt gängige Vorurteile unserer Pop-Kultur ("We don?t need no education"? - "Kinder an die Macht"??), illustriert, warum die Psyche eine so große Rolle spielt, was Grundschulen und Kindergärten mit der Seele unserer Kinder anstellen, warum Eltern ihr Ich nicht mit dem des Nachwuchses verschmelzen sollten - und wie es uns gelingen könnte, die "Beziehungsfähigkeit wieder herzustellen". Auf diese Weise entwirft Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ein faszinierendes Panorama, das die privaten und sozialen Mängel unserer Erziehung ebenso aufzeigt wie mögliche Lösungswege. Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Aber die meisten ergehen sich in endlos seitenschindenden Nacherzählungen von (zumeist erfundenen) Fallgeschichten, die mit dem eigenen Leben nichts gemein haben. Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ist da auf angenehme Art und Weise anders. Und ist gerade deshalb eine willkommene Alternative zur Sensationsgier von Super-Nanny-Formaten - eine Alternative zudem, die Hoffnung macht. - Isa Gerck, Literaturanzeiger.de Das hört sich nicht gut an: Kinder tanzen ihren Eltern auf der Nase herum. Vierjährige machen mit ihren Erziehern, was sie wollen (und dürfen das auch). Und die respektlose Jugend ist nach dem Schulabschluss nicht im Mindesten gerüstet fürs Leben. Das Hörbuch Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit des 50-jährigen Bonner Mediziners Michael Winterhoff wagt diese Gesellschaftsanalyse. Und es legt den Finger nicht zuletzt an einer Stelle in die Wunde, die besonders schmerzt: Mitten ins Herz der liebenden Eltern, die doch nur eines wollen: von ihre Kindern geliebt zu werden. Und die doch genau deshalb das Gegenteil erreichen. Das hört sich, wie gesagt, nicht gut an. Und trotzdem ist es gut, davon zu hören. In neun Kapiteln erörtert Winterhoffs Lesung, warum Mütter aufhören sollten, zwischen Super-Nanny und Verzweiflung hoffnungslos hin- und herzupendeln. Er hinterfragt gängige Vorurteile unserer nicht zuletzt auch akustischen Pop-Kultur ("We don?t need no education"? - "Kinder an die Macht"??), illustriert, was Grundschulen und Kindergärten mit der Seele unserer Kinder anstellen, warum Eltern ihr Ich nicht mit dem des Nachwuchses verschmelzen sollten - und wie es uns gelingen könnte, die "Beziehungsfähigkeit wieder herzustellen". Auf diese Weise entwirft Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ein faszinierendes Panorama, das die privaten und sozialen Mängel unserer Erziehung ebenso aufzeigt wie mögliche Lösungswege. Das kann sich hören lassen. Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Aber die meisten ergehen sich in endlos seitenschindenden Nacherzählungen von (zumeist erfundenen) Fallgeschichten, die mit dem eigenen Leben nichts gemein haben. Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ist da auf angenehme Art und Weise anders. Und: Er ist auch noch kurzweilig gelesen. Alles in allem also: gut zu hören. - Isa Gerck, Literaturanzeiger.de 4 CD, Laufzeit ca. 320 min
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 237 Bewertungen)
Lesermeinungen:* spannend Aspekte der Kindererziehung (5 von 5 Punkten) meint C.A. Sehr spannende Erklärungsansätze für die in der Gesellschaft immer stärker auftretenden psychischen Probleme von Kindern und in weiterer Folge Erwachsener. Das Buch beschreibt gesamt-gesellschaftliche Phänomene und ihre Ursachen (Partnerschaftlichkeit statt Eltern-Kind-Beziehung, Projektion und Symbiose anstatt Individualismus in der Familie). Viele Beschreibungen konnte ich gut nachvollziehen und die angeführten Beispiele auch selbst beobachten, wobei ich mich bei den einen oder anderen beschriebenen Verhaltenweisen selbst ertappte.
