Taschenbuch Der Klang der Zeit Roman, 764 Seiten Marian Anderson war eine der eindruckvollsten Sängerinnen ihrer Zeit. In den 30er-Jahren wurde die amerikanische Künstlerin in vielen europäischen Konzertsälen gefeiert, Dirigenten und Komponisten wie Sibelius oder Toscanini priesen ihre Stimme als Jahrhundertbegabung. In ihrer Heimat jedoch war die Bewunderung nicht so einhellig, denn Marian Anderson war schwarz. Als man ihr 1939 den Auftritt in einer der besten Konzerthallen Washingtons, der Constitution Hall, versagte, intervenierte Amerikas First Lady Eleanor Roosevelt. Mit ihrer Unterstützung arrangierte man ein Freiluftkonzert der Sängerin vor dem Lincoln Memorial, das von 75.000 Zuschauern besucht wurde - ein Ereignis von hohem symbolischem Wert, das allerdings wenig am bestehenden Rassismus des weißen gegenüber dem schwarzen Amerika änderte. In Richard Powers grandiosem Roman Der Klang der Zeit ist das legendäre Konzert eine wichtige Schlüsselszene. Nicht nur treffen sich hier die Eltern der Hauptfiguren zum ersten Mal und finden über ihre Liebe zur Musik zueinander, der Gegensatz zwischen trennendem Rassismus und versöhnender Kunst, unter der Marian Anderson zu leiden hatte, wirft von Beginn an auch einen bedrohlichen Schatten auf die Beziehung zwischen dem deutsch-jüdischen Emigranten David Strom und der Afroamerikanerin Delia Daley. Auch wenn David und Delia alles tun, um ihre drei Kinder vor dieser Bedrohung zu schützen, erweist sich die destruktive Kraft rassistischer Vorurteile letztlich stärker als die Kraft der Musik, aus unterschiedlichen Stimmen harmonische Kompositionen zu formen. Am Ende zerbricht die Familie und die Musik, die durch die Geschichte weht, wird zum Abgesang auf eine Utopie: die Überwindung des Rassismus durch den Einklang von Schwarz und Weiß. Der Klang der Zeit ist selbst durch den Versuch bestimmt, aus Gegensätzen Harmonie zu erzeugen, wenn auch eine fragile. Der Roman verwebt die Geschichte der Musikerfamilie Strom mit der Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft zwischen den 20er-Jahren und den Rassenunruhen im Los Angeles der 90er, zugleich aber verbindet der Roman auch die Denkwelten der Physik mit den Kunstwelten der Musik. Wie auch in seinen anderen Romanen, z.B. Schattenflucht und Galathea 2.2 betrachtet Powers Kunst und Wissenschaft nicht als Widersprüche, sondern als gegenseitig erhellende Versuche des Menschen, sich selbst und seine Welt zu verstehen und zu verändern. Die Melancholie des Abgesangs, die deutlich im Roman zu spüren ist, mag gerade darin liegen, dass weder Wissenschaft noch Kunst den Rassismus aus der Welt schaffen konnten. Das kann natürlich auch Powers nicht, und doch ist Der Klang der Zeit gerade deshalb ein sehr mutiges Buch, das ein Ideal zu verteidigen versucht, ohne die Realität leugnen zu wollen. -Peter Schneck
Buch:
Das Echo der Erinnerung
Autor:
Richard Powers, Ausgabe vom 1. Okt. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 227571
Das Echo der Erinnerung Die Felder der Erinnerung sind schier unendlich weit. Das gilt vor allem für jene Felder bei Kearny in den USA, auf denen sich jedes Jahr nach der inneren Uhr eines Urzeitgedächtnisses rund eine halbe Million Kanadakraniche - vier Fünftel des Weltbestands - versammeln. "Sie folgen dem Central Flyway, der Zugroute, die sich einer riesigen Eieruhr gleich über den ganzen Kontinent legt", heißt es in Richard Powers? grandiosem Epos Das Echo der Erinnerung. "Sie kommen aus Neumexiko, Texas und Mexiko, legen Tag für Tag Hunderte von Meilen zurück und haben noch Tausende von Kilometern vor sich, ehe sie ihre der Erinnerung eingeprägten Nistplätze erreichen. Dieser Flug liegt außerhalb der Zeit. Jeder Kranich erinnert sich an den Weg, der noch in der Zukunft liegt". In Powers? Roman tun sich die Menschen erheblich schwerer mit ihrem Gedächtnis - und dem Gedächtnis ihrer Artgenossen. Diese Erfahrung muss Karin Schluter machen, als ihr Bruder Mark, eigentlich ein ausgezeichneter Fahrer, bei den Kranichfeldern mit seinem Truck von der Straße abkommt und schwer verletzt