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"Hilmes hat als Erster Alma Mahlers gesamten Nachlass, insbesondere ihre Tagebücher, ausgewertet und auf Grund dieses Materials ein schillerndes, präzises, unterhaltsames Porträt geschrieben." (Tages-Anzeiger )
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 18 Bewertungen)
Leserkommentare:* Auf die Knie vor mir, wenn ich bitten darf (5 von 5 Punkten) meint l. aus Köln Roberto Bolano hat in seinem großen Werk 2666 empfohlen, "sich fremden Autoren erst einmal durch einen Tritt in die Eier" zu nähern. Was immer man von diesem Rat auch halten mag, er ist ganz und gar untypisch für das Verhältnis von Biographen zu ihrem Gegenstand. Normalerweise entfalten Biographen das Leben ihres Protagonisten mit Anteilnahme und Sympathie und wissen durchaus die eine oder andere Peinlichkeit in angenehmes Zimmerlicht zu tauchen. In der vorliegenden Biographie von Oliver Hilmes Witwe im Wahn" über Alma Mahler-Werfel verhält sich dies allerdings vollkommen anderes. Auf der Grundlage umfassenden Quellenstudiums, das auch zahlreiche bislang unausgewertete Dokumente mit einbezieht, versucht der Autor diese "Muse der modernen Kunst" bzw. dieses "erste Partyluder des 20. Jahrhunderts" so detailgetreu zu portraitieren, dass auch die persönlichen Unzulänglichkeiten und Brüche sichtbar werden. Vor allem holt er Alma Schindler-Mahler-Gropius-Werfel von dem Sockel herab, auf den sie sich selbst durch ihr autobiographisches Machwerk "Mein Leben" gestellt hat und seziert ihre Persönlichkeit wie ein Insektenforscher das Fliegengebein.
So ist ein Werk entstanden, das mit großem Gewinn in gleich mehrfacher Richtung gelesen werden kann. Zunächst handelt es sich um eine Art Kulturgeschichte der modernen Kunst, wobei weniger Alma Mahler als die staunenswerte Zahl erstrangiger Musiker, Maler, Architekten und Literaten von Alban Berg bis Zemlinsky interessieren, die ihren Lebensweg kreuzten. Man erfährt, dass Werfel zu seinem großen Armenierroman durch einen Besuch in den Teppichfabriken von Damaskus inspiriert wurde, man liest Internas und Dönekens aus Pacific Palisades, dem Refugium der deutschen Emigranten in Kalifornien, schaut hinter die Kulissen des Literaturbetriebes und in die Untiefen der Politik in der europäischen Zwischenkriegszeit.
Zweitens, und damit rückt Alma Mahler wirklich in den Mittelpunkt des Buches, handelt es sich um nicht weniger als um eine exemplarische Modellbiographie für all die Millionen Singles unserer Tage, die auf nichts weiter fixiert sind als auf die Exaltationen ihres Gefühlslebens und die permanente Erwartung der Großen Liebe. Alma Mahler unterlag zwar sicher nicht als erste einer radikalen Unbeständigkeit ihrer Gefühlswelt, die sie irrtümlich auf das mangelnde Format ihrer Partner zurückführte - sie war aber die erste, die die Dürftigkeit ihres Charakters in ihren Tagebüchern der Nachwelt auf das Akribischste überliefert hat. Dazu einige Kostproben: "Auf die Knie vor mir, wenn ich bitten darf", heißt es gleich an mehreren Stellen. Oder: "Eine Frau kann in vielen Kirchen beten", denn es gilt: "Je bedeutender der Mann, desto kränker seine Sexualität". Da machen auch ihre jüdischen Bekannten keine Ausnahme, über die sie samt und sonders urteilt: "Und wenn die Juden sich zehnmal die Haare blond färben, sie bleiben ein dunkles, wildes Ostvolk".
