 |
| |
"Ein fundiertes Buch über ein Tabu, das über ein halbes Jahrhundert auf seine Aufarbeitung wartete." (Welt am Sonntag)
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 23 Bewertungen)
Leserkommentare:* beeindruckend (5 von 5 Punkten) meint S.H. aus Hamburg Es geht um seltsame Erkrankungen im Alter, um Kriegserlebnisse, die oftmals erst wieder freigelegt werden müssen, um Traumata und Psychologie - gut recherchiert. Nur selten mal muss man eine Länge durchstehen, um wieder gefesselt zu werden. Noch nie hat ein Buch in mir so viel bewegt wie dieses! Es ist gut geschrieben, somit leicht lesbar und lässt mich so Vieles besser verstehen: Die eigene Erziehung (eines Nachkriegskindes), die besonders liebe Tante (Kriegskind, ebenso wie ihr sehr patenter und familiensinniger Mann), Merkwürdigkeiten der eigenen Eltern (junge Erwachsenenzeit im Krieg). - Und insbesondere jedem "Kriegskind" aus Deutschland kann ich nur zurufen: Lies das! Es wird gut tun, es wird Erkenntnis und vielleicht sogar ein Stück mehr Geborgenheit schaffen.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Wenn die Wiege leer bleibt: Hilfe für trauernde Eltern |
| Autor: | Sabine Bode, Fritz Roth, Ausgabe vom 20. Aug. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 13834 |
| Preis: | 14,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon |
|
Wenn ein Kind im Mutterleib, bei der Geburt oder bald nach der Entbindung stirbt, bricht für die Eltern eine Welt zusammen. Sie haben sich auf neues Leben vorbereitet - nicht auf den Tod. Denn der medizinische Fortschritt täuscht nur allzu leicht darüber hinweg, dass jede Schwangerschaft Risiken birgt. Begriffe wie "Fehlgeburt" und "Totgeburt" lassen das Leid der betroffenen Eltern nicht einmal erahnen. Sie brauchen Beistand, doch schlägt ihnen nicht selten Gedankenlosigkeit entgegen, hinter der sich Hilflosigkeit verbirgt. Mütter und Väter, die um ihr Baby trauern, geraten auch deshalb häufig in eine tiefe Krise. In diesem Buch erzählen Eltern, wie sie diese Situation erlebten und wie sie Trost fanden. Für viele von ihnen ist es wichtig, dass sie ihr totes Kind in der Welt begrüßen konnten. Sie sind den medizinischen Betreuern und Bestattern dankbar, die ihnen die Gelegenheit boten, dies in der Zeit vor dem endgültigen Abschied zu tun. Ihr Beispiel macht Mut, die Trauer offen zu leben und den Abschied bewusst zu gestalten. Mit seinen zahlreichen Anregungen und praktischen Hinweisen ist dieses Buch deshalb eine große Hilfe nicht nur für alle Betroffenen und deren Angehörige, sondern auch für Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern, die trauernden Eltern beistehen wollen. Denn die Zeit allein heilt keine Wunden.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)
Leserkommentare:* Die Zeit allein heilt keine Wunden. (5 von 5 Punkten) meint A. aus München Immer wieder habe ich gelesen, selbst erfahren,wie hilflos oder z.T. unsensibel Menschen mit dem Thema Verlust der Schwangerschaft und des Kindes umgehen. Was gibt es da nicht für nett gemeinte Anteilnahme, die doch nur noch mehr weh tut. Ich fand das Buch sehr hilfreich und alle Tränen beim Lesen haben mir geholfen, das meine Sternenkinder einen guten Platz bekommen haben.
Ich fand folgenden Satz zum Schluss am aussagekräftigsten: Die Zeit allein heilt keine Wunden.
