Eine alte Kamera bringt Stephan Wackwitz auf die Spur seiner Familie Es ist die Familie des Pastors und Kriegsveteranen Andreas Wackwitz, der in unmittelbarer Nähe von Auschwitz lebte, bevor er 1933 in das ehemalige Deutsch-Südwestafrika auswanderte. Am Anfang steht eine No. 1A Pocket Kodak, eine dieser Rollfilm-Klappkameras, wie sie seit 1926 massenproduziert und zu Tausenden unters nicht nur deutsche Volk gebracht worden waren. Eine solche Kamera mit eingelegtem Film hat Gustav Wackwitz, der Vater des Autors, eines Tages im Jahr 1993 in der Post: Die obskure Behörde "Dienststelle für die Benachrichtigung der Angehörigen ehemaliger Soldaten der Wehrmacht" hat sie ihm zugestellt und teilt ihm mit, dass sie seinem Vater Andreas Wackwitz bei seiner Gefangennahme 1939 von englischen Soldaten abgenommen worden war. Dieser war als Pfarrer 1933 nach Deutsch-Südwestafrika ausgewandert und bei seiner Rückkehr 1939 auf der Schiffspassage nach Bremerhaven in britische Kriegsgefangenschaft geraten. Diese Kamera bildet - im wahrsten Sinne des Wortes - den Auslöser für Enkel Wackwitz, seiner verschlungenen Familiengeschichte nachzuspüren. Die Familie stammt aus Galizien, der Großvater war in Afrika evangelischer Pfarrer einer deutschen Gemeinde im polnisch gewordenen Oberschlesien gewesen -, und zwar in der damals noch verschlafenen Residenzstadt Auschwitz, die in den folgenden Jahren zu so grausiger Berühmtheit kommen und später zur Chiffre für die Nazi-Greuel schlechthin werden sollte. Nach seiner Kriegsgefangenschaft wurde er Pfarrer im brandenburgischen Luckenwalde: einer Gemeinde, in der auf andere Art Geschichte geschrieben wurde, denn zu dieser Zeit wuchs hier ein Junge namens Rudi Dutschke heran. Gerade in der Schlüsselfigur des Großvaters, aber auch im Vater und in der eigenen Biografie - Stephan Wackwitz ist Leiter des Goethe-Instituts in Krakau - spiegelt sich ein großes Stück deutscher Geschichte von der Weimarer Republik über Drittes Reich, Krieg, Nachkriegszeit und die politisch bewegten siebziger Jahre bis in die bundesrepublikanische Gegenwart. Ein unsichtbares Land ist eine meisterliche, packend erzählte Verknüpfung von autobiografischem Familienroman mit der Geschichte der Deutschen im 20. Jahrhundert. Die Hoffnung, auf dem in der Kamera eingelegten und auch belichteten Film aufschlussreiche Fotografien aus den jungen Jahren des Großvaters in Afrika zu entdecken, wird übrigens schnell enttäuscht: Der Film hat sich über die Jahre nicht erhalten, auf den Bildern ist nichts zu sehen. Doch gerade das Grau der entwickelten Bilder schafft die Leerstellen, die Wackwitz' Interesse wecken, seine Fantasie beflügeln und den Familienforscher in ihm inspirieren. So verdanken wir einer Reihe Fotos, auf denen man nichts erkennen kann, eines der anregendsten und intelligentesten Bücher über die deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts, die in den letzten Jahren erschienen sind. -Christoph Nettersheim
Buch:
Osterweiterung: Zwölf Reisen
Autor:
Stephan Wackwitz, Ausgabe vom 3. März 2008, Gebunden, Verkaufsrang 494417
Aus der Amazon.de-Redaktion Am Anfang steht eine No. 1A Pocket Kodak, eine dieser Rollfilm-Klappkameras, wie sie seit 1926 massenproduziert und zu Tausenden unters nicht nur deutsche Volk gebracht worden waren. Eine solche Kamera mit eingelegtem Film hat Gustav Wackwitz, der Vater des Autors, eines Tages im Jahr 1993 in der Post: Die obskure Behörde "Dienststelle für die Benachrichtigung der Angehörigen ehemaliger Soldaten der Wehrmacht" hat sie ihm zugestellt und teilt ihm mit, dass sie seinem Vater Andreas Wackwitz bei seiner Gefangennahme 1939 von englischen Soldaten abgenommen worden war. Dieser war als Pfarrer 1933 nach Deutsch-Südwestafrika ausgewandert und bei seiner Rückkehr 1939 auf der Schiffspassage nach Bremerhaven in britische Kriegsgefangenschaft geraten. Diese Kamera bildet - im wahrsten Sinne des Wortes - den Auslöser für Enkel Wackwitz, seiner verschlungenen Familiengeschichte nachzuspüren. Die Familie stammt aus Galizien, der Großvater war in Afrika evangelischer Pfarrer einer deutschen Gemeinde im polnisch gewordenen Oberschlesien gewesen -, und zwar in der damals noch verschlafenen Residenzstadt Auschwitz, die in den folgenden Jahren zu so grausiger Berühmtheit kommen und später zur Chiffre für die Nazi-Greuel schlechthin werden sollte. Nach seiner Kriegsgefangenschaft wurde er Pfarrer im brandenburgischen Luckenwalde: einer Gemeinde, in der auf andere Art Geschichte geschrieben wurde, denn zu dieser Zeit wuchs hier ein Junge namens Rudi Dutschke heran. Gerade in der Schlüsselfigur des Großvaters, aber auch im Vater und in der eigenen Biografie - Stephan Wackwitz ist Leiter des Goethe-Instituts in Krakau - spiegelt sich ein großes Stück deutscher Geschichte von der Weimarer Republik über Drittes Reich, Krieg, Nachkriegszeit und die politisch bewegten siebziger Jahre bis in die bundesrepublikanische Gegenwart. Ein unsichtbares Land ist eine meisterliche, packend erzählte Verknüpfung von autobiografischem Familienroman mit der Geschichte der Deutschen im 20. Jahrhundert. Die Hoffnung, auf dem in der Kamera eingelegten und auch belichteten Film aufschlussreiche Fotografien aus den jungen Jahren des Großvaters in Afrika zu entdecken, wird übrigens schnell enttäuscht: Der Film hat sich über die Jahre nicht erhalten, auf den Bildern ist nichts zu sehen. Doch gerade das Grau der entwickelten Bilder schafft die Leerstellen, die Wackwitz' Interesse wecken, seine Fantasie beflügeln und den Familienforscher in ihm inspirieren. So verdanken wir einer Reihe Fotos, auf denen man nichts erkennen kann, eines der anregendsten und intelligentesten Bücher über die deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts, die in den letzten Jahren erschienen sind. -Christoph Nettersheim
Buch:
Friedrich Hölderlin.