liegen bleibt. Karin gibt ihren lukrativen Job auf und zieht in Marks schäbiges, von ihm heiß geliebtes Fertighaus, um ihn zu pflegen. Sie sieht den Unfall als zweite Chance, um nach ihrer gemeinsamen verkorksten Kindheit in einem fundamentalistischen Elternhaus einen Neuanfang zu wagen. Aber Marks Erwachen aus dem Koma ist für sie ein Schock. Zwar reagiert der junge Mann auf seine Umwelt fast wieder normal. Aber seinen Hund und seine Schwester hält er für eine Art Aliens oder doch zumindest für CIA-Beamte, die gegen die Originale ausgetauscht wurden, um ein geheimes Experiment mit ihm zu veranstalten. In ihrer Not wendet sich Karin an den berühmten Hirnforscher Gerald Weber, der dieses als Capgras-Syndrom bekannte Phänomen heilen soll. Aber Weber stößt schon bald an seine Grenzen - und gerät immer mehr in eine berufliche Krise .... Das Echo der Erinnerung ist ein großartiges Buch, das auf über 530 Seiten tief eindringt ins weite - und verstörende - Feld des menschlichen Hirns. Nur jene am Anfang noch witzigen Dialoge zwischen Weber und seiner Partnerin wirken im Lauf der Lektüre etwas bemüht. Egal: Powers ist und bleibt ein großartiger Erzähler. Und Das Echo der Erinnerung ist ein phantastisches Buch. -Thomas Köster
Hörbuch:
Der Klang der Zeit - 6 CDs
Autor:
Richard Powers, Ausgabe vom 15. März 2005, Audio CD, Verkaufsrang 362632
Marian Anderson war eine der eindruckvollsten Sängerinnen ihrer Zeit. In den 30er-Jahren wurde die amerikanische Künstlerin in vielen europäischen Konzertsälen gefeiert, Dirigenten und Komponisten wie Sibelius oder Toscanini priesen ihre Stimme als Jahrhundertbegabung. In ihrer Heimat jedoch war die Bewunderung nicht so einhellig, denn Marian Anderson war schwarz. Als man ihr 1939 den Auftritt in einer der besten Konzerthallen Washingtons, der Constitution Hall, versagte, intervenierte Amerikas First Lady Eleanor Roosevelt. Mit ihrer Unterstützung arrangierte man ein Freiluftkonzert der Sängerin vor dem Lincoln Memorial, das von 75.000 Zuschauern besucht wurde - ein Ereignis von hohem symbolischem Wert, das allerdings wenig am bestehenden Rassismus des weißen gegenüber dem schwarzen Amerika änderte. In Richard Powers grandiosem Roman Der Klang der Zeit ist das legendäre Konzert eine wichtige Schlüsselszene. Nicht nur treffen sich hier die Eltern der Hauptfiguren zum ersten Mal und finden über ihre Liebe zur Musik zueinander, der Gegensatz zwischen trennendem Rassismus und versöhnender Kunst, unter der Marian Anderson zu leiden hatte, wirft von Beginn an auch einen bedrohlichen Schatten auf die Beziehung zwischen dem deutsch-jüdischen Emigranten David Strom und der Afroamerikanerin Delia Daley. Auch wenn David und Delia alles tun, um ihre drei Kinder vor dieser Bedrohung zu schützen, erweist sich die destruktive Kraft rassistischer Vorurteile letztlich stärker als die Kraft der Musik, aus unterschiedlichen Stimmen harmonische Kompositionen zu formen. Am Ende zerbricht die Familie und die Musik, die durch die Geschichte weht, wird zum Abgesang auf eine Utopie: die Überwindung des Rassismus durch den Einklang von Schwarz und Weiß. Der Klang der Zeit ist selbst durch den Versuch bestimmt, aus Gegensätzen Harmonie zu erzeugen, wenn auch eine fragile. Der Roman verwebt die Geschichte der Musikerfamilie Strom mit der Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft zwischen den 20er-Jahren und den Rassenunruhen im Los Angeles der 90er, zugleich aber verbindet der Roman auch die Denkwelten der Physik mit den Kunstwelten der Musik. Wie auch in seinen anderen Romanen, z.B. Schattenflucht und Galathea 2.2 betrachtet Powers Kunst und Wissenschaft nicht als Widersprüche, sondern als gegenseitig erhellende Versuche des Menschen, sich selbst und seine Welt zu verstehen und zu verändern. Die Melancholie des Abgesangs, die deutlich im Roman zu spüren ist, mag gerade darin liegen, dass weder Wissenschaft noch Kunst den Rassismus aus der Welt schaffen konnten. Das kann natürlich auch Powers nicht, und doch ist Der Klang der Zeit gerade deshalb ein sehr mutiges Buch, das ein Ideal zu