Manche mögen einwenden, dass eine Frau, die immerhin Mahler, Werfel, Gropius und Kokoschka und zahlreichen Sekundärgenies die Sinne verwirrte, so ganz unbedeutend nicht gewesen sein kann. In Oliver Hilmes Biographie gewinnt der Leser allerdings den Eindruck, als sei Alma Mahler nicht für die Lichtseiten dieser großen Männer sondern immer nur für den Bodensatz ihrer Seelen zuständig gewesen und als gehöre sie zu jenen Personen, die alles und jedes, das sie berühren, emotional und faktisch zugrunde richten. "Die Frau ist ein wildes, blondes Weib, gewalttätig saufend", notierte Remarque 1944 über die alte Alma. "Gustav Mahler hat sie bereits unter die Erde gebracht, Kokoschka und Gropius sind ihr entkommen, Werfel wird das nicht schaffen."
Alles in allem ein ungemein unterhaltsames und lehrreiches Werk, das mit seinem Gegenstand hart ins Gericht geht - versehen mit zahlreichen Abbildungen, einem Register und einem ausführlichen Literaturverzeichnis handelt es sich um eine der herausragenden kulturgeschichtlichen Monographien des deutschen Sprachraumes.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Herrin des Hügels: Das Leben der Cosima Wagner |
| Autor: | Oliver Hilmes, Ausgabe vom 3. Nov. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 35942 |
| Preis: | 14,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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"Oliver Hilmes hat eine überzeugende, gut geschriebene Cosima-Biographie vorgelegt; die erste Lebensbeschreibung, in der nicht heimlich auf Richard Wagner geschielt wird. Stattdessen zeigt Hilmes, welchen Anteil Cosima Wagner daran hat, daß Bayreuth zur kulturellen Ikone geworden ist - sendungsbewußt und umstritten..." (FAZ )
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 11 Bewertungen)
Leserkommentare:* Cosima Wagner Eine Reportage (5 von 5 Punkten) meint V.K. aus Franken HILMES, promovierter Historiker, enttäuscht den geschichtlich interessierten Laien nicht. Vielmehr nimmt er ihn, fast im Stil einer heutigen Fernsehreportage, an die Hand, um ihm mittels eines lebendigen und flüssigen Schreibstil durch das Leben der Cosima Wagner zu führen. Diese Reportage zeichnet sich dadurch aus, daß die handelnden Personen, viele dem Geschichtsinteressierten dem Namen nach bekannt, ausführlich selbst zu Wort kommen, ihre persönliche Lebenswelt knapp aber verständlich in Wort und Bildern dem Leser nahe gebracht werden, er sich also in deren geschichtliche Lebensumstände von ca. 1850 - 1930 hinein versetzen kann sowie die Personen als Bild vor Augen hat. Ähnlich gehen auch anglo-amerikanische Historiker zu Werk, bsplw. MANCHESTER An American Caesar über McArthur,den Marshall mal als eine Primadonna bezeichnete. Und sicherlich kann nach der Lektüre dieses Buches Cosima Wagner als einer der herausragenden Primadonnen ihrer Zeit, aber auch als eine mehr als gewiefte, eiskalte Managerin des Produktes R. Wagner bezeichnet werden.