Das Buch ist sehr gut recherchiert und spricht mir in vielen Kapiteln aus dem Herzen. Ich kann es nur empfehlen, soll aber niemals Gespräche in der Not ersetzen.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Die deutsche Krankheit - German Angst |
| Autor: | Sabine Bode, Ausgabe vom Mai 2009, Broschiert, Verkaufsrang 27170 |
| Preis: | 9,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon |
|
"German Angst, das ist eine gefährliche Krankheit, die wir da haben, offensichtlich ein Virus, das wird weiter und weitergegeben." Heide Simonis Der Begriff "German Angst" bezeichnete den Hang der Deutschen zum Grübeln sowie ihre merkwürdige Zukunftsangst. Heute redet man allenthalben von einer gesellschaftlichen Lähmung und der Unfähigkeit, Reformen durchzuführen. Blockiert uns die German Angst? Ist sie eine Art kollektive Krankheit? Aber Angst wovor? Diffuse Ängste verhindern bis heute notwendige Reformen in der Politik und müssen deshalb dringend näher untersucht werden. Bode zeigt, dass die Deutschen mit Schwierigkeiten anders umgehen als ihre Nachbarn und vermutet , dass die Ursachen in unverarbeitenen kollektiven Ängsten aus der Vergangenheit zu finden sind. Die Autorin informiert sich bei Psychotherapeuten, Psychologen, Hirnforschern, Politikern und Schriftstellern über das Phänomen des Kriegstraumas, das nicht nur die Kriegskinder des 2. Weltkrieges bis heute belastet, sondern sich auch als vagabundierende Ängste bei deren Nachkommen auf fatale Weise manifestiert hat. Immer wieder lässt die Journalistin persönliche Erfahrungen einfließen, wodurch die Autorin noch näher an den Leser heran rückt und dessen erwünschte Öffnung für die Thematik erleichtert. Argwohn, Depressionen und Wahrnehmungsverzerrung sind die Folge traumatischer Angst. Die Psychotherapeutin Luise Reddemann, die von Bode zu Rate gezogen worden ist, verdeutlicht, dass unbehandelte Traumata Misstrauen und Verlust des Sicherheitsgefühls zur Folge haben. Ausgelöst wurden die Traumata bei den Kriegskindern u.a. durch den Anblick der Toten und Verletzten in den brennenden Städten oder sie entstanden während der Flucht und Vertreibung aus dem Osten. Die amerikanische Traumforscherin Rachel Yehuda hat herausgefunden, dass sich diese psychischen Belastungen auf die nächste Generation übertragen haben. Wenn ein Elternteil an einer posttraumatischen Störung leidet , dann taucht die Belastung zu 50% bei den Kindern wieder auf. Wenn beide Elternteile traumatisiert sind, überträgt sich die Störung zu 80%. Bei Säuglingen traumatisierter Mütter kann man einen geringeren Spiegel des Anti-Stress-Hormons Cortisol feststellen. Traumatisierte Menschen - auch der 2. Generation- haben häufiger Beziehungsstörungen und psychosomatische Beschwerden, so Bode. Nicht selten neigen sie zu lähmenden Vermeidungsstrategien. Die Autorin befasst sich in diesem Zusammenhang mit den problematischen Überlebensstrategien nicht behandelter traumatisierter Personen und erläutert den Fachbegriff der " Dissoziation". Um ein Trauma abzumildern, so erfährt man, werden Gefühle und Denken stark voneinander getrennt. Die Angst wird geleugnet und lässt in der Folge die Persönlichkeit des Menschen erstarren. Inwiefern die kriegsbedingte Vaterlosigkeit auf die nächste Generation übertragen und in der Gesellschaft zu zusätzlichen Verunsicherungen geführt hat, wird im Buch ebenfalls thematisiert. Konkret wird der Frage nachgegangen welche Auswirkungen schwache Väter, abwesende Väter und gefallene Väter auf die Psyche der Kinder haben und ob es einen Zusammenhang zwischen dieser Vaterlosigkeit und der Kinderlosigkeit gibt, die derzeit einen gewissen Journalistenkreis dazu veranlasst hat, vermeintlich gebährunwillige Frauen an den Pranger zu stellen. Wie hat sich die seit 1934 etwa 700 000 mal verkaufte Erziehungsvibel von Johanna Haarer auf die nach deren Vorstellungen erzogene Generation ausgewirkt? U.a. legt sie den Müttern nahe ihren Neugeborenen " das Anlitz zu verweigern". Bindungs-, Beziehungs- und Liebesfähigkeit wurden von Anfang an bewusst verhindert. Wie kaputt sind die so misshandelten Menschen durch ihr Leben gegangen? War ein Dialog mit der Folgegeneration überhaupt möglich? Bode plädiert dafür sich mit Familiengeschichte zu befassen und sich traumatische Voraussetzungen bewusst zu machen. Sie plädiert weiterhin dafür, dass man die eigenen Erfahrungen mit anderen austauscht. Sie ist davon überzeugt, dass ein Erfahrungsaustausch gesellschaftlich zu einem konstruktiven Identitätsschub führen kann, den unser Land dringend notwenig hat. Als Kind einer traumatisierten Familie habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen und kann den Ausführungen Sabine Bodes in jeder Beziehung nur beipflichten. Sehr Empfehlenswert!