Weitere Lesermeinungen |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Als sich Ende der 60er Jahre die Erkenntnis durchzusetzen begann, dass Kinder mehr sind als psychisch nach Belieben formbare amorphe Lebewesen, hat die Misere begonnen. Seit "Zucht und Ordnung" als Maximen für gelungene Erziehung von "Persönlichkeit und Individualität" oder dergleichen abgelöst wurde, scheint eine konzeptlose Kinderaufzucht nicht mehr möglich. Voller Häme verfolgten autoritäre Traditionalisten, wie die ungezogenen Sprösslinge der "Achtundsechziger" ihren Eltern auf der Nase herumtanzten. Doch wer hätte gedacht, dass sich dies noch toppen lässt? Was uns Michael Winterhoff in seinem Bestseller Warum unsere Kinder Tyrannen werden vor Augen führte, hat uns eines Besseren belehrt. Ohne vergangene Zeiten zu beschönigen, ist der Bonner Kinderpsychiater zu der Erkenntnis gelangt, dass kindliche Verhaltensauffälligkeiten eher zu- als abnehmen und sich die Störungsbilder gewaltig von denen vor 20 Jahren unterscheiden. Verantwortlich macht Winterhoff dafür eine Pädagogik, die Kinder nicht mehr richtig Kind sein lasse und die hierarchischen Verhältnisse auf den Kopf gestellt habe. Er arbeitet drei Arten von Beziehungsstörungen heraus, die er als Folgeerscheinungen schwer zu verkraftender gesellschaftlicher Veränderungen und einer mangelnden positiven Zukunftsweisung betrachtet: erstens die, in der schon kleine Kinder von ihren Eltern als gleichberechtigte Partner behandelt werden; zweitens jene, in der Kinder zur Kompensation von Orientierungslosigkeit und mangelnder Anerkennung dienen und drittens diejenige, in der eine symbiotische Verschmelzung stattfindet, durch die das Kind vom Erwachsenen als Teil seiner selbst betrachtet wird. Da sich viele Eltern nach der Lektüre des letzten Buches erst angeklagt und anschließend allein gelassen fühlten, hat sich Winterhoff offenbar bemüßigt gesehen, noch einmal nachzulegen. Wer sich jedoch einen praktischen Erziehungsratgeber erhofft hat, der sieht sich getäuscht. Dem Autor geht es vielmehr um eine Rekapitulation und weitere Konkretisierung seiner Thesen. Bei alledem lässt er dennoch ein erzieherisches Leitbild durchblicken, das an das heftig umstrittene Lob der Disziplin von Bernhard Bueb erinnert. Franz Klotz
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 40 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Ein zum Nachdenken und Beobachten anregendes Buch (5 von 5 Punkten) meint R. aus Köln Als Dipl.-Psych. und Mutter von zwei Kindern habe ich mich immer für Erziehung interessiert und mich sehr umfangreich mit den Gedanken und Konzepten von Erziehern in Kindergärten und Schulen sowie anderen Eltern auseinandergesetzt. Mich hat immer interessiert, wie die Erfahrungen und Gedanken anderer Menschen sind, die pädagogisch arbeiten. Von professionellen berufserfahrenen Pädagogen habe ich anschaulich berichtet bekommen, dass die Arbeit mit Kindern über die Zeit schwieriger geworden sei, da viele Kinder keine Regeln akzeptieren würden, zu viel Fernseh gucken (auch Filme, die nicht altersgemäß sind) und Szenen des Gesehenen nachspielen, was zu größeren Verletzungen führt, da die Kinder Fiktion und Realität noch nicht gut unterscheiden können. Zudem haben sie weniger Achtung vor anderen und deren Eigentum, können sich weniger ruhig verhalten und konzentrieren, sind motorisch schlechter entwickelt und zeigen sich gegenüber Regeln ablehnend. Das Gespräch mit den Eltern sei schwieriger geworden, da sie das Verhalten ihrer Kinder meistens schützen, bagatellisieren oder sich auf den "Schlips getreten" fühlen. Ein konstruktiver Austausch sei sehr schwierig geworden.
Mich hat das Buch von Winterhoff angeregt, stärker noch als bisher die Augen zu öffnen und herauszufinden, warum sich viele Kinder heutzutage so unangemessen verhalten. Und wenn ich Eltern, Kinder und Pädagogen in Interaktionen beobachte, so erhalte ich viele Bestätigungen der Thesen von Winterhoff. Ich danke ihm für dieses Buch, hat es mir doch weitere Anregungen gegeben, Diskussionen und Gespräche mit anderen Eltern und Pädagogen auch hinsichtlich der Beobachtungen von Winterhoff zu führen. Für mich ist es immer wichtig gewesen, weniger auf z. B. momentanes unangemessenes Verhalten von Kindern zu achten (da sich Kinder in der Entwicklung befinden und vieles - wie wir eigentlich auch - noch lernen müssen), sondern darauf zu achten, was Eltern in einem solchen Fall tun. Und da erlebe ich zum Teil erschütternde Szenen, die sich mit Winterhoffs Erklärungsansätzen sehr gut beschreiben lassen und die Eltern und Pädagogen in den Fokus rücken.