Wenn eine sogenannte höhere Tochter, Vater Franz Liszt mithin eine quasi öffentliche Prson, sich nicht scheut, in der damaligen Zeit noch in erster Ehe sozusagen zu Hause mit ihrem Liebhaber R. Wagner zwei Kinder zu zeugen, dann wird sie sich dabei etwas gedacht haben; was.....? Unter anderen diese Frage beantwortet der Autor so spannend, daß der Leser das nächste Kapitel kaum erwarten kann.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Herrin des Hügels: Das Leben der Cosima Wagner |
| Autor: | Oliver Hilmes, Ausgabe vom 23. April 2007, Gebunden, Verkaufsrang 203819 |
| Preis: | 24,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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"Oliver Hilmes hat eine überzeugende, gut geschriebene Cosima-Biographie vorgelegt; die erste Lebensbeschreibung, in der nicht heimlich auf Richard Wagner geschielt wird. Stattdessen zeigt Hilmes, welchen Anteil Cosima Wagner daran hat, daß Bayreuth zur kulturellen Ikone geworden ist - sendungsbewußt und umstritten..." (FAZ )
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 11 Bewertungen)
Leserkommentare:* Cosima Wagner Eine Reportage (5 von 5 Punkten) meint V.K. aus Franken HILMES, promovierter Historiker, enttäuscht den geschichtlich interessierten Laien nicht. Vielmehr nimmt er ihn, fast im Stil einer heutigen Fernsehreportage, an die Hand, um ihm mittels eines lebendigen und flüssigen Schreibstil durch das Leben der Cosima Wagner zu führen. Diese Reportage zeichnet sich dadurch aus, daß die handelnden Personen, viele dem Geschichtsinteressierten dem Namen nach bekannt, ausführlich selbst zu Wort kommen, ihre persönliche Lebenswelt knapp aber verständlich in Wort und Bildern dem Leser nahe gebracht werden, er sich also in deren geschichtliche Lebensumstände von ca. 1850 - 1930 hinein versetzen kann sowie die Personen als Bild vor Augen hat. Ähnlich gehen auch anglo-amerikanische Historiker zu Werk, bsplw. MANCHESTER An American Caesar über McArthur,den Marshall mal als eine Primadonna bezeichnete. Und sicherlich kann nach der Lektüre dieses Buches Cosima Wagner als einer der herausragenden Primadonnen ihrer Zeit, aber auch als eine mehr als gewiefte, eiskalte Managerin des Produktes R. Wagner bezeichnet werden.
Wenn eine sogenannte höhere Tochter, Vater Franz Liszt mithin eine quasi öffentliche Prson, sich nicht scheut, in der damaligen Zeit noch in erster Ehe sozusagen zu Hause mit ihrem Liebhaber R. Wagner zwei Kinder zu zeugen, dann wird sie sich dabei etwas gedacht haben; was.....? Unter anderen diese Frage beantwortet der Autor so spannend, daß der Leser das nächste Kapitel kaum erwarten kann.
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| | Hörbuch: | Alma Mahler Werfel - 2 CDs . |
| Autor: | Oliver Hilmes, Ausgabe vom 7. April 2006, Audio CD, Verkaufsrang 16521 |
| Preis: | 6,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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Alma Mahler-Werfel ist die berühmteste Liebhaberin und berüchtigste Künstlerwitwe des 20. Jahrhunderts. Ihr Leben führt sie durch Europa bis in die USA und ist gefüllt mit triumphalen Eroberungen und katastrophalen Leidenschaften. Sie ist mit Gustav Mahler, Walter Gropius und Franz Werfel verheiratet und hat Affären mit Gustav Klimt und Oskar Kokoschka. Die erste ungeschönte Biografie der Alma Mahler-Werfel hat der Autor Oliver Hilmes mit „Witwe im Wahn“ im Siedler Verlag vorgelegt. Der Wiener Schauspieler, Regisseur und Alma-Experte Paulus Manker liest aus dieser Biografie und stellt eine der umstrittensten Frauen des letzten Jahrhunderts vor. Paulus Manker ist einer der vielseitigsten Künstler im deutschsprachigen Raum und arbeitete als Schauspieler an allen grossen Theatern wie Burgtheater Wien, Hamburger Schauspielhaus, Berliner Ensemble, Münchner Kammerspiele und mit Regisseuren wie Peter Zadek, Claus Peymann und Luc Bondy, und spielte u.a. in Filmen von Michael Haneke, Alexander Kluge, Oliver Hirschbiegel und Joseph Vilsmaier. Für seine Arbeit als Theater- und Filmregisseur und als Schauspieler für Bühne und Film erhielt er zahllose Preise. Manker ist auch Regisseur am Theater und beim Film („Weiningers Nacht", „Schmutz“, „Der Kopf des Mohren“) und bereiste seit 1996 mit riesigem Erfolg mit seinem Simultandrama über Alma Mahler-Werfel ihre Lebensorte Wien, Venedig, Lissabon, Los Angeles und Berlin.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 2 Bewertungen)
Leserkommentare:* Großartig! (5 von 5 Punkten) meint B. aus Wien Der österreichische Schauspieler Paulus Manker wird wohl wie kein anderer mit Alma Mahler-Werfel in Verbindung gebracht, inszeniert er doch schon seit gut 10 Jahren jeden Sommer Joshua Sobols Theaterstück "Alma - A show biz ans Ende".