verteidigen versucht, ohne die Realität leugnen zu wollen. -Peter Schneck Der Roman Der Klang der Zeit stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Richard Powers, der preisgekrönte, 1957 geborene amerikanische Schriftsteller, der sich lange nicht zwischen Physik, Literaturwissenschaft und Informatik entscheiden mochte, hat seinen achten Roman groß, episch angelegt. Die Familiensaga präsentiert drei Motive: die Liebe zur Musik, die Relativitätstheorie und die jüngere amerikanische Geschichte, vor allem vor dem Hintergrund der Rassenunruhen. Als wesentliches Kompositionsprinzip fungiert der Wechsel zwischen der Ich-Erzählung des jüngeren Bruders mit seinen umfangreichen Exkursionen über Musik, die - so die Utopie - alles, auch die Rasse, relativ machen sollen, und allgemeinen zeitgeschichtlichen Beschreibungen der Gesellschaft Amerikas. In Ulrich Matthes? brillanter Interpretation wird die Vielschichtigkeit dieser ?poetischen? Geschichte über die ungewöhnliche Familie Strom mit den zwei Haufarben in allen Nuancen lebendig. Und noch etwas macht dieses Hörbuch zu etwas Besonderem: Es sind die eingespielten Aufnahmen von Johann Sebastian Bach, John Dowland und Marian Anderson. Erst wenn man die Musik, die Hauptdarstellerin in diesem Roman, hört, werden der Zauber, die Kraft und Lebensenergie sinnlich wahrnehmbar. Alles beginnt, als Delia Daley, eine afroamerikanische Musikstudentin, und David Strom, ein aus Deutschland stammender, emigrierter jüdischer Physiker, sich 1939 in Washington bei einem denkwürdigen Open-Air-Auftritt von Marian Anderson - einer zwar berühmten, aber unter der amerikanischen Rassendiskriminierung leidenden Altistin - kennen lernen. Sie heiraten, trotz des Verbots, das in vielen Staaten Amerikas noch existiert, und ziehen in New York drei Kinder auf. Die Liebe zur klassischen Musik gibt ihnen für dieses äußerst schwierige Unterfangen die Kraft. Musik wird für die Familie zum Lebenselixier, Musik lernen die Kinder wie das Atmen. Sie leben in einer Idylle, in einer Art ?innerer Emigration? ? bis die Mutter durch eine Gasexplosion in der Wohnung zu Tode kommt. Eine Glanzleistung vollbringt Ulrich Matthes, ohne Zweifel einer der besten Hörbuchsprecher, der für seine Arbeit als Schauspieler (zuletzt in den Filmen Der Untergang und Der neunte Tag) und Sprecher mehrfach ausgezeichnet wurde. Wie kaum ein anderer beherrscht er die Kunst, Texte voller Tiefe und Schönheit mit seiner Stimme intensiv und unvergesslich nachklingen zu lassen! Die Liebe zur Musik, das Eintauchen in sie, die Sicherheit, die sie vermittelt - füllt er hier mit Leben. Er zeichnet die Entwicklung des hochbegabten Jonah in seiner Karriere als weltberühmter Tenor nach und lässt gleichzeitig die Bürde des Ich-Erzählers, des jüngern, als unbegabt gebrandmarkten Bruders Joseph, deutlich fühlen. Aber auch für die essayistischen Schilderungen der Massenunruhen, für die Beschreibung der gesellschaftlichen Realität, mit der die beiden Musikerbrüder, in den 60er Jahren konfrontiert werden, und die die jüngere Schwester zu den "Black Panthers" treibt, findet er die passende Tonlage. Man spürt in seiner Interpretation die Vision von der Musik, die alle Gegensätze aufheben, die Rassenwahn und Intoleranz in einer freien, liberalen Gesellschaft aufheben soll. Gleichzeitig arbeitet der Sprecher aber eindringlich das erbarmungslose Bestimmtsein durch die Hautfarbe, den Alltag des Rassismus, unter dem alle drei Kinder der Familie Strom leiden, heraus. Fazit: Wieder einmal lässt Matthes hören, was er kann. Mit seiner empathischen, zurückhaltenden Stimme hält er dieses ?Gesamtkunstwerk? regelrecht zusammen. Das Ergebnis: eine Sensation für die Sinne. Absolut empfehlenswert! Gekürzte Lesung mit Musik, Spieldauer: ca. 460 Minuten, 6 CDs. - culture.text
Buch:
Schattenflucht
Autor:
Richard Powers, Ausgabe vom 1. Dez. 2006, Broschiert, Verkaufsrang 170386
