Aus der Amazon.de-Redaktion Zu den Denkwürdigkeiten der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise gehört die erstaunliche Wiederauferstehung des für mausetot erklärten Keynesianismus. Dies kündigte sich schon an, als mit Paul Krugman ein Spezialist für Rezessionen und einer seiner letzten prominenten Epigonen im vergangenen Jahr den Wirtschaftsnobelpreis einheimste. Als er vor zehn Jahren in seinem Buch Die große Rezession die Wirtschaftskrise in Asien in den Neunzigerjahren einer Analyse unterzogen hatte, stießen die Warnungen des unermüdlichen Streiters für eine nachhaltige Regulierung der Märkte noch auf taube Ohren. Nun, da alle zur Besinnung kommen, stehen Krugmans Chancen ungleich besser. Flugs hat er sein Buch von damals noch einmal hervorgeholt, in Teilen umgeschrieben und mit zusätzlichen Kapiteln sowie einem neuen Vorwort ? das in der deutschen Ausgabe Angela Merkel ordentlich die Leviten liest ? angereichert. Um die heutigen Schwierigkeiten deutlich zu machen, zeichnet Krugman die Ursachen der Wirtschaftskrisen in Thailand. Brasilien, Japan, Argentinien, Schweden, Mexiko etc. nach. Er untersucht die Gesetzmäßigkeiten der damaligen Rezessionen und die Strategien zu ihrer Bewältigung, von der Abwertung der Währung, bis hin zur Kredit- und Steuerpolitik. Krugman beklagt, dass keine Lehren aus der Vergangenheit gezogen wurden und warnt vor dem Irrglauben, die Weltwirtschaft sei vor einer Wiederholung einer Großen Depression wie in den Dreißigerjahren gefeit. Krugmans größter Verdienst ist es, dass er hoch komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge in leicht verständliche Sprache zu übersetzen vermag. Irgendwie beunruhigend nur, dass sogar ein Wirtschaftsnobelpreisträger wie er bisweilen durchblicken lassen muss, dass sich viele Entwicklungen in der Ökonomie schlicht nicht erklären, geschweige denn vorhersehen lassen. Besonders denjenigen zu empfehlen, die sich nach dem grandiosen Schiffbruch des Turbokapitalismus nach alternativen Modellen marktwirtschaftlicher Ordnung sehnen. Arnold Abstreiter
Buch:
Internationale Wirtschaft - Theorie und Politik der Außenwirtschaft
Autor:
Paul R. Krugman, Maurice Obstfeld, Ausgabe vom 10. Aug. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 251297
Buch:
Nach Bush: Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten
Autor:
Paul Krugman, Ausgabe vom 14. Januar 2008, Gebunden, Verkaufsrang 109344
Aus der Amazon.de-Redaktion Die Konservative Bewegung spaltet die Vereinigten Staaten von Amerika. Davon ist Paul Krugman überzeugt. Auf seiner Suche nach stichfesten Beweisen beleuchtet der Autor schlaglichtartig die US-Geschichte der letzten 100 Jahre. Der grundlegende Gedanke: Die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten kann nur, wer sich der Vergangenheit stellt. Dabei macht der Autor keinen Hehl daraus, dass er politisch auf Seiten der Demokraten steht. Heute sieht Krugman die Vereinigten Staaten in einer vergleichbaren Lage wie vor dem New Deal drei Jahre nach dem Börsencrash von 1929. Damals hatte US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Steuern erhöht, um Wirtschafts- und Sozialreformen für mehr Gleichheit durchzuführen. Krugman wiederum zeigt sich davon überzeugt, dass erst dieser aktive Eingriff des Staates eine breite Mittelschicht schuf. Als neokonservative Republikaner wie Ronald Reagan oder George W. Bush schließlich an die Macht gekommen waren und die Gewerkschaften zurückgedrängt hatten, ging die Schere zwischen Arm und Reich dramatisch auseinander. So sieht Krugman die heutigen, horrenden Spitzengehälter als fassbares Ergebnis neokonservativer Politik. Zudem unterstellt Krugman der Konservativen Bewegung, dass sie ihre wahren Ziele hinter populären Forderungen verberge. Wer gegen Abtreibung stimme, bekomme in Wahrheit nur die Senkung der Steuern auf Vermögenserträge, lautet einer der schweren Vorwürfe. Bei seinem Streifzug durch die Geschichte zeigt sich Krugman oft detailversessen und bringt es ganz und gar nicht "straight to the point?. Was die Präsidentschaftswahl im November 2008 betrifft, sieht der parteiische Wirtschaftsprofessor und Kolumnist der New York Times den Stern der Republikaner sinken - und fordert im Gegenzug einen zweiten New Deal. Doch wenn Krugman in seinem Buch die Stunde der Demokraten schlagen hört, geht es nicht nur um fundierte Überzeugungen, sondern dann ist auch der Wunsch Vater des Gedankens. - Herwig Slezak
