Aus der Amazon.de-Redaktion Wenn ein Professor schon wegen seiner Physik- Vorlesungen legendär, sein Unterhaltungswert seinem Fachwissen ein treuer Begleiter wurde, dann braucht es keine weitere Begründung, ein Buch dieses 1988 verstorbenen Wissenschaftlers zu empfehlen! Fingerübungen sind ?basics?, und so spielerisch sie sich auf einem Klavier anhören mögen, so kurzweilig sind sie hier zu lesen. Es ist wohl diese unbeschreibliche Ausstrahlung, die Richard P. Feynman während seines Lebens, Forschens und Lehrens verbreitet haben muss, "ungemein redegewandt" sei er gewesen, mit einem "einnehmenden Wesen", "äußerst beliebt". Und er liebte es, "seine Ideen und Eskapaden zum besten zu geben". Will sagen: es macht schon einen Großteil des Interesses und der Bereitschaft aus, auch schwierigen Sachverhalten zuzuhören und sich hinein zu versetzen, wenn sie entsprechend präsentiert und an Mann und Frau gebracht werden. Dieses seltene Talent hatte der renommierte und mit Preisen ausgezeichnete Feynman ganz sicher. "Seine Neugierde auf die Welt, in der wir leben, in der er lebte, war unerschöpflich, und er war der Empiriker par excellence." In dem kleinen Buch sind die sechs ?einfachsten Kapitel? aus den "Lectures on Physics" zusammengestellt, einem Gesamtwerk, das für die Physik so bedeutend ist, wie "Vom Winde verweht" für die Filmbranche. In ihnen spannt Feynman den weiten Bogen von den Atomen bis zur Gravitationstheorie, der Welt der Quanten, dem ?Erhaltungssatz der Energie?, bis zur Einordnung der Physik in den Reigen der übrigen Wissenschaften. Sicher: Ergebnisse, Theorien, Grundlagen und Fakten kann man in tausend anderen Büchern auch nachlesen, aber hier ist jemand, der nicht doziert, sondern der erzählt, plastisch, in Vergleichen, anschaulich und lebendig, in Bildern. Jemand, der die Physik nicht auf ein Podest setzt, unerreichbar macht, sondern, im Gegenteil, der alle Register zieht, um faszinierende Erkenntnisse einer möglichst breiten Schar Interessierter nahe zu bringen. Für Physik- Kenner ein Genuss schon allein von der Aufarbeitung des Stoffes, für Laien vielleicht ja ein Schlüssel für den Eintritt in eine bisher vermeintlich unerreichbare Welt. -Barbara Wegmann 1
Buch:
Qed: The Strange Theory of Light and Matter (Penguin Press Science)
Autor:
Richard P Feynman, Ausgabe vom 6. Sept. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 110990
Aus der Amazon.de-Redaktion Feynman-Fans gibt es viele. Mit gutem Grund: Feynmans Erkennungszeichen sind für viele eben nicht Kreide und Rechenschieber, sondern seine Bongotrommeln. Wahrscheinlich hat dieser Hauch des Unkonventionellen den Piper Verlag dazu bewogen, mit Was soll das alles? den Wortlaut dreier Vorträge, die Feynman im Jahre 1963 bestritten hat, nun auch in Deutsch zu veröffentlichen. Ich bin nicht sicher, ob man dem Vorzeigephysiker damit einen Gefallen getan hat. Sicher, die Punkte, um die Feynman seine Gedanken laut Umschlagtext kreisen lassen möchte, lassen einiges erhoffen: Es soll gehen um das Verhältnis von Physik und Religion, Ufos, die Wissenschaftsfeindlichkeit der Menschen, Esoterik. In seinem ersten Vortrag bleibt Feynman auch dicht an seinem Thema (Was ist Wissenschaft, und wie wirkt sie sich auf den Alltag aus), hier macht er auf mitreißende Weise greifbar, was Forscher in ihre Laboratorien treibt. Dieses Niveau kann Feynman aber leider nicht halten. Im zweiten Kapitel wirbeln seine Ideen zunächst mit gewohnter Brillianz um den Zwiespalt zwischen Religion und Wissenschaft, bevor er beim Stichwort Ethik abschweift und leider allzu diffus wird: Er spricht lange über Glauben und Moral, um dann festzustellen, dass man sich als Physiker hier mit einem Urteil lieber zurückhält - und sich im übrigen besser nur über Dinge streitet, die man quasi experimentell klären kann. Schade, dass da nicht mehr herauskommt. Über die folgende Kommunistenschelte will man gerne hinwegsehen, immerhin war kalter Krieg. Der dritte Vortrag aber ist ein Sammelsurium von Ansichten zu diesem und jenem, etwa Kritik an der NASA, Überlegungen zum Ursprung von Ideen, zu Risiken der Atomkraft, zum Humbug Psychoanalyse - leider oft nur angedacht und nicht zu Ende geführt. Von der Welterklärung, die der Titel in Aussicht stellt, ist in diesem Buch, erst recht in diesem Teil, leider nur wenig zu finden. Also: Reingucken oder nicht? Was soll das alles? lässt sich durchaus mit Gewinn lesen, es sind immer noch viele wertvolle Denkanstöße drin. Letztlich aber machte sich Feynman hier zu Dingen Gedanken, von denen er wenig versteht. Was man aber von diesem sym-pathischen Ausnahmeforscher auf jeden Fall lernen kann, ist, "ich weiß es nicht" zu sagen, wenn man sich mit einem Punkt nicht auskennt - vielleicht macht das manche seiner Ausführungen so unbestimmt. Also: Wer mehr über Feynmans Gedankenwelt erfahren möchte, sollte sich dieses Buch zulegen, wer ihn aber erst kennen lernen will, sollte besser zu anderen Büchern greifen. -Stefan Albus