Autor:
Stephan Wackwitz, Ausgabe vom 17. Okt. 1996, Taschenbuch, Verkaufsrang 272457
Product Description Ein glänzend geschriebener und höchst persönlicher Romanessay über die Verhexung einer ganzen Generation durch die Glücksversprechen des Marxismus. Und über die langsame Heimkehr ins Leben durch die Liebe.
Buch:
Walkers Gleichung: Eine deutsche Erzählung aus den Tropen
Autor:
Stephan Wackwitz, Ausgabe vom Febr. 2003, Taschenbuch, Verkaufsrang 856385
Product Description Der Botschaftsangestellte Siegmund Walker behauptet, er schreibe an einemRoman über das auslandsdeutsche Personal der kleinen tropischen Hauptstadt.Und schon ist der Teufel los die einen wollen unbedingt im Roman auftauchen,die anderen haben Sorge um ihr mögliches Erscheinungsbild darin, und sorückt Siegmund Walker ins Zentrum einer Staatsaffäre.
Buch:
Selbsterniedrigung durch Spazierengehen
Autor:
Stephan Wackwitz, Ausgabe vom Febr. 2002, Gebunden, Verkaufsrang 595362
Product Description Man verbringt seine Tage irgendwo im Herzen der Gesellschaft, richtet sich ein, lebt im Großen und Ganzen ein unauffälliges Leben, von außen ist nichts Ungewöhnliches zu bemerken. Und doch gibt es da in den schwachen Momenten etwas Befreiendes, auch seltsam Bedrohliches, etwas, das einen von einem Moment auf den anderen hinauskatapultieren kann aus diesem Alltag. Stephan Wackwitz' Essays erzählen von dieser anderen Welt, in der es nicht kalkuliert und kontrolliert zugeht, der Welt der Tagträume und Phantasien, der Kunst, einer Welt der Verausgabung und der Erkenntnis. Es ist die Welt neben der Welt, wie wir sie kennen, in der sich jedoch das Eigentliche ereignet. Und das kann überall sein In einer Bank und dem Park daneben, in einem japanischen Buchladen, in dem Erwachsenen völlig unverständlichen Reich der Pokmons, beim morgendlichen Teetrinken oder beim Spazierengehen.
Buch:
Friedrich Hölderlin.
Autor:
Stephan Wackwitz, Ausgabe vom Okt. 1996, Broschiert, Verkaufsrang 1996485
Buch:
Die Wahrheit über Sancho Pansa: Roman
Autor:
Stephan Wackwitz, Ausgabe vom 1999, Gebunden, Verkaufsrang 1003497
Aus der Amazon.de-Redaktion Hubert Katz ist ein alter Mann, der zurückgezogen in London lebt. Von seiner Exfrau hat er kürzlich erfahren, dass sein Elternhaus abgerissen werden soll - und nun wird er von Träumen und Erinnerungen heimgesucht, die er aufzuzeichnen beschließt. Zeit seines Lebens haben Bücher für ihn eine entscheidende Rolle gespielt. Aus jeder schlimmen Lebenslage flüchtet er sich in die Welt der gedruckten Buchstaben. Etwas Schlimmes ist geschehen, als er ein dreizehnjähriger Junge war, etwas sehr Schlimmes, doch bevor er bereit ist, sich dieser Erinnerung zu stellen, erzählt Katz von seiner Karriere, seinen gescheiterten Ehen, seiner Kindheit in Deutschland, der Emigration. Ein wunderbares Buch. Eine Sprache, die den Leser sofort in den Bann schlägt, leise Bilder aufsteigen lässt von London, Nebel - und auch von der Vergangenheit. Und während zu Beginn alles noch sehr harmlos und friedlich erscheint - die Schilderung des Morgenkaffees bei den Polinnen ist ein wahres Meisterstück -, ziehen sich die Kreise immer enger, wird immer klarer, dass etwas Dunkles in seiner Vergangenheit ruht. Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte, das man durchaus mehrmals lesen möchte, in dem viele Sätze dazu einladen, angestrichen zu werden. -Daniela Ecker