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* Wenn Vergangenheit nicht vergehen will. (5 von 5 Punkten) meint k. #
Es gibt ein deutsches Wort, welches in keiner anderen Sprache Verwendung findet: Besitzstandswahrung. Gemeint ist, dass einmal Erworbenes einen subjektiven Rechtsanspruch des Behaltens definiert, unabhängig von gesellschaftlichen Veränderungen. Dieses suggerieren Unternehmen ebenso wie der Staat bis zu einem Zeitpunkt, als die globale Wirklichkeit die gewünschte Regelmäßigkeit in Frage stellte. Unterstellt man hier eine deutsche Eigenart, dann liegt diese sicher in der Angst begründet, die aus erfahrener Willkür aus der Nazizeit ins Heute transportiert wurde.
Sabine Bode hat sich dieser Thematik bravourös angenommen. Sie unterstellt nicht einen wissenschaftlichen Anspruch, sondern nutzt in eleganter Weise die Methode der Erzählung und so werden Geschichten wirklicher Menschen zu einem fesselnden, aber auch bedrückenden Ereignis dieses Buches. Sie schafft es somit, auf Objektivität als das Maß der Dinge zu verzichten, wirkt damit niemals unseriös in der Darstellung und gewinnt durch subjektiv, persönliche Berichte den Schatten der Vergangenheit ins Heute zu übertragen. Einen Schatten, der genau diese Angst gebiert, die erstarrt wach hält und zu Verunsicherungen in der Politik wie im Leben beiträgt. Dieses Trauma wird solange präsent sein im Gefühl der Deutschen, wie in der Meinung im Ausland über die Deutschen, wie das Vergangene nicht tot, solange das Vergangene nicht einmal vergangen ist. Dieses Dauertrauma der lebendigen Vergangenheit wird durch das nicht enden wollende Schweigen erreicht, solange die Opfer der Leiden und Verluste nicht sprechen können, weil sie als Nation gleichzeitig die Täter waren.
Paul Ricoeur plädiert für eine Kultur des (Selbst) Verzeihens, die von einer Gedächtnisarbeit getragen wird, in der die Anerkennung der Erinnerungen der Anderen dem bloßen Wiederholen der Schuld ein Ende macht. So wäre Reden möglich ohne Angst vor der vergangenen Gegenwart oder noch gegenwärtigen Vergangenheit. Damit entwertet man sie nicht, sondern integriert sie erneut in den subjektiven Lebenskontext.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Cursus - Ausgabe A - Einbändiges Unterrichtswerk für Latein: Texte und Übungen |
| | Taschenbuch, Verkaufsrang 52276 |
Direkt bei Amazon nicht vorrätig, andere Angebote über Amazon hier (Versandkosten beachten). |
|
Leserbewertungen: Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* Vertrauen auf Bewährtes und Mut zur Innovation (5 von 5 Punkten) meint D.S. Der Cursus, Nachfolgewerk des Cursus Continuus, hat seine eigentliche Bewährungsprobe noch vor sich. Erst wenn viele Lehrerinnen und Lehrer und viele Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen einbringen können, kann man ein abschließendes Urteil fällen. Bei einem neuen Lehrwerk ist das unmöglich. Trotzdem lässt sich das Folgende festhalten: Der neue "Cursus" bietet ansprechende Texte (die um einen repräsentativen Querschnitt durch die gesamte römische Geschichte und Kultur bemüht sind) und einen logischen Aufbau. Neue Grammatik wird nicht mehr nur mit E-Texten eingeführt, sondern in der Regel durch durchdachte Beispiele z. T. mit graphischen Hervorhebungen o. ä. veranschaulicht. Das ist ebenso schülerfreundlich wie die vielen variantenreichen Übungen. Das Vokabular wird erklärt, es werden Tipps zum Lernen gegeben. Die obligatorische Karte des Imperium Romanum fehlt ebensowenig wie eine Zeittafel.
