Robert Wilson, Ausgabe vom 16. März 2009, Gebunden, Verkaufsrang 425426
Aus der Amazon.de-Redaktion Pepe hat zu viel getrunken. Trotzdem sitzt er am Steuer seines Lasters, denn er will nach Hause, zu seiner Tochter und den Babys. Im Moment des größten Glücks platzt plötzlich sein Reifen, und das letzte, was er wahrnimmt, als er "durch die Windschutzscheibe in die warme Abendluft katapultiert" wird, ist die klagende Stimme des Sängers El Camarón aus dem Radio, die ihn in den Tod begleitet, während sich vom schlingernden Laster die Stahlträger lösen. Im Augenblick höchster Emotionen getötet zu werden: Dieses Gefühl teilt Pepe mit Wasili Lukjnov, der hinter dem Steuer seines Wagens weint. In sechs Jahren Dienst in Afghanistan hat ihm Alexej sieben Mal das Leben gerettet, und nun wird Alexej irgendwo in einem Waldstück an der Costa del Sol von seinen eigenen Leuten einzig aus dem Grund eine Kugel durch den Kopf gejagt werden, weil er mit Wasili befreundet ist. "Was zum Henker...?" ist das letzte, was er sagen kann, als ihm die Stahlträger aus Pepes Laster ins Jenseits befördern. Es ist schon bewundernswert, mit welcher Raffinesse der in England, Spanien und Portugal lebende Bestsellerautor Robert Wilson in seinem Roman Andalusisches Requiem Zufall mit Planung, Schuld mit Unschuld und Einzelschicksale mit dem großen Ganzen verknüpft. Denn Wasili Lukjnov ist, wie Inspektor Javier Falcón ermittelt, ein russischer Mafioso, der dabei war, die Seiten zu wechseln. Im Unfallauto findet die Polizei zudem eine DVD mit kompromittierenden Sex-Videos hochrangiger Politiker und Unternehmer. Falcón findet heraus, dass dies alles mit einem Anschlag von Terroristen in Sevilla zu tun zu haben scheint. Und so fügt sich in Andalusisches Requiem alles auf großartige Weise zusammen. Beste Thriller-Unterhaltung. - Stefan Kellerer
Buch:
Spin
Autor:
Robert Charles Wilson, Ausgabe vom 3. Juli 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 71574
Aus der Amazon.de Redaktion Eines Nachts wird der junge Tyler Dupree Zeuge, wie die Sterne verschwinden. Für die Menschheit beginnt ein neues Zeitalter: eine außerirdische Intelligenz hat die Erde in ein Netz gehüllt, das nicht nur das Sternenlicht aussperrt, sondern auch die Zeit auf der Erde ums Milliardenfache verlangsamt. Bald wird der Menschheit klar, dass ihr nur noch wenige Jahrzehnte verbleiben, bevor die Sonne sich zum roten Riesen ausdehnt und die Erde verschluckt. Tylers Freund Jason Lawton, der Sohn eines einflussreichen Unternehmers, gibt sich allerdings mit dem planetaren Todesurteil nicht zufrieden. Er nutzt die Kontakte seines Vaters in Politik und Wirtschaft, um die Perihelion-Stiftung aufzubauen, die sich einzig und allein dem Ziel widmet, den Spin, wie die Menschheit das Himmelsphänomen getauft hat, zu erforschen. Zu diesem Zweck entwickelt Perihelion das ehrgeizigste Projekt der Menschheitsgeschichte. Mit der Grundidee von Spin hat Robert Charles Wilson sich selbst und der SF-Gemeinde ein unvergleichliches Geschenk gemacht: die Möglichkeit, ein wahrhaft kosmisches Szenario auf einen erzählten Zeitraum von dreißig Jahren zu konzentrieren. Auf diese Weise gelingt ihm ein Kunststück, an dem die große Ideen-SF sonst allzu oft scheitert: er verbindet die unermesslichen Zeiträume der Evolution direkt mit dem begrenzten Leben seiner Protagonisten. Dabei geht Wilson sogar soweit, sich voll und ganz auf eine einzige Figur zu konzentrieren, auf den Ich-Erzähler Tyler Dupree. Tylers Faszination richtet sich mindestens ebenso sehr auf die Lawton-Zwillinge wie auf den Spin selbst, wodurch die Geschichte einen menschlichen Nenner findet und Figuren entwickelt, die in solcher Lebendigkeit selten in der SF anzutreffen sind. Auch Wilsons Schilderung einer Erde, die ihrem Ende im Laufe einer einzigen Generation entgegenblickt, ist angenehm unreißerisch und gerade deshalb glaubwürdig. Spin ist eine beachtliche Synthese, große Ideen-SF, Wissenschaftsthriller und ungewöhnliche Liebesgeschichte in einem - auf keiner dieser drei Ebenen überzogen und auf jeder von ihnen ungemein spannend. -Jakob Schmidt