Nun liest er also eine gekürzte Fassung von Oliver Hilmes' beeindruckender Alma-Biographie "Witwe im Wahn - Das Leben der Alma Mahler-Werfel". Hilmes' Buch war einer der großen Sachbuch-Bestseller 2004/2005 - und zwar mit Recht. Ihm gelang eine überaus spannende, sprachlich galante, historisch fundierte, amüsante wie nachdenkliche Lebensbeschreibung.
Paulus Manker nimmt sich der Textvorlage kongenial an. Mankers charmanter Wiener Tonfall verleiht Authentizität und seine Stimme ist so modulationsfähig, dass er jeder Person eine eigene Charakteristik verleiht. Man hat oft den Eindruck, als ob mehrere Sprecher am Werk seien. "Theater fürs Ohr..." So ist beispielsweise die Szene mit Elias Canetti und Fritz Wotruba im Taxi ein purer Genuss - ganz große Sprechkunst!
Kurzum: Fünf Sterne plus!!!
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| | Buch: | Witwe im Wahn: Das Leben der Alma Mahler-Werfel |
| Autor: | Oliver Hilmes, Ausgabe vom 7. Juni 2004, Gebunden, Verkaufsrang 229998 |
| Preis: | 24,00 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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"In einer packenden Biografie ist der Historiker Oliver Hilmes dem Phänomen Alma Mahler-Werfel auf der Spur, hat Quellen erschlossen, die einen ganz neuen Blick auf diese Frau erlauben, die ihre Ehemänner und Geliebte in einen Strudel aus Leidenschaft und Verzweiflung riss." (MAINZER ALLGEMEINE ZEITUNG )
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 18 Bewertungen)
Leserkommentare:* Auf die Knie vor mir, wenn ich bitten darf (5 von 5 Punkten) meint l. aus Köln Roberto Bolano hat in seinem großen Werk 2666 empfohlen, "sich fremden Autoren erst einmal durch einen Tritt in die Eier" zu nähern. Was immer man von diesem Rat auch halten mag, er ist ganz und gar untypisch für das Verhältnis von Biographen zu ihrem Gegenstand. Normalerweise entfalten Biographen das Leben ihres Protagonisten mit Anteilnahme und Sympathie und wissen durchaus die eine oder andere Peinlichkeit in angenehmes Zimmerlicht zu tauchen. In der vorliegenden Biographie von Oliver Hilmes Witwe im Wahn" über Alma Mahler-Werfel verhält sich dies allerdings vollkommen anderes. Auf der Grundlage umfassenden Quellenstudiums, das auch zahlreiche bislang unausgewertete Dokumente mit einbezieht, versucht der Autor diese "Muse der modernen Kunst" bzw. dieses "erste Partyluder des 20. Jahrhunderts" so detailgetreu zu portraitieren, dass auch die persönlichen Unzulänglichkeiten und Brüche sichtbar werden. Vor allem holt er Alma Schindler-Mahler-Gropius-Werfel von dem Sockel herab, auf den sie sich selbst durch ihr autobiographisches Machwerk "Mein Leben" gestellt hat und seziert ihre Persönlichkeit wie ein Insektenforscher das Fliegengebein.
So ist ein Werk entstanden, das mit großem Gewinn in gleich mehrfacher Richtung gelesen werden kann. Zunächst handelt es sich um eine Art Kulturgeschichte der modernen Kunst, wobei weniger Alma Mahler als die staunenswerte Zahl erstrangiger Musiker, Maler, Architekten und Literaten von Alban Berg bis Zemlinsky interessieren, die ihren Lebensweg kreuzten. Man erfährt, dass Werfel zu seinem großen Armenierroman durch einen Besuch in den Teppichfabriken von Damaskus inspiriert wurde, man liest Internas und Dönekens aus Pacific Palisades, dem Refugium der deutschen Emigranten in Kalifornien, schaut hinter die Kulissen des Literaturbetriebes und in die Untiefen der Politik in der europäischen Zwischenkriegszeit.