Moderne Lateinlehrwerke sind sich recht ähnlich geworden: Sie sind bunt, sollen Abwechslung bieten und mit vergleichsweise wenig Vokabeln auskommen. Der Cursus ist keine Ausnahme. Für mich hebt sich der Cursus trotzdem positiv von anderen Lateinlehrwerken ab, da er besonders an den Stellen, auf die es ankommt, nämlich dort, wo das Verstehen neuer Grammatik gefragt ist, mit graphischen Mitteln arbeitet und Erklärungen bietet, wo andere Schulbücher (wenn überhaupt) lediglich ein paar Einführungssätze (ohne Übersetzung und Hilfestellung) anbieten.
Vollkommen in Ordnung, freilich, aber der Pfiff des Vorgängers "Cursus Continuus" fehlt ... (3 von 5 Punkten) meint s. 3.0 von 5 Sternen Vollkommen in Ordnung, freilich, aber der Pfiff des Vorgängers "Cursus Continuus" fehlt ..., 27. April 2010
Von simeon83 "simeon83" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Cursus - Ausgabe A: Cursus A. Training: Einbändiges Unterrichtswerk für Latein (Broschiert)
... auweh, ich als Zukunftsidealist ("Alles wird besser") muss schlucken, wenn ich dieses Lehrbuch betrachte. Freilich wird wie auch im Vorgänger "Cursus Continuus" der Lehrstoff sehr solide vermittelt, und die Stoffprogression ist wie auch beim Vorgänger sehr steil. Die Reise geht also zügig voran.
Und doch fehlt diesem Lehrwerk der Pfiff seines Vorgängers ... im "Cursus Continuus" war jede neue Lektion eine Novität, eine Erlebnis-Plattform, jede Übung didaktisch ausgeklügelt und das Chill-Out-Programm auf der Satura-Seite liebevoll ausgeklügelt.
Und eben diese Liebe zum Besonderen, der Wille, den Schülern das Wesen der latenischen Sprache und seiner Strukturen bis ins Feinste zu vermitteln ... eben dies fehlt mir im neuen Cursus.
Natürlich können Sie Ihre Schüler mit diesem Lehrwerk ruhigen Gewissens unterrichten. Möchten Sie jedoch, dass aus jeder Lateinstunde ein Event wird, so führen Sie Gespräche mit dem Fachleiter des Latenischen an Ihrer Schule und bewegen Sie ihn dazu, an Ihrer Schule nach dem Cursus Continuus (von den gleichen Autoren abgefasst!) zu unterrichten.
Für mein Gefühl ist es ein Regress. Das Werk der frühen 90er Jahre, der Cursus Continuus, war moderner, schülerfreundlicher und didaktisch ausgeklügelter als dieses Lehrbuch ... und er hatte das gewisse Etwas.
Gesamtnote: 3-
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Trauer hat viele Farben: Lügen und Wahrheiten über Beziehungen und Partners |
| Autor: | Sabine Bode, Fritz Roth, Ausgabe vom 30. Dez. 2009, Taschenbuch, Verkaufsrang 493487 |
| Preis: | 14,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon |
|
Der Verlust von Partnern, Verwandten, Freunden oder Kollegen verändert alles. Wir nehmen die Welt und uns selbst plötzlich anders wahr; wir sind verletzlich und oft auch tief verunsichert. In diesen Lebenssituationen bieten stimmige Rituale Halt. Sie helfen uns, den Schmerz zu ertragen. Sabine Bode und Fritz Roth trafen Menschen, die den Mut gefunden haben, ihren Gefühlen zu folgen und ihre Toten auf ganz persönliche Weise zu betrauern. Diese Trauerwege mögen ungewöhnlich erscheinen. Doch sie entsprangen einem natürlichen Bedürfnis, waren heil-sam für die Seele und führten zu einem Neubeginn. Ein sensibles Buch, das Verständnis weckt und dazu ermutigt, den Schmerz zuzulassen und ihm ein eigenes Gesicht zu geben. Um in der Trauer nicht zu versteinern. |
| |
"... In 14 spannenden Fallbeispielen legt Bode nun dar, wie die Beziehung zu ihren Eltern und das Schweigen über den Krieg diese Generation prägte." -emotion, 4/2009
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 12 Bewertungen)
Leserkommentare:* Trauma und Zeitgeschichte (5 von 5 Punkten) meint E. Die Kölner Journalistin Sabine Bode widmet sich in ihrem Buch Kriegsenkel einem Themenkomplex, mit dem sie sich bereits in früheren Büchern auseinander gesetzt hat. Es geht um den Zusammenhang von Zeitgeschichte und Traumatisierung - unaufgearbeiteter Traumatisierung. Während das Buch "Die vergessene Generation - Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen" noch die unmittelbar durch Kriegserlebnisse Traumatisierten zu Wort kommen ließ, geht es nun um eine Generation, die eigentlich "glücklich" sein müsste, genoss sie doch eine unbeschwerte Jugend in Friedenszeiten. Doch die "Kriegsenkel", die etwa zwischen 1960 und 1975 zur Welt kamen, sind keineswegs "unbelastet", wie Bode feststellt.