Buch:
Der Blinde von Sevilla: Roman
Autor:
Robert Wilson, Ausgabe vom 1. März 2004, Taschenbuch, Verkaufsrang 29454
Die Toten von Santa Clara Inspector Falcón steht vor einer scheinbar einfachen Aufgabe. Die Toten von Santa Clara sind nach Meinung seiner Vorgesetzten Opfer einer Familientragödie. Falcon jedoch denkt nicht daran, sich auf diese These festzulegen und stößt auf ungeheuerliche Vorgänge. Der Deutsche Krimipreisträger Robert Wilson überzeugt erneut durch einen feinstrukturierten Plot und psychologische Feinarbeit. Sevilla, Spanien. In dem noblen Vorort Santa Clara werden der reiche Bauunternehmer Rafael Vega und seine Frau tot aufgefunden, sie mit einem Kissen erstickt, er durch eine kräftige Portion Abflussreiniger vergiftet. Inspector Javier Falcón steht der These skeptisch gegenüber, der Unternehmer habe zunächst seine Frau und dann sich selbst umgebracht. Er forscht in der Nachbarschaft und befragt beharrlich nach. So trifft er auf Consuelo Jiménez, die die Toten gefunden hat und die er von einem früheren Mordfall her kennt. Er verhört den Architekten Martin Krugman und dessen attraktive Frau Madeleine und den bekannten Theaterschauspieler Pablo Ortega. Sie alle scheinen etwas verbergen zu wollen und hatten ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem toten Nachbarn. Außerdem bemerkt Falcón, dass seine Ermittlungen bei seinen Vorgesetzten nicht auf uneingeschränkte Zustimmung stoßen. Eine handschriftliche Notiz des Verstorbenen bringt ihn auf eine Spur, die schließlich zu einem schrecklichen Verbrechen führt. Es mag thrillererprobte Leser stören, dass augenscheinlich so wenig passiert in Robert Wilsons faszinierendem und dichtem Kriminalroman. Wilson verzichtet auf Action und Klamauk jeder Art. Vorangetrieben werden die Ermittlungen in den fabelhaft gebauten Dialogen, oft spielt gerade das nicht Gesagte oder bewusst Verschwiegene eine entscheidende Rolle. Und - Wilson vertraut der Fähigkeit seiner Leser, den versteckten Fährten zu folgen. Ihm ist ein hintergründiger und intelligenter Roman gelungen, der die Qualitäten von Tod in Lissabon aufs Schönste bestätigt. -Ulrich Deurer
Buch:
Quarantäne: Roman
Autor:
Robert Charles Wilson, Ausgabe vom 1. Sept. 2007, Taschenbuch, Verkaufsrang 127953
Quarantäne Der Journalist Chris Carmody begibt sich ins Niemandsland von Minnesota, um eine Reportage über "das Auge" zu schreiben: Ein Quantenteleskop, mit dessen Hilfe man unbemerkt das Leben auf einem Millionen Lichtjahre entfernten Planeten beobachten kann. Kurz nach seinem Eintreffen verhängt das Militär jedoch eine Quarantäne über die gesamte Einrichtung. Offensichtlich fürchtet man, dass eine Bedrohung von der Maschine ausgehen könnte, die inzwischen so komplex ist, dass nicht einmal ihre Erfinder sie mehr begreifen ... Robert Charles Wilson, der mit Spin einen der gefeiertsten Science-Fiction-Romane der letzten Jahre vorgelegt hat, verschmilzt in Quarantäne die Qualitäten eines Wissenschaftsthrillers mit wahrhaft kosmischer Ideen-SF. Wie so oft in den besten phantastischen Romanen begegnen die Hauptfiguren von Quarantäne in der Konfrontation mit dem Unbegreiflichen vor allem sich selbst. Wilson setzt dabei das klassische Prinzip der Isolation ein, um das Beste ? und das Schlimmste - in seinen Figuren hervorzukehren. Überhaupt hat der Autor ein Händchen für Figuren, die einem rasch sympathisch werden und zugleich vielschichtig und überraschend sind. Das gilt für Chris Carmody, der sich vom gescheiterten und verbitterten Journalisten zum Helden wandelt, ebenso wie für die