Millenari, Ausgabe vom 1999, Gebunden, Verkaufsrang 366766
Aus der Amazon.de-Redaktion Der Vatikan, ein Sumpf aus Machthunger und Korruption, Günstlingswirtschaft, Postenschieberei, Bestechung und Erpressung? - Irgendwie kommen einem diese schockierenden Behauptungen bekannt vor, und doch ist Wir klagen an! keines der üblichen Pamphlete über die Abgründe der katholischen Kirche. Denn wer hier so publikumswirksam die schmutzige Wäsche des Vatikans wäscht, ist kein selbsternannter Enthüllungsjournalist, sondern eine anonyme Gruppe römischer Prälaten, die sich selbst "I Millenari" nennen - die Jahrtausendmänner. Natürlich dreht sich letztlich alles um die Frage, ob die skandalösen Enthüllungen nun wahr sind oder nur üble Verleumdung. Man weiß es nicht, und die kuriale Geheimhaltungspflicht macht ein objektives Urteil unmöglich. Die Geschichten sind jedoch mit so vielen Details gespickt, dass als Autoren nur Insider infrage kommen, und tatsächlich wurde mit dem pensionierten Prälat Luigi Marinelli bereits einer der Millenari enttarnt. Wie steht es also um die Glaubwürdigkeit der Millenari? Die Mitglieder der Gruppe geben sich als Reformer und fordern eine Öffnung und Demokratisierung der römischen Kirche. Aber ihre Ansichten sind alles andere als liberal. Ihr "heiliger Zorn" nährt sich aus konservativen, volksfrömmigen Strömungen. Sie berufen sich auf die Prophezeiungen von Fátima, und sie nehmen ausdrücklich für sich in Anspruch, mit der Billigung des Papstes zu handeln. Die Kirche sei "von den Dienern des Teufels" belagert, verkünden die Millenari. Dies mag noch Ansichtssache sein, aber problematisch wird es, wenn sie den verderblichen Einfluss von Kommunisten, Freimaurern und Satanisten in der Kurie anprangern und ihre abstrusen Behauptungen auf einschlägige Verschwörungstheorien stützen. Mit solchen verbalen Entgleisungen tun sie ihrem an sich berechtigten Anliegen bestimmt keinen Gefallen. -Stephan Fingerle
Buch:
Wir klagen an
Autor:
Millenari, Ausgabe vom 2000, Taschenbuch, Verkaufsrang 356983