Die Autorin hat mit 18 Kriegsenkeln gesprochen und überraschende Parallelen festgestellt. Diffuse Zukunftsängste und die häufig daraus folgende Kinderlosigkeit, ein Mangel an Zuversicht und Halt im Leben - von diesen Emotionen ist das Leben vieler Friedenskinder geprägt. Sie berichten in Gesprächen und selbst verfassten Aufzeichnungen ausführlich von ihrem Leben, das stets beherrscht wurde von der Gemütsverfassung der Eltern, also der Kriegskinder, die sich mit dem im Krieg erfahrenen Leid allerdings nie wirklich auseinandergesetzt haben. Stattdessen bekamen ihre eigenen Kinder zu hören, dass alles nur halb so wild gewesen wäre, andere es viel schlimmer getroffen hätten und man selbst sich eigentlich glücklich schätzen könne. Oder: Was eine Eltern-Kind-Beziehung noch stärker belasten konnte - man traf auf Schweigen. Schweigen über das, was man selbst nicht verarbeiten kann. Vergewaltigungen und Gewalt, Hunger und Bombenangriffe, Väter, die nicht oder völlig traumatisiert aus dem Krieg zurückkehrten. Wenn der Mensch in Kriegszeiten auf das nackte Überleben eingestellt ist, verliert er in Friedenszeiten das Gefühl dafür, was Leben heißt und er bleibt - die Traumaforschung hat es schon längst nachgewiesen - in der Vergangenheit stecken. Werden diese Traumatisierungen nicht aufgearbeitet, sondern verdrängt, vergessen und verleugnet, so verschwinden sie keineswegs, sondern werden an die nachfolgenden Generationen weitergegeben, die als Kinder die geistige Fürsorge für die eigenen Eltern übernehmen.
Trotzdem ist Bodes Buch keine Anklage. Die Elterngeneration der Kriegsenkel wird nicht grundsätzlich verurteilt. Vielmehr versucht die Autorin für ein Thema zu sensibilisieren, das in unserer Gesellschaft immer noch viel zu selten diskutiert wird.
Fazit: Ein wichtiges Buch, das die Augen öffnen kann. Ein Buch, dem man viele Leser wünscht, damit endlich eine Diskussion angeregt wird, die das vor über 60 Jahren erfahrene Leid aufarbeiten hilft. Für Kriegskinder, Kriegsenkel und nachfolgende Generationen eine Lektüre, die auf einfühlsame Art und Weise hilft zu verstehen, was los ist mit "den Deutschen".
Unbedingt lesen!
