Die Türkei klopft immer vernehmlicher an Europas Pforten an und begehrt Einlass in die EU. Der Erfolg ist ungewiss, denn das Land am Bosporus folgt nur teilweise den Spielregeln der westlichen Demokratie. Im Inneren ist es zerrissen zwischen der streng säkularen kemalistischen Staatsdoktrin und der Wiedergeburt der islamischen Religiosität. In diesem Spannungsfeld siedelt Peter Scholl-Latour, der bereits seit 1951 immer wieder über die Türkei berichtet hat, seine Reportage an. Er spannt einen Bogen vom Kampfgebiet der PKK über die islamistische Tugend-Partei bis zu anderen religiösen Gruppierungen wie den Aleviten und hilft ein faszinierendes Land besser zu verstehen. Ausführlich geht er auch auf die unterschiedlichen Bewegungen ein, die sich innerhalb der türkischen Volksgruppe in der Bundesrepublik aktiv entwickelt haben und uns Deutsche unmittelbar betreffen. Immer noch bereist das Journalisten-Urgestein Peter Scholl-Latour alle Winkel unserer Erde, um Material für seine Bücher zusammenzustellen. Diesmal war die Türkei sein Reiseziel, und in Allahs Schatten über Atatürk erklärt er die komplexe Situation dieses Landes. Die Türkei, das ist ein Land der Gegensätze: Kaum 10 Kilometer außerhalb der pulsierenden Metropole Ankara finden sich Ortschaften, die aus einer früheren Zeit zu stammen scheinen. Und dies ist nur ein äußerlicher Widerspruch in einem Staat, der auch innerlich stellenweise bis zum Zerreißen angespannt ist. Mehr oder weniger fundamentalistische Islamisten gehen gegen den säkularen Staat vor, gemeinsam ist allen nationalistischen Türken ihr Unverständnis gegenüber der Situation der Kurden - das alles sind Aspekte eines Landes, die sich nicht in einfachen Schwarzweißmustern erläutern lassen, aber dringend erklärungsbedürftig sind. Denn die Türkei strebt in die Europäische Union, und es ist wichtig, ihre innere Situation zu verstehen. Scholl-Latour widmet jedem Problemkreis der Türkei ein Kapitel, namentlich den Islamisten, den Kurden, den in Deutschland lebenden Türken, der Glaubensgemeinschaft der Aleviten und dem Kosovo, der historisch eng mit der Türkei verbunden ist. Sein Buch ist eine wichtige Informationsquelle, die die modernen türkischen Entwicklungslinien wie das neuerwachte Nationalbewußtsein aufzeigt. Scholl-Latour liefert aber keine reine Faktensammlung, sondern vielmehr einen mit Informationen gespickten Reisebericht. Er sprach mit einfachen Bürgern vor Ort ebenso wie mit Politikern. Dadurch entsteht ein lebendiges Bild der heutigen Türkei, das aber auch die zum Verständnis nötigen historischen Tatbestände beinhaltet. Trotz aller Gegensätze und Schwierigkeiten entpuppt sich die Türkei als ein faszinierendes Land an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien, zwischen Orient und Okzident. -Joachim Hohwieler
Buch:
Weltmacht im Treibsand - Bush gegen die Ayatollahs.