Zweitens, und damit rückt Alma Mahler wirklich in den Mittelpunkt des Buches, handelt es sich um nicht weniger als um eine exemplarische Modellbiographie für all die Millionen Singles unserer Tage, die auf nichts weiter fixiert sind als auf die Exaltationen ihres Gefühlslebens und die permanente Erwartung der Großen Liebe. Alma Mahler unterlag zwar sicher nicht als erste einer radikalen Unbeständigkeit ihrer Gefühlswelt, die sie irrtümlich auf das mangelnde Format ihrer Partner zurückführte - sie war aber die erste, die die Dürftigkeit ihres Charakters in ihren Tagebüchern der Nachwelt auf das Akribischste überliefert hat. Dazu einige Kostproben: "Auf die Knie vor mir, wenn ich bitten darf", heißt es gleich an mehreren Stellen. Oder: "Eine Frau kann in vielen Kirchen beten", denn es gilt: "Je bedeutender der Mann, desto kränker seine Sexualität". Da machen auch ihre jüdischen Bekannten keine Ausnahme, über die sie samt und sonders urteilt: "Und wenn die Juden sich zehnmal die Haare blond färben, sie bleiben ein dunkles, wildes Ostvolk".
Manche mögen einwenden, dass eine Frau, die immerhin Mahler, Werfel, Gropius und Kokoschka und zahlreichen Sekundärgenies die Sinne verwirrte, so ganz unbedeutend nicht gewesen sein kann. In Oliver Hilmes Biographie gewinnt der Leser allerdings den Eindruck, als sei Alma Mahler nicht für die Lichtseiten dieser großen Männer sondern immer nur für den Bodensatz ihrer Seelen zuständig gewesen und als gehöre sie zu jenen Personen, die alles und jedes, das sie berühren, emotional und faktisch zugrunde richten. "Die Frau ist ein wildes, blondes Weib, gewalttätig saufend", notierte Remarque 1944 über die alte Alma. "Gustav Mahler hat sie bereits unter die Erde gebracht, Kokoschka und Gropius sind ihr entkommen, Werfel wird das nicht schaffen."
Alles in allem ein ungemein unterhaltsames und lehrreiches Werk, das mit seinem Gegenstand hart ins Gericht geht - versehen mit zahlreichen Abbildungen, einem Register und einem ausführlichen Literaturverzeichnis handelt es sich um eine der herausragenden kulturgeschichtlichen Monographien des deutschen Sprachraumes.
Weitere Lesermeinungen |
| | Hörbuch: | Herrin des Hügels |
| Autor: | Oliver Hilmes, Ausgabe vom 17. Sept. 2007, Audio CD, Verkaufsrang 397638 |
| Preis: | 24,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
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| „Liebevoll recherchiert von Autor Oliver Hilmes, mit Vergnügen gelesen von Elke Heidenreich.“ (Hamburger Morgenpost ) |
| | Buch: | Cosimas Kinder: Triumph und Tragödie der Wagner-Dynastie |
| Autor: | Oliver Hilmes, Ausgabe vom 15. Juni 2009, Gebunden, Verkaufsrang 69672 |
| Preis: | 22,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
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"Hilmes, der aus vielen bisher unausgewerteten Quellen schöpft, liefert eine faszinierende Familiensaga über Macht, Eifersucht und Größenwahn." (Hörzu )
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)
Leserkommentare:* Ein Clan als Mikrokosmos der Welt (5 von 5 Punkten) meint F.W.D. aus Zug Schweiz Auf der letzten Seite angekommen, stellte ich mir erneut die Frage, ob die Wagner-Dynastie eine Ausnahmeerscheinung ist oder den Normalfall abbildet. Ich kam zur, für mich zumindest erstaunlichen Meinung, dass Oliver Hilmes beschreibt, was in sozialen Gemeinschaften eben so passiert. Nur wirkt die Komprimierung in einem überschaubaren Soziotop wie dem eines Familienclans anders, als wenn ich vom Olymp auf das Geschehen der Gattung Mensch blicke. Aber gerade weil die Wagners ein Ausnahmeobjekt sind, eignen sie sich zur Darstellung menschlicher Verhaltensmuster. Denn wie der Stammbaum auf den Innenseiten des Buchdeckels zeigt, findet sich in dieser Dynastie so ziemlich alles, was in Kategorien eingeteilt werden kann.