Schattenflucht Erinnert sich noch irgend jemand an Virtual Reality (VR)? Datenhelme? Cybersex? Anfang der 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts war VR so ziemlich das Schärfste, was die Computertechnologie zu bieten hatte und wurde zum Auslöser wildester Spekulationen über die digitale Kultur. Jahre später ist das alles nur noch ein feuchter Traum für einsame Hacker - so richtig funktioniert VR heute eigentlich nur in Hollywood, in Filmen wie Vernetzt - Johnny Mnemonic oder Matrix. Manchen Lesern wird daher die Geschichte, die Richard Powers in seinem Roman Schattenflucht erzählt, auf den ersten Blick ziemlich anachronistisch vorkommen. In einem Labor in Seattle arbeitet ein Team von Computerspezialisten an einem virtuellen Projektionsraum, die Höhle genannt, der alles in den Schatten stellen soll, was auf diesem Gebiet bisher geleistet wurde. Für die Grafikerin Adie Klarpol, die sich von der New Yorker Kunstszene desillusioniert verabschiedet hat, und von einem Freund überredet wird, das visuelle Design der Höhle zu gestalten, erscheint das Vorhaben zunächst als Frevel und Verrat an der wahren Kunst. Doch bald schon wächst ihre Begeisterung angesichts der unvorstellbaren Möglichkeiten, die in der neuen Technologie stecken. So widmet sie sich bald der digitalen Optimierung gemalter Meisterwerke, bevölkert Henri Rousseaus Dschungelszenen mit flatternden Vögeln und lässt die Dielen in van Goghs "Zimmer in Arles" täuschend echt knarren. Ihr Meisterwerk jedoch soll das alles noch übertreffen: die Kuppel der Hagia Sophia in Istanbul als virtueller Raum, den die Besucher der Höhle nach eigenem Willen schwerelos erkunden können. Das alles wäre tatsächlich unerträglich anachronistisch und naiv, würde Powers nur diese eine Geschichte erzählen. Doch wie schon in seinem Roman Galatea 2.2, der den amerikanischen Autoren endlich auch in Deutschland bekannt machte, sind die Verheißungen der Technik nur ein Anlass, über grundsätzlichere Dinge nachzudenken. Schattenflucht stellt daher konsequent der virtuellen Realität der Höhle die brutale Realität des Virtuellen gegenüber: die leere schäbige Zelle von Taimur Martin, einem Englischlehrer in Beirut, der von einer obskuren Gruppe muslimischer Befreiungskämpfer als Geisel gefangen genommen wird. In dieser unwirklichen Situation werden Vorstellung und Erinnerung zu virtuellen Projektionen, die das reale Überleben ermöglichen. Wie Powers die beiden Geschichten gestaltet und in Beziehung setzt, macht das Buch in besonderer Weise lesenswert. -Peter Schneck
Buch:
Der Klang der Zeit
Autor:
Richard Powers, Manfred Allie, Gabriele Kempf-Allie, Ausgabe vom 12. Febr. 2009, Gebunden, Verkaufsrang 61443
Marian Anderson war eine der eindruckvollsten Sängerinnen ihrer Zeit. In den 30er-Jahren wurde die amerikanische Künstlerin in vielen europäischen Konzertsälen gefeiert, Dirigenten und Komponisten wie Sibelius oder Toscanini priesen ihre Stimme als Jahrhundertbegabung. In ihrer Heimat jedoch war die Bewunderung nicht so einhellig, denn Marian Anderson war schwarz. Als man ihr 1939 den Auftritt in einer der besten Konzerthallen Washingtons, der Constitution Hall, versagte, intervenierte Amerikas First Lady Eleanor Roosevelt. Mit ihrer Unterstützung arrangierte man ein Freiluftkonzert der Sängerin vor dem Lincoln Memorial, das von 75.000 Zuschauern besucht wurde - ein Ereignis von hohem symbolischem Wert, das allerdings wenig am bestehenden Rassismus des weißen gegenüber dem schwarzen Amerika änderte. In Richard Powers grandiosem Roman Der Klang der Zeit ist das legendäre Konzert eine wichtige Schlüsselszene. Nicht nur treffen sich hier die Eltern der Hauptfiguren zum ersten Mal und finden über ihre Liebe zur Musik zueinander, der Gegensatz zwischen trennendem Rassismus und versöhnender Kunst, unter der Marian Anderson zu leiden hatte, wirft von Beginn an auch einen bedrohlichen Schatten auf die Beziehung zwischen dem deutsch-jüdischen Emigranten David Strom und der Afroamerikanerin Delia Daley. Auch wenn David und Delia alles tun, um ihre drei Kinder vor dieser Bedrohung zu schützen, erweist sich die destruktive Kraft rassistischer Vorurteile letztlich stärker als die Kraft der Musik, aus unterschiedlichen Stimmen harmonische Kompositionen zu