Buch:
Die Große Rezession
Autor:
Paul Krugman, Ausgabe vom 18. Aug. 1999, Gebunden, Verkaufsrang 415883
Aus der Amazon.de-Redaktion Was haben Kinderhort und Liquiditätsfallen gemeinsam? Paul Krugman meint eine Menge. In Die Große Rezession schaut der Professor vom Massachusetts Institute of Technology auf die alarmierende Kette finanzieller Krisen, die in den Neunzigern die verschiedenen Wirtschaftssysteme rund um den Globus geplagt haben, besonders die asiatische "Seuche", und sieht eine unheimliche Ähnlichkeit mit der "Großen Rezession". Statt einer neuen "Weltordnung", versprochen vom Triumph des Kapitalismus über den Sozialismus, "hat sich herausgestellt, daß die Weltwirtschaft ein viel gefährlicherer Ort ist, als wir angenommen hatten." Krugman nutzt das Beispiel eines Kinderhorts in Washington, D.C., um die Dynamik von Rezession und Inflation zu erklären. Er untersucht den bemerkenswerten Aufstieg Asiens und die Vorboten für das asiatische Schlamassel - der Tequila Effekt Mitte der Neunziger, der in Mexiko begann, und Japans Sturz in eine wirtschaftliche Misere in den frühen Neunzigern. Er untersucht dann die tieferliegenden Gründe für den Kollaps des thailändischen Baht und anderer asiatischen Währungen, genauso wie die anschließenden Aktionen des IMF und die unklare Rolle der Absicherungsfonds. Am Ende sieht Krugman die Wiederkehr der Rezessionswirtschaft, was "bedeutet, daß zum ersten Mal innerhalb von zwei Generationen das Scheitern auf der Nachfrageseite des Marktes - ungenügender privater Konsum, der die vorhandenen Produktionskapazitäten nicht voll ausnutzt - für einen großen Teil der Welt zur klaren und gegenwärtigen Begrenzung der Prosperität geworden ist". Das gleiche Problem war die Wurzel der 1930er Rezession. Während es einen Weltkrieg lang dauerte, um das Problem zu lösen, sieht Krugman heute Lösungen, die weit weniger dramatisch sind, aber die eine Bereitschaft erfordern, veraltete Lehren über Bord zu werfen und über alte Probleme auf neuen Wegen nachzudenken. Über die Jahre hat sich Krugman einen wohlverdienten Ruf geschaffen, indem er den Fachjargon der Ökonomen in eine Sprache übersetzt hat, die jeder mit Interesse - auch ohne Doktortitel - verstehen kann. Die Große Rezession ist ein weiterer Beleg für Krugmans Fähigkeit, die Orakel der globalen Wirtschaft von heute zu lesen und zu interpretieren. Sehr empfehlenswert. -Harry C. Edwards
Buch:
Der Mythos vom globalen Wirtschaftskrieg: Eine Abrechnung mit den Pop-Ökonomen
Autor:
Paul Krugman, Ausgabe vom 17. Febr. 1999, Gebunden, Verkaufsrang 361797
Paul Krugman vertritt eine provokante Position in der andauernden Debatteüber die vermeintlichen Gefahren der Globalisierung. Seine Thesen sinddie Antwort auf die populäre Vorstellung, die internationale Wettbewerbsfähigkeitder westlichen Länder entscheide über das Wohl und Wehe ihrer Wirtschaftund damit über ihre existentielle Grundlage. Der Mythos vom globalen Wirtschaftskriegist das erste Buch Krugmans auf Deutsch. Es fasst Beiträge zu Fragen derGlobalisierung und ihrer Bedeutung für das wirtschaftliche Kräfteverhältniszwischen Amerika, Europa und Asien zusammen. Es ist eine differenzierteAuseinandersetzung mit den sich liberal gebenden Ideologen einer Handelspolitik,die auf die Verteidigung westlicher Positionen auf den Weltmärkten zielt.Außenhandel ist kein Nullsummenspiel, auch wenn dies prominente Ökonomen,Politiker oder Praktiker wie Lester Thurow, Bill Clinton oder