zahlreichen Nebenfiguren. Für Thrillerspannung sorgt der Konflikt zwischen der Xenobiologin Marguerite und ihrem paranoiden Ex-Ehemann Ray Scutter, dem jedes Mittel recht ist, um die gemeinsame Tochter in seine Gewalt zu bringen - die wiederum in einer seltsamen Verbindung mit dem "Auge" zu stehen scheint. Solche Figurenschicksale verwebt Wilson geschickt mit den philosophischen und wissenschaftstheoretischen Fragen, die im Zentrum des Romans stehen. Auch hier zeigt er sich als Könner, der komplexe Theorien sprachlich absolut klar darlegt, nahtlos in seine Geschichte einbindet und dabei nicht eine Sekunde lang die Handlung ausbremst. Quarantäne ist eigentlich alles, was man sich von einem guten Science-Fiction-Roman wünscht: konzeptionell herausfordernd, psychologisch glaubwürdig und garniert mit Momenten kosmischer Erhabenheit. Obendrein ist das Ganze noch so spannend, dass man sich nur zu gern ein Wochenende lang mit diesem Buch einschließen möchte. Einmal mehr beweist Wilson, dass er zur Zeit die Adresse schlechthin für solide und anspruchsvolle Science Fiction ist. - Jakob Schmidt
Buch:
Die Maske des Bösen
Autor:
Robert Wilson, Ausgabe vom 6. Aug. 2007, Gebunden, Verkaufsrang 559889
Aus der Amazon.de-Redaktion Was haben ein schrecklich zugerichtetes Mordopfer und der Anschlag auf ein Wohnhaus in Sevilla miteinander zu tun? Inspektor Falcón spürt einen Zusammenhang. Der einsame Held des Krimipreisträgers Robert Wilson setzt sich in dessen außergewöhnlichem Kriminalroman bei seinen Ermittlungen zwischen alle Stühle. Und zunächst fällt Die Maske des Bösen nicht? Die verstümmelte Leiche eines unbekannten Mannes, die auf einer Mülldeponie gefunden wird, deutet auf einen Ritualmord hin. Inspektor Javier Falcón ist jedoch irritiert von der offenkundigen Behutsamkeit, mit der das Opfer von seinen Peinigern zur letzten Ruhe gebettet wurde. Wenig später detoniert in einem mehrstöckigen Wohnhaus ein Sprengsatz, der das Gebäude in Schutt und Asche legt und Dutzende von Menschen das Leben kostet. Gibt es einen Zusammenhang? Auf keinen Fall, sagen Geheimdienst und Terrorabwehr in seltener Einmütigkeit. Falcón ist anderer Ansicht, wird aber rüde auf seine Zuständigkeit hingewiesen und von wichtigen Informationen abgeschnitten. Richtig Fahrt gewinnt der Fall, als bekannt wird, dass sich im Untergeschoss des zerstörten Hauses eine Moschee befand, die unter Beobachtung der Terrorabwehr stand. Die Presse stürzt sich auf diese Information und die Ermittler geraten gewaltig unter Druck. Handelt es sich bei den Tätern wirklich um islamistische Terroristen oder nicht doch um anti-islamische Gewalttäter? Falcón behält die Nerven, obwohl er vor der schwierigsten Entscheidung seiner Karriere steht und auch privat einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen muss. Robert Wilson ist der Meister des komplexen Sachverhalts. Der Autor, der mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde, mutet seinen Lesern eine Fülle verschiedener Handlungsstränge zu, ohne selbst je die Kontrolle zu verlieren. Nie können wir uns der Relevanz oder Bedeutungslosigkeit von Einzelheiten sicher sein. Brilliante Dialoge und innere Monologe sind die treibenden Kräfte der Handlung, denn Wilson liebt seine Figuren, gibt ihnen Zeit zur Entwicklung, gestattet uns tiefe Einblicke in ihr Innenleben und sorgt so dafür, dass wir uns um sie sorgen, selbst um die unsympathischen unter ihnen. Ihm ist ein großartiger und hochaktueller Kriminalroman gelungen, der die Leser fordert, sie aber auch mit einem wundervollen Leseerlebnis entschädigt. - Ulrich Deurer
Buch:
Illuminatus! Der goldene Apfel: Zweiter Band: BD 2
Autor:
Robert Shea, Robert A. Wilson, Ausgabe vom 2. Okt. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 177322