Wie oft habe ich erlebt (ein vielleicht für manche banales Beispiel), dass aus einem liebevollen "Nein, Du kannst heute nicht bei Deinem Freund übernachten" nach endlos langer Diskussion ein ängstliches "Na gut, ich spreche mal mit dem Papa oder der Mama." und dann ein sich ergebendes : "O.k., wenn Du Dich dann beruhigst." wird. Wer die Welt beobachtet und sich mit Erziehenden bespricht, kann die Erklärungsansätze von Winterhoff tatsächlich bestätigt finden.
Es handelt sich nicht um Grusellektüre :-) - das Buch regt zum Nachdenken Diskutieren an.
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| | Hörbuch: | Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit |
| Autor: | Michael Winterhoff, Ausgabe vom 19. Januar 2009, Audio CD, Verkaufsrang 10135 |
| Preis: | 14,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
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Wie kommt es, dass Kinder auch der Nach-Achtundsechziger-Generation von Eltern auf der Nase herumtanzen? Dass bereits Vierjährige mit ihren Erziehern machen (und machen können), was sie wollen? Dass in unserer Gesellschaft die Respektlosigkeit der Jugend gegenüber dem Alter regiert und so viele Schulabgänger (deshalb?) nicht im Mindesten gerüstet sind fürs Leben? Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit aus der Feder des 50-jährigen Bonner Mediziners Michael Winterhoff legt den Finger nicht zuletzt an einer Stelle in die Wunde, die besonders schmerzt: Mitten ins Herz der liebenden Eltern, die doch nur eines wollen: von ihre Kindern geliebt zu werden. Und die doch genau deshalb das Gegenteil erreichen. In neun Kapiteln beleuchtet Winterhoff mit medizinischer Analyse, aber auch mit journalistischem Geschick, welche Gründe dafür sprechen, dass Mütter aufhören sollten, zwischen Super-Nanny und Verzweiflung hoffnungslos hin- und herzupendeln. Er hinterfragt gängige Vorurteile unserer Pop-Kultur ("We don?t need no education"? - "Kinder an die Macht"??), illustriert, warum die Psyche eine so große Rolle spielt, was Grundschulen und Kindergärten mit der Seele unserer Kinder anstellen, warum Eltern ihr Ich nicht mit dem des Nachwuchses verschmelzen sollten - und wie es uns gelingen könnte, die "Beziehungsfähigkeit wieder herzustellen". Auf diese Weise entwirft Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ein faszinierendes Panorama, das die privaten und sozialen Mängel unserer Erziehung ebenso aufzeigt wie mögliche Lösungswege. Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Aber die meisten ergehen sich in endlos seitenschindenden Nacherzählungen von (zumeist erfundenen) Fallgeschichten, die mit dem eigenen Leben nichts gemein haben. Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ist da auf angenehme Art und Weise anders. Und ist gerade deshalb eine willkommene Alternative zur Sensationsgier von Super-Nanny-Formaten - eine Alternative zudem, die Hoffnung macht. - Isa Gerck, Literaturanzeiger.de Das hört sich nicht gut an: Kinder tanzen ihren Eltern auf der Nase herum. Vierjährige machen mit ihren Erziehern, was sie wollen (und dürfen das auch). Und die respektlose Jugend ist nach dem Schulabschluss nicht im Mindesten gerüstet fürs Leben. Das Hörbuch Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit des 50-jährigen Bonner Mediziners Michael Winterhoff wagt diese Gesellschaftsanalyse. Und es legt den Finger nicht zuletzt an einer Stelle in die Wunde, die besonders schmerzt: Mitten ins Herz der liebenden Eltern, die doch nur eines wollen: von ihre Kindern geliebt zu werden. Und die doch genau deshalb das Gegenteil erreichen. Das hört sich, wie gesagt, nicht gut an. Und trotzdem ist es gut, davon zu hören. In neun Kapiteln erörtert Winterhoffs Lesung, warum Mütter aufhören sollten, zwischen Super-Nanny und Verzweiflung hoffnungslos hin- und herzupendeln. Er hinterfragt gängige Vorurteile unserer nicht zuletzt auch akustischen Pop-Kultur ("We don?t need no education"? - "Kinder an die Macht"??), illustriert, was Grundschulen und Kindergärten mit der Seele unserer Kinder anstellen, warum Eltern ihr Ich nicht mit dem des Nachwuchses verschmelzen sollten - und wie es uns gelingen könnte, die "Beziehungsfähigkeit wieder herzustellen". Auf diese Weise entwirft Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ein faszinierendes Panorama, das die privaten und sozialen Mängel unserer Erziehung ebenso aufzeigt wie mögliche Lösungswege. Das kann sich hören lassen. Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Aber die meisten ergehen sich in endlos seitenschindenden Nacherzählungen von (zumeist erfundenen) Fallgeschichten, die mit dem eigenen Leben nichts gemein haben. Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ist da auf angenehme Art und Weise anders. Und: Er ist auch noch kurzweilig gelesen. Alles in allem also: gut zu hören. - Isa Gerck, Literaturanzeiger.de 4 CD, Laufzeit ca. 320 min