Oliver Hilmes hat die äußerst schwierige Aufgabe, ein ideologisch so befrachtetes Familienimperium möglicht moralinfrei zu beschreiben, hervorragend gemeistert. Eher braun gefärbte Leser hätten sich einige Gewichtungen anders gewünscht als rot angehauchte. Und umgekehrt. Aber mir ist es lieber, wenn sich ein Autor bei einem so heiklen Thema persönlich eher zurückhält und die Interpretation der Fakten seinen Lesern überlässt. Wer jemals so viele Quellen verarbeiteten und auf einem ideologischen Minenfeld in eine Form bringen musste, kann die Leistung von Oliver Hilmes nur bewundern.
Bewundert habe ich auch, dass der Autor keine psychologischen Ferndiagnosen stellt, obwohl er außer Geschichte und Politik auch Psychologe studierte. Selbstverständlich fließt sein beruflicher Hintergrund ein, wenn er die Verhaltensmuster seiner Protagonisten beschreibt. Und auch Oliver Hilmes gibt dem Leser seine Vermutungen preis, wenn er über seltsame, verletzende und im Nachhinein völlig unverständliche Aktionen von Cosima Wagner, Stewart Chamberlain oder anderer Familienmitglieder spricht. Aber immer lässt er genau so viel Offenheit an den Rändern seiner Ausführungen, dass der Leser auch mit seinen eigenen Ansichten andocken kann.
Nachdem mich die spannende Story und die eleganten Formulierungen bis ans Ende des Buches getragen hatten, sah ich nicht nur die Wagner-Dynastie vor mir, sondern auch Clans und Grossunternehmen der Gegenwart. Und das löste eine Art Heiterkeit aus, die an Beschreibungen Homers erinnern, wenn er das Gelächter griechischer Götter besingt, die beim Tafeln vom täglichen Treiben auf der Erde berichten. Wer in einem Stück mitmachen will, das seit Urzeiten nach den gleichen Regeln inszeniert wird und ein festes Ensemble vorsieht, muss sich diesen Regeln wohl oder übel unterwerfen. Oder die Bühne verlassen, wie es ja auch im Stück "Cosimas Kinder" vorkommt.
Mein Fazit: Ob Oliver Hilmes jede Quelle richtig gewichtete, einordnete und interpretierte, kann ich ebenso wenig beurteilen wie andere Leser. Aber der Autor lädt uns ja auch nicht zu einer Gerichtsverhandlung ein, sondern will uns einfach an einem Stück teilhaben lassen, in dem wir unsere eigene Rolle selber aussuchen dürfen. Ein starkes Buch, das ich gerne weiterempfehle.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Im Fadenkreuz: Politische Gustav-Mahler-Rezeption 1919-1945 - Eine Studie über den Zusammenhang von Antisemitismus und Kritik an der Moderne |
| Autor: | Oliver Hilmes, Ausgabe vom 31. Aug. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 3210032 |
Direkt bei Amazon nicht vorrätig, andere Angebote über Amazon hier (Versandkosten beachten). |
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| Aus dem Inhalt: Gustav Mahler und das Zeitalter der Jüdischen Assimilation - Gustav Mahler und die Realität des Dritten Reiches - Der Komponist des Ständestaates? |
| | Hörbuch: | Herrin des Hügels |
| | Audio CD, Verkaufsrang 1103957 |
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"Liebevoll recherchiert von Autor Oliver Hilmes, mit Vergnügen gelesen von Elke Heidenreich." Hamburger Morgenpost "Da ist auch die Vorleserin Heidenreich am besten. Mit Feuereifer lebt sie alle Erschütterungen mit, und vor Empörung schient ihr manchmal gar der Atem zu stocken." Tagesanzeiger |
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