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Die deutsche Krankheit - German Angst |
| Autor: | Sabine Bode, Ausgabe vom Januar 2007, Gebunden, Verkaufsrang 249079 |
| Preis: | 19,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon |
|
"German Angst, das ist eine gefährliche Krankheit, die wir da haben, offensichtlich ein Virus, das wird weiter und weitergegeben." Heide Simonis Der Begriff "German Angst" bezeichnete den Hang der Deutschen zum Grübeln sowie ihre merkwürdige Zukunftsangst. Heute redet man allenthalben von einer gesellschaftlichen Lähmung und der Unfähigkeit, Reformen durchzuführen. Blockiert uns die German Angst? Ist sie eine Art kollektive Krankheit? Aber Angst wovor? Diffuse Ängste verhindern bis heute notwendige Reformen in der Politik und müssen deshalb dringend näher untersucht werden. Bode zeigt, dass die Deutschen mit Schwierigkeiten anders umgehen als ihre Nachbarn und vermutet , dass die Ursachen in unverarbeitenen kollektiven Ängsten aus der Vergangenheit zu finden sind. Die Autorin informiert sich bei Psychotherapeuten, Psychologen, Hirnforschern, Politikern und Schriftstellern über das Phänomen des Kriegstraumas, das nicht nur die Kriegskinder des 2. Weltkrieges bis heute belastet, sondern sich auch als vagabundierende Ängste bei deren Nachkommen auf fatale Weise manifestiert hat. Immer wieder lässt die Journalistin persönliche Erfahrungen einfließen, wodurch die Autorin noch näher an den Leser heran rückt und dessen erwünschte Öffnung für die Thematik erleichtert. Argwohn, Depressionen und Wahrnehmungsverzerrung sind die Folge traumatischer Angst. Die Psychotherapeutin Luise Reddemann, die von Bode zu Rate gezogen worden ist, verdeutlicht, dass unbehandelte Traumata Misstrauen und Verlust des Sicherheitsgefühls zur Folge haben. Ausgelöst wurden die Traumata bei den Kriegskindern u.a. durch den Anblick der Toten und Verletzten in den brennenden Städten oder sie entstanden während der Flucht und Vertreibung aus dem Osten. Die amerikanische Traumforscherin Rachel Yehuda hat herausgefunden, dass sich diese psychischen Belastungen auf die nächste Generation übertragen haben. Wenn ein Elternteil an einer posttraumatischen Störung leidet , dann taucht die Belastung zu 50% bei den Kindern wieder auf. Wenn beide Elternteile traumatisiert sind, überträgt sich die Störung zu 80%. Bei Säuglingen traumatisierter Mütter kann man einen geringeren Spiegel des Anti-Stress-Hormons Cortisol feststellen. Traumatisierte Menschen - auch der 2. Generation- haben häufiger Beziehungsstörungen und psychosomatische Beschwerden, so Bode. Nicht selten neigen sie zu lähmenden Vermeidungsstrategien. Die Autorin befasst sich in diesem Zusammenhang mit den problematischen Überlebensstrategien nicht behandelter traumatisierter Personen und erläutert den Fachbegriff der " Dissoziation". Um ein Trauma abzumildern, so erfährt man, werden Gefühle und Denken stark voneinander getrennt. Die Angst wird geleugnet und lässt in der Folge die Persönlichkeit des Menschen erstarren. Inwiefern die kriegsbedingte Vaterlosigkeit auf die nächste Generation übertragen und in der Gesellschaft zu zusätzlichen Verunsicherungen geführt hat, wird im Buch ebenfalls thematisiert. Konkret wird der Frage nachgegangen welche Auswirkungen schwache Väter, abwesende Väter und gefallene Väter auf die Psyche der Kinder haben und ob es einen Zusammenhang zwischen dieser Vaterlosigkeit und der Kinderlosigkeit gibt, die derzeit einen gewissen Journalistenkreis dazu veranlasst hat, vermeintlich gebährunwillige Frauen an den Pranger zu stellen. Wie hat sich die seit 1934 etwa 700 000 mal verkaufte Erziehungsvibel von Johanna Haarer auf die nach deren Vorstellungen erzogene Generation ausgewirkt? U.a. legt sie den Müttern nahe ihren Neugeborenen " das Anlitz zu verweigern". Bindungs-, Beziehungs- und Liebesfähigkeit wurden von Anfang an bewusst verhindert. Wie kaputt sind die so misshandelten Menschen durch ihr Leben gegangen? War ein Dialog mit der Folgegeneration überhaupt möglich? Bode plädiert dafür sich mit Familiengeschichte zu befassen und sich traumatische Voraussetzungen bewusst zu machen. Sie plädiert weiterhin dafür, dass man die eigenen Erfahrungen mit anderen austauscht. Sie ist davon überzeugt, dass ein Erfahrungsaustausch gesellschaftlich zu einem konstruktiven Identitätsschub führen kann, den unser Land dringend notwenig hat. Als Kind einer traumatisierten Familie habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen und kann den Ausführungen Sabine Bodes in jeder Beziehung nur beipflichten. Sehr Empfehlenswert!