formen. Am Ende zerbricht die Familie und die Musik, die durch die Geschichte weht, wird zum Abgesang auf eine Utopie: die Überwindung des Rassismus durch den Einklang von Schwarz und Weiß. Der Klang der Zeit ist selbst durch den Versuch bestimmt, aus Gegensätzen Harmonie zu erzeugen, wenn auch eine fragile. Der Roman verwebt die Geschichte der Musikerfamilie Strom mit der Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft zwischen den 20er-Jahren und den Rassenunruhen im Los Angeles der 90er, zugleich aber verbindet der Roman auch die Denkwelten der Physik mit den Kunstwelten der Musik. Wie auch in seinen anderen Romanen, z.B. Schattenflucht und Galathea 2.2 betrachtet Powers Kunst und Wissenschaft nicht als Widersprüche, sondern als gegenseitig erhellende Versuche des Menschen, sich selbst und seine Welt zu verstehen und zu verändern. Die Melancholie des Abgesangs, die deutlich im Roman zu spüren ist, mag gerade darin liegen, dass weder Wissenschaft noch Kunst den Rassismus aus der Welt schaffen konnten. Das kann natürlich auch Powers nicht, und doch ist Der Klang der Zeit gerade deshalb ein sehr mutiges Buch, das ein Ideal zu verteidigen versucht, ohne die Realität leugnen zu wollen. -Peter Schneck Der Roman Der Klang der Zeit stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Richard Powers, der preisgekrönte, 1957 geborene amerikanische Schriftsteller, der sich lange nicht zwischen Physik, Literaturwissenschaft und Informatik entscheiden mochte, hat seinen achten Roman groß, episch angelegt. Die Familiensaga präsentiert drei Motive: die Liebe zur Musik, die Relativitätstheorie und die jüngere amerikanische Geschichte, vor allem vor dem Hintergrund der Rassenunruhen. Als wesentliches Kompositionsprinzip fungiert der Wechsel zwischen der Ich-Erzählung des jüngeren Bruders mit seinen umfangreichen Exkursionen über Musik, die - so die Utopie - alles, auch die Rasse, relativ machen sollen, und allgemeinen zeitgeschichtlichen Beschreibungen der Gesellschaft Amerikas. In Ulrich Matthes? brillanter Interpretation wird die Vielschichtigkeit dieser ?poetischen? Geschichte über die ungewöhnliche Familie Strom mit den zwei Haufarben in allen Nuancen lebendig. Und noch etwas macht dieses Hörbuch zu etwas Besonderem: Es sind die eingespielten Aufnahmen von Johann Sebastian Bach, John Dowland und Marian Anderson. Erst wenn man die Musik, die Hauptdarstellerin in diesem Roman, hört, werden der Zauber, die Kraft und Lebensenergie sinnlich wahrnehmbar. Alles beginnt, als Delia Daley, eine afroamerikanische Musikstudentin, und David Strom, ein aus Deutschland stammender, emigrierter jüdischer Physiker, sich 1939 in Washington bei einem denkwürdigen Open-Air-Auftritt von Marian Anderson - einer zwar berühmten, aber unter der amerikanischen Rassendiskriminierung leidenden Altistin - kennen lernen. Sie heiraten, trotz des Verbots, das in vielen Staaten Amerikas noch existiert, und ziehen in New York drei Kinder auf. Die Liebe zur klassischen Musik gibt ihnen für dieses äußerst schwierige Unterfangen die Kraft. Musik wird für die Familie zum Lebenselixier, Musik lernen die Kinder wie das Atmen. Sie leben in einer Idylle, in einer Art ?innerer Emigration? ? bis die Mutter durch eine Gasexplosion in der Wohnung zu Tode kommt. Eine Glanzleistung vollbringt Ulrich Matthes, ohne Zweifel einer der besten Hörbuchsprecher, der für seine Arbeit als Schauspieler (zuletzt in den Filmen Der Untergang und Der neunte Tag) und Sprecher mehrfach ausgezeichnet wurde. Wie kaum ein anderer beherrscht er die Kunst, Texte voller Tiefe und Schönheit mit seiner Stimme intensiv und unvergesslich nachklingen zu lassen! Die Liebe zur Musik, das Eintauchen in sie, die Sicherheit, die sie vermittelt - füllt er hier mit Leben. Er zeichnet die Entwicklung des hochbegabten Jonah in seiner Karriere als weltberühmter Tenor nach und lässt gleichzeitig die Bürde des Ich-Erzählers, des jüngern, als unbegabt gebrandmarkten Bruders Joseph, deutlich fühlen. Aber auch für die essayistischen Schilderungen der Massenunruhen, für die Beschreibung der