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 237 Bewertungen)
Lesermeinungen:* spannend Aspekte der Kindererziehung (5 von 5 Punkten) meint C.A. Sehr spannende Erklärungsansätze für die in der Gesellschaft immer stärker auftretenden psychischen Probleme von Kindern und in weiterer Folge Erwachsener. Das Buch beschreibt gesamt-gesellschaftliche Phänomene und ihre Ursachen (Partnerschaftlichkeit statt Eltern-Kind-Beziehung, Projektion und Symbiose anstatt Individualismus in der Familie). Viele Beschreibungen konnte ich gut nachvollziehen und die angeführten Beispiele auch selbst beobachten, wobei ich mich bei den einen oder anderen beschriebenen Verhaltenweisen selbst ertappte.
Weitere Lesermeinungen |
| | Hörbuch: | Tyrannen müssen nicht sein: Warum Erziehung allein nicht reicht - Auswege |
| Autor: | Michael Winterhoff, Ausgabe vom 20. April 2009, Audio CD, Verkaufsrang 97922 |
| Preis: | 14,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Als sich Ende der 60er Jahre die Erkenntnis durchzusetzen begann, dass Kinder mehr sind als psychisch nach Belieben formbare amorphe Lebewesen, hat die Misere begonnen. Seit "Zucht und Ordnung" als Maximen für gelungene Erziehung von "Persönlichkeit und Individualität" oder dergleichen abgelöst wurde, scheint eine konzeptlose Kinderaufzucht nicht mehr möglich. Voller Häme verfolgten autoritäre Traditionalisten, wie die ungezogenen Sprösslinge der "Achtundsechziger" ihren Eltern auf der Nase herumtanzten. Doch wer hätte gedacht, dass sich dies noch toppen lässt? Was uns Michael Winterhoff in seinem Bestseller Warum unsere Kinder Tyrannen werden vor Augen führte, hat uns eines Besseren belehrt. Ohne vergangene Zeiten zu beschönigen, ist der Bonner Kinderpsychiater zu der Erkenntnis gelangt, dass kindliche Verhaltensauffälligkeiten eher zu- als abnehmen und sich die Störungsbilder gewaltig von denen vor 20 Jahren unterscheiden. Verantwortlich macht Winterhoff dafür eine Pädagogik, die Kinder nicht mehr richtig Kind sein lasse und die hierarchischen Verhältnisse auf den Kopf gestellt habe. Er arbeitet drei Arten von Beziehungsstörungen heraus, die er als Folgeerscheinungen schwer zu verkraftender gesellschaftlicher Veränderungen und einer mangelnden positiven Zukunftsweisung betrachtet: erstens die, in der schon kleine Kinder von ihren Eltern als gleichberechtigte Partner behandelt werden; zweitens jene, in der Kinder zur Kompensation von Orientierungslosigkeit und mangelnder Anerkennung dienen und drittens diejenige, in der eine symbiotische Verschmelzung stattfindet, durch die das Kind vom Erwachsenen als Teil seiner selbst betrachtet wird. Da sich viele Eltern nach der Lektüre des letzten Buches erst angeklagt und anschließend allein gelassen fühlten, hat sich Winterhoff offenbar bemüßigt gesehen, noch einmal nachzulegen. Wer sich jedoch einen praktischen Erziehungsratgeber erhofft hat, der sieht sich getäuscht. Dem Autor geht es vielmehr um eine Rekapitulation und weitere Konkretisierung seiner Thesen. Bei alledem lässt er dennoch ein erzieherisches Leitbild durchblicken, das an das heftig umstrittene Lob der Disziplin von Bernhard Bueb erinnert. Franz Klotz
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 40 Bewertungen)
Lesermeinungen:* Ein zum Nachdenken und Beobachten anregendes Buch (5 von 5 Punkten) meint R. aus Köln Als Dipl.-Psych. und Mutter von zwei Kindern habe ich mich immer für Erziehung interessiert und mich sehr umfangreich mit den Gedanken und Konzepten von Erziehern in Kindergärten und Schulen sowie anderen Eltern auseinandergesetzt. Mich hat immer interessiert, wie die Erfahrungen und Gedanken anderer Menschen sind, die pädagogisch arbeiten. Von professionellen berufserfahrenen Pädagogen habe ich anschaulich berichtet bekommen, dass die Arbeit mit Kindern über die Zeit schwieriger geworden sei, da viele Kinder keine Regeln akzeptieren würden, zu viel Fernseh gucken (auch Filme, die nicht altersgemäß sind) und Szenen des Gesehenen nachspielen, was zu größeren Verletzungen führt, da die Kinder Fiktion und Realität noch nicht gut unterscheiden können. Zudem haben sie weniger Achtung vor anderen und deren Eigentum, können sich weniger ruhig verhalten und konzentrieren, sind motorisch schlechter entwickelt und zeigen sich gegenüber Regeln ablehnend. Das Gespräch mit den Eltern sei schwieriger geworden, da sie das Verhalten ihrer Kinder meistens schützen, bagatellisieren oder sich auf den "Schlips getreten" fühlen. Ein konstruktiver Austausch sei sehr schwierig geworden.