John Sculleydie Öffentlichkeit glauben machen wollen. Scharfzüngig demontiert Krugmanin seinem Buch diesen Irrglauben. Argumentativ brillant zeigt er, dassdieser auf der Ignoranz einiger simpler ökonomischer Grundwahrheiten undauf dem unbekümmerten Umgang mit empirischen Fakten beruht. Sein Buch öffnetdie Augen über Akteure und Mechanismen der öffentlichen Meinungsbildungund nennt die Gründe für die Langlebigkeit von Doktrinen, die sich alsHemmnisse einer sinnvollen Wirtschaftspolitik erweisen. Paul Krugman machtökonomisches Denken für ein wirtschaftspolitisch interessiertes Publikumauf anregende Weise zugänglich. Paul Krugman ist der brillanteste amerikanischeÖkonom der jungen Generation. Er lehrt derzeit am Massachusetts Instituteof Technology in Cambridge. Er ist Autor zahlreicher Bücher, u.a. des StandardwerksInternational Economics. Theory and Policy, das auch in der deutschsprachigenUniversitätsausbildu ... Wie schlecht es dem Standort Deutschland geht, versucht man uns allenthalben klarzumachen. Und meist dient die internationale Konkurrenzsituation als Begründung. Doch wirtschaftliche Probleme auf ausländische Einflüsse zurückzuführen ist zu einfach, denn unsere Schwierigkeiten sind vielmehr "hausgemacht" - eine Erkenntnis, die Politiker und Wirtschaftsfachleute jedoch gerne verschweigen. Nicht so Paul Krugman: Er hält die These der internationalen Wettbewerbsfähigkeit schlicht für falsch und folglich auch das Niveau der Diskussion über Weltwirtschaftsfragen für "erbärmlich". In seinem Buch betrachtet er die wahren Hintergründe unserer Wirtschaftssituation. Die Vorstellung, Globalisierung und Verschiebung der Produktion in billigere Länder würde uns Arbeitsplätze wegnehmen, widerlegt Krugman eindeutig. Vielmehr sieht er hier neue Märkte mit vielen Chancen. Der These, daß in globalen Wirtschaftsbeziehungen der Gewinn des einen den Verlust des anderen bedeutet, erteilt Krugman eine klare Absage, denn "der internationale Handel ist kein Nullsummenspiel". Zudem führt die Fixierung auf die weltweite Wettbewerbsfähigkeit die Diskussion nicht nur in eine falsche Richtung, sondern ist sogar gefährlich, wenn deswegen verkehrte Entscheidungen getroffen werden. So versucht Krugman wachzurütteln, endlich eine sinnvolle Diskussion über künftige wirtschaftliche Entwicklungen zu beginnen. Sein selbstgestecktes Ziel, ein verständliches Buch zu schreiben, erreicht Krugman. Zwar bedingt die Form einer Aufsatzsammlung gelegentliche Wiederholungen, dennoch bleibt das Buch eine treffende Analyse moderner Wirtschaftszusammenhänge und bringt neue Anregungen in eine eingefahrene Diskussion. Krugman gibt auch Anlaß zur Hoffnung, wenn er feststellt, daß heutige negative Entwicklungen nicht zwangsläufig so weitergehen müssen. Den Trend etwa, daß schlechter Qualifizierte zunehmend Probleme bei der Jobsuche bekommen, hält er für zeitlich begrenzt und folgert, "daß auf das momentane Zeitalter der Ungleichheit eine goldene Zeit der Gleichheit folgen wird".-Joachim Hohwieler
Buch:
Schmalspur-Ökonomie: Die 27 populärsten Irrtümer über Wirtschaft
Ausgabe vom 16. Febr. 2000, Gebunden, Verkaufsrang 159140
Aus der Amazon.de-Redaktion Gleich, ob es um die Globalisierung, die Angebotsideologie oder das neue "Jobwunder" geht, Politiker und Intellektuelle jeglicher Couleur fühlen sich tagtäglich berufen, zu ökonomischen Themen Stellung zu beziehen. Daran ist nichts verwerfliches, denn schließlich betrifft die Ökonomie uns alle, und jeder von uns hat das Bedürfnis nach fundierter und gleichwohl verständlicher Information. Nur leider gehen Sachverstand und schriftstellerische Begabung selten Hand in Hand. Gerade die einflussreichen Wirtschaftsgurus, deren Bücher die Bestsellerlisten zieren, liefern hierfür das beste Beispiel. "Ihre Bücher sind allenfalls ein billiger Abklatsch dessen, was sich in der Wirtschaftswissenschaft wirklich abspielt. Häufig stehen ihre großmäuligen Thesen nicht nur im Widerspruch