Autor:
Peter Scholl-Latour, Ausgabe vom 1. Okt. 2005, Taschenbuch, Verkaufsrang 192152
Aus der Amazon.de-Redaktion Als Treibsand, so kann man in der Brockhaus Enzyklopädie nachlesen, bezeichnet man "schluffreiche Feinsande oder feinsandige Schluffe mit sehr geringem Tonanteil, die sich bei Wassersättigung unter Druck in Richtung einer Druckentlastung bewegen, z. B. in eine Baugrube hinein". Und wenn Peter Scholl-Latour sein Buch über den Kampf "Bush gegen die Ayatollahs" mit Weltmacht im Treibsand überschreibt, dann will er damit sagen, dass Amerika schlimmsten Falls mit in die eine oder andere der zahlreichen Baugruben gerissen werden könnte, die seine Bomben und Panzer (im Irak oder in Afghanistan) und seine diplomatischen (Droh-)Gebärden (etwa im Iran, in Saudi-Arabien oder Syrien) gegraben haben und in die hinein nach seinen Vorstellungen die Fundamente gegossen werden sollen, auf denen neue Demokratien nach westlichen (d. h. bei Bush: amerikanischen) Blaupausen aufgebaut werden sollen. An beinahe jede dieser Baugruben führt uns Scholl-Latour und zeigt uns die Gefahren, die für die westlichen Planer und Möchtegern-Bauherren darin lauern. Der Journalist kennt die Region und die Konflikte des Nahen und Mittleren Ostens vermutlich besser als die meisten seiner Journalistenkollegen, aber auch besser als viele der Experten in den Beraterstäben des Weißen Hauses. Mit deren polit-strategischen Plänen geht er ebenso kritisch ins Gericht wie mit dem militärischen Welterlösungsprogramm der Bush-Regierung. Was aber den Spaß anbelangt (wenn man den bei Büchern wie diesen haben darf), so profitiert das Buch vor allem von der unbändigen Erzählfreude des Autors, mit der er die Aufmerksamkeit seiner Leser seit jeher belohnt. So berichtet er von seinen Hotelbar-Begegnungen mit einem britischen Kollegen selbstverständlich nicht nur, an welchen wichtigen Informationen und Überlegungen der ihn hat teilhaben lassen, sondern eben auch, wie blendend weiß dessen Aufzug immer zu sein pflegte und wie wunderschön sein akkurat gezwirbelter Bart. So etwas mag manchem als überflüssiges Rankwerk erscheinen. Das ist es aber nicht! Diese kleinen Anekdoten nämlich geben dem Leser die Möglichkeit, die vielen, vielen Fakten und Zusammenhänge mit Bildern zu assoziieren. Und so hat auch der Nicht-Fachmann am Ende immer noch den Überblick. Jedenfalls so weit dies bei diesem doch recht komplexen Themenfeld überhaupt möglich ist. Und Spaß beim Lesen hat er trotz des ernsten Themas auch noch gehabt. Was will man mehr? -Andreas Vierecke
Buch:
Der Tod im Reisfeld - Dreißig Jahre Krieg in Indochina.
Autor:
Peter Scholl-Latour, Peter Scholl- Latour, Ausgabe vom 2000, Broschiert, Verkaufsrang 553165
Aus der Amazon.de-Redaktion Angesichts vieler erfolgreicher Hollywood-Filme über den Vietnam-Krieg ist etwas in Vergessenheit geraten, dass die Auseinandersetzung um das südostasiatische Land weit länger andauerte als nur die zehn Jahre der US-amerikanischen Beteiligung. Zuvor versuchten die Franzosen seit 1941, ihre Kolonie gegen den Kommunismus zu verteidigen, nach dem Kriegsende 1975 führte die chinesische Einmischung zu Konflikten. Alles in allem dauerte dieser Krieg so runde dreißig Jahre. Einer, der garantiert keine der Phasen dieser Auseinandersetzung vergessen wird, ist Peter Scholl-Latour, war er doch immer wieder vor Ort in Vietnam und seinen Nachbarstaaten. Resultat dieser Aufenthalte in Asien war 1979 der Band Tod im Reisfeld, in dem Scholl-Latour seine Eindrücke aus der Zeit zwischen 1945 und 1979 festhielt. Erlebnisse wie die Reise auf einem französischen Truppentransporter oder der Flug mit US-Hubschraubern ins Gefecht spiegeln die Stimmung in einem kriegsgebeutelten Land wider, erfassen aber auch dessen Nachbarstaaten Laos oder Kambodscha. Zugleich vermittelt Scholl-Latour mit seinen Berichten den politischen Fortgang der Dinge. Die oft geäußerte Kritik an den neueren Büchern Scholl-Latours hinsichtlich zu geringer Recherche vor Ort kann man diesem Band wirklich nicht vorwerfen. Scholl-Latour war tatsächlich jahre-, sogar jahrzehntelang immer wieder in Asien, was ihm vielschichtige Einblicke ermöglichte. Genau diese authentischen Augenzeugenberichte sind denn auch die Stärke seines Buches und machten es zu einem Standardwerk in Sachen Indochina. Schön wäre jedoch gewesen, wenn Scholl-Latour der Neuauflage seines Bandes wenigstens ein kleines Kapitel über Vietnams Entwicklung nach 1979 mitgegeben hätte, denn ein winziges Nachwort als einzige Ergänzung ist ein bisschen dürftig.-Joachim Hohwieler
Buch:
Allah ist mit den Standhaften - Begegnungen mit der islamischen Revolution
Autor:
Peter Scholl-Latour, Peter Scholl- Latour, Ausgabe vom 1989, Gebunden, Verkaufsrang 361455
Buch:
Das Schlachtfeld der Zukunft - Zwischen Kaukasus und Pamir.