Mich hat das Buch von Winterhoff angeregt, stärker noch als bisher die Augen zu öffnen und herauszufinden, warum sich viele Kinder heutzutage so unangemessen verhalten. Und wenn ich Eltern, Kinder und Pädagogen in Interaktionen beobachte, so erhalte ich viele Bestätigungen der Thesen von Winterhoff. Ich danke ihm für dieses Buch, hat es mir doch weitere Anregungen gegeben, Diskussionen und Gespräche mit anderen Eltern und Pädagogen auch hinsichtlich der Beobachtungen von Winterhoff zu führen. Für mich ist es immer wichtig gewesen, weniger auf z. B. momentanes unangemessenes Verhalten von Kindern zu achten (da sich Kinder in der Entwicklung befinden und vieles - wie wir eigentlich auch - noch lernen müssen), sondern darauf zu achten, was Eltern in einem solchen Fall tun. Und da erlebe ich zum Teil erschütternde Szenen, die sich mit Winterhoffs Erklärungsansätzen sehr gut beschreiben lassen und die Eltern und Pädagogen in den Fokus rücken.
Wie oft habe ich erlebt (ein vielleicht für manche banales Beispiel), dass aus einem liebevollen "Nein, Du kannst heute nicht bei Deinem Freund übernachten" nach endlos langer Diskussion ein ängstliches "Na gut, ich spreche mal mit dem Papa oder der Mama." und dann ein sich ergebendes : "O.k., wenn Du Dich dann beruhigst." wird. Wer die Welt beobachtet und sich mit Erziehenden bespricht, kann die Erklärungsansätze von Winterhoff tatsächlich bestätigt finden.
Es handelt sich nicht um Grusellektüre :-) - das Buch regt zum Nachdenken Diskutieren an.
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| | Buch: | Zwischen Nächstenliebe und Betroffenheitsritual: Aspekte menschlicher Beziehungen |
| Autor: | Michael Kleine, Rainer Krause, Ausgabe vom 1996, Taschenbuch, Verkaufsrang 3091295 |
Direkt bei Amazon nicht vorrätig, andere Angebote über Amazon hier (Versandkosten beachten). |
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| | Buch: | Politische Eliten in der Mediengesellschaft - Rekrutierung, Darstellung, Wirkung |
| Autor: | Peter Winterhoff-Spurk, Michael Jäckel, Peter Winterhoff- Spurk, Ausgabe vom 1999, Broschiert, Verkaufsrang 1287072 |
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| | Buch: | Politik und Medien - Analysen zur Entwicklung der politischen Kommunikation |
| | Ausgabe vom 1994, Pappbilderbuch, Verkaufsrang 1181054 |
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| | Buch: | Michael Kalmbach: Dt - /Engl. |
| Autor: | Jean Ch Ammann, Natalie de Ligt, Michael Kalmbach, Kerstin Thomas, Claus Zittel, Ausgabe vom Okt. 2000, Taschenbuch,
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| | Buch: | Mediale Klassengesellschaft? |
| Autor: | Michael Jäckel, Peter Winterhoff-Spurk, Peter Winterhoff- Spurk, Ausgabe vom 1996, Sondereinband, Verkaufsrang 1826444 |
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