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* Wenn Vergangenheit nicht vergehen will. (5 von 5 Punkten) meint k. #
Es gibt ein deutsches Wort, welches in keiner anderen Sprache Verwendung findet: Besitzstandswahrung. Gemeint ist, dass einmal Erworbenes einen subjektiven Rechtsanspruch des Behaltens definiert, unabhängig von gesellschaftlichen Veränderungen. Dieses suggerieren Unternehmen ebenso wie der Staat bis zu einem Zeitpunkt, als die globale Wirklichkeit die gewünschte Regelmäßigkeit in Frage stellte. Unterstellt man hier eine deutsche Eigenart, dann liegt diese sicher in der Angst begründet, die aus erfahrener Willkür aus der Nazizeit ins Heute transportiert wurde.
Sabine Bode hat sich dieser Thematik bravourös angenommen. Sie unterstellt nicht einen wissenschaftlichen Anspruch, sondern nutzt in eleganter Weise die Methode der Erzählung und so werden Geschichten wirklicher Menschen zu einem fesselnden, aber auch bedrückenden Ereignis dieses Buches. Sie schafft es somit, auf Objektivität als das Maß der Dinge zu verzichten, wirkt damit niemals unseriös in der Darstellung und gewinnt durch subjektiv, persönliche Berichte den Schatten der Vergangenheit ins Heute zu übertragen. Einen Schatten, der genau diese Angst gebiert, die erstarrt wach hält und zu Verunsicherungen in der Politik wie im Leben beiträgt. Dieses Trauma wird solange präsent sein im Gefühl der Deutschen, wie in der Meinung im Ausland über die Deutschen, wie das Vergangene nicht tot, solange das Vergangene nicht einmal vergangen ist. Dieses Dauertrauma der lebendigen Vergangenheit wird durch das nicht enden wollende Schweigen erreicht, solange die Opfer der Leiden und Verluste nicht sprechen können, weil sie als Nation gleichzeitig die Täter waren.
Paul Ricoeur plädiert für eine Kultur des (Selbst) Verzeihens, die von einer Gedächtnisarbeit getragen wird, in der die Anerkennung der Erinnerungen der Anderen dem bloßen Wiederholen der Schuld ein Ende macht. So wäre Reden möglich ohne Angst vor der vergangenen Gegenwart oder noch gegenwärtigen Vergangenheit. Damit entwertet man sie nicht, sondern integriert sie erneut in den subjektiven Lebenskontext.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Trauer ist Liebe: Was menschliche Trauer wirklich braucht |
| Autor: | Fritz Roth, Sabine Bode, Ausgabe vom 11. Sept. 2006, Gebunden, Verkaufsrang 374908 |
| Preis: | 16,95 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon |
|
... wer sich dem Abschiedsschmerz stellt und ihn durchlebt, gewinnt die Freiheit, wieder nach vorn zu schauen. Der vielleicht eindrucksvollste Lehrer für diese Weisheit ...: Fritz Roth (GEO )
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Hilfe (5 von 5 Punkten) meint J.K. aus Oberbayern Eigentlich hätte ich das Härbuch auf CD "Trauer ist Liebe" bestellen wollen, aber durch einen "Fehler" meinerseits habe ich das Buch erhalten. Das war Schicksal! Ich bin froh, dass ich das Buch nun mein Eigen nennen kann. Es hat mir so viel geholfen.