Autor:
Peter Scholl-Latour, Ausgabe vom 1. April 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 320974
Buch:
Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?: Chronik eines unbegrenzten Krieges
Autor:
Peter Scholl-Latour, Ausgabe vom 1. Nov. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 78826
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Aus der Amazon.de-Redaktion Oriana Fallaci wurde mit ihrer Anklageschrift Die Wut und der Stolz binnen kurzem zur Chiffre für die wütend-emotionale Bewältigung des 11. Septembers 2001. Peter Scholl-Latours Analyse ist ein gelungenes Beispiel für die erheblich rationalere Auseinandersetzung mit dem Thema. Wesentlich differenzierter in der Darstellung und moderater im Ton lässt der weit gereiste Journalist aber dennoch keinen Zweifel an seiner kritischen Bewertung aufkommen. Denn ihm zufolge waren die Terrorangriffe von Manhattan und Washington nur überraschend, was ihre schreckliche Dimension anbetrifft. Ansonsten seien sie fast zwangsläufig vorherzusehen gewesen. Und: Die USA trugen laut Scholl-Latour mit ihrer Politik im Nahen und Mittleren Osten entscheidend dazu bei, dass es so weit gekommen ist. Scholl-Latour geht in zwei Schritten vor. Im ersten Teil bietet er eine systematische Analyse, die die verschiedenen Argumentationsstränge des Buches zusammenbindet. Dort findet der Leser neben der bei diesem Thema fast schon obligatorischen Entkräftung des Anti-Amerikanismus-Vorwurfs so kluge Sätze wie: "Jede Diplomatie ist zur Ratlosigkeit verurteilt, wenn die Bewältigung politischer Konflikte die Form eines Gottesgerichts annimmt." Aber diese Erkenntnis lässt sich auch auf George Bushs Aufruf zum "Kreuzzug" anwenden. Alle seine Talente spielt der Autor in den Länderstudien (Afghanistan, Irak, Israel, Indien, Pakistan, Usbekistan und China) aus. Auf der Grundlage seiner "Chronistentätigkeit am Ort des Geschehens, die mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt", entsteht ein Mosaik aus historisch fundierten, aktuellen Reportagen. Scholl-Latour informiert, indem er erzählt. Dabei gelingt es ihm vielfach, seine persönlichen Eindrücke, Erlebnisse und Gespräche so miteinander zu vernetzen, dass sich immer wieder aufschlussreiche Querverbindungen ergeben. Das Buch - aufwändig ausgestattet mit vielen farbigen Karten und Fotos - ist gespickt mit englischen, französischen und lateinischen Zitaten. Dieses Element der intellektuellen Selbstinszenierung des Autors werden manche Leser als Bereicherung empfinden, andere als störend. Angesichts des überzeugenden Gesamteindrucks des Buches ist dies allerdings eine lässliche Sünde. -Dr. Manfred Schwarzmeier 1
Buch:
Der Fluch des neuen Jahrtausends: Eine Bilanz
Autor:
Peter Scholl-Latour, Ausgabe vom 1. Mai 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 320896
Fundierte Beobachtungen, Kommentare und Einsichten sowie visionäre Ausblicke zu den aktuellen Krisenherden und Konfliktregionen der Welt. Ob Afrika, Asien, der Nahe Osten, Russland oder der Balkan - der bekannteste und erfahrenste deutsche Journalist war vor Ort und berichtet hautnah von den Brennpunkten der Weltpolitik. In schöner Regelmäßigkeit beglückt Peter Scholl-Latour sein Publikum alljährlich mit ein bis zwei Büchern, von denen nicht wenige in ebenso schöner Regelmäßigkeit flugs die Bestsellerlisten erobern. Mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit hat es der an Dutzenden von Kriegen und Krisen von Algerien bis Zaire gestählte Haudegen der internationalen politischen Publizistik seit jeher verstanden, in brenzligen Situationen entweder als Berichterstatter zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, oder aber als ausgewiesener Kenner fundierte Kommentare zur aktuellen Lage abzugeben. Der Fluch des neuen Jahrtausends lautet der Titel seines neuesten Werkes, einer Sammlung von über 100 Kolumnen und Filmskripten aus den Jahren 1997 bis 2001 - Schlaglichter nur, die aber in der Zusammenschau tatsächlich den Charakter einer Bilanz des Weltgeschehens annehmen. "Welche Hoffnungen