Illuminatus! 02. Der goldene Apfel Es ist beeindruckend, wie Robert Shea und Robert A. Wilson es auch im zweiten Teil der Illuminatus-Trilogie schaffen, das hohe Handlungstempo des ersten Teils beizubehalten. Der Goldene Apfel steht seinem Vorgänger dabei an wahnwitzigen Ideen und absurden Handlungen in nichts nach. Die Geschichte um die Illuminaten wird ohne Brüche im Anschluß an das Ende des ersten Buches fortgesetzt. Das klingt zwar selbstverständlich, ist aber angesichts der verworrenen und hin und wieder sinnlosen Ereignisse nicht unbedingt vorauszusetzen. Verwirrte Leser, die noch an einigen Fragen des ersten Teils rätseln, können sich auf eine ganze Reihe von Antworten freuen. Diese sind zwar nicht immer eindeutig, aber sie erleichtern es, den Überblick über die vielen Handlungsstränge zu behalten. Gleich zu Beginn bringt George Dorn unter sexuellen Höchstleistungen den Deal mit dem Mafiaboss Drake zu einem für die Diskordier positiven Ende und wird von Hagbard Celine mit Hilfe von bewußtseinserweiternden Drogen an Bord der "Leif Erikson" illuminiert. Auch Saul Goodman hat Glück und entkommt in letzter Sekunde den Klauen der Illuminaten. Insgesamt erfährt man viel über die Hintergründe der einzelnen Personen und ihre Beziehungen zueinander, doch sorgt jede Klarheit programmatisch für zwei neue Verwirrungen. Im Laufe der Ereignisse deutet alles auf eine finale Auseinandersetzung zwischen den zwei Hauptmächten der Geschichte hin. Die aneristischen Kräfte, verkörpert durch die Illuminaten und das Eristische, das durch seine aktiven Flügel, die Legion des Dynamischen Diskordes und die erisische Befreiungsbewegung (ELF) vertreten ist, streben auf eine Entscheidung um die weltweite Kontrolle zu. Der Sieger dieser Auseinandersetzung wird das vorherrschende Lebensprinzip auf der Erde vertreten. Ingolstadt scheint der Schlüssel zu dieser Entscheidung zu sein. Hier werden die Illuminaten mit Hilfe einer kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges im Totenkopfsee versenkten SS-Division versuchen, das Eschaton zu immanentisieren, um gemeinsam eine transzendentale Illumination zu erlangen. Hagbard Celine und seine Diskordier machen sich bereit, die letzte Schlacht für die Freiheit der Menschheit zu schlagen. -Wolfgang Tress
Buch:
Illuminatus! Leviathan: Dritter Band: BD 3
Autor:
Robert Shea, Robert A. Wilson, Ausgabe vom 2. Okt. 2006, Taschenbuch, Verkaufsrang 254621
Aus der Amazon.de-Redaktion Erst mal ein "Heil Eris!" an alle Leser, die Hagbard und seiner Diskordier-Truppe bis zum dritten Band der Illuminatus-Trilogie treu gefolgt sind. Eins ist sicher, die Mühe (wer behauptet, daß Illuminatus manchmal nicht mühevoll ist, lügt schlichtweg) war nicht umsonst. Das große Finale fährt noch einmal alle Pauken und Trompeten auf und darf problemlos als Höhepunkt der Trilogie bezeichnet werden. Fast alle Personen treffen in Leviathan auf die eine oder andere Art aufeinander und liefern sich tödliche oder sexuelle Abreibungen, die nicht selten durch gerauchte und geschluckte Trips eine ganz spezielle Qualität erhalten. Während also in den USA der Bürgerkrieg ausbricht, der Präsident erschossen und das Pentagon gesprengt wird, hält die mit Orgasmusenergie geladene Eris die SS-Truppen aus dem Totenkopfsee auf. Wem das schon zu alltäglich ist, kann sich auf Yog Sothoth den Lloigor freuen, der seelenhungrig auf der Bildfläche erscheint. Yog hat einiges auf Lager, was bisher nicht einmal in Illuminatus zur Sprache kam. Insgesamt nimmt die Story eine interessante Wendung und einige Klärungen werden garantiert jeden überraschen. Entgehen lassen sollte man sich das auf keinen Fall. Wer wirklich einen Blick hinter das tägliche Spiegelbild riskieren will, um die Welt einmal auf dem Kopf zu sehen, darf sich nicht nur mit dem ersten Buch zufriedengeben. Also: Alles oder nichts. "Heil Discordia!", "Kallisti!" -Wolfgang Tress