Jetzt, beim 3. Todestag meiner kleinen Enkelin LARA, die mit 4 Jahren von uns gegangen ist, habe ich einige Passagen aus dem Buch vorgetragen. Alle Trauergäste waren gerührt und fragten speziell nach diesem Buch. Andere haben die CD bereits gekauft. Danke! Danke! Danke! |
| | Buch: | Der Trauer eine Heimat geben: Für einen lebendigen Umgang mit dem Tod |
| Autor: | Sabine Bode, Fritz Roth, Ausgabe vom 10. Sept. 2008, Taschenbuch, Verkaufsrang 228483 |
| Preis: | 14,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon |
|
Trauer ist die heilsame Antwort eines lebendigen Herzens auf den Tod. Kann es gelingen, nach einem schweren Verlust erneut Lebensfreude zu finden? Dieses Buch schenkt uns tröstende Einsichten von Menschen, die es geschafft haben. Sie erzählen davon, wie wichtig es ist, die Trauer um die Toten zu leben, damit die eigene Seele nicht stirbt. "Den Tod begreifen, indem man die Toten berührt; die Würde mit hilfreichen Ritualen für Trauernde zurückholen und Kraft daraus schöpfen - das sind wichtige Themen dieses informativen Buches um das größte Tabu unserer heutigen Kultur: das Ende des Lebens." (Carmen Thomas, Autorin des Buches "Berührungsängste. Vom Umgang mit der Leiche")
Leserbewertungen: Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)
Leserkommentare:* In diesem Buch kommen Menschen zu Wort... (5 von 5 Punkten) meint M.H.Ö. ...die sich offen zu ihrer Trauer bekannt haben und sich nicht scheuten, der Umwelt ihre schmerzlichen Gefühle zuzumuten. Mit der Unterstützung eines Bestatters, der als ausgebildeter Trauerbegleiter um den Wert der gelebten Gefühle weiß, haben sie sich auf ganz persönliche Weise sehr bewußt von ihren Toten verabschiedet. Sie haben sich gegen die überkommenen Rituale einer gefühlsarmen Begräbniskultur entschieden, um ihren eigenen Bedürfnissen zu folgen, haben das letzte Zusammensein mit ihren Verstorbenen in eigener Regie gestaltet und gelebt. Entstanden ist ein sehr bewegendes Buch, das mit seiner Fülle von Überlegungen und konkreten Anregungen dazu ermutigt, der verbreiteten Ohnmacht und Floskelhaftigkeit angesichts des Todes ein Ende zu setzen und allen Trauernden wieder die Geborgenheit einer Gemeinschaft zu schenken.
Weitere Lesermeinungen |
| | Buch: | Wir Alten: Porträts einer lebenserfahrenen Generation |
| Autor: | Sabine Bode, Ausgabe vom 15. Febr. 2008, Gebunden, Verkaufsrang 110240 |
| Preis: | 19,90 EUR (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) | |
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden |
Weiterinformieren oder bestellen bei Amazon |
|
Mit Mut und Eigensinn dem Alter ins Gesicht sehen ? Ungewöhnliche Porträts alter Menschen von der Erfolgsautorin Sabine Bode ? Ohne Patentrezepte und gute Ratschläge Tagtäglich suggerieren uns Werbung und Medien, ein heiteres Rentnerdasein wäre machbar. Alles nur eine Frage der richtigen Einstellung? Alte Menschen selbst wissen es besser: Für gelingendes Altern gibt es keine Patentrezepte. Gut alt zu werden ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk. Und es gibt viele Faktoren ? ob Gene, Einkommen, Kindheit oder Bildung ?, die das Leben im Alter bestimmen. Sabine Bode gibt keine guten Ratschläge, sondern lässt die wahren Experten ? die Alten selbst ? zu Wort kommen. Wie wird man Alter und behält seine Eigenwilligkeit? Wie grenzt man sich gegen unsinnige Erwartungen ab? In der Auseinandersetzung mit diesen Fragen liegt der Schlüssel zu Gelassenheit und Lebensfreude, nicht im Befolgen von Patentrezepten. Format 14,0 x 21,3 cm. Gebunden mit Schutzumschlag.
Leserbewertungen: Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 1 Bewertung)
Leserkommentare:* Aufwecker (5 von 5 Punkten) meint N. aus Wiesbaden Ein sehr realistisches und sowohl Traurigkeit wie auch Freude anregendes Buch, jedenfalls sehr interessant. Es hat mich motiviert, auf einige Alte in meinem Bekanntenkreis aktiver und mal ganz anders wie gewohnt zuzugehn, viel direkter nach ihrer Vergangenheit zu fragen... Das hat unserem Verhältniss sehr gut getan und sie waren durch die Bank sehr interessiert, das Buch zu kaufen oder geschenkt zu bekommen.
|
Alle Bestellungen werden über Amazon abgewickelt. Amazon ist der größte Online-Buchhändler und liefert sehr zuverlässig und sicher.Bücher versandkostenfrei nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz, alle anderen Artikel ab 20 € Bestellwert. Ausführliche Lieferbedingungen hier. Nach Deutschland und Österreich ist auch Lieferung gegen Rechnung möglich. Dadurch entfällt die Angabe der Bankdaten. Bedingungen hier.
|
|