zum herrschenden Konsens in der Wirtschaftswissenschaft, sondern sind nachweislich dummes Zeug", schimpft Paul Krugman. Frei nach dem Motto "Viel Feind, viel Ehr", nennt er in seinem Bestseller Schmalspur Ökonomie die eifrigsten "Distributoren des ökonomischen Schwachsinns" beim Namen. Krugman versteht dies als Dienstleistung am Leser, der die "kaltschnäuzigsten" Vertreter dieser Spezies ohne Umschweife erkennen soll. Und so finden sich Linke neben Rechten, der Führer der republikanischen Mehrheitsfraktion im Repräsentantenhaus, Richard Armey, neben dem französischen Premierminister und Sozialisten Lionel Jospin. Denn bei den meisten Themen, liegen sowohl die Liberalen als auch die Konservativen mit ihrer Ideologie schlicht falsch. Man sollte "Ökonomie nicht mit dem gleichsetzen, was solche falschen Propheten unter die Leute bringen", mahnt Krugman. Es klingt zwar oft plausibel, führt aber nur zu einer falschen, mitunter sogar gefährlichen Wirtschaftspolitik. Krugmans Schmalspur Ökonomie beschert uns also nicht nur neue Einsichten, sondern ist auch ein provokantes und höchst unterhaltsames Plädoyer für ein ideologiefreies Denken in der Volkswirtschaftslehre.-Stephan Fingerle
Buch:
International Economics: Theory and Policy
Autor:
Paul R. Krugman, Maurice Obstfeld, Ausgabe vom 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 861002
Product Description International Economics, the best-selling textbook in the field, is written by two of the world's preeminent economists. Both the real trade portion of the book and the monetary portion are divided into a core of chapters focused on theory, followed by chapters applying the theory to major policy questions, past and current. The Sixth Edition has been throughly revised to reflect the changes of today's global economic landscape, including the unprecedented expansion of globalization, the increasingly crucial nature of international economic relations, the gains from trade, and recent anti-globalization controversies such as the continuing debate over the optimal level of trade. Consistent with previous editions, the text presents an integrated treatment of the Ricardian model, specific factors, factor endowments, and imperfect competition models of trade, along with in-depth analysis of empirical evidence. It covers the effects and causes of trade policy, including strategic trade policy and the income-distribution effects of trade.The book also provides a unified model of open-economy macroeconomics, based on an asset-market approach to exchange rate determination with a central role for expectations.
Contents same as US/UK editions.
Buch:
Schmalspur-Ökonomie: Die 27 populärsten Irrtümer über Wirtschaft
Autor:
Paul Krugman, Ausgabe vom 1. Januar 2002, Taschenbuch, Verkaufsrang 571215
Aus der Amazon.de-Redaktion Gleich, ob es um die Globalisierung, die Angebotsideologie oder das neue "Jobwunder" geht, Politiker und Intellektuelle jeglicher Couleur fühlen sich tagtäglich berufen, zu ökonomischen Themen Stellung zu beziehen. Daran ist nichts verwerfliches, denn schließlich betrifft die Ökonomie uns alle, und jeder von uns hat das Bedürfnis nach fundierter und gleichwohl verständlicher Information. Nur leider gehen Sachverstand und schriftstellerische Begabung selten Hand in Hand. Gerade die einflussreichen Wirtschaftsgurus, deren Bücher die Bestsellerlisten zieren, liefern hierfür das beste Beispiel. "Ihre Bücher sind allenfalls ein billiger Abklatsch dessen, was sich in der Wirtschaftswissenschaft wirklich abspielt. Häufig stehen ihre großmäuligen Thesen nicht nur im Widerspruch zum herrschenden Konsens in der Wirtschaftswissenschaft, sondern sind nachweislich dummes Zeug", schimpft Paul Krugman. Frei nach dem Motto "Viel Feind, viel Ehr", nennt er in seinem Bestseller Schmalspur Ökonomie die eifrigsten "Distributoren des ökonomischen Schwachsinns" beim Namen. Krugman versteht dies als Dienstleistung am Leser, der die "kaltschnäuzigsten" Vertreter dieser Spezies ohne Umschweife erkennen soll. Und so finden sich Linke neben Rechten, der Führer der republikanischen Mehrheitsfraktion im Repräsentantenhaus, Richard Armey, neben dem französischen Premierminister und Sozialisten Lionel Jospin. Denn bei den meisten Themen, liegen sowohl die Liberalen als auch die Konservativen mit ihrer Ideologie schlicht falsch. Man sollte "Ökonomie nicht mit dem gleichsetzen, was solche falschen Propheten unter die Leute bringen", mahnt Krugman. Es klingt zwar oft plausibel, führt aber nur zu einer falschen, mitunter sogar gefährlichen Wirtschaftspolitik. Krugmans Schmalspur Ökonomie beschert uns also nicht nur neue Einsichten, sondern ist auch ein provokantes und höchst unterhaltsames Plädoyer für ein ideologiefreies Denken in der Volkswirtschaftslehre.-Stephan Fingerle
Buch:
Internationale Wirtschaft - Theorie und Politik der Außenwirtschaft
Autor:
Paul R. Krugman, Maurice Obstfeld, Ausgabe vom Okt. 2003, Gebunden, Verkaufsrang 154047
Buch:
Der große Ausverkauf - Wie die Bush-Regierung Amerika ruiniert
Autor:
Paul Krugman, Ausgabe vom 16. Febr. 2004, Gebunden, Verkaufsrang 690952
Dieses Buch ist mehr als eine düstere Bestandsaufnahme der amerikanischen Wirtschaft Es ist eine eindrucksvolle Abrechnung mit der Bush-Regierung, der Krugman nicht nur Unvermögen, sondern auch eiskalte Interessenpolitik vorwirft. Das kaltschnäuzige Vorgehen im Interesse der reichen republikanischen Wählerklientel wird von ihm in diesem wütenden und wichtigen Werk als Revolution von rechts gegeißelt.Im amerikanischen Wahljahr 2004 wird die Wirtschaftspolitik der US-Regierung im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen. Dies ist das Buch zum Thema. An der wissenschaftlichen Reputation von Paul Krugman sind Zweifel kaum erlaubt. Manchen gilt der Princeton-Professor sogar als einer der dringendsten Anwärter auf den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Umso weniger Ansehen wird Krugman deshalb im Hause Bush genießen. Der Regierung von deren Spross George Walker nämlich hat der Ökonom in den vergangenen Jahren immer wieder Zeugnisse ausgestellt, die schlechter kaum hätten ausfallen können. Und dies nicht in den Publikationsorganen, in denen Krugmans wissenschaftliche Arbeiten ansonsten zu erscheinen pflegen (und die entsprechend nur von einem überschaubaren Fachpublikum wahrgenommen werden), sondern in der New York Times. Eben diese zwischen 2000 und 2003 veröffentlichten Artikel vor allem versammelt der hier anzuzeigende Band, der deshalb sehr schön zwei parallele Entwicklungslinien sichtbar macht: einerseits diejenige der Politik der Regierung von Präsident Bush jun., andererseits diejenige des wachsenden Entsetzens des beobachtenden Ökonomen (und Staatsbürgers). Die Wurzeln für den neuerlichen Niedergang der amerikanischen Wirtschaft nach den geradezu goldenen Jahren unter der Regierung Clinton sieht Krugman bereits in der Regierungszeit von George Bush sen. angelegt, der ebenfalls einen desaströsen Haushalt hinterlassen hatte und dessen (Wirtschafts-)Politik von seinem Sohn in erschreckender Kontinuität fortgesetzt wird. Freilich übersieht der Autor nicht, dass zur Hochzeit des Booms die amerikanische Wirtschaft, insbesondere die Börse, stark überhitzt und ein Dämpfer ebenso absehbar wie nötig war. Gleichwohl sei das Ausmaß des Niedergangs der Regierung eindeutig zurechenbar. Fast schon mit Genuss zitiert Krugman in seinem Vorwort das Satiremagazin The Onion, das unmittelbar nach der Vereidigung von George W. Bush am 18. Januar 2001 dem neuen Präsidenten folgende Worte in den Mund gelegt hatte: "Der Albtraum von Wohlstand und Frieden ist endlich vorbei." - "Gut gebrüllt Löwe", kommentiert Krugman: "Denn genau so ist es gekommen." Der große Ausverkauf ist ein lesenswerter Beleg dafür, dass es entgegen anders lautender Menetekel in den USA eine kritische Öffentlichkeit nach wie vor gibt. -Andreas Vierecke