sind doch zerbrochen, seit die Menschheit sich festlich gestimmt versammelte, um den Beginn des neuen Jahrtausends zu begehen!", hebt Scholl-Latour im Vorwort spöttisch an, um im Folgenden in der ihm eigenen unsentimentalen und geradlinigen Art, mit knochentrockenem Realismus und beinharter Konsequenz deutlich zu machen, dass die Welt nun einmal nicht gut und der Mensch schon gar nicht lieb ist. Bosnien, Kosovo, Albanien, Russland, China, Indien, Pakistan, Indonesien, Äthiopien, Kongo, Zimbabwe - dies sind nur einige der zahlreichen Schauplätze, die er in diesem Zusammenhang in den Blick nimmt und deren Verhältnisse er mit den illusorischen Wunschvorstellungen der westlichen Welt abgleicht. Letztere mutet ihn als eine schrumpfende Insel der Seeligen an, wo der Tanz um das Goldene Kalb zelebriert wird, während der Rest des Globus in Elend und Gewalt versinkt. Am spannendsten wird es naturgemäß dort, wo sich Scholl-Latour dem Nahen und Mittleren Osten zuwendet - auch und gerade mit Blick auf die Ereignisse seit dem 11. September 2001. Diese Region ist und bleibt die eigentliche Domäne des Islamexperten, der sich nach eigenem Bekunden ausgerechnet den Koranspruch "Allah ist mit den Standhaften" zum persönlichen Leitmotiv gemacht hat. Seinen bekanntermaßen unkonventionellen Analysen und unbequemen Einschätzungen jenseits gängiger Links-Rechts-, Schwarz-Weiß- oder Freund-Feind-Schemata verdankt es Peter Scholl-Latour, dass sein politischer Sachverstand und Instinkt in fast allen politischen und religiösen Lagern gleichermaßen gefragt und geschätzt ist. Zu Recht, wie die in Häppchen mundgerecht servierten, scharfsinnigen Beiträge in diesem Buch einmal mehr beweisen. -Roland Detsch
Buch:
Eine Welt in Auflösung: Vor den Trümmern der Neuen Friedensordnung
Autor:
Peter Scholl-Latour, Ditta Ahmadi, Peter Trampusch, Ausgabe vom 1. Juni 1998, Taschenbuch, Verkaufsrang 194804
Hörbuch:
Russland im Zangengriff: Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam (ungekürzte Lesung)
Autor:
Peter Scholl-Latour, Jo Brauner (Sprecher), Ausgabe vom 1. Dez. 2006, Audio CD, Verkaufsrang 55937
Aus der Amazon.de-Redaktion Während im Osten der Nachbar China zu neuer Größe erwacht, rückt im Westen die Nato bis unmittelbar an die eigenen Grenzen heran: Russland, stellt Peter Scholl-Latour nüchtern fest, befindet sich in einem geostrategischen Zangengriff, der der Moskauer Führung völlig zu recht ernste Sorgen bereitet. Dass vor diesem Hintergrund bereits heute die extrem nationalistischen Kräfte in Russland erstarken und die Regierung zunehmend unter Druck setzen, ist unübersehbar. Hinzu kommt die Radikalisierung des Islam, die für sich allein bereits eine existenzielle politische Herausforderung für die Russische Föderation darstellt, in der immerhin rund 20 Millionen Muslime leben. In diesem von den maßgeblichen politischen Kräften im Westen nach seiner Überzeugung in seiner Brisanz sträflich unterschätzten Kräftefeld diagnostiziert Scholl-Latour mit guten Gründen Zündstoff für eine sehr ernste Krise von weltpolitischem Ausmaß. Russland im Zangengriff ist, wie man es von dem streitbaren Publizisten nicht anders erwartet, keine fern von den Orten Geschehens am Schreibtisch entstandene politische Analyse, sondern vor allem ein Reisebericht. Souverän führt Scholl-Latour seine Leser auch im fortgeschrittenen Alter vorzugsweise in die besonders abgelegenen Gegenden, über die man aus der allgemeinen Berichterstattung oft nur wenig erfährt. Auch seine hellwache Aufmerksamkeit ist immer noch die alte, die Reflexionsfreude ungebrochen. Selbst das Muster der Hotelbettwäsche erscheint es ihm Wert, über dessen Sinn nachzudenken. Seine Stammleser wissen diese die Lektüre entspannenden Exkurse seit jeher ebenso zu schätzen, wie die eingeflochtenen, äußerst lehrreichen Referate historischer Hintergründe. Sie werden auch diesmal nicht enttäuscht. - Hasso Greb
Buch:
Im Fadenkreuz der Mächte - Gespenster am Balkan.
Autor:
Peter Scholl-Latour, Peter Scholl- Latour, Ausgabe vom 1995, Broschiert, Verkaufsrang 318256