gesellschaftlichen Realität, mit der die beiden Musikerbrüder, in den 60er Jahren konfrontiert werden, und die die jüngere Schwester zu den "Black Panthers" treibt, findet er die passende Tonlage. Man spürt in seiner Interpretation die Vision von der Musik, die alle Gegensätze aufheben, die Rassenwahn und Intoleranz in einer freien, liberalen Gesellschaft aufheben soll. Gleichzeitig arbeitet der Sprecher aber eindringlich das erbarmungslose Bestimmtsein durch die Hautfarbe, den Alltag des Rassismus, unter dem alle drei Kinder der Familie Strom leiden, heraus. Fazit: Wieder einmal lässt Matthes hören, was er kann. Mit seiner empathischen, zurückhaltenden Stimme hält er dieses ?Gesamtkunstwerk? regelrecht zusammen. Das Ergebnis: eine Sensation für die Sinne. Absolut empfehlenswert! Gekürzte Lesung mit Musik, Spieldauer: ca. 460 Minuten, 6 CDs. - culture.text
Buch:
Galatea 2.2
Autor:
Richard Powers, Ausgabe vom 12. Januar 2010, Taschenbuch, Verkaufsrang 256209
Product Description "Helen lebt auf einem amerikanischen Campus, studiert englische Literaturund hat ihre Ängste und Sehnsüchte - eine Heldin zum Verlieben. Bemerkenswert,denn Helen ist ein Computer, das Produkt einer Wette, bei der es darumgeht, ein Kunsthirn zu bauen, das das Examen besteht. Während er Helenzur Welt bringt, erinnert sich Powers, der sich selber ins Buch gesetzthat, an sein Leben und seine Liebe zu Frauen und zur Literatur. Seltenhaben zwei Figuren so sentimental und witzig über Denken, Seele, Liebeund Einsamkeit nachgedacht wie Powers und Helen." Focus
Buch:
In den weißen Wolken: Die verschollenen Lehrreden
Autor:
Anagarika Govinda, Ausgabe vom 1. Sept. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 296588
Das Echo der Erinnerung Die Felder der Erinnerung sind schier unendlich weit. Das gilt vor allem für jene Felder bei Kearny in den USA, auf denen sich jedes Jahr nach der inneren Uhr eines Urzeitgedächtnisses rund eine halbe Million Kanadakraniche - vier Fünftel des Weltbestands - versammeln. "Sie folgen dem Central Flyway, der Zugroute, die sich einer riesigen Eieruhr gleich über den ganzen Kontinent legt", heißt es in Richard Powers? grandiosem Epos Das Echo der Erinnerung. "Sie kommen aus Neumexiko, Texas und Mexiko, legen Tag für Tag Hunderte von Meilen zurück und haben noch Tausende von Kilometern vor sich, ehe sie ihre der Erinnerung eingeprägten Nistplätze erreichen. Dieser Flug liegt außerhalb der Zeit. Jeder Kranich erinnert sich an den Weg, der noch in der Zukunft liegt". In Powers? Roman tun sich die Menschen erheblich schwerer mit ihrem Gedächtnis - und dem Gedächtnis ihrer Artgenossen. Diese Erfahrung muss Karin Schluter machen, als ihr Bruder Mark, eigentlich ein ausgezeichneter Fahrer, bei den Kranichfeldern mit seinem Truck von der Straße abkommt und schwer verletzt liegen bleibt. Karin gibt ihren lukrativen Job auf und zieht in Marks schäbiges, von ihm heiß geliebtes Fertighaus, um ihn zu pflegen. Sie sieht den Unfall als zweite Chance, um nach ihrer gemeinsamen verkorksten Kindheit in einem fundamentalistischen Elternhaus einen Neuanfang zu wagen. Aber Marks Erwachen aus dem Koma ist für sie ein Schock. Zwar reagiert der junge Mann auf seine Umwelt fast wieder normal. Aber seinen Hund und seine Schwester hält er für eine Art Aliens oder doch zumindest für CIA-Beamte, die gegen die Originale ausgetauscht wurden, um ein geheimes Experiment mit ihm zu veranstalten. In ihrer Not wendet sich Karin an den berühmten Hirnforscher Gerald Weber, der dieses als Capgras-Syndrom bekannte Phänomen heilen soll. Aber Weber stößt schon bald an seine Grenzen - und gerät immer mehr in eine berufliche Krise .... Das Echo der Erinnerung ist ein großartiges Buch, das auf über 530 Seiten tief eindringt ins weite - und verstörende - Feld des menschlichen Hirns. Nur jene am Anfang noch witzigen Dialoge zwischen Weber und seiner Partnerin wirken im Lauf der Lektüre etwas bemüht. Egal: Powers ist und bleibt ein großartiger Erzähler. Und Das Echo der Erinnerung ist ein phantastisches Buch. -Thomas Köster
Buch:
Der Klang der Zeit.
