Niccolo Ammaniti, Ausgabe vom 31. März 2003, Gebunden, Verkaufsrang 116932
Aus der Amazon.de-Redaktion Irgendwo im tiefen Süden Italiens, dort, wo die Trost- und Hoffnungslosigkeit zu Hause ist, liegt Acqua Traverse, mit fünf Häusern nicht einmal ein Dorf. Hier lebt der neunjährige Michele mit seiner Familie und wartet mit einer Hand voll anderer Kinder darauf, dass die Sommerferien und mit ihnen der glühend heiße und alles lähmende Hochsommer endlich zu Ende gehen. Ein Tag ist langweiliger als der andere, lustloses Gekicke, kleine Fahrradausflüge und an den Haaren herbeigezogene Gruselgeschichten sorgen kaum für Abwechslung. Alles ändert sich mit einem Schlag, als Michele bei einem ihrer Fahrradausflüge in einem verfallenen Haus auf einem Hügel ein Erdloch entdeckt, in dem ein halb toter Junge liegt. Instinktiv behält er seine Entdeckung für sich und kehrt am nächsten Tag allein zu dem Versteck zurück. Der völlig abgemagerte und vor verkrustetem Dreck starrende Junge ist gefesselt, aber er lebt. Und er erzählt merkwürdige Dinge, spricht wirr von den "Herren des Hügels", die über ihn wachen. Michele gibt ihm zu trinken und kommt fortan täglich mit etwas zu essen zu Filippo, seinem neuen Freund, dessen Schicksal ihm unbegreiflich ist. Dann sieht er Filippo im Fernsehen: Der Industriellensohn war vor über zwei Monaten von Unbekannten gekidnappt worden. Und Michele muss eine Entdeckung machen, die fast noch traumatischer ist als der Fund des Jungen: Es zeigt sich bald, dass sein eigener Vater einer der Entführer ist! Der Konflikt könnte größer nicht sein; hin- und hergerissen zwischen Familienloyalität und moralischem Empfinden für Gut und Böse scheint es Michele fast zu zerreißen. Dieser konsequent aus der Sicht des neunjährigen Michele erzählte Roman Niccolò Ammanitis war in Italien eine literarische Sensation. Von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd, bewegt die Geschichte Micheles, dessen gesamtes kindliches Weltbild durch den plötzlichen vollständigen Vertrauensverlust seinem Vater und der ganzen Erwachsenenwelt gegenüber vollständig erschüttert wird, tief. Ein großartiges, schnörkellos klar erzähltes Buch über den Verlust kindlicher Unschuld irgendwo zwischen Salingers Der Fänger im Roggen und einem Stephen-King-Schocker. -Christoph Nettersheim 1
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Ich habe keine Angst.
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