Autor:
Richard Powers, Manfred Allié, Gabriele Kempf-Allié, Gabriele Kempf- Allié, Ausgabe vom 1. Okt. 2007, Broschiert, Verkaufsrang 703383
Marian Anderson war eine der eindruckvollsten Sängerinnen ihrer Zeit. In den 30er-Jahren wurde die amerikanische Künstlerin in vielen europäischen Konzertsälen gefeiert, Dirigenten und Komponisten wie Sibelius oder Toscanini priesen ihre Stimme als Jahrhundertbegabung. In ihrer Heimat jedoch war die Bewunderung nicht so einhellig, denn Marian Anderson war schwarz. Als man ihr 1939 den Auftritt in einer der besten Konzerthallen Washingtons, der Constitution Hall, versagte, intervenierte Amerikas First Lady Eleanor Roosevelt. Mit ihrer Unterstützung arrangierte man ein Freiluftkonzert der Sängerin vor dem Lincoln Memorial, das von 75.000 Zuschauern besucht wurde - ein Ereignis von hohem symbolischem Wert, das allerdings wenig am bestehenden Rassismus des weißen gegenüber dem schwarzen Amerika änderte. In Richard Powers grandiosem Roman Der Klang der Zeit ist das legendäre Konzert eine wichtige Schlüsselszene. Nicht nur treffen sich hier die Eltern der Hauptfiguren zum ersten Mal und finden über ihre Liebe zur Musik zueinander, der Gegensatz zwischen trennendem Rassismus und versöhnender Kunst, unter der Marian Anderson zu leiden hatte, wirft von Beginn an auch einen bedrohlichen Schatten auf die Beziehung zwischen dem deutsch-jüdischen Emigranten David Strom und der Afroamerikanerin Delia Daley. Auch wenn David und Delia alles tun, um ihre drei Kinder vor dieser Bedrohung zu schützen, erweist sich die destruktive Kraft rassistischer Vorurteile letztlich stärker als die Kraft der Musik, aus unterschiedlichen Stimmen harmonische Kompositionen zu formen. Am Ende zerbricht die Familie und die Musik, die durch die Geschichte weht, wird zum Abgesang auf eine Utopie: die Überwindung des Rassismus durch den Einklang von Schwarz und Weiß. Der Klang der Zeit ist selbst durch den Versuch bestimmt, aus Gegensätzen Harmonie zu erzeugen, wenn auch eine fragile. Der Roman verwebt die Geschichte der Musikerfamilie Strom mit der Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft zwischen den 20er-Jahren und den Rassenunruhen im Los Angeles der 90er, zugleich aber verbindet der Roman auch die Denkwelten der Physik mit den Kunstwelten der Musik. Wie auch in seinen anderen Romanen, z.B. Schattenflucht und Galathea 2.2 betrachtet Powers Kunst und Wissenschaft nicht als Widersprüche, sondern als gegenseitig erhellende Versuche des Menschen, sich selbst und seine Welt zu verstehen und zu verändern. Die Melancholie des Abgesangs, die deutlich im Roman zu spüren ist, mag gerade darin liegen, dass weder Wissenschaft noch Kunst den Rassismus aus der Welt schaffen konnten. Das kann natürlich auch Powers nicht, und doch ist Der Klang der Zeit gerade deshalb ein sehr mutiges Buch, das ein Ideal zu verteidigen versucht, ohne die Realität leugnen zu wollen. -Peter Schneck Der Roman Der Klang der Zeit stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Richard Powers, der preisgekrönte, 1957 geborene amerikanische Schriftsteller, der sich lange nicht zwischen Physik, Literaturwissenschaft und Informatik entscheiden mochte, hat seinen achten Roman groß, episch angelegt. Die Familiensaga präsentiert drei Motive: die Liebe zur Musik, die Relativitätstheorie und die jüngere amerikanische Geschichte, vor allem vor dem Hintergrund der Rassenunruhen. Als wesentliches Kompositionsprinzip fungiert der Wechsel zwischen der Ich-Erzählung des jüngeren Bruders mit seinen umfangreichen Exkursionen über Musik, die - so die Utopie - alles, auch die Rasse, relativ machen sollen, und allgemeinen zeitgeschichtlichen Beschreibungen der Gesellschaft Amerikas. In Ulrich Matthes? brillanter Interpretation wird die Vielschichtigkeit dieser ?poetischen? Geschichte über die ungewöhnliche Familie Strom mit den zwei Haufarben in allen Nuancen lebendig. Und noch etwas macht dieses Hörbuch zu etwas Besonderem: Es sind die eingespielten Aufnahmen von Johann Sebastian Bach, John Dowland und Marian Anderson. Erst wenn man die Musik, die Hauptdarstellerin in diesem Roman, hört, werden der Zauber, die Kraft und Lebensenergie sinnlich wahrnehmbar. Alles beginnt, als Delia Daley, eine afroamerikanische Musikstudentin, und David Strom, ein aus Deutschland stammender, emigrierter jüdischer Physiker, sich 1939 in Washington bei einem denkwürdigen Open-Air-Auftritt von Marian Anderson - einer zwar berühmten, aber unter der amerikanischen Rassendiskriminierung leidenden Altistin - kennen lernen. Sie heiraten, trotz des Verbots, das in vielen Staaten Amerikas noch existiert, und ziehen in New York drei Kinder auf. Die Liebe zur klassischen Musik gibt ihnen für dieses äußerst schwierige Unterfangen die Kraft. Musik wird für die Familie zum Lebenselixier, Musik lernen die Kinder wie das Atmen. Sie leben in einer Idylle, in einer Art ?innerer Emigration? ? bis die Mutter durch eine Gasexplosion in der Wohnung zu Tode kommt. Eine Glanzleistung vollbringt Ulrich Matthes, ohne Zweifel einer der besten Hörbuchsprecher, der für seine Arbeit als Schauspieler (zuletzt in den Filmen Der Untergang und Der neunte Tag) und Sprecher mehrfach ausgezeichnet wurde. Wie kaum ein anderer beherrscht er die Kunst, Texte voller Tiefe und Schönheit mit seiner Stimme intensiv und unvergesslich nachklingen zu lassen! Die Liebe zur Musik, das Eintauchen in sie, die Sicherheit, die sie vermittelt - füllt er hier mit Leben. Er zeichnet die Entwicklung des hochbegabten Jonah in seiner Karriere als weltberühmter Tenor nach und lässt gleichzeitig die Bürde des Ich-Erzählers, des jüngern, als unbegabt gebrandmarkten Bruders Joseph, deutlich fühlen. Aber auch für die essayistischen Schilderungen der Massenunruhen, für die Beschreibung der gesellschaftlichen Realität, mit der die beiden Musikerbrüder, in den 60er Jahren konfrontiert werden, und die die jüngere Schwester zu den "Black Panthers" treibt, findet er die passende Tonlage. Man spürt in seiner Interpretation die Vision von der Musik, die alle Gegensätze aufheben, die Rassenwahn und Intoleranz in einer freien, liberalen Gesellschaft aufheben soll. Gleichzeitig arbeitet der Sprecher aber eindringlich das erbarmungslose Bestimmtsein durch die Hautfarbe, den Alltag des Rassismus, unter dem alle drei Kinder der Familie Strom leiden, heraus. Fazit: Wieder einmal lässt Matthes hören, was er kann. Mit seiner empathischen, zurückhaltenden Stimme hält er dieses ?Gesamtkunstwerk? regelrecht zusammen. Das Ergebnis: eine Sensation für die Sinne. Absolut empfehlenswert! Gekürzte Lesung mit Musik, Spieldauer: ca. 460 Minuten, 6 CDs. - culture.text
Buch:
Das Echo der Erinnerung
Autor:
Richard Powers, Manfred Allie, Gabriele Kempf-Allie, Ausgabe vom Dez. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 289019
Aus der Amazon.de-Redaktion Die Felder der Erinnerung sind schier unendlich weit. Das gilt vor allem für jene Felder bei Kearny in den USA, auf denen sich jedes Jahr nach der inneren Uhr eines Urzeitgedächtnisses rund eine halbe Million Kanadakraniche - vier Fünftel des Weltbestands - versammeln. "Sie folgen dem Central Flyway, der Zugroute, die sich einer riesigen Eieruhr gleich über den ganzen Kontinent legt", heißt es in Richard Powers? grandiosem Epos Das Echo der Erinnerung. "Sie kommen aus Neumexiko, Texas und Mexiko, legen Tag für Tag Hunderte von Meilen zurück und haben noch Tausende von Kilometern vor sich, ehe sie ihre der Erinnerung eingeprägten Nistplätze erreichen. Dieser Flug liegt außerhalb der Zeit. Jeder Kranich erinnert sich an den Weg, der noch in der Zukunft liegt". In Powers? Roman tun sich die Menschen erheblich schwerer mit ihrem Gedächtnis - und dem Gedächtnis ihrer Artgenossen. Diese Erfahrung muss Karin Schluter machen, als ihr Bruder Mark, eigentlich ein ausgezeichneter Fahrer, bei den Kranichfeldern mit seinem Truck von der Straße abkommt und schwer verletzt liegen bleibt. Karin gibt ihren lukrativen Job auf und zieht in Marks schäbiges, von ihm heiß geliebtes Fertighaus, um ihn zu pflegen. Sie sieht den Unfall als zweite Chance, um nach ihrer gemeinsamen verkorksten Kindheit in einem fundamentalistischen Elternhaus einen Neuanfang zu wagen. Aber Marks Erwachen aus dem Koma ist für sie ein Schock. Zwar reagiert der junge Mann auf seine Umwelt fast wieder normal. Aber seinen Hund und seine Schwester hält er für eine Art Aliens oder doch zumindest für CIA-Beamte, die gegen die Originale ausgetauscht wurden, um ein geheimes Experiment mit ihm zu veranstalten. In ihrer Not wendet sich Karin an den berühmten Hirnforscher Gerald Weber, der dieses als Capgras-Syndrom bekannte Phänomen heilen soll. Aber Weber stößt schon bald an seine Grenzen - und gerät immer mehr in eine berufliche Krise .... Das Echo der Erinnerung ist ein großartiges Buch, das auf über 530 Seiten tief eindringt ins weite - und verstörende - Feld des menschlichen Hirns. Nur jene am Anfang noch witzigen Dialoge zwischen Weber und seiner Partnerin wirken im Lauf der Lektüre etwas bemüht. Egal: Powers ist und bleibt ein großartiger Erzähler. Und Das Echo der Erinnerung ist ein phantastisches Buch. -Thomas Köster